Monday Humor: EU verlangt Versandfilter für Briefverkehr

Brüssel, mh. Um möglichen Urheberrechtsverletzungen vorzubeugen, hat das europäische Parlament am -1. April ein neues Gesetz verabschiedet, nach welchem der gesamte Briefverkehr bei der Post gefiltert werden soll. Ab dem 31. Juni diesen Jahres soll jeder Brief von chinesischen Robotsystemen geöffnet und auf mögliche originelle oder zitierte Wendungen gescannt werden. Auf die Frage von MH, wie das Ganze finanziert werden soll, wurde umgehend von einem Chatbot geantwortet, da man den Versand von etwa 95% aller Briefsendungen einsparen könne, sei für die EU-Länder vermutlich auch noch ein Gewinn zu machen.

Der Leiter der chinesischen Robot-Firma, Yi Xing-Pink, versprach außerdem, dass das Postgeheimnis auf jeden Fall beibehalten würde. Schließlich stehen ja alle Roboter, die im Betrieb hergestellt würden, in einem eigens von ihm entwickelten Sozialkreditsystem, das genau überwacht, welche Roboter welche Infos an wen weitergeben würde. Schwatzhafte Maschinen bekämen deshalb weniger leicht eine beliebtere Arbeit zugeteilt.

Buchtipp: Das Bekenntnis

Das Bekenntnis von John Grisham

Grisham, John, Das Bekenntnis, Heyne Verlag München, 1. Aufl. 2019, 591S., Verlagslink, Amazon-Link

Aus einem Vorurteil erwächst eine Lüge, aus der Lüge ein Mord, aus dem Mord der Zerbruch einer ganzen Familie – und am Ende steht man mit nichts in den Händen da – nichts außer dem Wissen um die Wahrheit und der Frage: War es das wert? Der Mord lässt alle ratlos zurück: Einer der beliebtesten Bewohner von Clanton, Mississippi, Pete Banning, erschießt den ebenfalls beliebten Methodistenpastor Dexter Bell. Einfach so. Banning weigert sich, eine Aussage über sein Motiv zu machen. Er wird nach einem gerichtlichen Prozess von den Geschworenen zum Tod verurteilt und auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet. Der Rest des Buches befasst sich mit der Suche nach den Gründen für diese Tat – und erst ganz am Schluss wird die Wahrheit aufgedeckt.

Als langjähriger Grisham-Leser, der die Justizthriller im Stil von „Die Firma“ oder „Die Akte“ noch kennt, hatte ich eine rasantere Story erwartet. Stattdessen fand ich eine sehr feinfühlige Geschichte vor, die gekonnt langsam an Spannung aufbaut und wunderbar zum Nachdenken anregt. Auf fast 600 Seiten präsentiert John Grisham eine Geschichte, die sich möglicherweise tatsächlich ähnlich zugetragen haben könnte, denn der Autor hat sie einmal erzählt bekommen, ohne sich jedoch an die genaueren Hintergründe des Erzählers erinnern zu können. Er hat deshalb die juristische Praxis der erzählten Zeit und des Umfelds recherchiert und weiter ausgeschmückt niedergeschrieben.

Die dreiteilige Struktur des Buches fand ich verwirrend und musste bei jedem Teil erst mal wieder neu in die Geschichte hineinkommen. Da hätte ich einfache Rückblenden in der Story verständlicher gefunden. Außerdem gibt es mehrmals Längen im Buch, die es zu überwinden gilt, und die zuweilen langweilig erscheinen. Dies ist zum Beispiel recht bald nach dem gut gelungenen Anfang der Fall. Doch wer das Buch dann weglegt, verpasst meines Erachtens eine Menge. Allerdings wird – wie bereits gesagt – der Leser enttäuscht, der bei Grisham immer nur die spannungsgeladenen, rasanten Justizthriller erwartet.

Wer das Buch bis zum Ende durchhält, wird mit vielen guten Fragen belohnt: Wie steht es um Vorurteile? In gewisser Weise wird auch das Selbstbild unserer Zeit in Frage gestellt: Ist unsere Abwehr gegenüber überkommenen Vorurteilen in Wirklichkeit nicht nur ein Austausch gegen neue Vorurteile? Ist die Wahrheit, die unter Umständen ziemlich schmerzen kann und manchmal auch vieles zerstört, was wir liebgewonnen haben, es wert, dass wir alle Kraft darauf verwenden, sie zu finden? Positiv finde ich hier, dass der Autor in der Figur von Joel Banning, dem Sohn des Mörders, dies bejaht und als Ausblick den Neuanfang im Wissen um diese Wahrheit vorschlägt.

Fazit:

Ein insgesamt gut geschriebener Roman, der zwar nicht in typischer Grisham-Weise ein Justizthriller ist, aber eine möglicherweise wahre Geschichte nacherzählt und dabei viele gute Fragen stellt. Einige unnötige Längen weist das Buch auf, aber wer nicht aufgibt, wird am Ende mit viel Stoff zum Nachdenken belohnt. Ich gebe dem Buch 4 von 5 Sterne.

Buchtipp: Wer die Furcht kennt

Caine, Rachel, Wer die Furcht kennt, Verlag Edition M, 1. Aufl. 2019, 431S., Amazon-Link

Gwen ist mit ihren Kindern unterwegs. Ihr Exmann Melvin ist ein brutaler Mörder, der nun auch auf seine Familie Jagd macht, seit er aus dem Gefängnis verschwunden ist. Die einzige Möglichkeit für Gwen, um sich und ihre Kinder in Sicherheit zu wissen, besteht darin, dass sie sich zum Lockvogel macht und Melvin zur Strecke bringen kann, bevor er sie erwischt.

Eigentlich eine gute Idee. Eine Story, die spannend sein könnte. Und die es auch über manche Strecken ist, wenngleich leider immer wieder von ziemlich schwachen Abschnitten durchzogen. Zunächst einmal haben die einzelnen Charaktere keine eigenständige Identität. Sie alle scheinen Klone von Gwen zu sein. Sie teilen denselben Mitteilungsdrang und äußern sich sehr ähnlich. An sich ist es ja eine gute Idee, jedes Kapitel aus der Sicht einer anderen Person zu schreiben. Aber dann wünschte ich mir auch, tatsächlich ganz verschiedene Persönlichkeiten lesen zu können. Doch seitenlange ähnliche Monologe machen die Story deshalb auch so durchschaubar.

Des Weiteren erinnert das Buch öfters an 007-Agentenfilme. Egal wie verzwickt die Lage ist – immer kann sich Gwen irgendwie rausmanövrieren. Es sind insgesamt zu viele zu unwahrscheinliche Szenen, als dass die Geschichte irgendwo noch glaubwürdig wäre. Mit der Zeit ist man nicht mehr in der Geschichte, sondern nur noch irgendwo mit dabei.

Die ersten 50 Seiten und der Schluss, so ab dem letzten Viertel, sind spannend geworden. Dazwischen ist viel Wiederholung und seitenlange Selbstgespräche über die Gedanken und Gefühle der Person, welche gerade am Reden ist. Insgesamt ist das Auf und Ab des Spannungsbogens gut gelungen, wodurch das Interesse am Buch erhalten bleibt. Doch so wirklich identifizieren konnte ich mich mit keinem der im Buch vorkommenden Charaktere, was es mir ansonsten erheblich leichter gemacht hätte, das Buch noch mehr zu mögen.

Fazit:

Ein guter Anfang und ein spannender Schluss, zwischen denen sich viele Monologe verschiedener Personen befinden, die von ihrer Persönlichkeit her allzu ähnlich sind. Vieles ist vorhersehbar. Ich gebe dem Buch drei von fünf Sternen.

Monday Humor: Mondhygiene verantwortlich für Klimawandel

mh, Moskau, Washington. Erkenntnisse der Klimaforschung werfen ein neues Licht auf den Klimawandel. Eine von Wladimir Putin in Auftrag gegebene Studie stellte fest, dass die mangelnde Mondhygiene, die auf menschliche Mondlandungen in den 60ern und 70ern zurückgeht, für den menschengemachten Klimawandel verantwortlich sei. Damit liege das Problem auf US-amerikanischer Seite, weshalb die USA mit einer Mauer um den Mond diesen Wandel aufzuhalten hätten. US-Präsident Donald Trump dementierte diese Verantwortung und konterte, dass die sowjetischen Raumfahrprogramme noch vor den USA Raumfahrtmüll auf dem Mond abgeladen hätten. Dann setzte er einen Aluhut auf und twitterte: „Wir können noch nicht einmal mit Sicherheit sagen, ob schon jemals einer von uns auf dem Mond war.“

Gepredigt: Jona und die große Erweckung

Gottes Antwort auf Krisen ist Erweckung. Gott hat für all die Schwierigkeiten der Weltgeschichte keinen Arzt, keinen Politiker, keinen Ökonomen, keinen Soziologen und auch keinen Ingenieur geschickt, sondern einen Erlöser. Die tiefste Krise der ganzen Weltgeschichte ist die Gotteskrise. Das größte Problem ist die Sünde. Deshalb hat Gott einen Erlöser geschickt, der für uns das Gottesproblem und das Sündenproblem gelöst hat. Wenn wir uns von den politischen Systemen oder von wirtschaftlichen Ideen oder technologischen Neuheiten oder was auch immer eine Lösung der Krisen erhoffen, dann sind wir dabei, dass wir uns von der eigentlichen Krise ablenken lassen.

Predigt über Jona 3

Buchtipp: Cat Person

Roupenian, Kristen, Cat Person, Aufbau Verlag Berlin, 2019, 276S., Verlagslink, Amazon-Link

Cat Person ist eine Sammlung von Kurzgeschichten, die sich auf unterschiedliche Weise mit dem Lebensgefühl der heutigen Twens und bis etwa Mittdreißiger befasst. Das Buch besteht aus zwölf „short stories“, die zwar einerseits eine breite Palette an unterschiedlichen Personen und Lebensgeschichten enthält, die sich doch zugleich auf einem sehr engen, oberflächlichen Gefühlsparkett bewegen. Das macht es auch schwierig, über das Buch als Ganzes zu schreiben.

Wenn man sich „Cat Person“ ehrlich nähern will, kann dies nur mittels einer doppelten Strategie geschehen. Auf der einen Seite ist da eine Sammlung von Geschichten, die geradezu durch Abwesenheit jeglicher künstlerischer Schönheit glänzen. Es sind literarische Schnellschüsse, die am meisten durch exzessive Gewalt- und Sexorgien auffallen. Es gibt wenig Handlung, wenig Entwicklung, aber dafür viel Introspektion und Zynismus. Das Absurde, das Zufällige, das Abstoßende und das Scheitern wird gefeiert und vergötzt.

Zugleich ist es der Autorin gelungen, das Lebensgefühl vieler Menschen einzufangen. Ob man dabei tatsächlich von einer ganzen Generation sprechen kann, sei dahingestellt. Es ist die Gefangenschaft in der Spannung zwischen dem Machbarkeitswahn und dem Zwang zur Selbstkonstruktion, die den Menschen dazu verurteilt, sich ständig neu erfinden zu müssen. Es ist auf der einen Seite die vermeintliche Freiheit und Autonomie des Individuums, die – um nicht im ganzen Gewusel all der anderen autonomen Individuen unterzugehen – sich selbst beständig neue Identitäten erschaffen muss. Wer darin nicht extrem ist, fällt nicht auf. Wer nicht auffällt, existiert nicht. Und zugleich ist es eine Menschheit, die danach hungert und dürstet, sich selbst – authentisch – sein zu dürfen. Nur stellt sich dann wiederum die Frage: Wer bin ich eigentlich? Was macht mich zum Menschen? Worin besteht das Menschsein an sich? Was ist mein Wert – auch dann, wenn ich niemandem auffalle?

Geld, Sex und Macht

Geld, Sex und Macht – bei Roupenian kommt das Dritte zumeist in Form von negativer Gewalt zum Vorschein – bestimmen die Welt in Cat Person. Vielleicht kommt man dem Kern noch näher mit der Frage: Was machen diese drei Dinge mit uns? Wie verändern sie unsere Psyche? Wie verändert sich unser Wohlbefinden, wenn wir uns unseren Begierden ganz hingeben? Die Autorin wirft mit ihren Geschichten all diese Fragen auf. Vermag sie jedoch auch eine Antwort zu geben? Ja und nein, denn im Sinne eines klassischen Relativismus löst sie die Fragen auf eine doppelte Weise auf: Egal, ob wir uns diesen Lebensmächten Geld, Sex und Macht hingeben oder nicht, das Ergebnis ist immer schlecht. Leider hat sie hier auch keine wirklichen Antworten zu bieten, außer einem zynischen Pragmatismus: Es kommt darauf an, was man erreichen will. Aber egal, was man erreichen will, jedes Ziel ist falsch.

Auf einer persönlichen Ebene spricht mich das Buch an, einerseits als jemand, der im selben Jahrzehnt geboren ist wie die Autorin, andererseits aber auch als Theologe, denn wir haben den Menschen unserer Zeit und Kultur das Evangelium von Jesus Christus verständlich zu übersetzen. Menschsein, Menschenwürde, Menschenrechte, Erlösung von realer Sünde und Schuld, Leitlinien für ethisches Verhalten, gerade auch im Umgang mit Geld, Sex und Macht sind alles Dinge, die dem jüdisch-christlichen Weltbild entstammen. Jesus Christus bringt echte Freiheit und Erlösung vom Zwang der Selbstkonstruktion. Er gibt echte Identität, mit der Gemeinde eine echte Familie, in der wir authentisch sein dürfen. Sein Tod am Kreuz und die Auferstehung geben uns einen unvorstellbaren Wert, den wir uns weder verdienen müssen noch können. Vielleicht wäre es an der Zeit für einen Antwortband mit Kurzgeschichten aus der biblischen Perspektive?

Fazit:

Cat Person von Kristen Roupenian ist eine schlecht geschriebene, von Sex und Gewalt durchzogene Kurzgeschichtensammlung, die zugleich in einer selten dagewesenen Schärfe das Lebensgefühl vieler junger Erwachsener zu beschreiben vermag. Ich gebe dem Buch 3 von 5 Sterne.

Buchtipp: Eisige Tage

Pohl, Alex, Eisige Tage, Penguin Verlag München, 2019, 432S., Verlagslink, Amazon-Link

Winter in Leipzig. Ein Toter wird gefunden. Reine Routineuntersuchung oder steckt da mehr dahinter? Die erste Spur führt zum Chef der Leipziger „Unterwelt“. Doch zunächst scheint dieser nichts damit zu tun zu haben. Weitere Ermittlungen zeigen, dass es um Kinderprostitution geht, deren Auswüchse bis nach Moskau führen. Wichtige Personen haben ihre Finger im Spiel und versuchen die Sache zu vertuschen. Das Ermittler-Duo Seiler und Novic haben alle Hände voll zu tun, um weitere Verbrechen zu verhindern. Eine junge Teenagerin sollte das nächste Opfer werden – sie hatte sich in einen der Entführer verliebt und wird ihrer Lage erst gewahr, als es zu spät ist. Doch wer ist eigentlich der Mörder des Toten vom Anfang des Buches? Wird es jemand noch rechtzeitig schaffen, die verliebte Teenagerin zu befreien?

Alex Pohl hat sich als Thriller-Autor unter seinem Pseudonym auch schon einen Namen gemacht. Nun versucht er sich zum ersten Mal an einem Krimi. Man merkt ihm an, in welcher Richtung er sich bisher zu schreiben gewohnt war. Auch hier befasst er sich sehr eingehend mit dem Innenleben der Romanfiguren. Die Handlung verläuft zu einem großen Teil in den Köpfen der Personen. Das gibt dem Autor einen dreifachen Vorteil: Erstens kann er seine Figuren dadurch eine innere Veränderung, eine Entwicklung, durchgehen lassen. Wenn die aktive Handlung dominiert, fällt diese Entwicklung sehr oft unter den Tisch. Zweitens gibt es ihm die Möglichkeit, die Persönlichkeiten farbiger zu zeichnen als dies sonst meist geschieht. Pohl mag keine schwarz-weiß gezeichneten Figuren. Er sieht immer das Licht und Dunkel zugleich. Und drittens braucht er dadurch auch viel deutlich grafische Beschreibungen aktiver Gewalt zu geben. Er beherrscht die Imagination seiner Leser so weit, dass ein halber Nebensatz ein ganzes Kopfkino in Gang bringt. Man sollte sich dabei aber bewusst bleiben: Es kommt Gewalt vor, teilweise auch über längere Passagen. Es gibt brutale Szenen, obwohl insgesamt der größere Teil davon mehr angedeutet denn beschrieben wird.

Man könnte somit sagen, dass Pohl durchaus genreübergreifend schreibt. Das ist zugleich auch eine der Schwächen des Buches: Es sind Charaktere, die für einen Thriller herausgearbeitet wurden, die nun in einem Krimi aufeinander treffen. Da im Kriminalroman nun mal die Ermittlung im Zentrum steht, wirken diese Personen in ihrer ganzen inneren Befindlichkeit irgendwie komisch. Sie sind nicht wirklich sympathisch, sie sind nicht ganz rund und in sich abgeschlossen, sondern eher formlos, hilflos und dem Zufall unterworfen. Besonders für das Ermittler-Duo gilt dies in spezieller Weise. Es gibt immer wieder Szenen, in welchen der Leser fast peinlich berührt ist, mit welcher Blindheit Seiler und Novic durch die Weltgeschichte laufen und mit den Nasen schon fast auf die sichtbaren Umstände gestoßen werden müssen. Dadurch wird zwar ein anderes Element hervorgehoben, nämlich die Notwendigkeit der inneren Entwicklung, die dann auf das Ende hin auch stattfindet, doch gerade dieser Aspekt lässt den Leser mit der Frage zurück, was der Autor eigentlich schreiben wollte.

Fazit:

Ein spannender Roman, bei dem es nicht leicht fällt, ihn in eine genrespezifische Schublade zu stecken. Der Autor gibt sich viel Mühe, die Charaktere differenziert zu entwerfen und entwickeln, was sie im Setting eines Krimis etwas unpassend macht. Alles in allem jedoch schlüssig geschrieben und für Krimi-Fans, die nicht vor brutalen Szenen und Kopfkino zurückschrecken, durchaus zu empfehlen. Ich gebe dem Buch vier von fünf Sterne.

Buchtipp: Die Auslese

Charbonneau, Joelle, Die Auslese – Die komplette Trilogie, Blanvalet Verlag München, 1. vollständige Aufl. 2018, 1120S., Verlagslink, Amazon-Link

Es ist ein wahrer Genuss, endlich mal wieder ein Buch in den Händen zu halten, in dem man lange genug Zeit hat, um den Protagonisten bei ihrem Wachstum zuschauen zu können. Die meisten Romane sind zu schnell vorüber, und dieses Gefühl hätte ich auch bei einem einzelnen der drei Teile gehabt. Das Gesamtpaket der Trilogie ist viel mehr als die Summe ihrer Einzelteile, da sie zusammen erst die Einheit ergeben, die sie sind. Ich würde deshalb auch immer gleich zur vollständigen Ausgabe raten.

Cia Vale ist ein Mädchen, das nach ihrem Schulabschluss zur Auslese darf. Die Auslese ist eine Veranstaltung, bei welcher die künftigen Professoren und Regierenden ausgesucht werden. Bei der Auslese werden die Besten der Besten ganz verschiedenen Prüfungen ausgesetzt, die sie zu bestehen haben. Nichtbestehen einer Prüfung wird mit dem Tod bestraft. Doch nicht nur Cia findet dieses Vorgehen viel zu brutal, auch andere Gruppen sind dabei, an der Abschaffung dieser Auslese zu arbeiten. Auch hier gilt: Nicht alles ist Gold, was glänzt. So gibt es auf diesem Weg zu einer gerechteren und freundlicheren Zukunft eine Menge Überraschungen. Wer steht auf wessen Seite? Wer tut nur so? Ein Versteckspiel im Irrgarten mit zahlreichen Wendungen.

Cia Vale ist die Hauptperson, das Buch ist aus ihrer Sicht in Ich-Form geschrieben. Ihre Entwicklung hat mir eigentlich ganz gut gefallen, aber irgendwie hatte ich immer das Gefühl, dass sie auf eine gewisse Weise künstlich blieb. Ich konnte mich schwer in sie hineinversetzen, weil auch nach 1120 Seiten die nötige Vertrautheit fehlte. Auf der einen Seite scheint sie mir aus dem Nirgendwo herzustammen, denn auch wenn man immer wieder Details aus ihrer Kindheit erfährt, passen diese Details nicht so ganz logisch zusammen. Außerdem gibt es immer wieder Sprünge in ihrem Denken, die nicht erklärbar sind. Von einer Seite zur nächsten scheint sie reifer geworden oder in ihrem Denken verändert, ohne dass diese Veränderung einen klaren Grund in der Geschichte haben. Das hat das Buch etwas schwieriger zu lesen gemacht.

Fazit:

Die Auslese ist eine dreibändige Dystopie mit Anlehnungen an die Tribute von Panem. Es ist ein Jugendbuch, das sich aber auch von Erwachsenen gut und leicht lesen lässt. Die Protagonistin hätte meines Erachtens noch etwas sorgfältiger und logischer aufgebaut werden dürfen, doch insgesamt ein spannender Roman, der einige gute Werte wie Treue, Verbindlichkeit, Ehrlichkeit und Verantwortungsbewusstsein fördert. Ich gebe dem Buch vier von fünf Sternen.

Facebook-Seite für den Blog online

In eigener Sache: Wie bereits Ende letzten Jahres angekündigt, gibt es ab sofort eine Facebook-Seite für meinen Blog. Ich werde damit beginnen, meine Facebook-Tätigkeiten auf meinen persönlichen Profil langsam zurückzufahren und stattdessen die Seite betreuen. Dort wird es nebst den Blogbeiträgen auch hin und wieder Links auf andere interessante Inhalte geben. Die Seite kann für regelmäßige Updates ab sofort „geliket“ und geteilt, sowie weitere Personen zum „Liken“ eingeladen werden und ist hier (Link) zu finden. Es gibt übrigens auch auf der Seite die Möglichkeit, Kontakt aufzunehmen. 

Die Bücher meiner Kindheit

Bücher, die meine Kindheit geprägt haben. Daneben gab es natürlich noch hunderte mehr, aber hier mal diejenigen, die mich nebst der Bibel besonders auch längerfristig beschäftigt haben. Diese folgenden habe ich vermutlich alle mehr als einmal gelesen, kann mich aber nicht mehr in jedem Fall an die genauen Zahlen erinnern.

Sofies Welt

Als junger Mensch mit sehr vielen Fragen hat es mir sehr gut getan, mal zu erfahren, dass diese Fragen schon seit Jahrtausenden gestellt und beantwortet werden. Als ich mit etwa neun Jahren erstmals Sofies Welt gelesen habe, konnte ich das meiste noch nicht wirklich verstehen, aber zwei Dinge sind mir seither geblieben: Die Liebe zur Geschichte und zur Philosophie, sowie der Mut, Fragen zu stellen, auch wenn die Antworten unangenehm sein können. Amazon-LinkHier habe ich noch mehr dazu geschrieben.

Momo

Dieses Buch von Michael Ende habe ich ebenfalls bei meinen Großeltern kennengelernt. Auch hier gibt es wieder Dinge, die größer waren als mein damaliges Verständnis, aber das macht es auch spannend, darüber noch weiter nachzudenken. Man kann von Michael Ende halten was man will – aber spannend schreiben kann er! Und dabei erst noch Fragen ansprechen, die auch so ein Kinderköpfchen beschäftigen. Amazon-Link

Der „Lederstrumpf“

Auch wenn ich über 40 Bände von Karl May gelesen habe – keiner davon konnte mich derart mitreißen wie die fünf Lederstrumpf-Bände von James F. Cooper. Nicht nur Indianergeschichten, sondern man lernt eine ganze Menge über Tugenden und christliche Nächstenliebe. Wertvoll! Amazon-Link

Die Narnia-Serie

In der Zeit meiner Kindheit kam allgemein gerade ein neues Interesse an C. S. Lewis und besonders an seiner Narnia-Serie auf. Mit viel Spannung habe ich die Geschichten gelesen. Es brauchte jedoch die mehrfache Lektüre, um die biblischen Zusammenhänge zu verstehen, die Lewis in seinem Roman untergebracht hatte. Amazon-Link

Die Blitz-Serie

Als großer Pferde-Fan darf natürlich auch eine Pferde-Serie nicht fehlen. Davon habe ich mehrere gerne gelesen, doch so richtig spannend fand ich vor allem Walter Farleys Serie um Blitz, den schwarzen Hengst. Bei dieser Serie habe ich mir den Spaß gemacht, in Bücher-Antiquariaten nach möglichst alten Ausgaben zu suchen. Hier der Amazon-Link zum ersten Band der Serie.

Die Abenteuer-Serie

Die Abenteuer von Jack, Dina, Philip und Lucy habe ich mir auch auch alle mehrmals reingezogen. Die meines Erachtens mit Abstand originellste Serie von Enid Blyton. Aber manchmal frage ich mich schon, wie es jemand schafft, so viele Bücher zu schreiben. Das allein ist schon eine Kunst für sich. Hier der Amazon-Link zum ersten Band der Abenteuer-Serie.

Und welches waren Deine Kindheits-Bücher?