Losgekauft und freigemacht

Predigt über Galater 4, 4 – 5:

Jesus ist gekommen, um uns frei zu machen.

Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott Seinen Sohn, von einer Frau geboren und unter das Gesetz getan, damit er die, welche unter dem Gesetz waren, loskaufte, auf daß wir die Sohnschaft empfingen. (Galater 4, 4 – 5)

1. Die Erfüllung der Zeit

Nicht immer ist die Zeit reif für Gottes Handeln manchmal muss das Maß der Sünde zuerst noch voll werden. Vgl. Kanaanäer (Amoriter in 1. Mose. 15, 16), manchmal braucht es auch Gottes Schweigen, um Seinen Plan vorzubereiten, aber letztendlich wird Gott diesen Plan immer durch-führen.

1.1. Die Sendung des Sohnes

Gott hat Seinen Sohn gesandt. Dieser Sohn war und ist ganz und gar Gott, nicht vergöttlicht und auch nicht erst irgendwann zum Sohn gemacht, sondern von Anfang an Gottes Sohn, der schon da war, bevor Gott die Himmel und die Erde geschaffen hatte.

1.2. Die Jungfrauengeburt

Es steht im Text nicht explizit da, dass der Herr Jesus von einer Jugfrau geboren wurde. Schon der deutsche Reformator Martin Luther hat als guter Kenner der römisch-katholischen Schriften zu dieser Stelle gesagt:

Fast zur Schmach, so möchte man meinen, nennt Paulus die Jungfrau, die Mutter des Sohnes Gottes, an dieser Stelle nur Frau. Das haben ihm auch einige von den alten Vätern übelgenommen, die gerne gesehen hätten, dass Paulus sie lieber Jungfrau als nur Frau genannt hätte.“

Es ist klar, dass Paulus auch an dieser Stelle nicht abstreitet, dass Maria, die Mutter Jesu, eine Jungfrau war. So sehen wir, dass der Herr Jesus eben nicht nur ganz als Gott, sondern auch ganz als Mensch geboren wurde.

2. Der Vollzug der Erlösung

Weil Jesus eben ganz und gar auch als Mensch, als Jude unter Juden zur Welt gekommen ist, hat er natürlich auch unter uns Menschen als ein Mensch gelebt. Er hat gefühlt, gelacht, geweint, gegessen, getrunken, sich gefreut, mit anderen Mitleid gehabt, geholfen, wie wir alle auch.

2.1. Unter das Gesetz getan

Viel wichtiger ist aber, dass er bereit war, sich selbst unter das göttliche Gesetz zu stellen, das er selbst dem jüdischen Volk gegeben hat. Und als einziger Mensch, der jemals gelebt hat, hat er dieses Gesetz auch vom ersten bis zum letzten Buchstaben eingehalten.

Vielleicht will der Eine oder Andere an dieser Stelle an die Streitigkeiten mit den Pharisäern erinnern. Das ist leider ein heutzutage weit verbreitetes Missverständnis. Alles was Jesus getan hat, stimmt auf den Buchstaben mit dem Gesetz überein, das Gott seinem Volk im AT gegeben hat. Die Pharisäer hatten eigentlich ein gutes Anliegen. Sie lebten in der Zeit, in welcher es keine Propheten von Gott mehr gab, die das Volk an Gottes Gebote erinnerten. Deshalb sahen sie es als ihr eigenes Anliegen, dies zu tun. Und es war wirklich gut und notwendig in der Zeit als sie damit anfingen. Es kamen dann halt auch immer wieder Leute zu ihnen in die „Seelsorge“, die wissen wollten, wie sie in ihrer ganz persönlichen Situation die Gebote Gottes leben konnten. So fingen sie an, darüber nachzudenken, wie man sich in welchem Fall verhalten dürfe und wie nicht. Mit der Zeit entstanden dann auf diese Art und Weise insgesamt rund 12 dicke Bände mit Gesetzen und Verboten, welche den gesamten Tagesablauf umfassten.

Die Pharisäer selbst nannten die Entstehung dieser Gebote und Verbote „einen Zaun um das Gesetz ziehen“, also ungefähr Folgendes: Damit man nicht in Versuchung kam, gegen ein Gesetz zu verstoßen, musste man zig neue Gesetze erfinden, die dafür sorgten, dass man schon gar nicht erst in die Nähe der verbotenen Dinge kam. Das erste Beispiel finden wir dazu bereits im Garten bei Eden: Gott verbot dem Menschen, von der Frucht zu essen. Die Frau machte sich einen Zaum um dieses Verbot, indem sie sich sagte: Ich darf den Baum noch nicht einmal berühren. Anderes Beispiel: ich habe immer wieder Gespräche mit jungen Männern, die gläubig sind und dennoch mit freizügigen Bildern und Pornographie zu kämpfen haben. Wenn ich dem nun sage: Versuche dich von den Orten fern zu halten, an welchen es solche Bilder gibt und installiere am besten einen Schutz fürs Internet, dann ist das ähnlich. Und es ist eigentlich auch gut. Nur haben die Pharisäer dann gesagt, dass diese Gebote für alle Juden gelten würden. Also hat Jesus sich ungefähr so verhalten: Ihr Pharisäer, es ist ja ok, dass ihr den Leuten seelsorgerlich helfen wollt, aber eure menschengemachten Gebote allen Menschen zugleich aufzubürden, das kann ich nicht zulassen.

Als einzger Mensch, der das jemals geschafft hat, hat er alle Gebote Gottes in der gesamten Bibel eingehalten. Dieser Gehorsam war notwendig, damit er die menschliche Gerechtigkeit vor Gott verdienen konnte, die er durch seinen Tod an uns übertragen hat. Dies ist der göttliche Plan, nach welchem uns der Herr Jesus Christus, ganz Gott und ganz Mensch zugleich, erlöst hat.

2.2. Der Loskauf

Was aber bedeutet denn diese Erlösung? Wie kann der Herr Jesus uns erlösen? Und wovon geschieht diese Erlösung? Nachdem der Herr Jesus bereit war, dieses Leben unter dem göttlichen Gesetz zu leben, war er auch bereit, die Strafe für alle Sünden aller Menschen, die zu seiner Gemeinde gehören, zu bezahlen. Der Preis dafür war immens hoch: Er gab sein eigenes Leben dafür. Nicht nur das – es war der grausamste Tod der gesamten Menschheitsgeschichte: Es gab noch keinen Menschen, auch nicht den schlimmsten Sünder dieser Welt, der bereits beim Sterben das ganze Gewicht seiner Schuld tragen musste. Klar, es gibt grausame Tode, die uns daran erinnern, was Sünde ist, aber einzig und allein Jesus Christus hat in seinem Tod das gesamte Gewicht der Last der Sünden aller Gläubigen getragen. Das zeigt uns auch, warum er so „schnell“ gestorben ist: Oft hingen Gekreuzigte über einen Tag lang am Pfahl und auch den beiden, die mit dem Herrn gepfählt wurden, musste man die Kniescheiben durchtrennen, damit sie schnell genug erstickten und starben, damit man sie vor dem Shabbat vom Holz nehmen konnte.

2.2.1. Der Loskauf vom Gesetz

Der Herr hat uns erstens vom Gesetz losgekauft. Was bedeutet das jetzt für unser Leben? Es bedeutet zunächst, dass uns das Gesetz nichts mehr antun kann. Die Konsequenz des Gesetzes, wenn es gültig ist, ist immer der verdiente Tod. Nun hat der Herr aber nicht nur unsere vergangenen Sünden bezahlt am Kreuz, sondern auch die zukünftigen. Und hat uns durch seine Auferstehung ewiges Leben geschenkt. Es bedeutet weiter, dass wir frei sind von den Gesetzen des Alten Bundes. Der Alte Bund am Sinai verlangte Tieropfer für die Sünden des Volkes. Nun haben wir ein göttliches Menschenopfer bekommen, das alle Tieropfer und damit auch den alten Bund außer Kraft setzt. Damit haben alle Gebote des alten Bundes eine neue Bedeutung bekommen: Es gibt welche, die zeigen uns die Größe des Opfers von Jesus Christus. Das sind die Opfer- und Ritualgesetze. Dann gibt es andere die zeigen uns die Macht Gottes. Das sind diejenigen, die damals für das Volk Israel gegolten haben. Und dann gibt es auch noch welche, die auch unter uns das tägliche Leben bestimmen sollten. Dazu zählen auch die zehn Worte auf den Tafeln vom Sinai.

2.2.2. Der Loskauf von der Sünde

Wir sind zweitens auch losgekauft von der Sünde. Die Sünde ist eine schreckliche, teuflische Macht, die alle gefangen hält, die noch nicht zu Christus gehören. Das Schlimme ist, dass sie zugleich blind macht für Gottes guten Erlösungsplan. So sagt sie immer: Das gilt für andere aber nicht für mich! Oder: Ich kann ja nie so gut werden, um das zu verdienen! Oder: Ich will noch ein wenig Spaß vom Leben haben, später kann ich dann immer noch zu Gott kommen! Das sind nur ein paar wenige von all den Ausreden, die ich schon gehört habe. Und dann gehen die Leute nach Hause, vergessen den Plan Gottes, schieben hinaus und noch weiter hinaus, und eines Tages ist es zu spät. Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei. Auch mit Gottes Geduld ist es irgendwann zu Ende. Deshalb, ich bitte dich, wenn du die Stimme Gottes hörst, dass du umkehren sollst, dann warte nicht auf dein Sterbebett. Zu viele Leute habe ich sterben sehen, die absolut keine Möglichkeit mehr hatten, auf dem Sterbebett zu Gott umzukehren.

Aber Gott hat uns befreit von dieser schrecklichen Macht, die uns abhalten will, immer wieder zu ihm zu kommen, und seine Vergebung erneut anzunehmen. Solange Gott dir sagt: Kehre um, so lange ist es ganz bestimmt nicht zu spät, sondern er wartet wie der liebende Vater auf seinen weggelaufenen Sohn, auf seine Tochter, und ist bereit, egal woher er oder sie kommt, Vergebung zu schenken.

2.2.3. Der Loskauf vom ewigen Gericht

Drittens hat Gott uns befreit vom letzten Gericht und von der Angst davor. Wir müssen nicht mehr in der Furcht vor diesem Gericht leben, sondern wir dürfen immer und immer wieder, wenn wir wieder gefallen sind und vor Gott und den Menschen gesündigt haben, zurückkehren zu Gott, und seine Vergebung annehmen. Jesus hat für deine Sünden alle zusammen, ohne eine einzige Ausnahme, bezahlt. Und wenn du weißt, dass du in einer Sünde drin lebst, aus der du nur schwer herauskommst, dann nimm doch die Hilfe der Gemeinde an, suche den Pastor oder einen Ältesten oder sonst eine Vertrauensperson auf und sage das und dann lass für dich beten. Das ist ein Angebot deiner Gemeinde, das du dringend annehmen solltest. Denn Gott wünscht sich deine Freiheit, und manchmal will er auch, dass wir diese gemeinsam erkämpfen. Dafür hat er uns auch die Gemeinde gegeben und möchte, dass wir nicht nur zusammenkommen, um ein wenig christlicher Verein zu spielen. Gemeinde Jesu ist niemals einfach ein Verein, sondern sie ist Gottes Tempel, wo der Gott in seiner ganzen Fülle und Herrlichkeit wohnt und uns die Kraft gibt, gegen die Mächte der Finsternis anzukämpfen. Er hat es der Gemeinde, auch der Volksmission in Wälde, versprochen, dass die Pforten der Hölle sie niemals überwinden werden. Das ist das Versprechen an die ganze Gemeinde.

Als einzelne Christen werden wir immer mal wieder von Satan überlistet und zu Boden gekämpft, und Gott lässt das zu, damit wir erkennen können, wie sehr wir die verbindliche Gemeinschaft in der Gemeinde brauchen. Gott geht es in erster Linie um die Gemeinde als Ganzes. Sie ist die Braut von Christus. Erst in zweiter Linie zählt das Wohlergehen des einzelnen Christen. Wenn es nötig ist für die ganze Gemeinde, um wachsen zu können, dann ist das wichtiger als die moderne Frage: Was bringt es MIR? Wir heutigen Christen neigen doch dazu, immer zu fragen: Und ich? Wo bleibe ich? Was springt dabei heraus für mich? Da sehen wir: ICH, ICH, ICH und nochmal ICH. Und dann irgendwann Gottes Wille, und wenn es zeitlich und so irgendwie reinpasst, dann auch mal noch die Gemeinde.

In den ersten Jahren der Pfingstbewegung hier in Deutschland gab es einige Prediger, die haben gesagt, die Eisenbahn sei ein Teufelsding. Nicht etwa, weil sie so raucht und ein wenig nach Hölle stinkt, sondern weil es immer mehr Menschen gab, die am Sonntag, wenn sie in der Predigt sein sollten, oder zu den Gebetstreffen, der Bibelstunde oder dem Jugendkreis, lieber mit der Eisenbahn in der Landschaft umhergefahren sind und sich amüsiert haben. Was gibt es heute für solche Teufelsdinge? Fernseher, Internet, Computerspiele, Kinos, und manches mehr in der Art. Das sind alles nicht einfach Teufelsdinge, weil sie etwa nur schlecht sind. Alle diese Dinge haben ihre Berechtigung, aber wir selbst machen sie zu Teufelsdingen, weil wir ihnen den falschen Platz in unserem Leben geben. Anstatt dass wir sie einfach als Werkzeuge brauchen, die sie ja eigentlich sind, werden sie zu unseren Götzen, sie nehmen in unserem Leben den Platz von Gott ein und bestimmen oft unsere Freizeit. Da gibt es Computerspiele, die werden als Gruppe übers Internet gespielt. Dann kann ja nur dann gespielt werden, wenn auch andere von der Gruppe Zeit haben. Und schon kann es sein, dass wir auf andere Dinge, die wirklich wichtig wären, wie der Besuch eines Hauskreises, vom Jugendkreis oder gar der Royal Rangers, verzichten.

3. Die Konsequenzen der Erlösung

Weil Jesus uns also freigekauft hat, dürfen wir als Freie leben. Mahatma Gandhi, ein Inder und Zeit seines Lebens Buddhist, ein großer Philosoph, der von vielen verehrt wird, weil er sich immer für Frieden zwischen den Völkern und Religionen eingesetzt hat, hat sich viel mit Jesus und der Bibel beschäftigt. Er sah Jesus als großen, weisen Lehrer, als einen der besten Lehrer überhaupt. Als er einmal gefragt wurde, warum er nicht Christ würde, sagte er, dass er das nicht könne, weil die Christen, die er kenne, einen viel zu wenig erlösten Eindruck machten. Und damit hat er absolut recht. Ich glaube, dass wir in der ganzen Welt einen viel größeren Einfluss haben könnten, wenn wir wirklich diese Erlösung auch im Alltag ganz praktisch leben würden. So wollen wir nun die praktischen Konsequenzen der Erlösung betrachten. Da es hiervon viel zu viele gäbe und man eigentlich über jede einzelne eine ganze Predigt halten müsste, habe ich vier davon ausgewählt.

3.1. Das Leben als Kinder Gottes

Erstens: Wir leben deshalb als Kinder Gottes. Wenn wir Gott unsere Sünden bekannt haben und den Herrn Jesus als Retter und Erlöser über unser Leben gestellt haben und glauben, dass er wirklich für uns (für mich) gestorben ist – glaubst du das? – dann sind wir Gottes Kinder geworden. Gott ist König über alle Könige. Und als seine Kinder dürfen wir jederzeit zu ihm kommen. Wir haben freien Zugang zum Thron von Gott und müssen nicht erst um eine Audienz bitten, nein, Gott möchte immer mit dir Audienz haben, nicht nur einmal am Tag, sondern in jedem Augenblick. So lesen wir im Hebräerbrief 4, 14 – 16:

Da wir nun einen großen Hohenpriester haben, der die Himmel durchschritten hat, Jesus, den Sohn Gottes, so lasset uns festhalten an dem Bekenntnis! Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der kein Mitleid haben könnte mit unsren Schwachheiten, sondern der in allem gleich wie wir versucht worden ist, doch ohne Sünde. So lasset uns nun mit Freimütigkeit hinzutreten zum Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit erlangen und Gnade finden zu rechtzeitiger Hilfe!

So können wir immer wieder auch tagsüber bei der Arbeit oder auf dem Weg zur Arbeit mit Gott in Kontakt treten. Das hilft uns auch, dass wir uns besser an das erinnern, was Gott von uns möchte, wenn wir uns möglichst schnell in irgend einer Situation entscheiden müssen. Es ist vor allem auch sehr wertvoll, wenn wir den Tag mit einem Wort aus der Bibel beginnen, dann können wir in Gedanken auch den ganzen Tag darüber nachdenken und dann haben es die schlechten Gedanken auch viel schwerer, sich in unseren Köpfen festzuklammern. Deshalb ist es sehr gut, wenn wir den Tag mit der täglichen Bibellese oder zumindest einer Tageslosung beginnen und uns vornehmen, in den Momenten freier Zeit darüber nachzudenken. Wenn du es jetzt noch nicht tust, dann fang doch am besten gleich morgen damit an!

3.2. Das Leben im Geist

Weil Jesus Christus uns erlöst hat, können wir zweitens auch zusammen mit dem Heiligen Geist leben. Wenn man in der ganzen Bibel danach sucht, was eigentlich die Aufgabe des Heiligen Geistes ist, dann kann man das alles zusammenfassen in der wichtigsten Funktion: Er hat die Aufgabe, uns an alles zu erinnern, was Gott uns gesagt hat. In der Zeit des alten Bundes hatten nur Könige, Propheten und Hohepriester die Salbung des Heiligen Geistes.

Der Leiter (wie Mose) und der König (wie David) hatte die Aufgabe, das ganze Volk richtig zu führen. Dazu musste er immer wieder an das erinnert werden, was Gottes Wille mit dem ganzen Volk ist. Heute ist diese Aufgabe den Ältesten zusammen mit dem Pastor anvertraut. Die Ältesten suchen die Richtung, die Gott mit der Ortsgemeinde gehen möchte und geben diese vor. Der Pastor übernimmt diese Richtung und führt die Gemeinde in die einzelnen Schritte, welche nötig sind. Gemeinsam können sie Konflikte lösen und hüten die Gemeinde mit allen notwendigen Mitteln davor, diesen Weg zu verlassen. Dazu ist es absolut notwendig, dass die Gemeinde im Fall der Fälle auch bereit ist, Gemeindezuch zu üben. Gott prüft immer mal wieder, ob die Gemeinde auch bereit ist, dies zu tun. Es ist eine schlimme und wirklich überaus schwierige Sache, aber der Schutz der gesamten Ortsgemeinde und die Liebe zu denjenigen, welche in Sünde gefallen sind, machen das notwendig. Wenn eine Gemeinde jedoch dazu bereit ist, und im Notfall auch ein Exempel statuiert, wird es selten lange dauern bis diese Person merkt, dass etwas im Leben fehlt und sich vielleicht auch schwere Krankheiten breitmachen oder Ähnliches geschieht. Dies zeigt der Person, dass sie nicht in der Sünde bleiben kann.

Zusätzlich zu diesem Druck von außen kommt auch der innere Druck, den der Heilige Geist auf das Gewissen der Person macht. Doch nicht erst im akuten Fall geschieht das, nein, der Heilige Geist spricht üblicherweise mit einer zärtlichen, leisen Stimme, und wenn wir gut auf sie hören, wird er uns auch so von vielen Sünden abhalten, die wir sonst tun würden. Je sensibler wir werden für diese Stimme, desto mehr hilft uns auch der Heilige Geist im Leben, nämlich zu einem:

3.3. Das Leben im Sieg

Ja, genau, ein Leben im Sieg möchte Gott uns schenken. Das ist eigentlich etwas ganz Wunderbares. Ich muss gestehen, ich habe dieses Arme-Sünder-Evangelium, das gar keine frohe Botschaft ist, endgültig satt. Gott möchte uns nicht immer wieder und wieder am Boden halten. Wenn uns etwas am Boden hält, dann sind wir es selbst. Viele Christen sind entweder zu faul um das Leben im Sieg in Anspruch zu nehmen oder sind falsch belehrt darüber. Beim Leben im Sieg geht es nicht um ein endgültiges Leben der absoluten Perfektion. Es geht vielmehr darum, dass wir keine Rückschritte und kein Stehenbleiben am gleuchen Ort in unserem Leben mehr dulden. Gott möchte, dass wir vorwärts gehen und das Land, nämlich alle seine Verheißungen, einnehmen.

Wenn du das möchtest, dann habe ich eine gute Nachricht an dich: Gott möchte das auch! Manchmal denke ich, dass viele Christen sich ähnlich benehmen wie die Enten meines Opas. Er hatte eine ganze Menge Hühner, ein paar Schweine und ein paar Enten, zeitweise auch Ziegen und Kaninchen. Einmal, so erzählte er mir, gab es eine Zeit lang starke Regenfälle und der Boden war ganz schlammig. Die Enten mussten sich immer sehr anstrengen, um einen Schritt vorwärts machen zu können. Als dann aber der Boden wieder trocken und hart war, gingen die Enten einige Tage lang trotzdem immer noch so, als ob der Boden noch immer so schlammig wäre. So scheinen mir manche Christen auch zu sein. Sie sind zwar eigentlich frei, laufen aber immer noch wie in den Ketten des Teufels herum. Wenn wir wirklich wissen, dass wir frei sind, und mit Hilfe eines guten Seelsorgers frei werden von den Dingen, die uns in der Vergangenheit halten wollen, Bitterkeit, Unversöhnlichkeit, Hass, Neid, Süchte und mehr, wenn wir davon frei sind, dürfen wir wirklich als völlig Freie leben. Als solche, die die Welt überwunden haben. Als solche, die nicht mehr in das Gericht kommen können. Als solche, die keine Angst mehr haben müssen. Als solche, deren Sünde und Schuld unseres ganzen Lebens am Kreuz von Golgatha festgenagelt wurden. Willst du als ein solcher leben?

3.4. Das Leben in der Erwartung Seiner Wiederkunft

Wenn du das möchtest, dann lebe in der Erwartung, dass Jesus Christus wiederkommt. Ich möchte niemandem Angst machen, das ist mir ferne, aber die Zeichen der Zeit weisen sehr deutlich darauf hin, dass dieser Moment schon sehr sehr bald kommt. Allein von diesen Zeichen her gesehen könnte es heute Nachmittag so weit sein. Es könnte auch jetzt, während der heutigen Predigt so weit sein. Es kann auch sein, dass es erst in zwanzig Jahren so weit ist. Möglich ist es. Aber die Wahrscheinlichkeit ist meines Erachtens sehr groß, dass es schon vorher so weit ist. Und deshalb sollte uns das anspornen, so gut wir können, diese letzten Tage und Jahre, die uns noch bleiben, möglichst effektiv für Gott zu leben. Er möchte uns dabei helfen. Und er hat einen Plan für dich bereit, in den du immer tiefer hineinwachsen darfst. Und du wirst sehen, dass Dinge, die du dir jetzt noch kaum zu erträumen wagst, in deinem Leben passieren. Dass Menschen, für die du heute noch betest, vielleicht morgen schon zum Glauben an den Herrn Jesus kommen. Dass Krankheiten, gegen die du heute noch ankämpfst und um Heilung betest, vielleicht morgen schon geheilt sein werden. Gott ist nichts unmöglich. Und er will dir helfen bei allem, was du tust.

Wenn wir also lernen, als Kinder Gottes zu jeder Zeit in seiner Gegenwart und im Gespräch mit ihm zu leben, wenn wir lernen, zusammen mit dem Heiligen Geist zu leben und wenn wir lernen, in der Erwartung der sehr baldigen Wiederkunft Christi zu leben, so wird Gott uns helfen, dass wir unser Leben zu einem großen Sieg Jesu machen können. Dafür ist er auf die Erde gekommen, um dir und mir das zu ermöglichen. Gott ist bereit für dich. Bist du es für ihn auch?

Matthäus 5, 6 – 7

Glückselig sind, die nach der Gerechtigkeit hungern und dürsten; denn sie sollen satt werden! Glückselig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen! (Matth. 5, 6 – 7)

Einleitung:

Jeder Mensch strebt in seinem Leben mehr oder weniger nach Glück. Und nicht Wenige haben diese Suche nach dem Glück zu ihrem ganzen Lebensinhalt gemacht. Man sucht dann derart intensiv nach seinem eigenen, persönlichen Glück, dass alles andere vergessen geht. Im heutigen Text geht es auch um Glück.

1. Wer sind denn die Glücklichen?

Unser Text beginnt mit „Glückselig sind“. Wir befinden uns, wie wohl die meisten bereits festgestellt haben werden, in den Seligpreisungen. Die Seligpreisungen sind der erste Teil der Bergpredigt, sozusagen die Einleitung in diese Predigt, die Jesus auf dem Berg gehalten hat. Die Seligpreisungen umfassen hier die Verse drei bis zehn. Das ist der erste Abschnitt der Bergpredigt. Man sieht das besonders gut daran, dass der erste und der letzte Vers des Abschnitts dieselbe Verheißung beinhaltet, nämlich: „Denn ihrer ist das Reich der Himmel“. Diese Worte bilden eine deutliche Klammer um den Abschnitt, sie sind der Rahmen der Seligpreisungen. Dieser erste Abschnitt der Bergpredigt, ist zugleich die Türe zur gesamten Bergpredigt und der Schlüssel, um sie verstehen zu können. Bevor wir uns also den Seligpreisungen zuwenden können, müssen wir erst den gesamten Abschnitt betrachten und verstehen.

In den Seligpreisungen geht es nicht um verschiedene Arten von Menschen, die wegen ihres sozialen Status oder wegen ihres Charakters als glückselig gepriesen werden. Nein, es geht nicht einmal um mehr als eine Gruppe von Menschen, sondern exakt um eine. Diese Gruppe von Menschen wird in Psalm 32, 1 beschrieben:

Glückselig der Mensch, dem der HERR keine Schuld zurechnet.

Überall, wo die Bibel Menschen als glückselig preist, geht es um genau die eine Gruppe von Menschen. Am besten lässt sich das wohl am Psalm 32 erläutern. Diesen Psalm schrieb David, als er sich seiner Schuld bewusst wurde, die er durch seine Sünde auf sich geladen hatte. Nicht jeder von uns lässt aus Neid oder sexueller Gier den Ehemann unseres Lustobjektes im Krieg umbringen. Das liegt wohl auch mit daran, dass die meisten von uns nicht in der Position stehen, die dieses Vorgehen ermöglichen würde. Und doch ist jeder von uns immer wieder mit persönlicher Schuld konfrontiert: Es ist ja heutzutage so üblich geworden, dass man auf den ersten Blick nach außen hin eine tadellose Fassade aufbauen muss. Dies zeigt sich zum Beispiel darin, dass man auf die Frage, wie es einem geht, üblicherweise mit einem „danke, gut“ antworten sollte. Und was, wenn das nun nicht stimmt? Wenn wir in dem Moment am liebsten schreien würden? Die Bibel nennt dies klar und deutlich: Lüge. Falschaussage. Schuld. Punkt. So sammelt sich jeder Mensch im Laufe seines Lebens einen ganzen Rucksack mit solcher Schuld an. Sie ist wie ein Berg aus Steinen, die uns auf den Rücken und die Wirbelsäule drückt. Schuld vor Gott. Schuld, die uns von Gott trennt, denn Gott ist Licht und möchte diese Schuld ans Tageslicht bringen. Und was tun wir? Wir verstecken unsere Schuld, wir malen sie farbig an, indem wir ihr hochpsychologische Namen verleihen und vieles mehr. Doch was bleibt, ist immer noch Schuld. Schuld vor Gott. Schuld, die unser Leben zerstört.

Doch Gott wollte uns nicht in diesem Sumpf der Schuld ertrinken lassen. Er hat – aus Liebe zu uns – den einzigen Weg beschritten, um uns aus diesem Sumpf herauszureißen. Sumpf ist übrigens ein sehr passendes Wort hierfür. Man läuft arglos hinein, will hindurch – und kommt plötzlich nicht mehr heraus. Eine „Notlüge“ erfordert oft eine zweite und dritte Lüge und unbemerkt in die Verstrickungen eines ganzen Netzes von weiteren Lügen. Der Weg, um uns aus diesem Sumpf zu retten, hat Gott alles gekostet. Und Er war bereit, alles zu geben. Es gab nur eine Möglichkeit, damit der gerechte Gott Sich gnädig zeigen kann. Schuld erfordert immer eine Bezahlung dieser Schuld. So ist Gott in Jesus Christus Selbst auf unsere Erde gekommen und hat ein Leben wie wir alle gelebt – einzig mit dem Unterschied, dass Er niemals gesündigt hat. Er hat alle Schwierigkeiten des menschlichen Lebens Selbst miterlebt. Schließlich wurde Er sogar als uneheliches Kind geboren, eine Schande in der damaligen Zeit. Und am Ende Seines Lebens auf dieser Erde hat Er die Schuld, die wir alle bei Gott haben, mit Seinem Eigenen Leben, Leiden und Sterben bezahlt. Nach drei Tagen wurde Er wieder auferweckt von den Toten und hat dadurch auch den Tod besiegt. Wenn wir nun glauben, dass Er für uns persönlich gestorben und auferstanden ist, damit wir wieder in dieser von Gott geplanten und geschaffenen Beziehung mit Ihm leben können und der ewige Tod für uns aufgehoben ist, so dürfen wir Gott im Gebet unsere Sünden bekennen und Ihm danken für diese wunderbare Tat am Kreuz. Wir dürfen Ihn bitten, als unser Herr und Retter in unser Leben zu kommen und dürfen wissen: Wir sind ab diesem Moment Gottes Kinder, die jederzeit zu Ihm im Gebet kommen dürfen. Von diesem Moment an gehören wir zu denjenigen, von welchen die Bibel sagt: Glückselig sind sie. Glückselig sind sie, denn ihnen ist die Schuld vergeben. Glückselig sind sie, denn sie sind wie ein blühender und fruchttragender Baum, der an Wasserbächen gepflanzt ist. Glückselig sind sie, denn nun können sie die Bergpredigt nicht nur richtig verstehen, sondern auch im täglichen Leben umsetzen.

Wir haben gesehen, dass es sich bei den Menschen, die in den Seligpreisungen angesprochen werden, um diejenigen handelt, denen das Reich der Himmel oder das Reich Gottes gehört. Das Reich Gottes ist immer dort anwesend, wo der Wille Gottes gepredigt, gelehrt und gelebt wird. Deshalb beten wir auch: „Dein Reich komme, Dein Wille geschehe“. Dies ist in der Gemeinde der Fall. Jedes Kind Gottes ist Teil der Gemeinde, und ohne Gemeinde zu leben, ist äußerst schwierig, wenn nicht gar gefährlich. Unsere ganzen Seligpreisungen und damit auch die Bergpredigt gelten also für die Gemeinde. Die Seligpreisungen zeigen uns, welches der Charakter und das Verhalten eines gläubigen Christen, also eines Kindes Gottes, sein soll.

2. Der Charakter: Hunger und Durst nach der Gerechtigkeit

Glückselig sind, die da hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit, denn sie sollen satt werden.

In diesem Vers wird der Charakter eines Christen beschrieben: Er hungert und dürstet nach der Gerechtig-keit. Hunger und Durst sind zwei Zustände, die wir uns zumeist gar nicht wirklich vorstellen können. Wir leben in einem Teil der Erde, der an allem Notwendigen Überfluss hat. In unserem westlichen Europa haben wir genügend Brot, Reis, Teigwaren, und so weiter. Selbst dann, wenn wir uns eine Fastenzeit gesetzt haben, können wir das dennoch in dem Wissen tun, dass wir sie jederzeit unterbrechen können und dann genug für uns vorhanden ist. Das ist nicht selbstverständlich, denn nach Zahlen aus dem Oktober 2010 sterben jeden Tag 25’000 Menschen weltweit an Hunger, das ist durchschnittlich ein Mensch je dreieinhalb Sekunden. Bei unserem Vers geht es zwar nicht um ein Fehlen von Lebensmitteln, sondern um einen anderen Mangel. Wenn die Bibel von Hunger und Durst schreibt, geht es immer um einen sehr starken Mangel, der unsere ganze Existenz, unser Leben als solches betrifft. Jemand also, der nach der Gerechtigkeit hungert und dürstet, weiß, dass er keine Überlebenschance hat, wenn er nicht binnen baldiger Frist seinen Mangel stillen kann.

Ein gläubiger Christ weiß also, dass er die göttliche Gerechtigkeit ganz dringend nötig hat. Er hungert und dürstet nach ihr, und nicht nach etwas anderem. Wer aber nicht gläubig ist, hat keine Ahnung davon, dass er diese Gerechtigkeit braucht. Ein Ungläubiger hungert und dürstet vor allem nach Ablenkung, Zeitvertrieb, Geld oder weltliche Sicherheit durch Lebensversicherungen, steigende Aktien, Immobilien oder einem gut gefüllten Bankkonto. Es sind alles Dinge, die für die Ewigkeit keinen Wert haben. Die Menschen, welche sich solche Schätze anhäufen, sind allesamt sehr töricht, denn im Lichte der Ewigkeit betrachtet ist ihr ganzer Besitz wertlos. Wenn sie darum wüssten, so würden sie auf jeden Fall auch sogleich beginnen, nach der göttlichen Gerechtigkeit zu hungern und dürsten. Doch sie verschließen lieber ihre Ohren, verstopfen sie und fahren fort zu leben, als ob ihre Ewigkeit in dieser vergänglichen Welt zu finden wäre.

Die Gerechtigkeit, nach der wir hungern und dürsten, ist die Freiheit von Sünde. Wir wissen, dass Sünde immer von Gott trennt, und deshalb ist jede Sünde etwas absolut Abscheuliches, etwas Schreckliches. Wir wissen nämlich, dass unsere Sünden derart schrecklich sind, dass sie dem Herrn Jesus die ganzen Leiden, Folterqualen und schlussendlich den Tod am Kreuz eingebracht haben. Wenn wir in unseren Gedanken den Herrn sehen, wie Er da ausgeliefert ist, wie Er blutüberströmt am Pfahl hängt, wie man Sein Haupt mit der Dornenkrone geschändet hat. Seht ihr Ihn? Sehr ihr, wie Er da hängt? Zwischen Himmel und Erde auf dem Hügel Golgatha. Wie ein Verbrecher. Doch die wahren Verbrecher, die sind wir. Diese Gewissheit um die Abscheulichkeit unserer Sünden, die Ihm all diese Qualen eingebracht haben, lässt uns danach hungern und dürsten, gänzlich von Sünde frei zu werden. Als Christen sind wir Gerechtfertigte, denen auch die Macht der Sünde nichts mehr anhaben kann. Und dennoch, wir rufen mit Paulus zusammen laut aus: Wer wird uns herausreißen aus diesem Leib der Sünde? (Röm. 7, 24) Das ist der Charakter des Gläubigen. Das ist der Hunger nach der göttlichen Gerechtigkeit. Das ist das Verlangen, frei zu werden. Frei von aller Sünde, frei von jedem Sündigen.

Geliebte Brüder und Schwestern, wir dürfen zu jeder Zeit auch zum Herrn schreien und zu Ihm flehen im Gebet, dass Er uns das tägliche Brot der Gerechtigkeit schenken möge. Dass Er uns hilft, die Versuchungen, die Tag für Tag auf uns einstürmen und uns überrennen wollen, zu überwinden. Er ist Jahwe, unser Fels in der Brandung, der Herr, der gerne hilft. Er wird Sich unser annehmen und uns helfen. Es ist Seine Zusage, die Er uns macht: denn sie sollen satt werden. Diese Verheißung, das Versprechen um die Hilfe in der Not der Versuchungen, gilt uns allen, die an Seinen Namen glauben. Sie sollen satt werden. Der Sturm soll gestillt werden. Und es ist der Herr, der Schöpfer des Universums, der Selbst dafür sorgen wird.

Doch wie geschieht das? Wie können wir satt werden? Auch hier gibt es eine schöne Parallele zum Hunger. Man kann nicht nur einmal im Leben essen und trinken und bleibt dann satt bis zum Ende des Lebens. Der Hunger und Durst müssen jeden Tag von Neuem gestillt werden. Und wenn Gott unseren Hunger und Durst nach der göttlichen Gerechtigkeit stillt, so ist es da genauso. Es ist notwendig, dass wir immer wieder zum Herrn kommen und Ihn um noch mehr von dieser Gerechtigkeit bitten. Es ist das Werk des Heiligen Geistes an uns, dass Er unsere Augen geöffnet hat, damit wir unsere Sündhaftigkeit sehen konnten. Es war Sein Werk, den Glauben an den Herrn Jesus in unseren Herzen zu versenken und die Wiedergeburt zu vollführen. Und nun ist es Sein Werk, uns durch diesen Prozess des Hunger-Stillens hindurchzuführen. Immer mehr, so dürfen wir feststellen, bekommen wir eine geistliche Sensibilität für Dinge, die falsch sind im Lichte der Bibel. Immer mehr fallen uns Dinge auf an uns, die Gott nicht gefallen. Und nun gibt uns der Heilige Geist auch die Kraft, um diese Sünden zu überwinden. Es ist nicht immer alles dran. Aber alles, was Gottes Geist uns gerade in unserem Leben besonders aufzeigt.

Und nun könnte jemand kommen und sagen: Ich bin jetzt seit vielen Jahren Christ, aber ich habe keinen solchen Hunger und Durst nach der Gerechtigkeit Gottes mehr. Wenn nun wirklich jemand mit diesem Gedanken hier drin sitzt, so möchte ich die betreffende Person bitten, in den kommenden Tagen vermehrt ganz gründlich in der Bibel zu lesen und das eigene Leben unter die Lupe zu nehmen. Vielleicht helfen auch ein paar dieser Fragen: Bin ich wirklich gewillt, mich mit Gottes Augen zu sehen? Bin ich gewillt, mich von Gottes Geist verändern zu lassen? Bin ich freundlich, hilfsbereit und gebe anderen Menschen gerne von all dem ab, was ich selbst habe, an Zeit, Kraft, Geld, Lebensmitteln, sonstigen Gütern? Bin ich auch dann freundlich, wenn andere mich verspotten? Wann habe ich zum letzten Mal jemanden in die Gemeinde ein-geladen und dann abgeholt und mitgebracht?

Wenn Gottes Geist uns verändern möchte, so lässt Er oftmals auch Leid zu in unserem Leben. Das ist nicht etwas, was Gott Freude macht, im Gegenteil, Er leidet mit uns mit. Aber oft ist es notwendig, uns auf diese Art und Weise unsere Grenzen zu zeigen. Damit wir begreifen, dass wir noch nicht am Ende angelangt sind. Und damit wir lernen, immer von Ihm, der unsere Quelle von allem Guten ist, abhängig zu bleiben. Denn wir wissen, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten mitwirken, schreibt Paulus im Röm. 8, 28. Im Vers danach erklärt er das und sagt, dass die Umgestaltung in das Bild des Herrn Jesus das letztendliche Ziel unseres ganzen Lebens ist. Also dieser Prozess der Heiligung. Der Prozess, immer mehr von der göttlichen Gerechtigkeit zu bekommen.

In all dem kann uns der Herr Jesus aber sehr gut verstehen, denn Er selbst hat all die Versuchungen, unter denen wir heute zu leiden haben, all die Schmerzen, all die Trauer, am Eigenen Leibe erfahren. So leidet Er auch mit uns mit, wenn wir am Leid dieser Welt zu leiden haben. So, wie ein Christ barmherzig sein soll, so ist auch Er barmherzig. Hiermit kommen wir zum nächsten Vers.

3. Das Verhalten: Barmherzigkeit

Glückselig sind die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.

Bisher haben wir uns mit den in den Versen 3 – 6 ausgeführten Merkmalen des christlichen Charakters befasst. Nach diesen kommen in den Versen 7 – 10 die Merkmale des christlichen Verhaltens. Das erste dieser Merkmal ist, dass ein Christ barmherzig ist. Es ist von großer Bedeutung, dass wir wissen, dass das Verhalten immer ein sichtbarer Ausdruck des Charakters ist. Deshalb kommt auch hier in den Seligpreisungen zuerst der Charakter zur Sprache. Der Charakter ist immer das Fundament, auf dem das Verhalten aufgebaut ist, denn jedes Verhalten ist eine Frucht des Charakters. Nur so ist es zu verstehen, dass Paulus und Jakobus beide Abraham als Vorbild für die Rechtfertigung nehmen: Bei Paulus ist er ein Vorbild für den Glauben, der ein Teil des Charakters ist, und bei Jakobus ist Abraham das Vorbild für das Verhalten, welches ein sichtbarer Ausdruck, eine Manifestation dieses glaubensvollen Charakters ist.

So ist jedes Verhalten erst dann verständlich, wenn wir den Charakter unter die Lupe genommen haben aber zugleich kann man den Charakter aus dem Verhalten ableiten. Wenn wir einen Becher mit frischem Wasser füllen und sich das Wasser im Becher verfärbt, so können wir daraus schließen, dass der Becher nicht ganz sauber war. So widerspiegelt jedes Verhalten ein Stück vom Charakter der jeweiligen Person. So sind auch unsere hiesigen Seligpreisungen ein sehr guter Maßstab für unseren Glauben. An ihnen lässt sich erkennen, dass wir noch nicht ganz am Ziel angelangt sind. Zugleich sollten wir an ihnen auch erkennen können, dass wir dennoch im Laufe der Jahre ein Stück weit auf dieses Ziel zu gewachsen sind. Das können wir dann sehen, wenn wir unser Leben seit dem Zeitpunkt der Bekehrung bis heute durch das Fernglas dieser Verse betrachten.

Glückselig sind die Barmherzigen. Barmherzigkeit bedeutet, dass wir erstens erkennen, worin unsere Mitmenschen unter dem Fluch leiden, den die Ursünde über die Welt gebracht hat. Menschen, die krank sind, Schmerzen haben, trauern, ächzen und stöhnen unter der Last ihrer Arbeit, Ehen, die zerbrechen, eine Gesellschaft der Korruption, und so weiter. Die gesamte Pervertierung der so wunderbar geschaffenen Welt, der göttlichen Schöpfung, ist die Folge von Sünde. Gegenseitige Ausbeutung ist Sünde. Streit um des Gewinnens willen ist Sünde. Gemachte Versprechen brechen und dadurch andere Menschen enttäuschen, ist Sünde. Alles Elend dieser Welt lässt sich mit einem Wort zusammenfassen: Sünde. Und hier beginnt nämlich der erste Schritt der Barmherzigkeit, dass wir erkennen, dass dies der Fall ist.

Doch Barmherzigkeit bleibt nie beim Erkennen stehen. Leider meinen viele Menschen, dass die Probleme der Welt allein dadurch gelöst werden können, dass man sie anspricht. Doch wahre Barmherzigkeit spricht die Probleme nicht nur an, sie leidet mit. Sie tröstet die Trauernden, weint mit den Weinenden, beichtet mit den Beichtenden und gibt sich so an diejenigen hin, die ganz besonders am Fluch der Sünde zu leiden haben.

Drittens aber, und das ist das Wichtigste, Barmherzigkeit tut alles, um die Folgen der Sünde zu beseitigen. Wer wirklich barmherzig im Sinne Gottes ist, der gibt sich auch der Aufgabe hin, die Probleme zu lösen, welche das Resultat dieses Fluchs sind. Barmherzigkeit nimmt sich derer an, die an sich verzweifeln und gibt dort den Samen des Evangeliums in den Boden hinein, der, durch das schwere Leid gepflügt, tiefe Furchen aufweist. Manchen Menschen sieht man die Furchen des Herzens auch im Gesicht an. Gerade auch dort finden wir sehr oft einen Herzensboden vor, der über viele Jahre hinweg vernachläßigt wurde, und doch wunderbar vorbereitet ist. Oft ist der Boden derart ausgetrocknet, dass der Same erst dann wirklich keimen kann, wenn er durch die Gießkanne des Gebets mit genügend Wasser des Heiligen Geistes bewässert wurde. Vielfach lohnt es sich sehr, diesen Versuch zu wagen und vom Herrn Jesus zu erzählen. In unserer Zeit der fehlenden Werte und einer lügnerischen Toleranz hungern viele Menschen nach Verbindlichkeit und Wahrheit.

Als Christen dürfen wir wissen, dass Gott uns versprochen hat: Weil wir barmherzig sind, werden wir auch Barmherzigkeit empfangen. Gott weiß um unsere Nöte und leidet mit uns. Und eines Tages wird Er auch alle unsere Nöte beseitigen. Er wird neue Himmel und eine neue Erde schaffen. Wir werden aus diesem Leib des Todes und de Sünde herausgerissen und in Auferstehungsleibern die gesamte Ewigkeit mit unserem Herrn und Retter zusammen verbringen. Und gerade da wir Gott als den Barmherzigen als unser Vorbild haben, dürfen auch wir als Barmherzige leben.

Zusammenfassung:

Als Gläubige sind wir Gottes Kinder und Gerechtfertigte. Dennoch hungern und dürsten wir unser Leben lang nach der Gerechtigkeit Gottes, denn noch leben wir ja in unserem sterblichen Leib und sündigen leider immer wieder. Doch der Heilige Geist hilft uns gerne, die Sünden, die uns immer wieder versuchen wollen, immer mehr zu überwinden und nach Gottes Willen zu leben, wenn wir Ihn bitten. Da wir um unsere eigene Sündhaftigkeit wissen, sind wir auch anderen gegenüber barmherzig und helfen ihnen, die Folgen des Fluchs, unter denen sie leiden, zu überwinden. Wir reden mit ihnen über das, was der Herr Jesus für uns getan hat, und tun alles, um ihnen in ihrem täglichen Leben und Mühen zu helfen.

Gedanken zur Bildungspolitik

Die Kinder unseres Landes sind unsere Zukunft. Deshalb ist die Investition in Ehe, Familie und Bildung das zentrale Thema bei jeglicher Zukunftsplanung. Die Investition in unsere Zukunft ist unsere Verantwortung und zwar sowohl als Staat, als Region, als Ort, als Familie, aber auch als einzelne Person. Jede und jeder ist verantwortlich, sich für die Zukunft einzusetzen. Das beginnt mit der Bereitschaft, als Staat mehr von den Steuergeldern seines Volkes in die Bildung zu investieren. Die Bildungspflicht muss daher unanfechtbare Grundlage jeglicher bildungspolitischer Diskussion sein. Die in Deutschland festgesetzte Schulpflicht hingegen, welche vielen Familien die Möglichkeit des sogenannten Homeschooling (Kinder nach dem vom Staat vorgegebenen Lehrplan privat zu Hause von den Eltern oder einem Privatlehrer zu unterrichten) und damit die Freiheit nimmt (Schutz der Familie als Quelle von Erziehung und Bildung), ist ein Relikt aus der Zeit des braunen Regimes (die Schulpflicht wurde 1938 festgesetzt). Diese gesetzliche Regelung der Schulpflicht soll in eine vertretbare Bildungspflicht umgewandelt werden. Zugleich sollte ein Staat auch gemeinsam mit professionellen Pädagogen Konzepte entwickeln, nach denen Eltern oder Gemeinden zu anerkannten Bildungsgemeinschaften werden können. Der Lehrplan wird demnach natürlich weiterhin von staatlicher Hand in Grundzügen erarbeitet, sowie auch Lehrmittel, die auch von selbstbildenden Eltern oder Gemeindepädagogen verwendet werden können, sowie für alle obligatorische Prüfungen. Wie der Stoff jedoch dann im Einzelnen erarbeitet wird, möge jedem selbst überlassen werden. Weiter sollen auch vermehrt christliche Kindergärten, Schulen und Gymnasien, sowie auch eine Universität auf biblischer Bekenntnisgrundlage gegründet werden. Besonders wichtig wäre deshalb auch die Universität, an welcher unter anderem auch Pädagogik studiert werden kann. Eine solche Bekenntnis-Universität geht nicht vom humanistischen, sondern vom biblischen Menschenbild aus, und ist deshalb alleine in der Lage, auf die Probleme der heutigen Pädagogik eine adäquate Antwort zu geben.


Sobald die Erziehung und Pflege von Kindern wieder ihren eigentlichen Stellenwert erhält, indem der Beruf der Hausfrau und Mutter als vollwertige Arbeitsstelle gilt und als solche auch finanziell honoriert wird, kann man natürlich auch die Krippen größtenteils schließen. Das Steuergeld, welches durch die Schließung der Krippen eingespart werden kann, fließt auf diese Weise direkt in die Familien, wo es nach bestem Wissen und Gewissen der Eltern für das Wohl der Kinder eingesetzt wird. Idealerweise kann man so kleinere Klassen in der Grundschule schaffen, was dafür sorgt, dass die Lehrer noch besser auf die einzelnen Schüler eingehen können und so ihr Potential fördern. Es sollte vor allem auch Raum geschaffen werden für Kinder mit unterschiedlicher Herkunft, Persönlichkeit, Intelligenz und weiteren Begabungen, die nebst der üblichen Grundbildung (Deutsch sprechen, Lesen, Schreiben, Rechnen) zusätzlich stark gefördert werden soll. So kann man Problemen mit Kindern mit hoher Intelligenz, speziellen Persönlichkeitsbildern (was heutzutage leider als krankhafte „Syndrome“ abgetan und „kuriert“ wird) vorbeugen und diese zugleich in ihren zahlreichen Stärken fördern. Des Weiteren sollte die Beherrschung der Grundbildung zu den Mindestanforderungen für den Besuch einer nachfolgenden Schule (Realschule, Gymnasium) werden. Weitere Fremdsprachen sollten in der Grundschule möglichst nur denjenigen angeboten werden, welche den Stoff der Grundbildung bereits beherrschen. In der deutschsprachigen Welt sollte auch die Muttersprache von Kindern mit Migrationshintergrund erst dann gelernt werden dürfen, wenn ein Kind deutsch sprechen, lesen und schreiben kann.

Nicht einen Geist der Furchtsamkeit

Aus diesem Grunde erinnere ich dich daran, die Gabe Gottes anzufachen, die durch Auflegung meiner Hände in dir ist; denn Gott hat uns nicht einen Geist der Furchtsamkeit gegeben, sondern der Kraft und der Liebe und der Zucht. (2. Timotheus 1, 6 – 7)

Gottes Gnadengaben können in unterschiedlicher Stärke vorhanden sein. Paulus gebraucht hier das Bild der noch schwach glimmenden Kohle, die durch einen Luftstoß wieder zu einem richtigen Feuer auflodern kann und ermutigt Timotheus, dafür zu sorgen, dass es dazu kommt. Deshalb hier auch die Frage an dich, liebe Leserin, lieber Leser, was wünschst du dir? Möchtest du die Gaben als schwach glimmende Kohlen in dir drin haben oder als lodernder Waldbrand? Es liegt zum großen Teil in deiner Verantwortung, die richtigen Voraussetzungen zu schaffen, damit die Kohlen wieder richtig zum Brennen gebracht werden können.

Es gibt nämlich etwas, was unsere Gaben ersticken kann, und das ist die Furchtsamkeit, die Feigheit, oder schlicht gesagt: die Angst. Die Angst ist nie etwas, was Gott uns schickt oder für uns möchte. Gott möchte vielmehr, dass wir mutig vorwärtsgehen. Mut ist nicht Waghalsigkeit, sondern die goldene Mitte zwischen der Angst und der Waghalsigkeit. Mut bedeutet, die Kosten zu berechnen, und trotzdem im Vertrauen einen weiteren Schritt zu gehen. Vielleicht denkst du jetzt, dass Jesus die Angst als etwas Normales beschrieben hat, doch dem ist nicht so, ich möchte das jetzt erklären. Wenn wir in Johannes 16, 33 nachlesen, so steht da:

Solches habe ich zu euch geredet, auf daß ihr in mir Frieden habet. In der Welt habt ihr Trübsal; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden!

Martin Luther hat das Wort Trübsal zu seiner Zeit korrekt mit Angst übersetzt, aber das verstehen wir heute nicht mehr. Damals bedeutete Angst weniger das Gefühl der Angst, sondern in erster Linie: Die Umstände, die uns Angst einjagen können. Also eine schwierige Prüfung, ein Vorstellungsgespräch, ein schwieriger Chef, ein Fehler, den wir selbst gemacht haben und vieles mehr. Was im griechischen Text steht und hier mit Trübsal übersetzt wird, ist eigentlich ein Begriff aus der Architektur. Damit eine Säule in einem griechischen Tempel auch bei Wund und Wetter, bei Krieg und vielem mehr, stehen bleibt, muss sie durch eine bestimmte Menge an „Druck“ (Gewicht von oben her) auf ihr Fundament gedrückt werden. Diese Menge an Gewicht oder „Druck“ wurde mit dem griechischen Wort beschrieben, das übersetzt wird mit Trübsal. Man kann den Vers auch so lesen: In der Welt habt ihr Druck. Dieser Druck dient dazu, dass wir auf unser Fundament, den Herrn Jesus gedrückt werden und Ihm ganz nahe sind.

Wie wir auf diesen Druck reagieren, ist unsere Entscheidung. Und unsere Reaktion bestimmt sowohl das Maß unserer Gabe als auch einen Teil unserer Zukunft. Aus Entscheidungen werden nämlich Gewohnheiten und woran man sich gewöhnt hat, davon kommt man nur noch schwerlich los. Jede dieser Drucksituationen lässt uns zwischen zwei Arten von Reaktion wählen: Feigheit oder Mut. Wer die Feigheit wählt, verliert seine Freiheit, die wir durch Jesus bekommen haben. Er lässt sich dadurch fremdbestimmen von dem, der uns die göttliche Freiheit nehmen will: Satan. Wer den Mut wählt und im Glauben den nächsten Schritt geht, wird an Freiheit, Glauben und Stärke der Gnadengaben zunehmen und Gott damit ehren.

Noch ein Wort am Rande: Wer versucht, andere Menschen einzuschüchtern (Geist der Einschüchterung, Geist der Isebel: Sie schüchterte Elia dermaßen ein, dass er in die Wüste floh und dadurch seine prophetische Berufung verlor) macht sich selbst zum Werkzeug der Sünde und Satans. Das ist auch bei wiedergeborenen Christen jederzeit sehr gut möglich, beachte man zum Beispiel Römer 6,13. Wer andere zu manipulieren und einzuschüchtern sucht, nimmt ihnen die Freiheit, die sie in Christus haben, weg.

Der Heilige Geist ist aber nicht ein Geist der Furchtsamkeit, sondern der Kraft, der Liebe und der Zucht. Der Geist der Kraft gibt uns die übernatürliche Stärke, die auch der Herr Jesus in Seinem Dienst hatte. Man bedenke: Er tat nichts aus Sich Selbst, sondern nur was Er den Vater tun sah. Er verzichtete ganz und gar auf Seine Göttlichkeit, auf die Macht, die Ihm als Gott zustand, und lebte als Mensch. Auch Er empfing diesen Geist der Kraft und wurde dadurch zu Seinem Dienst befähigt. Mit dem Geist der Kraft ausgerüstet können wir dieselben Werke tun, die auch Er schon tat (und nach Seinem Wort sogar noch größere). Dieselbe Macht also, die Er auf Erden hatte, lebt in dir und mir und möchte uns zu unserem Dienst befähigen.

Es ist aber auch der Geist der Liebe. Gott ist die Quelle aller Liebe, und ohne Gott kann niemand lieben. Durch den Geist der Liebe werden wir zur Liebe zu Gott und zugleich zur Liebe zu unseren Mitmenschen befähigt. Liebe zu Gott zeigen wir durch die Pflege der Beziehung zu Ihm: Lesen in Seinem Wort, Reden mit Ihm, auf Ihn hören, etc. Zugleich helfen wir in dieser Liebe unseren Mitmenschen, wo sie es nötig haben und wo immer wir das tun können.

Es ist drittens der Geist der Zucht. Zucht bedeutet Selbstbeherrschung oder Selbstdisziplin. Das sieht so aus, dass wir unser Leben so weit im Griff haben, dass wir nicht nur auf das verzichten können, was uns schadet, sondern oft auch auf Dinge, die uns einfach gefallen würden, die aber für den Dienst am Herrn oder an unseren Mitmenschen draufgehen müssen. Der Geist befähigt uns, dies mit Freuden zu tun.

Was ist Sünde?

In unserer Zeit ist es ganz unmodern, von Sünde zu sprechen. Im Kontext von Emerging Church ist dieser Begriff sogar mit einem Tabu belegt. Dennoch ist es, um die Bibel zu verstehen, äußerst wichtig, alles beim Namen zu nennen, was auch die Bibel beim Namen nennt.

In der Bibel kommen hauptsächlich das hebräische Wort chat’at und das griechische Wort hamartia vor. Es gibt noch andere Begriffe im Hebräischen, aber diese sind eher selten und bezeichnen das bewusste und klar gewollte Sündigen gegen Gott. Chat’at und hamartia bedeuten beide dasselbe, nämlich die Verfehlung eines gesetzten Zieles. Nun ist der Mensch immer zielgerichtet geschaffen, nämlich für das Ziel der Beziehung und Kommunikation mit Gott.

Wo diese Kommunikation unterbrochen wird, findet Zielverfehlung, sprich: Sünde, statt. Es geht bei der Sünde nicht so sehr um ein: „Du sollst“ / „du musst“ / „du darfst nicht“, sondern darum, dass die von Gott gewollte und geschaffene Kommunikation hinfällig wird. So ist auch falsche Kommunikation zwischen den Menschen (im Sinne von Missverständnissen, verbalem Terror oder schweigendem Zurückziehen) ein klares Zeichen von Gericht über den Menschen. Wenn nun die Kommunikation mit Gott abgebrochen ist, so entstehen Sünden. Diese lassen sich zunächst in verschiedene Gruppierungen einteilen:

-Ichbezogenheit. An dieser ersten Gattung der Sünde sieht man, wie sehr auch bei Kleinkindern bereits die Kommunikation mit Gott unterbrochen ist. Man spricht von Erbsünde, weil dies der Fall ist: Ohne den Glauben an den Herrn Jesus (wie der aussieht, ist eine andere Frage) kann niemand gerettet werden. Diese Ichbezogenheit sehen wir zunächst darin, dass sich im Leben eines Menschen alles nur um sich selbst dreht. Alles muss auf genau die bestimmte Art und Weise dieser Person gemacht werden, „sonst wird das nix“. Die Person sieht dabei sich selbst als das Maß aller Dinge. Oft ist alles schlecht, wenn es nicht mindestens eben so gut ist, wie wenn sie es gemacht hätte. Die Person drängt sich in allem vor, will zuerst bedient werden und wäre unter Umständen zu Betrug oder gar weit Schlimmerem fähig.

Dieser Ichbezogenheit begegnet der Herr Jesus frontal von vorne und dreht ihr Weltbild um: Ichbezogenheit muss durch Demut ersetzt werden. Demut bedeutet eigentlich Dienstmut und bezeichnet die innere Haltung eines Menschen, der bereit ist, sich selbst hinten anzustellen und dafür zuerst anderen zu dienen. Das beste Beispiel gab uns der Herr Jesus selbst: Zuerst wusch er seinen Jüngern die Füße (dieses war damals eine niedrige Sklavenarbeit), danach gab er sein ganzes eigenes Leben hin, um sie zu retten. Da sehen wir das beste Vorbild wahrer Demut.

-Selbstzerstörung. Viele Menschen wachsen heutzutage mit sehr starken seelischen Schwächen auf. Leider gibt es oft Eltern, die (zumeist unbewusst und ungewollt) ihren Kindern durch ihr Verhalten zeigen: Du bist mir gleichgültig. Oder: Dich habe ich nie gewollt. Diese und viele Festlegungen mehr kommen aus der Zeit, in der wir uns als kleine Kinder von den Eltern vernachläßigt fühlten. Es kann sein, dass die Eltern einfach sehr viel arbeiten müssen und dadurch wenig Zeit für die Kinder haben und noch weniger Möglichkeiten, um die Kinder in der Wohnung mithelfen zu lassen. Wir beginnen dann (auch unbewusst) danach zu suchen, wie wir unseren Eltern gefallen können. Irgendwann finden wir eine Art heraus, wie uns das möglich ist. Ab diesem Moment beginnt das große Theaterstück: Wir spielen diese Rolle, die am besten ankommt, die uns aber nicht entspricht. Das Leben geht weiter, unsere Rolle auch. Wir werden unzufrieden, weil wir wissen, dass unsere Rolle eine falsche ist und sehnen uns da hinaus. Aber die Gefallsucht und Gewohnheit sind so lange stärker, bis wir den biblischen Weg hinaus finden. Übrigens ist das die häufigste (ich möchte sogar behaupten, dass es ausnahmslos das Problem ist) Ursache für sogenannte AD(H)S-Kinder. Sie leiden unter dem Mangel an Liebe (die sich in investierter Zeit und Aufmerksamkeit zeigt) und entwickeln eine ziemlich unangenehme Methode, um diese zu erlangen.

Die Bibel sagt uns, dass Gott uns so gewollt und geschaffen hat, wie wir sind. Er nimmt uns so an, wie wir sind, mit all unseren Macken und Problemchen. Wenn wir nun eine solche Maske basteln, eine fremde Rolle übernehmen, so lehnen wir die Art ab, wie Gott uns geschaffen hat. Zugleich machen wir uns selbst kaputt mit diesen falschen Festlegungen. Damit zerstören wir Gottes gute Schöpfung. Wir dürfen lernen, dass uns nicht die Aufmerksamkeit der Eltern oder anderer Menschen, sondern die Liebe Gottes, mit der Er uns geschaffen und mit eigenem Blut und Leben gerettet hat, so wertvoll macht. In vielen Fällen ist es sehr empfehlenswert, dies in einer guten Seelsorge zu lernen. Da geht vieles schneller und besser.

-Unglaube. Damit ist nicht der fehlende Glaube gemeint, sondern der falsche Glaube. Unglaube besteht darin, dass man trotz dem richtigen Bekenntnis Gott nicht ernst nimmt. Der Glaube ist ein treues Vertrauen, das nicht aufgibt, auch wenn die Situation völlig gegenteilig aussieht. Der Glaube glaubt Gott auch, dass Er weiß, was richtig und was falsch ist und auch die Macht und Möglichkeit hat, alles nach Seinem perfekten Plan auszuführen. Unglaube herrscht also auch überall da, wo wir der Heiligen Schrift in Gedanken, Worten und Taten nicht vertrauensvoll folgen, sondern unsere eigene Sicht der Dinge darüber stellen. Dann nämlich sagt unser Verhalten Gott eindeutig, dass man Ihn und Sein Wort nicht brauche, sondern besser wisse, was gerade gut und richtig sei. Wer sich so über Gottes Wort stellt und gegen die guten (perfekten) Gebote Gottes verstößt, zeigt damit, dass er einem falschen Glauben erlegen ist.

Hier hilft nur Buße tun und die Bereitschaft, sich ganz unter Gottes Wort zu stellen. Deshalb sollte unser Gebet in der Situation auch sein: „Herr, ich glaube! Hilf meinem Unglauben!“ (Natürlich im Sinne von: Hilf mir, meinen Unglauben zu besiegen). Und dann packen wir es an und befolgen Gottes Wort. Der Herr wird uns darin gerne beistehen.

-Stolz. Dies ist eigentlich eine Art Selbstzufriedenheit. Wer etwas Gutes getan und es mit gutem Ergebnis geschafft hat, sollte dies in erster Linie als ein Geschenk von Gott betrachten. Jeder Erfolg ist nichts anderes als die erfolgreiche Ausführung der guten Werke, die Gott im Voraus für uns vorbereitet hat (Eph. 2, 10). Insofern ist Stolz auf sich selbst immer fehl am Platz. Dankbarkeit wäre das bessere Teil in diesem Falle. Für alles und in jeder Situation dürfen und sollen wir Gott danken. Dies ist der pure Gegensatz und deshalb auch die biblische Lösung des Problems Stolz.

-Mangel an Gottesliebe. Gott ist die Liebe, Er ist gütig und barmherzig. Ihn sollen wir lieben um Seiner selbst willen. Doch wie oft braucht es zuerst eine große sichtbare Tat Gottes in unserem Leben, damit wir uns überhaupt erst damit befassen, Gott zu lieben? Wir haben weiter oben gesehen, dass Liebe sich darin zeigt, wie sehr man sich mit jemandem befasst, Zeit verbringt, etc. Gottes Liebe zu uns zeigt sich weiter noch darin, dass Er für uns am Kreuz gestorben ist und damit unsere Schuld bezahlt hat. Diese absolute Selbsthingabe Gottes ist der größte Liebesbeweis. Uns Menschen wird dies wohl kaum jemals gelingen, Gott so sehr mit völliger Selbsthingabe zu lieben, so lange wir hier auf Erden leben. Deshalb haben wir auch jeden Tag Grund genug, um Buße zu tun über unsere Sünden. Jeder Moment, in dem wir nicht von ganzem Herzen für Gott leben, ist ein verschwendeter Moment.

Einleitendes zum Apostolicum

Einführung in das Apostolische Glaubensbekenntnis

In der Einführung wollen wir uns mit drei Fragen beschäftigen:

Erstens, was ein Glaubensbekenntnis ist,

Zweitens wozu ein Glaubensbekenntnis gut ist und

Drittens, weshalb wir gerade das Apostolicum dafür auswählen.

Erstens. Ein Glaubensbekenntnis ist zunächst eine kurze Zusammenfassung dessen, was man glaubt. Darin werden alle wichtigen (die wirklich wichtigen, und daher heilsentscheidenden) Aussagen gemacht. Dieses Bekenntnis ist weiter auch eine kurze Zusammenfassung dessen, was man glaubt. Es ist leicht und gut auswendig zu lernen und hilft einem dadurch auch beim Beurteilen von Lehren, Büchern, Prophetien und manchem mehr. Ein Glaubensbekenntnis wurde von einer Reihe von Theologen mit einer ähnlichen theologischen Grundhaltung zusammengestellt und erhält für deren Gemeinden einen wichtigen Charakter eines Bekenntnisses, also dessen, was man vor anderen Menschen bezeugt.

Zweitens. Diese Frage wird leider immer öfter gestellt, sodass man kaum noch weiß, wozu ein solches Glaubensbekenntnis gut sein kann. Immer mehr hört man kritische Stimmen, die sagen: Lehre trennt, Gemeinschaft (oder Liebe) eint. Doch auf diese Art und Weise wird gleich von Anfang an Gottes Wort in Frage gestellt und damit Gott selbst. Ein Glaubensbekenntnis dient zunächst dazu, dass wir in aller Kürze die wichtigsten Grundlehren der Bibel lernen können. Es gibt leider immer mehr Christen, die nicht sicher sind, was genau sie glauben. Mit Hilfe eines solchen Bekenntnisses, das sie gut kennen, ist das kein Problem mehr, Auskunft zu geben über unseren Glauben. Weiter dient ein solches Bekenntnis dazu, uns im Glauben zu festigen und zu stärken. Wer weiß, an Wen er glaubt, der wird mit Kraft und Freude gestärkt, und damit auch im Glauben vorangebracht. Sodann dient es zur Prüfung von Lehren und Prophetien, von Worten und Taten. Letztendlich dient es aber auch dazu, eine klare Trennlinie zu unbiblischen Glaubensgemeinschaften (im Volksmund „Sekten“ genannt, ich persönlich mag es nicht, diesen Begriff in der Weise zu verwenden) zu schaffen. Es führt somit auch zur Abgrenzung und „Heiligung“ könnte man durchaus sagen.

Drittens. Das Apostolicum, so nennt man es auch, ist ein Bekenntnis, das schon sehr früh von der Kirche zum Taufbekenntnis gemacht wurde. Wer getauft werden wollte, musste diesem Bekenntnis zustimmen. Außerdem ist es ein Bekenntnis, dem nicht nur die ursprüngliche katholische Kirche (vor der Entgleisung zur Papstkirche), sondern auch gläubige Protestanten zustimmen können. Es ist somit das allgemeinste Bekenntnis, das deshalb eher vereint als trennt. Zudem ist es wirklich kurz und knackig, deshalb einfach zu lernen.

Vorbemerkung zur Autorität der Bibel

Es mag befremdlich sein, dass das Apostolicum mit keinem Wort auf die Autorität der Bibel zu sprechen kommt. Dies hat seinen Grund darin, dass die Autorität der Schrift heutzutage so stark angefochten ist. Zur damaligen Zeit konnte man einfach davon ausgehen: Wer sich Christ nennt, wird an der Autorität der Schrift nicht rummeckern. Dies hat sich seit der Aufklärung ganz grundsätzlich geändert: Der Mensch machte den Verstand zum Maß aller Dinge und legte damit ganz subjektiv fest, was in der Bibel stimmen darf und was nicht. So wurde eine Unterscheidung gemacht zwischen der Bibel als Gottes Wort und der Bibel als Menschenwort. Deshalb ist es wichtig, zunächst noch ein Wort hierzu zu sagen. Die Bibel, die Heilige Schrift, bestehend aus dem Alten und dem Neuen Testament, ist in allen seinen Aussagen, egal in welche Richtung sie gehen, ob sie naturwissenschaftliche, psychologische, philosophische oder das Heil und Zusammenleben des Menschen betreffende Aussagen macht, vollkommen Wort Gottes und als solches ewig gültig. Alle seine Aussagen sind deshalb fehlerlos und unfehlbar. Gottes Wort fällt nicht hin, denn Er Selbst garantiert, dass es eintreffen wird.

Das Apostolische Glaubensbekenntnis

Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige katholische Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

Quelle

Dieses Glaubensbekenntnis hat in allen Jahrhunderten seit seiner schriftlichen Abfassung und auch in verschiedenen mündlichen Versionen lange davor einen großen Einfluss gehabt. Es hat uns auch heute noch sehr viel zu sagen, deshalb möchte ich eine Serie an Posts über dieses Bekenntnis machen.

Fortsetzung

Ehescheidung und Wiederheirat

Nach Gottes Plänen leben wollen ist gar nicht so einfach in einer Gesellschaft, die uns immer wieder davon überzeugen will – auf jede mögliche Art und Weise – dass die Ehe und eheliche Treue etwas antiquiertes, längst überholtes, ist. Hier ist jede und jeder von uns gefordert, Gottes Wort zu dem Thema mehr zu lesen und sich stärker damit zu befassen als mit den Meinungen der Welt. Das nämlich, was uns beschäftigt und dem wir unsere Zeit und Aufmerksamkeit geben, wird unser Denken, Fühlen, Wollen und nicht zuletzt auch unser Handeln beeinflussen. Wir werden zu dem, womit wir uns heute beschäftigen. Unsere heutigen Gedanken werden morgen Gewohnheiten sein, und von Gewohnheiten wieder loszukommen, braucht sehr viel Einsatz.

Was also ist die Ehe? Die Ehe ist ein Bund, der vor und von Gott zwischen einem Mann und einer Frau geschlossen wird. Hierzulande vor dem Standesamt, da dies der rechtliche Gebrauch des Staates ist. Weil sie ein Bund ist, kann sie keine Partnerschaft von Gleichen sein. Bei einer Eheschließung heiratet ein Mann seine Frau, und sie wird von ihm geheiratet. Dadurch fällt schon mal jegliche Rede von homosexueller Ehe dahin. Das ist ein Ding der absoluten Unmöglichkeit. Die Ehe wiederspiegelt den Bund zwischen Gott und der Gemeinde, beziehungsweise zwischen Gott und den erwählten Gläubigen. In einer Ehe gibt es also nur zwei Plätze: den Platz des Mannes, der in der Ehe stellvertretend für Gott steht, und den Platz der Frau, die in derselben Ehe stellvertretend für die heilige Gemeinde der Auserwählten steht. Da heute leider viel zu schlecht von der Gemeinde gedacht wird, viel zu menschenzentriert statt auf Gott ausgerichtet, und dies auch in vielen Ehen so gesehen wird, hat das riesige Auswirkungen darauf, wie man von der Ehe denkt und wie sie geführt wird. Wenn man sich bedenkt, dass Gott es ist, der die Gemeinde erwählt hat, und sogar mit Leib und Leben für sie gelebt hat, sie liebt und sogar für sie in den bitteren Kreuzestod ging, so ist das ein wunderschönes Bild für die Aufgabe des Mannes in der Ehe. Die Gemeinde ist der irdische Leib Christi, die Gemeinschaft der Heiligen und Auserwählten. Sie führt die göttlichen Pläne des Gottesreiches auf Erden aus und breitet die Herrschaft Gottes aus, indem sie durch die Predigt des Wortes Gottes für die Vermehrung der Gotteskinder sorgt, diese im Glauben aufzieht, für sie da ist, in der Not hilft und sie unterstützt in allem, was sie zum Leben brauchen. Analog dazu ist die Aufgabe der Frau in der Ehe zu finden.

Wenn wir also verstanden haben, was die Gemeinde ist, so ergibt sich daraus eine gute Basis für die Ehe. Die Gemeinde ist von Gott auserwählt. Das heißt: Gott hat Sich vor Grundlegung der Welt, bevor Er die Welt also erschaffen hatte, schon dafür entschieden, wer Teil der Gemeinde werden soll. Im Leben dieser Menschen läuft alles, was sie erleben, darauf hinaus, dass sie den Herrn Jesus finden und Ihm nachfolgen. Gott lenkt unsere Wege auch durch Sünden anderer Menschen und unserer eigenen Sünden, ohne diese aber selbst zu verursachen. Die Sünde ist immer unsere Schuld, da wir sie aus eigener Willensregung heraus tun. Dennoch gebraucht Gott genau diese Sünden, um unser Leben zu formen und zu prägen, damit wir in das Ebenbild des Herrn Jesus verwandelt werden. Wen Er einmal auserwählt hat, den wird der Herr nie wieder loslassen, denn niemand und nichts kann uns aus Seiner Hand reißen. Vielmehr: Wenn ein Erwählter in der Versuchung steht, ganz abzufallen, umwirbt Er diesen durch den Heiligen Geist mit so viel Liebe, dass Er den Menschen dadurch wiederum zu Sich zieht. Wenn ein Mann seine Frau heiratet, so ist es um den Bund sehr ähnlich gestellt. Der Mann verspricht sozusagen vor Gott, dass er seine Frau immer mit so viel Liebe umwerben will, dass sie alle Versuchungen in anderen Richtungen mit seiner Hilfe überwinden kann. Zur selben Zeit verspricht der Mann vor Gott, dass er mit seinen Augen einen Bund schließen will, sodass er sich von ihnen nicht in irgend eine falsche Richtung verführen lässt. Wir sehen somit: Letztendlich liegt die wichtigste, oberste Verantwortung beim Mann, der dafür zu sorgen hat, dass die Ehe glücklich wird. Die Frau trägt natürlich auch Verantwortung, diese ist vor Gott aber ihrem Mann untergeordnet.

Nun ist es aber so, dass in einer Ehe zwei unperfekte Menschen zusammengejocht werden. Deshalb ist es äußerst wichtig, immer wieder aus der Vergebung heraus in der Vergebung zu leben. Es kann auch sein, dass einer der beiden Eheleute in eine tiefe Sünde fällt, vielleicht auch gar nicht erst das Verlangen hat, aus dem Sumpf dieser Sünde herauszukommen. Eine weitere Möglichkeit besteht, dass einer der Beiden gar nicht erst an den Herrn Jesus gläubig geworden ist, unter Umständen merkt man das erst nach ein paar Ehejahren. Weiter ist es auch möglich, dass die Ehe dann konstituiert wurde, als beide noch ungläubig waren. Wie dem auch immer sei: Eine Ehe zwischen Mann und Frau ist immer vor Gott geschlossen. Deshalb gelten Gottes Richtlinien auch für nichtgläubige Paare. Nach diesen werden alle einst gerichtet werden. Die Einen in dem schrecklichen Endgericht, die anderen vor dem Richterstuhl Christi gleich nach der Entrückung und der ersten Auferstehung der Toten (in Christus). Da eine Ehe immer vor und durch Gott geschlossen wird, müssen wir auch bei einer Ehescheidung nach Gottes Richtlinien fragen. Eine Scheidung hat immer mit dem Versagen zweier Menschen zu tun. Gänzlich unschuldige gibt es nie im Falle einer solchen Scheidung. Auf die eine oder andere Weise werden beide ihren Teil dazu beigetragen haben.

Ẃas Gott zusammengejocht hat, das sollen wir nicht auseinandertrennen, sagte der Herr Jesus. Somit ist die Ehescheidung immer eine Sünde, und Sünde hat immer Konsequenzen. Ich möchte hierfür mal ein Bild als Gleichnis brauchen: Nehmen wir an, es gibt in dem Ort, in dem wir leben, eine ganz arme Familie. Diese Familie hat kein Geld, nichts zu essen, kaum Kleidung. Sie leben zusammengepfercht in einer kleinen Wohnung. Nun haben sie seit Tagen nichts mehr rechtes zu Essen gehabt. Da geht der Vater, der nicht will, dass seine Familie verhungert, des Morgens über den Markt. Er lässt bei einem Stand ein weit außen auf dem Verkaufstisch liegendes Brot mitgehen. Das wird seiner Familie gut tun, denkt er sich. Doch o weh, jemand hat ihn gesehen, hält ihn fest und ruft nach der Polizei. Vom Hunger geschwächt kann er sich ja kaum wehren gegen den starken Griff, der ihn festhält.

Diebstahl ist eine Sünde. Das ist immer so, denn Eigentum ist etwas von Gott Selbst Eingesetztes. Jeglicher Wunsch nach einem kommunismus-ähnlichen System ist unbiblisch, da dadurch das Eigentum, auf das jeder Mensch ein natürliches Grundrecht hat, abgeschafft würde. Diebstahl hat rechtliche Folgen, und das ist auch gut so. Der oben beschriebene Mann (die Personen sind von mir erfunden, Ähnlichkeiten mit lebenden Menschen sind rein zufällig und nicht von mir beabsichtigt) hat in vollem Bewusstsein um mögliche Folgen gestohlen. Er wusste, dass dies passieren könnte, aber seine Liebe und sein Verantwortungsbewusstsein zu seiner Familie war größer als die Angst vor den Konsequenzen. Jeder muss sich bewusst sein, was die Konsequenzen für sein Tun bedeuten und sich dann in seiner Verantwortung entscheiden. Oben genannter Mann hatte die Wahl zwischen zwei Sünden, er konnte sich nur für das kleinere Übel entscheiden: Entweder er stahl nicht, und wartete tatenlos mit seiner Familie darauf, an Hunger zu sterben, oder er nahm das Risiko auf sich, erwischt zu werden und dann mit den Konsequenzen zu leben.

Bei einer Ehescheidung ist es das selbe. Es gibt Fälle, in welchen man sich wirklich nur noch für das kleinere Übel entscheiden kann. Und das ist manchmal die Ehescheidung. Das ist aber nicht einfach so der Fall. Es kann der Fall sein, wenn zum Beispiel der Ehemann ständig nur noch schlägt oder in einer außerehelichen Beziehung lebt, die er nicht aufgeben will. Sonst nämlich nicht. Wer sich für dieses entscheidet, sollte sich aber der Konsequenzen bewusst sein. Leider leben wir in einer Zeit, in der sich immer mehr Gemeinden von der Welt anstecken lassen und aus Angst vor dem Spott der Welt oder dem Austritt von Leuten aus der Gemeinde, nicht mehr von den biblischen Konsequenzen solchen Tuns zu sprechen wagen. Dies hängt auch sehr stark mit der psychotherapeutischen Unterwanderung der Gemeinde zusammen. Das Menschenbild und auch das Gottesbild haben sich dadurch sehr stark an das der Welt angepasst. Doch dies nur am Rande, darüber muss an anderer Stelle noch viel mehr gesagt werden.

Wenn sich also jemand oder ein Ehepaar dazu entscheidet, den Schritt des kleineren Übels zu gehen, indem man sich scheiden lässt, so sieht der biblische Tatsachenbestand folgendermaßen aus: Grundsätzlich muss die Bereitschaft vorhanden sein, danach gar nicht mehr nach jemandem zur Wiederheirat zu suchen. Die Bibel verbietet Wiederheirat grundsätzlich bis auf zwei Ausnahmefälle ganz strikt. Und auch in den beiden Ausnahmefällen wird sie mit keinem Wort empfohlen. Die beiden Ausnahmefälle haben beide damit zu tun, dass einer der beiden sich als ungläubig outet. Wenn beide darauf bestehen, dass sie Christen sind, sollen sie auf jeden Fall einen guten Paarseelsorger aufsuchen und daran arbeiten, die Ehe wiederherzustellen. Wenn dies der Fall ist und sie beide daran arbeiten, ist die Ehe auf jeden Fall wieder möglich. Es ist ein schlimmer Bärendienst, wenn es nun „Seelsorger“ gibt, die in diesem Fall eine Ehescheidung empfehlen.

Wenn jedoch einer der beiden sieht, dass er oder sie nicht an Gott glauben, und deshalb von sich aus die Scheidung wünscht und einreicht, oder aber wenn einer der beiden seinen Unglauben dadurch bezeugt, dass er oder sie die Scheidung einreicht, aus fehlendem Glauben an Gottes Möglichkeit zur Wiederherstellung der Ehe, so sind das die beiden Möglichkeiten, die dem jeweils anderen Teil der Ehe (dem, der nicht von sich aus die Scheidung will) die Freiheit ermöglicht, wieder zu heiraten. Wer jedoch den ungläubigen Teil heiratet, der die Scheidung wollte, macht sich selbst an der Sünde des Ehebruchs mitschuldig (und zwar egal ob das Wissen davon vorhanden ist oder nicht). So ist es wichtig, dass man die Person, welche man heiraten will, gut kennenlernt, und dann gemeinsam die unaufgebbare Entscheidung zu heiraten trifft.

Nach dem Herzen Gottes leben

Predigt über Psalm 1, 1 – 3


1 Wohl dem, der nicht wandelt nach dem Rate der Gottlosen, noch tritt auf den Weg der Sünder, noch sitzt, da die Spötter sitzen; 2 sondern seine Lust hat am Gesetz des HERRN und in seinem Gesetze forscht Tag und Nacht. 3 Der ist wie ein Baum, gepflanzt an Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit und dessen Blätter nicht verwelken, und alles, was er macht, gerät wohl.

Mit diesen wunderschönen Versen beginnt die ganze Psalmensammlung, es ist der Auftakt und zugleich eine Einleitung in das ganze Buch der Psalmen. Immer wieder geht es um Gott und den Menschen in ihrer Beziehung zueinander. Wer das Buch der Psalmen lesen und verstehen möchte, findet in diesen Versen des ersten Psalms eine Inhaltsangabe, aber auch eine Einladung, sich mit dem Buch der Psalmen näher zu beschäftigen.

Diese Einladung beginnt in den ersten Worten: Wohl dem. Wohl dem könnte man vielleicht besser übersetzen mit: Gesegnet ist. Gesegnet ist derjenige, der sich an das hält, was im übrigen Psalm steht. In der Bergpredigt beginnt der Herr Jesus auf die gleiche Art und Weise: Gesegnet sind die geistlich Armen. Gesegnet sind die Trauernden. Gesegnet sind die Sanftmütigen. Und so weiter, die ganze Palette hindurch. Auch dort, in der Bergpredigt, wird zuerst der Typ Mensch festgestellt, für den der Rest dieser Predigt gelten soll. Gesegnet sind diejenigen, denen der Geist Gottes zeigt, wie arm sie vor Gott sind, die über ihre vielen Fehler in ihrem Leben traurig sind und die deshalb anderen Menschen gegenüber mit viel Sanftmut begegnen, und so weiter. Es werden dort nicht etwa viele verschiedene Menschen aufgezählt, sondern alle Seligpreisungen gelten genau der Sorte von Menschen, auf die das alles zutrifft. Da handelt es sich um die Menschen, welche ihre eigene Sündhaftig-keit erkannt und sich im Glauben auf den Herrn Jesus geworfen haben. Wer dem Herrn gehört, für den gelten alle diese Segnungen. Wenn wir erkannt haben, dass wir Gott gar nichts bringen können als nur Schande und Unehre, Sünde und Verderbnis und wenn wir dann der Stimme des Herrn Folge geleistet haben, der zu uns sagt: Tut Buße und folget mir nach, wenn wir ihm unser Leben über-geben haben und glauben, dass seine Erlösung, die er am Kreuz von Golgatha für uns erworben hat, dass diese auch für uns, für Sie und Sie und uns alle gilt, dann sind wir zu der Türe eingetreten, die unser erster Psalm auch ist: Gesegnet ist!

Wer nun genau gesegnet ist, wird auf zwei Arten beschrieben: Zuerst unter dem negativen Gesichtspunkt: Was derjenige nicht tut oder tun sollte, der zu den Gesegneten gehören will, dann im zweiten Vers: Was derjenige tut, der gesegnet ist und im dritten Vers auch noch ein schönes Gleichnis von all denjenigen, von denen das gilt.

Wohl dem, der nicht wandelt nach dem Rat der Gottlosen. Gott segnet also denjenigen, der nicht nach dem lebt, was die Welt ihm beibringen will. Ein Leben in der Sünde beginnt mit gespitzten Ohren und mit Augen, die offen für alles mögliche Neue sind. Es gibt einen guten Spruch, der lautet: Wer für alles offen ist, der ist nicht ganz dicht.

Das Problem gab es bereits im Paradies: Eva hatte ihre Ohren gespitzt und gespannt auf das gehört, was ihr die Schlange sagte. Sie war offen für Neues und hat gut hingehört. Sie wollte keine offene Rebellion gegen Gott begehen, aber das Neue in der Lehre der Schlange, das hat sie attraktiv gefunden. Zuerst hörte sie auf deren Worte, dann schaute sie sich die Frucht genauer an, und sah plötzlich, wie gut diese Frucht doch zu essen wäre. Sie ist nach dem Rat der gottlosen Schlange gewandelt, und das wurde ihr zum Verhängnis, und nicht nur ihr, sondern auch all ihre Nachkommen bis auf den heutigen Tag.

Wir haben immer wieder die Entscheidung zu treffen: Auf wen wollen wir hören? Nach wessen Rat wollen wir wandeln? Nach dem der Welt oder nach dem Rat Gottes? Und immer ist und bleibt es diese Entscheidung, die auch unser weiteres Leben zum großen Teil mitentscheidet. Ein Indianer erzählte einmal: In mir drin gibt es zwei Hunde, einen weißen und einen schwarzen, und diese beiden kämpfen immerzu gegeneinander. Da wurde er gefragt: Welcher gewinnt denn? Er antwortete: Es gewinnt immer der, dem ich mehr zu Fressen gebe. In uns drin ist es ähnlich, auch da haben wir einen solchen Kampf. Die Bibel nennt das den Kampf zwischen dem alten und dem neuen Adam. Und auch hier wird immer derjenige gewinnen, den wir mehr füttern. Wer öfter mal Hollywood-Filme anschaut, wird irgendwann ein falsches Verständnis von dem bekommen, was Liebe ist, was Erfolg bedeutet, etc. Und dabei habe ich nicht mal groß etwas gegen diese Filme. Die Frage ist nur, ob wir fähig sind, beim Anschauen eines solchen Films die Realität im Hinterkopf zu behalten oder ob wir uns dann von dem falschen Weltbild beeinflussen lassen.

Wir stehen ständig vor der Entscheidung, auf wen wir hören wollen. Hören hat in der Bibel sehr viel mit Gehorsam zu tun. Wo wir gut zuhören, werden wir vermutlich auch gehorsam sein. So hat Gott zum Beispiel im 5. Mosebuch die Israeliten auf diese Art und Weise angesprochen: HÖRE ISRAEL, der HERR, dein GOTT ist Einer. Immer wieder hat Gott zu uns Menschen gesprochen. Im Hebräerbrief wird der Herr Jesus als Gottes letztes Wort benannt. Gott spricht mit uns und möchte, dass wir auf ihn hören.

Wenn wir sehen, wie heute unseren Kindern in der Schule alles andere beigebracht wird als auf Gott zu hören, müssen wir uns auch fragen, wie wir diesem Trend entgegenstehen können. Hier ist es notwendig, dass wir erneut christliche Bekenntnisschulen ins Leben rufen können, und zwar in Zusammenarbeit mit anderen Denominationen. Anders ist es wohl auch gar nicht möglich. Aber wir brauchen solche Schulen, an die wir unsere Kinder schicken können ohne immer mit der Furcht leben zu müssen, dass sie jetzt das falsche, unbiblische Denken gelehrt bekommen. Wir sollten doch versuchen, es unseren Kindern möglichst zu erleichtern, nach Gottes Wegen leben zu wollen.

Aus dem Hören auf das falsche, weltliche Denken, wird sehr bald einmal auch das Handeln danach. Deshalb lesen wir auch im ersten Psalm: Wohl dem, der nicht tritt auf den Weg der Sünder. Anders gesagt: Gesegnet ist derjenige, der nicht so handelt wie die Sünder. Je mehr wir uns mit dem füllen und uns dem aussetzen, was die Welt uns beibringen will, desto leichter fällt der nächste Schritt in die Tatsünde hinein. Wenn unser Denken verseucht ist von dieser Weltlichkeit, so werden unsere Taten bestimmt nicht besser sein.

Und gleich geht es weiter: Wohl dem, der nicht sitzt wo die Spötter sitzen. Wir haben da eine Steigerung: erst kommt das Hören, dann das Tun und dann auch noch das Sitzen. Sich hinsetzen hat hier zwei verschiedene Bedeutungen: Zunächst das Bleiben. Zur Zeit, als die Psalmen geschrieben wurden, trug man ein langes Gewand, das mit einem Gürtel zusammengehalten wurde, damit man nicht stolperte. Die meiste Zeit des Tages verbrachte man so im Stehen. Nur dann, wenn man sich wirklich sicher war, dass man sitzen bleiben konnte, nahm man den Gürtel ab und setzte sich. In dem Zusammenhang bedeutet es: in der Sünde drin bleiben, verharren. Und dann hat dieses sich hinsetzen noch eine zweite Bedeutung, Der Genfer Reformator und Bibellehrer Johannes Calvin hat darauf hingewiesen: Sich setzen bedeutet auch, dass man anfängt, andere zu belehren. Man belehrt also auch andere, indem man unter ihnen sitzt und ihnen sagt, dass der Weg, den man gerade geht, der richtige ist und sie dadurch auch zum Sündigen anleitet. An dieser Stelle ist auch die Frage nach der Gemeindezucht zu stellen. Wenn jemand wirklich nicht einsehen will, dass er auf dem falschen Weg ist und sich im falschen Kreis, nämlich unter den Spöttern, niedergesetzt hat, so sollte ihm die Gemeinde irgendwann ein Ultimatum stellen, verknüpft mit einer Warnung bezüglich des Ausschlusses. Aber auch jeder Ausgeschlossene soll, wenn er sich bußfertig zeigt, schnell wieder in die Gemeinde hinein aufgenommen werden. Es muss dabei klar sein: Jeder von uns braucht sein ganzes Leben lang immer wieder und wieder die Vergebung unsrer Sünden. Der Herr Jesus ist für alle unsere Sünden gestorben. Und zwar nicht nur für alle jene vor unserer Bekehrung, sondern für alle bis zu unserer letzten Stunde hin. Wir dürfen immer wieder und wieder die Vergebung annehmen, die er uns erkauft hat am Kreuz von Golgatha. Ganz besonders dann brauchen wir diese Vergebung, wenn wir merken, dass unsere Herzen gleichgültig geworden sind. Gleichgültigkeit gegenüber unseren Sünden aber auch Gleichgültigkeit gegenüber unseren Mitmenschen ist immer ein Zeichen dafür, dass unser Gewissen verhärtet ist. Aber auch gerade dann dürfen wir 1.Johannes 1,9 für uns in Anspruch nehmen:

Wenn wir aber unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit.

Wir haben jetzt also zuerst eine Beschreibung dessen gehört, was jemand, für den die Psalmen gelten sollen, NICHT tut: Er hört nicht auf den Rat der Gottlosen, dann tritt er auch nicht auf den Weg der Sünder und keinesfalls setzt er sich dorthin, wo die Spötter sitzen.

Nun hat unser Psalm aber auch noch eine positive Beschreibung dessen, der gesegnet ist: Sondern er hat seine Lust am Gesetz des HERRN. Wenn wir das so hören, das Gesetz des HERRN, dann denken wir vermutlich gleich an einen Polizisten mit Schlagstock bewaffnet, der genau überwacht, wann man welches Gebot von diesem Gesetz übertritt. Das ist hier jedoch nicht der Fall. Das Gesetz des HERRN meint an dieser Stelle einfach Gottes Wort, die Bibel. Durch sie spricht Gott zu uns. In ihr gibt Gott uns Hinweise auf das, was Gott in und mit unserem Leben vorhat. In ihr sagt uns Gott, wie er von uns denkt. Aber er sagt uns in ihr auch, wie er ist und wie wir mit ihm in einer ganz engen, nahen Beziehung leben können. Man könnte das Lesen in der Bibel beschreiben als eine Reise zum Herzen Gottes. Wenn wir also statt auf die falschen Ansichten der Ungläubigen zu hören, in der Bibel lesen, dann beginnen wir langsam zu verstehen, wer und wie Gott ist, wer und wie wir sind und sein sollen, was der Sinn und Plan unseres Lebens ist, und so weiter. Die Psalmen an und für sich sind schon eine Reise zum Herzen Gottes, eine spannende, aufregende Reise zu Gottes Herzen. Sie erzählen uns auch, wie wir zu Menschen nach Gottes Herzen werden können. So sind denn auch viele Psalmen von dem geschrieben, von welchem die Schrift selbst sagt, dass er ein Mann nach dem Herzen Gottes war: David. Bei sehr vielen seiner Psalmen merkt man das auch wirklich, und bei manchen Psalmen, die keine Autorenangabe haben, wie gerade zum Beispiel unser erster Psalm hier, könnte man sich das dennoch durchaus vorstellen, dass er von diesem Mann nach dem Herzen Gottes geschrieben wurde.

Ein Mann oder eine Frau nach dem Herzen Gottes, hat seine / ihre Lust oder Freude am Gesetz des HERRN, am Wort Gottes. Eine solche Freude, die kommt manchmal nicht einfach so von allein. Auch die Schreiber der Psalmen haben das genau gewusst. So lesen wir im Psalm 23 zum Beispiel von einem, der im finsteren Tal der Todesschatten war. Das muss eine wahnsinnig schmerzvolle Zeit gewesen sein. Es war vielleicht der Verlust eines sehr geliebten Menschen, oder eine äußerst schmerzhafte Krankheit über längere Zeit gewesen sein, vielleicht hat David diesen Psalm auch in der Zeit geschrieben, als er vom König, dem er dienen wollte, und der der Vater seines allerbesten Freundes war, verfolgt wurde. Es gibt so vieles im Leben, was uns alle Freude in unserem Leben rauben kann. Aber dennoch dürfen wir auch in diesen Zeiten wissen, dass wir nicht allein sind. Der Herr ist unser Hirte, der nicht zulassen wird, dass wir ganz allein sind. Der Herr ist unser Hirte, der im Gegenteil dafür sorgt, dass alles zu unserem Besten dienen muss. Und genau daraus kommt die Freude am Wort unseres Herrn.

Er will unser Allerbestes, und deshalb gilt für uns auch dieser Psalm: Wohl dem! Wir sind gesegnet, weil nichts in unserem Leben dem Zufall überlassen ist. Alles ist geplant und hat ein Ziel: Nämlich zu unserem Besten zu dienen. Was denn unser Bestes genau ist, darüber gibt uns Gott in Römer 8, 28 – 30 sehr deutlich Bescheid:

Wir wissen aber, daß denen, die Gott lieben, alles zum Besten mitwirkt, denen, die nach dem Vorsatz berufen sind. Denn welche er zuvor ersehen hat, die hat er auch vorherbestimmt, dem Ebenbilde seines Sohnes gleichgestaltet zu werden, damit er der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern. Welche er aber vorherbestimmt hat, die hat er auch berufen, welche er aber berufen hat, die hat er auch gerechtfertigt, welche er aber gerechtfertigt hat, die hat er auch verherrlicht.

Da sehen wir, dass alles, was wir erleben, alles, was uns Mühe und Leid bereitet, aber auch alles, was uns erfreut, alles zusammen zu genau einem einzigen Ziel dienen soll: Dass wir dem Ebenbild des Herrn Jesus gleichförmig gemacht werden. Das ist das letzte und über allem stehende Ziel Gottes. Jedes Geschehnis, sei es freudig oder traurig, schmerzhaft oder frohmachend, muss immer dazu führen, dass wir ins Ebenbild des Gottessohns verwandelt werden. Und zweitens erfahren wir aus diesem kurzen Abschnitt im Römerbrief auch, dass Gott uns nicht nur zur Freiheit, sondern auch zur letztendlichen Verherrlichung, der Entrückung, berufen und vorherbestimmt hat.

Ein Zweites, was ein Gesegneter Gottes, dem das „wohl dem“ unseres Psalmes gilt, tun sollte, ist: Nicht nur Freude haben am Gesetz des HERRN, sondern in seinem Gesetze forschen bei Tag und bei Nacht. Wir dürfen den Segen, der Gott für uns bereit hält, wenn wir sein Wort lieben, bei Tag und bei Nacht, also zu jeder beliebigen Stunde aus der Schrift heraus gewinnen. Ich glaube wir können auf folgende Art am meisten Gewinn aus der Schrift holen:

Frühmorgens beim Aufwachen sollten wir uns möglichst schnell unter diesen Segen stellen, indem wir uns, je nach Zeit, die wir haben, ein Kapitel oder zwei bis drei Kapitel der Schrift zu Gemüte führen. Zumindest sollten es aber ein paar Verse sein, für manche eignen sich hier die Herrnhuter Losungen gut, andere lesen lieber da weiter, wo sie am Tag zuvor aufgehört haben. Das spielt letztlich keine so große Rolle, jeder muss da seinen eigenen Weg finden. Wer am Morgen nur wenig liest, sollte aber nicht versäumen, später im Laufe des Tages noch einen Teil der Schrift in ihrem Kontext, also mindestens ein ganzes Kapitel oder einen ganzen Psalm lesen. Wer die Bibel in einem Jahr durchlesen möchte, ist gut beraten, wenn er jeden Morgen ein Kapitel des NTs und jeden Abend drei Kapitel des ATs durchliest. So geht es nämlich sehr gut auf ein Jahr auf.

Wenn man so vorgeht, hilft einem das sehr, dass man sich noch viel besser in der Schrift auskennt. Es besteht aber zugleich die Gefahr, dass man vieles von dem, was man liest, gar nicht so bald umsetzen kann. Und was man nicht umsetzt, geht vergessen und verloren.

Bevor wir mit Lesen anfangen, müssen wir uns bewusst werden, dass wir das, was wir lesen, aus uns selbst gar nicht verstehen und noch weniger anwenden können. Deshalb wenden wir uns am besten zuerst im Gebet an Gott, dass uns der Heilige Geist die Augen öffnen möge und unseren Verstand erleuchten, sodass wir es denn auch verstehen können. Dann lesen wir den jeweiligen Abschnitt und überlegen uns, wie das, was wir gerade lesen, in unser praktisches tägliches Leben hineinkommen kann: Also: Was möchte Gott an uns durch das Lesen dieses Textes verändern oder wie können wir das, was wir gelesen haben, in die Tat umsetzen? Diese Frage soll uns auch den ganzen Tag hinweg beschäftigen. Die Bibel ist niemals nur Information und nur Geschichte von früher. Jeder Text, ja, jedes Wort der Bibel drängt darauf hin, in unserem Leben praktisch Gestalt zu bekommen, indem es umgesetzt wird.

Ja, Gottes Wort will uns verändern. Wir dürfen jederzeit so zu Gott kommen, wie wir gerade sind. Aber wir müssen niemals so wieder weggehen, wie wir gekommen sind. Gott wünscht sich ein Leben der Veränderung für uns. Die Veränderung in das Bild des Herrn Jesus, wie wir gesehen haben. Ein Stück davon möchte uns der Psalm auch zeigen, nämlich in seinem dritten Vers. Da haben wir ein wunderschönes Gleichnis dessen, was unser Leben eigentlich ist:

3. Der ist wie ein Baum, gepflanzt an Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit und dessen Blätter nicht verwelken, und alles, was er macht, gerät wohl.

Unser Leben als Gläubige wird mit einem Baum verglichen. Dieser Baum ist GEPFLANZT. Der Baum ist kein Wildwuchs, der zufällig dort wächst, er ist gepflanzt. Das heißt: Gott hat mit viel Liebe und Sorgfalt den Platz ausgewählt und ihn dort hingepflanzt. Kein Mensch kann sagen, dass er ein reines Zufallsprodukt einer Schwangerschaft oder gar eines misslungenen Verhütungsversuchs sei. Nein, Gott war es, der für jeden den Ort ausgewählt hat und ihn dort hingepflanzt. Jeder ist von Gott gewollt, geliebt und nach dem ewigen, göttlichen Bauplan geschaffen.

Weiter ist dieser Baum gepflanzt an WASSERbächen. Das heißt zunächst einmal, dass Gott selbst dafür sorgt, dass der Baum dort ist, wo er genügend Nahrung bekommen kann. Weiter ist in der Bibel das Wasser ein Symbol für den Heiligen Geist. Als der Herr Jesus in den Himmel aufgefahren ist, hat er den Heiligen Geist in einer neuen Größe geschickt und zu Pfingsten ausgegossen: Jeder Gläubige hat seither seinen Anteil daran. Der Heilige Geist ist es auch, der unsere Bekehrung veranlasst und durchführt, von ihm werden wir bekehrt und nach der Bekehrung versiegelt.

Der Baum bringt seine Frucht zu seiner Zeit. Die Frucht finden wir in Galater 5, 22: Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung. Die Frucht bringen aber nicht wir selbst hervor, sondern der Heilige Geist, der uns als Wasserbäche mit der Nahrung versorgt, bringt sie hervor, und zwar zu seiner Zeit. Die Frucht wächst nach Gottes Zeitplan, nicht nach dem unsrigen.

Die Blätter des Baumes verwelken nicht und was er tut, wird ihm gelingen. Charles Haddon Spurgeon sagte hierzu: Gottes Bäume sind „Evergreens“. Sie vergehen nicht, sie verwelken nicht, denn sie bekommen immer genug von dem Wasser. Das Siegel des Geistes bleibt für immer auf uns. Es gibt niemanden, der es brechen kann. Wenn wir in Christus bleiben und aus der Liebe zu Gott leben, so wird alles, was wir für den Herrn tun, gelingen. Denn es ist Gottes Werk durch uns.

Ökoreligion

Das Wort vom Kreuz ist den Menschen, die verloren gehen, eine Torheit. (1. Kor. 1, 18)

Das war schon immer so, und daran wird sich auch nichts ändern. Wo dies jedoch der Fall ist, erscheinen verschiedene, jeweils dem gerade herrschenden Zeitgeist angepasste, Religionen. So war über Jahrhunderte hinweg eine katholische Werkgerechtigkeitsreligion (Taufe, Beichte, Ablass, etc. sind die rettenden Werke) die Form mittelalterlicher Frömmigkeit. Später wird zunehmend der Mensch, bzw. seine Ratio (der Verstand) zum neu angebeteten Götzen erhoben. 1793 wird die Pariser Kathedrale „Notre Dame“ in „Tempel der Vernunft“ umbenannt. Nun gab es kein Halten mehr: Alles wurde blind der Vernunft unterworfen. Nur stellt sich hier die Frage, ob denn die Vernunft wirklich ein so objektives Werkzeug ist. Bei genauem Hinsehen nämlich entpuppt sich dieser „objektive“ Rationalismus als zutiefst egoistischer Subjektivismus. Da die Vernunft und die Beweggründe sich bei jedem Menschen unterscheiden, führt der Einsatz dieser Vernunft bei verschiedenen Menschen auch zu völlig unterschiedlichen Ergebnissen. So kann jeder Mensch sich unter dem Deckmantel seiner Ratio sich selbst zu seiner Gottheit erheben – oder zumindest all das, was er befürwortet.

Ein nächster Schritt war Charles Darwins Entdeckung der Mikroevolution. Mehr als diese hatte er nämlich gar nicht entdeckt, alles andere entstammt unbewiesenen und unbeweisbaren Theorien, die sich gewissen Wissenschaftlern gemäß dazu eignen, um sich die Entstehung der Welt ohne Gott gedanklich zu konstruieren.

Eine dritte Strömung, die sich zur Zeit von Darwins Entdeckung gerade legte, doch immer mal wieder aufflammt, so zum Beispiel in der nationalistischen Ideologie, war die Romantik. Weg von den Städten, in welchen der Mensch alles zerstört, hin zur Natur. Die Romantik hatte einen starken Hang zu Todessehnsucht und Todesrausch (was in der Romantik hauptsächlich in schriftlicher Poesie festgehalten wurde, lebte man in zahlreichen Konzentrationslagern gnadenlos aus), sowie auch der Zug des Nationalistischen, verbunden mit einem Fremdenhass (bei zahlreichen Romantikern spezialisiert als Judenhass).

Die vierte Ideologie, die, zusammen mit den übrigen dreien das heutige moderne Weltbild prägt, ist der Sozialismus. Das vergangene Jahrhundert mit seinen zwei blutigen Sozialismen (Nationalsozialismus, Sozialismus) sollte uns in der westlichen Welt doch genügend zu denken geben. Anscheinend haben die mindestens über 100 Millionen Toten, die diese Systeme produziert haben, noch nicht ausgereicht, um uns eines Besseren zu belehren.

Wie dem auch immer sei – zur Zeit ist eine wilde Mixtur aus all diesen Strömungen dabei, immer mehr die politische Vorherrschaft zu übernehmen. Aus dem Zeitalter des Rationalismus nimmt sie den nach ihren eigenen Definitionen zusammengezimmerten Begriff Toleranz. Er bedeutet nicht mehr nur (wie dies ursprünglich der Fall war) „aushalten, ertragen“ (lat. tolerare), sondern meint damit, man müsse jedem recht geben und dürfe jedem seine persönliche Sicht nicht hinterfragen. Wo etwas hinterfragt wird, entpuppen sich die Vertreter dieser Pseudo-Toleranz als äußerst intolerant. Außer natürlich bei sich selbst. Denn um jemandes Haltung als hinterfragen zu erkennen, ist auch ein eigenes Hinterfragen des anderen notwendig. Aus der Romantik entnehmen sie den Wunsch, „zur Natur“ zurückzukehren: Die Natur wird geradezu vergöttlicht und in religiös anmutendem Dualismus der menschlichen Kultur mit ihren doch segensreichen Errungenschaften gegenübergestellt. Überall, wo etwas schief läuft, muss es die Schuld des bösen Menschen mit seinen naturfeindlichen Entwicklungen sein. Obwohl nun die Natur derart zum Götzen dieser Religion erhoben wird, darf man den Menschen nur als Feind derselben betrachten. Zugleich wird dasselbe Argument in gut darwinistischer Weise umgedreht und der Wert des Menschen geleugnet, da der Mensch ja eh nur ein gut angepasster Affe ist. Wobei: vielleicht gilt das für alle Primaten, dass sie ihren Wert unterhalb der übrigen Natur erhalten, wie sonst ist es zu erklären, dass hier kaum einmal Protest gegen die gesamte Make-Up-Industrie zu hören ist, welche bekanntlich die Hautverträglichkeit ihrer Produkte an Primaten testet? Zugleich hört man üblicherweise in genanntem Lager auch öfters sozialistisch anmutende Kampfrufe gegen den Kapitalismus, der die Natur ausbeute.

Nun geht es nicht darum, dies abzustreiten, dass dies tatsächlich gemacht wird. Der Umweltschutz ist eine gute Sache, und gerade auch als Christen, die wir glauben, dass die Schöpfung von Gott geschaffen wurde, ist es unsere Aufgabe, diese Verantwortung zu übernehmen (Genesis 2, 15) und dort, wo die Natur tatsächlich auf unlautere Art und Weise über den normalen Gebrauch hinaus ausgebeutet wird, aufzustehen und uns dagegen zur Wehr zu setzen.

Nun geht es aber den Vertretern der grünen Ökoreligion nicht nur darum, dort einzugreifen, wo tatsächlich eine Ausbeutung vorliegt. Vielmehr versuchen sie auf verschiedenste Weise die Menschheit zu dezimieren – sprich: auszurotten. Heutzutage geschieht dies mit zwei wirksamen Mitteln innerhalb der gesetzlichen Legalität, und man ist auf dem Vormarsch zu weiteren Wegen. Gesetzlich legal ist zuerst die Abtreibung. Mit dem werbewirksamen Slogan: Mein Bauch gehört mir! wird diese Art des Kindermordes geradezu propagiert. Dass es sich dabei tatsächlich um vorhandenes Leben handelt, wird mit ideologisiert philosophischen Argumenten per definitionem „abgewandelt“: Was medizinisch gesehen absolut keine Begründung hat, wird stattdessen durch die abgewandelte Gesetzeslage möglich gemacht: in den ersten zwölf Wochen darf das entstandene Leben abgesaugt, per Curettage ausgeschabt oder mit Medikamenten ausgestoßen werden. Dies war der erste Schritt zur Ausrottung der Menschheit. Ein zweiter ist die in manchen Ländern zwar noch immer stark umstrittene aber sich immer breiter durchsetzende Sterbehilfe – die Beihilfe zum Selbstmord. Nun ist es nicht mehr nur der Bauch, der „mir gehört“, sondern auch das gewaltsam herbeigeführte Ende des eigenen Lebens. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis weitere Arten der Euthanasie, zum Beispiel diejenige älterer Menschen, da sowieso die Menschheit immer älter wird und es – Abtreibung sei Dank – immer weniger Jugendliche und Erwachsene im Berufsleben gibt.

Für das Vorantreiben – die Missionierung der Welt – scheint den Vertretern dieser Religion jedes Mittel recht zu sein. So wird viel Erfolg durch Angstmache zum Beispiel mit dem Mythos der Erderwärmung gemacht. Professor Salomon Kroonenberg, Geologe, der sich von Berufs wegen mit solchen globalen Themen befasst, und zwar deutlich fundierter als die meisten unter uns, hier sind gerade auch in ganz besonderer Weise zahlreiche Journalisten nicht ausgenommen. Zahlreiche weitere Klimaforscher stimmen seiner Aussage zu, dass man bei Klimaschwankungen keinesfalls panisch das Thermometer beachten muss. Schließlich hat die Erde bislang doch schon ein paar Jahrhunderte (Vertreter der Ökoreligion müssten hier aufschreien: Jahrmillionen) verschiedene solcher Schwankungen gut überstanden. Doch können natürlich gerade auch solche Schreckensmeldungen sehr medienwirksam für politische Ziele dieser Gruppierungen missbraucht werden…