Rahab und die rote Schnur

Rahab ist die Frau des Alten Testaments, die an den meisten unterschiedlichen Stellen im Neuen Testament genannt wird. Im Geschlechtsregister bei Matthäus ist sie eine von drei ganz besonderen Frauen, die nebst all den üblicherweise sonst genannten Männern vorkommt. In Hebräer 11 wird sie als eine der Glaubensheldinnen aufgezählt. In Jakobus 2 wird ihr Glaube als ein Glaube bezeichnet, der durch ihre mutige Tat unter Beweis gestellt wurde. In Josua 2 lesen wir von ihr.

Denn wir haben gehört, wie der Herr das Wasser des Schilfmeeres vor euch ausgetrocknet hat, als ihr aus Ägypten gezogen seid, und was ihr den beiden Königen der Amoriter, Sihon und Og, jenseits des Jordan, getan habt, an denen ihr den Bann vollstreckt habt. Und als wir dies hörten, da wurde unser Herz verzagt, und es ist kein rechter Mut mehr in irgend jemand vor euch; denn der Herr, euer Gott, ist Gott oben im Himmel und unten auf Erden! Und nun schwört mir doch bei dem Herrn, daß, so wie ich an euch Güte erwiesen habe, auch ihr am Haus meines Vaters Güte erweisen werdet; und gebt mir ein sicheres Zeichen, daß ihr meinen Vater, meine Mutter, meine Brüder und meine Schwestern samt allen ihren Angehörigen am Leben lassen und unsere Seelen vom Tod erretten werdet! […] Da sprach sie: Es sei, wie ihr sagt! und ließ sie gehen. Und sie gingen hin; sie aber knüpfte die karmesinrote Schnur ins Fenster. (Josua 2, 10 – 13. 21)

Das Erste was wir von ihr lesen ist das: Wir haben gehört. Sie hat gehört und ist durch das Hören gläubig geworden. Das sagt uns Paulus in Röm. 10, 17 auch. Der Glaube kommt aus dem Hören von der guten Nachricht von Gott. Und diese Gute Nachricht, das Evangelium, ist nicht erst etwas Neutestamentliches, es beginnt mit 1. Mose 1, 1: Im Anfang schuf Gott die Himmel und die Erde.

Das Zweite, was wir von ihr lesen ist das: Sie bekennt sich zum Gott Israels. Sie sagt: Denn Jahwe, euer Gott, ist Gott im Himmel und auf Erden. Das ist ihr Glaubensbekenntnis und kommt von ganzem Herzen. Dieses Glaubensbekenntnis geschieht aber nicht nur mit den Lippen, sondern auch mit ihren Taten. Sie nimmt die Kundschafter des Gottesvolkes auf und führt die Soldaten in ihrer Stadt in die Irre. Sie hat sich entschieden für den Gott Israels und ist dafür bereit, sogar ihre eigene Heimat, ihr Zuhause, zu verraten.

Ein Drittes sehen wir: Sie wünschte sich ein Versprechen von Gott, eine Zusage, dass ihr Glaube belohnt wird. Sie hatte noch keine Bibel, in der alle Verheißungen drin stehen. Deshalb bat sie die Kundschafter, ihr zu versprechen, dass sie und ihre Familie unter Gottes Schutz stehen. Sie bekam auch diese Verheißung mit der Bedingung, dass sie in das Fenster, wo sie die Kundschafter herunterließ, ein Stück karminrote Schnur hängen solle.

Viertens sehen wir, dass ihr Gehorsam vollständig war. Er betrug 100%. Gott ist 100% treu und 100% genau im Einhalten Seiner Versprechen. Er möchte aber von uns auch 100%igen Gehorsam. Rahab war so gehorsam. Sie nahm keine grüne oder blaue Schnur, nein, eine karminrote Schnur musste her und in genau dieses eine Fenster gehängt werden. Dieses Fenster lag nach außen hin zur großen Verkehrsstraße, wo jeden Tag hunderte von Händlern und Käufern durchkamen. Wahrscheinlich wurde sie auch oft ausgefragt und ausgelacht wegen dieser Schnur, doch sie war bereit, den Preis des Spottes zu zahlen.

Diese blutrote Schnur ist ein Symbol für das Blut, das Jesus auf Golgatha für uns zur Erde fließen ließ. Auch Er war ausgestellt, verspottet und hatte mächtig zu leiden. Auch Er war geduldig und gehorsam bis zum Tod – dem schrecklichen Tod am Kreuz. Damit wir wieder mit Gott versöhnt leben können hat Er unsere Schuld bezahlt. Mit jedem Tropfen Blut, das aus Ihm auf die Erde floß. Und wenn wir unsere Sünden bekennen, so ist Er treu und gerecht, dass Er unsere Schuld vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit! (1. Joh. 1, 9). Das ist Gottes Versprechen an jede und jeden von uns! Wie Rahab die Kundschafter beim Wort nahm, dürfen wir Gott beim Wort nehmen. Wie Rahab gehorsam war, und zwar mit Genauigkeit gehorsam, so dürfen auch wir Gott mit genauem Gehorsam dienen. Was ist zur Zeit deine rote Schnur? Ist es, dass du eine Gemeinde suchst und dich dort verbindlich einbringst? Ist es, dass du in deiner Gemeinde regelmäßig teilnimmst und mitmachst? Ist es, dass du andere Menschen in die Gemeinde einlädst? Sei gesegnet!

(Kurzfassung einer Predigt, gehalten am 26. Juni 2011)

Predigt über Römer 1, 16 – 17

Predigt über Römer 1, 16 – 17

Denn ich schäme mich des Evangeliums von Christus nicht; denn es ist Gottes Kraft zur Errettung für jeden, der glaubt, zuerst für den Juden, dann auch für den Griechen; denn es wird darin geoffenbart die Gerechtigkeit Gottes aus Glauben zum Glauben, wie geschrieben steht: »Der Gerechte wird aus Glauben leben«.

a. Einleitung:

-Paulus auf der 3. Missionsreise, ungefähr selbe Zeit wie Abfassung der beiden Korintherbriefe

-Er ist im Osten fertig mit der Missionstätigkeit und will in den Westen bis nach Spanien

-Wünscht sich Unterstützung von der Gemeinde in Rom, deshalb dieser Brief, in welchem er systematisch den Inhalt seiner Lehre wiedergibt.

b. Er schämt sich nicht für das Evangelium

-Evg. = Torheit für die Griechen und Stein des Anstoßes für die Juden (1. Kor. 1, 22 – 24)

-Dennoch schämt sich Paulus des Evangeliums nicht! (→ und wir?)

Litotes: Durch Verneinung wird das Gegenteil ausgesagt: Paulus schämt sich nicht nur nicht des Evangeliums, sondern er rühmt sich des Evangeliums!

-Paulus will nichts anderes wissen / verkündigen als Christus den Gekreuzigten!

c. Das Evangelium ist Gottes „Dynamit“

-Kraft = griech. „dynamis“ (unser Wort Dynamit kommt von da). Evangelium hat riesige Sprengkraft!

-Diese riesige Kraft ist notwendig, um ein steinernes Herz, das sich immerzu nur von Gott abwenden kann, in ein fleischernes Herz zu verwandeln, das Gott sucht!

-“Es ist einfacher, einen körperlich Toten aufzuerwecken, als einen geistlich Toten, denn der körperlich Tote kann sich nicht dagegen wehren im Gegensatz zu einem geistlich Toten, der nichts anderes tun KANN als von Gott wegzulaufen!“

-Das Evangelium ist die Kraft Gottes für alle Glaubenden, Juden zuerst, aber auch Griechen. Die Juden haben Gottes Wort zuerst bekommen durch Propheten, durch Gottes Handeln in ihrer Geschichte, und auch durch die Geburt Jesu Christi aus ihrer Mitte. Dennoch waren auch zu jeder Zeit Heidenvölker angesprochen: zB Ninive von Jona, Gerichtsreden bei den großen Propheten, etc.

-Evangelium für alle Menschen, analog dazu: Für alle, die in christlichem Elternhaus aufwachsen und für diejenigen, die es nicht tun. (Anwendung: Auch Kinder aus gläubigen Familien müssen sich bekehren. → Erklären, warum Jesus sterben musste!)

d. Das Evangelium ist Gottes Gerechtigkeit

-Zunächst müssen wir verstehen, dass wir selbst vor Gott nicht bestehen können noch aus eigener Kraft auch nur irgend etwas tun, was Gott gefällt. (Röm. 3, 23)

-Gott aber hat alles für uns getan (Röm. 3, 24)

-Jesu Selbsthingabe am Kreuz von Golgatha

-Gottes freie Gnade, die der Heilige Geist an uns anwendet, indem uns die Augen geöffnet werden für unsere Ungerechtigkeit und Schuld, aber auch für Gottes freies Gnadenangebot.

-Das Wissen um die absolut freie Gnade Gottes ist unsere völlige Befreiung in der Gewissheit, dass wir selbst nichts mehr hinzufügen können, geschweige denn müssen.

-Wir dürfen aus dieser Gnade heraus leben und für andere da sein.

-Unser Auftrag: Dieses Evangelium, das einzige Medikament gegen die schlimmste Krankheit, die Sünde, anderen anzubieten. Wer nicht selbst evangelisieren möchte, kann zumindest immer wieder Menschen in die Gemeinde einladen!

-Der Glaube kommt aus dem Hören der Predigt (Röm. 10, 17). Wenn uns also an Glauben fehlt, wo können wir noch mehr bekommen? → Regelmäßiger Besuch der Gemeinde und deren Veranstaltungen.

→ Zusammenfassung & Gebet

Unsere Hoffnung in der Predigt

I do not come into this pulpit hoping that perhaps somebody will of his own free will return to Christ. My hope lies in another quarter. I hope that my Master will lay hold of some of them and say, “You are mine, and you shall be mine. I claim you for myself.” My hope arises from the freeness of grace, and not from the freedom of the will.“ (Charles Haddon Spurgeon)

Auf Deutsch:

Wenn ich auf die Kanzel trete, dann hoffe ich nicht, dass vielleicht irgend jemand nach seinem eigenen freien Willen zu Christus umkehren wird. Meine Hoffnung liegt woanders. Ich hoffe, dass mein Meister welche von ihnen an Sich reißen wird und sagen: „Du bist mein, und du gehörst mir. Ich beanspruche dich für Mich Selbst.“ Meine Hoffnung liegt in der Freiheit der Gnade, nicht in der Freiheit des Willens“ (Charles H. Spurgeon)

Wir sehen also, wo das Problem der „modernen“ Predigtweisen liegt: Viele Prediger sind überzeugt, dass sie ihre Zuhörer überreden müssen, zu glauben. So gehen sie Kompromisse mit dem jeweiligen Zeitgeist ein. Sie wenden Strategien der Psycho-Manipulation an, um erfolgreicher zu sein. Sie rufen dazu auf, ein Gebet nachzusprechen, durch welches man gerettet werden könne. In all dem aber vergessen sie, dass es Gottes freie Gnade ist, die einen Menschen überwinden muss. Denn jeder Sünder kann sich nur gegen Gott entscheiden, bis Gottes starke Hand ihn zu Sich herumreißt und ihn für Sich beansprucht. In diesem Wissen liegt viel Freiheit und Freimut des Predigers: Wir müssen den Sünder nicht bekehren, denn das kann nur Gott. Statt dessen müssen wir in unserem heiligen Amte das Evangelium, die wunderbare Botschaft von der freien und damit unverdienbaren Gnade im Herrn Jesus Christus verkünden. Diese Botschaft von der Gerechtigkeit, der Heiligkeit und der Liebe Gottes, dem göttlichen Zorn, aber auch der göttlichen Gnade, will der Heilige Geist gebrauchen, um die Herzen der Sünder zu erreichen und im Glauben, der auch eine reine Gnadengabe Gottes ist, diese steinernen Herzen erneuern.

Die Tür zum Leben

Die Tür zum Leben

Einleitung:

Da sprach Jesus wiederum zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ich bin die Tür für die Schafe. Alle, die vor mir kamen, sind Diebe und Räuber; aber die Schafe hörten nicht auf sie. Ich bin die Tür. Wenn jemand durch mich hineingeht, wird er gerettet werden und wird ein- und ausgehen und Weide finden. Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu töten und zu verderben; ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es im Überfluß haben. (Johannes 10, 7 – 10)

Wir haben hier einen der allerschönsten Texte der Bibel vor uns. So, wie Jesus damals zu Seinen Jüngern sprach, und Sich Selbst vorstellte, so spricht Er auch heute Nachmittag zu uns allen. Es ist mein Gebet und meine Hoffnung, dass wir alle bereit sind, auf Ihn zu hören. Er ist bereit, Sich uns vorzustellen und uns zu begegnen. Lasst uns mit großem Ernst begierig sein nach Seinem Wort, nach all dem, was Er uns heute zu sagen hat.

Bevor Er Sich Seinen Jüngern als Türe vorgestellt hat, sagte Er ihnen noch was anderes, nämlich ein Gleichnis, in welchem Er von den Schafen sprach. Die Schafe sind ein sehr gutes Sinnbild für uns, die wir an Ihn glauben. Er Selbst ist der Gute Hirte, der für Seine Schafe gut zu sorgen weiß. Das Gleichnis beginnt mit der Gegenüberstellung des Hirten, der das Anrecht hat, zu seinen Schafen in den Stall hineinzugehen. Er kennt den Code, der nötig ist, um sich die Türe vom Türhüter aufschließen zu lassen. Er wird auch von den Schafen erkannt, denn seine Stimme erkennen sie unter all den Stimmen, die auf sie einreden.

Die Jünger haben Sein Gleichnis gehört, haben es aber nicht verstanden. Deshalb setzt Jesus nun erneut an und redet wiederum zu ihnen. Er legt ihnen dieses Gleichnis aus.

  1. Jesus ist die Tür zu den Schafen

Jesus beginnt die Auslegung dieses Gleichnisses mit den Worten: Amen, amen, Ich sage euch. Mit diesen Worten leitet der Evangelist Johannes oft die wichtigen Aussagen Jesu ein. Wenn wir im Johannesevangelium also diese Worte lesen, so bedeutet das für uns: Aufgepasst, was jetzt kommt, das ist ganz essentiell wichtig. Hört gut auf das, was der Herr Jesus uns zu sagen hat.

Nun beginnt Jesus seine Auslegung mit den Worten „Ich Bin die Tür“. Spätestens bei diesen Worten haben die Juden aufhorchen müssen. Es handelt sich hier um ein Ich-Bin-Wort. Mit diesen Worten spricht Jesus immer mit sehr großem Nachdruck. Immer dann, wenn Jesus ein solches Wort mit „Ich Bin“ einleitet, so spricht Er dort über Seinen göttlichen Charakter und Seinen göttlichen Auftrag. Es geht hier darum, dass Er Sich als Gott auf Erden verstanden haben will, denn nur als solchen können wir Ihn als „die Türe“ verstehen. Als Gott mit Mose sprach, stellte Er sich als der „Ich Bin Der Ich Bin“ vor. Das Ich Bin Jesu geht hier in dieselbe Richtung. Auch Gottes Eigenname Jahwe (=der ins Dasein Bringende), deutet in die Richtung und Jesus will Sich auch unbedingt so verstanden haben. Er hat diesen Namen bewusst in Sein Programm aufgenommen und für Sich beansprucht.

Jesus sagt hier von Sich, dass Er die Türe zu den Schafen ist. Wer also zu den Schafen will, kommt an der Tür nicht vorbei. Hierin haben wir das Versprechen der Bewahrung, des Schutzes. Jesus verspricht uns also, dass Er als Türe beschützen will vor denen, welche sich unrechtmäßig in die Gemeinde einschleichen wollen. Leider ist die menschliche Natur von uns allen naturgemäß nicht so ganz schafartig, viel eher könnte man sie als bockig beschreiben. Ein Bock lehnt sich gegen alles auf, was ihm entgegentritt. Als solch bockige Gestalten laufen wir vor Gott und Seinem Willen weg – auf und davon. Dieses Weglaufen vor Gott ist Auflehnung, und genau das ist es, was all das Leid über diese Welt gebracht hat und Tag für Tag noch immer bringt. Diese Auflehnung gegen Gott bewirkt eine Zerstörung der Beziehung zu Gott und zu anderen Menschen. Dadurch entsteht Schuld. Wir werden dadurch vor Gott schuldig, und deshalb ist es unmöglich, dass wir Gott gefallen können. Paulus schreibt im Brief an die Römer 3, 23:

Denn es ist kein Unterschied: Alle haben gesündigt und ermangeln der Herrlichkeit Gottes.

Das ist das göttliche Urteil über uns Menschen. Alle haben gesündigt, keiner kann mit Gott in Gemeinschaft leben.

Doch Gottes Liebe zu uns Menschen ist groß, so groß, dass Er bereit war, alles aufzugeben, Seine ganze Göttlichkeit im Himmel zurückzulassen und auf der Erde unter uns zu leben. Als Mensch unter Menschen. Das ist Jesus Christus. Er hat sein ganzes Leben lang auf nich ein einziges Mal gesündigt, sondern war immer gehorsam, damit Er an unserer Stelle die uns fehlende Gerechtigkeit verdienen konnte. Dann war Er sogar bereit, den schrecklichen Tod am Kreuz von Golgatha auf Sich zu nehmen, um dadurch alle Schuld zu bezahlen, die wir alle auf uns geladen haben vor Gott. Doch es ist nicht beim Tod geblieben. Kürzlich haben wir das Auferstehungsfest gefeiert. Der Herr Jesus ist nicht im Grab geblieben, sondern auferstanden. Ja, Er ist wahrhaftig auferstanden. Er hat den Tod besiegt und mit Paulus können wir deshalb sagen: Tod, wo ist dein Stachel? Ja, der Herr Jesus ist für uns gestorben und auferstanden von den Toten am dritten Tag.

So dürfen, wenn wir wirklich glauben, dass Er für uns persönlich gestorben und auferstanden ist, uns im Gebet an Ihn wenden. Wir dürfen Ihm danken für dies große Geschenk und Ihn bitten, in unser Leben zu kommen, damit Er uns hilft, nach Seinem Willen zu leben.

Weil Jesus Christus die Türe zu den Schafen ist, können auch menschliche Hirten nur durch diese Türe hindurch zu den Schafen kommen. Tatsächlich hat Gott in der Gemeinde Menschen als Hirten und Älteste eingesetzt, welche für die Aufgabe des Hirtendienstes zuständig sind. Doch auch für diese gilt, dass sie nur durch die Türe, die der Herr Jesus ist, zur Gemeinde kommen dürfen.

Nur durch den Heiligen Geist erweckt kann ein Hirte ein rechter Hirte sein. Der Heilige Geist führt einen rechten Hirten in seine Berufung und schenkt auch, dass diese Berufung durch die jeweilige Gemeinde bestätigt wird.

Ein wahrhaft berufener Hirte wird sein Leben ganz und gar dem Herrn Jesus unterstellen und wird das tun, was der Herr von ihm möchte. Er wird nicht nur für seine Gemeinde in der Bibel lesen, sondern auch für sich selbst vom Wort Gottes essen: Er liest es, denkt darüber nach, nimmt sich Zeit, um darüber zu beten und tut alles um es in sein persönliches Leben ein-zubauen. Erst wenn er dies ganz praktisch verstanden hat, wendet er sich der Gemeinde zu und lehrt sie dies.

So gibt es ja auch Ausbildungsstätten für den Dienst in der Gemeinde.

Deshalb ist es wichtig, dass wir bibeltreue Ausbildungsstätten wie die STH Basel eine ist, unterstützen, indem wir für sie beten und nach Möglichkeit auch finanziell unterstützen.

Leider führen heutzutage viele Hirtenschulen dazu, dass ihre Absolventen versuchen, an der Türe vorbei in den Schafstall zu kommen. Von diesen spricht der Herr Jesus auch ausführlich:


  1. Jesus unterscheidet Sich von den Dieben und Räubern

In den Versen 8 und 10 spricht der Herr Jesus von denen, die sich anmaßen, Hirten der Gemeinde zu sein, ohne eine echte Berufung in diesen Dienst zu haben. Diese beiden Verse werden deshalb zusammen betrachtet.

Es sind insgesamt drei Merkmale, die der Herr Jesus nennt, an denen man diese Diebe und Räuber erkennen kann: Das erste Merkmal finden wir schon im Gleichnis selbst, im ersten Vers dieses zehnten Kapitels des Johannesevangeliums. Dort wird der Dieb und Räuber dadurch beschrieben, dass er nicht durch die Türe hineingeht, sondern versucht, woanders einzusteigen. Nun müssen wir hier aber aufpassen, dass wir das richtig verstehen. Wenn wir von Dieben und Räubern hören, denken wir bestimmt gleich an Ladendiebstahl, Banküberfall oder Ähnliches. Nun wurde der Ausdruck Diebe und Räuber von den Menschen damals für die politische Partei der Zeloten verwendet. Die Piratenpartei in Deutschland hat auch nichts mit Booten und Seeräuberei zu tun, sondern damit, dass sie zum Beispiel Urheberrechte und Patente auf Informationen gezielt aufheben will. Die Zelotenpartei zur Zeit Jesu hat versucht, die Herrschaft Roms im alten Palästina aufzuheben und das Reich Gottes mit militärischer Macht zu errichten.

Man könnte also sagen, dass die Diebe und Räuber Menschen sind, welche die Gemeinde des Herrn bauen wollen aus eigener Kraft und mit menschlichen Mitteln. Genau das ist auch heute das Ziel vieler Gemeindebauprogramme, die versuchen, biblische Begriffe wie Sünde, Hölle, stellvertrender Tod Christi, etc. abzuschaffen und dadurch möglichst viele Menschen zu ethisch korrekten aber nach wie vor ungläubigen Menschen umzugestalten. Christlicher Anstrich, aber nichts echtes darunter, muss man hierzu sagen.

Dass es sich dabei um Menschen handelt, die versuchen, an die Gemeinde zu kommen, ohne an Christus vorbeikommen zu müssen, sagt der Herr hier auch mit den Worten „die vor mir kamen“. Das „vor“ in diesem Satz lässt sich auch mit „anstelle von“ übersetzen. Es ist also somit auch jemand, der versucht, sich selbst oder seine Ideen an die Stelle des Herrn Jesus zu setzen.

Das zweite Merkmal der Diebe und Räuber nennt der Herr auch: Die Schafe haben nicht auf sie gehört. Die wahre Schafherde lässt sich nicht von einem Dieb und Räuber abziehen, auch wenn diese es noch so sehr versuchen. Vielmehr hört diese Schafherde auf das, was der Herr ihr zu sagen hat.

Der Herr Jesus Selbst ist es, der dafür sorgt, dass Seine Herde Ihn hören kann. Durch den Heiligen Geist, der mit unserem Geist zusammenwirkt, funktioniert diese Verständigung, sofern sie nicht durch irgend eine Sünde blockiert ist, von der man nicht lassen will.

Durch das regelmäßige und gründliche Bibellesen und den Besuch der Gemeindebibelstunden sowie durch das Reden mit dem Herrn im Gebet werden wir sensibel und aufmerksam auf das, was der Gute Hirte uns zu sagen hat.

Das dritte und schlimmste Merkmal eines Diebes und Räubers ist, dass er immer kommt, um zu stehlen und zu zerstören. Dies ist oft nicht einmal von ihm beabsichtigt. Manche dieser Diebe und Räuber kommen in der besten Absicht und wollen der Herde sogar helfen. Aber gerade weil sie nicht durch die Türe hereinkommen, gerade weil sie den Herrn Jesus nicht wirklich, oft nur äußerlich, kennen, richten sie riesigen Schaden an. Jesus sagte hierzu in Lukas 11, 23:

Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich; und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut.

Bei einer Schafherde ist es wichtig, dass sie immer wieder gesammelt wird. Beim Grasen hat jedes Schaf so seine eigene Art, die Herde immer ein wenig mehr zu verlassen, immer etwas weiter weg zu gehen. Des Hirten Aufgabe ist es nun, sie wieder einzusammeln und vorwärts zu bringen. Das ist auch in der Gemeinde so. Ein Pastor, der von bestimmten Spezialthemen so begeistert ist, dass er nichts anderes mehr zu predigen weiß, zum Beispiel nur noch über die Offenbarung und Endzeitprophetie, aber darin vergisst, seine Herde immer wieder zum Herrn Jesus zu bringen, wird sie zerstreuen.

Um als gute Hirten einer Gemeinde, einer Familie oder einer Jungschargruppe für den Herrn arbeiten zu können, müssen wir unsere Herde immer wieder und wieder zum Herrn bringen. Über das sprechen, was der Herr für uns getan hat, was Er für uns ist. Dann wird diese Herde nämlich auch wachsen. Nicht nur in der Zahl, sondern vor allem auch in der Qualität. Der Glaube nimmt zu bei den Menschen, die unter einem guten Hirten stehen, er wird gestärkt durch das gute Vorbild und dadurch, dass die ganze Gemeinde regelmäßig unter das Wort des Herrn kommen.

Dann werden es auch immer mehr sein, die verstehen, was Jesus uns da als nächstes sagt:

  1. Jesus ist die Tür zum Leben

Jesus ist nämlich nicht nur die Türe zu den Schafen, sondern auch die Türe zum Leben. Dies bedeutet für uns ganz konkret, dass jeder, der durch sie hineingeht, ewiges Leben hat und für immer gerettet ist. Der Herr Jesus ist der Weg und die Wahrheit und das Leben, und es kommt nie und nimmer irgend jemand zu Gott, ohne bei Ihm vorbeizukommen. Das ist für uns sehr wichtig zu wissen. Egal in welcher Zeit und in welcher Kultur jemand geboren wurde, keiner kommt zum Vater, ohne bei Jesus durch die Türe gekommen zu sein. Gleich nach dem Fall im Garten Eden haben die ersten Menschen von Gott das Versprechen bekommen, dass der Herr Jesus kommen wird. Der Nachkomme der Frau wird dem Nachkommen der Schlange den Kopf zertreten. Und von dem Moment an hat die Menschheit gewusst, dass Jesus kommen wird. Niemand konnte sich entschuldigen. Und niemand wird sich jemals mit dem Argument entschuldigen können.

Wenn wir uns dessen bewusst sind, wird uns das helfen, andere mit viel Freimütigkeit in die Gemeinde einzuladen. Wir sagen ihnen, dass wir auch gerne ein Stück weit mit ihnen zusammen zur Gemeinde gehen und den Gottesdienst gemeinsam besuchen wollen. Weiter werden wir aber auch gerade in dem Wissen mit großer Ernsthaftigkeit für die verlorenen Menschen beten, die den Herrn Jesus noch nicht angenommen haben und deshalb ihre Schuld noch selbst mit sich herumschleppen und unter Gottes Zorn und Gericht stehen.

Wenn wir mit unseren Mitmenschen über den Glauben sprechen, so dürfen wir wissen, dass der Herr Jesus uns versprochen hat, uns zu helfen und uns durch Seinen Heiligen Geist im richtigen Moment die richtigen Worte schenken wird.

Weiter wird jeder, der durch diese Türe hineingeht und den Herrn Jesus aufnimmt, Weide finden. Diese Weide steht für all das, was unsere täglichen Bedürfnisse stillt. Der Herr Jesus ist der gute Hirte, der uns vom sicheren Stall zum saftigen Gras der Weide, von der Weide zur frischen Wasserquelle und wieder zurück führt. Er ist in allem dafür besorgt, dass es uns gut geht.

Dieser Gute Hirte ist der Herr Jesus Selbst, der uns Frieden schenkt, indem Er uns mit Sich Selbst versöhnt. Er sorgt in wunderbarer Weise für uns, indem Er uns die örtliche Gemeinde als Wiese gibt.

Dort in der Gemeinde sind wir füreinander da, wir dürfen einander Hirten sein: Der Hauskreisleiter seinen Schutzbefohlenen, der Jugendleiter seinen Teenies, und so weiter. Der Ehemann ist der Hirte seiner Ehefrau, Eltern die Hirten ihrer Kinder, usw. Als Hirten haben wir uns darum zu kümmern, dass unsere Schäflein Weide finden, und zwar sollen wir um das Allerbeste besorgt sein.

Als Familienvater führen wir die regelmäßige tägliche Andacht mit der ganzen Familie ein, die der Vater vorbereitet. So bekommt die ganze Familie ihr geistliches Brot.

Wer auf die Weide des guten Hirten kommt, wird drittens auch für sein ganzes Leben einen Sinn bekommen und wirkliche Erfüllung. Diese Erfüllung besteht gerade auch darin, dass wir anderen in dem helfen dürfen, was wir gut können. Indem wir anderen helfen, sie lehren und sie wachsen sehen, nimmt auch unsere eigene Freude zu. Die gemeinsame Freude am Ergebnis des gemeinsamen Wachsens und Vorankommens, ist wunderbare Erfüllung.

Ich fasse zusammen:

Damit wir rechtmäßig als Hirten von Gott einen Zugang zur Gemeinde bekommen können, müssen wir selbst unter dem Guten Hirten stehen und uns von Ihm verändern und prägen lassen. Es gibt Diebe und Räuber, die versuchen, die Gemeinde zu zerstreuen, weil sie ihre Herde nicht regelmäßig unter den Einfluss der Guten Nachricht von Jesus Christus bringt. Die Gemeinde, welche die göttliche Herde ist, hat für jeden von uns seinen Platz, an dem er anderen Schäflein in der Gemeinde helfen kann. Gemeinsam freuen wir uns deshalb über das Wachstum, das dadurch geschieht.

Mein Predigtarchiv

2007:

Vergebung 30. 09. 2007 FEG Rheinfelden Baden: Matth. 18 (41 Minuten)

Geist der Kraft 18. 11. 2007 FEG Rheinfelden Baden: 2. Tim. 1, 6 – 7 (42 Minuten)

2008:

Pfingsten 2008 Pfingsten 2008 FEG Basel: Joh. 7, 37 – 39 (34 Minuten)

Gottesfurcht 18. 05. 2008 FEG Rheinfelden Baden: Sprüche 1, 7 (31 Minuten)

Gefühle und Wirklichkeit 29. 06. 2008 FEG Rheinfelden Baden: Hoheslied 5 (27 Minuten)

Mose als Fürbitter 24. 08. 2008 CGO Telfs, Österreich: Exodus 32, 7 – 12 (42 Minuten)

Zusammenstehen im Leiden 14. 09. 2008 FEG Basel: Philipper, 12 – 26 (30 Minuten)

2009:

Aufschauen 29. 03. 2009 FEG Rheinfelden Baden: Hebräer 12, 1 – 3 (35 Minuten)

Missionsbefehl 26. 04. 2009 FEG Rheinfelden Baden: Matth. 28, 18 – 20 (29 Minuten)

Autorität 02. 08.2009 FEG Rheinfelden Baden (36 Minuten)

2010:

Unterordnung 20. 02. 2010 FCG Schopfheim (28 Minuten)

Frieden mit Gott 19. 06. 2010 FCG Schopfheim: Epheser 1, 1 – 2 (33 Minuten)

Segnungen 17. 07. 2010 FCG Schopfheim: Epheser 1, 3 (20 Minuten)

Versiegelt 13. 11. 2010 FCG Schopfheim: Epheser 1, 11 – 14 (35 Minuten)

Weihnachten 2010 26. 12. 2010 Volksmission Wälde: Galater 4, 4 – 5 (47 Minuten)

2011:

Nicht einen Geist der Furchtsamkeit 06. 03. 2011 Volksmission Wälde: 2. Tim. 1, 6 – 7 (42 Minuten)

Wandeln im Geist 10. 04. 2011 FCG Bad Tölz: Römer 8, 1 – 4 (44 Minuten)

2012:

Das doppelte Liebesgebot 26. 02. 2012 Volksmission Freudenstadt: Markus 12, 29 – 31 (47 Minuten)

Treue und wahrhaftige Zeugen 25. 03. 2012 Volksmission Wälde: Offb. 3, 14 – 22 (51 Minuten)

 Wie Mein Vater Mich gesandt hat 08. 04. 2012 Volksmission Wälde: Joh. 20, 21 (33 Minuten)

 Muttertag: Geistliche Mutterschaft 13. 05. 2012 Volksmission Wälde: Titus 2, 1 – 5 (31 Minuten)

 Der schwere Weg nach Hause 01. 07. 2012 Volksmission Wälde: Ruth 1, 1 – 7 (28 Minuten)

 Wo du bist, da will ich auch sein 22. 07. 2012 Volksmission Wälde: Ruth 1, 8 – 22 (30 Minuten)

Daniel: Gott ist mein Richter 12. 08. 2012 FCG Schramberg: Daniel 6, 12 (37 Minuten)

Zuflucht unter Gottes Flügeln 19. 08. 2012 Volksmission Wälde: Ruth 2, 1 – 23 (42 Minuten)

Strategie der Gerechtigkeit 02. 09. 2012 Volksmission Wälde: Ruth 3, 1 – 18 (45 Minuten)

Henoch: Gemeinschaft mit Gott 23. 09. 2012 FCG Schramberg: Gen. 5, 21 – 24; Hebr. 11, 5 – 6; Jud. 14 – 15 (39 Minuten)

Endlich Ruhe gefunden 07. 10. 2012 Volksmission Wälde: Ruth 4, 1 – 22 (40 Minuten)

Barnabas – der Sohn des Trostes 18. 11. 2012 Volksmission Wälde: Apg. 9, sowie 11 und 15 (41 Minuten)

Advent – Gottes Liebe kommt! 02. 12. 2012 Volksmission Wälde: Johannes 3, 16 (31 Minuten)

Herkunft verlangt Treue 30. 12. 2012 Volksmission Wälde: 2. Timotheus 1, 1 – 5 (34 Minuten)

2013:

Entfache das Feuer! 13. 01. 2013 Volksmission Wälde: 2. Timotheus 1, 6 – 10 (43 Minuten)

Wachsen im Glauben und im Dienst 27. 01. 2013 Volksmission Wälde: 2. Timotheus 1, 11 – 14 (46 Minuten)

Echte Freunde gesucht! 10. 02. 2013 Volksmission Wälde: 2. Timotheus 1, 15 – 18 (33 Minuten)

Bitte weitergeben! 17. 03. 2013 Volksmission Wälde: 2. Timotheus 2, 1 – 6 (38 Minuten)

Soldaten im Dienst Gottes 14. 04. 2013 Volksmission Wälde: 2. Timotheus 2, 3 – 4 (36 Minuten)

Mit ganzer Hingabe leben 10. 02. 2013 Volksmission Wälde: 2. Timotheus 1, 15 – 18 (33 Minuten)

Jesus unser Hohepriester 17. 03. 2013 Volksmission Wälde: 2. Timotheus 2, 1 – 6 (30 Minuten)

Der neue Bund – Das neue Herz 30. 06. 2013 Volksmission Wälde: Jeremia 31, 31 – 34 (44 Minuten)

Vom Eigenlob zum Gotteslob – 21. 07. 2013 Volksmission Wälde: Daniel 4, 25 – 34  (35 Minuten)

Die Heiligkeit Gottes – 04. 08. 2013 Volksmission Wälde: Jesaja 6, 1 – 8 (35 Minuten)

Zu Gottes Ehre geschaffen – 11. 08. 2013 Volksmission Wälde: Jesaja 43, 1 – 7 (33 Minuten)

Für die nächste Generation – 18. 08. 2013 Volksmission Wälde: Sprüche 1, 7 – 9 (42 Minuten)

Zu Gottes Ehre geschaffen – Teil 2 – 01. 09. 2013 Volksmission Wälde: Römer 12, 1 – 21 (38 Minuten)

1. Johannes Teil 1: Christsein ist Freude – 08. 09. 2013 Volksmission Wälde: 1. Johannes 1, 1 – 4 (35 Minuten)

1. Johannes Teil 2: Christsein ist im Licht leben – 22. 09. 2013 Volksmission Wälde: 1. Johannes 1, 5 – 7 (39 Minuten)

1. Johannes Teil 3: Christsein ist Selbsterkenntnis – 29. 09. 2013 Volksmission Wälde: 1. Johannes 1, 8 – 2, 2 (39 Minuten)

1. Johannes Teil 4: Christsein heißt, Gott zu kennen und lieben – 13. 10. 2013 Volksmission Wälde: 1. Johannes 2, 3 – 6 (39 Minuten)

Familiengottesdienst: DU bist ein Wunder Gottes – 27. 10. 2013 Volksmission Wälde: Psalm 139, 12 – 18 (21 Minuten)

1. Johannes Teil 5: Christsein heißt, den Nächsten zu lieben – 03. 11. 2013 Volksmission Wälde: 1. Johannes 2, 7 – 11 (36 Minuten)

1. Johannes Teil 6: Christsein heißt, im Glauben zu wachsen – 17. 11. 2013 Volksmission Wälde: 1. Johannes 2, 12 – 14 (41 Minuten)

1. Johannes Teil 7: Christsein heißt, nicht an der Welt zu hängen – 24. 11. 2013 Volksmission Wälde: 1. Johannes 2, 15 – 17 (30 Minuten)

1. Johannes Teil 8: Christsein heißt, die Zeit zu erkennen – 08. 12. 2013 Volksmission Wälde: 1. Johannes 2, 18 – 23 (35 Minuten)

1. Johannes Teil 9: Christsein heißt, in der Salbung zu leben – 15. 12. 2013 Volksmission Wälde: 1. Johannes 2, 24 – 29 (31 Minuten)

Weihnachten 2013: Ein großer Gott für kleine Leute – 22. 12. 2013 Volksmission Wälde: Lukas 2, 1 – 20 (28 Minuten)

Losung 2014: Gott nahe zu sein ist mein Glück – 29. 12. 2013 Volksmission Wälde: Psalm 73, 21 –  28 (40 Minuten)

 2014:

 Losung 2014: Gott nahe zu sein ist mein Glück Teil 2 – 05. 01. 2014 Volksmission Wälde: Psalm 73,28 (32 Minuten)

 Gemeinde: Gottes Geschichte in der Weltgeschichte – 12. 01. 2014 Volksmission Wälde: Galater 4, 4 – 5 (29 Minuten)

 Gemeinde: Dein Platz in Gottes Geschichte – 26. 01. 2014 Volksmission Wälde: Hebräer 10, 24 – 26 (34 Minuten)

 Gemeinde für die ganze Familie – 02. 02. 2014 Volksmission Wälde: 5. Mose 6, 4 – 9 (41 Minuten)

Liebe Gott – mit deinem ganzen Verstand! 09. 02. 2014 Volksmission Horb a. N.: Sprüche 2, 1 – 8 (31 Minuten)

Gemeinde – mit einem wichtigen Auftrag 16. 02. 2014 Volksmission Wälde: Matthäus 28, 18 – 20 (36 Minuten)

Gemeinde – mit einer großen Zukunft 23. 02. 2014 Volksmission Wälde: Offenbarung 5, 8 – 14 (41 Minuten)

Fasten – Sehnsucht nach Gott 09. 03. 2014 Volksmission Wälde: Matthäus 9, 14 – 17 (36 Minuten)

Buchhaltung mit Paulus – oder: Wenn Christus unser Alles wird 16. 03. 2014 Volksmission Wälde: Philipper 3, 3 – 11 (40 Minuten)

Begegnung mit Gott 23. 03. 2014 Volksmission Wälde: 2. Mose 33, 12 – 23 und 34, 5 – 7 (43 Minuten)

Geistliche Kriegsführung – Teil 1 04. 05. 2014 Volksmission Wälde: Epheser 6, 10 – 12 (30 Minuten)

Pfingsten: Gottes Geist treibt uns zu den Menschen 08. 06. 2014 Volksmission Wälde: Apostelgeschichte 2 (30 Minuten)

Geistliche Kriegsführung – Teil 3 07. 09. 2014 Volksmission Wälde: Epheser 6, 16 (34 Minuten)

Wahre Schönheit 26. 10. 2014 Volksmission Wälde (30 Minuten)

Geistliche Kriegsführung – Teil 4 02. 11. 2014 Volksmission Wälde: Epheser 6, 17 – 20 (34 Minuten)

Eine wunderbare Einladung 07. 12. 2014 Volksmission Wälde: Jesaja 55, 1 – 3 (26 Minuten)

Die doppelte Geburtstagsparty 21. 12. 2014 Volksmission Wälde: Johannes 1, 9 – 14 (13 Minuten)

 2015:

Jahreslosung: Nehmt einander an 04. 01. 2015 Volksmission Wälde: Römer 15, 7 – 13 (25 Minuten) 

Der Brief der Freude 25. 01. 2015 Volksmission Wälde: Philipper 1, 1 – 6 (32 Minuten)

Zeitgeist oder Gottes Geist 15. 02. 2015 Volksmission Wälde: Römer 12, 1 – 2 (30 Minuten)

Einheit in der Vielfalt 01. 03. 2015 Volksmission Wälde: Römer 12, 3 – 5 (30 Minuten)

Die Gabe der Prophetie 15. 03. 2015 Volksmission Wälde: 1. Korinther 14 u. a. (30 Minuten)

Osterpredigt 05. 04. 2015 Volksmission Wälde: Matthäus 28, 1 – 10 (33 Minuten)

Eine besondere Freundschaft 19. 04. 2015 Volksmission Wälde: 1. Samuel 18, 1 – 4 (23 Minuten)

Prophetie verstehen 31. 05. 2015 Volksmission Wälde: versch. (32 Minuten)

Die Gemeinschaft mit dem Heiligen Geist 14. 06. 2015 Volksmission Wälde: Johannes 14 – 16 (27 Minuten)

Hosea – Was ist Liebe? 09. 08. 2015 Volksmission Wälde: Hosea 1 – 3 (28 Minuten)

Löwe und Lamm 23. 08. 2015 Volksmission Wälde: Offenbarung 5 (32 Minuten)

Wer ist mein Nächster? 25. 10. 2015 Volksmission Wälde: Lukas 10, 25 – 37 (28 Minuten)

Mut und Demut 15. 11. 2015 Volksmission Wälde: Micha 1 – 3 (32 Minuten)

2016:

Gewohnheiten 10. 01. 2016 Volksmission Wälde: Micha 6 – 7 (32 Minuten)

Wie neu geboren 15. 01. 2016 Allianzgebetswoche Betzweiler-Wälde: Lukas 15, 11 – 32 (20 Minuten)

Der freudige Gott 07. 02. 2016 Volksmission Wälde: Psalm 135, 5 – 6 (26 Minuten)

Bekehrung: Die größte Freude 21. 02. 2016 Volksmission Wälde: Lukas 15, 1 – 7 (34 Minuten)

Christus der Gekreuzigte 06. 03. 2016 Volksmission Wälde: 1. Korinther 2, 1 – 5 (32 Minuten)

Palmsonntag 20. 03. 2016 Volksmission Sulz a. N.: Johannes 12, 12 – 36 (29 Minuten)

Karfreitag: Der Versöhnungstag 25. 03. 2016 Volksmission Wälde: Jesaja 53 (32 Minuten)

Der Mensch im Bild Gottes 03. 04. 2016 Volksmission Wälde: 1. Mose 1, 26 – 31 (35 Minuten)

Arbeit, Beruf, Berufung 24. 04. 2016 Volksmission Wälde: 1. Mose 1, 26 – 31 (32 Minuten)

Muttertag – Loblied der Frau 08. 05. 2016 Volksmission Wälde: Sprüche 31 (33 Minuten)

Verherrliche Deinen Sohn 29. 05. 2016 Volksmission Wälde: Johannes 17, 1 – 5 (29 Minuten)

Ewiges Leben 19. 06. 2016 Volksmission Wälde: Johannes 17, 1 – 5 (30 Minuten)

Herrlichkeit Christi 17. 07. 2016 Volksmission Wälde: Johannes 17, 1 – 5 (30 Minuten)

Nachfolger Christi 21. 08. 2016 Volksmission Wälde: Johannes 17, 6 – 10 (33 Minuten)

Schönheit Gottes 11. 09. 2016 Volksmission Wälde: Johannes 17, 6 – 10 (35 Minuten)

In der Welt nicht von der Welt 25. 09. 2016 Volksmission Wälde: Johannes 17, 11 – 19 (42 Minuten)

Heilig durch Wahrheit 16. 10. 2016 Volksmission Wälde: Johannes 17, 11 – 19 (36 Minuten)

Eine biblische Weltanschauung für die nächste Generation 30. 10. 2016 Volksmission Wälde: Richter 2, 6 – 19 (37 Minuten)

Das Wesen geistlicher Einheit 20. 11. 2016 Volksmission Wälde: Johannes 17, 20 – 26 (43 Minuten)

2017:

Wiederherstellung des Tempels 08. 01. 2017 Volksmission Wälde: Haggai 2, 1 – 9 (30 Minuten)

Die Macht der Worte 05. 02. 2017 Volksmission Wälde: Sprüche 10, 9 – 12 (43 Minuten)

Verloren – Gefunden 19. 02. 2017 Volksmission Wälde: Lukas 15, 1 – 2 (34 Minuten)

Das verlorene Schaf 12. 03. 2017 Volksmission Wälde: Lukas 15, 3 – 7 (37 Minuten)

Die verlorene Drachme 19. 03. 2017 Volksmission Wälde: Lukas 15, 8 – 10 (35 Minuten)

Gottes Herz für Sünder 02. 04. 2017 Volksmission Wälde: Lukas 15, 11 – 19 (38 Minuten)

Osterpredigt 16. 04. 2017 Volksmission Wälde: Lukas 22, 47 – 48 (40 Minuten)

Gott, der verschwenderische Vater 28. 05. 2017 Volksmission Wälde: Lukas 15, 17 – 24 (31 Minuten)

Gottes Herz für Heuchler 11. 06. 2017 Volksmission Wälde: Lukas 15, 25 – 32 (40 Minuten)
Psalm 1: Wer ist der Mensch? 27. 08. 2017 Volksmission Wälde: Psalm 1 (38 Minuten)
Was ist die Gemeinde? 03. 09. 2017 Volksmission Wälde: Epheser 3,  8 – 13 (45 Minuten)
Offenbarung 1 17. 09. 2017 Volksmission Wälde: Offenbarung 1 (32 Minuten)

Die sieben Sendschreiben 01. 10. 2017 Volksmission Wälde: Offenbarung 2 – 3 (41 Minuten)

Vor dem Thron des Lammes 22. 10. 2017 Volksmission Wälde: Offenbarung 7 (34 Minuten)
Antichrist – oder: Das Problem der Machtanhäufung 05. 11. 2017 Volksmission Wälde: Offenbarung 13 (37 Minuten)

Weitere folgen…

Nach dem Herzen Gottes leben

Predigt über Psalm 1, 1 – 3


1 Wohl dem, der nicht wandelt nach dem Rate der Gottlosen, noch tritt auf den Weg der Sünder, noch sitzt, da die Spötter sitzen; 2 sondern seine Lust hat am Gesetz des HERRN und in seinem Gesetze forscht Tag und Nacht. 3 Der ist wie ein Baum, gepflanzt an Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit und dessen Blätter nicht verwelken, und alles, was er macht, gerät wohl.

Mit diesen wunderschönen Versen beginnt die ganze Psalmensammlung, es ist der Auftakt und zugleich eine Einleitung in das ganze Buch der Psalmen. Immer wieder geht es um Gott und den Menschen in ihrer Beziehung zueinander. Wer das Buch der Psalmen lesen und verstehen möchte, findet in diesen Versen des ersten Psalms eine Inhaltsangabe, aber auch eine Einladung, sich mit dem Buch der Psalmen näher zu beschäftigen.

Diese Einladung beginnt in den ersten Worten: Wohl dem. Wohl dem könnte man vielleicht besser übersetzen mit: Gesegnet ist. Gesegnet ist derjenige, der sich an das hält, was im übrigen Psalm steht. In der Bergpredigt beginnt der Herr Jesus auf die gleiche Art und Weise: Gesegnet sind die geistlich Armen. Gesegnet sind die Trauernden. Gesegnet sind die Sanftmütigen. Und so weiter, die ganze Palette hindurch. Auch dort, in der Bergpredigt, wird zuerst der Typ Mensch festgestellt, für den der Rest dieser Predigt gelten soll. Gesegnet sind diejenigen, denen der Geist Gottes zeigt, wie arm sie vor Gott sind, die über ihre vielen Fehler in ihrem Leben traurig sind und die deshalb anderen Menschen gegenüber mit viel Sanftmut begegnen, und so weiter. Es werden dort nicht etwa viele verschiedene Menschen aufgezählt, sondern alle Seligpreisungen gelten genau der Sorte von Menschen, auf die das alles zutrifft. Da handelt es sich um die Menschen, welche ihre eigene Sündhaftig-keit erkannt und sich im Glauben auf den Herrn Jesus geworfen haben. Wer dem Herrn gehört, für den gelten alle diese Segnungen. Wenn wir erkannt haben, dass wir Gott gar nichts bringen können als nur Schande und Unehre, Sünde und Verderbnis und wenn wir dann der Stimme des Herrn Folge geleistet haben, der zu uns sagt: Tut Buße und folget mir nach, wenn wir ihm unser Leben über-geben haben und glauben, dass seine Erlösung, die er am Kreuz von Golgatha für uns erworben hat, dass diese auch für uns, für Sie und Sie und uns alle gilt, dann sind wir zu der Türe eingetreten, die unser erster Psalm auch ist: Gesegnet ist!

Wer nun genau gesegnet ist, wird auf zwei Arten beschrieben: Zuerst unter dem negativen Gesichtspunkt: Was derjenige nicht tut oder tun sollte, der zu den Gesegneten gehören will, dann im zweiten Vers: Was derjenige tut, der gesegnet ist und im dritten Vers auch noch ein schönes Gleichnis von all denjenigen, von denen das gilt.

Wohl dem, der nicht wandelt nach dem Rat der Gottlosen. Gott segnet also denjenigen, der nicht nach dem lebt, was die Welt ihm beibringen will. Ein Leben in der Sünde beginnt mit gespitzten Ohren und mit Augen, die offen für alles mögliche Neue sind. Es gibt einen guten Spruch, der lautet: Wer für alles offen ist, der ist nicht ganz dicht.

Das Problem gab es bereits im Paradies: Eva hatte ihre Ohren gespitzt und gespannt auf das gehört, was ihr die Schlange sagte. Sie war offen für Neues und hat gut hingehört. Sie wollte keine offene Rebellion gegen Gott begehen, aber das Neue in der Lehre der Schlange, das hat sie attraktiv gefunden. Zuerst hörte sie auf deren Worte, dann schaute sie sich die Frucht genauer an, und sah plötzlich, wie gut diese Frucht doch zu essen wäre. Sie ist nach dem Rat der gottlosen Schlange gewandelt, und das wurde ihr zum Verhängnis, und nicht nur ihr, sondern auch all ihre Nachkommen bis auf den heutigen Tag.

Wir haben immer wieder die Entscheidung zu treffen: Auf wen wollen wir hören? Nach wessen Rat wollen wir wandeln? Nach dem der Welt oder nach dem Rat Gottes? Und immer ist und bleibt es diese Entscheidung, die auch unser weiteres Leben zum großen Teil mitentscheidet. Ein Indianer erzählte einmal: In mir drin gibt es zwei Hunde, einen weißen und einen schwarzen, und diese beiden kämpfen immerzu gegeneinander. Da wurde er gefragt: Welcher gewinnt denn? Er antwortete: Es gewinnt immer der, dem ich mehr zu Fressen gebe. In uns drin ist es ähnlich, auch da haben wir einen solchen Kampf. Die Bibel nennt das den Kampf zwischen dem alten und dem neuen Adam. Und auch hier wird immer derjenige gewinnen, den wir mehr füttern. Wer öfter mal Hollywood-Filme anschaut, wird irgendwann ein falsches Verständnis von dem bekommen, was Liebe ist, was Erfolg bedeutet, etc. Und dabei habe ich nicht mal groß etwas gegen diese Filme. Die Frage ist nur, ob wir fähig sind, beim Anschauen eines solchen Films die Realität im Hinterkopf zu behalten oder ob wir uns dann von dem falschen Weltbild beeinflussen lassen.

Wir stehen ständig vor der Entscheidung, auf wen wir hören wollen. Hören hat in der Bibel sehr viel mit Gehorsam zu tun. Wo wir gut zuhören, werden wir vermutlich auch gehorsam sein. So hat Gott zum Beispiel im 5. Mosebuch die Israeliten auf diese Art und Weise angesprochen: HÖRE ISRAEL, der HERR, dein GOTT ist Einer. Immer wieder hat Gott zu uns Menschen gesprochen. Im Hebräerbrief wird der Herr Jesus als Gottes letztes Wort benannt. Gott spricht mit uns und möchte, dass wir auf ihn hören.

Wenn wir sehen, wie heute unseren Kindern in der Schule alles andere beigebracht wird als auf Gott zu hören, müssen wir uns auch fragen, wie wir diesem Trend entgegenstehen können. Hier ist es notwendig, dass wir erneut christliche Bekenntnisschulen ins Leben rufen können, und zwar in Zusammenarbeit mit anderen Denominationen. Anders ist es wohl auch gar nicht möglich. Aber wir brauchen solche Schulen, an die wir unsere Kinder schicken können ohne immer mit der Furcht leben zu müssen, dass sie jetzt das falsche, unbiblische Denken gelehrt bekommen. Wir sollten doch versuchen, es unseren Kindern möglichst zu erleichtern, nach Gottes Wegen leben zu wollen.

Aus dem Hören auf das falsche, weltliche Denken, wird sehr bald einmal auch das Handeln danach. Deshalb lesen wir auch im ersten Psalm: Wohl dem, der nicht tritt auf den Weg der Sünder. Anders gesagt: Gesegnet ist derjenige, der nicht so handelt wie die Sünder. Je mehr wir uns mit dem füllen und uns dem aussetzen, was die Welt uns beibringen will, desto leichter fällt der nächste Schritt in die Tatsünde hinein. Wenn unser Denken verseucht ist von dieser Weltlichkeit, so werden unsere Taten bestimmt nicht besser sein.

Und gleich geht es weiter: Wohl dem, der nicht sitzt wo die Spötter sitzen. Wir haben da eine Steigerung: erst kommt das Hören, dann das Tun und dann auch noch das Sitzen. Sich hinsetzen hat hier zwei verschiedene Bedeutungen: Zunächst das Bleiben. Zur Zeit, als die Psalmen geschrieben wurden, trug man ein langes Gewand, das mit einem Gürtel zusammengehalten wurde, damit man nicht stolperte. Die meiste Zeit des Tages verbrachte man so im Stehen. Nur dann, wenn man sich wirklich sicher war, dass man sitzen bleiben konnte, nahm man den Gürtel ab und setzte sich. In dem Zusammenhang bedeutet es: in der Sünde drin bleiben, verharren. Und dann hat dieses sich hinsetzen noch eine zweite Bedeutung, Der Genfer Reformator und Bibellehrer Johannes Calvin hat darauf hingewiesen: Sich setzen bedeutet auch, dass man anfängt, andere zu belehren. Man belehrt also auch andere, indem man unter ihnen sitzt und ihnen sagt, dass der Weg, den man gerade geht, der richtige ist und sie dadurch auch zum Sündigen anleitet. An dieser Stelle ist auch die Frage nach der Gemeindezucht zu stellen. Wenn jemand wirklich nicht einsehen will, dass er auf dem falschen Weg ist und sich im falschen Kreis, nämlich unter den Spöttern, niedergesetzt hat, so sollte ihm die Gemeinde irgendwann ein Ultimatum stellen, verknüpft mit einer Warnung bezüglich des Ausschlusses. Aber auch jeder Ausgeschlossene soll, wenn er sich bußfertig zeigt, schnell wieder in die Gemeinde hinein aufgenommen werden. Es muss dabei klar sein: Jeder von uns braucht sein ganzes Leben lang immer wieder und wieder die Vergebung unsrer Sünden. Der Herr Jesus ist für alle unsere Sünden gestorben. Und zwar nicht nur für alle jene vor unserer Bekehrung, sondern für alle bis zu unserer letzten Stunde hin. Wir dürfen immer wieder und wieder die Vergebung annehmen, die er uns erkauft hat am Kreuz von Golgatha. Ganz besonders dann brauchen wir diese Vergebung, wenn wir merken, dass unsere Herzen gleichgültig geworden sind. Gleichgültigkeit gegenüber unseren Sünden aber auch Gleichgültigkeit gegenüber unseren Mitmenschen ist immer ein Zeichen dafür, dass unser Gewissen verhärtet ist. Aber auch gerade dann dürfen wir 1.Johannes 1,9 für uns in Anspruch nehmen:

Wenn wir aber unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit.

Wir haben jetzt also zuerst eine Beschreibung dessen gehört, was jemand, für den die Psalmen gelten sollen, NICHT tut: Er hört nicht auf den Rat der Gottlosen, dann tritt er auch nicht auf den Weg der Sünder und keinesfalls setzt er sich dorthin, wo die Spötter sitzen.

Nun hat unser Psalm aber auch noch eine positive Beschreibung dessen, der gesegnet ist: Sondern er hat seine Lust am Gesetz des HERRN. Wenn wir das so hören, das Gesetz des HERRN, dann denken wir vermutlich gleich an einen Polizisten mit Schlagstock bewaffnet, der genau überwacht, wann man welches Gebot von diesem Gesetz übertritt. Das ist hier jedoch nicht der Fall. Das Gesetz des HERRN meint an dieser Stelle einfach Gottes Wort, die Bibel. Durch sie spricht Gott zu uns. In ihr gibt Gott uns Hinweise auf das, was Gott in und mit unserem Leben vorhat. In ihr sagt uns Gott, wie er von uns denkt. Aber er sagt uns in ihr auch, wie er ist und wie wir mit ihm in einer ganz engen, nahen Beziehung leben können. Man könnte das Lesen in der Bibel beschreiben als eine Reise zum Herzen Gottes. Wenn wir also statt auf die falschen Ansichten der Ungläubigen zu hören, in der Bibel lesen, dann beginnen wir langsam zu verstehen, wer und wie Gott ist, wer und wie wir sind und sein sollen, was der Sinn und Plan unseres Lebens ist, und so weiter. Die Psalmen an und für sich sind schon eine Reise zum Herzen Gottes, eine spannende, aufregende Reise zu Gottes Herzen. Sie erzählen uns auch, wie wir zu Menschen nach Gottes Herzen werden können. So sind denn auch viele Psalmen von dem geschrieben, von welchem die Schrift selbst sagt, dass er ein Mann nach dem Herzen Gottes war: David. Bei sehr vielen seiner Psalmen merkt man das auch wirklich, und bei manchen Psalmen, die keine Autorenangabe haben, wie gerade zum Beispiel unser erster Psalm hier, könnte man sich das dennoch durchaus vorstellen, dass er von diesem Mann nach dem Herzen Gottes geschrieben wurde.

Ein Mann oder eine Frau nach dem Herzen Gottes, hat seine / ihre Lust oder Freude am Gesetz des HERRN, am Wort Gottes. Eine solche Freude, die kommt manchmal nicht einfach so von allein. Auch die Schreiber der Psalmen haben das genau gewusst. So lesen wir im Psalm 23 zum Beispiel von einem, der im finsteren Tal der Todesschatten war. Das muss eine wahnsinnig schmerzvolle Zeit gewesen sein. Es war vielleicht der Verlust eines sehr geliebten Menschen, oder eine äußerst schmerzhafte Krankheit über längere Zeit gewesen sein, vielleicht hat David diesen Psalm auch in der Zeit geschrieben, als er vom König, dem er dienen wollte, und der der Vater seines allerbesten Freundes war, verfolgt wurde. Es gibt so vieles im Leben, was uns alle Freude in unserem Leben rauben kann. Aber dennoch dürfen wir auch in diesen Zeiten wissen, dass wir nicht allein sind. Der Herr ist unser Hirte, der nicht zulassen wird, dass wir ganz allein sind. Der Herr ist unser Hirte, der im Gegenteil dafür sorgt, dass alles zu unserem Besten dienen muss. Und genau daraus kommt die Freude am Wort unseres Herrn.

Er will unser Allerbestes, und deshalb gilt für uns auch dieser Psalm: Wohl dem! Wir sind gesegnet, weil nichts in unserem Leben dem Zufall überlassen ist. Alles ist geplant und hat ein Ziel: Nämlich zu unserem Besten zu dienen. Was denn unser Bestes genau ist, darüber gibt uns Gott in Römer 8, 28 – 30 sehr deutlich Bescheid:

Wir wissen aber, daß denen, die Gott lieben, alles zum Besten mitwirkt, denen, die nach dem Vorsatz berufen sind. Denn welche er zuvor ersehen hat, die hat er auch vorherbestimmt, dem Ebenbilde seines Sohnes gleichgestaltet zu werden, damit er der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern. Welche er aber vorherbestimmt hat, die hat er auch berufen, welche er aber berufen hat, die hat er auch gerechtfertigt, welche er aber gerechtfertigt hat, die hat er auch verherrlicht.

Da sehen wir, dass alles, was wir erleben, alles, was uns Mühe und Leid bereitet, aber auch alles, was uns erfreut, alles zusammen zu genau einem einzigen Ziel dienen soll: Dass wir dem Ebenbild des Herrn Jesus gleichförmig gemacht werden. Das ist das letzte und über allem stehende Ziel Gottes. Jedes Geschehnis, sei es freudig oder traurig, schmerzhaft oder frohmachend, muss immer dazu führen, dass wir ins Ebenbild des Gottessohns verwandelt werden. Und zweitens erfahren wir aus diesem kurzen Abschnitt im Römerbrief auch, dass Gott uns nicht nur zur Freiheit, sondern auch zur letztendlichen Verherrlichung, der Entrückung, berufen und vorherbestimmt hat.

Ein Zweites, was ein Gesegneter Gottes, dem das „wohl dem“ unseres Psalmes gilt, tun sollte, ist: Nicht nur Freude haben am Gesetz des HERRN, sondern in seinem Gesetze forschen bei Tag und bei Nacht. Wir dürfen den Segen, der Gott für uns bereit hält, wenn wir sein Wort lieben, bei Tag und bei Nacht, also zu jeder beliebigen Stunde aus der Schrift heraus gewinnen. Ich glaube wir können auf folgende Art am meisten Gewinn aus der Schrift holen:

Frühmorgens beim Aufwachen sollten wir uns möglichst schnell unter diesen Segen stellen, indem wir uns, je nach Zeit, die wir haben, ein Kapitel oder zwei bis drei Kapitel der Schrift zu Gemüte führen. Zumindest sollten es aber ein paar Verse sein, für manche eignen sich hier die Herrnhuter Losungen gut, andere lesen lieber da weiter, wo sie am Tag zuvor aufgehört haben. Das spielt letztlich keine so große Rolle, jeder muss da seinen eigenen Weg finden. Wer am Morgen nur wenig liest, sollte aber nicht versäumen, später im Laufe des Tages noch einen Teil der Schrift in ihrem Kontext, also mindestens ein ganzes Kapitel oder einen ganzen Psalm lesen. Wer die Bibel in einem Jahr durchlesen möchte, ist gut beraten, wenn er jeden Morgen ein Kapitel des NTs und jeden Abend drei Kapitel des ATs durchliest. So geht es nämlich sehr gut auf ein Jahr auf.

Wenn man so vorgeht, hilft einem das sehr, dass man sich noch viel besser in der Schrift auskennt. Es besteht aber zugleich die Gefahr, dass man vieles von dem, was man liest, gar nicht so bald umsetzen kann. Und was man nicht umsetzt, geht vergessen und verloren.

Bevor wir mit Lesen anfangen, müssen wir uns bewusst werden, dass wir das, was wir lesen, aus uns selbst gar nicht verstehen und noch weniger anwenden können. Deshalb wenden wir uns am besten zuerst im Gebet an Gott, dass uns der Heilige Geist die Augen öffnen möge und unseren Verstand erleuchten, sodass wir es denn auch verstehen können. Dann lesen wir den jeweiligen Abschnitt und überlegen uns, wie das, was wir gerade lesen, in unser praktisches tägliches Leben hineinkommen kann: Also: Was möchte Gott an uns durch das Lesen dieses Textes verändern oder wie können wir das, was wir gelesen haben, in die Tat umsetzen? Diese Frage soll uns auch den ganzen Tag hinweg beschäftigen. Die Bibel ist niemals nur Information und nur Geschichte von früher. Jeder Text, ja, jedes Wort der Bibel drängt darauf hin, in unserem Leben praktisch Gestalt zu bekommen, indem es umgesetzt wird.

Ja, Gottes Wort will uns verändern. Wir dürfen jederzeit so zu Gott kommen, wie wir gerade sind. Aber wir müssen niemals so wieder weggehen, wie wir gekommen sind. Gott wünscht sich ein Leben der Veränderung für uns. Die Veränderung in das Bild des Herrn Jesus, wie wir gesehen haben. Ein Stück davon möchte uns der Psalm auch zeigen, nämlich in seinem dritten Vers. Da haben wir ein wunderschönes Gleichnis dessen, was unser Leben eigentlich ist:

3. Der ist wie ein Baum, gepflanzt an Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit und dessen Blätter nicht verwelken, und alles, was er macht, gerät wohl.

Unser Leben als Gläubige wird mit einem Baum verglichen. Dieser Baum ist GEPFLANZT. Der Baum ist kein Wildwuchs, der zufällig dort wächst, er ist gepflanzt. Das heißt: Gott hat mit viel Liebe und Sorgfalt den Platz ausgewählt und ihn dort hingepflanzt. Kein Mensch kann sagen, dass er ein reines Zufallsprodukt einer Schwangerschaft oder gar eines misslungenen Verhütungsversuchs sei. Nein, Gott war es, der für jeden den Ort ausgewählt hat und ihn dort hingepflanzt. Jeder ist von Gott gewollt, geliebt und nach dem ewigen, göttlichen Bauplan geschaffen.

Weiter ist dieser Baum gepflanzt an WASSERbächen. Das heißt zunächst einmal, dass Gott selbst dafür sorgt, dass der Baum dort ist, wo er genügend Nahrung bekommen kann. Weiter ist in der Bibel das Wasser ein Symbol für den Heiligen Geist. Als der Herr Jesus in den Himmel aufgefahren ist, hat er den Heiligen Geist in einer neuen Größe geschickt und zu Pfingsten ausgegossen: Jeder Gläubige hat seither seinen Anteil daran. Der Heilige Geist ist es auch, der unsere Bekehrung veranlasst und durchführt, von ihm werden wir bekehrt und nach der Bekehrung versiegelt.

Der Baum bringt seine Frucht zu seiner Zeit. Die Frucht finden wir in Galater 5, 22: Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung. Die Frucht bringen aber nicht wir selbst hervor, sondern der Heilige Geist, der uns als Wasserbäche mit der Nahrung versorgt, bringt sie hervor, und zwar zu seiner Zeit. Die Frucht wächst nach Gottes Zeitplan, nicht nach dem unsrigen.

Die Blätter des Baumes verwelken nicht und was er tut, wird ihm gelingen. Charles Haddon Spurgeon sagte hierzu: Gottes Bäume sind „Evergreens“. Sie vergehen nicht, sie verwelken nicht, denn sie bekommen immer genug von dem Wasser. Das Siegel des Geistes bleibt für immer auf uns. Es gibt niemanden, der es brechen kann. Wenn wir in Christus bleiben und aus der Liebe zu Gott leben, so wird alles, was wir für den Herrn tun, gelingen. Denn es ist Gottes Werk durch uns.