Neues Herz, neuer Geist

Darum sprich zu dem Haus Israel: So spricht Gott, der Herr: Nicht um euretwillen tue ich dies, Haus Israel, sondern wegen meines heiligen Namens, den ihr entweiht habt unter den Heidenvölkern, zu denen ihr gekommen seid.Darum will ich meinen großen Namen wieder heilig machen, der vor den Heidenvölkern entheiligt worden ist, den ihr unter ihnen entheiligt habt! Und die Heidenvölker sollen erkennen, dass ich der Herr bin, spricht Gott, der Herr, wenn ich mich vor ihren Augen an euch heilig erweisen werde. Denn ich will euch aus den Heidenvölkern herausholen und aus allen Ländern sammeln und euch wieder in euer Land bringen. Und ich will reines Wasser über euch sprengen, und ihr werdet rein sein; von aller eurer Unreinheit und von allen euren Götzen will ich euch reinigen. Und ich will euch ein neues Herz geben und einen neuen Geist in euer Inneres legen; ich will das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben; ja, ich will meinen Geist in euer Inneres legen und werde bewirken, dass ihr in meinen Satzungen wandelt und meine Rechtsbestimmungen befolgt und tut.(Hesekiel 36, 22 – 27)
Ein neues Herz, ein neuer Geist. Alles neu macht nicht der Mai, sondern Gott. Der Mai (und auch das „neue“ Jahr) kann nichts wirklich neu machen. Das neue Jahr kann nur das alte Jahr weiterführen. Es ist nichts Magisches an einem Jahresanfang. Aber es ist gut, wenn wir uns immer wieder Zeit nehmen, um darüber nachzudenken, wo wir gerade stehen. Dazu eignet sich ein Jahresanfang, ein Monatsanfang und natürlich auch ein Wochen- oder Tagesanfang sehr gut. Was wir Menschen machen können, ist nicht einmal wirklich etwas Neues. Wir können eine Menge künstlicher Stoffe herstellen; aber selbst für Kunststoff braucht man natürliche Stoffe, die dafür chemisch umgewandelt werden. Neu ist auch das nicht wirklich.
Doch wenn Gott sagt, dass ER etwas neu macht, dann ist es wirklich neu. Gott schafft das Neue nicht aus etwas Altem, sondern ganz neu, aus dem Nichts. Wenn Gott sagt, dass ER uns ein neues Herz schenken möchte, so ist das nicht unser altes Herz in einer etwas verbesserten Form, sondern es ist ein ganz neues Herz. Die Wiedergeburt ist eine Herztransplantation. Sie erfüllt uns mit einem neuen Verlangen, dem Verlangen, ganz rein und heilig zu leben. Sie reinigt unser Leben durch Gottes Wort, die Bibel. Hesekiel spricht davon, dass Gott reines Wasser über Sein Volk sprengen will. Wasser ist ein Symbol für die Bibel (vgl. Epheser 5,26). Wir brauchen ein neues Herz, weil wir merken, dass es mit dem alten Herz einfach nicht geht. Jeremia meint dazu ganz nüchtern: Kann wohl ein Mohr seine Haut verwandeln, oder ein Leopard seine Flecken? Dann könnt ihr auch Gutes tun, die ihr gewohnt seid, Böses zu tun! (Jeremia 13,23)
Gott möchte uns mit Seinem Heiligen Geist erfüllen. Das bedeutet, dass Er in unserem Leben regieren will. Es bedeutet, dass wir immer wieder bereit sein sollen, unseren Willen Ihm zu unterstellen. Zu sagen: Eigentlich fühle ich mich nicht so, aber nicht mein Wille, sondern Dein Wille geschehe! Aber mit einem natürlichen Herzen und mit unserem menschlichen Geist können wir das nicht. Gott verlangt von uns etwas, was unmöglich ist, weil ER das Unmögliche in unserem Leben tun möchte. Er möchte, dass wir einsehen, dass wir Ihn brauchen, dass wir unsere Schuld, unser vollkommenes Unvermögen, Ihm zu gefallen, einsehen und Ihn um Vergebung bitten. Jesus Christus ist gestorben und nach drei Tagen auferstanden und lebt heute und sitzt zur Rechten Gottes des Vaters, damit es für uns möglich ist, ein neues Herz und einen neuen Geist zu bekommen. Das ist ein wunderbarer Jahresanfang, wenn wir Gott unser ganzes Leben geben und Ihn bitten, aus unserem Chaos, Schmerz, Scherben und Egoismus ein neues Mosaik zu gestalten.

Allgemeine Offenbarung: Das Gewissen

Was ist das Gewissen? Um dieses Wort ranken viele Miss- und andere Verständnisse. Es ist deshalb sinnvoll, dem Wort einmal nachzugehen. Zunächst ist es interessant, dass die Bibel im hebräischen Alten Testament kein Wort für das Gewissen kennt. Im Volk Israel war klar, dass für die Unterscheidung zwischen gut und böse sowie richtig und falsch die göttliche Ordnung (die Thora, also die 5 Bücher Mose) bekannt sein muss. Somit hat man keinen eigenen Begriff dafür gebraucht. Dennoch kennt das Alte Testament eine Art Zwiespalt im Menschen. Dieser Zwiespalt, den man durchaus als so etwas wie ein Gewissen betrachten kann, sah der Hebräer einfach als Teil des Herzens und bildete somit den Unterschied zwischen einem lauteren (reinen) Herzen und einem unlauteren (unreinen) Herzen.
In der griechischen Antike wurde erstmals ein eigenes Wort für das Gewissen verwendet. Dieses griechische Wort heißt συνειδήσις (syneidesis). Das Wort ist zusammengesetzt aus syn (mit, zusammen, gemeinsam) und einer Form des Verbs oida (wissen). Es heißt somit eigentlich „Mitwissen“. So wurde es zuerst auch gebraucht: Wenn ich Augenzeuge eines bestimmten Vorgangs geworden bin, so habe ich ein Mitwissen bekommen. Der Mitwisser ist zu einem Zeugen geworden, der den Angeklagten (den Täter des Vorgangs) entweder belasten oder entlasten konnte. Das ist der Ursprung des Wortes.
So wurde dann mit der Zeit immer mehr der innere Zwiespalt eines Menschen zum Inhalt des Wortes Gewissen. Im Menschen sind zwei verschiedene Ichs, die gegeneinander Anklage erheben oder sich gegenseitig freisprechen. Dieser Wandel der Bedeutung war im 1. vorchristlichen Jahrhundert vollzogen, damit haben wir die Basis, um den Gebrauch des Wortes im Neuen Testament zu betrachten. Die bisherige Darstellung der Geschichte des Wortes habe ich mit Hilfe des Abschnitts „synoida“ von Dr. Christian Maurer in: Theologisches Wörterbuch zum Neuen Testament, Bd. VII ab S. 897 erarbeitet.
Im Neuen Testament kommt syneidesis in 22 Versen vor; davon gut die Hälfte bei Paulus. Über das erste Vorkommen kann gestritten werden, da es in Johannes 8,9 steht, wo es um die Ehebrecherin geht. Manche Bibelausleger leugnen die Echtheit diesen Berichts. Zwei Vorkommen sind in der Apostelgeschichte, einmal in 23,1 wo Paulus von seinem reinen Gewissen erzählt. Hier kann man auf die alttestamentliche Vorstellung des reinen Herzens zurückgreifen. Dasselbe gilt auch für 24,16, wo wiederum Paulus von seinem reinen Gewissen spricht.
In den Briefen von Paulus wird es interessant, vor allem in der ersten Stelle, welche auch das wichtigste Vorkommen des Wortes in Bezug auf die natürliche Offenbarung ist. Wenden wir uns also diesem wichtigen Abschnitt zu:
Denn alle, die ohne Gesetz gesündigt haben, werden auch ohne Gesetz verlorengehen; und alle, die unter dem Gesetz gesündigt haben, werden durch das Gesetz verurteilt werden — denn vor Gott sind nicht die gerecht, welche das Gesetz hören, sondern die, welche das Gesetz befolgen, sollen gerechtfertigt werden. Wenn nämlich Heiden, die das Gesetz nicht haben, doch von Natur aus tun, was das Gesetz verlangt, so sind sie, die das Gesetz nicht haben, sich selbst ein Gesetz, da sie ja beweisen, daß das Werk des Gesetzes in ihre Herzen geschrieben ist, was auch ihr Gewissen bezeugt, dazu ihre Überlegungen, die sich untereinander verklagen oder auch entschuldigen — an dem Tag, da Gott das Verborgene der Menschen durch Jesus Christus richten wird nach meinem Evangelium. (Römer 2, 12 – 16)
Zuerst müssen wir uns fragen, wo dieser Abschnitt im gesamten Fluss des Römerbriefs steht. Der Römerbrief ist nämlich nicht eine Reihe von einzelnen Themen, die irgendwie aneinandergereiht sind, sondern eine riesige Abhandlung darüber, wer der Mensch ist, was sein Problem ist, wie Gott das Problem des Menschen gelöst hat und wie der Mensch zu dieser Lösung kommen kann. Diese riesige Abhandlung beginnt mit Römer 1,16 und geht bis Römer 15,13. Deshalb kann man diesen Abschnitt nicht einfach herauspicken und ihn dann so verstehen, wie es einem gerade passt. Schauen wir uns den Abschnitt im Flow des ganzen Briefs an.
Paulus geht es im ersten großen Teil des Briefs, der Römer 1,18 – 3,20 umfasst, zu zeigen, dass jeder Mensch aus sich selbst verloren ist. Jeder Mensch hinkt dem Standard, den Gott gesetzt hat, hinterher. Paulus macht klar: Die Juden, welche das Alte Testament haben, stehen vor Gott nicht besser da als die „Heiden“, also die, welche Gottes Wort nicht haben. Wie wir schon im Teil über die Schöpfung gesehen haben, ist jeder Mensch, der seine Umwelt sehen kann, ohne Entschuldigung vor Gott, denn er hat durch alles, was er sehen kann, die Möglichkeit, Gottes Existenz, Größe, Macht und Güte festzustellen. Das nimmt ihm also jede Entschuldigung. Und jetzt sagt Paulus: Noch ein Zweites gibt es, was jedem Menschen zur Verfügung steht. Ich möchte hinzufügen: Dieses Zweite gilt wohl noch umfassender für jeden einzelnen Menschen, denn so kann sich niemand mehr mit Blindheit oder anderen Problemen der Sinne entschuldigen.
Erinnern wir uns kurz: Die Juden haben gesagt, dass man Gottes Wort braucht, um das Richtige und das Falsche zu erkennen und unterscheiden zu können. Damit haben sie ein Stück weit recht: Den Willen Gottes kann man nur in Gottes Wort erkennen. Wir brauchen die Bibel dazu. Was jedoch jedem Menschen gegeben ist, das ist das Wissen darum, dass es Richtig und Falsch, Gut und Böse, Gerecht und Ungerecht überhaupt gibt. Und dieses Wissen, so sagt Paulus jetzt, dieses Wissen hat jeder Mensch tief in sich eingepflanzt. Egal wie sehr ein Gewissen abgestumpft ist, jeder Mensch hat das Verlangen, gerecht behandelt zu werden. Er hat ein Gewissen, er ist ein Mitwisser mit Gott darum, dass es Gut und Böse gibt. Und jetzt setzt Paulus noch eins oben drauf und sagt: Hey, ihr Juden, ihr braucht euch gar nichts darauf einzubilden, dass ihr Gottes Wort habt, denn in allem haltet ihr euch auch nicht daran! Also seid ihr nicht besser dran als die „Heiden“, die Gottes Wort nicht haben, sondern nur ihr Gewissen! Also bildet euch bloß nichts darauf ein!
Das ist also das Gewissen: Jeder, der das Bedürfnis hat, gerecht behandelt zu werden, weiß damit auch um die Existenz von Gut und Böse. Wer Gottes Wort nicht hat, findet in sich dennoch eine Richtschnur, die besagt, was gerecht und was ungerecht ist. Paulus fährt wieder fort und sagt: Die Menschen, die Gottes Wort nicht haben, die haben dennoch das Werk des Gesetzes in die Herzen geschrieben. Ihr Herz ist also ein Richter über ihr Leben und ihr Verhalten.
Und hier liegt noch ein weiteres Missverständnis vor: Aus diesem Abschnitt wird häufig gefolgert, dass Menschen, die ohne Gottes Wort zu kennen, aufwachsen, einfach so vor Gott bestehen könnten. Das sagt Paulus hier jedoch nicht. Paulus sagt lediglich: Der Mensch hat ein Gewissen, das jede seiner Handlungen beurteilt und entweder als richtig oder als falsch einstuft (ob das jetzt mit Gottes Maßstab übereinstimmt, bleibt fraglich). Da aber jeder Mensch früher oder später das schlechte Gewissen kennenlernt, wird jeder durch sein schlechtes Gewissen vor Gott verurteilt. Es geht in dem Abschnitt also nicht darum, wie jemand vor Gott gerecht sein kann – im Gegenteil – es geht lediglich darum, dass am Ende jeder mit einem Scherbenhaufen vor Gott stehen wird. Wie man diesen Scherbenhaufen loswerden kann, darum geht es erst ab Römer 3,21.
Die Schöpfung Gottes und das Gewissen des Menschen, diese zwei Dinge zusammen bilden die natürliche Offenbarung. Johannes Calvin schreibt dazu wieder sehr treffend:
Man kann aus diesem Vers also nicht gut einen Beleg für die Kraft unseres Willens herauslesen, als wollte Paulus sagen, die Befolgung des Gesetzes sei in die Kraft unseres Willens gestellt; er redet auch nicht von dem Vermögen, das Gesetz zu erfüllen, sondern lediglich von dessen Erkenntnis. Vollends steht das Wort „Herz“ hier nicht für den Sitz der Affekte, sondern wird nur in dem Sinne von Einsicht gebraucht […]. Außerdem darf man daraus nicht schließen, die Menschen verfügten von sich aus über die vollständige Erkenntnis des Gesetzes, wo doch ihrem Geist, was die Gerechtigkeit anlangt, höchstens ein paar Samenkörner eingepflanzt sind. Dazu gehört, dass ausnahmslos alle Völker sich religiöse Institutionen schaffen, dass sie Ehebruch, Dienstahl und Mord nach Gesetzen strafen oder sich in Handelsgeschäften auf Treu und Glauben verlassen. Es ist ihnen, wie sie damit bezeugen, offenbar nicht verborgen, dass man Gott verehren muss, dass Ehebruch, Diebstahl und Mord ein Übel, Redlichkeit hingegen etwas Lobenswertes ist. Dabei spielt es keine Rolle, wie sie sich Gott vorstellen oder wie viele Götter sie sich zurechtlegen. Es reicht, dass sie erkennen: Es gibt einen Gott, dem sie Verehrung und Dienst schulden.“ (Calvin, Johannes, Studienausgabe, Römerbrief Bd. 1, S. 127)

Selig sind, die reinen Herzens sind

Selig sind, die reines Herzens sind; denn sie werden Gott schauen! (Matthäus 5, 8)
Hier können wir sehen, was Gott wichtig ist. Diese Seligpreisung ist eine direkte Attacke auf das, was die Pharisäer und Schriftgelehrten sagten. Ihnen war nämlich die äußere Reinheit wichtiger als Reinheit des Herzens. Äußere Reinheit besteht im Befolgen von bestimmten Riten und Geboten, wobei es ihnen egal war, mit welcher inneren Einstellung, mit welcher Herzenshaltung diese Gesetze befolgt wurden. Reinheit im Herzen bedeutet, dass man in seinen Wünschen und in allem, was man tut, Gott gefallen möchte. Es gibt auch falsche Gründe, das Richtige zu tun:
  1. Das Richtige tun aus Egoismus. Sehr oft denken wir, wenn wir nur das Richtige (das von Gott Gewollte) tun, dann haben wir in der Gemeinde, bei der Arbeit oder bei unseren Freunden einen Vorteil. Wir werden gelobt, bekommen vielleicht einen besseren Posten, eine Aufgabe, die wir lieber tun, werden befördert oder ein höheres Gehalt.
  1. Das Richtige tun aus Stolz. Man kann auch aus Stolz das von Gott geforderte tun. Wer aus Stolz gehorsam ist, tendiert dazu, Gott vorzuhalten, wie gut er doch ist und handelt und nimmt sein eigenes Verhalten als Begründung für einen Lohn, der zum Beispiel in einer bestimmten Gebetserhörung besteht. Er ist auch immer sehr schnell dabei, das Verhalten anderer an seinem eigenen Verhalten zu messen.
  1. Das Richtige tun aus Angst. Die Angst vor den Konsequenzen des falschen Verhaltens schafft eine Distanz zwischen Gott und dem Menschen. Angst ist hier ein schlechter Ratgeber. Angst führt zu einem Sklavengehorsam, der seinen Herrn weder erkennt noch erkennen will. Jedoch dienen gerade die göttlichen Gebote dazu, dass man Ihn erkennen und in Sein Bild verwandelt werden soll. Angst ist es auch, die den Satan und seine Scharen zu ihrem Tun antreibt. Insofern ist der aus Angst Gehorsame nicht besser als jene.
Es muss somit das reine Herz eine andere Grundlage zum Gehorsam haben, nämlich Gnade, Liebe, Demut und Freimut. Ein reines Herz sucht also nicht den eigenen Vorteil, sondern lebt zur Ehre Gottes. Es weiß auch, dass alles Gute, das es tut, kein Gewinn ist, sondern einfach das, was es dem Herrn Jesus schuldet. Es weiß: ohne Erlösung wäre es zu gar nichts Gutem fähig. Es kennt auch die Liebe und Güte sowie die Barmherzigkeit und Vergebung durch den Herrn Jesus. Es übt sich beständig darin, zu vergeben, und zwar allen: Seinen Mitmenschen, seinen besonders Nahestehenden, deren Enttäuschungen oft sehr stark schmerzen, sich selbst (das ist nicht selten eine der schwierigsten Aufgaben) und auch Gott. Manchmal ist es notwendig, wenn man sich von Gott im Stich gelassen fühlt, auch hier loszulassen von diesem negativen Gefühl. Er steht über dieser Welt und hat den kompletten Überblick, auch über all die Dinge, die wir gar nicht wissen und berechnen können.
Ein reines Herz bekommen wir, weil Jesus unsere Schuld, unsere Unreinheit am Kreuz weggenommen und bezahlt hat. Es gibt nichts, womit man es verdienen könnte, denn es ist unbezahlbar. Wer ein reines Herz hat, kann vor sich selbst und vor Gott ehrlich werden. Er braucht sich nicht vor dem Licht Gottes zu fürchten, sondern tritt freiwillig und gerne in dieses Licht, um sich prüfen zu lassen. Er kann auf alle Feigenblätter und anderen Verstecke verzichten, denn er ist mit einem reinen Kleid, weiß wie Schnee, mit der göttlichen Herrlichkeit umgeben.
Dies gilt für alle, die wiedergeborene Gläubige sind. Und sie alle bekommen das Versprechen: Wer reinen Herzens ist, der wird Gott schauen. Gott zu schauen bedeutet zunächst einmal, Gott ganz genau kennenzulernen. Wir dürfen Den kennenlernen, Der die ´Himmel und die Erde geschaffen hat. Wie sehr sehnen sich doch manche Menschen danach, jemanden persönlich kennenzulernen, der in einem bestimmten Bereich des Lebens besonders gut ist, zum Beispiel einen Musiker einer guten Band. Oder einen besonders guten Maler oder Romanautoren. Wie viel mehr sollte sich doch jeder Mensch danach sehnen, Den kennenzulernen, welcher der Urheber, Erfinder und Geber von aller Schöpfung und aller menschlichen Kreativität ist! Welch eine Ehre, dass Er bereit ist, uns zu kennen und Sich uns zu erkennen, geradezu zum Kennenlernen, zu geben.
Sodann bedeutet dieses Versprechen aber auch, dass all unsere Neugier, all unsere allzu menschlichen Fragen, gestillt werden sollen. Gottes Charakter zu kennen bedeutet, zu erfahren, warum Gott wann anders handelt als wir uns dies vorstellen. Wir werden erkennen, dass Gottes Plan und Handeln zu jedem Zeitpunkt bis ins kleinste Detail einfach perfekt ist. Dies macht uns dankbar und fröhlich.
Letztendlich ist diese Gottesschau von Angesicht zu Angesicht auch der Grund ewiger Freude. Die Freude im Herrn, weil wir uns von Ihm geliebt wissen. So groß ist Seine Liebe zu uns, dass Er Sein Ein und Alles, Seinen geliebten Sohn für uns hingab. Wir sind mit einem unfassbar großen (teuren) Preis losgekauft worden. Dieser Preis bestimmt nun unseren Wert. Nicht das, was eine Lebensversicherung zahlen würde, sondern der Wert des geliebten Sohnes, der an unserer Statt für unsere Sünde starb.
All dies entstammt nicht irgendwelchen ungewissen Visionen und Träumen, sondern dem Wort Gottes, in welchem Er uns dies Selbst offenbart. Wenn wir bereit sind, unser Herz reinigen zu lassen, müssen wir uns ins Licht von diesem Wort stellen und uns von ihm messen lassen. Es ist der Maßstab für die Reinheit unseres Herzens und unseres ganzen Lebens. Alles, was wir für das Erlangen und behalten eines reinen Herzens wissen müssen, steht da drin. Möge der Heilige Geist unsere Augen für Gottes Wort öffnen und unsere Herzen reinigen und rein erhalten!

Befreites Herz

Befreites Herz

Das Herz – ein Schrei nach Blut, nach Wunden
Nach Qual, nach Schmerz, nach Seelenpein
Mit Stahl ans Schattenreich gebunden
Ins Fleisch der Ketten Kraft dringt ein.

Das Herz, voll Durst nach Macht und Wissen
Voll Hunger nach Befehlsgewalt
Möcht die Ehre nicht mehr missen
Doch innen drin der Kälte kalt.

Das Herz, belebt von dunklen Schatten
Belebt von Finsternis und Nacht
Des Herzens Augen nun ermatten
Zu lange nichts ans Licht gebracht.

Das Herz – ein Schwert durchtrennt die Ketten
Ein helles Licht durchströmt das Herz
Durchflutet alle dunklen Stätten
Heilt des Finstern heissen Schmerz.

Das Herz – entflammt in neuer Liebe
Befreit von allen Schmerzen sacht
Geheilt der Striemen aller Hiebe
Durch das Wort “Es ist vollbracht!”

05. 01. 2007; Jonas Erne