Frucht des Geistes

Liebe Leute, groß und klein,

soll gut bestellt es um uns sein,

so lasst uns hör’n auf Gottes Wort,

das führt uns an einen besser’n Ort.

Der Mensch lebt nicht vom Brot allein,

auch andre Früchte soll’n es sein,

wo man erkennt den Christenstand

wenn der Herr uns setzt erneut in Brand:

Da wär die Liebe zu Gott und den Andern

die soll nun keiner unterwandern

und meinen, sie sei nötig nicht

gerade sie fällt schwer ins G’wicht.

Dass wir einander ernst woll’n nehmen

und nicht füreinander brauchen schämen

Die Liebe hindert uns vorm Richten

und hilft uns, bösen Streit zu schlichten.

Sodann die Freude ist unsre Kraft

hilft, wenn man denkt, dass man’s nicht schafft

sie ist bei uns auch in schweren Zeiten

hilft, uns von Gott uns lassen leiten.

Die Freude freut sich mit den Frohen

drum lasst sie nimmermehr verrohen

auch an den Menschen freut sie sich

so freu ich, Leser, mich über dich!

Und Frieden, nur von Gott gegeben,

hilft uns im Streit uns zu vergeben,

da Gott uns selbst vergeben hat

legt Friede allen Streit „schachmatt“.

Der Friede fließt aus dieser Quelle,

ist unser Licht, führt uns ins Helle.

So kommt, und zieht den Frieden an,

all unser Gut’ hat Gott getan.

Die vierte Frucht, die ist Geduld.

Wie oft, ach!, fall’n wir da in Schuld,

wolln unser Recht, und das sofort,

gehen sonst an einen anderen Ort.

O Herr, gib uns Geduld sogleich,

ich sonst vor Ungeduld gar erbleich!

Dies ist so oft doch unser Denken.

Doch ach! Der Herr will es uns schenken.

Als Fünftes kommt die Freundlichkeit

sind wir hierzu denn auch bereit?

Auch wenn wir andrer Meinung sind

beherrschend uns und nicht geschwind

dem Zorn uns hinzugeben,

als kost’ es unser Leben?

Der Freundlichkeit fall’n Herzen zu

und hält sie still in sich’rer Ruh.

Die Güte will nur Gutes tun

sie lässt nicht ab und kann nicht ruhn

bis sie zu Ende hat gebracht,

was sie sich Gutes ausgedacht.

Wo Menschen schwach und blind und bloß

ihr Leben führn in großer Not

da will die Güte tätig sein,

sucht aktiv andre zu beschein’.

Die siebte Frucht soll Treue sein

sie lässt die Freunde nie allein

lässt nicht im Stich, wo sie gefragt,

nein, da wird geblieben, unverzagt!

Die Treue bleibt dem Freunde treu,

begegnet auch, ganz ohne Scheu,

gemeinsam den Gefahren,

den Andern zu bewahren.

Die Sanftmut hält im Griff den Zorn,

der zuweilen wird heraufbeschwor’n

lässt sich nicht gehen, braust nicht auf,

hält vielmehr fest am sanften Lauf.

Sie kommt herbei, die Wut zu dämpfen

und mit ihr auch herumzukämpfen

und bleibt doch still und sagt sich: NEIN!

Noch mehr Zerstörung muss nicht sein!

Die Selbstbeherrschung noch zum Schluss

schützt uns gar von dem Verdruss,

uns Fremdem hinzugeben.

So hat doch unser Leben

der Herr in Seinen Händen,

mög’ Er uns gut verwenden.

Sie hält den Tempel Gottes rein

und hilft uns, ein Licht für Ihn zu sein.

Jonas Erne, 21.12.2011

Die Kraft der Trauer

Da ich mich sehr gerne und viel mit der Bergpredigt beschäftige, ist mir vor Kurzem mal wieder etwas Spannendes aufgefallen. In unseren Gottesdiensten und Predigten geht es viel zu oft um die Frage “wie bekomme ich Freude?”, “wie kann ich meine Ziele erreichen?”. Interessant ist aber, dass Jesus gerade diejenigen glückselig preist, die traurig sind. Hier mal ein paar (unvollständige) Gedanken dazu.

Selig sind die Trauernden; denn sie sollen getröstet werden! (Matthäus 5, 4)

Selig sind die Trauernden.
Lasst uns daran denken, dass die gesamten Seligpreisungen eben nicht von verschiedenen Arten von Menschen sprechen, sondern vom Charakter und dem Verhalten eines jeden gläubigen Christen.

Warum ist ein Christ traurig?


Er ist zunächst traurig, weil er weiß, wie schuldig er vor Gott geworden ist und wie viel Unheil er in seinem Leben schon angerichtet hat, weil er nicht nach Gottes guten Geboten gelebt hat. Deshalb braucht er auch den Tröster, den Beistand, den Heiligen Geist, der ihn tröstet und ihm immer wieder aufs Neue zusagt, dass der Herr Jesus alle seine Schuld getragen und dadurch vergeben hat. Das griechische Wort für “sie sollen getröstet werden” kommt vom Verb “parakaleo”, was „herbeirufen“ bedeutet. In der Abschlussrede Jesu wird das von ihm abgeleitete Wort “der Paraklet” mehrfach gebraucht, um den Heiligen Geist zu beschreiben. Er ist es, der uns immer wieder versichert, dass wir zu unserem Abba, Vater, kommen und beten dürfen. Dass wir von Ihm angenommen sind.


Dann ist ein Christ auch traurig, weil er oft nicht weiß, wie er beten soll. Auch hier kommt ihm der Beistand des Heiligen Geistes zur Hilfe und gibt ihm in verständlichen oder manchmal auch unverständlichen Worten ein, was er beten soll. Es ist ein Merkmal des Christen, dass er nicht einfach ins Blaue hinaus betet und darum viele Worte macht, sondern gezielt fragt, was er beten soll und dies dann auch erfährt und tut.


Nun ist ein Christ auch traurig, weil er in einer verlorenen Menschheit lebt. Diese Trauer treibt ihn ins Gebet für seine Familie, für seine Nachbarn, Arbeitskollegen, und so weiter. Er bittet dafür, dass jenen die Augen geöffnet werden und sie auch den Kreuzestod und die Auferstehung des Herrn Jesus im Glauben in Anspruch nehmen können. Er bittet aber auch um Weisheit und die richtigen Worte und Taten im Umgang mit diesen Menschen. Ein Christ sucht mit allen Mitteln, die Erhörung seiner Gebete zu sein und scheut sich deshalb nicht davor, auch vom Kreuz zu sprechen. Ich glaube einer der größten Defizite der heutigen Christenheit ist es, dass wir das Trauern verlernt haben. Es ist ein sehr hilfreiches göttliches Werkzeug, das uns hilft, unseren Auftrag in der Welt zu erfüllen. Vielleicht sollten wir öfter beten: “Herr, mach’ uns traurig und dann tröste uns mit Deinem Geist!”


Zu guter letzt ist er aber auch traurig über den ungerechten Zustand, den die gesamte Schöpfung erleidet. Er trauert über das sinnlose Abholzen ganzer Wälder, über unnötige Tierexperimente in der sinnfreien Schönheitsindustrie, und vieles mehr. Er informiert sich und versucht auch praktisch gegen alle Formen der unnötigen Verschandelung und Zerstörung der von Gott so gut gemachten Schöpfung aufzustehen. Es ist uns allen klar, dass der Idealzustand nicht mehr auf Erden erlebt werden kann, aber wir haben den Schöpfungsauftrag Gottes immer noch, gerade als Christen: Verantwortlich mit dem umzugehen, was Gott für uns gemacht hat.

In der Trauer ist die Kraft zur Veränderung, denn sie bewirkt in uns eine Sehnsucht, die mit Sehnen Gott sucht. Lasst uns mehr um diese Trauer bitten, damit wir in der Kraft des Heiligen Geistes, unseres Trösters, an dieser Veränderung mithelfen können.

Buchstabe und Geist

Denn der Buchstabe tötet, aber der Geist macht lebendig. (2. Korinther 3, 6)

Wenn dieser Vers von achtlosen Menschen in den Mund genommen wird, bekommt er meist die Bedeutung: „Nimm es doch nicht so peinlich genau mit den Regeln“. Doch ist das wirklich das, was dahintersteckt? Wenn man sich die Verse drum herum etwas genauer ansieht, macht man schon mal eine erste Entdeckung: Es geht um das Gesetz, das Gott den Menschen gegeben hat. In unserem Vers wird das Gesetz mit dem „Buchstaben“ wiedergegeben. Man kann also den ersten Teil auch so lesen: Das Gesetz tötet. Es killt uns, macht uns mausetot.

Das erste Beispiel dazu finden wir bei Adam und Eva. Dort lautete der Buchstabe: Du sollst nicht von dem einen Baum, dem Baum der Erkenntnis, essen. Die Beiden haben es trotzdem getan – und sind sofort geistlich gestorben. Sie haben ihre Herrlichkeit, die sie vor Gott hatten, verloren, waren deshalb nackt und schämten sich. Sie mussten raus aus dem Garten und haben die Verbindung zu Gott verloren. Sie waren von da an auf sich selbst gestellt. Geistlich gesehen also mausetot.

Nun kann man vom Gesetz, das Gott dem Volk Israel in Stein gehauen gegeben hat, von drei Seiten her betrachten. Es hat drei wichtige Aufgaben:

1. Es zeigt uns, dass wir aus eigener Kraft nicht nach Gottes Maßstäben leben können, und deshalb in Gottes Augen mause sind.

2. Es zeigt uns ein gutes Stück von Gottes Wesen, denn die Gebote sind ein Spiegel von Gott, da Er der Urheber ist und sie immer zu 100% einhält.

3. Es zeigt uns, wie wir als Menschen miteinander leben und umgehen sollen, denn es ist gut.

In unserem Vers geht es um die erste Funktion des Gesetzes. Es zeigt uns, dass wir vor Gott tot sind, ohne jede Möglichkeit, zu Ihm zurückzukommen. Solange wir nur den Buchstaben haben, können wir nicht einmal zu Gott kommen WOLLEN, weil Gott es ist, der zuerst in uns das Wollen und das Vollbringen bewirken muss. Und genau das geschieht durch den Geist. Hier kommt der Heilige Geist, Gottes Geist, ins Spiel. Der Geist ist es, der uns die Augen öffnet dafür, dass wir sehen, dass wir in Gottes Augen mause sind. Der Geist ist es, der uns zeigt, dass wir uns statt auf unsere guten Werke lieber auf das eine perfekte Werk am Kreuz von Golgatha verlassen sollen. Der Geist bewirkt den Glauben in unserem Herzen, dass wir durch dieses Werk am Kreuz voll und ganz gerettet sind. Und der Geist führt uns auch auf dem Weg der Veränderung in das Ebenbild Christi voran.

Bibelstudium – 1. Mose 1, 1 – 2

Vers 1: Im Anfang schuf Gott die Himmel und die Erde.

Im Anfang, das bedeutet:

  1. Die Entstehung der Welt hat einen Anfangspunkt. Die Welt wurde also zu einem ganz bestimmten Zeitpunkt geschaffen. Die Schöpfung ist eine historische Tatsache, die man nicht relativieren kann. Und Gott hat uns in der Bibel alles gegeben, was wir dazu wissen müssen. Er hat in Raum und Zeit zu Menschen gesprochen und hat es sie schriftlich festhalten lassen. Weiter hat Er Sich darum gekümmert, dass die Menschen das Richtige, das Korrekte, also DIE Wahrheit aufschrieben und dass diese eine, ewig gültige Wahrheit nicht verlorengeht. Diese Wahrheit ist nicht nur heilsgeschichtlich, nicht nur religiös, nicht nur ethisch-sittlich, sondern auch wissenschaftlich korrekt.

  2. Auch wenn es nicht so leicht zu verstehen ist: Vor der Schöpfung der Himmel und der Erde gab es bereits eine ewige Ewigkeit. Die Zeit hingegen wurde erst mit der Schöpfung erschaffen.

  3. Durch die Erschaffung der Zeit außerhalb ihrer selbst ist es Gott möglich, in jedem „Moment“ alles zu wissen. Also: Er wusste auch vorgestern schon, was wir uns morgen für Kleider anzuziehen entscheiden werden.

Gott schuf, das bedeutet:

  1. Gott existierte schon vor diesem Zeitpunkt und Er war es, der die Schöpfung in Gang brachte. Übrigens war es die gesamte göttliche Drei-Einheit, welche an der Schöpfung beteiligt war (wie wir noch sehen werden).

  2. Das hebräische Wort bara’ (ברא) steht für die Erschaffung von Etwas aus dem Nichts. Im Gegensatz nämlich zu ‘asah, welches ein „Konstruieren“ aus bereits bestehender Materie bedeutet.

  3. Gott betätigte Sich als erster Arbeiter, indem Er die Schöpfung machte. Es ist faszinierend, wie viele „Berufe“ Gott ausgeübt hat in den ersten zwei Kapiteln des Mose-Buches.

Die Himmel und die Erde, das bedeutet:

  1. Himmel sind in der Mehrzahl. Von Paulus, der dorthin entrückt wurde, wissen wir, dass es drei Himmel geben muss. Man könnte auch von sieben Dimensionen sprechen, von welchen immer die Größeren die Kleineren beinhalten: Drei Dimensionen als Körper auf der Erde, die Zeit als vierte Dimension, die räumliche Ewigkeit (das Weltall) als fünfte Dimension, die unsichtbare Welt mit ihren geisthaften Bewohnern als sechste Dimension, und schließlich Gottes Thronsaal als siebte Dimension.

  2. Als Gott die Himmel schuf, wurden auch die Bewohner der unsichtbaren Welt gleich mitgeschaffen.

  3. Vermutlich hat der Fall Satans, wie er in den Prophetenbüchern beschrieben wird, während dem „und“ zwischen den Himmeln und der Erde stattgefunden.

  4. Der gesamte erste Vers ist die Überschrift über das erste Kapitel des ersten Mose-Buches.

Vers 2: Und die Erde war eine Wüste und eine Formlosigkeit und es war Dunkelheit auf dem Angesicht der Tiefe und der Geist Gottes brütete auf dem Angesicht der Wasser

Und die Erde war eine Wüste und eine Formlosigkeit, das bedeutet:

  1. Im hebräischen Text steht da „Tohu WaBohu“, was übersetzt wird mit „eine Wüste und eine Formlosigkeit.

  2. Tohu bedeutet: eine unwegsame Wüste, Leere, Nichtigkeit, Einöde, ein Nichts

  3. Bohu bedeutet: Leere oder Fehlen bestimmter Formen

  4. Wir können also sehen, dass Gott im ersten Vers einmal die Materie an und für sich aus dem Nichts erschaffen hat. Bis dahin war ja schließlich noch gar keine vorhanden. Die Schöpfung, welche ab dem dritten Vers beschrieben wird, beschreibt eine Schöpfung aus der Materie, welche zunächst geschaffen worden war. Da wird dann vorerst auch nicht mehr das Verb „bara’“ gebraucht, sondern einige andere Verben.

Und es war Dunkelheit auf dem Angesicht der Tiefe, das bedeutet:

  1. Es gab aus menschlicher Sicht gesehen noch kein Licht, da dieses erst noch geschaffen werden sollte.

  2. Diese Stelle lehnt jede Spekulation von einem Urknall ab, da diese Finsternis noch auf eine Abwesenheit von Energie schließen lässt

  3. Das Wort „tehom“, das ich mit Tiefe übersetzt habe, hat auch die Bedeutung eines Gewässers.

Und der Geist Gottes brütete auf dem Angesicht der Wasser, das bedeutet:

  1. Dies ist das erste Zeugnis vom Heiligen Geist.

  2. Der Geist Gottes war in die Schöpfungsarbeit miteinbezogen. Die gesamte Dreieinigkeit von Gott Vater, Gott Sohn und Gott Heiligem Geist ist hier gemeinsam am Werk.

  3. Das Wort „rachaph“ (brüten, schweben) müssen wir so verstehen, wie Eltern ihre Kinder, während sie aufwachsen, größer werden, sich verändern, diese Veränderungen zu unterstützen suchen und zugleich für Schutz sorgen. So ist der Heilige Geist in der Schöpfung Derjenige, welcher darauf achtet, dass die Schöpfung in den richtigen Bahnen geleitet bleibt und schützt diese Bahnen. Diese erhaltende und schützende Funktion hat der Heilige Geist auch heute noch – Er lebt im Gläubigen, führt, leitet und beschützt ihn und lässt ihn behutsam und liebevoll in der Beziehung zur gesamten göttlichen Dreieinigkeit wachsen.

Predigt über Römer 1, 16 – 17

Predigt über Römer 1, 16 – 17

Denn ich schäme mich des Evangeliums von Christus nicht; denn es ist Gottes Kraft zur Errettung für jeden, der glaubt, zuerst für den Juden, dann auch für den Griechen; denn es wird darin geoffenbart die Gerechtigkeit Gottes aus Glauben zum Glauben, wie geschrieben steht: »Der Gerechte wird aus Glauben leben«.

a. Einleitung:

-Paulus auf der 3. Missionsreise, ungefähr selbe Zeit wie Abfassung der beiden Korintherbriefe

-Er ist im Osten fertig mit der Missionstätigkeit und will in den Westen bis nach Spanien

-Wünscht sich Unterstützung von der Gemeinde in Rom, deshalb dieser Brief, in welchem er systematisch den Inhalt seiner Lehre wiedergibt.

b. Er schämt sich nicht für das Evangelium

-Evg. = Torheit für die Griechen und Stein des Anstoßes für die Juden (1. Kor. 1, 22 – 24)

-Dennoch schämt sich Paulus des Evangeliums nicht! (→ und wir?)

Litotes: Durch Verneinung wird das Gegenteil ausgesagt: Paulus schämt sich nicht nur nicht des Evangeliums, sondern er rühmt sich des Evangeliums!

-Paulus will nichts anderes wissen / verkündigen als Christus den Gekreuzigten!

c. Das Evangelium ist Gottes „Dynamit“

-Kraft = griech. „dynamis“ (unser Wort Dynamit kommt von da). Evangelium hat riesige Sprengkraft!

-Diese riesige Kraft ist notwendig, um ein steinernes Herz, das sich immerzu nur von Gott abwenden kann, in ein fleischernes Herz zu verwandeln, das Gott sucht!

-“Es ist einfacher, einen körperlich Toten aufzuerwecken, als einen geistlich Toten, denn der körperlich Tote kann sich nicht dagegen wehren im Gegensatz zu einem geistlich Toten, der nichts anderes tun KANN als von Gott wegzulaufen!“

-Das Evangelium ist die Kraft Gottes für alle Glaubenden, Juden zuerst, aber auch Griechen. Die Juden haben Gottes Wort zuerst bekommen durch Propheten, durch Gottes Handeln in ihrer Geschichte, und auch durch die Geburt Jesu Christi aus ihrer Mitte. Dennoch waren auch zu jeder Zeit Heidenvölker angesprochen: zB Ninive von Jona, Gerichtsreden bei den großen Propheten, etc.

-Evangelium für alle Menschen, analog dazu: Für alle, die in christlichem Elternhaus aufwachsen und für diejenigen, die es nicht tun. (Anwendung: Auch Kinder aus gläubigen Familien müssen sich bekehren. → Erklären, warum Jesus sterben musste!)

d. Das Evangelium ist Gottes Gerechtigkeit

-Zunächst müssen wir verstehen, dass wir selbst vor Gott nicht bestehen können noch aus eigener Kraft auch nur irgend etwas tun, was Gott gefällt. (Röm. 3, 23)

-Gott aber hat alles für uns getan (Röm. 3, 24)

-Jesu Selbsthingabe am Kreuz von Golgatha

-Gottes freie Gnade, die der Heilige Geist an uns anwendet, indem uns die Augen geöffnet werden für unsere Ungerechtigkeit und Schuld, aber auch für Gottes freies Gnadenangebot.

-Das Wissen um die absolut freie Gnade Gottes ist unsere völlige Befreiung in der Gewissheit, dass wir selbst nichts mehr hinzufügen können, geschweige denn müssen.

-Wir dürfen aus dieser Gnade heraus leben und für andere da sein.

-Unser Auftrag: Dieses Evangelium, das einzige Medikament gegen die schlimmste Krankheit, die Sünde, anderen anzubieten. Wer nicht selbst evangelisieren möchte, kann zumindest immer wieder Menschen in die Gemeinde einladen!

-Der Glaube kommt aus dem Hören der Predigt (Röm. 10, 17). Wenn uns also an Glauben fehlt, wo können wir noch mehr bekommen? → Regelmäßiger Besuch der Gemeinde und deren Veranstaltungen.

→ Zusammenfassung & Gebet

Unsere Hoffnung in der Predigt

I do not come into this pulpit hoping that perhaps somebody will of his own free will return to Christ. My hope lies in another quarter. I hope that my Master will lay hold of some of them and say, “You are mine, and you shall be mine. I claim you for myself.” My hope arises from the freeness of grace, and not from the freedom of the will.“ (Charles Haddon Spurgeon)

Auf Deutsch:

Wenn ich auf die Kanzel trete, dann hoffe ich nicht, dass vielleicht irgend jemand nach seinem eigenen freien Willen zu Christus umkehren wird. Meine Hoffnung liegt woanders. Ich hoffe, dass mein Meister welche von ihnen an Sich reißen wird und sagen: „Du bist mein, und du gehörst mir. Ich beanspruche dich für Mich Selbst.“ Meine Hoffnung liegt in der Freiheit der Gnade, nicht in der Freiheit des Willens“ (Charles H. Spurgeon)

Wir sehen also, wo das Problem der „modernen“ Predigtweisen liegt: Viele Prediger sind überzeugt, dass sie ihre Zuhörer überreden müssen, zu glauben. So gehen sie Kompromisse mit dem jeweiligen Zeitgeist ein. Sie wenden Strategien der Psycho-Manipulation an, um erfolgreicher zu sein. Sie rufen dazu auf, ein Gebet nachzusprechen, durch welches man gerettet werden könne. In all dem aber vergessen sie, dass es Gottes freie Gnade ist, die einen Menschen überwinden muss. Denn jeder Sünder kann sich nur gegen Gott entscheiden, bis Gottes starke Hand ihn zu Sich herumreißt und ihn für Sich beansprucht. In diesem Wissen liegt viel Freiheit und Freimut des Predigers: Wir müssen den Sünder nicht bekehren, denn das kann nur Gott. Statt dessen müssen wir in unserem heiligen Amte das Evangelium, die wunderbare Botschaft von der freien und damit unverdienbaren Gnade im Herrn Jesus Christus verkünden. Diese Botschaft von der Gerechtigkeit, der Heiligkeit und der Liebe Gottes, dem göttlichen Zorn, aber auch der göttlichen Gnade, will der Heilige Geist gebrauchen, um die Herzen der Sünder zu erreichen und im Glauben, der auch eine reine Gnadengabe Gottes ist, diese steinernen Herzen erneuern.

Losgekauft und freigemacht

Predigt über Galater 4, 4 – 5:

Jesus ist gekommen, um uns frei zu machen.

Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott Seinen Sohn, von einer Frau geboren und unter das Gesetz getan, damit er die, welche unter dem Gesetz waren, loskaufte, auf daß wir die Sohnschaft empfingen. (Galater 4, 4 – 5)

1. Die Erfüllung der Zeit

Nicht immer ist die Zeit reif für Gottes Handeln manchmal muss das Maß der Sünde zuerst noch voll werden. Vgl. Kanaanäer (Amoriter in 1. Mose. 15, 16), manchmal braucht es auch Gottes Schweigen, um Seinen Plan vorzubereiten, aber letztendlich wird Gott diesen Plan immer durch-führen.

1.1. Die Sendung des Sohnes

Gott hat Seinen Sohn gesandt. Dieser Sohn war und ist ganz und gar Gott, nicht vergöttlicht und auch nicht erst irgendwann zum Sohn gemacht, sondern von Anfang an Gottes Sohn, der schon da war, bevor Gott die Himmel und die Erde geschaffen hatte.

1.2. Die Jungfrauengeburt

Es steht im Text nicht explizit da, dass der Herr Jesus von einer Jugfrau geboren wurde. Schon der deutsche Reformator Martin Luther hat als guter Kenner der römisch-katholischen Schriften zu dieser Stelle gesagt:

Fast zur Schmach, so möchte man meinen, nennt Paulus die Jungfrau, die Mutter des Sohnes Gottes, an dieser Stelle nur Frau. Das haben ihm auch einige von den alten Vätern übelgenommen, die gerne gesehen hätten, dass Paulus sie lieber Jungfrau als nur Frau genannt hätte.“

Es ist klar, dass Paulus auch an dieser Stelle nicht abstreitet, dass Maria, die Mutter Jesu, eine Jungfrau war. So sehen wir, dass der Herr Jesus eben nicht nur ganz als Gott, sondern auch ganz als Mensch geboren wurde.

2. Der Vollzug der Erlösung

Weil Jesus eben ganz und gar auch als Mensch, als Jude unter Juden zur Welt gekommen ist, hat er natürlich auch unter uns Menschen als ein Mensch gelebt. Er hat gefühlt, gelacht, geweint, gegessen, getrunken, sich gefreut, mit anderen Mitleid gehabt, geholfen, wie wir alle auch.

2.1. Unter das Gesetz getan

Viel wichtiger ist aber, dass er bereit war, sich selbst unter das göttliche Gesetz zu stellen, das er selbst dem jüdischen Volk gegeben hat. Und als einziger Mensch, der jemals gelebt hat, hat er dieses Gesetz auch vom ersten bis zum letzten Buchstaben eingehalten.

Vielleicht will der Eine oder Andere an dieser Stelle an die Streitigkeiten mit den Pharisäern erinnern. Das ist leider ein heutzutage weit verbreitetes Missverständnis. Alles was Jesus getan hat, stimmt auf den Buchstaben mit dem Gesetz überein, das Gott seinem Volk im AT gegeben hat. Die Pharisäer hatten eigentlich ein gutes Anliegen. Sie lebten in der Zeit, in welcher es keine Propheten von Gott mehr gab, die das Volk an Gottes Gebote erinnerten. Deshalb sahen sie es als ihr eigenes Anliegen, dies zu tun. Und es war wirklich gut und notwendig in der Zeit als sie damit anfingen. Es kamen dann halt auch immer wieder Leute zu ihnen in die „Seelsorge“, die wissen wollten, wie sie in ihrer ganz persönlichen Situation die Gebote Gottes leben konnten. So fingen sie an, darüber nachzudenken, wie man sich in welchem Fall verhalten dürfe und wie nicht. Mit der Zeit entstanden dann auf diese Art und Weise insgesamt rund 12 dicke Bände mit Gesetzen und Verboten, welche den gesamten Tagesablauf umfassten.

Die Pharisäer selbst nannten die Entstehung dieser Gebote und Verbote „einen Zaun um das Gesetz ziehen“, also ungefähr Folgendes: Damit man nicht in Versuchung kam, gegen ein Gesetz zu verstoßen, musste man zig neue Gesetze erfinden, die dafür sorgten, dass man schon gar nicht erst in die Nähe der verbotenen Dinge kam. Das erste Beispiel finden wir dazu bereits im Garten bei Eden: Gott verbot dem Menschen, von der Frucht zu essen. Die Frau machte sich einen Zaum um dieses Verbot, indem sie sich sagte: Ich darf den Baum noch nicht einmal berühren. Anderes Beispiel: ich habe immer wieder Gespräche mit jungen Männern, die gläubig sind und dennoch mit freizügigen Bildern und Pornographie zu kämpfen haben. Wenn ich dem nun sage: Versuche dich von den Orten fern zu halten, an welchen es solche Bilder gibt und installiere am besten einen Schutz fürs Internet, dann ist das ähnlich. Und es ist eigentlich auch gut. Nur haben die Pharisäer dann gesagt, dass diese Gebote für alle Juden gelten würden. Also hat Jesus sich ungefähr so verhalten: Ihr Pharisäer, es ist ja ok, dass ihr den Leuten seelsorgerlich helfen wollt, aber eure menschengemachten Gebote allen Menschen zugleich aufzubürden, das kann ich nicht zulassen.

Als einzger Mensch, der das jemals geschafft hat, hat er alle Gebote Gottes in der gesamten Bibel eingehalten. Dieser Gehorsam war notwendig, damit er die menschliche Gerechtigkeit vor Gott verdienen konnte, die er durch seinen Tod an uns übertragen hat. Dies ist der göttliche Plan, nach welchem uns der Herr Jesus Christus, ganz Gott und ganz Mensch zugleich, erlöst hat.

2.2. Der Loskauf

Was aber bedeutet denn diese Erlösung? Wie kann der Herr Jesus uns erlösen? Und wovon geschieht diese Erlösung? Nachdem der Herr Jesus bereit war, dieses Leben unter dem göttlichen Gesetz zu leben, war er auch bereit, die Strafe für alle Sünden aller Menschen, die zu seiner Gemeinde gehören, zu bezahlen. Der Preis dafür war immens hoch: Er gab sein eigenes Leben dafür. Nicht nur das – es war der grausamste Tod der gesamten Menschheitsgeschichte: Es gab noch keinen Menschen, auch nicht den schlimmsten Sünder dieser Welt, der bereits beim Sterben das ganze Gewicht seiner Schuld tragen musste. Klar, es gibt grausame Tode, die uns daran erinnern, was Sünde ist, aber einzig und allein Jesus Christus hat in seinem Tod das gesamte Gewicht der Last der Sünden aller Gläubigen getragen. Das zeigt uns auch, warum er so „schnell“ gestorben ist: Oft hingen Gekreuzigte über einen Tag lang am Pfahl und auch den beiden, die mit dem Herrn gepfählt wurden, musste man die Kniescheiben durchtrennen, damit sie schnell genug erstickten und starben, damit man sie vor dem Shabbat vom Holz nehmen konnte.

2.2.1. Der Loskauf vom Gesetz

Der Herr hat uns erstens vom Gesetz losgekauft. Was bedeutet das jetzt für unser Leben? Es bedeutet zunächst, dass uns das Gesetz nichts mehr antun kann. Die Konsequenz des Gesetzes, wenn es gültig ist, ist immer der verdiente Tod. Nun hat der Herr aber nicht nur unsere vergangenen Sünden bezahlt am Kreuz, sondern auch die zukünftigen. Und hat uns durch seine Auferstehung ewiges Leben geschenkt. Es bedeutet weiter, dass wir frei sind von den Gesetzen des Alten Bundes. Der Alte Bund am Sinai verlangte Tieropfer für die Sünden des Volkes. Nun haben wir ein göttliches Menschenopfer bekommen, das alle Tieropfer und damit auch den alten Bund außer Kraft setzt. Damit haben alle Gebote des alten Bundes eine neue Bedeutung bekommen: Es gibt welche, die zeigen uns die Größe des Opfers von Jesus Christus. Das sind die Opfer- und Ritualgesetze. Dann gibt es andere die zeigen uns die Macht Gottes. Das sind diejenigen, die damals für das Volk Israel gegolten haben. Und dann gibt es auch noch welche, die auch unter uns das tägliche Leben bestimmen sollten. Dazu zählen auch die zehn Worte auf den Tafeln vom Sinai.

2.2.2. Der Loskauf von der Sünde

Wir sind zweitens auch losgekauft von der Sünde. Die Sünde ist eine schreckliche, teuflische Macht, die alle gefangen hält, die noch nicht zu Christus gehören. Das Schlimme ist, dass sie zugleich blind macht für Gottes guten Erlösungsplan. So sagt sie immer: Das gilt für andere aber nicht für mich! Oder: Ich kann ja nie so gut werden, um das zu verdienen! Oder: Ich will noch ein wenig Spaß vom Leben haben, später kann ich dann immer noch zu Gott kommen! Das sind nur ein paar wenige von all den Ausreden, die ich schon gehört habe. Und dann gehen die Leute nach Hause, vergessen den Plan Gottes, schieben hinaus und noch weiter hinaus, und eines Tages ist es zu spät. Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei. Auch mit Gottes Geduld ist es irgendwann zu Ende. Deshalb, ich bitte dich, wenn du die Stimme Gottes hörst, dass du umkehren sollst, dann warte nicht auf dein Sterbebett. Zu viele Leute habe ich sterben sehen, die absolut keine Möglichkeit mehr hatten, auf dem Sterbebett zu Gott umzukehren.

Aber Gott hat uns befreit von dieser schrecklichen Macht, die uns abhalten will, immer wieder zu ihm zu kommen, und seine Vergebung erneut anzunehmen. Solange Gott dir sagt: Kehre um, so lange ist es ganz bestimmt nicht zu spät, sondern er wartet wie der liebende Vater auf seinen weggelaufenen Sohn, auf seine Tochter, und ist bereit, egal woher er oder sie kommt, Vergebung zu schenken.

2.2.3. Der Loskauf vom ewigen Gericht

Drittens hat Gott uns befreit vom letzten Gericht und von der Angst davor. Wir müssen nicht mehr in der Furcht vor diesem Gericht leben, sondern wir dürfen immer und immer wieder, wenn wir wieder gefallen sind und vor Gott und den Menschen gesündigt haben, zurückkehren zu Gott, und seine Vergebung annehmen. Jesus hat für deine Sünden alle zusammen, ohne eine einzige Ausnahme, bezahlt. Und wenn du weißt, dass du in einer Sünde drin lebst, aus der du nur schwer herauskommst, dann nimm doch die Hilfe der Gemeinde an, suche den Pastor oder einen Ältesten oder sonst eine Vertrauensperson auf und sage das und dann lass für dich beten. Das ist ein Angebot deiner Gemeinde, das du dringend annehmen solltest. Denn Gott wünscht sich deine Freiheit, und manchmal will er auch, dass wir diese gemeinsam erkämpfen. Dafür hat er uns auch die Gemeinde gegeben und möchte, dass wir nicht nur zusammenkommen, um ein wenig christlicher Verein zu spielen. Gemeinde Jesu ist niemals einfach ein Verein, sondern sie ist Gottes Tempel, wo der Gott in seiner ganzen Fülle und Herrlichkeit wohnt und uns die Kraft gibt, gegen die Mächte der Finsternis anzukämpfen. Er hat es der Gemeinde, auch der Volksmission in Wälde, versprochen, dass die Pforten der Hölle sie niemals überwinden werden. Das ist das Versprechen an die ganze Gemeinde.

Als einzelne Christen werden wir immer mal wieder von Satan überlistet und zu Boden gekämpft, und Gott lässt das zu, damit wir erkennen können, wie sehr wir die verbindliche Gemeinschaft in der Gemeinde brauchen. Gott geht es in erster Linie um die Gemeinde als Ganzes. Sie ist die Braut von Christus. Erst in zweiter Linie zählt das Wohlergehen des einzelnen Christen. Wenn es nötig ist für die ganze Gemeinde, um wachsen zu können, dann ist das wichtiger als die moderne Frage: Was bringt es MIR? Wir heutigen Christen neigen doch dazu, immer zu fragen: Und ich? Wo bleibe ich? Was springt dabei heraus für mich? Da sehen wir: ICH, ICH, ICH und nochmal ICH. Und dann irgendwann Gottes Wille, und wenn es zeitlich und so irgendwie reinpasst, dann auch mal noch die Gemeinde.

In den ersten Jahren der Pfingstbewegung hier in Deutschland gab es einige Prediger, die haben gesagt, die Eisenbahn sei ein Teufelsding. Nicht etwa, weil sie so raucht und ein wenig nach Hölle stinkt, sondern weil es immer mehr Menschen gab, die am Sonntag, wenn sie in der Predigt sein sollten, oder zu den Gebetstreffen, der Bibelstunde oder dem Jugendkreis, lieber mit der Eisenbahn in der Landschaft umhergefahren sind und sich amüsiert haben. Was gibt es heute für solche Teufelsdinge? Fernseher, Internet, Computerspiele, Kinos, und manches mehr in der Art. Das sind alles nicht einfach Teufelsdinge, weil sie etwa nur schlecht sind. Alle diese Dinge haben ihre Berechtigung, aber wir selbst machen sie zu Teufelsdingen, weil wir ihnen den falschen Platz in unserem Leben geben. Anstatt dass wir sie einfach als Werkzeuge brauchen, die sie ja eigentlich sind, werden sie zu unseren Götzen, sie nehmen in unserem Leben den Platz von Gott ein und bestimmen oft unsere Freizeit. Da gibt es Computerspiele, die werden als Gruppe übers Internet gespielt. Dann kann ja nur dann gespielt werden, wenn auch andere von der Gruppe Zeit haben. Und schon kann es sein, dass wir auf andere Dinge, die wirklich wichtig wären, wie der Besuch eines Hauskreises, vom Jugendkreis oder gar der Royal Rangers, verzichten.

3. Die Konsequenzen der Erlösung

Weil Jesus uns also freigekauft hat, dürfen wir als Freie leben. Mahatma Gandhi, ein Inder und Zeit seines Lebens Buddhist, ein großer Philosoph, der von vielen verehrt wird, weil er sich immer für Frieden zwischen den Völkern und Religionen eingesetzt hat, hat sich viel mit Jesus und der Bibel beschäftigt. Er sah Jesus als großen, weisen Lehrer, als einen der besten Lehrer überhaupt. Als er einmal gefragt wurde, warum er nicht Christ würde, sagte er, dass er das nicht könne, weil die Christen, die er kenne, einen viel zu wenig erlösten Eindruck machten. Und damit hat er absolut recht. Ich glaube, dass wir in der ganzen Welt einen viel größeren Einfluss haben könnten, wenn wir wirklich diese Erlösung auch im Alltag ganz praktisch leben würden. So wollen wir nun die praktischen Konsequenzen der Erlösung betrachten. Da es hiervon viel zu viele gäbe und man eigentlich über jede einzelne eine ganze Predigt halten müsste, habe ich vier davon ausgewählt.

3.1. Das Leben als Kinder Gottes

Erstens: Wir leben deshalb als Kinder Gottes. Wenn wir Gott unsere Sünden bekannt haben und den Herrn Jesus als Retter und Erlöser über unser Leben gestellt haben und glauben, dass er wirklich für uns (für mich) gestorben ist – glaubst du das? – dann sind wir Gottes Kinder geworden. Gott ist König über alle Könige. Und als seine Kinder dürfen wir jederzeit zu ihm kommen. Wir haben freien Zugang zum Thron von Gott und müssen nicht erst um eine Audienz bitten, nein, Gott möchte immer mit dir Audienz haben, nicht nur einmal am Tag, sondern in jedem Augenblick. So lesen wir im Hebräerbrief 4, 14 – 16:

Da wir nun einen großen Hohenpriester haben, der die Himmel durchschritten hat, Jesus, den Sohn Gottes, so lasset uns festhalten an dem Bekenntnis! Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der kein Mitleid haben könnte mit unsren Schwachheiten, sondern der in allem gleich wie wir versucht worden ist, doch ohne Sünde. So lasset uns nun mit Freimütigkeit hinzutreten zum Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit erlangen und Gnade finden zu rechtzeitiger Hilfe!

So können wir immer wieder auch tagsüber bei der Arbeit oder auf dem Weg zur Arbeit mit Gott in Kontakt treten. Das hilft uns auch, dass wir uns besser an das erinnern, was Gott von uns möchte, wenn wir uns möglichst schnell in irgend einer Situation entscheiden müssen. Es ist vor allem auch sehr wertvoll, wenn wir den Tag mit einem Wort aus der Bibel beginnen, dann können wir in Gedanken auch den ganzen Tag darüber nachdenken und dann haben es die schlechten Gedanken auch viel schwerer, sich in unseren Köpfen festzuklammern. Deshalb ist es sehr gut, wenn wir den Tag mit der täglichen Bibellese oder zumindest einer Tageslosung beginnen und uns vornehmen, in den Momenten freier Zeit darüber nachzudenken. Wenn du es jetzt noch nicht tust, dann fang doch am besten gleich morgen damit an!

3.2. Das Leben im Geist

Weil Jesus Christus uns erlöst hat, können wir zweitens auch zusammen mit dem Heiligen Geist leben. Wenn man in der ganzen Bibel danach sucht, was eigentlich die Aufgabe des Heiligen Geistes ist, dann kann man das alles zusammenfassen in der wichtigsten Funktion: Er hat die Aufgabe, uns an alles zu erinnern, was Gott uns gesagt hat. In der Zeit des alten Bundes hatten nur Könige, Propheten und Hohepriester die Salbung des Heiligen Geistes.

Der Leiter (wie Mose) und der König (wie David) hatte die Aufgabe, das ganze Volk richtig zu führen. Dazu musste er immer wieder an das erinnert werden, was Gottes Wille mit dem ganzen Volk ist. Heute ist diese Aufgabe den Ältesten zusammen mit dem Pastor anvertraut. Die Ältesten suchen die Richtung, die Gott mit der Ortsgemeinde gehen möchte und geben diese vor. Der Pastor übernimmt diese Richtung und führt die Gemeinde in die einzelnen Schritte, welche nötig sind. Gemeinsam können sie Konflikte lösen und hüten die Gemeinde mit allen notwendigen Mitteln davor, diesen Weg zu verlassen. Dazu ist es absolut notwendig, dass die Gemeinde im Fall der Fälle auch bereit ist, Gemeindezuch zu üben. Gott prüft immer mal wieder, ob die Gemeinde auch bereit ist, dies zu tun. Es ist eine schlimme und wirklich überaus schwierige Sache, aber der Schutz der gesamten Ortsgemeinde und die Liebe zu denjenigen, welche in Sünde gefallen sind, machen das notwendig. Wenn eine Gemeinde jedoch dazu bereit ist, und im Notfall auch ein Exempel statuiert, wird es selten lange dauern bis diese Person merkt, dass etwas im Leben fehlt und sich vielleicht auch schwere Krankheiten breitmachen oder Ähnliches geschieht. Dies zeigt der Person, dass sie nicht in der Sünde bleiben kann.

Zusätzlich zu diesem Druck von außen kommt auch der innere Druck, den der Heilige Geist auf das Gewissen der Person macht. Doch nicht erst im akuten Fall geschieht das, nein, der Heilige Geist spricht üblicherweise mit einer zärtlichen, leisen Stimme, und wenn wir gut auf sie hören, wird er uns auch so von vielen Sünden abhalten, die wir sonst tun würden. Je sensibler wir werden für diese Stimme, desto mehr hilft uns auch der Heilige Geist im Leben, nämlich zu einem:

3.3. Das Leben im Sieg

Ja, genau, ein Leben im Sieg möchte Gott uns schenken. Das ist eigentlich etwas ganz Wunderbares. Ich muss gestehen, ich habe dieses Arme-Sünder-Evangelium, das gar keine frohe Botschaft ist, endgültig satt. Gott möchte uns nicht immer wieder und wieder am Boden halten. Wenn uns etwas am Boden hält, dann sind wir es selbst. Viele Christen sind entweder zu faul um das Leben im Sieg in Anspruch zu nehmen oder sind falsch belehrt darüber. Beim Leben im Sieg geht es nicht um ein endgültiges Leben der absoluten Perfektion. Es geht vielmehr darum, dass wir keine Rückschritte und kein Stehenbleiben am gleuchen Ort in unserem Leben mehr dulden. Gott möchte, dass wir vorwärts gehen und das Land, nämlich alle seine Verheißungen, einnehmen.

Wenn du das möchtest, dann habe ich eine gute Nachricht an dich: Gott möchte das auch! Manchmal denke ich, dass viele Christen sich ähnlich benehmen wie die Enten meines Opas. Er hatte eine ganze Menge Hühner, ein paar Schweine und ein paar Enten, zeitweise auch Ziegen und Kaninchen. Einmal, so erzählte er mir, gab es eine Zeit lang starke Regenfälle und der Boden war ganz schlammig. Die Enten mussten sich immer sehr anstrengen, um einen Schritt vorwärts machen zu können. Als dann aber der Boden wieder trocken und hart war, gingen die Enten einige Tage lang trotzdem immer noch so, als ob der Boden noch immer so schlammig wäre. So scheinen mir manche Christen auch zu sein. Sie sind zwar eigentlich frei, laufen aber immer noch wie in den Ketten des Teufels herum. Wenn wir wirklich wissen, dass wir frei sind, und mit Hilfe eines guten Seelsorgers frei werden von den Dingen, die uns in der Vergangenheit halten wollen, Bitterkeit, Unversöhnlichkeit, Hass, Neid, Süchte und mehr, wenn wir davon frei sind, dürfen wir wirklich als völlig Freie leben. Als solche, die die Welt überwunden haben. Als solche, die nicht mehr in das Gericht kommen können. Als solche, die keine Angst mehr haben müssen. Als solche, deren Sünde und Schuld unseres ganzen Lebens am Kreuz von Golgatha festgenagelt wurden. Willst du als ein solcher leben?

3.4. Das Leben in der Erwartung Seiner Wiederkunft

Wenn du das möchtest, dann lebe in der Erwartung, dass Jesus Christus wiederkommt. Ich möchte niemandem Angst machen, das ist mir ferne, aber die Zeichen der Zeit weisen sehr deutlich darauf hin, dass dieser Moment schon sehr sehr bald kommt. Allein von diesen Zeichen her gesehen könnte es heute Nachmittag so weit sein. Es könnte auch jetzt, während der heutigen Predigt so weit sein. Es kann auch sein, dass es erst in zwanzig Jahren so weit ist. Möglich ist es. Aber die Wahrscheinlichkeit ist meines Erachtens sehr groß, dass es schon vorher so weit ist. Und deshalb sollte uns das anspornen, so gut wir können, diese letzten Tage und Jahre, die uns noch bleiben, möglichst effektiv für Gott zu leben. Er möchte uns dabei helfen. Und er hat einen Plan für dich bereit, in den du immer tiefer hineinwachsen darfst. Und du wirst sehen, dass Dinge, die du dir jetzt noch kaum zu erträumen wagst, in deinem Leben passieren. Dass Menschen, für die du heute noch betest, vielleicht morgen schon zum Glauben an den Herrn Jesus kommen. Dass Krankheiten, gegen die du heute noch ankämpfst und um Heilung betest, vielleicht morgen schon geheilt sein werden. Gott ist nichts unmöglich. Und er will dir helfen bei allem, was du tust.

Wenn wir also lernen, als Kinder Gottes zu jeder Zeit in seiner Gegenwart und im Gespräch mit ihm zu leben, wenn wir lernen, zusammen mit dem Heiligen Geist zu leben und wenn wir lernen, in der Erwartung der sehr baldigen Wiederkunft Christi zu leben, so wird Gott uns helfen, dass wir unser Leben zu einem großen Sieg Jesu machen können. Dafür ist er auf die Erde gekommen, um dir und mir das zu ermöglichen. Gott ist bereit für dich. Bist du es für ihn auch?