Ökoreligion

Das Wort vom Kreuz ist den Menschen, die verloren gehen, eine Torheit. (1. Kor. 1, 18)

Das war schon immer so, und daran wird sich auch nichts ändern. Wo dies jedoch der Fall ist, erscheinen verschiedene, jeweils dem gerade herrschenden Zeitgeist angepasste, Religionen. So war über Jahrhunderte hinweg eine katholische Werkgerechtigkeitsreligion (Taufe, Beichte, Ablass, etc. sind die rettenden Werke) die Form mittelalterlicher Frömmigkeit. Später wird zunehmend der Mensch, bzw. seine Ratio (der Verstand) zum neu angebeteten Götzen erhoben. 1793 wird die Pariser Kathedrale „Notre Dame“ in „Tempel der Vernunft“ umbenannt. Nun gab es kein Halten mehr: Alles wurde blind der Vernunft unterworfen. Nur stellt sich hier die Frage, ob denn die Vernunft wirklich ein so objektives Werkzeug ist. Bei genauem Hinsehen nämlich entpuppt sich dieser „objektive“ Rationalismus als zutiefst egoistischer Subjektivismus. Da die Vernunft und die Beweggründe sich bei jedem Menschen unterscheiden, führt der Einsatz dieser Vernunft bei verschiedenen Menschen auch zu völlig unterschiedlichen Ergebnissen. So kann jeder Mensch sich unter dem Deckmantel seiner Ratio sich selbst zu seiner Gottheit erheben – oder zumindest all das, was er befürwortet.

Ein nächster Schritt war Charles Darwins Entdeckung der Mikroevolution. Mehr als diese hatte er nämlich gar nicht entdeckt, alles andere entstammt unbewiesenen und unbeweisbaren Theorien, die sich gewissen Wissenschaftlern gemäß dazu eignen, um sich die Entstehung der Welt ohne Gott gedanklich zu konstruieren.

Eine dritte Strömung, die sich zur Zeit von Darwins Entdeckung gerade legte, doch immer mal wieder aufflammt, so zum Beispiel in der nationalistischen Ideologie, war die Romantik. Weg von den Städten, in welchen der Mensch alles zerstört, hin zur Natur. Die Romantik hatte einen starken Hang zu Todessehnsucht und Todesrausch (was in der Romantik hauptsächlich in schriftlicher Poesie festgehalten wurde, lebte man in zahlreichen Konzentrationslagern gnadenlos aus), sowie auch der Zug des Nationalistischen, verbunden mit einem Fremdenhass (bei zahlreichen Romantikern spezialisiert als Judenhass).

Die vierte Ideologie, die, zusammen mit den übrigen dreien das heutige moderne Weltbild prägt, ist der Sozialismus. Das vergangene Jahrhundert mit seinen zwei blutigen Sozialismen (Nationalsozialismus, Sozialismus) sollte uns in der westlichen Welt doch genügend zu denken geben. Anscheinend haben die mindestens über 100 Millionen Toten, die diese Systeme produziert haben, noch nicht ausgereicht, um uns eines Besseren zu belehren.

Wie dem auch immer sei – zur Zeit ist eine wilde Mixtur aus all diesen Strömungen dabei, immer mehr die politische Vorherrschaft zu übernehmen. Aus dem Zeitalter des Rationalismus nimmt sie den nach ihren eigenen Definitionen zusammengezimmerten Begriff Toleranz. Er bedeutet nicht mehr nur (wie dies ursprünglich der Fall war) „aushalten, ertragen“ (lat. tolerare), sondern meint damit, man müsse jedem recht geben und dürfe jedem seine persönliche Sicht nicht hinterfragen. Wo etwas hinterfragt wird, entpuppen sich die Vertreter dieser Pseudo-Toleranz als äußerst intolerant. Außer natürlich bei sich selbst. Denn um jemandes Haltung als hinterfragen zu erkennen, ist auch ein eigenes Hinterfragen des anderen notwendig. Aus der Romantik entnehmen sie den Wunsch, „zur Natur“ zurückzukehren: Die Natur wird geradezu vergöttlicht und in religiös anmutendem Dualismus der menschlichen Kultur mit ihren doch segensreichen Errungenschaften gegenübergestellt. Überall, wo etwas schief läuft, muss es die Schuld des bösen Menschen mit seinen naturfeindlichen Entwicklungen sein. Obwohl nun die Natur derart zum Götzen dieser Religion erhoben wird, darf man den Menschen nur als Feind derselben betrachten. Zugleich wird dasselbe Argument in gut darwinistischer Weise umgedreht und der Wert des Menschen geleugnet, da der Mensch ja eh nur ein gut angepasster Affe ist. Wobei: vielleicht gilt das für alle Primaten, dass sie ihren Wert unterhalb der übrigen Natur erhalten, wie sonst ist es zu erklären, dass hier kaum einmal Protest gegen die gesamte Make-Up-Industrie zu hören ist, welche bekanntlich die Hautverträglichkeit ihrer Produkte an Primaten testet? Zugleich hört man üblicherweise in genanntem Lager auch öfters sozialistisch anmutende Kampfrufe gegen den Kapitalismus, der die Natur ausbeute.

Nun geht es nicht darum, dies abzustreiten, dass dies tatsächlich gemacht wird. Der Umweltschutz ist eine gute Sache, und gerade auch als Christen, die wir glauben, dass die Schöpfung von Gott geschaffen wurde, ist es unsere Aufgabe, diese Verantwortung zu übernehmen (Genesis 2, 15) und dort, wo die Natur tatsächlich auf unlautere Art und Weise über den normalen Gebrauch hinaus ausgebeutet wird, aufzustehen und uns dagegen zur Wehr zu setzen.

Nun geht es aber den Vertretern der grünen Ökoreligion nicht nur darum, dort einzugreifen, wo tatsächlich eine Ausbeutung vorliegt. Vielmehr versuchen sie auf verschiedenste Weise die Menschheit zu dezimieren – sprich: auszurotten. Heutzutage geschieht dies mit zwei wirksamen Mitteln innerhalb der gesetzlichen Legalität, und man ist auf dem Vormarsch zu weiteren Wegen. Gesetzlich legal ist zuerst die Abtreibung. Mit dem werbewirksamen Slogan: Mein Bauch gehört mir! wird diese Art des Kindermordes geradezu propagiert. Dass es sich dabei tatsächlich um vorhandenes Leben handelt, wird mit ideologisiert philosophischen Argumenten per definitionem „abgewandelt“: Was medizinisch gesehen absolut keine Begründung hat, wird stattdessen durch die abgewandelte Gesetzeslage möglich gemacht: in den ersten zwölf Wochen darf das entstandene Leben abgesaugt, per Curettage ausgeschabt oder mit Medikamenten ausgestoßen werden. Dies war der erste Schritt zur Ausrottung der Menschheit. Ein zweiter ist die in manchen Ländern zwar noch immer stark umstrittene aber sich immer breiter durchsetzende Sterbehilfe – die Beihilfe zum Selbstmord. Nun ist es nicht mehr nur der Bauch, der „mir gehört“, sondern auch das gewaltsam herbeigeführte Ende des eigenen Lebens. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis weitere Arten der Euthanasie, zum Beispiel diejenige älterer Menschen, da sowieso die Menschheit immer älter wird und es – Abtreibung sei Dank – immer weniger Jugendliche und Erwachsene im Berufsleben gibt.

Für das Vorantreiben – die Missionierung der Welt – scheint den Vertretern dieser Religion jedes Mittel recht zu sein. So wird viel Erfolg durch Angstmache zum Beispiel mit dem Mythos der Erderwärmung gemacht. Professor Salomon Kroonenberg, Geologe, der sich von Berufs wegen mit solchen globalen Themen befasst, und zwar deutlich fundierter als die meisten unter uns, hier sind gerade auch in ganz besonderer Weise zahlreiche Journalisten nicht ausgenommen. Zahlreiche weitere Klimaforscher stimmen seiner Aussage zu, dass man bei Klimaschwankungen keinesfalls panisch das Thermometer beachten muss. Schließlich hat die Erde bislang doch schon ein paar Jahrhunderte (Vertreter der Ökoreligion müssten hier aufschreien: Jahrmillionen) verschiedene solcher Schwankungen gut überstanden. Doch können natürlich gerade auch solche Schreckensmeldungen sehr medienwirksam für politische Ziele dieser Gruppierungen missbraucht werden…

Die Herrlichkeit des Erbes

Die Herrlichkeit des Erbes

Erleuchtete Augen des Herzens, damit ihr wißt, welches die Hoffnung seiner Berufung und welches der Reichtum der Herrlichkeit seines Erbes in den Heiligen sei, welches auch die überwältigende Größe seiner Macht sei an uns, die wir glauben, vermöge der Wirksamkeit der Macht seiner Stärke, welche er wirksam gemacht hat in Christus, als er ihn aus den Toten auferweckte und ihn zu seiner Rechten setzte in den himmlischen Regionen (Epheser 1, 18 – 20)

Paulus wünscht der Gemeinde (und damit auch uns) erleuchtete Augen des Herzens. Damit sind jetzt nicht leuchtende Augen gemeint, auch wenn das wohl ziemlich automatisch das Ergebnis ist, wenn wir erkennen, wie gut Gott es mit uns gemeint hat. Erleuchtete Augen sind Augen, denen der Heilige Geist zeigt, wie Gott sieht und was Gott für uns bereit hält. Es ist irgendwie unfassbar, wie unermesslich viel wir bekommen, wenn wir in dem Herrn Jesus und damit in seiner Gemeinde sind. Zuerst ist da die Hoffnung der Berufung. Diese Hoffnung besteht darin, dass wir wissen: Gott Vater hat uns schon gekannt und erwählt noch bevor er die Welt geschaffen hatte. Wir sind die Auserwählten Gottes, für die der Herr Jesus sich selbst ganz und gar hingegeben hat und unsere Sünden durch sein Blut bezahlt und uns reingewaschen hat. Wir sind auch versiegelt mit dem Heiligen Geist, also Gott hat sein Siegel auf uns gedrückt und damit seinen alleinigen Besitzanspruch geltend gemacht, und darum kann uns nichts und niemand jemals wieder aus der Hand Gottes reißen. Wir sind dazu berufen, in Ewigkeit mit unserem Herrn in Gemeinschaft zu sein. Da dies noch nicht in vollem Umfang erfüllt ist, nennt Paulus das hier die Hoffnung der Berufung. Also das, was wir erhoffen, weil Gott, der immer treu ist, uns das versprochen hat.

Weiter dürfen wir erkennen, was der Reichtum der Herrlichkeit seines Erbes ist. Christus ist Erbe von allem, was ist. Als seine Miterben dürfen wir was wohl mit-erben? Ebenfalls alles, was ist. Wer den zum Vater hat, dem alles gehört, dem gehört ja deshalb auch alles. Das bedeutet nun aber keinesfalls, dass zum Erben zuerst der Tod von Gott Vater eintreten musste. Manche Irrlehren des Patripassionismus (Gott Vater habe am Kreuz auch mitgelitten und sei mitgestorben, aktuelles Beispiel dieser Irrlehre ist zur Zeit der Roman „Die Hütte“ von William P. Young) gehen hiervon aus, um ihre Theorien zu stützen. Wenn Gott jedoch davon spricht, dass wir Erben Gottes und Miterben Christi sind, dann bedeutet das ganz einfach, dass wir etwas versprochen bekommen haben, aber noch nicht alles davon auf einmal bekommen. Vielmehr ist uns der Heilige Geist als Angeld gegeben worden, das heißt also als vorhergehenden Beweis dafür, dass zu seiner Zeit, nämlich im neuen Himmel und auf der neuen Erde, dann die vollständige Erfüllung dieses Versprechens folgen wird.

Dieses Angeld des Heiligen Geistes hat damit begonnen, dass Gottes Kraft an uns wirksam wurde, und zwar zur Erleuchtung, Buße, Bekehrung, Wiedergeburt und Glaube. Zunächst hat der Heilige Geist unsere Augen geöffnet, sodass wir unseren sündigen Stand vor Gott erkennen konnten. Dann hat er uns durch die göttliche Kraft gestärkt, sodass wir nicht vergeblich von ihm zur Buße getrieben wurden, sondern die Kraft bekamen, um auch echte Buße zu tun. Dann hat uns Gott dem Moment echter Buße bekehrt und wiedergeboren. Zugleich hat er uns mit Glauben erfüllt. Dieser Glaube ist nicht ein historischer Glaube daran, dass Jesus am Kreuz gestorben ist, sondern es ist der Glaube ein Vertrauen darauf, dass das, was der Herr am Kreuz getan hat, für ihn ganz persönlich geschehen ist. Historischen Glauben, nämlich daran, dass Jesus auf die Erde kam und gestorben ist, den haben auch der Teufel und die Dämonen, und dennoch gehen sie verloren. So kann es mit Menschen, die zwar diesen historischen Glauben, aber nicht das persönliche Vertrauen in das Erlösungswerk des Herrn Jesus haben, um keinen Deut mehr errettet werden. Dieser Glaube nämlich ist Gottes Werk in unseren Herzen.

In unserem hiesigen Leben auf der Erde hilft uns der Heilige Geist, indem er uns zur Heiligung antreibt. Dies sieht so aus, dass er uns immer wieder neu die Augen unseres Herzens öffnet für Gewohnheiten und Sachen, die Gott in unserem Leben nicht gefallen. Dies geschieht, wenn wir in der Bibel lesen oder wenn wir eine Predigt hören oder auch wenn uns andere Gläubige etwas sagen, was in unserem Leben falsch läuft. Natürlich hat Gott auch noch andere Möglichkeiten als diese drei, aber üblicherweise benutzt er eine von diesen dreien, um zu uns zu sprechen. Wir tun gut daran, diese drei Möglichkeiten gut zu pflegen und bei diesen immer gut aufzupassen, auch mit der Frage im Herzen und im Gebet: Herr, möchtest du mir dadurch etwas persönliches für mein Leben mitteilen? Was gibt es, was ich noch ändern soll? Was ist in meinem Leben, was dir noch missfällt? So können wir immer besser, schneller und sensibler auf Gottes Reden reagieren. Und das ist sehr gut so.

Die wichtigste Dimension ist aber die Zukünftige. Alles, was in unserem Leben auf der Erde hier passiert, ist zur Vorbereitung auf die Zukunft gedacht. So dürfen wir auch unser gesamtes Leben sehen. Jedes Ereignis dient dazu, um uns vorzubereiten auf die Ewigkeit. In der Ewigkeit wird die Arbeit nicht einfach aufgehoben sein, sondern ihre Bedingungen werden vom Fluch befreit sein. Aber Gott ist als Schöpfer und Erhalter der erste und größte Arbeiter überhaupt. Im Sündenfall sind nur die Bedingungen, unter denen der Mensch arbeiten muss, verflucht worden. Doch Arbeit als solche wird es immer geben. Nur halt nicht mehr in dem Sinne „im Schweiße des Angesichts“, sondern ohne Mobbing, ohne Missverständnisse und so weiter. So dient all unser Tun auf Erden zur Vorbereitung auf das Tun in der Ewigkeit.

Die stärkste Hoffnung, die wir haben, besteht also darin, dass wir auch nach dem Tod oder nach der Entrückung weiter leben dürfen. Hieraus können wir auch Kraft schöpfen für unseren täglichen Alltag, für schwere Zeiten und für unsere Ungeduld auf Erden. Wir dürfen immer wissen: Gottes Kraft hat den Herrn Jesus von den Toten auferweckt, da wird sie auch uns auferwecken. Und es ist ganz klar, dass wir diese Hoffnung jetzt schon in uns tragen: denn es ist deutlich einfacher, einen Toten aufzuerwecken, als einen Sünder, der von Kindesbeinen auf gewohnt ist, vor Gott wegzurennen und in allerlei sündige Lüste hinein zu fliehen, zu neuem geistlichem Leben zu erwecken. Deshalb ist unsere Gewissheit umso größer.

Hast du diese Gewissheit in deinem Herzen? Weißt du, dass der Herr Jesus für dich ganz persönlich den Weg des Kreuzes auf sich genommen hat? Dass er aber auch für dich wieder auferstanden ist, damit du mit ihm zusammen in alle Ewigkeit, aber auch jetzt und hier schon, Gemeinschaft haben darfst? Das ist sein größter Wunsch – mit dir in enger Gemeinschaft zu leben und dein Leben mit seiner Kraft und seiner Weisheit prägen zu dürfen!

Gedanken zur Arbeitspolitik

Wer nicht bereit ist, zu arbeiten, soll auch nicht essen können. Diese einfache Feststellung muss die gesamte Debatte um Arbeit, Arbeitslosigkeit und Arbeitslosengeld bestimmen. Die Bereitschaft, im Rahmen des körperlich Möglichen ohne Einschränkung auf die Fixierung auf eine Arbeit im Rahmen des bisherigen sozialen Status, zu arbeiten muss die Voraussetzung für jegliche staatliche Unterstützung im Falle der Arbeitslosigkeit sein. Um das Arbeitspotential ausschöpfen zu können, sollte jede und jeder Sozialhilfeempfänger zu einer Arbeit von mindestens 50% (20 Wochenarbeitsstunden) vom Staat eingezogen werden. Die restliche Zeit des Tages kann entweder zur Stellensuche oder für eine Zweitarbeitsstelle genutzt werden, was jedem selbst überlassen sein sollte. Natürlich müssen dann auch vermehrt Firmen unterstützt werden, die solche Arbeitsstellen schaffen, andere dieser Stellen können für die Sauberkeit öffentlicher Parkanlagen oder Gebäude vom Staat selbst geschaffen werden. Auch in Krankenhäusern, und manchen ähnlichen Institutionen können auf einfache Art angelernte Menschen das professionelle Personal unterstützen. Auf diese Weise wird nicht nur viel mehr Potential ausgereizt, sondern zugleich behält der arbeitende Sozialhilfeempfänger auch sein Selbstwertgefühl, weil er etwas tun kann, für andere da sein kann und nicht einfach nur „dem Staat auf der Tasche sitzt“ (was bekanntlich in vielen Fällen zu starken psychischen Belastungen führt). Zugleich wachsen dann auch Kinder mit dem Wissen auf, dass „man arbeitet“ um im Leben bestehen zu können. So nimmt die Motivation, in der Schule gut aufzupassen, sofort viel stärker zu. Natürlich sollen auch Familien, welche ihre Kinder selbst erziehen möchten, darin unterstützt werden. So wäre es nur fair, wenn Mütter, die ihre Arbeit aufgeben, um zu Hause für die Kinder zu sorgen, darin in der Form unterstützt werden, dass ihre große Arbeit auch finanziell als Vollzeitarbeitsstelle honoriert wird.

1. Korinther 12, 29 – 31

1. Korinther 12, 29 – 31:

Griechisch:

Deutsch:

29 μη παντες αποστολοι μη παντες προφηται μη παντες διδασκαλοι μη παντες δυναμεις

30 μη παντες χαρισματα εχουσιν ιαματων μη παντες γλωσσαις λαλουσιν μη παντες διερμηνευουσιν

31 ζηλουτε δε τα χαρισματα τα κρειττονα και ετι καθ υπερβολην οδον υμιν δεικνυμι

Sind etwa alle Apostel? Sind etwa alle Propheten? Sind etwa alle Lehrer? Haben etwa alle Kraftwirkungen?

Haben etwa alle Gnadengaben der Heilungen? Reden etwa alle in Zungen? Haben etwa alle die Auslegung?

Strebt mit Eifer nach den größeren Gnadengaben, und nun zeige ich euch einen überragenden Weg.

Auslegung:

Nun will Paulus wiederum klarstellen, dass alle einzelnen Glieder der Gemeinde wichtig sind und jedes einzelne von ihnen an seinem Platz seine volle Wirkkraft entfalten soll. Paulus zählt hier verschiedene Ämter der Gemeinde auf. Wiederum eine unvollständige Liste. Wer möchte, kann anhand der Reihenfolge durchaus eine bestimmte Hierarchie der Gemeindestruktur feststellen. Das ist im Rahmen des Legitimen, besonders auch wegen dem abschließenden Wunsch des Paulus, nach den größeren Gnadengaben zu streben. In diesem Abschnitt sieht man sehr schön den äußerst wichtigen Unterschied zwischen einem Amt und einer Gnadengabe. Wenn in der Bibel ein Nomen steht (Apostel, Prophet, Lehrer, etc.), dann haben wir es mit einem Amt zu tun. Hier haben wir verschiedene Ämter aufgezählt in unserer Liste. Nicht jeder kann beliebig jedes Amt bekommen. Aber jedem Einzelnen gilt der Befehl: Strebt nach den größeren Gnadengaben!

Das griechische Wort zäloo ist mit streben eigentlich viel zu schwach übersetzt. Mit ihm wird eigentlich beschrieben, wie man etwas zum Kochen bringen kann. Die Hitze, die benötigt wird, um etwas zum Kochen zu bringen, steht sinnbildlich für den kochenden Eifer mit dem man hier nach den Gaben streben soll. Paulus würde uns diesen Befehl niemals erteilen, wenn es bei den Gaben nur darum gehen würde, dass man anständig rumsitzt und passiv auf den Empfang irgendwelcher Gaben wartet. Klar ist es der Heilige Geist, der die Gaben nach seinem Willen austeilt, aber er wird bestimmt keine an diejenigen austeilen, die nicht wissen, welche sie bekommen möchten. Dieser Gedanke nämlich ist so eine typische evangelikale Perversion der biblischen Wahrheit: Wir können ja eh nichts dafür oder dagegen tun, der Geist teilt ja aus und ich kann nur passiv abwarten bis ich zufällig etwas bekomme. Wichtig für deren Empfang ist zu wissen, dass es für jede Gabe auch eine gewisse geistliche Reife braucht, damit man sie nicht unwissentlich missbraucht. Und je „größer“ oder „besser“ (im Sinne unseres Verses) die Gabe ist, desto mehr Reife ist erforderlich. Deshalb ist eine bestimmte Art der Zungenrede, nämlich die zur Selbsterbauung, auch für jeden Gläubigen zu haben. Darin kann man im Kleinen die Treue üben und lernen. Andere Gaben wie Prophetie oder gar Lehre sind ein Stück weit „gefährlich“, weil sie, falsch ausgeübt, eine ganze Gemeinde oder gar verschiedene Gemeinden zum Negativen beeinflussen kann.

Nun noch ein Wort zum vorzüglichen Weg. Es ist leider ebenso eine evangelikale Entgleisung, zu behaupten, dass man hier den Weg gegen die Gaben ausspielen kann oder gar soll. Niemand kann sagen: Ich will mit den Gaben nichts zu tun haben, mir reicht der Weg. Sonst fängt man an, Äpfel gegen Tomaten und Birnen gegen Karotten auszuspielen. Beides ist zugleich notwendig: Die Liebe als Weg, die Gaben als Schuh- oder Fahrwerk. Die Gaben dienen dazu, dass die Gemeinde im Glauben wachsen kann, der Weg der Liebe sorgt dafür, dass man dabei nicht in Schlaglöcher oder Ähnliches stolpert. Die Liebe ist der Weg, auf dem die Gaben ihre größte Wirkung entfalten können. Liebe bedeutet, den anderen mit Gottes Augen zu sehen und sich zu wünschen, dass er dem letztgültigen Ziel hinwachsen möge: dem göttlichen Ziel, immer mehr in das Ebenbild des Herrn Jesus verwandelt zu werden. Immer mehr dem Herrn ähnlicher zu werden. Immer mehr das menschlich-irdische Denken abzulegen und immer mehr so zu sehen, zu fühlen und zu denken, wie Gott sieht, fühlt und denkt.

Verurteilen vs Beurteilen

Was die Bibel zum Richten sagt

Es ist in christlichen Kreisen heutzutage üblich geworden, denjenigen, welche es wagen, mit unangenehmen Feststellungen zu kommen, mit ein paar Totschlagargumenten zu antworten. Zunächst müssen wir die Bibel nach dem wahren Befund in diesen Dingen befragen. Im Alten Testament haben wir das hebräische Wort Shaphat, welches richten bedeutet. Der Shophet ist der Richter und Mishpat ist das Gericht. Weiter wird im gesamten Kontext des AT auch klar, dass erstens Gott immer der Geber und der letztgültige Vollzieher allen Gerichts ist. Zweitens ist Gott aber auch derjenige, welcher Menschen einsetzt, um an seiner Stelle auf der Erde Gericht zu üben. Gerade im Buch der Richter wird dies sehr deutlich, wie einzelne Menschen diese richterliche Autorität durch den Geistempfang erhalten. Wer immer in einer Bundesbeziehung mit Gott ist, steht automatisch unter der Rechtsprechung Gottes. Rechtsprechung oder Gericht darf jetzt nicht von unsrer westlich geprägten Vorstellung bestimmt werden, dass diese Begriffe nur im negativen Sinne gebraucht werden. Gericht und Rechtsprechung bedeutet zwar auf der einen Seite, dass diejenigen, welche sich selbst unrechtmäßig an anderen vergehen, zur Rechenschaft gezogen werden. Zugleich ist das biblische Spektrum des Begriffes aber so breit, dass es auch die Entschädigung an denen, welche in irgend einer Weise vom anderen geschädigt oder auch benachteiligt wurde. Das beinhaltet somit genauso die Tatsache, dass jeder von Gott bevollmächtigte Richter sich auch um die Armen, Witwen, Waisen, Kranken und so weiter zu kümmern hatte. Jesaja 30, 18 – 19 lässt sogar erkennen, dass die Gnade und Barmherzigkeit auch ein Teil des göttlichen Gerichts ist:

Darum wartet der HERR, damit er euch begnadigen kann, und darum ist er hoch erhaben, damit er sich über euch erbarmen kann, denn der HERR ist ein Gott des Gerichts; wohl allen, die auf ihn harren! Denn du Volk, das zu Zion wohnen wird, in Jerusalem, du sollst nicht weinen; er wird sich über dich erbarmen, sobald du schreist; sobald er’s hört, antwortet er dir!

Die richterliche Autorität wird, wie wir weiter oben gesehen haben, durch den Geistempfang verliehen. Es gab im Alten Testament vier Gruppen von Menschen, welche zum Richten bestimmt waren, sie alle werden durch den Geistempfang gekennzeichnet:

  1. Anführer des Volkes (so zum Beispiel Mose und Josua aber auch die Personen, welche schon grundsätzlich als die Richter bezeichnet werden)

  2. Könige (Saul, David, etc.) Diese wurden mit Öl gesalbt, welches ein biblisches Symbol für den Geistempfang ist. Dass sie als Richter gedient haben wird vielfach deutlich, am deutlichsten wohl bei Salomo, als die beiden Frauen Streit um ihr Kind hatten.

  3. Priester hatten den Auftrag, als Richter bei gesundgewordenen Kranken den Zustand zu überprüfen, dann das Volk in den Gesetzen Gottes zu unterrichten und in moralisch-ethischen Fragen als Richter zu fungieren.

  4. Propheten haben oft im Namen Gottes nicht nur korrupte Könige sondern auch ganze Völker ins Gericht genommen. Gerade das Buch Micha muss man als Gerichtsszene lesen: Da wird die ganze Schöpfung als Zeugen gegen das Volk Israel aufgerufen.

Im Neuen Testament, streng genommen seit Pfingsten, ist der Geist Gottes als Vollmacht und Befähigung zum Richten im Namen Gottes „ausgegossen über alles Fleisch“. In der heutigen Zeit ist die Gemeinde Gottes im Besitz der gesamten Richt-Linien, die Gott uns gegeben hat. Die Heilige Schrift ist die einzige Grundlage, aufgrund derer wir diesem Auftrag nachkommen sollen und dürfen. Mit diesem Vorwissen wollen wir jetzt die neutestamentlichen Stellen zu dem Thema betrachten.

Die Bibel unterscheidet zwischen verschiedenen griechischen Begriffen.

Römer 5,16: Durch die Sünde Adams steht die gesamte Menschheit unter der Verurteilung. Da steht im Urtext das Wort KATA-krima (VER-urteilung). Katakrima ist das Urteil, welches Gott im letzten Gericht über alle Ungläubigen sprechen wird. Dieses Urteil ist einzig und allein Gott vorbehalten. Auch Christus durfte als Gott ver-urteilen: Christus hat nämlich am Kreuz die Sünde im Fleisch verurteilt oder gerichtet (Römer 8,3). Dieses Gericht ist uns, die wir gläubig wurden, zur Erlösung geworden. Doch da dieses Form des Richtens Gott allein überlassen werden soll, wird es uns verboten. Genau genommen können die Worte aus der Bergpredigt und parallelen Texten, welche sich an die Jünger vor der pfingstlichen Geistausgießung richtet, nicht ganz exakt eins zu eins auf die nachpfingstliche Gemeinde übertragen werden, da gerade dort die richterliche Vollmacht durch den Geistempfang auf die Gemeinde niedergesandt wurde. Doch selbst wenn wir hierbei davon ausgehen würden, dass sich die Worte des Herrn genau so an uns richten würden, wäre es klar und deutlich, dass uns nur eine ganz bestimmte Art des Richtens verboten ist. Paulus macht der korinthischen Gemeinde in 1. Kor. 5 klar, dass es in bestimmten Fällen Sünde ist, nicht zu richten. Somit kommen wir zum Unterschied zwischen dem verbotenen Richten und dem gebotenen Richten:

Richten im Sinne der Kata-Krima (Verurteilung), also von jemandem sagen oder denken, er sei unrettbar verloren, das ist uns verboten. Die Verurteilung ist einzig und allein Gott überlassen, und wird deshalb auch erst zum von Gott gesetzten Zeitpunkt, im Endgericht, stattfinden.

Richten im Sinne der Krima oder der Diakrisis (Beurteilung und Unterscheidung) von Handlungen, Lehren, Worten, Grundhaltungen, Gedanken, etc. ist uns sehr wohl geboten. Wenn wir dies nicht tun und dem entsprechend auch im Notfall bereit sind, Konsequenzen zu ziehen (Gemeindezucht), so stellen wir uns selbst unter Gottes Urteil. Dieses wird bei Gläubigen zwar nicht im Endgericht stattfinden, sondern vor dem Richterstuhl Christi (2. Kor. 5, 10).

Wo also keine direkte Verurteilung, sondern eine legitime und gebotene Beurteilung stattfindet, greifen all die Worte von Splitter und Balken, Richtverbot, Richtgeist, und so weiter, nicht.

Paulus führt weiter in seiner Argumentation in 1. Kor. 6, 2 – 3 an, dass die Gemeinde die ganze Welt und die (gefallenen) Engel richten wird. Diese Argumentation führt Paulus aus, um gegen den Missstand zu kämpfen, dass Gläubige vor weltlichen Richtern ihre gemeindeinternen Probleme lösen wollen. Hieraus wird deutlich, dass gerade auch dieses uns von Gott gebotene Beurteilen seinen Grund auch mit darin hat, dass das Leben als Gläubige in dieser Welt eine Vorbereitung auf die noch ausstehende Zukunft ist. Der Auftrag, zu richten, ist somit die Vorbereitung darauf, später einmal die Welt und die Engel zu richten. Dieses Recht, den Auftrag später auszuführen, ist vermutlich ein Teil des Erbes, das wir als Brüder und Schwestern des Herrn Jesus (ihm wurde das Gericht vom Vater übergeben) miterben dürfen. Und je besser wir uns hier auf Erden schon darauf vorbereiten, indem wir zuerst uns selbst, dann aber auch Probleme, Lehren und Handlungen in der Gemeinde beurteilen, desto größere Verantwortung und Ehre kann uns der Herr auch später vor dem Richterstuhl übergeben.

Und lasst uns wie zu Beginn festgehalten, nie vergessen, dass das Richten, die Rechtsprechung, eben auch in der Barmherzigkeit, der Gnade und dem Recht Verschaffen denjenigen, die arm, einsam, betrogen, etc. sind, besteht.

1. Korinther 12, 26 – 28

1. Korinther 12, 26 – 28:

Griechisch

Deutsch

26 και ειτε πασχει εν μελος συμπασχει παντα τα μελη ειτε δοξαζεται εν μελος συγχαιρει παντα τα μελη

27 υμεις δε εστε σωμα χριστου και μελη εκ μερους

28 και ους μεν εθετο ο θεος εν τη εκκλησια πρωτον αποστολους δευτερον προφητας τριτον διδασκαλους επειτα δυναμεις ειτα χαρισματα ιαματων αντιληψεις κυβερνησεις γενη γλωσσων

Und wenn nun ein Glied leidet, so leidet der ganze Leib mit, und wenn ein Glied verherrlicht wird, so freuen sich alle Glieder.

Ihr aber seid ein Leib Christi und Glieder, (jeder) nach seinem Teil.

Und so hat Gott in der Gemeinde eingesetzt erstens als Apostel, zweitens als Propheten, drittens als Lehrer, weiter (Gaben der) Kräfte, Gaben der Heilungen, der Hilfeleistungen, der Verwaltungen und Arten von Sprachen.

Auslegung:

So wie es im Abschnitt davor am Ende darum ging, dass der Grund für die Unterschiedlichkeit der einzelnen Glieder darin besteht, dass die Glieder gemeinsam füreinander sorgen können und sollen, geht es nun in derselben Argumentation weiter. Jedes Glied hat seine persönliche Gabenkonstellation, seine Auf-Gaben, seine Verantwortungen, aber auch seine Grenzen. Das ist von Gott so gewollt und geplant. Gott ist nicht von Grund auf auf uns Menschen angewiesen, er könnte alles auch ohne uns tun. Aber er hat sich entschieden, durch uns Menschen handeln zu wollen. Das ist ein Zeichen seiner großen, für uns nicht verständlichen Liebe. Nun geht Paulus noch einen Schritt weiter in seinem Vergleich mit unserem Körper: Wenn ein Körperteil leidet, so haben alle Körperteile einen Nachteil davon: Schmerzen in einem Teil des Körpers können andere Teile lahmlegen, bzw. zumindest in ihren Funktionen einschränken.

An anderer Stelle, nämlich im Epheserbrief 5, 27 schreibt Paulus, dass Christus seine Gemeinde (seine Braut) heiligt, damit er sie sich selbst darstelle als eine Gemeinde, die herrlich sei, so daß sie weder Flecken noch Runzeln noch etwas ähnliches habe, sondern daß sie heilig und tadellos sei.Hier schreibt er von Flecken und Runzeln und ähnlichem. Und wenn die Gemeinde der Leib Christi ist, der aus vielen verschiedenen Körperteilen besteht, so kann man auch festhalten, dass die Haut das größte körperliche Organ des Menschen ist. Sie besteht aus drei Schichten übereinander und enthält zahlreiche Rezeptoren, deren Funktionen man gewöhnlich in die drei Klassen Mechano-, Thermo- und Schmerzrezeptoren einteilt. Diese drei Sorten von Rezeptoren sind über die gesamte Hautfläche verteilt, an manchen Stellen befinden sich jedoch auch Ballungszentren. Mechanorezeptoren nehmen den Druck, Berührung und Vibration wahr, die auf die jeweilige Stelle des Körpers ausgeübt wird. Thermorezeptoren halten die Wärme (oder Kälte) fest und regulieren über einfache Befehle via Nervenstränge die Körpertemperatur, damit er vor Unterkühlung oder Überhitzung geschützt wird. Schmerzrezeptoren geben die empfangenen Reize an das Zentrale Nervensystem weiter, wo sie zu Reflexhandlungen des Körpers führen: Zum Beispiel man setzt sich in einen Kaktus, das führt zum automatischen Wiederaufspringen, wobei auch da Befehle an die jeweiligen Muskeln innerhalb von Sekundenbruchteilen weitergeleitet werden.

Das Ziel, welches Christus mit seiner Gemeinde hat, ist, dass der gesamte Leib Christi vorbereitet und zum Hochzeitsmahl mit Christus, dem Bräutigam, zubereitet wird. Eine Frau wird in den Tagen vor ihrer Hochzeit ganz besonders auch auf ihr Aussehen achten. Sie wird auf ihre Ernährung achten, auf ihren Lebensstil, wird ihren Körper immer wieder vor dem Spiegel überprüfen und sich Gedanken machen, was sie tun kann, um noch schöner auszusehen. Bei der Braut Christi sollte das genau gleich sein: Sie sollte sich auch immer wieder überprüfen und sich ihre Gedanken machen, wie sie ihrem zukünftigen Ehemann noch besser gefallen kann. Das Aussehen und die Hautalterung insbesondere hängen zwar bei uns Menschen auch ein wenig von der genetischen Disposition ab, der Verlauf und vor allem wie schnell dieser Prozess abläuft, hängt sehr sehr stark vom Lebensstil und der gesunden Ernährung ab. Man hat Untersuchungen mit Mäusen gemacht, bei welchen die genetische Disposition „ausgeschaltet“ wurde. Diese Mäuse hatten bis zu ihrem Tod keine wirkliche Hautalterung aufzuweisen als eben diese, die von der Ernährung abhängt. Und da die Braut Christi schon seit Entstehung der Welt existiert (die gläubigen Patriarchen und Israel sind nicht eine andere Braut als die Gemeinde des NTs), gibt es in diesem Falle auch keine genetische Degeneration. Somit hängt bei der Braut Christi wirklich alles vom Lebensstil und der Ernährung ab. Wenn sie schlecht ernährt und schlecht behandelt wird, so zeigen sich darauf sehr schnell die Runzeln und Falten.

Wenn man die Funktionen der Haut betrachtet, kann man sie ungefähr wie folgt zusammenfassen: Schutz für die inneren Organe, Warnung bei Schmerzen und falscher Behandlung des Körpers. Es gibt immer wieder Gemeindeglieder, welche von Gott genau mit diesen Funktionen ausgestattet wurden. Menschen, welche die Zeichen der Zeit zu verstehen wissen. Menschen, welche auf den Mauern der Gemeinde stehen und momentane Einflüsse auch für die kommenden Jahre zu sehen vermögen. Menschen, welche die Gemeinde warnen, wenn sie sich falschen Einflüssen und Lehren aussetzt. Aber auch Menschen, die sehr schnell mit Alterungs- und Ermüdungserscheinungen reagieren, wenn sie falsch behandelt werden. Und genau das ist leider zumeist der Fall. Sie sind ungeliebte Zeitgenossen. Die Haut tut ihren Dienst still und gut, und zwar so lange, wie keine Schmerzen aufkommen. Sonst beginnt sie schrill aufzuschreien und versucht, alle Muskeln in Bewegung zu setzen, um den Körper von den Schmerzen zu befreien. Wenn die Organe unseres Körpers reden könnten, würden sie sich vielleicht auch über die Haut aufregen: Sie ist so still und sagt nichts, solange alles gut läuft. Sie reagiert nur dann, wenn ihr etwas nicht passt. Und doch könnte keines von diesen inneren Organen überleben, wenn nicht die Haut da wäre, die Schutzmauer und der Wächter auf dem Turm.

Wir sind alle der Leib Christi. Jeder Gläubige hat da seinen Platz, seinen Ort, seine Gaben, Aufgaben und seine Verantwortung. Jeder wird gebraucht, damit die Braut Christi richtig funktionieren kann. Jeder hat seinen Teil der Verantwortung. Jedem aber wird dies alles von Gott zugeteilt. Manche Leute wissen nicht, wo ihr Platz und ihre Zuteilung ist. Und da ist es die Verantwortung der gesamten Gemeinde, dies herauszufinden. Ein Körperteil, der nicht weiß, was seine Aufgabe ist, ist erstens nutzlos und zweitens den anderen im Weg. Es gibt verschiedene Posten in der Gemeinde, verschiedene Ämter. Da ist das Amt des Apostels. Ein Apostel hat eine Aufgabe, die üblicherweise außerhalb der Gemeinde ist, die ihn aussendet. Er kann einen übergemeindlichen Lehrdienst haben oder neue Gemeinden gründen. Beides hatte Paulus, der uns das Hauptbeispiel eines Apostels sein soll. Der Dienst eines Apostels wird oft (wenn auch nicht immer und schon gar nicht zwingend) von größeren Zeichen und Wundern begleitet. Ein Prophet hat eine besondere Einsicht in verborgene Dinge, die Gott ihm offenbart. Das können versteckte Dinge im Leben anderer Menschen sein oder auch ein Blick in die Zukunft. Der Dienst unterscheidet sich deutlich von demjenigen des Lehrers, auch wenn beide zusammen durchaus auch vorkommen können. Der Lehrer hat vor allem die Fähigkeit, den Zustand von bestimmten Lehren (und oft auch Prophetien) an Hand der Bibel zu überprüfen und entweder als korrekt oder als Irrlehre zu unterscheiden. Hiermit ist die unvollständige Liste der Ämter abgeschlossen. Es folgen noch verschiedene Gaben, welche bereits weiter oben besprochen wurden.

Die Zersetzung überwinden

Die Zersetzung überwinden

Ein Fünf-Punkte-Plan, mit welchem sich die in der Analyse festgestellte Zersetzung des christlichen Glaubens überwinden lässt.


1. Die biblische Auslegungspredigt erneut aufleben lassen

Am Anfang dieser Überwindung muss die erneute Entdeckung der biblischen Predigt stehen. Solche Predigt ist immer Auslegungspredigt. Hier werden nicht die Gedanken des Predigers im Text drin gesucht und dann dort hineingelegt, sondern der jeweilige Bibeltext gibt die Gedankenfolge vor. In dieser biblischen Predigt ist das Evangelium, welches das göttliche Dynamit ist, das Zentrum. Auslegungspredigt ist deshalb immer auf den Herrn Jesus und Sein Erlösungswerk ausgerichtet, weil alle Schrift es ist, die von Ihm zeugt. Das Alte und das Neue Testament gleichermaßen. Diese Art von Predigt ist es auch, die uns hilft, unser tägliches Leben ganz praktisch nach Gottes Willen auszurichten. Sie hilft uns, zu verstehen, wer wir in Christus sind und wie wir mit Hilfe des Christus leben können. Diese Art der Predigt benötigt ein gutes Fundament im Wort Gottes, insbesondere von dem, was das Wort über die einzelnen Begriffe, über die man predigt, lehrt. Dies gibt den Hörern auch neu die Gewissheit, dass Gottes Wort absolut vertrauenswürdig ist.


2. Gründung christlicher Bekenntnisschulen und Universitäten

Weiter braucht es christliche Bekenntnisschulen in allen Altersstufen und Levels. Es ist notwendig, dass wir unsere Kinder von Menschen lehren und miterziehen lassen, die nicht schon von ihrer Ausbildung her den biblischen Erziehungszielen diametral gegenüberstehen. Den Kindern muss die biblische Schöpfungslehre als mindestens gleichermaßen vertrauenswürdige Lehre wie der ganze Evolutionismus nahegebracht werden. Doch sollen alle Stufen und Altersgruppen diese Möglichkeit haben. Auch eine Universität nach christlichem Bekenntnis wäre dringend notwendig. Und um genügend gläubige Lehrer auch mit dem ganzen pädagogischen Handwerkzeug auszustatten, braucht es natürlich auch christliche Lehrerseminare bzw. eine Universität, an welcher man das Lehramtsstudium auf christlicher Basis absolvieren kann.


3. Gemeinsame Evangelisationsveranstaltungen

Da viele Gemeinden zu klein sind, um den großen Missionsauftrag in ihrer Stadt zu erfüllen, andererseits aber mit anderen Gemeinden im Streit um die rechte Lehre stehen, geht sehr viel Potential für das Gewinnen neuer Seelen verloren. So können die heutigen Gemeinden nicht mehr sagen, dass ihre Hände frei sind vom Blut der Verlorenen. Vielmehr ist es notwendig, dass Gemeinden sich (auch ohne Evangelische Allianz und ähnliche Ökumene-Vereinigungen) zusammenschließen, um gemeinsam zu Veranstaltungen (am besten an einem neutralen Ort) einzuladen. So wird das Potential vieler kleinerer Gemeinden gebündelt und zugleich findet ein fruchtbarer Austausch zwischen den Gliedern verschiedener Gemeinden statt.


4. Das Bekenntnis zum Herrn Jesus als dem einzigen Weg zu Gott statt falsche Toleranz

Dennoch darf bei aller Zusammenarbeit die eine Mitte nicht vergessen werden: Wo das Bekenntnis zum Herrn Jesus als dem einzigen Weg zu Gott durch irgend etwas anderes ersetzt wird, kann keinerlei solche Gemeinschaft stattfinden. So darf es auch nicht zum „gleichwertigen“ Dialog der verschiedenen Religionen kommen, zumindest haben christliche Gemeinden und Kirchen da nichts zu schaffen. Wo die Exklusivität des christlichen Glaubens geleugnet wird, dort ist auch unser Herr, der selbst sagte: „ICH bin Der Weg und Die Wahrheit und Das Leben, niemand kommt zum Vater denn (einzig und allein) durch Mich“ nicht mehr anwesend. Dort wird Er nach draußen getreten, und wenn man Glück hat, dann geschieht es, dass Er mal wieder an die Türe klopft… (siehe Offenbarung 3,20)


5. Mutiges politisches Engagement für christliche Werte

Nicht zuletzt ist es auch notwendig, dass wir uns über das politische Geschehen unserer Zeit informieren, uns aufgrund von Gottes unfehlbarem, irrtumslosem und ewig gültigem Wort eine Meinung bilden und diese auch entsprechend vertreten. Es braucht Politiker, die bereit sind, den Finger auf wunde Punkte der heutigen Politik zu legen und Lösungsansätze von der Bibel her suchen und einzubringen suchen. In einer Zeit ethischer Verwahrlosung unserer Politik ist unser Schweigen auch eine Antwort: Wer schweigt, unterstützt diejenigen, die anderer Meinung sind. Und in einem Staat, der sich demokratisch nennt, ist jeder im Volk (griechisch „demos“) ein Politiker. Liebe Leserinnen und Leser, lasst uns die Verantwortung, die Gott uns übertragen hat, annehmen und nicht länger schweigende und gleichgültige Ja-Sager spielen!

Zersetzung des christlichen Glaubens

Schrittweise Zersetzung des christlichen Glaubens

Ich möchte an dieser Stelle fünf Schritte aufzeigen, wie heutzutage der christliche Glaube unterwandert und zersetzt wird:

1. Gottes Wort wird in Frage gestellt

Am Anfang steht immer der Zweifel an Gottes Wort. Lange Zeit hinweg haben wir Evangelikalen immer treu daran festgehalten, dass die Bibel ganz und gar Gottes Wort ist. Leider hat auch die Einführung der Textkritik an evangelikalen Hoch- und Bibelschulen ihren Teil dazu beigetragen, dass ein großer Teil der Menschen plötzlich unsicher wurde: Was stimmt jetzt? Ist auf die Schrift überhaupt noch Verlass? Hat Gott etwa doch nicht geschafft, Sein Versprechen zu halten, dass Er Selbst Sein Wort bewahren will? Hinzu kommt die traurige Tatsache, dass die Bibelkritik mit ihrer verderblichen historisch-kritischen Methode auch in einige ursprünglich evangelikale Gemeinden gefunden hat. Das beginnt meist im kleinen Rahmen, indem man versucht, den biblischen Bericht über die Schöpfung mit den Neo-Darwinschen Theorien in Einklang zu bringen. Wohlbemerkt: es handelt sich hierbei um zig verschiedene Theorien, die sich hinsichtlich der Forschungsergebnisse je nach Fachbereich deutlich widersprechen. Leider ist die Faulheit mancher moderner Pastoren zu groß, als dass sie sich mit der Verteidigung der einzigen biblisch korrekten Wahrheit befassen wollen oder können. Die jeweilige Position zum Schöpfungswerk ist aber keinesfalls eine belanglose Sache: Es handelt sich hierbei um den Dreh- und Angelpunkt zur Verteidigung der Echtheit aller anderer biblischer Bücher auch. Wer also annimmt, dass der Schöpfungsbericht nur symbolisch für das Werk von Milliarden von Jahren steht, wird im nächsten Schritt auch zugeben müssen, dass die fünf Bücher Mosis vielleicht gar nicht von ihm geschrieben wurden, sondern vielleicht auch von Redaktoren vor und nach dem babylonischen Exil überarbeitet und neu zusammengestellt wurden.

2. Die Lehre von der Gnade wird abgeschafft

Als nächsten Schritt verwirft man die Lehre von der Gnade. Diese beinhaltet die Erwählung der Gläubigen vor Grundlegung der Welt, die Unmöglichkeit des Menschen, sich selbst für Gott zu entscheiden (Frage nach dem freien Willen), sowie die Tatsache, dass ein wahrer Gläubiger (und damit vor Grundlegung der Welt Erwählter) niemals wieder verloren gehen kann. Hierzu werden entweder die biblischen Aussagen dazu als „Lehre von Paulus aber nicht von Gott“ (in Verbindung mit dem ersten Schritt) degradiert, oder man biegt sich die jeweiligen Bibelstellen so zurecht, dass sie in das Konzept passen, das man erreichen möchte. Stattdessen nimmt man lieber die humanistische Aussage an, dass der Mensch so weit gut sei, dass er sich aus sich selbst für Gott entscheiden kann. Dies geht dann so nach dem Prinzip, dass der Glaube zum neuen Gebot gemacht wird (eine Form des Neonominianismus). Der Glaube wird nun plötzlich zu dem Werk erhoben, das retten kann, und vor allem: zu dem Werk, das jeder, der es will, tun kann. Damit geht jede biblische Basis zum Begriff „Glauben“ verloren. Es ist dann weder nötig, den Begriff „Glauben“ von der Schrift her zu definieren, noch muss man ihn irgend jemandem erklären. Jeder kann sich darunter etwas vorstellen, und damit kann auch jeder „nach seiner Fasson“ „gerettet“ werden.

3. Man beginnt zu diskutieren

Der nächste Schritt ist ebenso verheerend: Da nun plötzlich jeder nach seiner Fasson glauben und gerettet werden kann, ist somit die Diskussion eröffnet. In zahlreichen Diskussionsforen werden die Perlen der Schrift vor diskussionsfreudige Säue geworfen. Anstatt dass die Bibel als richtungsweisendes Wort und als oberste Autorität eines jeden Gläubigen hochgehalten wird, indem man sie predigt, sie lehrt und sie vorlebt, gibt es Gespräche. An manchen Orten ist auch die Predigt zu einer Art Podiumsdiskussion geworden, an der sich jeder beteiligen kann, ohne dass die Aussagen groß beurteilt werden. Diese Art von „Freundlichkeit“ gegenüber „Suchenden“ erweist sich mehr und mehr als Unfreundlichkeit, da ihnen ein falsches Bild von der Heiligen Schrift vermittelt wird: Man vermittelt gewissermaßen, dass die Bibel eine Blumenwiese ist, von der sich jede und jeder das pflücken darf, was ihm oder ihr gefällt und mit dem Gepflückten dann selig wird. Und genau das ist es, was jede öffentliche Diskussion über die Bibel vermittelt. Manches Mal kommt es in solchen Diskussionen auch zu regelrechten Streitereien, die den „Suchenden“ deutlich zeigen: All jene Streitenden haben wohl weder den Wert der Schrift noch deren Zentrum in der Nächstenliebe wirklich erkannt. Und mit diesem Schritt in diese ganze Diskutiererei ist auch schon der Weg vorgegeben in den nächsten Schritt:

4. Der Individualismus hält Einzug

Die Frage ist jetzt plötzlich nicht mehr: Was kann ich für Gott tun? Sondern: Was kann Gott für mich tun? Und damit einher geht auch die ständige Frage in allem Leid: Wo war Gott, als ich? Dieser Egoismus wird leider auch durch zahlreiche Gemeinden und Predigten richtiggehend kultiviert. In zahlreichen Predigten geht es nur noch um die sieben Schritte zum Reichtum, die zehn Schritte zum beruflichen Erfolg oder die fünf Schritte zur perfekten Mama. Die Konsum-Mentalität nimmt auch in den Gemeinden zu. Auf der einen Seite beklagt man sich darüber, dass es Ein-Pastoren-Gemeinden gibt, in denen die Mitglieder nicht viel zu sagen haben, auf der anderen Seite fehlt oft die Motivation, selbst auch mit anzupacken. Auch hier dreht sich alles um die Frage: Was kann die Gemeinde MIR geben? Was habe ICH für Vorteile, wenn ich diese Gemeinde besuche? Und wenn die Vorteile plötzlich nicht mehr so stark überwiegen oder man eine andere Meinung hat als das Gros der Gemeinde, dann kann man sie ja immer noch verlassen, stattdessen nur noch einen Hauskreis besuchen und sich Predigten im Fernsehen anhören.

5. Ethische und politische Gleichgültigkeit

Hieraus resultiert denn nun auch ein fünfter Schritt: Man wird ethisch und politisch gleichgültig. Themen wie dass zum Beispiel homosexuelle Partnerschaften auch in die „Ehe“ führen dürfen oder gar dass solche Paare auch leitende Funktionen in manchen Kirchen und Gemeinden übernehmen dürfen, die Legalisierung der Abtreibung, die zunehmende Legalisierung der Beihilfe zur Selbsttötung, die ganze Euthanasiedebatte, die Frühsexualisierung der Kinder in der Schule und vieles mehr wird einfach gleichgültig ignoriert. Zum Teil noch mit der Ausrede: Ich kann ja eh nichts erreichen, mit fatalistischem Schulterzucken oder mit einer falschen lehrmäßigen Voraussetzung (wir sollen ja nur Gottes Reich bauen, was die da draußen machen, soll uns egal sein) wird all dies als zu wenig wichtig abgetan. Doch je mehr wir uns von dieser Haltung treiben lassen, umso kraftloser wird das Salz, als welches wir in diese Welt hinein gestellt wurden. Ich möchte jedem, der das liest, zurufen: Wache auf, nimm dein Leben in die Hand und lass dich nicht vom Feind und dessen Gehilfen leben!

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Bücher zur Predigtlehre

Meine Top 5 der Predigtlehrbücher:

An dieser Stelle möchte ich ein paar Bücher vorstellen, die sich damit befassen, wie man eine Predigt vorbereitet und hält. Ich habe hier die fünf besten, die ich bisher gelesen habe, herausgesucht und stelle sie kurz vor.

Ross, Michael F., Predigen wirkt Wunder. 3L-Verlag, 2009, ISBN-978-3-935188-70-8

Dieses ziemlich neue Buch hat es in sich. Ross hat erkannt und erlebt, dass eine Gemeinde vor allem dann gesund wachsen kann, wenn wir, statt ständig neuen Lehren hinterherzueilen, erneut anfangen, die fundamentalen Wahrheiten der Schrift zu predigen, und zwar in der Ausgewogenheit, wie dies schon bei unseren Vorvätern, den Puritanern, der Fall war. Von ihnen lernt und lehrt er predigen. Eine ausgewogene Predigt muss vor allem auch eine Auslegungspredigt sein. Mit vielen Beispielen und kraftvollen Worten ruft der Autor die Prediger auf, die Predigt zum absoluten Zentrum aller pastoraler Handlungen zu machen.

Lloyd-Jones, D. Martyn, Die Predigt und der Prediger, 3L-Verlag, 2005, ISBN 3-935188-47-1

Bei diesem Buch handelt es sich – wie man sich das bei Lloyd-Jones natürlich gewohnt ist – um eine Serie von Vorträgen, die er am Westminster Theological Seminary für die dortigen Studenten zu halten gebeten worden war. Für ihn ist der Fall eindeutig – die wahre Predigt, so drückt er es aus, sei das dringendste und wichtigste Bedürfnis für die Kirche der heutigen Tage – und damit auch für die Welt. Aus seinem reichen Erfahrungsschatz kann er über all die wichtigen Themen aber auch über Hindernisse und Fehler der Predigtvorbereitung und -durchführung sprechen. Ein Meister seines Fachs!

Mauerhofer, Armin, JESUS Mitte jeder Predigt, jota-Publikationen, 2005, ISBN 3-935707-35-5

Dieses Buch ist aus den langjährigen Vorlesungen meines Dozenten an der STH Basel, Armin Mauerhofers, entstanden. Es ist ein ausgezeichnetes Buch, das dem Prediger vermittelt, dass der Herr Jesus in jeder Predigt das Zentrum sein muss. Alles, was uns die Bibel verheißt, ist das direkte Ergebnis der Erlösungstat des Herrn, und jeder Forderung, die die Schrift dadurch stellt, kann nur mit Hilfe des innewohnenden Christus entsprochen werden. Auf diese Art und Weise wird jede Predigt lebendig und bleibt keine Theorie, sondern will und kann im täglichen Leben des Hörers auch angewandt werden.

Azurdia, Arturo, In der Kraft des Geistes, 3L-Verlag, 2003, ISBN 3-935188-27-7

In diesem Buch findet man in erster Linie Tipps, wie man mehr Vollmacht in der Verkündigung bekommen kann. Es geht weniger um den Prediger und das Halten von Predigten, sondern um eine Grundhaltung, in der man predigen soll, damit der Heilige Geist das Werk des Predigers in den Hörern bestätigt. Azurdia ist selbst Pastor, der auch von seinen eigenen Fehlern und zahlreichen Überraschungen auf der Kanzel berichtet.

Robinson, Haddon, Predige das Wort, Christliche Verlagsgesellschaft Dillenburg, 2001, ISBN 3-89436-299-5

Dieses Buch habe ich mit großem Gewinn für meine ersten Gehversuche in der Predigtvorbereitung und -durchführung benutzt. Es werden zehn Schritte mit Beispielen und Illustrationen erläutert und viel wertvolles Arbeitswerkzeug vorgestellt. Es lohnt sich speziell für (noch) nicht ausgebildete Prediger und Theologen.

1. Korinther 12, 22 – 25

1. Korinther 12, 22 – 25:

Griechisch:

Deutsch:

22 αλλα πολλω μαλλον τα δοκουντα μελη του σωματος ασθενεστερα υπαρχειν αναγκαια εστιν

23 και α δοκουμεν ατιμοτερα ειναι του σωματος τουτοις τιμην περισσοτεραν περιτιθεμεν και τα ασχημονα ημων ευσχημοσυνην περισσοτεραν εχει

24 τα δε ευσχημονα ημων ου χρειαν εχει αλλ ο θεος συνεκερασεν το σωμα τω υστερουντι περισσοτεραν δους τιμην

25 ινα μη η σχισμα εν τω σωματι αλλα το αυτο υπερ αλληλων μεριμνωσιν τα μελη

Sondern es sind vielmehr gerade die Glieder des Leibes notwendig, die uns schwächer zu sein scheinen.

Und diejenigen, die uns weniger ehrwürdig zu sein scheinen, diese umhüllen wir mit umso größerer Ehre und unsere unansehnlichen haben dafür umso mehr Wohlansehnlichkeit,

aber unsere wohlansehnlichen brauchen das auch nicht. Gott hat den Leib zusammengemischt, auf dass er dem dürftigeren umso mehr Ehre gab,

damit im Leib keine Spaltung sei, sondern dass die Glieder umso besser füreinander sorgten.

Auslegung:

Wiederum zunächst eine Ausrichtung, worauf Paulus mit unseren vorliegenden Versen hinauswill, damit der Spekulationen über die einzelnen Worte kein Raum gegeben sei: Es geht immer noch um den von Paulus getadelten Umstand, dass die Korinther manchen Charismata einen falschen Stellenwert gegeben hatten. Hier im Text will er uns mit seiner typischen Logik aufzeigen, dass diejenigen, die mit großen Gaben und Visionen angeben konnten, gar keinen Grund haben, so viel von sich selbst zu halten. Wie wir im Detail noch sehen werden, tut er dies mit einem ziemlich schweren, gar etwas frechen Seitenhieb.

Vers 22 ist die Überleitung von den vorigen Versen, in welchen Paulus aufzeigte, dass niemand einen Grund hat, von anderen Gliedern schlecht zu reden oder zu denken, zugleich könnte man den Vers aber auch als Überschrift für die Verse 23 – 25 sehen, so als eine Art Einleitung, in welcher er ihnen noch auf die andere Art und Weise das zuvor Gesagte beweisen will. Genau genommen hat er ja zuerst in den Versen 19 – 21 erklärt, was nicht sein darf, nun aber beweist er das selbe noch auf negative Negation, nämlich so, wie es sein soll. Das ist so eine typische Argumentationsweise von Paulus.

Er gebraucht hier einen Vergleich vom menschlichen Körper. Wenn er nun im Vers 23 davon spricht, dass wir diejenigen Körperteile mit umso mehr Ehre umgeben, die uns weniger ansehnlich (oder ehrwürdig) erscheinen, so spricht Paulus zweifellos von unserem menschlichen Körper. Die Ehre meint hier die Bekleidung. Es ist anzunehmen, dass Paulus hier von den menschlichen Geschlechtsteilen spricht, da er das Verb „umhüllen“ gebraucht, welches für die Bekleidung dieser Körperteile steht. Dieser Vers also nimmt die Bekleidung, die „Ehrung“ des menschlichen Körpers auf und setzt sie mit dem Leib Christi in Verbindung. Übrigens sagt Paulus hier mit keinem Wort, dass diese Körperteile schlecht sein sollten, sondern nur, dass es zu seiner Zeit üblich war, sie als minderwertig zu betrachten und deshalb zu verhüllen.

Paulus fährt dann fort, indem er sagt, dass diejenigen Teile unseres Körpers, die wir für ansehnlich halten, dass wir diese eben auch nicht bedecken würden, und das ja auch nicht nötig sei. Nun kehrt er aber zurück zur Gemeinde als Leib des Herrn Jesus und macht den Korinthern klar: Gott hat es halt gleich gemacht, wie die Menschen es auch machen: Der Leib ist so durchmischt und auf diese Weise zusammengestellt, dass diejenigen Glieder des Leibes, die sich gerade am lautesten ihrer Besonderheit durch Ausstattung mit besonders „hohen“, „geistlichen“ Gaben und Visionen rühmten und angeben mussten, in Wirklichkeit nur deshalb von Gott so ausgestattet wurden, weil sie sonst zu wenig ansehnlich wären. Das kann man nun echt einen „Tiefschlag“ nennen…

Gleich darauf wird er aber wieder ernst und beteuert, dass Gott die Vielfalt der Gaben und Ämter gerade deshalb gegeben hat, damit die einzelnen Glieder der Gemeinde umso besser füreinander sorgen können. Das ist auch heutzutage sehr wichtig zu betonen. Jeder Gläubige ist mit einer für ihn bestimmten einmaligen Gabenkonstellation ausgestattet. Nun muss jeder seinen Platz finden und an diesem Platz gehören seine Gaben der ganzen Gemeinde. Es geht weniger um das Verhältnis zwischen Einzelnen, sondern um die Funktion des Leibes als Ganzes. Und wenn für jeden Gläubigen dieses Funktionieren des gesamten Leibes im Mittelpunkt steht, dann ist jedem Einzelnen geholfen, für jeden ist gesorgt und die Gefahr der Spaltungen ist damit ausgeschlossen. Spaltung gibt es erst dann, wenn man aufhört, sich selbst mit seiner Gabenkonstellation ganz seiner Ortsgemeinde zu verschenken. Aber so, wie der Herr Jesus sich selbst an uns verschenkt und hingegeben hat, so sollen auch wir uns unserer Gemeinde, dem Leib Christi, hingeben. Unser Leben in Christus ist immer das Leben in der Gemeinde, und ist nie davon abgesondert und getrennt, sonst entstehen diese Spaltungen, vor denen Paulus hier ausdrücklich warnt.