Einleitendes zum Apostolicum

Einführung in das Apostolische Glaubensbekenntnis

In der Einführung wollen wir uns mit drei Fragen beschäftigen:

Erstens, was ein Glaubensbekenntnis ist,

Zweitens wozu ein Glaubensbekenntnis gut ist und

Drittens, weshalb wir gerade das Apostolicum dafür auswählen.

Erstens. Ein Glaubensbekenntnis ist zunächst eine kurze Zusammenfassung dessen, was man glaubt. Darin werden alle wichtigen (die wirklich wichtigen, und daher heilsentscheidenden) Aussagen gemacht. Dieses Bekenntnis ist weiter auch eine kurze Zusammenfassung dessen, was man glaubt. Es ist leicht und gut auswendig zu lernen und hilft einem dadurch auch beim Beurteilen von Lehren, Büchern, Prophetien und manchem mehr. Ein Glaubensbekenntnis wurde von einer Reihe von Theologen mit einer ähnlichen theologischen Grundhaltung zusammengestellt und erhält für deren Gemeinden einen wichtigen Charakter eines Bekenntnisses, also dessen, was man vor anderen Menschen bezeugt.

Zweitens. Diese Frage wird leider immer öfter gestellt, sodass man kaum noch weiß, wozu ein solches Glaubensbekenntnis gut sein kann. Immer mehr hört man kritische Stimmen, die sagen: Lehre trennt, Gemeinschaft (oder Liebe) eint. Doch auf diese Art und Weise wird gleich von Anfang an Gottes Wort in Frage gestellt und damit Gott selbst. Ein Glaubensbekenntnis dient zunächst dazu, dass wir in aller Kürze die wichtigsten Grundlehren der Bibel lernen können. Es gibt leider immer mehr Christen, die nicht sicher sind, was genau sie glauben. Mit Hilfe eines solchen Bekenntnisses, das sie gut kennen, ist das kein Problem mehr, Auskunft zu geben über unseren Glauben. Weiter dient ein solches Bekenntnis dazu, uns im Glauben zu festigen und zu stärken. Wer weiß, an Wen er glaubt, der wird mit Kraft und Freude gestärkt, und damit auch im Glauben vorangebracht. Sodann dient es zur Prüfung von Lehren und Prophetien, von Worten und Taten. Letztendlich dient es aber auch dazu, eine klare Trennlinie zu unbiblischen Glaubensgemeinschaften (im Volksmund „Sekten“ genannt, ich persönlich mag es nicht, diesen Begriff in der Weise zu verwenden) zu schaffen. Es führt somit auch zur Abgrenzung und „Heiligung“ könnte man durchaus sagen.

Drittens. Das Apostolicum, so nennt man es auch, ist ein Bekenntnis, das schon sehr früh von der Kirche zum Taufbekenntnis gemacht wurde. Wer getauft werden wollte, musste diesem Bekenntnis zustimmen. Außerdem ist es ein Bekenntnis, dem nicht nur die ursprüngliche katholische Kirche (vor der Entgleisung zur Papstkirche), sondern auch gläubige Protestanten zustimmen können. Es ist somit das allgemeinste Bekenntnis, das deshalb eher vereint als trennt. Zudem ist es wirklich kurz und knackig, deshalb einfach zu lernen.

Vorbemerkung zur Autorität der Bibel

Es mag befremdlich sein, dass das Apostolicum mit keinem Wort auf die Autorität der Bibel zu sprechen kommt. Dies hat seinen Grund darin, dass die Autorität der Schrift heutzutage so stark angefochten ist. Zur damaligen Zeit konnte man einfach davon ausgehen: Wer sich Christ nennt, wird an der Autorität der Schrift nicht rummeckern. Dies hat sich seit der Aufklärung ganz grundsätzlich geändert: Der Mensch machte den Verstand zum Maß aller Dinge und legte damit ganz subjektiv fest, was in der Bibel stimmen darf und was nicht. So wurde eine Unterscheidung gemacht zwischen der Bibel als Gottes Wort und der Bibel als Menschenwort. Deshalb ist es wichtig, zunächst noch ein Wort hierzu zu sagen. Die Bibel, die Heilige Schrift, bestehend aus dem Alten und dem Neuen Testament, ist in allen seinen Aussagen, egal in welche Richtung sie gehen, ob sie naturwissenschaftliche, psychologische, philosophische oder das Heil und Zusammenleben des Menschen betreffende Aussagen macht, vollkommen Wort Gottes und als solches ewig gültig. Alle seine Aussagen sind deshalb fehlerlos und unfehlbar. Gottes Wort fällt nicht hin, denn Er Selbst garantiert, dass es eintreffen wird.

Das Apostolische Glaubensbekenntnis

Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige katholische Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

Quelle

Dieses Glaubensbekenntnis hat in allen Jahrhunderten seit seiner schriftlichen Abfassung und auch in verschiedenen mündlichen Versionen lange davor einen großen Einfluss gehabt. Es hat uns auch heute noch sehr viel zu sagen, deshalb möchte ich eine Serie an Posts über dieses Bekenntnis machen.

Fortsetzung

Ehescheidung und Wiederheirat

Nach Gottes Plänen leben wollen ist gar nicht so einfach in einer Gesellschaft, die uns immer wieder davon überzeugen will – auf jede mögliche Art und Weise – dass die Ehe und eheliche Treue etwas antiquiertes, längst überholtes, ist. Hier ist jede und jeder von uns gefordert, Gottes Wort zu dem Thema mehr zu lesen und sich stärker damit zu befassen als mit den Meinungen der Welt. Das nämlich, was uns beschäftigt und dem wir unsere Zeit und Aufmerksamkeit geben, wird unser Denken, Fühlen, Wollen und nicht zuletzt auch unser Handeln beeinflussen. Wir werden zu dem, womit wir uns heute beschäftigen. Unsere heutigen Gedanken werden morgen Gewohnheiten sein, und von Gewohnheiten wieder loszukommen, braucht sehr viel Einsatz.

Was also ist die Ehe? Die Ehe ist ein Bund, der vor und von Gott zwischen einem Mann und einer Frau geschlossen wird. Hierzulande vor dem Standesamt, da dies der rechtliche Gebrauch des Staates ist. Weil sie ein Bund ist, kann sie keine Partnerschaft von Gleichen sein. Bei einer Eheschließung heiratet ein Mann seine Frau, und sie wird von ihm geheiratet. Dadurch fällt schon mal jegliche Rede von homosexueller Ehe dahin. Das ist ein Ding der absoluten Unmöglichkeit. Die Ehe wiederspiegelt den Bund zwischen Gott und der Gemeinde, beziehungsweise zwischen Gott und den erwählten Gläubigen. In einer Ehe gibt es also nur zwei Plätze: den Platz des Mannes, der in der Ehe stellvertretend für Gott steht, und den Platz der Frau, die in derselben Ehe stellvertretend für die heilige Gemeinde der Auserwählten steht. Da heute leider viel zu schlecht von der Gemeinde gedacht wird, viel zu menschenzentriert statt auf Gott ausgerichtet, und dies auch in vielen Ehen so gesehen wird, hat das riesige Auswirkungen darauf, wie man von der Ehe denkt und wie sie geführt wird. Wenn man sich bedenkt, dass Gott es ist, der die Gemeinde erwählt hat, und sogar mit Leib und Leben für sie gelebt hat, sie liebt und sogar für sie in den bitteren Kreuzestod ging, so ist das ein wunderschönes Bild für die Aufgabe des Mannes in der Ehe. Die Gemeinde ist der irdische Leib Christi, die Gemeinschaft der Heiligen und Auserwählten. Sie führt die göttlichen Pläne des Gottesreiches auf Erden aus und breitet die Herrschaft Gottes aus, indem sie durch die Predigt des Wortes Gottes für die Vermehrung der Gotteskinder sorgt, diese im Glauben aufzieht, für sie da ist, in der Not hilft und sie unterstützt in allem, was sie zum Leben brauchen. Analog dazu ist die Aufgabe der Frau in der Ehe zu finden.

Wenn wir also verstanden haben, was die Gemeinde ist, so ergibt sich daraus eine gute Basis für die Ehe. Die Gemeinde ist von Gott auserwählt. Das heißt: Gott hat Sich vor Grundlegung der Welt, bevor Er die Welt also erschaffen hatte, schon dafür entschieden, wer Teil der Gemeinde werden soll. Im Leben dieser Menschen läuft alles, was sie erleben, darauf hinaus, dass sie den Herrn Jesus finden und Ihm nachfolgen. Gott lenkt unsere Wege auch durch Sünden anderer Menschen und unserer eigenen Sünden, ohne diese aber selbst zu verursachen. Die Sünde ist immer unsere Schuld, da wir sie aus eigener Willensregung heraus tun. Dennoch gebraucht Gott genau diese Sünden, um unser Leben zu formen und zu prägen, damit wir in das Ebenbild des Herrn Jesus verwandelt werden. Wen Er einmal auserwählt hat, den wird der Herr nie wieder loslassen, denn niemand und nichts kann uns aus Seiner Hand reißen. Vielmehr: Wenn ein Erwählter in der Versuchung steht, ganz abzufallen, umwirbt Er diesen durch den Heiligen Geist mit so viel Liebe, dass Er den Menschen dadurch wiederum zu Sich zieht. Wenn ein Mann seine Frau heiratet, so ist es um den Bund sehr ähnlich gestellt. Der Mann verspricht sozusagen vor Gott, dass er seine Frau immer mit so viel Liebe umwerben will, dass sie alle Versuchungen in anderen Richtungen mit seiner Hilfe überwinden kann. Zur selben Zeit verspricht der Mann vor Gott, dass er mit seinen Augen einen Bund schließen will, sodass er sich von ihnen nicht in irgend eine falsche Richtung verführen lässt. Wir sehen somit: Letztendlich liegt die wichtigste, oberste Verantwortung beim Mann, der dafür zu sorgen hat, dass die Ehe glücklich wird. Die Frau trägt natürlich auch Verantwortung, diese ist vor Gott aber ihrem Mann untergeordnet.

Nun ist es aber so, dass in einer Ehe zwei unperfekte Menschen zusammengejocht werden. Deshalb ist es äußerst wichtig, immer wieder aus der Vergebung heraus in der Vergebung zu leben. Es kann auch sein, dass einer der beiden Eheleute in eine tiefe Sünde fällt, vielleicht auch gar nicht erst das Verlangen hat, aus dem Sumpf dieser Sünde herauszukommen. Eine weitere Möglichkeit besteht, dass einer der Beiden gar nicht erst an den Herrn Jesus gläubig geworden ist, unter Umständen merkt man das erst nach ein paar Ehejahren. Weiter ist es auch möglich, dass die Ehe dann konstituiert wurde, als beide noch ungläubig waren. Wie dem auch immer sei: Eine Ehe zwischen Mann und Frau ist immer vor Gott geschlossen. Deshalb gelten Gottes Richtlinien auch für nichtgläubige Paare. Nach diesen werden alle einst gerichtet werden. Die Einen in dem schrecklichen Endgericht, die anderen vor dem Richterstuhl Christi gleich nach der Entrückung und der ersten Auferstehung der Toten (in Christus). Da eine Ehe immer vor und durch Gott geschlossen wird, müssen wir auch bei einer Ehescheidung nach Gottes Richtlinien fragen. Eine Scheidung hat immer mit dem Versagen zweier Menschen zu tun. Gänzlich unschuldige gibt es nie im Falle einer solchen Scheidung. Auf die eine oder andere Weise werden beide ihren Teil dazu beigetragen haben.

Ẃas Gott zusammengejocht hat, das sollen wir nicht auseinandertrennen, sagte der Herr Jesus. Somit ist die Ehescheidung immer eine Sünde, und Sünde hat immer Konsequenzen. Ich möchte hierfür mal ein Bild als Gleichnis brauchen: Nehmen wir an, es gibt in dem Ort, in dem wir leben, eine ganz arme Familie. Diese Familie hat kein Geld, nichts zu essen, kaum Kleidung. Sie leben zusammengepfercht in einer kleinen Wohnung. Nun haben sie seit Tagen nichts mehr rechtes zu Essen gehabt. Da geht der Vater, der nicht will, dass seine Familie verhungert, des Morgens über den Markt. Er lässt bei einem Stand ein weit außen auf dem Verkaufstisch liegendes Brot mitgehen. Das wird seiner Familie gut tun, denkt er sich. Doch o weh, jemand hat ihn gesehen, hält ihn fest und ruft nach der Polizei. Vom Hunger geschwächt kann er sich ja kaum wehren gegen den starken Griff, der ihn festhält.

Diebstahl ist eine Sünde. Das ist immer so, denn Eigentum ist etwas von Gott Selbst Eingesetztes. Jeglicher Wunsch nach einem kommunismus-ähnlichen System ist unbiblisch, da dadurch das Eigentum, auf das jeder Mensch ein natürliches Grundrecht hat, abgeschafft würde. Diebstahl hat rechtliche Folgen, und das ist auch gut so. Der oben beschriebene Mann (die Personen sind von mir erfunden, Ähnlichkeiten mit lebenden Menschen sind rein zufällig und nicht von mir beabsichtigt) hat in vollem Bewusstsein um mögliche Folgen gestohlen. Er wusste, dass dies passieren könnte, aber seine Liebe und sein Verantwortungsbewusstsein zu seiner Familie war größer als die Angst vor den Konsequenzen. Jeder muss sich bewusst sein, was die Konsequenzen für sein Tun bedeuten und sich dann in seiner Verantwortung entscheiden. Oben genannter Mann hatte die Wahl zwischen zwei Sünden, er konnte sich nur für das kleinere Übel entscheiden: Entweder er stahl nicht, und wartete tatenlos mit seiner Familie darauf, an Hunger zu sterben, oder er nahm das Risiko auf sich, erwischt zu werden und dann mit den Konsequenzen zu leben.

Bei einer Ehescheidung ist es das selbe. Es gibt Fälle, in welchen man sich wirklich nur noch für das kleinere Übel entscheiden kann. Und das ist manchmal die Ehescheidung. Das ist aber nicht einfach so der Fall. Es kann der Fall sein, wenn zum Beispiel der Ehemann ständig nur noch schlägt oder in einer außerehelichen Beziehung lebt, die er nicht aufgeben will. Sonst nämlich nicht. Wer sich für dieses entscheidet, sollte sich aber der Konsequenzen bewusst sein. Leider leben wir in einer Zeit, in der sich immer mehr Gemeinden von der Welt anstecken lassen und aus Angst vor dem Spott der Welt oder dem Austritt von Leuten aus der Gemeinde, nicht mehr von den biblischen Konsequenzen solchen Tuns zu sprechen wagen. Dies hängt auch sehr stark mit der psychotherapeutischen Unterwanderung der Gemeinde zusammen. Das Menschenbild und auch das Gottesbild haben sich dadurch sehr stark an das der Welt angepasst. Doch dies nur am Rande, darüber muss an anderer Stelle noch viel mehr gesagt werden.

Wenn sich also jemand oder ein Ehepaar dazu entscheidet, den Schritt des kleineren Übels zu gehen, indem man sich scheiden lässt, so sieht der biblische Tatsachenbestand folgendermaßen aus: Grundsätzlich muss die Bereitschaft vorhanden sein, danach gar nicht mehr nach jemandem zur Wiederheirat zu suchen. Die Bibel verbietet Wiederheirat grundsätzlich bis auf zwei Ausnahmefälle ganz strikt. Und auch in den beiden Ausnahmefällen wird sie mit keinem Wort empfohlen. Die beiden Ausnahmefälle haben beide damit zu tun, dass einer der beiden sich als ungläubig outet. Wenn beide darauf bestehen, dass sie Christen sind, sollen sie auf jeden Fall einen guten Paarseelsorger aufsuchen und daran arbeiten, die Ehe wiederherzustellen. Wenn dies der Fall ist und sie beide daran arbeiten, ist die Ehe auf jeden Fall wieder möglich. Es ist ein schlimmer Bärendienst, wenn es nun „Seelsorger“ gibt, die in diesem Fall eine Ehescheidung empfehlen.

Wenn jedoch einer der beiden sieht, dass er oder sie nicht an Gott glauben, und deshalb von sich aus die Scheidung wünscht und einreicht, oder aber wenn einer der beiden seinen Unglauben dadurch bezeugt, dass er oder sie die Scheidung einreicht, aus fehlendem Glauben an Gottes Möglichkeit zur Wiederherstellung der Ehe, so sind das die beiden Möglichkeiten, die dem jeweils anderen Teil der Ehe (dem, der nicht von sich aus die Scheidung will) die Freiheit ermöglicht, wieder zu heiraten. Wer jedoch den ungläubigen Teil heiratet, der die Scheidung wollte, macht sich selbst an der Sünde des Ehebruchs mitschuldig (und zwar egal ob das Wissen davon vorhanden ist oder nicht). So ist es wichtig, dass man die Person, welche man heiraten will, gut kennenlernt, und dann gemeinsam die unaufgebbare Entscheidung zu heiraten trifft.

Nach dem Herzen Gottes leben

Predigt über Psalm 1, 1 – 3


1 Wohl dem, der nicht wandelt nach dem Rate der Gottlosen, noch tritt auf den Weg der Sünder, noch sitzt, da die Spötter sitzen; 2 sondern seine Lust hat am Gesetz des HERRN und in seinem Gesetze forscht Tag und Nacht. 3 Der ist wie ein Baum, gepflanzt an Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit und dessen Blätter nicht verwelken, und alles, was er macht, gerät wohl.

Mit diesen wunderschönen Versen beginnt die ganze Psalmensammlung, es ist der Auftakt und zugleich eine Einleitung in das ganze Buch der Psalmen. Immer wieder geht es um Gott und den Menschen in ihrer Beziehung zueinander. Wer das Buch der Psalmen lesen und verstehen möchte, findet in diesen Versen des ersten Psalms eine Inhaltsangabe, aber auch eine Einladung, sich mit dem Buch der Psalmen näher zu beschäftigen.

Diese Einladung beginnt in den ersten Worten: Wohl dem. Wohl dem könnte man vielleicht besser übersetzen mit: Gesegnet ist. Gesegnet ist derjenige, der sich an das hält, was im übrigen Psalm steht. In der Bergpredigt beginnt der Herr Jesus auf die gleiche Art und Weise: Gesegnet sind die geistlich Armen. Gesegnet sind die Trauernden. Gesegnet sind die Sanftmütigen. Und so weiter, die ganze Palette hindurch. Auch dort, in der Bergpredigt, wird zuerst der Typ Mensch festgestellt, für den der Rest dieser Predigt gelten soll. Gesegnet sind diejenigen, denen der Geist Gottes zeigt, wie arm sie vor Gott sind, die über ihre vielen Fehler in ihrem Leben traurig sind und die deshalb anderen Menschen gegenüber mit viel Sanftmut begegnen, und so weiter. Es werden dort nicht etwa viele verschiedene Menschen aufgezählt, sondern alle Seligpreisungen gelten genau der Sorte von Menschen, auf die das alles zutrifft. Da handelt es sich um die Menschen, welche ihre eigene Sündhaftig-keit erkannt und sich im Glauben auf den Herrn Jesus geworfen haben. Wer dem Herrn gehört, für den gelten alle diese Segnungen. Wenn wir erkannt haben, dass wir Gott gar nichts bringen können als nur Schande und Unehre, Sünde und Verderbnis und wenn wir dann der Stimme des Herrn Folge geleistet haben, der zu uns sagt: Tut Buße und folget mir nach, wenn wir ihm unser Leben über-geben haben und glauben, dass seine Erlösung, die er am Kreuz von Golgatha für uns erworben hat, dass diese auch für uns, für Sie und Sie und uns alle gilt, dann sind wir zu der Türe eingetreten, die unser erster Psalm auch ist: Gesegnet ist!

Wer nun genau gesegnet ist, wird auf zwei Arten beschrieben: Zuerst unter dem negativen Gesichtspunkt: Was derjenige nicht tut oder tun sollte, der zu den Gesegneten gehören will, dann im zweiten Vers: Was derjenige tut, der gesegnet ist und im dritten Vers auch noch ein schönes Gleichnis von all denjenigen, von denen das gilt.

Wohl dem, der nicht wandelt nach dem Rat der Gottlosen. Gott segnet also denjenigen, der nicht nach dem lebt, was die Welt ihm beibringen will. Ein Leben in der Sünde beginnt mit gespitzten Ohren und mit Augen, die offen für alles mögliche Neue sind. Es gibt einen guten Spruch, der lautet: Wer für alles offen ist, der ist nicht ganz dicht.

Das Problem gab es bereits im Paradies: Eva hatte ihre Ohren gespitzt und gespannt auf das gehört, was ihr die Schlange sagte. Sie war offen für Neues und hat gut hingehört. Sie wollte keine offene Rebellion gegen Gott begehen, aber das Neue in der Lehre der Schlange, das hat sie attraktiv gefunden. Zuerst hörte sie auf deren Worte, dann schaute sie sich die Frucht genauer an, und sah plötzlich, wie gut diese Frucht doch zu essen wäre. Sie ist nach dem Rat der gottlosen Schlange gewandelt, und das wurde ihr zum Verhängnis, und nicht nur ihr, sondern auch all ihre Nachkommen bis auf den heutigen Tag.

Wir haben immer wieder die Entscheidung zu treffen: Auf wen wollen wir hören? Nach wessen Rat wollen wir wandeln? Nach dem der Welt oder nach dem Rat Gottes? Und immer ist und bleibt es diese Entscheidung, die auch unser weiteres Leben zum großen Teil mitentscheidet. Ein Indianer erzählte einmal: In mir drin gibt es zwei Hunde, einen weißen und einen schwarzen, und diese beiden kämpfen immerzu gegeneinander. Da wurde er gefragt: Welcher gewinnt denn? Er antwortete: Es gewinnt immer der, dem ich mehr zu Fressen gebe. In uns drin ist es ähnlich, auch da haben wir einen solchen Kampf. Die Bibel nennt das den Kampf zwischen dem alten und dem neuen Adam. Und auch hier wird immer derjenige gewinnen, den wir mehr füttern. Wer öfter mal Hollywood-Filme anschaut, wird irgendwann ein falsches Verständnis von dem bekommen, was Liebe ist, was Erfolg bedeutet, etc. Und dabei habe ich nicht mal groß etwas gegen diese Filme. Die Frage ist nur, ob wir fähig sind, beim Anschauen eines solchen Films die Realität im Hinterkopf zu behalten oder ob wir uns dann von dem falschen Weltbild beeinflussen lassen.

Wir stehen ständig vor der Entscheidung, auf wen wir hören wollen. Hören hat in der Bibel sehr viel mit Gehorsam zu tun. Wo wir gut zuhören, werden wir vermutlich auch gehorsam sein. So hat Gott zum Beispiel im 5. Mosebuch die Israeliten auf diese Art und Weise angesprochen: HÖRE ISRAEL, der HERR, dein GOTT ist Einer. Immer wieder hat Gott zu uns Menschen gesprochen. Im Hebräerbrief wird der Herr Jesus als Gottes letztes Wort benannt. Gott spricht mit uns und möchte, dass wir auf ihn hören.

Wenn wir sehen, wie heute unseren Kindern in der Schule alles andere beigebracht wird als auf Gott zu hören, müssen wir uns auch fragen, wie wir diesem Trend entgegenstehen können. Hier ist es notwendig, dass wir erneut christliche Bekenntnisschulen ins Leben rufen können, und zwar in Zusammenarbeit mit anderen Denominationen. Anders ist es wohl auch gar nicht möglich. Aber wir brauchen solche Schulen, an die wir unsere Kinder schicken können ohne immer mit der Furcht leben zu müssen, dass sie jetzt das falsche, unbiblische Denken gelehrt bekommen. Wir sollten doch versuchen, es unseren Kindern möglichst zu erleichtern, nach Gottes Wegen leben zu wollen.

Aus dem Hören auf das falsche, weltliche Denken, wird sehr bald einmal auch das Handeln danach. Deshalb lesen wir auch im ersten Psalm: Wohl dem, der nicht tritt auf den Weg der Sünder. Anders gesagt: Gesegnet ist derjenige, der nicht so handelt wie die Sünder. Je mehr wir uns mit dem füllen und uns dem aussetzen, was die Welt uns beibringen will, desto leichter fällt der nächste Schritt in die Tatsünde hinein. Wenn unser Denken verseucht ist von dieser Weltlichkeit, so werden unsere Taten bestimmt nicht besser sein.

Und gleich geht es weiter: Wohl dem, der nicht sitzt wo die Spötter sitzen. Wir haben da eine Steigerung: erst kommt das Hören, dann das Tun und dann auch noch das Sitzen. Sich hinsetzen hat hier zwei verschiedene Bedeutungen: Zunächst das Bleiben. Zur Zeit, als die Psalmen geschrieben wurden, trug man ein langes Gewand, das mit einem Gürtel zusammengehalten wurde, damit man nicht stolperte. Die meiste Zeit des Tages verbrachte man so im Stehen. Nur dann, wenn man sich wirklich sicher war, dass man sitzen bleiben konnte, nahm man den Gürtel ab und setzte sich. In dem Zusammenhang bedeutet es: in der Sünde drin bleiben, verharren. Und dann hat dieses sich hinsetzen noch eine zweite Bedeutung, Der Genfer Reformator und Bibellehrer Johannes Calvin hat darauf hingewiesen: Sich setzen bedeutet auch, dass man anfängt, andere zu belehren. Man belehrt also auch andere, indem man unter ihnen sitzt und ihnen sagt, dass der Weg, den man gerade geht, der richtige ist und sie dadurch auch zum Sündigen anleitet. An dieser Stelle ist auch die Frage nach der Gemeindezucht zu stellen. Wenn jemand wirklich nicht einsehen will, dass er auf dem falschen Weg ist und sich im falschen Kreis, nämlich unter den Spöttern, niedergesetzt hat, so sollte ihm die Gemeinde irgendwann ein Ultimatum stellen, verknüpft mit einer Warnung bezüglich des Ausschlusses. Aber auch jeder Ausgeschlossene soll, wenn er sich bußfertig zeigt, schnell wieder in die Gemeinde hinein aufgenommen werden. Es muss dabei klar sein: Jeder von uns braucht sein ganzes Leben lang immer wieder und wieder die Vergebung unsrer Sünden. Der Herr Jesus ist für alle unsere Sünden gestorben. Und zwar nicht nur für alle jene vor unserer Bekehrung, sondern für alle bis zu unserer letzten Stunde hin. Wir dürfen immer wieder und wieder die Vergebung annehmen, die er uns erkauft hat am Kreuz von Golgatha. Ganz besonders dann brauchen wir diese Vergebung, wenn wir merken, dass unsere Herzen gleichgültig geworden sind. Gleichgültigkeit gegenüber unseren Sünden aber auch Gleichgültigkeit gegenüber unseren Mitmenschen ist immer ein Zeichen dafür, dass unser Gewissen verhärtet ist. Aber auch gerade dann dürfen wir 1.Johannes 1,9 für uns in Anspruch nehmen:

Wenn wir aber unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit.

Wir haben jetzt also zuerst eine Beschreibung dessen gehört, was jemand, für den die Psalmen gelten sollen, NICHT tut: Er hört nicht auf den Rat der Gottlosen, dann tritt er auch nicht auf den Weg der Sünder und keinesfalls setzt er sich dorthin, wo die Spötter sitzen.

Nun hat unser Psalm aber auch noch eine positive Beschreibung dessen, der gesegnet ist: Sondern er hat seine Lust am Gesetz des HERRN. Wenn wir das so hören, das Gesetz des HERRN, dann denken wir vermutlich gleich an einen Polizisten mit Schlagstock bewaffnet, der genau überwacht, wann man welches Gebot von diesem Gesetz übertritt. Das ist hier jedoch nicht der Fall. Das Gesetz des HERRN meint an dieser Stelle einfach Gottes Wort, die Bibel. Durch sie spricht Gott zu uns. In ihr gibt Gott uns Hinweise auf das, was Gott in und mit unserem Leben vorhat. In ihr sagt uns Gott, wie er von uns denkt. Aber er sagt uns in ihr auch, wie er ist und wie wir mit ihm in einer ganz engen, nahen Beziehung leben können. Man könnte das Lesen in der Bibel beschreiben als eine Reise zum Herzen Gottes. Wenn wir also statt auf die falschen Ansichten der Ungläubigen zu hören, in der Bibel lesen, dann beginnen wir langsam zu verstehen, wer und wie Gott ist, wer und wie wir sind und sein sollen, was der Sinn und Plan unseres Lebens ist, und so weiter. Die Psalmen an und für sich sind schon eine Reise zum Herzen Gottes, eine spannende, aufregende Reise zu Gottes Herzen. Sie erzählen uns auch, wie wir zu Menschen nach Gottes Herzen werden können. So sind denn auch viele Psalmen von dem geschrieben, von welchem die Schrift selbst sagt, dass er ein Mann nach dem Herzen Gottes war: David. Bei sehr vielen seiner Psalmen merkt man das auch wirklich, und bei manchen Psalmen, die keine Autorenangabe haben, wie gerade zum Beispiel unser erster Psalm hier, könnte man sich das dennoch durchaus vorstellen, dass er von diesem Mann nach dem Herzen Gottes geschrieben wurde.

Ein Mann oder eine Frau nach dem Herzen Gottes, hat seine / ihre Lust oder Freude am Gesetz des HERRN, am Wort Gottes. Eine solche Freude, die kommt manchmal nicht einfach so von allein. Auch die Schreiber der Psalmen haben das genau gewusst. So lesen wir im Psalm 23 zum Beispiel von einem, der im finsteren Tal der Todesschatten war. Das muss eine wahnsinnig schmerzvolle Zeit gewesen sein. Es war vielleicht der Verlust eines sehr geliebten Menschen, oder eine äußerst schmerzhafte Krankheit über längere Zeit gewesen sein, vielleicht hat David diesen Psalm auch in der Zeit geschrieben, als er vom König, dem er dienen wollte, und der der Vater seines allerbesten Freundes war, verfolgt wurde. Es gibt so vieles im Leben, was uns alle Freude in unserem Leben rauben kann. Aber dennoch dürfen wir auch in diesen Zeiten wissen, dass wir nicht allein sind. Der Herr ist unser Hirte, der nicht zulassen wird, dass wir ganz allein sind. Der Herr ist unser Hirte, der im Gegenteil dafür sorgt, dass alles zu unserem Besten dienen muss. Und genau daraus kommt die Freude am Wort unseres Herrn.

Er will unser Allerbestes, und deshalb gilt für uns auch dieser Psalm: Wohl dem! Wir sind gesegnet, weil nichts in unserem Leben dem Zufall überlassen ist. Alles ist geplant und hat ein Ziel: Nämlich zu unserem Besten zu dienen. Was denn unser Bestes genau ist, darüber gibt uns Gott in Römer 8, 28 – 30 sehr deutlich Bescheid:

Wir wissen aber, daß denen, die Gott lieben, alles zum Besten mitwirkt, denen, die nach dem Vorsatz berufen sind. Denn welche er zuvor ersehen hat, die hat er auch vorherbestimmt, dem Ebenbilde seines Sohnes gleichgestaltet zu werden, damit er der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern. Welche er aber vorherbestimmt hat, die hat er auch berufen, welche er aber berufen hat, die hat er auch gerechtfertigt, welche er aber gerechtfertigt hat, die hat er auch verherrlicht.

Da sehen wir, dass alles, was wir erleben, alles, was uns Mühe und Leid bereitet, aber auch alles, was uns erfreut, alles zusammen zu genau einem einzigen Ziel dienen soll: Dass wir dem Ebenbild des Herrn Jesus gleichförmig gemacht werden. Das ist das letzte und über allem stehende Ziel Gottes. Jedes Geschehnis, sei es freudig oder traurig, schmerzhaft oder frohmachend, muss immer dazu führen, dass wir ins Ebenbild des Gottessohns verwandelt werden. Und zweitens erfahren wir aus diesem kurzen Abschnitt im Römerbrief auch, dass Gott uns nicht nur zur Freiheit, sondern auch zur letztendlichen Verherrlichung, der Entrückung, berufen und vorherbestimmt hat.

Ein Zweites, was ein Gesegneter Gottes, dem das „wohl dem“ unseres Psalmes gilt, tun sollte, ist: Nicht nur Freude haben am Gesetz des HERRN, sondern in seinem Gesetze forschen bei Tag und bei Nacht. Wir dürfen den Segen, der Gott für uns bereit hält, wenn wir sein Wort lieben, bei Tag und bei Nacht, also zu jeder beliebigen Stunde aus der Schrift heraus gewinnen. Ich glaube wir können auf folgende Art am meisten Gewinn aus der Schrift holen:

Frühmorgens beim Aufwachen sollten wir uns möglichst schnell unter diesen Segen stellen, indem wir uns, je nach Zeit, die wir haben, ein Kapitel oder zwei bis drei Kapitel der Schrift zu Gemüte führen. Zumindest sollten es aber ein paar Verse sein, für manche eignen sich hier die Herrnhuter Losungen gut, andere lesen lieber da weiter, wo sie am Tag zuvor aufgehört haben. Das spielt letztlich keine so große Rolle, jeder muss da seinen eigenen Weg finden. Wer am Morgen nur wenig liest, sollte aber nicht versäumen, später im Laufe des Tages noch einen Teil der Schrift in ihrem Kontext, also mindestens ein ganzes Kapitel oder einen ganzen Psalm lesen. Wer die Bibel in einem Jahr durchlesen möchte, ist gut beraten, wenn er jeden Morgen ein Kapitel des NTs und jeden Abend drei Kapitel des ATs durchliest. So geht es nämlich sehr gut auf ein Jahr auf.

Wenn man so vorgeht, hilft einem das sehr, dass man sich noch viel besser in der Schrift auskennt. Es besteht aber zugleich die Gefahr, dass man vieles von dem, was man liest, gar nicht so bald umsetzen kann. Und was man nicht umsetzt, geht vergessen und verloren.

Bevor wir mit Lesen anfangen, müssen wir uns bewusst werden, dass wir das, was wir lesen, aus uns selbst gar nicht verstehen und noch weniger anwenden können. Deshalb wenden wir uns am besten zuerst im Gebet an Gott, dass uns der Heilige Geist die Augen öffnen möge und unseren Verstand erleuchten, sodass wir es denn auch verstehen können. Dann lesen wir den jeweiligen Abschnitt und überlegen uns, wie das, was wir gerade lesen, in unser praktisches tägliches Leben hineinkommen kann: Also: Was möchte Gott an uns durch das Lesen dieses Textes verändern oder wie können wir das, was wir gelesen haben, in die Tat umsetzen? Diese Frage soll uns auch den ganzen Tag hinweg beschäftigen. Die Bibel ist niemals nur Information und nur Geschichte von früher. Jeder Text, ja, jedes Wort der Bibel drängt darauf hin, in unserem Leben praktisch Gestalt zu bekommen, indem es umgesetzt wird.

Ja, Gottes Wort will uns verändern. Wir dürfen jederzeit so zu Gott kommen, wie wir gerade sind. Aber wir müssen niemals so wieder weggehen, wie wir gekommen sind. Gott wünscht sich ein Leben der Veränderung für uns. Die Veränderung in das Bild des Herrn Jesus, wie wir gesehen haben. Ein Stück davon möchte uns der Psalm auch zeigen, nämlich in seinem dritten Vers. Da haben wir ein wunderschönes Gleichnis dessen, was unser Leben eigentlich ist:

3. Der ist wie ein Baum, gepflanzt an Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit und dessen Blätter nicht verwelken, und alles, was er macht, gerät wohl.

Unser Leben als Gläubige wird mit einem Baum verglichen. Dieser Baum ist GEPFLANZT. Der Baum ist kein Wildwuchs, der zufällig dort wächst, er ist gepflanzt. Das heißt: Gott hat mit viel Liebe und Sorgfalt den Platz ausgewählt und ihn dort hingepflanzt. Kein Mensch kann sagen, dass er ein reines Zufallsprodukt einer Schwangerschaft oder gar eines misslungenen Verhütungsversuchs sei. Nein, Gott war es, der für jeden den Ort ausgewählt hat und ihn dort hingepflanzt. Jeder ist von Gott gewollt, geliebt und nach dem ewigen, göttlichen Bauplan geschaffen.

Weiter ist dieser Baum gepflanzt an WASSERbächen. Das heißt zunächst einmal, dass Gott selbst dafür sorgt, dass der Baum dort ist, wo er genügend Nahrung bekommen kann. Weiter ist in der Bibel das Wasser ein Symbol für den Heiligen Geist. Als der Herr Jesus in den Himmel aufgefahren ist, hat er den Heiligen Geist in einer neuen Größe geschickt und zu Pfingsten ausgegossen: Jeder Gläubige hat seither seinen Anteil daran. Der Heilige Geist ist es auch, der unsere Bekehrung veranlasst und durchführt, von ihm werden wir bekehrt und nach der Bekehrung versiegelt.

Der Baum bringt seine Frucht zu seiner Zeit. Die Frucht finden wir in Galater 5, 22: Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung. Die Frucht bringen aber nicht wir selbst hervor, sondern der Heilige Geist, der uns als Wasserbäche mit der Nahrung versorgt, bringt sie hervor, und zwar zu seiner Zeit. Die Frucht wächst nach Gottes Zeitplan, nicht nach dem unsrigen.

Die Blätter des Baumes verwelken nicht und was er tut, wird ihm gelingen. Charles Haddon Spurgeon sagte hierzu: Gottes Bäume sind „Evergreens“. Sie vergehen nicht, sie verwelken nicht, denn sie bekommen immer genug von dem Wasser. Das Siegel des Geistes bleibt für immer auf uns. Es gibt niemanden, der es brechen kann. Wenn wir in Christus bleiben und aus der Liebe zu Gott leben, so wird alles, was wir für den Herrn tun, gelingen. Denn es ist Gottes Werk durch uns.

Ökoreligion

Das Wort vom Kreuz ist den Menschen, die verloren gehen, eine Torheit. (1. Kor. 1, 18)

Das war schon immer so, und daran wird sich auch nichts ändern. Wo dies jedoch der Fall ist, erscheinen verschiedene, jeweils dem gerade herrschenden Zeitgeist angepasste, Religionen. So war über Jahrhunderte hinweg eine katholische Werkgerechtigkeitsreligion (Taufe, Beichte, Ablass, etc. sind die rettenden Werke) die Form mittelalterlicher Frömmigkeit. Später wird zunehmend der Mensch, bzw. seine Ratio (der Verstand) zum neu angebeteten Götzen erhoben. 1793 wird die Pariser Kathedrale „Notre Dame“ in „Tempel der Vernunft“ umbenannt. Nun gab es kein Halten mehr: Alles wurde blind der Vernunft unterworfen. Nur stellt sich hier die Frage, ob denn die Vernunft wirklich ein so objektives Werkzeug ist. Bei genauem Hinsehen nämlich entpuppt sich dieser „objektive“ Rationalismus als zutiefst egoistischer Subjektivismus. Da die Vernunft und die Beweggründe sich bei jedem Menschen unterscheiden, führt der Einsatz dieser Vernunft bei verschiedenen Menschen auch zu völlig unterschiedlichen Ergebnissen. So kann jeder Mensch sich unter dem Deckmantel seiner Ratio sich selbst zu seiner Gottheit erheben – oder zumindest all das, was er befürwortet.

Ein nächster Schritt war Charles Darwins Entdeckung der Mikroevolution. Mehr als diese hatte er nämlich gar nicht entdeckt, alles andere entstammt unbewiesenen und unbeweisbaren Theorien, die sich gewissen Wissenschaftlern gemäß dazu eignen, um sich die Entstehung der Welt ohne Gott gedanklich zu konstruieren.

Eine dritte Strömung, die sich zur Zeit von Darwins Entdeckung gerade legte, doch immer mal wieder aufflammt, so zum Beispiel in der nationalistischen Ideologie, war die Romantik. Weg von den Städten, in welchen der Mensch alles zerstört, hin zur Natur. Die Romantik hatte einen starken Hang zu Todessehnsucht und Todesrausch (was in der Romantik hauptsächlich in schriftlicher Poesie festgehalten wurde, lebte man in zahlreichen Konzentrationslagern gnadenlos aus), sowie auch der Zug des Nationalistischen, verbunden mit einem Fremdenhass (bei zahlreichen Romantikern spezialisiert als Judenhass).

Die vierte Ideologie, die, zusammen mit den übrigen dreien das heutige moderne Weltbild prägt, ist der Sozialismus. Das vergangene Jahrhundert mit seinen zwei blutigen Sozialismen (Nationalsozialismus, Sozialismus) sollte uns in der westlichen Welt doch genügend zu denken geben. Anscheinend haben die mindestens über 100 Millionen Toten, die diese Systeme produziert haben, noch nicht ausgereicht, um uns eines Besseren zu belehren.

Wie dem auch immer sei – zur Zeit ist eine wilde Mixtur aus all diesen Strömungen dabei, immer mehr die politische Vorherrschaft zu übernehmen. Aus dem Zeitalter des Rationalismus nimmt sie den nach ihren eigenen Definitionen zusammengezimmerten Begriff Toleranz. Er bedeutet nicht mehr nur (wie dies ursprünglich der Fall war) „aushalten, ertragen“ (lat. tolerare), sondern meint damit, man müsse jedem recht geben und dürfe jedem seine persönliche Sicht nicht hinterfragen. Wo etwas hinterfragt wird, entpuppen sich die Vertreter dieser Pseudo-Toleranz als äußerst intolerant. Außer natürlich bei sich selbst. Denn um jemandes Haltung als hinterfragen zu erkennen, ist auch ein eigenes Hinterfragen des anderen notwendig. Aus der Romantik entnehmen sie den Wunsch, „zur Natur“ zurückzukehren: Die Natur wird geradezu vergöttlicht und in religiös anmutendem Dualismus der menschlichen Kultur mit ihren doch segensreichen Errungenschaften gegenübergestellt. Überall, wo etwas schief läuft, muss es die Schuld des bösen Menschen mit seinen naturfeindlichen Entwicklungen sein. Obwohl nun die Natur derart zum Götzen dieser Religion erhoben wird, darf man den Menschen nur als Feind derselben betrachten. Zugleich wird dasselbe Argument in gut darwinistischer Weise umgedreht und der Wert des Menschen geleugnet, da der Mensch ja eh nur ein gut angepasster Affe ist. Wobei: vielleicht gilt das für alle Primaten, dass sie ihren Wert unterhalb der übrigen Natur erhalten, wie sonst ist es zu erklären, dass hier kaum einmal Protest gegen die gesamte Make-Up-Industrie zu hören ist, welche bekanntlich die Hautverträglichkeit ihrer Produkte an Primaten testet? Zugleich hört man üblicherweise in genanntem Lager auch öfters sozialistisch anmutende Kampfrufe gegen den Kapitalismus, der die Natur ausbeute.

Nun geht es nicht darum, dies abzustreiten, dass dies tatsächlich gemacht wird. Der Umweltschutz ist eine gute Sache, und gerade auch als Christen, die wir glauben, dass die Schöpfung von Gott geschaffen wurde, ist es unsere Aufgabe, diese Verantwortung zu übernehmen (Genesis 2, 15) und dort, wo die Natur tatsächlich auf unlautere Art und Weise über den normalen Gebrauch hinaus ausgebeutet wird, aufzustehen und uns dagegen zur Wehr zu setzen.

Nun geht es aber den Vertretern der grünen Ökoreligion nicht nur darum, dort einzugreifen, wo tatsächlich eine Ausbeutung vorliegt. Vielmehr versuchen sie auf verschiedenste Weise die Menschheit zu dezimieren – sprich: auszurotten. Heutzutage geschieht dies mit zwei wirksamen Mitteln innerhalb der gesetzlichen Legalität, und man ist auf dem Vormarsch zu weiteren Wegen. Gesetzlich legal ist zuerst die Abtreibung. Mit dem werbewirksamen Slogan: Mein Bauch gehört mir! wird diese Art des Kindermordes geradezu propagiert. Dass es sich dabei tatsächlich um vorhandenes Leben handelt, wird mit ideologisiert philosophischen Argumenten per definitionem „abgewandelt“: Was medizinisch gesehen absolut keine Begründung hat, wird stattdessen durch die abgewandelte Gesetzeslage möglich gemacht: in den ersten zwölf Wochen darf das entstandene Leben abgesaugt, per Curettage ausgeschabt oder mit Medikamenten ausgestoßen werden. Dies war der erste Schritt zur Ausrottung der Menschheit. Ein zweiter ist die in manchen Ländern zwar noch immer stark umstrittene aber sich immer breiter durchsetzende Sterbehilfe – die Beihilfe zum Selbstmord. Nun ist es nicht mehr nur der Bauch, der „mir gehört“, sondern auch das gewaltsam herbeigeführte Ende des eigenen Lebens. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis weitere Arten der Euthanasie, zum Beispiel diejenige älterer Menschen, da sowieso die Menschheit immer älter wird und es – Abtreibung sei Dank – immer weniger Jugendliche und Erwachsene im Berufsleben gibt.

Für das Vorantreiben – die Missionierung der Welt – scheint den Vertretern dieser Religion jedes Mittel recht zu sein. So wird viel Erfolg durch Angstmache zum Beispiel mit dem Mythos der Erderwärmung gemacht. Professor Salomon Kroonenberg, Geologe, der sich von Berufs wegen mit solchen globalen Themen befasst, und zwar deutlich fundierter als die meisten unter uns, hier sind gerade auch in ganz besonderer Weise zahlreiche Journalisten nicht ausgenommen. Zahlreiche weitere Klimaforscher stimmen seiner Aussage zu, dass man bei Klimaschwankungen keinesfalls panisch das Thermometer beachten muss. Schließlich hat die Erde bislang doch schon ein paar Jahrhunderte (Vertreter der Ökoreligion müssten hier aufschreien: Jahrmillionen) verschiedene solcher Schwankungen gut überstanden. Doch können natürlich gerade auch solche Schreckensmeldungen sehr medienwirksam für politische Ziele dieser Gruppierungen missbraucht werden…

Die Herrlichkeit des Erbes

Die Herrlichkeit des Erbes

Erleuchtete Augen des Herzens, damit ihr wißt, welches die Hoffnung seiner Berufung und welches der Reichtum der Herrlichkeit seines Erbes in den Heiligen sei, welches auch die überwältigende Größe seiner Macht sei an uns, die wir glauben, vermöge der Wirksamkeit der Macht seiner Stärke, welche er wirksam gemacht hat in Christus, als er ihn aus den Toten auferweckte und ihn zu seiner Rechten setzte in den himmlischen Regionen (Epheser 1, 18 – 20)

Paulus wünscht der Gemeinde (und damit auch uns) erleuchtete Augen des Herzens. Damit sind jetzt nicht leuchtende Augen gemeint, auch wenn das wohl ziemlich automatisch das Ergebnis ist, wenn wir erkennen, wie gut Gott es mit uns gemeint hat. Erleuchtete Augen sind Augen, denen der Heilige Geist zeigt, wie Gott sieht und was Gott für uns bereit hält. Es ist irgendwie unfassbar, wie unermesslich viel wir bekommen, wenn wir in dem Herrn Jesus und damit in seiner Gemeinde sind. Zuerst ist da die Hoffnung der Berufung. Diese Hoffnung besteht darin, dass wir wissen: Gott Vater hat uns schon gekannt und erwählt noch bevor er die Welt geschaffen hatte. Wir sind die Auserwählten Gottes, für die der Herr Jesus sich selbst ganz und gar hingegeben hat und unsere Sünden durch sein Blut bezahlt und uns reingewaschen hat. Wir sind auch versiegelt mit dem Heiligen Geist, also Gott hat sein Siegel auf uns gedrückt und damit seinen alleinigen Besitzanspruch geltend gemacht, und darum kann uns nichts und niemand jemals wieder aus der Hand Gottes reißen. Wir sind dazu berufen, in Ewigkeit mit unserem Herrn in Gemeinschaft zu sein. Da dies noch nicht in vollem Umfang erfüllt ist, nennt Paulus das hier die Hoffnung der Berufung. Also das, was wir erhoffen, weil Gott, der immer treu ist, uns das versprochen hat.

Weiter dürfen wir erkennen, was der Reichtum der Herrlichkeit seines Erbes ist. Christus ist Erbe von allem, was ist. Als seine Miterben dürfen wir was wohl mit-erben? Ebenfalls alles, was ist. Wer den zum Vater hat, dem alles gehört, dem gehört ja deshalb auch alles. Das bedeutet nun aber keinesfalls, dass zum Erben zuerst der Tod von Gott Vater eintreten musste. Manche Irrlehren des Patripassionismus (Gott Vater habe am Kreuz auch mitgelitten und sei mitgestorben, aktuelles Beispiel dieser Irrlehre ist zur Zeit der Roman „Die Hütte“ von William P. Young) gehen hiervon aus, um ihre Theorien zu stützen. Wenn Gott jedoch davon spricht, dass wir Erben Gottes und Miterben Christi sind, dann bedeutet das ganz einfach, dass wir etwas versprochen bekommen haben, aber noch nicht alles davon auf einmal bekommen. Vielmehr ist uns der Heilige Geist als Angeld gegeben worden, das heißt also als vorhergehenden Beweis dafür, dass zu seiner Zeit, nämlich im neuen Himmel und auf der neuen Erde, dann die vollständige Erfüllung dieses Versprechens folgen wird.

Dieses Angeld des Heiligen Geistes hat damit begonnen, dass Gottes Kraft an uns wirksam wurde, und zwar zur Erleuchtung, Buße, Bekehrung, Wiedergeburt und Glaube. Zunächst hat der Heilige Geist unsere Augen geöffnet, sodass wir unseren sündigen Stand vor Gott erkennen konnten. Dann hat er uns durch die göttliche Kraft gestärkt, sodass wir nicht vergeblich von ihm zur Buße getrieben wurden, sondern die Kraft bekamen, um auch echte Buße zu tun. Dann hat uns Gott dem Moment echter Buße bekehrt und wiedergeboren. Zugleich hat er uns mit Glauben erfüllt. Dieser Glaube ist nicht ein historischer Glaube daran, dass Jesus am Kreuz gestorben ist, sondern es ist der Glaube ein Vertrauen darauf, dass das, was der Herr am Kreuz getan hat, für ihn ganz persönlich geschehen ist. Historischen Glauben, nämlich daran, dass Jesus auf die Erde kam und gestorben ist, den haben auch der Teufel und die Dämonen, und dennoch gehen sie verloren. So kann es mit Menschen, die zwar diesen historischen Glauben, aber nicht das persönliche Vertrauen in das Erlösungswerk des Herrn Jesus haben, um keinen Deut mehr errettet werden. Dieser Glaube nämlich ist Gottes Werk in unseren Herzen.

In unserem hiesigen Leben auf der Erde hilft uns der Heilige Geist, indem er uns zur Heiligung antreibt. Dies sieht so aus, dass er uns immer wieder neu die Augen unseres Herzens öffnet für Gewohnheiten und Sachen, die Gott in unserem Leben nicht gefallen. Dies geschieht, wenn wir in der Bibel lesen oder wenn wir eine Predigt hören oder auch wenn uns andere Gläubige etwas sagen, was in unserem Leben falsch läuft. Natürlich hat Gott auch noch andere Möglichkeiten als diese drei, aber üblicherweise benutzt er eine von diesen dreien, um zu uns zu sprechen. Wir tun gut daran, diese drei Möglichkeiten gut zu pflegen und bei diesen immer gut aufzupassen, auch mit der Frage im Herzen und im Gebet: Herr, möchtest du mir dadurch etwas persönliches für mein Leben mitteilen? Was gibt es, was ich noch ändern soll? Was ist in meinem Leben, was dir noch missfällt? So können wir immer besser, schneller und sensibler auf Gottes Reden reagieren. Und das ist sehr gut so.

Die wichtigste Dimension ist aber die Zukünftige. Alles, was in unserem Leben auf der Erde hier passiert, ist zur Vorbereitung auf die Zukunft gedacht. So dürfen wir auch unser gesamtes Leben sehen. Jedes Ereignis dient dazu, um uns vorzubereiten auf die Ewigkeit. In der Ewigkeit wird die Arbeit nicht einfach aufgehoben sein, sondern ihre Bedingungen werden vom Fluch befreit sein. Aber Gott ist als Schöpfer und Erhalter der erste und größte Arbeiter überhaupt. Im Sündenfall sind nur die Bedingungen, unter denen der Mensch arbeiten muss, verflucht worden. Doch Arbeit als solche wird es immer geben. Nur halt nicht mehr in dem Sinne „im Schweiße des Angesichts“, sondern ohne Mobbing, ohne Missverständnisse und so weiter. So dient all unser Tun auf Erden zur Vorbereitung auf das Tun in der Ewigkeit.

Die stärkste Hoffnung, die wir haben, besteht also darin, dass wir auch nach dem Tod oder nach der Entrückung weiter leben dürfen. Hieraus können wir auch Kraft schöpfen für unseren täglichen Alltag, für schwere Zeiten und für unsere Ungeduld auf Erden. Wir dürfen immer wissen: Gottes Kraft hat den Herrn Jesus von den Toten auferweckt, da wird sie auch uns auferwecken. Und es ist ganz klar, dass wir diese Hoffnung jetzt schon in uns tragen: denn es ist deutlich einfacher, einen Toten aufzuerwecken, als einen Sünder, der von Kindesbeinen auf gewohnt ist, vor Gott wegzurennen und in allerlei sündige Lüste hinein zu fliehen, zu neuem geistlichem Leben zu erwecken. Deshalb ist unsere Gewissheit umso größer.

Hast du diese Gewissheit in deinem Herzen? Weißt du, dass der Herr Jesus für dich ganz persönlich den Weg des Kreuzes auf sich genommen hat? Dass er aber auch für dich wieder auferstanden ist, damit du mit ihm zusammen in alle Ewigkeit, aber auch jetzt und hier schon, Gemeinschaft haben darfst? Das ist sein größter Wunsch – mit dir in enger Gemeinschaft zu leben und dein Leben mit seiner Kraft und seiner Weisheit prägen zu dürfen!

Gedanken zur Arbeitspolitik

Wer nicht bereit ist, zu arbeiten, soll auch nicht essen können. Diese einfache Feststellung muss die gesamte Debatte um Arbeit, Arbeitslosigkeit und Arbeitslosengeld bestimmen. Die Bereitschaft, im Rahmen des körperlich Möglichen ohne Einschränkung auf die Fixierung auf eine Arbeit im Rahmen des bisherigen sozialen Status, zu arbeiten muss die Voraussetzung für jegliche staatliche Unterstützung im Falle der Arbeitslosigkeit sein. Um das Arbeitspotential ausschöpfen zu können, sollte jede und jeder Sozialhilfeempfänger zu einer Arbeit von mindestens 50% (20 Wochenarbeitsstunden) vom Staat eingezogen werden. Die restliche Zeit des Tages kann entweder zur Stellensuche oder für eine Zweitarbeitsstelle genutzt werden, was jedem selbst überlassen sein sollte. Natürlich müssen dann auch vermehrt Firmen unterstützt werden, die solche Arbeitsstellen schaffen, andere dieser Stellen können für die Sauberkeit öffentlicher Parkanlagen oder Gebäude vom Staat selbst geschaffen werden. Auch in Krankenhäusern, und manchen ähnlichen Institutionen können auf einfache Art angelernte Menschen das professionelle Personal unterstützen. Auf diese Weise wird nicht nur viel mehr Potential ausgereizt, sondern zugleich behält der arbeitende Sozialhilfeempfänger auch sein Selbstwertgefühl, weil er etwas tun kann, für andere da sein kann und nicht einfach nur „dem Staat auf der Tasche sitzt“ (was bekanntlich in vielen Fällen zu starken psychischen Belastungen führt). Zugleich wachsen dann auch Kinder mit dem Wissen auf, dass „man arbeitet“ um im Leben bestehen zu können. So nimmt die Motivation, in der Schule gut aufzupassen, sofort viel stärker zu. Natürlich sollen auch Familien, welche ihre Kinder selbst erziehen möchten, darin unterstützt werden. So wäre es nur fair, wenn Mütter, die ihre Arbeit aufgeben, um zu Hause für die Kinder zu sorgen, darin in der Form unterstützt werden, dass ihre große Arbeit auch finanziell als Vollzeitarbeitsstelle honoriert wird.

1. Korinther 12, 29 – 31

1. Korinther 12, 29 – 31:

Griechisch:

Deutsch:

29 μη παντες αποστολοι μη παντες προφηται μη παντες διδασκαλοι μη παντες δυναμεις

30 μη παντες χαρισματα εχουσιν ιαματων μη παντες γλωσσαις λαλουσιν μη παντες διερμηνευουσιν

31 ζηλουτε δε τα χαρισματα τα κρειττονα και ετι καθ υπερβολην οδον υμιν δεικνυμι

Sind etwa alle Apostel? Sind etwa alle Propheten? Sind etwa alle Lehrer? Haben etwa alle Kraftwirkungen?

Haben etwa alle Gnadengaben der Heilungen? Reden etwa alle in Zungen? Haben etwa alle die Auslegung?

Strebt mit Eifer nach den größeren Gnadengaben, und nun zeige ich euch einen überragenden Weg.

Auslegung:

Nun will Paulus wiederum klarstellen, dass alle einzelnen Glieder der Gemeinde wichtig sind und jedes einzelne von ihnen an seinem Platz seine volle Wirkkraft entfalten soll. Paulus zählt hier verschiedene Ämter der Gemeinde auf. Wiederum eine unvollständige Liste. Wer möchte, kann anhand der Reihenfolge durchaus eine bestimmte Hierarchie der Gemeindestruktur feststellen. Das ist im Rahmen des Legitimen, besonders auch wegen dem abschließenden Wunsch des Paulus, nach den größeren Gnadengaben zu streben. In diesem Abschnitt sieht man sehr schön den äußerst wichtigen Unterschied zwischen einem Amt und einer Gnadengabe. Wenn in der Bibel ein Nomen steht (Apostel, Prophet, Lehrer, etc.), dann haben wir es mit einem Amt zu tun. Hier haben wir verschiedene Ämter aufgezählt in unserer Liste. Nicht jeder kann beliebig jedes Amt bekommen. Aber jedem Einzelnen gilt der Befehl: Strebt nach den größeren Gnadengaben!

Das griechische Wort zäloo ist mit streben eigentlich viel zu schwach übersetzt. Mit ihm wird eigentlich beschrieben, wie man etwas zum Kochen bringen kann. Die Hitze, die benötigt wird, um etwas zum Kochen zu bringen, steht sinnbildlich für den kochenden Eifer mit dem man hier nach den Gaben streben soll. Paulus würde uns diesen Befehl niemals erteilen, wenn es bei den Gaben nur darum gehen würde, dass man anständig rumsitzt und passiv auf den Empfang irgendwelcher Gaben wartet. Klar ist es der Heilige Geist, der die Gaben nach seinem Willen austeilt, aber er wird bestimmt keine an diejenigen austeilen, die nicht wissen, welche sie bekommen möchten. Dieser Gedanke nämlich ist so eine typische evangelikale Perversion der biblischen Wahrheit: Wir können ja eh nichts dafür oder dagegen tun, der Geist teilt ja aus und ich kann nur passiv abwarten bis ich zufällig etwas bekomme. Wichtig für deren Empfang ist zu wissen, dass es für jede Gabe auch eine gewisse geistliche Reife braucht, damit man sie nicht unwissentlich missbraucht. Und je „größer“ oder „besser“ (im Sinne unseres Verses) die Gabe ist, desto mehr Reife ist erforderlich. Deshalb ist eine bestimmte Art der Zungenrede, nämlich die zur Selbsterbauung, auch für jeden Gläubigen zu haben. Darin kann man im Kleinen die Treue üben und lernen. Andere Gaben wie Prophetie oder gar Lehre sind ein Stück weit „gefährlich“, weil sie, falsch ausgeübt, eine ganze Gemeinde oder gar verschiedene Gemeinden zum Negativen beeinflussen kann.

Nun noch ein Wort zum vorzüglichen Weg. Es ist leider ebenso eine evangelikale Entgleisung, zu behaupten, dass man hier den Weg gegen die Gaben ausspielen kann oder gar soll. Niemand kann sagen: Ich will mit den Gaben nichts zu tun haben, mir reicht der Weg. Sonst fängt man an, Äpfel gegen Tomaten und Birnen gegen Karotten auszuspielen. Beides ist zugleich notwendig: Die Liebe als Weg, die Gaben als Schuh- oder Fahrwerk. Die Gaben dienen dazu, dass die Gemeinde im Glauben wachsen kann, der Weg der Liebe sorgt dafür, dass man dabei nicht in Schlaglöcher oder Ähnliches stolpert. Die Liebe ist der Weg, auf dem die Gaben ihre größte Wirkung entfalten können. Liebe bedeutet, den anderen mit Gottes Augen zu sehen und sich zu wünschen, dass er dem letztgültigen Ziel hinwachsen möge: dem göttlichen Ziel, immer mehr in das Ebenbild des Herrn Jesus verwandelt zu werden. Immer mehr dem Herrn ähnlicher zu werden. Immer mehr das menschlich-irdische Denken abzulegen und immer mehr so zu sehen, zu fühlen und zu denken, wie Gott sieht, fühlt und denkt.

Verurteilen vs Beurteilen

Was die Bibel zum Richten sagt

Es ist in christlichen Kreisen heutzutage üblich geworden, denjenigen, welche es wagen, mit unangenehmen Feststellungen zu kommen, mit ein paar Totschlagargumenten zu antworten. Zunächst müssen wir die Bibel nach dem wahren Befund in diesen Dingen befragen. Im Alten Testament haben wir das hebräische Wort Shaphat, welches richten bedeutet. Der Shophet ist der Richter und Mishpat ist das Gericht. Weiter wird im gesamten Kontext des AT auch klar, dass erstens Gott immer der Geber und der letztgültige Vollzieher allen Gerichts ist. Zweitens ist Gott aber auch derjenige, welcher Menschen einsetzt, um an seiner Stelle auf der Erde Gericht zu üben. Gerade im Buch der Richter wird dies sehr deutlich, wie einzelne Menschen diese richterliche Autorität durch den Geistempfang erhalten. Wer immer in einer Bundesbeziehung mit Gott ist, steht automatisch unter der Rechtsprechung Gottes. Rechtsprechung oder Gericht darf jetzt nicht von unsrer westlich geprägten Vorstellung bestimmt werden, dass diese Begriffe nur im negativen Sinne gebraucht werden. Gericht und Rechtsprechung bedeutet zwar auf der einen Seite, dass diejenigen, welche sich selbst unrechtmäßig an anderen vergehen, zur Rechenschaft gezogen werden. Zugleich ist das biblische Spektrum des Begriffes aber so breit, dass es auch die Entschädigung an denen, welche in irgend einer Weise vom anderen geschädigt oder auch benachteiligt wurde. Das beinhaltet somit genauso die Tatsache, dass jeder von Gott bevollmächtigte Richter sich auch um die Armen, Witwen, Waisen, Kranken und so weiter zu kümmern hatte. Jesaja 30, 18 – 19 lässt sogar erkennen, dass die Gnade und Barmherzigkeit auch ein Teil des göttlichen Gerichts ist:

Darum wartet der HERR, damit er euch begnadigen kann, und darum ist er hoch erhaben, damit er sich über euch erbarmen kann, denn der HERR ist ein Gott des Gerichts; wohl allen, die auf ihn harren! Denn du Volk, das zu Zion wohnen wird, in Jerusalem, du sollst nicht weinen; er wird sich über dich erbarmen, sobald du schreist; sobald er’s hört, antwortet er dir!

Die richterliche Autorität wird, wie wir weiter oben gesehen haben, durch den Geistempfang verliehen. Es gab im Alten Testament vier Gruppen von Menschen, welche zum Richten bestimmt waren, sie alle werden durch den Geistempfang gekennzeichnet:

  1. Anführer des Volkes (so zum Beispiel Mose und Josua aber auch die Personen, welche schon grundsätzlich als die Richter bezeichnet werden)

  2. Könige (Saul, David, etc.) Diese wurden mit Öl gesalbt, welches ein biblisches Symbol für den Geistempfang ist. Dass sie als Richter gedient haben wird vielfach deutlich, am deutlichsten wohl bei Salomo, als die beiden Frauen Streit um ihr Kind hatten.

  3. Priester hatten den Auftrag, als Richter bei gesundgewordenen Kranken den Zustand zu überprüfen, dann das Volk in den Gesetzen Gottes zu unterrichten und in moralisch-ethischen Fragen als Richter zu fungieren.

  4. Propheten haben oft im Namen Gottes nicht nur korrupte Könige sondern auch ganze Völker ins Gericht genommen. Gerade das Buch Micha muss man als Gerichtsszene lesen: Da wird die ganze Schöpfung als Zeugen gegen das Volk Israel aufgerufen.

Im Neuen Testament, streng genommen seit Pfingsten, ist der Geist Gottes als Vollmacht und Befähigung zum Richten im Namen Gottes „ausgegossen über alles Fleisch“. In der heutigen Zeit ist die Gemeinde Gottes im Besitz der gesamten Richt-Linien, die Gott uns gegeben hat. Die Heilige Schrift ist die einzige Grundlage, aufgrund derer wir diesem Auftrag nachkommen sollen und dürfen. Mit diesem Vorwissen wollen wir jetzt die neutestamentlichen Stellen zu dem Thema betrachten.

Die Bibel unterscheidet zwischen verschiedenen griechischen Begriffen.

Römer 5,16: Durch die Sünde Adams steht die gesamte Menschheit unter der Verurteilung. Da steht im Urtext das Wort KATA-krima (VER-urteilung). Katakrima ist das Urteil, welches Gott im letzten Gericht über alle Ungläubigen sprechen wird. Dieses Urteil ist einzig und allein Gott vorbehalten. Auch Christus durfte als Gott ver-urteilen: Christus hat nämlich am Kreuz die Sünde im Fleisch verurteilt oder gerichtet (Römer 8,3). Dieses Gericht ist uns, die wir gläubig wurden, zur Erlösung geworden. Doch da dieses Form des Richtens Gott allein überlassen werden soll, wird es uns verboten. Genau genommen können die Worte aus der Bergpredigt und parallelen Texten, welche sich an die Jünger vor der pfingstlichen Geistausgießung richtet, nicht ganz exakt eins zu eins auf die nachpfingstliche Gemeinde übertragen werden, da gerade dort die richterliche Vollmacht durch den Geistempfang auf die Gemeinde niedergesandt wurde. Doch selbst wenn wir hierbei davon ausgehen würden, dass sich die Worte des Herrn genau so an uns richten würden, wäre es klar und deutlich, dass uns nur eine ganz bestimmte Art des Richtens verboten ist. Paulus macht der korinthischen Gemeinde in 1. Kor. 5 klar, dass es in bestimmten Fällen Sünde ist, nicht zu richten. Somit kommen wir zum Unterschied zwischen dem verbotenen Richten und dem gebotenen Richten:

Richten im Sinne der Kata-Krima (Verurteilung), also von jemandem sagen oder denken, er sei unrettbar verloren, das ist uns verboten. Die Verurteilung ist einzig und allein Gott überlassen, und wird deshalb auch erst zum von Gott gesetzten Zeitpunkt, im Endgericht, stattfinden.

Richten im Sinne der Krima oder der Diakrisis (Beurteilung und Unterscheidung) von Handlungen, Lehren, Worten, Grundhaltungen, Gedanken, etc. ist uns sehr wohl geboten. Wenn wir dies nicht tun und dem entsprechend auch im Notfall bereit sind, Konsequenzen zu ziehen (Gemeindezucht), so stellen wir uns selbst unter Gottes Urteil. Dieses wird bei Gläubigen zwar nicht im Endgericht stattfinden, sondern vor dem Richterstuhl Christi (2. Kor. 5, 10).

Wo also keine direkte Verurteilung, sondern eine legitime und gebotene Beurteilung stattfindet, greifen all die Worte von Splitter und Balken, Richtverbot, Richtgeist, und so weiter, nicht.

Paulus führt weiter in seiner Argumentation in 1. Kor. 6, 2 – 3 an, dass die Gemeinde die ganze Welt und die (gefallenen) Engel richten wird. Diese Argumentation führt Paulus aus, um gegen den Missstand zu kämpfen, dass Gläubige vor weltlichen Richtern ihre gemeindeinternen Probleme lösen wollen. Hieraus wird deutlich, dass gerade auch dieses uns von Gott gebotene Beurteilen seinen Grund auch mit darin hat, dass das Leben als Gläubige in dieser Welt eine Vorbereitung auf die noch ausstehende Zukunft ist. Der Auftrag, zu richten, ist somit die Vorbereitung darauf, später einmal die Welt und die Engel zu richten. Dieses Recht, den Auftrag später auszuführen, ist vermutlich ein Teil des Erbes, das wir als Brüder und Schwestern des Herrn Jesus (ihm wurde das Gericht vom Vater übergeben) miterben dürfen. Und je besser wir uns hier auf Erden schon darauf vorbereiten, indem wir zuerst uns selbst, dann aber auch Probleme, Lehren und Handlungen in der Gemeinde beurteilen, desto größere Verantwortung und Ehre kann uns der Herr auch später vor dem Richterstuhl übergeben.

Und lasst uns wie zu Beginn festgehalten, nie vergessen, dass das Richten, die Rechtsprechung, eben auch in der Barmherzigkeit, der Gnade und dem Recht Verschaffen denjenigen, die arm, einsam, betrogen, etc. sind, besteht.

1. Korinther 12, 26 – 28

1. Korinther 12, 26 – 28:

Griechisch

Deutsch

26 και ειτε πασχει εν μελος συμπασχει παντα τα μελη ειτε δοξαζεται εν μελος συγχαιρει παντα τα μελη

27 υμεις δε εστε σωμα χριστου και μελη εκ μερους

28 και ους μεν εθετο ο θεος εν τη εκκλησια πρωτον αποστολους δευτερον προφητας τριτον διδασκαλους επειτα δυναμεις ειτα χαρισματα ιαματων αντιληψεις κυβερνησεις γενη γλωσσων

Und wenn nun ein Glied leidet, so leidet der ganze Leib mit, und wenn ein Glied verherrlicht wird, so freuen sich alle Glieder.

Ihr aber seid ein Leib Christi und Glieder, (jeder) nach seinem Teil.

Und so hat Gott in der Gemeinde eingesetzt erstens als Apostel, zweitens als Propheten, drittens als Lehrer, weiter (Gaben der) Kräfte, Gaben der Heilungen, der Hilfeleistungen, der Verwaltungen und Arten von Sprachen.

Auslegung:

So wie es im Abschnitt davor am Ende darum ging, dass der Grund für die Unterschiedlichkeit der einzelnen Glieder darin besteht, dass die Glieder gemeinsam füreinander sorgen können und sollen, geht es nun in derselben Argumentation weiter. Jedes Glied hat seine persönliche Gabenkonstellation, seine Auf-Gaben, seine Verantwortungen, aber auch seine Grenzen. Das ist von Gott so gewollt und geplant. Gott ist nicht von Grund auf auf uns Menschen angewiesen, er könnte alles auch ohne uns tun. Aber er hat sich entschieden, durch uns Menschen handeln zu wollen. Das ist ein Zeichen seiner großen, für uns nicht verständlichen Liebe. Nun geht Paulus noch einen Schritt weiter in seinem Vergleich mit unserem Körper: Wenn ein Körperteil leidet, so haben alle Körperteile einen Nachteil davon: Schmerzen in einem Teil des Körpers können andere Teile lahmlegen, bzw. zumindest in ihren Funktionen einschränken.

An anderer Stelle, nämlich im Epheserbrief 5, 27 schreibt Paulus, dass Christus seine Gemeinde (seine Braut) heiligt, damit er sie sich selbst darstelle als eine Gemeinde, die herrlich sei, so daß sie weder Flecken noch Runzeln noch etwas ähnliches habe, sondern daß sie heilig und tadellos sei.Hier schreibt er von Flecken und Runzeln und ähnlichem. Und wenn die Gemeinde der Leib Christi ist, der aus vielen verschiedenen Körperteilen besteht, so kann man auch festhalten, dass die Haut das größte körperliche Organ des Menschen ist. Sie besteht aus drei Schichten übereinander und enthält zahlreiche Rezeptoren, deren Funktionen man gewöhnlich in die drei Klassen Mechano-, Thermo- und Schmerzrezeptoren einteilt. Diese drei Sorten von Rezeptoren sind über die gesamte Hautfläche verteilt, an manchen Stellen befinden sich jedoch auch Ballungszentren. Mechanorezeptoren nehmen den Druck, Berührung und Vibration wahr, die auf die jeweilige Stelle des Körpers ausgeübt wird. Thermorezeptoren halten die Wärme (oder Kälte) fest und regulieren über einfache Befehle via Nervenstränge die Körpertemperatur, damit er vor Unterkühlung oder Überhitzung geschützt wird. Schmerzrezeptoren geben die empfangenen Reize an das Zentrale Nervensystem weiter, wo sie zu Reflexhandlungen des Körpers führen: Zum Beispiel man setzt sich in einen Kaktus, das führt zum automatischen Wiederaufspringen, wobei auch da Befehle an die jeweiligen Muskeln innerhalb von Sekundenbruchteilen weitergeleitet werden.

Das Ziel, welches Christus mit seiner Gemeinde hat, ist, dass der gesamte Leib Christi vorbereitet und zum Hochzeitsmahl mit Christus, dem Bräutigam, zubereitet wird. Eine Frau wird in den Tagen vor ihrer Hochzeit ganz besonders auch auf ihr Aussehen achten. Sie wird auf ihre Ernährung achten, auf ihren Lebensstil, wird ihren Körper immer wieder vor dem Spiegel überprüfen und sich Gedanken machen, was sie tun kann, um noch schöner auszusehen. Bei der Braut Christi sollte das genau gleich sein: Sie sollte sich auch immer wieder überprüfen und sich ihre Gedanken machen, wie sie ihrem zukünftigen Ehemann noch besser gefallen kann. Das Aussehen und die Hautalterung insbesondere hängen zwar bei uns Menschen auch ein wenig von der genetischen Disposition ab, der Verlauf und vor allem wie schnell dieser Prozess abläuft, hängt sehr sehr stark vom Lebensstil und der gesunden Ernährung ab. Man hat Untersuchungen mit Mäusen gemacht, bei welchen die genetische Disposition „ausgeschaltet“ wurde. Diese Mäuse hatten bis zu ihrem Tod keine wirkliche Hautalterung aufzuweisen als eben diese, die von der Ernährung abhängt. Und da die Braut Christi schon seit Entstehung der Welt existiert (die gläubigen Patriarchen und Israel sind nicht eine andere Braut als die Gemeinde des NTs), gibt es in diesem Falle auch keine genetische Degeneration. Somit hängt bei der Braut Christi wirklich alles vom Lebensstil und der Ernährung ab. Wenn sie schlecht ernährt und schlecht behandelt wird, so zeigen sich darauf sehr schnell die Runzeln und Falten.

Wenn man die Funktionen der Haut betrachtet, kann man sie ungefähr wie folgt zusammenfassen: Schutz für die inneren Organe, Warnung bei Schmerzen und falscher Behandlung des Körpers. Es gibt immer wieder Gemeindeglieder, welche von Gott genau mit diesen Funktionen ausgestattet wurden. Menschen, welche die Zeichen der Zeit zu verstehen wissen. Menschen, welche auf den Mauern der Gemeinde stehen und momentane Einflüsse auch für die kommenden Jahre zu sehen vermögen. Menschen, welche die Gemeinde warnen, wenn sie sich falschen Einflüssen und Lehren aussetzt. Aber auch Menschen, die sehr schnell mit Alterungs- und Ermüdungserscheinungen reagieren, wenn sie falsch behandelt werden. Und genau das ist leider zumeist der Fall. Sie sind ungeliebte Zeitgenossen. Die Haut tut ihren Dienst still und gut, und zwar so lange, wie keine Schmerzen aufkommen. Sonst beginnt sie schrill aufzuschreien und versucht, alle Muskeln in Bewegung zu setzen, um den Körper von den Schmerzen zu befreien. Wenn die Organe unseres Körpers reden könnten, würden sie sich vielleicht auch über die Haut aufregen: Sie ist so still und sagt nichts, solange alles gut läuft. Sie reagiert nur dann, wenn ihr etwas nicht passt. Und doch könnte keines von diesen inneren Organen überleben, wenn nicht die Haut da wäre, die Schutzmauer und der Wächter auf dem Turm.

Wir sind alle der Leib Christi. Jeder Gläubige hat da seinen Platz, seinen Ort, seine Gaben, Aufgaben und seine Verantwortung. Jeder wird gebraucht, damit die Braut Christi richtig funktionieren kann. Jeder hat seinen Teil der Verantwortung. Jedem aber wird dies alles von Gott zugeteilt. Manche Leute wissen nicht, wo ihr Platz und ihre Zuteilung ist. Und da ist es die Verantwortung der gesamten Gemeinde, dies herauszufinden. Ein Körperteil, der nicht weiß, was seine Aufgabe ist, ist erstens nutzlos und zweitens den anderen im Weg. Es gibt verschiedene Posten in der Gemeinde, verschiedene Ämter. Da ist das Amt des Apostels. Ein Apostel hat eine Aufgabe, die üblicherweise außerhalb der Gemeinde ist, die ihn aussendet. Er kann einen übergemeindlichen Lehrdienst haben oder neue Gemeinden gründen. Beides hatte Paulus, der uns das Hauptbeispiel eines Apostels sein soll. Der Dienst eines Apostels wird oft (wenn auch nicht immer und schon gar nicht zwingend) von größeren Zeichen und Wundern begleitet. Ein Prophet hat eine besondere Einsicht in verborgene Dinge, die Gott ihm offenbart. Das können versteckte Dinge im Leben anderer Menschen sein oder auch ein Blick in die Zukunft. Der Dienst unterscheidet sich deutlich von demjenigen des Lehrers, auch wenn beide zusammen durchaus auch vorkommen können. Der Lehrer hat vor allem die Fähigkeit, den Zustand von bestimmten Lehren (und oft auch Prophetien) an Hand der Bibel zu überprüfen und entweder als korrekt oder als Irrlehre zu unterscheiden. Hiermit ist die unvollständige Liste der Ämter abgeschlossen. Es folgen noch verschiedene Gaben, welche bereits weiter oben besprochen wurden.