Massentod während 40 Jahren nach Evangelisation

40 Jahre nachdem auf dem Cannstatter Wasen eine Zeltevangelisation stattgefunden hat, ist nun auch der 899. Teilnehmer gestorben. Unbemerkt vom ganzen bunten Treiben auf dem Wasen stand das Zelt bis vorgestern dort. Ein inzwischen sehr in die Jahre gekommenes Seelsorgeteam wartete die ganze Zeit auf Entscheidungen für Jesus, doch irgendwie war es den Teilnehmenden zu schwer gefallen, die Kosten der Nachfolge zu berechnen, wie ihnen der Evangelist damals empfohlen hatte. Die meisten hatten zwar noch in der Schule Dreisatz gelernt, doch gerade Textaufgaben wie das Gleichnis vom Turmbau überfordern die meisten Hörer.
Nun wurde das Zelt abgebaut, und die Veranstalter überlegen sich jetzt, ob sie eine große Beerdigungsfeier für alle dort Verstorbenen durchführen sollten. Sie sind sich in einem Punkt sicher: Statt dem Gleichnis vom Turmbau würden sie auf jeden Fall lieber das zweite Gleichnis von der Kriegsplanung wählen. Vielleicht fällt den Angehörigen damit das Überschlagen der Kosten der Nachfolge leichter.

Reformationsjubiläum abgesagt

Da es immer wieder zu Spott und Häme kam, wurde das Reformationsjubiläum 2017 nun kurzerhand abgesagt. Die Verantwortlichen der verschiedenen beteiligten Kirchen lassen verlauten, dass es auch innerökumenisch Schwierigkeiten gegeben habe. Schließlich sei die Reformation eine Kritik an der damaligen Kirche gewesen und habe zu mehreren Spaltungen geführt. Inzwischen wolle man das Gemeinsame betonen und könne deshalb die luther’sche Haarspalterei nicht mehr feiern. Nicht zuletzt habe es innerhalb vieler evangelikaler Kirchen den Willen gegeben, das Reformationsjubiläum mit eigenen Veranstaltungen zu feiern. Leider vergeblich habe man versucht, das Jahr 2017 direkt zu überspringen, indem man vom 31.12.2016 auf den 01.01.2018 wechseln würde.
Die öffentlich-rechtlichen TV-Sender haben nun beschlossen, statt der Reformationsfeiern eine eigene Fernsehserie namens „Die Tribute von Panem et Circenses Martini Lutheri“ zu drehen und am 31.10.2017 auszustrahlen. Des Weiteren soll ein Margot-Käßmann-Preis für erfolgreiches alkoholisiertes Autofahren auf einer eigens dafür gesicherten Strecke verliehen werden. 
Nun überlegen sich die beteiligten Kirchen, ob sie am 31. Oktober 2017 statt dem Reformationstag lieber Halloween feiern. Das Wort beinhaltet schon „Hallo“ und ist deshalb „ein offenes, freundliches, attraktives und einladendes Wort“. Was man allerdings dann mit dem verbleibenden „Ween“ machen soll, wird zur Zeit noch heftig diskutiert. Auf jeden Fall sei es besser, Süßes sammeln zu gehen als einen 500 Jahre alten Schismatiker zu feiern, der zu allem Überfluss auch noch selbstbewusst und arrogant gewesen sei.

Augustinus’ Bekenntnisse: Mindestens acht Autoren entdeckt

Bei der Vorbereitung und Übersetzung einer neuen kritischen Ausgabe der Bekenntnisse von Augstinus von Hippo kam Dr. Hans Curtsa zu einem spannenden Ergebnis. Er hatte entdeckt, dass dieses Werk keinesfalls nur von einem Autor stammen konnte. Vielmehr musste eine ganze Augustinusschule am Werk gewesen sein, in welcher die Schrift im Laufe von zweier Jahrhunderten ergänzt und fortgeschrieben wurde.
Was ihn zunächst stutzig machte, war der Umstand, dass Augustinus in diesem Werk von seinen Bekehrungen zu sprechen schien. Ebenso wie Wunder sind auch Bekehrungen etwas, was nicht sein kann, weil es nicht sein darf. Eine solche Bekehrung würde allen psychologischen Naturgesetzen widersprechen, weshalb sich Curtsa auf die Suche nach weiteren Hinweisen machte.
Aufgrund verschiedener Philosophien und Glaubensrichtungen ließen sich zunächst vier unterschiedliche Hauptautoren feststellen: Augustinus der Philosoph, Augustinus der Manichäer, Augustinus der Platoniker und Augustinus der Bischof. Zurzeit ist Curtsa dabei, diese vier Hauptquellen zu trennen. Sodann ist aber die Redaktionsgeschichte des Werks noch längst nicht abgeschlossen, denn im Laufe der nächsten 180 Jahre gab es mindestens vier weitere Augstinusschüler, welche sich des Werks ihrer Lehrer angenommen hatten. Diese überarbeiteten den Text und versuchten, ihn in eine glatte Form zu bringen. Dies gelang ihnen jedenfalls nicht schlecht, hatte es doch immerhin beinahe 1500 Jahre gedauert, bis ihnen jemand auf die Schliche kam. Und dies auch nur dank der neuesten neuropsychologischen Erkenntnisse unserer Zeit.

Theologie wird zu KWL

Die Herrnhuter Brüder_innen-Universität Oberschlausitz plant einen großen Coup. Ab dem Sommersemester 2017 soll die Theologische Fakultät den Wirtschaftswissenschaften angegliedert werden. Statt Theologie soll die Studienrichtung künftig KWL (Kirchwirtschaftslehre) genannt werden. Dazu wird das gesamte Angebot an Vorlesungen komplett überarbeitet. Auf Systematische Theologie soll beispielsweise verzichtet werden, stattdessen wird das Erstellen und Auswerten von Umfragen eine zentrale Rolle spielen.
Auch die Geistesgaben sollen geübt werden, insbesondere die in unserer Zeit wichtigen Gaben wie das Fälschen von Statistiken, Eisegese und das Erzählen von Witzen und Erfinden von Geschichten. Damit die Praxis nicht zu kurz kommt, wird es ein zwei Monate dauerndes Praktikum in Zusammenarbeit mit der Theater-Akademie Oberschlausitz geben.
Derzeit wird noch überlegt, ob es Sinn macht, im Rahmen dieser Reform gleichzeitig die internationale Attraktionalität der Universität zu erhöhen, indem sie gemäß der europäischen Richtlinie zur Gendergerechtschreibung (2014), §23, Abs 132 in Herrnhuter Geschwister-Universität umbenannt würde. Auch mit dem patriarchalischen „Herrnhut“ sei man nicht so glücklich, allerdings habe man da noch keine wirkliche Alternative gefunden. Ideen dazu werden umgehend weitergeleitet.

Kirche des Moralistisch-Therapeutischen Deismus gegründet

In Klevelaer ist nun eine neue Denomination entstanden. Erstmals wurde in Deutschland eine Kirche des Moralistisch-Therapeutischen Deismus gegründet. In den USA gibt es bereits mehrere Kirchen unter dem Namen „Church of MTD“, nun gibt es erstmals einen amerikanischen Pastor, der in Zukunft auf deutsch hier predigen wird. Auf Anfrage wurde uns das eigens für diese Kirche übersetzte Glaubensbekenntnis zur Verfügung gestellt:
  1. Wir glauben, dass irgend ein bekannter oder unbekannter Gott diese Welt geschaffen hat.
  2. Gott will, dass alle Menschen friedlich miteinander umgehen. Das ist das, was alle Religionen dieser Welt gemeinsam lehren.
  3. Das Ziel des Lebens ist, dass sich jeder glücklich fühlt. Dazu hat jeder seinen eigenen Weg. Unsere Kirche will ihm und ihr dabei helfen, diesen individuellen Weg zu finden.
  4. Gott ist es nicht so wichtig, ob wir uns um ihn kümmern oder nicht. Wenn wir es wollen, hilft er uns, aber sonst dürfen wir tun und lassen, was sich gut anfühlt.
  5. Alle Menschen, die im Leben Gutes tun, werden nach ihrem Tod in den Himmel kommen. Die anderen werden gar nichts mehr mitbekommen.
In den amerikanischen Kirchen wird erklärt, warum es noch eine weitere evangelikale Denomination braucht. Der Leiter dieser Bewegung, Evangelical Bishop of MTD Joel Frozen, sagt dazu: „Uns wurde bewusst, dass der größte Teil aller Menschen bereits nach diesem Glaubensbekenntnis lebt, aber wir möchten ihnen helfen, sich darin noch weiter zu vervollkommnen. Deshalb liegt es nahe, eine Bewegung zu gründen, in der Hoffnung, dass am Ende alle Kirchen, Synagogen, Tempel und Moscheen uns beitreten werden. Wir sind überzeugt: Unsere Bewegung ist die Hoffnung von Jesus, dass sein Gebet um die Einheit aller Menschen endlich in Erfüllung geht.“ 

Predigtdauer auf Tweetlänge beschränkt

Auf ganze 150 Zeichen wurde die maximale Länge einer Predigt in der evangelikal-freikirchlichen Gemeinde Neudorf am Bernstein festgelegt. Dieser radikale Schritt habe in dieser Gemeinde eine ganze Erweckung ausgelöst: Nicht nur, dass jetzt niemand mehr Zeit hat, während der Predigt einzuschlafen, auch sind nun viele neue Besucher in den Gottesdienst dieser Gemeinde gekommen, welche diesen neuen Trend bewundern wollen. Und das Schönste daran sei, dass die Bibel bei dieser Länge nur noch gezeigt, aber nicht mehr zitiert werden müsse.
Thomas Kornblume, der Pastor dieser Gemeinde, hat schon erste Einladungen bekommen, wo er Seminare zur Homiletik von Twitterpredigten halten darf. Auf die Frage, wie er auf diesen Schritt gekommen sei, erzählt er: „Am Anfang hatten wir eine ältere Dame, die wegen ihrer Augen und Ohren häufig ins Krankenhaus musste. Damit sie den Gottesdienst live miterleben konnte, haben wir ihr beigebracht, Twitter vom Krankenhausbett aus zu benutzen. Ein Mitarbeiter unserer Gemeinde hat dann die wichtigsten Punkte der Predigt via Twitter in die Welt geschickt, wo sie es live lesen konnte. Doch als er nach der vierten Predigt einen Zusammenbruch hatte, wussten wir: So kann es nicht weitergehen. Wir mussten eine neue Lösung finden.“
So sei man Schritt für Schritt bei der Predigtlänge von maximal 150 Zeichen angelangt. Das Schöne dabei ist: Der Pastor stellt seine Predigten nach jedem Gottesdienst auf Twitter zum Nachlesen bereit. Das mutige Gemeindemitglied muss jetzt nur noch auf „Gefällt mir“ oder „Retweet“ drücken, um evangelistisch tätig zu sein. Nie war es einfacher, die gute Nachricht vom Pastor ins Universum hinauszubrüllen.

Unfall im Gottesdienst – von Bodybuilder erdrückt

In der evangelischen Freikirche Weißenberg am Schwarzenbach gab es am vergangenen Sonntag einen Unfall. Der Besitzer des örtlichen Fitness-Studios und Bodybuilder Rainer H. besuchte zum ersten Mal in seinem Leben den Gottesdienst dieser Gemeinde. Als der Gottesdienstleiter zu Beginn die Gemeinde aufforderte, dass jeder seinen Nachbarn zur Begrüßung umarmen soll, geschah das Unglück. H. wollte natürlich auch bei dieser ihm neuen Art der Begrüßung teilnehmen und seinen Sitznachbarn ganz herzlich drücken. Leider dachte er nicht daran, dass nicht jeder Gottesdienstbesucher ins Fitness-Studio ging – und schon knackten die Rippen. Der örtliche DRK-Verein kümmerte sich umgehend um den Verletzten und bittet die Gemeinde, in Zukunft darauf zu achten, dass „solche Übungen nur dann stattfinden, wenn die Sicherheit der Gottesdienstbesucher gewährleistet“ sei.

Tränenbrief endlich entziffert!

Prof. Dr. John MacFarther, Research Professor für New Testament Studies an der Grace Alone University in Moon Valley, CA, konnte endlich von seiner Entdeckung berichten: „Wir wussten ja schon lange, dass wir den in 2. Korinther 2, 4 erwähnten Tränenbrief von Paulus vor uns liegen haben. Leider haben die Tränen, unter welchen der Brief geschrieben wurde, so viele Spuren hinterlassen, dass der Text letztlich vollkommen unleserlich in Korinth angekommen sein muss. Zum Glück haben wir nun nach vielen vergeblichen Versuchen eine Methode gefunden, um die von Tränen vollkommen verwaschene Schrift wieder leserlich zu machen.“
Lange Zeit dachten Bibelwissenschaftler, dass dieser Tränenbrief kunstvoll in den Text des 2. Korinther hineingewoben worden und damit zu einem einzigen Dokument verschmolzen sei. Nun ist diese These endgültig hinfällig, sehr zur Freude von Prof. MacFarther, welcher diesen Hypothesen noch nie getraut hatte.
Doch was steht nun eigentlich in diesem Tränenbrief? Fürs Erste möchte uns der Forscher nur soviel verraten: Paulus habe in diesem Brief alles widerrufen, was er im ersten Brief an die Korinther über die Geistesgaben im Gottesdienst geschrieben habe. Diese Gaben, so habe Paulus plötzlich bemerkt, seien nur für Apostel und Evangelisten der ersten Generation. Auch ihm selbst seien sie plötzlich abhanden gekommen. Seither seien diese Gaben nur noch von unten („ex oundhopp“ würde im griechischen Original stehen).
Nun streiten sich die Gelehrten der Bibelforschung, wie dieser Brief kanonisch einzuordnen sei. Es gibt drei Möglichkeiten: a. Man fügt ihn als eineinhalbten Brief (1,5Kor) zwischen den ersten und zweiten Korintherbrief ein, b. Er erhält die Bezeichnung 3. Korinther (3Kor), oder c. Man ordnet ihn der apokryphen Literatur zu und fügt ihn nach der Offenbarung ein.
Wer wissen will, was in dem Brief nun tatsächlich alles drin steht, muss noch ein wenig Geduld haben, da der gesamte Text erst zur „Friendly Fire Konferenz“ im November diesen Jahres veröffentlicht wird.

Ver.ro fordert Roboterquote in kirchlichen Ämtern

Die Gewerkschaft ver.ro (Vereinte Robotergewerkschaft) hat kürzlich eine Studie in Auftrag gegeben, die ermitteln sollte, in welchen Berufsgruppen noch zu wenige Roboter vertreten sind. Diese Studie hat ergeben, dass in kirchlichen Ämtern weniger als 1% ihrer Klienten zu finden sind. Der Vorsitzende der Gewerkschaft, BZZZZ-24/7 ist empört: „Dagegen muss dringend etwas getan werden. Wenn sich die Wirtschaftslage so weiterentwickelt wie bisher, wird die Roboterarbeitslosigkeit stetig zunehmen. Wir fordern eine Roboterquote von 35% in den kirchlichen Ämtern.“
Die Frage bleibt jedoch, ob die Gründe für das Fernbleiben von Robotern in dieser Sparte nicht etwa im Anforderungsprofil zu finden ist. Doch der Gewerkschafter winkt ab: Ein Roboter kann ebenso gut wie jeder menschliche Berufsgenosse Bibelverse nach dem Zufallsprinzip bei Privatbesuchen und vorgefertigte Reden vor größerem Publikum halten.“ Das einzige, was aus dem Anforderungskatalog noch gestrichen werden müsse, sei die Empathie.