Facebook-Seite für den Blog online

In eigener Sache: Wie bereits Ende letzten Jahres angekündigt, gibt es ab sofort eine Facebook-Seite für meinen Blog. Ich werde damit beginnen, meine Facebook-Tätigkeiten auf meinen persönlichen Profil langsam zurückzufahren und stattdessen die Seite betreuen. Dort wird es nebst den Blogbeiträgen auch hin und wieder Links auf andere interessante Inhalte geben. Die Seite kann für regelmäßige Updates ab sofort „geliket“ und geteilt, sowie weitere Personen zum „Liken“ eingeladen werden und ist hier (Link) zu finden. Es gibt übrigens auch auf der Seite die Möglichkeit, Kontakt aufzunehmen. 

Die Bücher meiner Kindheit

Bücher, die meine Kindheit geprägt haben. Daneben gab es natürlich noch hunderte mehr, aber hier mal diejenigen, die mich nebst der Bibel besonders auch längerfristig beschäftigt haben. Diese folgenden habe ich vermutlich alle mehr als einmal gelesen, kann mich aber nicht mehr in jedem Fall an die genauen Zahlen erinnern.

Sofies Welt

Als junger Mensch mit sehr vielen Fragen hat es mir sehr gut getan, mal zu erfahren, dass diese Fragen schon seit Jahrtausenden gestellt und beantwortet werden. Als ich mit etwa neun Jahren erstmals Sofies Welt gelesen habe, konnte ich das meiste noch nicht wirklich verstehen, aber zwei Dinge sind mir seither geblieben: Die Liebe zur Geschichte und zur Philosophie, sowie der Mut, Fragen zu stellen, auch wenn die Antworten unangenehm sein können. Amazon-LinkHier habe ich noch mehr dazu geschrieben.

Momo

Dieses Buch von Michael Ende habe ich ebenfalls bei meinen Großeltern kennengelernt. Auch hier gibt es wieder Dinge, die größer waren als mein damaliges Verständnis, aber das macht es auch spannend, darüber noch weiter nachzudenken. Man kann von Michael Ende halten was man will – aber spannend schreiben kann er! Und dabei erst noch Fragen ansprechen, die auch so ein Kinderköpfchen beschäftigen. Amazon-Link

Der „Lederstrumpf“

Auch wenn ich über 40 Bände von Karl May gelesen habe – keiner davon konnte mich derart mitreißen wie die fünf Lederstrumpf-Bände von James F. Cooper. Nicht nur Indianergeschichten, sondern man lernt eine ganze Menge über Tugenden und christliche Nächstenliebe. Wertvoll! Amazon-Link

Die Narnia-Serie

In der Zeit meiner Kindheit kam allgemein gerade ein neues Interesse an C. S. Lewis und besonders an seiner Narnia-Serie auf. Mit viel Spannung habe ich die Geschichten gelesen. Es brauchte jedoch die mehrfache Lektüre, um die biblischen Zusammenhänge zu verstehen, die Lewis in seinem Roman untergebracht hatte. Amazon-Link

Die Blitz-Serie

Als großer Pferde-Fan darf natürlich auch eine Pferde-Serie nicht fehlen. Davon habe ich mehrere gerne gelesen, doch so richtig spannend fand ich vor allem Walter Farleys Serie um Blitz, den schwarzen Hengst. Bei dieser Serie habe ich mir den Spaß gemacht, in Bücher-Antiquariaten nach möglichst alten Ausgaben zu suchen. Hier der Amazon-Link zum ersten Band der Serie.

Die Abenteuer-Serie

Die Abenteuer von Jack, Dina, Philip und Lucy habe ich mir auch auch alle mehrmals reingezogen. Die meines Erachtens mit Abstand originellste Serie von Enid Blyton. Aber manchmal frage ich mich schon, wie es jemand schafft, so viele Bücher zu schreiben. Das allein ist schon eine Kunst für sich. Hier der Amazon-Link zum ersten Band der Abenteuer-Serie.

Und welches waren Deine Kindheits-Bücher?

Buchtipp: Zukuft? China!

Sieren, Frank, Zukunft? China! Wie die neue Supermacht unser Leben, unsere Politik, unsere Wirtschaft verändert, Penguin Verlag München, 2018, 386S., Verlagslink, Amazon-Link

Frank Sieren ist Journalist und lebt seit 1994 in Peking. Kaum ein anderer Deutscher hat so viel Einblick in die Veränderungen in China wie er. Und das versteht er meisterhaft auf den Punkt zu bringen. Da ich sehr an dieser neuen Supermacht interessiert bin, war mir einiges schon bekannt, aber es war wertvoll, diese neueste Geschichte Chinas noch mal in komprimierter Form geboten zu bekommen. Was ich nicht auf dem Schirm hatte, war der Ausbau der „neuen Seidenstraße“, wie schnell dieser voranschreitet.

Spannende Einblicke in ein fremdes Land

Bei alledem, was mir schon bekannt war, ist mir China doch immer ein fremdes Land geblieben. Das chinesische Denken mit all seinen inneren Widersprüchen und seiner großen Bandbreite an Sichtweisen ist mir durch dieses Buch ein klein wenig näher gekommen, hat aber auch Interesse geweckt, noch mehr darüber zu erfahren. Schließlich wird dieses Land – wie der Autor sehr richtig bemerkt – in näherer Zukunft noch viel stärker unser Leben beeinflussen.

Insgesamt hätte ich mir noch mehr Klarheit gewünscht in der Beurteilung des Landes. Man muss sich bewusst sein, dass China nicht nur einfach ein „autoritär regiertes“ Land ist, es ist vielmehr eine kommunistische Diktatur, eine klassische Tyrannis wie sie im Buche steht, die durch den Ausbau der Technologie, allgegenwärtige Überwachung und der Künstlichen Intelligenz noch viel effektiver wird als das Stasi-Archiv mit all seinen Mitarbeitern. Die Christenverfolgung ist in China schon weit fortgeschritten, immer wieder werden Christen gefangen genommen, und erst kürzlich machte wieder eine Nachricht die Runde, dass nämlich in der Bibelausstellung einer Kirche in allen Bibeln das erste von den Zehn Geboten entfernt worden sei.

Wie gehen wir damit um?

Ein weiteres Thema, in dem ich dem Autor widersprechen möchte, betrifft die Lösung des Problems. Er geht davon aus, dass wir starke Staaten mit autoritären Regierungen brauchen, um China das Wasser reichen zu können. Was wir statt zentralen Ordern nötig haben, ist eine starke Wirtschaft, damit die europäischen Betriebe in Technologien investieren können, die China noch benötigt. Sieren sagt zu Recht, dass sich China nur dann um westliche Regeln scheren wird, wenn der wirtschaftliche und technologische Druck vorhanden ist. Dieser kann jedoch nicht voranschreiten, wenn Betriebe weiterhin so arg vom Staat gemolken werden, sondern nur, wenn die Wirtschaft deutlich freiere Hand erhält.

Sehr gut gefallen hat mir jedoch der Abschnitt über Afrika, und wie China dabei ist, dort für mehr Wohlstand zu sorgen. Nicht durch humanitäre Hilfe, sondern durch wirtschaftliche Investition, die man hierzulande wohl zunächst als „Ausbeutung“ bezeichnen würde, die in Wahrheit jedoch vielen Menschen eine neue Perspektive gibt und dort neuen Wohlstand schafft.

Fazit:

Ein spannendes Buch zur Zukunft mit China als neuer Supermacht. Viel davon ist sehr lesenswert. Einzelne Aussagen und Tipps führen dabei jedoch eher zu Eigentoren. Ich gebe dem Buch vier von fünf Sterne.

Buchtipp: Hirnforschung und Zauberei

Macknik, Stephen L., Martinez-Conde, Susana, Hirnforschung und Zauberei: Wie die Neuromagie die alltägliche Täuschung unserer Sinne enthüllt, Herder Verlag Freiburg im Breisgau, 2014, 359S., Verlagslink, Amazon-Link

Wenn sich zwei Interessengebiete überschneiden, wird es spannend. Hirnforschung und Zauberei sind zwei Themen, die mich seit frühen Jahren begleiten, und als ich auf dieses Buch gestoßen bin, da musste ich es einfach lesen. Die Autoren Macknik und Martinez-Conde sind ein Ehepaar, das in Phoenix, Arizona, verschiedene Abteilungen des Neurologischen Instituts leiten. Sie sind somit Forscher, die von der Hirnforschung kommen und aus Interesse heraus angefangen hat, sich mit den Tricks, Methoden und so weiter der Trickzauberei zu beschäftigen. Sie haben – beginnend mit optischer Täuschung – versucht, herauszufinden, was genau in unserem Gehirn passiert, wenn wir ausgetrickst werden. Die beiden haben Zauberunterricht besucht und nach einem Jahr mit einer Show versucht, die Aufnahmeprüfung im Magic Castle zu schaffen.

Es gibt manches an dem Buch, was man kritisieren kann. Wer sich in der bekannteren Literatur ein wenig auskennt, wird schnell merken, dass sie einen mündlichen Zugang zur Zauberei gewählt haben: Sie haben vor allem mit ein paar wenigen heutigen Zauberprofis gesprochen und deren Aussagen vorschnell und ungeprüft übernommen. Dies merkt man zum Beispiel daran, dass sie deren besondere Vorbilder zu eigenen Vorbildern machen und bei Tricks immer nur eine Methode beschreiben, obwohl es häufig mehrere gibt, und dabei oft nicht einmal die üblichste. Ich werde ihnen das aber nicht zum Vorwurf machen, denn ich weiß, wie verwirrend und überfordernd es sein kann, sich mit der einschlägigen Literatur dazu zu befassen. Man könnte sich höchstens fragen, ob sie mit dem Buch noch ein weiteres Jahr hätten warten sollen und sich in dieser Zeit auch noch tiefer mit dem Material beschäftigen. Ein Schwachpunkt ist meines Erachtens jedoch, dass das Ehepaar grundsätzlich davon ausgeht, dass es nichts Übernatürliches geben kann. Dieser Täuschung sind die Beiden leider auch erlegen – so sehr sie sich auch schon mit solchen befasst haben.

Fazit

Ich persönlich habe das Buch mit viel Gewinn gelesen und war nahezu enttäuscht, als es schon so schnell zu Ende war. Gerne hätte ich noch viel mehr zu diesem Bereich gelesen. Ich möchte das Buch jedem Interessierten empfehlen, insbesondere auch Christen, die oft hinter Zaubershows etwas Dämonisches vermuten. Dass es Dämonisches geben kann, ist natürlich für jeden Christen klar, aber das muss man anderswo suchen und nicht in Shows, die von der Fingerfertigkeit leben. Ich gebe dem Buch wegen seiner Wichtigkeit trotz all seiner Schwächen 5 von 5 Sterne.

Buchtipp: Auf falschen Fährten

Mayne, Andrew, Auf falschen Fährten: The Naturalist, Edition M, Amazon-Publikation, 2018, 460S., Amazon-Link

*Spoiler-Alert*

Professor Theo Cray wird verhaftet. Eine seiner früheren Studentinnen wurde auf brutale Weise ermordet. Doch keiner kann ihm etwas nachweisen. Da er schon in diesen Fall verwickelt wurde, entschließt er sich, auf eigene Faust den Spuren nachzugehen. Alles deutet auf einen bestimmten Grizzly hin, doch ein DNA-Test bringt ihn auf die Spur eines anderen Grizzlys, der seit Jahren tot ist. Mit Hilfe seines Spezialgebiets, der Bioinformatik, gelingt es Cray, nachzuweisen, dass es über viele Jahre hinweg eine größere Anzahl ähnlicher Morde gegeben hatte. Wie fast zu erwarten war, zeigt das Buch, dass der Mensch des Menschen schlimmster Grizzly sein kann.

Ein Thriller mit rasantem Einstieg, der zwischendurch einige Längen aufweist, zum Ende hin jedoch wieder an Fahrt aufnimmt und eine beinahe überraschende Auflösung vorweist. Mehr dazu weiter unten. Mir persönlich haben die zahlreichen Beispiele aus dem Alltag der Bioinformatik sehr gut gefallen. Man merkt: Da ist jemand am Werk, der sich darin gut auskennt. Ich könnte mir aber vorstellen, dass dies für manche Thrillerfans zuviel des Guten sein könnte, besonders wenn man nicht so sehr an der wissenschaftlichen Arbeit interessiert ist. Dann gibt es Abschnitte über mehrere Seiten hinweg, die in dem Fall zu überspringen wären. Dadurch würde der Lesefluss und das Verständnis für die Story jedoch beeinträchtigt.

Die Story war gut ausgedacht, allerdings hätte man aus dem Protagonisten noch mehr machen können, indem man ihn menschlicher gemacht hätte. Er erinnert mich eher an einen Halbgott der griechischen Heldensagen: Unbesiegbar, unerschütterlich, stoisch bis beinahe zur Gefühlslosigkeit. Dadurch wirkt er konstruierter als nötig. Außerdem habe ich das Gefühl, der Autor versucht zu viele unterschiedliche Ziele unter einen Hut zu bringen: Eine spannende Story erzählen, die Techniken der Bioinformatik bekannter machen, und erst noch eine moralische Lektion erteilen. All dies tut er in einer Gründlichkeit, dass sich die verschiedenen Ziele gegenseitig schwächen. Die moralische Lektion über das Böse im Menschen beginnt schon beim Verhör am Anfang des Buches, was mich ziemlich gewiss gemacht hat, wie die Story ungefähr enden wird.

Fazit:

Ein spannend geschriebener Thriller mit viel gutem Hintergrundwissen zur Arbeitsweise der Bioinformatik. Die Story hätte etwas fokussierter aufgebaut werden können. Ich gebe dem Buch 4 von 5 Sternen.

Buchtipp: Klugscheißer Royale

Steffens, Thorsten, Klugscheißer Royale, Piper Verlag München, 2018, 232 S., Verlagslink, Amazon-Link

Wenn ein Lehrer einen Roman über einen werdenden Lehrer schreibt, klingt das ganz amüsant. Wenn er auch noch über die richtige Portion Humor verfügt, dann gleich doppelt.

Timo Seidel ist über Jahre in seinem Studentenjob hängengeblieben. Zur Uni ging er nur kurz – schließlich wusste er alles schon, und erst noch besser. Doch dann bekommt er am selben Tag erst die Kündigung und dann macht auch noch die Freundin Schluss. Er ist am Boden und muss sich überlegen, wie er sich über Wasser halten kann. Nach einigem Hin und Her bekommt er den Tipp, es doch als Aushilfslehrer an einer Abendschule zu versuchen. Dort werde dringend jemand gesucht. Tatsächlich – nun kann er Klugscheißer Royale sein, darf jeden korrigieren und lernt erst noch, dass er gebraucht wird. Dadurch bekommt er sein Leben Stück für Stück in den Griff. Das ist in aller – humorlos-trockener – Kürze die Geschichte vom Klugscheißer Royale Timo Seidel.

Zunächst muss ich mal zugeben: Nicht selten habe ich mich ganz schön getroffen gefühlt. Schließlich tendiere ich ja auch dazu, Menschen korrigieren zu wollen. Wenn schon nicht immer in Gesprächen, dann doch zumindest öfter mal im Hinterkopf. Viele Begegnungen im Buch sind sehr realistisch geschildert, wenn auch oft etwas übertrieben. Das gehört zum Stil des Buches jedoch dazu und macht es so richtig humorvoll. Es ist sehr leicht zu lesen und – wie schon gesagt – sehr humorvoll. Da ich ein Buch jedoch auch immer recht kritisch lese, drehe ich jetzt den…

*Klugscheißermodus an*

Im Buch – ich kann das nur über die Kindle-Version sagen, da ich diese gelesen habe – sind mir dann doch an mehreren Stellen Fehler aufgefallen, die ein gründliches Lektorat hätte eliminieren können, so etwa zweimal der Buchstabendreher „Cloe“ statt „Cleo“. Zudem fand ich, dass im Buch mit persönlichen Fehlern zu lasch umgegangen wurde. Es ist insofern nicht ein Buch, aus welchem man vorbildliches Zusammenleben lernen kann. Davon hätte ich mir mehr gewünscht. Es ist ein zusammengewürfelter Haufen von Gleichaltrigen, die irgendwie versuchen, miteinander durchs Leben zu stolpern, und das mehr oder weniger gut hinkriegen. Eine Art Vaterfigur, die den Betroffenen helfen würde, fehlt leider.

*Klugscheißermodus aus*

Zum Schluss möchte ich den Cleos dieser Welt zurufen: Wenn ihr Männer wollt, die ihre Verantwortung übernehmen, dann verlasst sie nicht, sondern heiratet sie und gründet eine Familie! Das wird viel mehr Veränderung bewirken! Die Zeit ist reif für eine Generation junger Frauen, die nur noch dann bereit ist, zusammen zu ziehen, wenn Heirat und Familiengründung im Zentrum stehen!

Fazit:

Thorsten Steffens hat einen sehr unterhaltsamen Roman geschrieben, der die Entwicklung eines Mannes schildert, der beginnen muss, selbst Verantwortung für sein Leben zu übernehmen. Das Buch ist sehr humorvoll geschrieben. Wer jedoch einen Roman sucht, der ihm hilft, wie das Zusammenleben besser gelingen kann, wird hier wohl eher nicht fündig. Ich gebe dem Buch vier von fünf Sternen.

Predigtarchiv wieder online!

Da ich immer wieder Nachfragen bekommen habe, steht nun endlich mein Predigtarchiv wieder online. Bei manchen Predigten habe ich festgestellt, dass ich die MP3-Dateien nicht gleich zur Hand habe, weshalb diese nach und nach noch ergänzt werden. Hier das Archiv in drei Teilen:

Predigten von 2007 – 2011

Predigten von 2012 – 2015

Predigten ab 2016 – dato

Fragen oder Anregungen dazu sind natürlich jederzeit willkommen.

Blog-Jahresrückblick 2018

Im November 2017 habe ich meinen Blog nach WordPress umgezogen – und es war eine richtig gute Entscheidung. Vieles fällt mir dadurch leichter – Formatierungen lassen sich besser umsetzen, aber auch die Gestaltung des Blogs ist einfacher geworden.

Bislang habe ich in diesem Jahr 90 neue Blogposts veröffentlicht und gut 160’000 Besucher haben die Seite gefunden.

Top 10 Blogposts

Die folgenden 10 Blogposts wurden am häufigsten aufgerufen – alle zwischen 3500 und 4000 Mal:

https://blog.jonaserne.net/buchtipp-mit-rechten-reden/917/

https://blog.jonaserne.net/monday-humor-joel-osteen-gibt-erfolgsbibel-heraus/914/

https://blog.jonaserne.net/monday-humor-neue-rebellen-werden-traditionell-konservativ/921/

https://blog.jonaserne.net/wochenschau-kw-07/912/

https://blog.jonaserne.net/buchtipp-so-macht-kommunismus-spass/926/

https://blog.jonaserne.net/die-naechsten-grossen-fragen-unserer-zeit/932/

https://blog.jonaserne.net/monday-humor-theologin-findet-bdsm-im-neuen-testament/896/

https://blog.jonaserne.net/wochenschau-kw-06/902/

https://blog.jonaserne.net/buchtipp-hoert-endlich-zu/936/

https://blog.jonaserne.net/buchtipp-die-rivalin/905/

Biblipedia.de

Unser gemeinsames Bloggerprojekt http://biblipedia.de/ ist ein riesiger Erfolg geworden. Es ist hier viel mehr geschehen, als ich jemals zu träumen gewagt hätte. Einige sehr wichtige Diskussionen sind angestoßen worden; neue Menschen sind zum Projekt hinzugestoßen und alles ist am Wachsen – doch all diese sichtbaren Dinge sind nur die Spitze des Eisbergs. Hinter alldem sind neue Freundschaften entstanden, es gibt richtig guten Austausch, kurz gesagt: Es tut sich was! Und ich bin sicher, es wird in den kommenden Jahren immer wieder neue Projekte und Überraschungen geben. Stay tuned!

Pläne fürs kommende Jahr

Fürs kommende Jahr plane ich, endlich mein Predigtarchiv fertigzustellen und regelmäßig upzudaten (https://jonaserne.net/?page_id=277) Bis 2015 bin ich bislang gekommen, die neueren sind in Arbeit. Allerdings bin ich auch noch auf der Suche nach einem ästhetisch etwas ansprechenderen Player für die Audio-Daten. Vielleicht hätte mir da jemand einen guten Tipp, wie ich den WordPress-Mediaplayer aufhübschen kann. Außerdem plane ich, eine Facebook-Seite für den Blog einzurichten und dafür mein persönliches FB-Profil etwas weniger exzessiv zu nutzen. Ich denke auch, dass ich die drei Formate „Wochenschau“, „Monday Humor“ und „Buchtipp“ fortsetzen werde, wobei ich mir über die Häufigkeit noch etwas im Unklaren bin. Darüber hinaus mache ich mir Gedanken über eine mehrteilige Serie zur Kulturkritk unserer Zeit, die die Entwicklung verschiedener Kunstformen in den vergangenen Jahrzehnten betrachtet und daraus auch versucht, sich mögliche weitere Entwicklungen für die Zukunft vorzustellen.

Wer noch mehr lesen möchte, findet hier (Link: https://jonaserne.net/?page_id=249) eine Sammlung von PDFs zum kostenlosen Download, die ich über die Jahre geschrieben und zusammengestellt habe. Und wer noch Lesestoff sucht, kann natürlich auch auf meiner Goodreads-Seite (Link: https://www.goodreads.com/user/year_in_books/2018/47050705) verfolgen, was ich gelesen und für wie gut befunden habe. 2018 sind es bislang etwas über 50’000 Seiten in 97 Büchern geworden, die ich vollständig gelesen habe und einige weitere, an deren Anfang ich noch stehe.

Buchtipp: Dragon Teeth

Dragon Teeth Wie alles begann von Michael Crichton

Crichton, Michael, Dragon Teeth – Wie alles begann, Karl Blessing Verlag München, 1. Aufl. 2018, 318S., Verlagslink, Amazon-Link

Michael Crichton, der Bestsellerautor des Jurassic Park und einiger weiterer bekannter Bücher, hat ein Manuskript sein ganzes Leben lang in der Schublade unter Verschluss gehalten. Nun ist es nach seinem Tod veröffentlicht worden und Grund zahlreicher Spekulationen geworden, weshalb der Autor es nicht schon zu Lebzeiten selbst herausgegeben hat. War es einfach so schlecht, dass er es nicht veröffentlicht haben wollte? Wir werden es wohl nie wirklich herausfinden, aber diese Frag wird seine Fans wohl noch lange in zwei Lager spalten. Die Frage ist ja schließlich auch: Hat man ihm mit der Veröffentlichung nachträglich noch Schaden zugefügt?

Dragon Teeth ist ein historischer Abenteuerroman aus der Zeit der frühen Funde von Saurierknochen und deren Rekonstruktion. Crichton beschreibt darin die Rivalität echter Archäologen, die um die Ehre der Nachwelt buhlten und einen ständigen Kampf darum führten, wer mehr Arten rekonstruieren könnte. Der Autor führt dazu die Figur von William Johnson ein, einem Yale-Studenten aus bürgerlichem Elternhaus, der sich mehr ungewollt als Teil einer Wette der Expedition eines der beiden Archäologen anschließt, dann die ganze Schule des Lebens durchmacht, und dann plötzlich auf sich gestellt eine ganze Fracht Knochen durch zahlreiche Abenteuer hindurch retten und nach Hause bringen muss. Es sind somit auch Elemente eines Bildungsromans gegeben, doch im großen Ganzen überwiegt das Abenteuer, das zuweilen Wild-West-Züge trägt.

Ich fand den Roman spannend, besonders weil man dadurch Einblick in diese Zeit auf eine interessante Weise vermittelt bekommt. Es wird klar, wie stark die Rivalitäten waren, man sieht auch, wie sie sich gegenseitig beschimpft und bekämpft haben. Zugleich wurde mir aufs Neue bewusst, wie wichtig der Wettbewerb und die freie Marktwirtschaft für den Fortschritt sind. Das Abenteuer, die Eigenverantwortung, die Tugenden, die man fürs Leben lernt, all diese Dinge sind im Zuge des wachsenden allmächtigen Kindermädchenstaates dabei, verloren zu gehen. Gerade das Leben in freier Natur oder auch der Umgang mit anderen Menschen, die womöglich aggressiv reagieren, wird durch den omnipräsenten Staat immer mehr verloren gehen.

Auf der anderen Seite wirkt der Roman etwas … unfertig. Unvollendet. Abrupt. Als würde da noch etwas fehlen. Es gäbe sehr viele Möglichkeiten, den Schluss noch weiter hinauszuzögern, um dem Ganzen ein besser abgerundetes Ende zu bereiten. Dafür kann nun freilich der Autor nichts, er hätte dafür bestimmt die richtigen Ideen gehabt. Auch in der Hinsicht bleibt die Frage bestehen, ob die Veröffentlichung im Sinne Crichtons war oder nicht. Und diese werden nun weiterhin reine Spekulationen bleiben. Das Buch ist in gewisser Weise auch kein „typischer Crichton“. Wer hier einen crichtonesken Wissenschaftsthriller erwartet, hat zum falschen Buch gegriffen. Insofern ist es schon verständlich, dass langjährige Fans etwas anderes von dem Buch erwartet hätten als es schlussendlich geworden ist.

Ein Schmankerl für Lesebegeisterte ist die Bibliographie am Schluss des Buches. Wer sich für ein bestimmtes Thema noch näher interessiert, findet hier Buchtitel, die ihm da weiterhelfen. So macht das Lesen Spaß. Ich werde diese Bücherliste bestimmt noch mal durchgehen und mir das eine oder andere davon auf meine schier endlose to-read-Liste setzen. Es könnten sich übrigens auch andere Romanautoren davon eine Scheibe abschneiden und eine Liste von Büchern zusammenstellen, die sie für das Schreiben beeinflusst haben. Für mich als Leser wäre das auf jeden Fall total spannend, zu sehen, woher welche Einflüsse stammen.

Fazit:

Dragon Teeth“ ist kein typischer Crichton. Es ist vielmehr ein historischer Roman über die Zeit der frühen Saurierfunde. Mir persönlich hat das gut gefallen, da ich Geschichte sehr spannend finde und sie in diesem Buch gut aufbereitet und unterhaltsam geschrieben ist. Wem es mehr um die Hochspannung eines Wissenschaftsthrillers geht, für welchen der Name Michael Crichton steht, ist anderswo besser beraten. Ich gebe dem Buch 4 von 5 Sternen.

Buchtipp: Die Suche

Die Suche von Charlotte Link

Link, Charlotte, Die Suche, Blanvalet Verlag München, 1. Aufl. 2018, 654S., Verlagslink, Amazon-Link

Die Leiche eines im vorigen Jahr verschwundenen Mädchens wird gefunden. Kurze Zeit später verschwindet wieder ein Mädchen im selben Alter. Könnte das Verschwinden der beiden in einem Zusammenhang stehen? Könnte es bisher sogar noch mehr Opfer gegeben haben? Wenn ja, so kann das schnelle Lösen diesen Falles die Rettung von weiteren Opfern bedeuten. Die Zeit drängt. Zufällig ist die Scotland-Yard-Beamtin Kate Linville im Haus der Familie des Mädchens, als dieses vom nahen Parkplatz eines Einkaufszentrums verschwindet. Wird sie den Fall dem verantwortlichen Detective Chief Inspector Caleb Hale überlassen können oder wird sie sich einmischen? Führt die Suche nach dem „Hochmoor-Killer“ ins Nirgendwo oder kann sie tatsächlich dafür sorgen, dass es keine weiteren Opfer gibt?

Charlotte Link ist für ihre Verwirrspiele bekannt, mit welchen sie versucht, die Leser auf eine falsche Fährte zu locken und am Ende den Fall auf eine ganz andere Art und Weise auflöst. Das macht ihre Krimis spannend. Und zugleich ist diese ihre große Stärke auch eine gewisse Schwäche. Denn wenn nun der Leser beginnt, gerade mit dem am wenigsten Wahrscheinlichen zu rechnen, löst sich manches etwas früher auf. Nach etwa zwei Dritteln des Buches war mir im großen Ganzen klar, wie die Geschichte ausgehen wird und etwas später auch, wer Täter sein muss.

Gut gefiel mir, wie die Autorin die gesamte Geschichte aus den Blickwinkeln verschiedener Protagonisten aufbaut. Dies kann sie sehr gut, hieran merkt man ihr Schreibtalent. Sie tut dies auf eine Art und Weise, die es leicht macht, dem Geschehen zu folgen. Und nicht selten kann sie dadurch an der spannendsten Stelle den Faden einer anderen Person übergeben. Das ganze Buch ist sorgfältig und in einer langsamen Gangart aufgebaut, erst ganz am Schluss überstürzen sich die Ereignisse. Es spricht sehr für Charlotte Link, dass sie diesen langsamen Aufbau mit einem kontinuierlich zunehmenden Spannungsbogen zu ergänzen weiß.

Die verschiedenen Charaktere scheinen mir etwas ambivalent. Gerade Nebendarsteller wie die Mädchen und deren Familien sind sehr schön aus dem Leben gezeichnet, doch Kate Linville und Caleb Hale konnte ich einfach nicht wirklich sympathisch finden. Ihre Schwächen sind derart satirisch überzeichnet, dass es geradezu unrealistisch wirkt. Es mag natürlich solche Personen im echten Leben geben, keine Frage, aber ob sie für einen solchen Roman wirklich gute Vorlagen sind, wage ich zu bezweifeln. Schließlich wünscht sich ein Autor ja im Normalfall, dass sich die Leser mit den Hauptpersonen identifizieren können. Ich habe mich am Schluss gefragt, ob Link eine Fortsetzung mit dem Duo Linville-Hale plant. So manches scheint darauf hinzudeuten. Mir persönlich sind die beiden zu wenig sympathisch, als dass ich eine solche würde lesen wollen – so sehr mir vieles am Stil der Bücher von Charlotte Link zusagt.

Fazit:

Charlotte Link hat mit „Die Suche“ eine spannende Geschichte geschrieben, die ich Krimi-Fans gerne weiter empfehle. Sie hat einige Fallen eingebaut, um den Leser zu verwirren. Doch wer mit dem Unwahrscheinlichsten rechnet, kommt auch ihr schon früher als geplant auf die Schliche. Leider ist mir das Ermittler-Duo eher unsympathisch, während die übrigen Personen richtig schön und lebendig gezeichnet werden. Ich gebe dem Buch 4 von 5 Sternen.