Der “Neue Atheismus”

Den folgenden Artikel habe ich für die diesjährige Januar-Ausgabe der Zeitschrift GEISTbewegt! verfassen dürfen. An dieser Stelle ein herzliches “Danke” an das Redaktionsteam für diese super Möglichkeit und die liebevolle Gestaltung des passenden Layouts. Wer die Möglichkeit dazu hat, möge sich den Artikel in der Zeitschrift zu Gemüte führen, da die Doppelseite wirklich gut geworden ist. Hier der Artikel:

Der „Neue Atheismus“ und wie wir ihm begegnen können

„Es gibt wahrscheinlich keinen Gott. Deshalb mach dir keine Sorgen und genieße dein Leben.“ Mit diesem Werbe-Slogan startete 2008 die sogenannte Atheist Bus Campaign in London. Die britische Journalistin Ariane Sherine hat diese Aktion initiiert und organisiert, welche in verschiedenen Ländern, so auch in Deutschland, zahlreiche Nachahmer fand. Inzwischen hat die Diskussion auch in die Presse und natürlich in viele Internetforen Einzug gehalten. Immer mehr Menschen meinen, sich auszukennen, weil sie die allgemeinverständlichen Bücher der „New Atheists“ gelesen haben.
Was ist der „Neue Atheismus“?
Der „Neue Atheismus“ ist eine Bewegung, die vor allem seit den New Yorker Anschlägen am 11.09.2001 versucht, alle Religionen und Glaubensrichtungen der Glaubwürdigkeit zu berauben und offensiv den atheistischen Darwinismus als einzige vertrauenswürdige Glaubensgrundlage zu begründen. Im Herbst 2006 bezeichnete die amerikanische Online-Zeitschrift „wired“ diese Bewegung zum ersten Mal als „New Atheism“. Kurze Zeit später schlossen sich vier britische Forscher als „The Four Horsemen“ (die vier Reiter aus Offenbarung 6) zusammen: Richard Dawkins, Sam Harris, Daniel Dennett und der im Dezember 2011 verstorbene Christopher Hitchens. Ihr erklärtes Ziel ist die „Aufklärung der Menschheit“, um sie vor dem „Terror der Religion“ zu bewahren.
Verurteilt wird von diesem neuen Atheismus jede Form von religiösem Dogmatismus und Fundamentalismus, wobei man natürlich denselben Maßstab beim eigenen Fundament nicht anlegen will. In seinem Standardwerk des neuen Atheismus „Der Gotteswahn“ schreibt Richard Dawkins auf S. 25 – 26:
„Ein Atheist oder philosophischer Naturalist in diesem Sinn vertritt also die Ansicht, dass es nichts außerhalb der natürlichen, physikalischen Welt gibt: keine übernatürliche kreative Intelligenz, die hinter dem beobachtbaren Universum lauert, keine Seele, die den Körper überdauert, und keine Wunder außer in dem Sinn, dass es Naturphänomene gibt, die wir noch nicht verstehen. Wenn etwas außerhalb der natürlichen Welt zu liegen scheint, die wir nur unvollkommen begreifen, so hoffen wir darauf, es eines Tages zu verstehen und in den Bereich des Natürlichen einzuschließen.“
Diese Aussage steht unbegründet im Raum. Dass es sich dabei ebenso um ein Glaubensbekenntnis handelt, wird übergangen. Es gibt keine sinnvolle, schlüssige Begründung für dieses Vorurteil. Der Leser muss es einfach glauben. Wer etwas Gegenteiliges behaupten will, wird in den Zugzwang gebracht: Der Atheist muss nichts begründen, jeder andere hingegen wird dazu verdonnert, sich dem Atheismus gegenüber zu rechtfertigen. Dies alles führt aber dazu, dass der neue Atheismus letzten Endes nichts anderes ist als genau das, was er verurteilt: Ein fanatischer dogmatischer Fundamentalismus.
Menschen auf der Suche
Je mehr sich jedoch einerseits der neue Atheismus mit seinem aggressiven Vorgehen zeigt, desto mehr wächst auf der anderen Seite die Suche vieler Menschen nach dem Mehr, das genau jene Einengung des Atheismus auf das Sichtbare übersteigt. Immer mehr Menschen sind offen gegenüber der Vielzahl an spirituellen Angeboten. In Meditation, fernöstlichen Heilmethoden und vielen weiteren Möglichkeiten wird das Heil der Seele gesucht. Da ist also Vorsicht gefragt: Nicht jeder, der sich dem christlichen Glauben gegenüber distanziert, ist ein „neuer Atheist“. Viele sind auf der Suche nach dem, was einzig Gott ihnen geben kann: Frieden, Heilung, Vergebung, Liebe, Angenommensein, ein Zuhause. Und wo wir schweigen, werden andere Angebote umso lauter sein.
Häufig sind Menschen auch einfach verbittert, weil sie von den Menschen verletzt wurden, von denen sie dachten, dass sie sich als Christen anders verhalten müssten. Hier muss ein Unterschied klar gemacht werden: Christen machen Fehler, Christus nicht. Ebenso die zahlreichen Kriege, die in der Vergangenheit durch Angehörige christlicher Kirchen begonnen wurden, sind oft ein Argument. Auch hier gilt: Kirchen bestehen aus Menschen. Menschen machen Fehler. Menschen werden schuldig. Immer und immer wieder. Einzig Christus nicht.
Es ist beklagenswert, dass der Glaube an Jesus als Religion missverstanden wird. Eine Religion zeichnet sich dadurch aus, dass der Weg zur Erlösung vom Menschen erarbeitet werden muss. Davon ist im christlichen Glauben aber keine Rede. Vielmehr ist es Gott selbst, der auf die Erde kommt und die Erlösung vollständig vollbringt. Der Mensch darf diese Erlösung im von Gott gewirkten Glauben annehmen und sich zu eigen machen. Aber er muss nichts dafür tun, um sie sich zu verdienen, ja vielmehr noch: er kann geradezu nichts dafür tun! Die Erlösung und das Leben als Christen ist von Gott gemacht – im Wollen und im Vollbringen.
Eine christliche Antwort auf den „Neuen Atheismus“
Wie können wir dem „Neuen Atheismus“ begegnen? Zu aller erst indem wir zwischen der Person und ihrer Ideologie unterscheiden. Gott hasst die Sünde, aber liebt den Sünder. So liebt der Christ den Atheisten, lehnt aber seine atheistische Ideologie ab. Die Bibel ist deutlich in Bezug auf den Atheismus. Paulus schreibt im Brief an die Römer:
„Denn es wird geoffenbart Gottes Zorn vom Himmel her über alle Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit der Menschen, welche die Wahrheit durch Ungerechtigkeit aufhalten, weil das von Gott Erkennbare unter ihnen offenbar ist, da Gott es ihnen offenbar gemacht hat; denn sein unsichtbares Wesen, nämlich seine ewige Kraft und Gottheit, wird seit Erschaffung der Welt an den Werken durch Nachdenken wahrgenommen, so daß sie keine Entschuldigung haben. […] Da sie sich für weise hielten, sind sie zu Narren geworden und haben die Herrlichkeit des unvergänglichen Gottes vertauscht mit einem Bild, das dem vergänglichen Menschen, den Vögeln und vierfüßigen und kriechenden Tieren gleicht.“ (Römer 1, 18 – 23)
Das Zitat von Richard Dawkins macht dies deutlich: Gott wird nicht mit Argumenten weg erklärt, sondern einfach durch Definition ausgeklammert. Es darf keinen Gott geben, weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Er geht wie ein Schüler vor, der eine Gleichung mit zwei Unbekannten lösen muss, und zu bequem ist, die zweite Gleichung in die erste umzuformen und einzufügen. Er setzt die eine der zwei Unbekannten (Gott) gleich null und kommt so immer zu einem Ergebnis. Ob dieses Ergebnis nun richtig ist oder nicht, das ist eine andere Frage. In der Schule würde Dawkins mit diesem Vorgehen durchfallen. In der Forschung wird er dafür umjubelt.
Da er nun aber tatsächlich immer zu einem Ergebnis kommt, muss dieses geprüft werden. Und dazu haben wir Gottes Wort, welches die unumstößliche Wahrheit ist. Die Argumentation der Atheisten ist in sich schlüssig, sie geht auf. Aber sie baut auf falschen Grundannahmen auf, weil sie Gott schon vor der eigentlichen Argumentation ausgeklammert hat. Mit der Bibel in der Hand können wir dem Atheismus eine andere Sicht gegenüberstellen. Wichtig ist dabei, dass wir bei diesen Dingen, wo die Bibel klar, deutlich und vollkommen zuverlässig ist (die Entstehung der Natur und des Menschen, die Bedeutung der Sünde und des Todes, das Alter der Erde, die Geschichte der Menschheit) keine Kompromisse eingehen dürfen. Denn sonst gibt es für uns kein sicheres, beständiges Fundament des Glaubens und der Erkenntnis mehr, sobald wir uns auf das in sich schlüssige Fundament der neuen Atheisten begeben.
Der Slogan „Es gibt wahrscheinlich keinen Gott“ dient somit keineswegs einer Aufklärung der Menschheit. Selbst den Atheisten hat offenbar der Mut gefehlt, das Wort „wahrscheinlich“ zu streichen. Genau genommen entlarvt dieser Umstand die Feigheit dieser Religionsgründer. Es scheint, als wollten sie sich ein kleines Hintertürchen offen halten. Dennoch ist dieser Werbeslogan dazu geeignet, die Menschen in einer kaum zu überbietenden Hoffnungslosigkeit zurückzulassen. Wie viel hoffnungsvoller und freimachender erweist sich da das Angebot Jesu: „Weil ich lebe, sollt ihr auch leben!“ (Johannes 14, 19)

Zweieinigkeit

Zweieinigkeit
Die Bibel ist die Schatzkarte, die zum Schatz Jesus führt. Niemand sollte die Schatzkarte ändern, weil man sonst den Schatz nicht mehr findet.“(S. 11)
Mit dieser Aussage entlarvt der Autor Michael Freiburghaus in seinem Buch „Zweieinigkeit“ alle Formen der Bibelkritik als unzulänglich. Das Buch, welches im Dezember 2012 in der zweiten überarbeiteten Auflage erschien, möchte in Kurzform eine Erklärung und Verteidigung des christlichen Glaubens darstellen.
Das Buch ist in drei Teile gegliedert nach den Gesichtspunkten „Hirn – Herz – Hand“. Im ersten Teil geht es um die der Vernunft gemäße Verteidigung des Glaubens. Der Autor setzt sich kritisch mit verschiedenen Vorwürfen auseinander, die regelmäßig angesichts der bibelkritischen Theologie, der Vielzahl an Religionen und Sekten, sowie des Problems der Theodizee (ist Gott gerecht, wenn er Leid zulässt?) geltend gemacht werden.
Im zweiten Teil wird der biblische Glaube anhand von Begriffsdefinitionen und Bibelversen verständlich erklärt. Hier kommt die Hauptthese des Autors zur Geltung, die Zweieinigkeit:
Was meint Zweieinigkeit? Es ist die Einheit von zwei Gegensätzen, die sich normalerweise ausschließen würden! Deswegen ist jede Zweieinigkeit ein Wunder und ein Geheimnis! Der Unterschied zwischen einem Rätsel und einem Geheimnis: Ein Rätsel kann gelöst werden, doch auch wenn man beide Seiten eines Geheimnisses kennt, bleibt die Spannung bestehen.“ (S. 37)
Ausgehend von dieser These wird die Bibel in großen Linien erklärt. Darauf folgt eine „Top Ten“ mit den zehn wichtigsten Bibelabschnitten, die jeder kennen sollte. Sodann gibt es auch auf weitere Fragen, die oft gestellt werden, kurze Antworten, die oft mit guten Literaturhinweisen begleitet sind.
Im dritten Teil „Hand“ wird ein Grundstein der christlichen Ethik gelegt. Unter den drei Schlagworten Sex, Geld und Macht bekommt das Handeln aus biblischer Sicht eine gute Grundlage. Dieser Teil ist sehr praktisch gehalten, obwohl auch immer die ideologischen Hintergründe der Entwicklung unserer Gesellschaft aufgezeigt werden.
Das Buch erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es möchte in aller Kürze eine Grundlage für eigenes Weitersuchen und -forschen für das persönliche Glaubensleben sein. So kommt es, dass viele Themen nur in aller Kürze angesprochen werden können, was manchmal schade ist. Deshalb sind auch die vielen darin enthaltenen Buchempfehlungen sehr wertvoll. Es ist bestens geeignet für alle Menschen, die in kurzer Zeit einen guten Überblick über den christlichen Glauben bekommen möchten, die nach Argumenten oder Erklärungen suchen, um anderen zu helfen. Und natürlich ist es auch eine super Geschenkidee. Ich empfehle es.
Hier kann es bestellt werden.

Zum 495. Reformationstag

Zum 495. Reformationstag
Vor 495 Jahren hat die Reformation begonnen – Martin Luther schlug seine 95 Thesen gegen den Ablass an die Türe der Wittenberger Schlosskirche. Dies war am 31. Oktober 1517. Zwei Jahre später verschärfte er bereits seine deutlichen Worte des Thesenanschlags – sehr zu recht! 1520 schrieb er in seiner Schrift „Vom babylonischen Gefängnis der Kirche“:
Ich wolle oder wolle nicht, so werde ich gezwungen von Tag zu Tag gelehrter zu werden, indem so großgeachtete magistri haufen- und wechselweise auf mich dringen und mir zu schaffen machen. Von dem Ablaß habe ich vor zweien Jahren geschrieben, aber so, daß mich jetzt über die Maßen sehr gereuet, daß dasselbe Büchlein ausgegangen. Denn ich zu derselben Zeit zweifelhaft war aus großem Aberglauben gegen die römische Tyrannei. Deshalb ich dazumal vermeinete, daß der Ablaß nicht gar zu verwerfen wäre, welchen ich sah mit großer Einhelligkeit vieler Menschen angenommen; und das war kein Wunder, denn ich allein zu der Zeit darin bemühet war. Aber später, was ich Sylvestern und andern Brüdern zu verdanken habe, die solchen Ablaß eifrig verteidigten, habe ich verstanden, daß der Ablaß nichts anderes sei ein denn lautrer Betrug der römischen Schmeichler, durch welchen sie den Glauben an Gott und das Geld der Menschen verderbeten. Und darum wünsche ich, daß ich von den Buchführern erlangen könnte und alle, die es gelesen haben, bereden, daß sie alle meine Büchlein vom Ablaß verbrenneten und anstatt dessen, was ich davon geschrieben habe, diesen Satz annähmen:
Der Ablaß ist der römischen Schmeichler Bosheit.(Luther, Martin, Ausgewählte Werke, Bd. 2, Chr. Kaiser Verlag München, 3. Aufl. 1948, S. 153)
Auch heute gibt es eine weit verbreitete Form des Ablasses: Der Appell an das “Gute im Menschen”, der sich ja seine Erlösung durch seinen Willensakt der Entscheidung und seine guten Werke, die ihm dabei helfen, besser da zu stehen, verdienen kann. Die Bibel fordert dagegen auf, Buße zu tun und zu glauben. Martin Luther schreibt dazu sehr treffend in seiner Vorrede zum Römerbrief:
Glaube ist nicht der menschliche Wahn und Traum, den etliche für Glauben halten. Und wenn sie sehen, daß keine Besserung des Lebens noch gute Werke folgen, und doch vom Glauben viel reden hören, so fallen sie in den Irrtum und sagen: der Glaube sei nicht genug, man müsse Werke tun, soll man fromm und selig werden. Das macht: wenn sie das Evangelium hören, so fallen sie daher und machen sich aus eigenen Kräften einen Gedanken im Herzen, der spricht: Ich glaube. Das halten sie dann für einen rechten Glauben. Aber wie das eine menschliche Erdichtung und Gedanke ist, den des Herzens Grund nimmer erfährt, so tut er auch nichts, und es folgt keine Besserung darauf.
Aber Glaube ist ein göttliches Werk in uns, das uns wandelt und neu gebiert aus Gott und den alten Adam tötet, aus uns ganz andere Menschen in Herz, Gemüt, Sinn und allen Kräften macht und den heiligen Geist mit sich bringt. O es ist ein lebendig, geschäftig, tätig, mächtig Ding um den Glauben, daß es unmöglich ist, daß er nicht ohn Unterlaß Gutes wirken sollte. Er fragt auch nicht, ob gute Werke zu tun sind, sondern ehe man fragt, hat er sie getan, und er ist immer im Tun. Wer aber nicht solche Werk tut, der ist ein glaubloser Mensch, tappt und sieht um sich nach dem Glauben und guten Werken und weiß weder was Glaube noch was gute Werke sind, wäscht und schwatzt doch viel Worte vom Glauben und von guten Werken.
Glaube ist eine lebendige, verwegene Zuversicht auf Gottes Gnade, so gewiß, daß er tausendmal drüber stürbe. Und solche Zuversicht und Erkenntnis göttlicher Gnade macht fröhlich, trotzig und voller Lust gegen Gott und alle Kreaturen: das macht der Heilige Geist im Glauben. Daher wird der Mensch ohne Zwang willig und voller Lust, jedermann Gutes zu tun, jedermann zu dienen, allerlei zu leiden, Gott zu Liebe und zu Lob, der einem solche Gnade erzeigt hat. Daher ist es unmöglich, Werk und Glauben zu scheiden, ja so unmöglich, wie Brennen und Leuchten vom Feuer nicht geschieden werden kann. Darum sieh dich vor vor deinen eigenen Gedanken und unnützen Schwätzern, die vom Glauben und guten Werken zu urteilen klug sein wollen und dabei die größten Narren sind. Bitte Gott, daß er den Glauben in dir wirke: sonst bleibst du wohl ewiglich ohne Glauben, ob du auch schaffst und tust, was du willst oder kannst.“(Aus Martin Luthers Vorrede zum Römerbrief, die ganze Vorrede findet man hier)

Evangelium und Heilung

Evangelium und Heilung
Es ist sehr spannend, sich damit zu befassen, was die Schrift in Bezug auf Heilung sagt. Von Anfang an wird das Evangelium mit Heilung verknüpft. Dies beginnt damit, dass das Evangelium Erlösung vom Fluch der Sünde bedeutet. Wie wir wissen, ist Krankheit und Schmerz als Folge des Sündenfalls in die Welt gekommen. So ist von Anfang an die geistliche Dimension von Krankheit und Schmerz geklärt: Sie sind wegen der Sünde in dieser Welt. Auch später stellt sich Jahwe dem Volk Israel als Jahwe Rophächa vor: Ich bin Jahwe dein Arzt (2. Mose. 15, 26) und verknüpft diese Verheißung direkt mit dem Gehorsam der Menschen. In seiner Abschiedsrede spricht Mose dies noch einmal an und stellt fest, Krankheit direkt mit Gottes Zorn über die Sünde verknüpft ist (5. Mose 29, 21ff).
Wir müssen uns hier verinnerlichen, dass sich am Glauben nichts verändert hat, ebenso wenig am gesamten Erlösungsweg im Alten wie im Neuen Testament. Überall ist Erlösung mit dem Glauben an den verheißenen (und später gekommenen) Erlöser verbunden. Dieser Glaube, der eine persönliche Beziehung mit dem Retter-Gott beinhaltet, gibt uns Kraft, ein gehorsames, wenn auch nicht vollkommen perfektes, Leben mit Gott zu führen. Es gab Gebote, die den alttestamentlichen Gläubigen zur Erinnerung an den verheißenen Erlöser gegeben waren, so zum Beispiel die Opfer. Und es gibt Gebote, die uns heute zur Erinnerung an den gekommenen Erlöser gegeben sind, so zum Beispiel das Herrenmahl. Im Grunde jedoch war der Glaube und die Erlösung zu allen Zeiten die einmalige, unwiederholbare Selbsthingabe Jesu am Kreuz von Golgatha.
Wenn nun unser Retter-Gott Sich mit den Worten vorstellt: Ich bin Jahwe, dein Arzt, so hat dies zu allen Zeiten und unter allen Umständen Gültigkeit. Als dieser Retter-Gott Jesus Christus unter uns auf dieser Erde war, hat Er dies ganz praktisch unter Beweis gestellt: Er hat gepredigt und geheilt.Er hat also in Seinem irdischen Dienst gezeigt, dass Verkündigung der Rettung und Heilung beides Teil des Evangeliums sind. Die Menschen kamen scharenweise zu Ihm und Er heilte sie. Es ist spannend, dass gerade Lukas, der von Beruf Arzt war, am allermeisten Wunderheilungen von den vier Evangelisten berichtet, während er überhaupt keine ärztliche oder natürliche Heilung festhält. In der Apostelgeschichte geht es im selben Stil weiter. Gott möchte uns durch diese berichteten Heilungen zeigen, dass Er der Arzt ist. Menschliche Ärzte (wie in dem Fall Lukas) sind dann in erster Linie noch da, um solche Heilungen bestätigen zu können. Aber der Heiler, das ist der Herr Jesus.
Der Herr Jesus beschrieb Seinen Auftrag in Luk. 4, 18 – 19 folgendermaßen: »Der Geist des Herrn ist auf mir, weil er mich gesalbt hat, den Armen frohe Botschaft zu verkünden; er hat mich gesandt, zu heilen, die zerbrochenen Herzens sind, Gefangenen Befreiung zu verkünden und den Blinden, daß sie wieder sehend werden, Zerschlagene in Freiheit zu setzen, um zu verkündigen das angenehme Jahr des Herrn.«Diesen Auftrag hat Er am Ende Seines irdischen Lebens nach der Auferstehung Seinen Jüngern und über jene an uns weitergegeben: Da sprach Jesus wiederum zu ihnen: Friede sei mit euch! Gleichwie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Und nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt Heiligen Geist! (Joh. 20, 21 – 22)
Ein weiteres Mal bestätigte Er diesen Auftrag am Tage der Himmelfahrt in Markus 16, 15 – 18: Und er sprach zu ihnen: Geht hin in alle Welt und verkündigt das Evangelium der ganzen Schöpfung! Wer glaubt und getauft wird, der wird gerettet werden; wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden. Diese Zeichen aber werden die begleiten, die gläubig geworden sind: In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben, sie werden in neuen Sprachen reden, Schlangen werden sie aufheben, und wenn sie etwas Tödliches trinken, wird es ihnen nichts schaden; Kranken werden sie die Hände auflegen, und sie werden sich wohl befinden.
Wir sehen also, dass Heilung ein Teil der Erlösung ist, die Jesus am Kreuz für uns vollbracht hat. Auch in den Briefen der Apostel spielte die Heilung immer wieder eine Rolle. So zum Beispiel in Jakobus 5, 14 – 16: Ist jemand von euch krank? Er soll die Ältesten der Gemeinde zu sich rufen lassen; und sie sollen für ihn beten und ihn dabei mit Öl salben im Namen des Herrn. Und das Gebet des Glaubens wird den Kranken retten, und der Herr wird ihn aufrichten; und wenn er Sünden begangen hat, so wird ihm vergeben werden. Bekennt einander die Übertretungen und betet füreinander, damit ihr geheilt werdet! Das Gebet eines Gerechten vermag viel, wenn es ernstlich ist.Interessant ist, dass zum Beispiel hier für „geheilt werden“ im Griechischen dasselbe Wort verwendet wird wie für „erlöst werden“. Es wird hier also besonders deutlich, dass Heilung ein Teil des Evangeliums ist.
Oder in 1. Petrus 2, 24: Er hat unsere Sünden selbst an seinem Leib getragen auf dem Holz, damit wir, den Sünden gestorben, der Gerechtigkeit leben mögen; durch seine Wunden seid ihr heil geworden.
Paulus schreibt in 1. Korinther 12, 7 – 10 von den Gaben des Geistes, und hier unter Anderem von der Gabe der Heilung: Jedem wird aber das offensichtliche Wirken des Geistes zum [allgemeinen] Nutzen verliehen. Dem einen nämlich wird durch den Geist ein Wort der Weisheit gegeben, einem anderen aber ein Wort der Erkenntnis gemäß demselben Geist; einem anderen Glauben in demselben Geist; einem anderen Gnadengaben der Heilungen in demselben Geist; einem anderen Wirkungen von Wunderkräften, einem anderen Weissagung, einem anderen Geister zu unterscheiden, einem anderen verschiedene Arten von Sprachen, einem anderen die Auslegung6 der Sprachen.

Ein Licht sein

Ein Licht sein

Lass mich ein Licht sein, Dir zu Ehren,
Das alle Finsternis erhellt.
Lass mich des Lichtes Licht vermehren;
Des Dunklen Wege sind entstellt.

Lass mich ein Licht sein für unser Land,
Wie des Berges helle Stadt
Führ mich in Dein Licht an Deiner Hand
Durch Deine Gnade mach mich satt.

Lass mich ein Licht sein für die Welt,
Weisend Wahrheit, Weg und Leben.
In des Höchsten Schutz und Zelt
Mehr von Deiner Liebe geben.

Lass mich ein Licht sein für die Treuen,
Die unter Deiner Obhut stehn,
Sich über Glaube, Liebe, Hoffnung freuen
Diese drei, die nie vergehn.

Jonas Erne, 16. Januar 2007

Der Lauf des Glaubens

Da wir nun eine solche Wolke von Zeugen um uns haben, so lasst uns jede Last ablegen und die Sünde, die uns so leicht umstrickt, und lasst uns mit Ausdauer laufen in dem Kampf, der vor uns liegt, indem wir hinschauen auf Jesus, den Anfänger und Vollender des Glaubens, der um der vor ihm liegenden Freude willen das Kreuz erduldete und dabei die Schande für nichts achtete, und der sich zur Rechten des Thrones Gottes gesetzt hat. (Hebr. 12, 1 – 2)

Der Autor des Hebräerbriefs gebraucht hier das Bild von einem antiken Rennen bei den olympischen Spielen. Es ist ein Langstreckenlauf, bei dem aber nicht alle aufs Mal teilnehmen können. Der Lauf findet mehrere Male statt, und immer diejenigen, welche schon gelaufen waren, setzten sich auf die Tribüne und feuerten die weiteren Läufer an. Dies ist ein Bild, das der uns nicht bekannte Autor des Hebräerbriefes gebraucht, um uns zu zeigen: Leute, seht mal, da oben sitzen viele andere Läufer, die vor uns bereits gelaufen sind. Sie dienen uns zum Vorbild, wir dürfen aus ihren Fehlern und ihrem großen Glaubensleben lernen. Im Kapitel 11 hatte er einige davon erwähnt: Abel, Henoch, Noah, Abraham, Mose, Rahab und viele mehr. Wir heute haben noch viel mehr Vorbilder in dieser “Wolke von Zeugen”, von denen wir lernen dürfen: Paulus, Petrus, der Kirchenvater Augustinus, die Reformatoren, John Wesley und Jonathan Edwards und viele weitere mehr. Vielleicht kennen wir auch im persönlichen Leben solche Vorbilder? Mit allen diesen haben wir ein gemeinsames Ziel: Den Lauf des Glaubens bis zum Ende weiter zu gehen und in die Ewigkeit zum Herrn Jesus eintreten zu dürfen.

Wer mit einem schweren Rucksack am Rücken oder mit Steinen oder Bleiplatten in den Taschen bei einem Rennen mitmacht, wird nicht so schnell vorwärtskommen. Man kennt das aus der früheren Seefahrt: Ein Handelsschiff, das von Seeräubern verfolgt wurde, musste allen “Ballast” abwerfen, um schneller segeln zu können. Wir haben vielerlei an Sorgen, die unseren Rucksack beschweren. Diese dürfen wir ablegen, indem wir sie dem Herrn Jesus übergeben. Auf Ihn sollen wir die Sorgen werfen, also sie im Gebet richtiggehend wegschleudern, und dann zusehen, dass wir sie nicht wieder erneut an uns reißen. Das ist die große Gefahr.

Auch Sünden müssen abgelegt werden. Falsches Verhalten sollte man nicht nur ablegen, sondern vielmehr durch richtiges Verhalten ersetzen. Ein Beispiel ist uns im Epheserbrief 4, 25 – 31 gegeben. Da nennt Paulus verschiedene falsche Verhaltensweisen, die durch die Richtige ersetzt werden sollen. Lüge sollen wir ablegen, aber stattdessen nicht einfach nichts mehr sagen, sondern vielmehr durch das richtige Verhalten, nämlich die Wahrheit zu sagen, ersetzen. Wer bisher gestohlen hat, soll nicht nur aufhören mit Stehlen, sondern dies durch eigene Arbeit ersetzen, durch die er andere unterstützen kann, die noch weniger haben als er. Ein besonderes Problem der heutigen Christenheit sehe ich auch in der Kritik-Kultur. Darunter verstehe ich: Bei allem immer zuerst gleich das Schlechte zu sehen. Wir haben zunächst die Aufgabe, erbauend zu sein. Das kann man aber nicht, indem man nur kritisiert. Es braucht das Verständnis des Anderen, das eine Vertrauensbeziehung aufbauen kann. Innerhalb dieser ist Kritik durchaus gut und wichtig. Sodann gibt es auch Dinge, die für uns zu Götzen werden, und zwar nicht deshalb, weil sie schon grundsätzlich schlecht sind, sondern weil wir nicht mit ihnen umzugehen wissen. Solche können Hobbies, der Computer, das Fernsehen, der Reichtum, die Arbeit und vieles mehr sein. All das ist nicht schlecht an und für sich. Nur der exzessive Gebrauch führt zu einem ungesunden Verhältnis dazu. Diese Sünden umstricken uns. Sie sind wie ausgespannte Seile am Boden, die uns versuchen zu Fall zu bringen.

Damit wir das Ziel erreichen, ist es nötig, den Blick immer dorthin gewandt zu halten, wo wir hinwollen. Das Ziel ist Jesus Christus. Es ist dort, wo Er auf uns wartet und uns den Siegeskranz des ewigen Lebens in Seiner Gegenwart aufsetzen wird. Sein leuchtendes Vorbild soll immer vor uns stehen. Er ist durch alle unsere Schwierigkeiten schon hindurchgegangen, sodass es nichts Neues mehr gibt für uns, was Er nicht schon hätte durchmachen müssen. Doch Jesus Christus ist nicht nur einfach ein gutes Vorbild, sondern Er ist auch der Anfänger und Vollender unseres Glaubens. Was bedeutet das? Es bedeutet zunächst, dass Er alles Notwendige vorbereitet hat, damit wir überhaupt erst gläubig werden konnten. Von Natur aus können wir uns als sündige Menschen nur gegen Gott entscheiden. Die Macht der Sünde lähmt unser ganzes Wollen, sodass niemand sich aus eigener Kraft für den Plan entscheiden kann, den Gott mit uns vorhat. Unsere Sünde ist Schuld bei Gott, die nicht einfach ohne Weiteres vergeben werden kann. Sie muss bezahlt werden. Da wie selbst sie aber nur durch ewige Verdammnis in der Hölle bezahlen könnten, ist Gott Selbst auf die Erde gekommen und hat diese Schuld am Kreuz bezahlt und durch die Auferstehung dafür gesorgt, dass wir ewiges Leben bekommen können. Erst dadurch wurde die Grundlage geschaffen, auf der wir gläubig werden können.

Diese Grundlage heißt Gnade. Die Gnade ist der Fußboden im Stadion unseres Glaubens-Laufes, das heißt: Auch wenn wir immer wieder hinfallen und uns von den Fallstricken der Sünde einfangen und zu Boden werfen lassen, so können wir nie woanders hin fallen als in die Gnade. Es gibt nichts und niemanden, der oder das imstande wäre, uns aus der Gnade hinaus zu werfen. Egal was passiert: Wir dürfen immer und immer wieder aufstehen, unsere Sünden bekennen, die Vergebung in Anspruch nehmen und weiterlaufen!

(Kurzfassung einer Predigt, gehalten am 14.08.2011)

Rahab und die rote Schnur

Rahab ist die Frau des Alten Testaments, die an den meisten unterschiedlichen Stellen im Neuen Testament genannt wird. Im Geschlechtsregister bei Matthäus ist sie eine von drei ganz besonderen Frauen, die nebst all den üblicherweise sonst genannten Männern vorkommt. In Hebräer 11 wird sie als eine der Glaubensheldinnen aufgezählt. In Jakobus 2 wird ihr Glaube als ein Glaube bezeichnet, der durch ihre mutige Tat unter Beweis gestellt wurde. In Josua 2 lesen wir von ihr.

Denn wir haben gehört, wie der Herr das Wasser des Schilfmeeres vor euch ausgetrocknet hat, als ihr aus Ägypten gezogen seid, und was ihr den beiden Königen der Amoriter, Sihon und Og, jenseits des Jordan, getan habt, an denen ihr den Bann vollstreckt habt. Und als wir dies hörten, da wurde unser Herz verzagt, und es ist kein rechter Mut mehr in irgend jemand vor euch; denn der Herr, euer Gott, ist Gott oben im Himmel und unten auf Erden! Und nun schwört mir doch bei dem Herrn, daß, so wie ich an euch Güte erwiesen habe, auch ihr am Haus meines Vaters Güte erweisen werdet; und gebt mir ein sicheres Zeichen, daß ihr meinen Vater, meine Mutter, meine Brüder und meine Schwestern samt allen ihren Angehörigen am Leben lassen und unsere Seelen vom Tod erretten werdet! […] Da sprach sie: Es sei, wie ihr sagt! und ließ sie gehen. Und sie gingen hin; sie aber knüpfte die karmesinrote Schnur ins Fenster. (Josua 2, 10 – 13. 21)

Das Erste was wir von ihr lesen ist das: Wir haben gehört. Sie hat gehört und ist durch das Hören gläubig geworden. Das sagt uns Paulus in Röm. 10, 17 auch. Der Glaube kommt aus dem Hören von der guten Nachricht von Gott. Und diese Gute Nachricht, das Evangelium, ist nicht erst etwas Neutestamentliches, es beginnt mit 1. Mose 1, 1: Im Anfang schuf Gott die Himmel und die Erde.

Das Zweite, was wir von ihr lesen ist das: Sie bekennt sich zum Gott Israels. Sie sagt: Denn Jahwe, euer Gott, ist Gott im Himmel und auf Erden. Das ist ihr Glaubensbekenntnis und kommt von ganzem Herzen. Dieses Glaubensbekenntnis geschieht aber nicht nur mit den Lippen, sondern auch mit ihren Taten. Sie nimmt die Kundschafter des Gottesvolkes auf und führt die Soldaten in ihrer Stadt in die Irre. Sie hat sich entschieden für den Gott Israels und ist dafür bereit, sogar ihre eigene Heimat, ihr Zuhause, zu verraten.

Ein Drittes sehen wir: Sie wünschte sich ein Versprechen von Gott, eine Zusage, dass ihr Glaube belohnt wird. Sie hatte noch keine Bibel, in der alle Verheißungen drin stehen. Deshalb bat sie die Kundschafter, ihr zu versprechen, dass sie und ihre Familie unter Gottes Schutz stehen. Sie bekam auch diese Verheißung mit der Bedingung, dass sie in das Fenster, wo sie die Kundschafter herunterließ, ein Stück karminrote Schnur hängen solle.

Viertens sehen wir, dass ihr Gehorsam vollständig war. Er betrug 100%. Gott ist 100% treu und 100% genau im Einhalten Seiner Versprechen. Er möchte aber von uns auch 100%igen Gehorsam. Rahab war so gehorsam. Sie nahm keine grüne oder blaue Schnur, nein, eine karminrote Schnur musste her und in genau dieses eine Fenster gehängt werden. Dieses Fenster lag nach außen hin zur großen Verkehrsstraße, wo jeden Tag hunderte von Händlern und Käufern durchkamen. Wahrscheinlich wurde sie auch oft ausgefragt und ausgelacht wegen dieser Schnur, doch sie war bereit, den Preis des Spottes zu zahlen.

Diese blutrote Schnur ist ein Symbol für das Blut, das Jesus auf Golgatha für uns zur Erde fließen ließ. Auch Er war ausgestellt, verspottet und hatte mächtig zu leiden. Auch Er war geduldig und gehorsam bis zum Tod – dem schrecklichen Tod am Kreuz. Damit wir wieder mit Gott versöhnt leben können hat Er unsere Schuld bezahlt. Mit jedem Tropfen Blut, das aus Ihm auf die Erde floß. Und wenn wir unsere Sünden bekennen, so ist Er treu und gerecht, dass Er unsere Schuld vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit! (1. Joh. 1, 9). Das ist Gottes Versprechen an jede und jeden von uns! Wie Rahab die Kundschafter beim Wort nahm, dürfen wir Gott beim Wort nehmen. Wie Rahab gehorsam war, und zwar mit Genauigkeit gehorsam, so dürfen auch wir Gott mit genauem Gehorsam dienen. Was ist zur Zeit deine rote Schnur? Ist es, dass du eine Gemeinde suchst und dich dort verbindlich einbringst? Ist es, dass du in deiner Gemeinde regelmäßig teilnimmst und mitmachst? Ist es, dass du andere Menschen in die Gemeinde einlädst? Sei gesegnet!

(Kurzfassung einer Predigt, gehalten am 26. Juni 2011)

Buchstabe und Geist

Denn der Buchstabe tötet, aber der Geist macht lebendig. (2. Korinther 3, 6)

Wenn dieser Vers von achtlosen Menschen in den Mund genommen wird, bekommt er meist die Bedeutung: „Nimm es doch nicht so peinlich genau mit den Regeln“. Doch ist das wirklich das, was dahintersteckt? Wenn man sich die Verse drum herum etwas genauer ansieht, macht man schon mal eine erste Entdeckung: Es geht um das Gesetz, das Gott den Menschen gegeben hat. In unserem Vers wird das Gesetz mit dem „Buchstaben“ wiedergegeben. Man kann also den ersten Teil auch so lesen: Das Gesetz tötet. Es killt uns, macht uns mausetot.

Das erste Beispiel dazu finden wir bei Adam und Eva. Dort lautete der Buchstabe: Du sollst nicht von dem einen Baum, dem Baum der Erkenntnis, essen. Die Beiden haben es trotzdem getan – und sind sofort geistlich gestorben. Sie haben ihre Herrlichkeit, die sie vor Gott hatten, verloren, waren deshalb nackt und schämten sich. Sie mussten raus aus dem Garten und haben die Verbindung zu Gott verloren. Sie waren von da an auf sich selbst gestellt. Geistlich gesehen also mausetot.

Nun kann man vom Gesetz, das Gott dem Volk Israel in Stein gehauen gegeben hat, von drei Seiten her betrachten. Es hat drei wichtige Aufgaben:

1. Es zeigt uns, dass wir aus eigener Kraft nicht nach Gottes Maßstäben leben können, und deshalb in Gottes Augen mause sind.

2. Es zeigt uns ein gutes Stück von Gottes Wesen, denn die Gebote sind ein Spiegel von Gott, da Er der Urheber ist und sie immer zu 100% einhält.

3. Es zeigt uns, wie wir als Menschen miteinander leben und umgehen sollen, denn es ist gut.

In unserem Vers geht es um die erste Funktion des Gesetzes. Es zeigt uns, dass wir vor Gott tot sind, ohne jede Möglichkeit, zu Ihm zurückzukommen. Solange wir nur den Buchstaben haben, können wir nicht einmal zu Gott kommen WOLLEN, weil Gott es ist, der zuerst in uns das Wollen und das Vollbringen bewirken muss. Und genau das geschieht durch den Geist. Hier kommt der Heilige Geist, Gottes Geist, ins Spiel. Der Geist ist es, der uns die Augen öffnet dafür, dass wir sehen, dass wir in Gottes Augen mause sind. Der Geist ist es, der uns zeigt, dass wir uns statt auf unsere guten Werke lieber auf das eine perfekte Werk am Kreuz von Golgatha verlassen sollen. Der Geist bewirkt den Glauben in unserem Herzen, dass wir durch dieses Werk am Kreuz voll und ganz gerettet sind. Und der Geist führt uns auch auf dem Weg der Veränderung in das Ebenbild Christi voran.

Die Zersetzung überwinden

Die Zersetzung überwinden

Ein Fünf-Punkte-Plan, mit welchem sich die in der Analyse festgestellte Zersetzung des christlichen Glaubens überwinden lässt.


1. Die biblische Auslegungspredigt erneut aufleben lassen

Am Anfang dieser Überwindung muss die erneute Entdeckung der biblischen Predigt stehen. Solche Predigt ist immer Auslegungspredigt. Hier werden nicht die Gedanken des Predigers im Text drin gesucht und dann dort hineingelegt, sondern der jeweilige Bibeltext gibt die Gedankenfolge vor. In dieser biblischen Predigt ist das Evangelium, welches das göttliche Dynamit ist, das Zentrum. Auslegungspredigt ist deshalb immer auf den Herrn Jesus und Sein Erlösungswerk ausgerichtet, weil alle Schrift es ist, die von Ihm zeugt. Das Alte und das Neue Testament gleichermaßen. Diese Art von Predigt ist es auch, die uns hilft, unser tägliches Leben ganz praktisch nach Gottes Willen auszurichten. Sie hilft uns, zu verstehen, wer wir in Christus sind und wie wir mit Hilfe des Christus leben können. Diese Art der Predigt benötigt ein gutes Fundament im Wort Gottes, insbesondere von dem, was das Wort über die einzelnen Begriffe, über die man predigt, lehrt. Dies gibt den Hörern auch neu die Gewissheit, dass Gottes Wort absolut vertrauenswürdig ist.


2. Gründung christlicher Bekenntnisschulen und Universitäten

Weiter braucht es christliche Bekenntnisschulen in allen Altersstufen und Levels. Es ist notwendig, dass wir unsere Kinder von Menschen lehren und miterziehen lassen, die nicht schon von ihrer Ausbildung her den biblischen Erziehungszielen diametral gegenüberstehen. Den Kindern muss die biblische Schöpfungslehre als mindestens gleichermaßen vertrauenswürdige Lehre wie der ganze Evolutionismus nahegebracht werden. Doch sollen alle Stufen und Altersgruppen diese Möglichkeit haben. Auch eine Universität nach christlichem Bekenntnis wäre dringend notwendig. Und um genügend gläubige Lehrer auch mit dem ganzen pädagogischen Handwerkzeug auszustatten, braucht es natürlich auch christliche Lehrerseminare bzw. eine Universität, an welcher man das Lehramtsstudium auf christlicher Basis absolvieren kann.


3. Gemeinsame Evangelisationsveranstaltungen

Da viele Gemeinden zu klein sind, um den großen Missionsauftrag in ihrer Stadt zu erfüllen, andererseits aber mit anderen Gemeinden im Streit um die rechte Lehre stehen, geht sehr viel Potential für das Gewinnen neuer Seelen verloren. So können die heutigen Gemeinden nicht mehr sagen, dass ihre Hände frei sind vom Blut der Verlorenen. Vielmehr ist es notwendig, dass Gemeinden sich (auch ohne Evangelische Allianz und ähnliche Ökumene-Vereinigungen) zusammenschließen, um gemeinsam zu Veranstaltungen (am besten an einem neutralen Ort) einzuladen. So wird das Potential vieler kleinerer Gemeinden gebündelt und zugleich findet ein fruchtbarer Austausch zwischen den Gliedern verschiedener Gemeinden statt.


4. Das Bekenntnis zum Herrn Jesus als dem einzigen Weg zu Gott statt falsche Toleranz

Dennoch darf bei aller Zusammenarbeit die eine Mitte nicht vergessen werden: Wo das Bekenntnis zum Herrn Jesus als dem einzigen Weg zu Gott durch irgend etwas anderes ersetzt wird, kann keinerlei solche Gemeinschaft stattfinden. So darf es auch nicht zum „gleichwertigen“ Dialog der verschiedenen Religionen kommen, zumindest haben christliche Gemeinden und Kirchen da nichts zu schaffen. Wo die Exklusivität des christlichen Glaubens geleugnet wird, dort ist auch unser Herr, der selbst sagte: „ICH bin Der Weg und Die Wahrheit und Das Leben, niemand kommt zum Vater denn (einzig und allein) durch Mich“ nicht mehr anwesend. Dort wird Er nach draußen getreten, und wenn man Glück hat, dann geschieht es, dass Er mal wieder an die Türe klopft… (siehe Offenbarung 3,20)


5. Mutiges politisches Engagement für christliche Werte

Nicht zuletzt ist es auch notwendig, dass wir uns über das politische Geschehen unserer Zeit informieren, uns aufgrund von Gottes unfehlbarem, irrtumslosem und ewig gültigem Wort eine Meinung bilden und diese auch entsprechend vertreten. Es braucht Politiker, die bereit sind, den Finger auf wunde Punkte der heutigen Politik zu legen und Lösungsansätze von der Bibel her suchen und einzubringen suchen. In einer Zeit ethischer Verwahrlosung unserer Politik ist unser Schweigen auch eine Antwort: Wer schweigt, unterstützt diejenigen, die anderer Meinung sind. Und in einem Staat, der sich demokratisch nennt, ist jeder im Volk (griechisch „demos“) ein Politiker. Liebe Leserinnen und Leser, lasst uns die Verantwortung, die Gott uns übertragen hat, annehmen und nicht länger schweigende und gleichgültige Ja-Sager spielen!

Zersetzung des christlichen Glaubens

Schrittweise Zersetzung des christlichen Glaubens

Ich möchte an dieser Stelle fünf Schritte aufzeigen, wie heutzutage der christliche Glaube unterwandert und zersetzt wird:

1. Gottes Wort wird in Frage gestellt

Am Anfang steht immer der Zweifel an Gottes Wort. Lange Zeit hinweg haben wir Evangelikalen immer treu daran festgehalten, dass die Bibel ganz und gar Gottes Wort ist. Leider hat auch die Einführung der Textkritik an evangelikalen Hoch- und Bibelschulen ihren Teil dazu beigetragen, dass ein großer Teil der Menschen plötzlich unsicher wurde: Was stimmt jetzt? Ist auf die Schrift überhaupt noch Verlass? Hat Gott etwa doch nicht geschafft, Sein Versprechen zu halten, dass Er Selbst Sein Wort bewahren will? Hinzu kommt die traurige Tatsache, dass die Bibelkritik mit ihrer verderblichen historisch-kritischen Methode auch in einige ursprünglich evangelikale Gemeinden gefunden hat. Das beginnt meist im kleinen Rahmen, indem man versucht, den biblischen Bericht über die Schöpfung mit den Neo-Darwinschen Theorien in Einklang zu bringen. Wohlbemerkt: es handelt sich hierbei um zig verschiedene Theorien, die sich hinsichtlich der Forschungsergebnisse je nach Fachbereich deutlich widersprechen. Leider ist die Faulheit mancher moderner Pastoren zu groß, als dass sie sich mit der Verteidigung der einzigen biblisch korrekten Wahrheit befassen wollen oder können. Die jeweilige Position zum Schöpfungswerk ist aber keinesfalls eine belanglose Sache: Es handelt sich hierbei um den Dreh- und Angelpunkt zur Verteidigung der Echtheit aller anderer biblischer Bücher auch. Wer also annimmt, dass der Schöpfungsbericht nur symbolisch für das Werk von Milliarden von Jahren steht, wird im nächsten Schritt auch zugeben müssen, dass die fünf Bücher Mosis vielleicht gar nicht von ihm geschrieben wurden, sondern vielleicht auch von Redaktoren vor und nach dem babylonischen Exil überarbeitet und neu zusammengestellt wurden.

2. Die Lehre von der Gnade wird abgeschafft

Als nächsten Schritt verwirft man die Lehre von der Gnade. Diese beinhaltet die Erwählung der Gläubigen vor Grundlegung der Welt, die Unmöglichkeit des Menschen, sich selbst für Gott zu entscheiden (Frage nach dem freien Willen), sowie die Tatsache, dass ein wahrer Gläubiger (und damit vor Grundlegung der Welt Erwählter) niemals wieder verloren gehen kann. Hierzu werden entweder die biblischen Aussagen dazu als „Lehre von Paulus aber nicht von Gott“ (in Verbindung mit dem ersten Schritt) degradiert, oder man biegt sich die jeweiligen Bibelstellen so zurecht, dass sie in das Konzept passen, das man erreichen möchte. Stattdessen nimmt man lieber die humanistische Aussage an, dass der Mensch so weit gut sei, dass er sich aus sich selbst für Gott entscheiden kann. Dies geht dann so nach dem Prinzip, dass der Glaube zum neuen Gebot gemacht wird (eine Form des Neonominianismus). Der Glaube wird nun plötzlich zu dem Werk erhoben, das retten kann, und vor allem: zu dem Werk, das jeder, der es will, tun kann. Damit geht jede biblische Basis zum Begriff „Glauben“ verloren. Es ist dann weder nötig, den Begriff „Glauben“ von der Schrift her zu definieren, noch muss man ihn irgend jemandem erklären. Jeder kann sich darunter etwas vorstellen, und damit kann auch jeder „nach seiner Fasson“ „gerettet“ werden.

3. Man beginnt zu diskutieren

Der nächste Schritt ist ebenso verheerend: Da nun plötzlich jeder nach seiner Fasson glauben und gerettet werden kann, ist somit die Diskussion eröffnet. In zahlreichen Diskussionsforen werden die Perlen der Schrift vor diskussionsfreudige Säue geworfen. Anstatt dass die Bibel als richtungsweisendes Wort und als oberste Autorität eines jeden Gläubigen hochgehalten wird, indem man sie predigt, sie lehrt und sie vorlebt, gibt es Gespräche. An manchen Orten ist auch die Predigt zu einer Art Podiumsdiskussion geworden, an der sich jeder beteiligen kann, ohne dass die Aussagen groß beurteilt werden. Diese Art von „Freundlichkeit“ gegenüber „Suchenden“ erweist sich mehr und mehr als Unfreundlichkeit, da ihnen ein falsches Bild von der Heiligen Schrift vermittelt wird: Man vermittelt gewissermaßen, dass die Bibel eine Blumenwiese ist, von der sich jede und jeder das pflücken darf, was ihm oder ihr gefällt und mit dem Gepflückten dann selig wird. Und genau das ist es, was jede öffentliche Diskussion über die Bibel vermittelt. Manches Mal kommt es in solchen Diskussionen auch zu regelrechten Streitereien, die den „Suchenden“ deutlich zeigen: All jene Streitenden haben wohl weder den Wert der Schrift noch deren Zentrum in der Nächstenliebe wirklich erkannt. Und mit diesem Schritt in diese ganze Diskutiererei ist auch schon der Weg vorgegeben in den nächsten Schritt:

4. Der Individualismus hält Einzug

Die Frage ist jetzt plötzlich nicht mehr: Was kann ich für Gott tun? Sondern: Was kann Gott für mich tun? Und damit einher geht auch die ständige Frage in allem Leid: Wo war Gott, als ich? Dieser Egoismus wird leider auch durch zahlreiche Gemeinden und Predigten richtiggehend kultiviert. In zahlreichen Predigten geht es nur noch um die sieben Schritte zum Reichtum, die zehn Schritte zum beruflichen Erfolg oder die fünf Schritte zur perfekten Mama. Die Konsum-Mentalität nimmt auch in den Gemeinden zu. Auf der einen Seite beklagt man sich darüber, dass es Ein-Pastoren-Gemeinden gibt, in denen die Mitglieder nicht viel zu sagen haben, auf der anderen Seite fehlt oft die Motivation, selbst auch mit anzupacken. Auch hier dreht sich alles um die Frage: Was kann die Gemeinde MIR geben? Was habe ICH für Vorteile, wenn ich diese Gemeinde besuche? Und wenn die Vorteile plötzlich nicht mehr so stark überwiegen oder man eine andere Meinung hat als das Gros der Gemeinde, dann kann man sie ja immer noch verlassen, stattdessen nur noch einen Hauskreis besuchen und sich Predigten im Fernsehen anhören.

5. Ethische und politische Gleichgültigkeit

Hieraus resultiert denn nun auch ein fünfter Schritt: Man wird ethisch und politisch gleichgültig. Themen wie dass zum Beispiel homosexuelle Partnerschaften auch in die „Ehe“ führen dürfen oder gar dass solche Paare auch leitende Funktionen in manchen Kirchen und Gemeinden übernehmen dürfen, die Legalisierung der Abtreibung, die zunehmende Legalisierung der Beihilfe zur Selbsttötung, die ganze Euthanasiedebatte, die Frühsexualisierung der Kinder in der Schule und vieles mehr wird einfach gleichgültig ignoriert. Zum Teil noch mit der Ausrede: Ich kann ja eh nichts erreichen, mit fatalistischem Schulterzucken oder mit einer falschen lehrmäßigen Voraussetzung (wir sollen ja nur Gottes Reich bauen, was die da draußen machen, soll uns egal sein) wird all dies als zu wenig wichtig abgetan. Doch je mehr wir uns von dieser Haltung treiben lassen, umso kraftloser wird das Salz, als welches wir in diese Welt hinein gestellt wurden. Ich möchte jedem, der das liest, zurufen: Wache auf, nimm dein Leben in die Hand und lass dich nicht vom Feind und dessen Gehilfen leben!

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