Lobpreiskultur – für wen machen wir das eigentlich?

Im ersten Blogpost zum Thema „Lobpreiskultur – Alles Show oder was?“ habe ich anhand eines englischen Artikels von Thom Schultz einen allgemeinen Überblick über die Problematik der heutigen Lobpreiskultur gegeben. Heute möchte ich etwas tiefer graben und nach der richtigen Motivation für den Lobpreis suchen. In vielen amerikanischen Gemeinden heißt der Lobpreisleiter „worship pastor“ (zu deutsch also „Lobpreis-Pastor“). Er erfüllt eine wichtige pastorale Aufgabe innerhalb des Gottesdienstes. Wir täten gut daran, den Lobpreisleiter als Pastor zu betrachten, welcher der ganzen Gemeinde dienen soll.
Drei Dimensionen des Lobpreises
Der Lobpreis-Pastor und mit ihm das ganze Team (zuweilen besteht es nur aus einer Person, öfter jedoch aus ganzen Orchestern oder Bands) führt die singende Gemeinde in drei Dimensionen des Lobpreises hinein. Um der Einfachheit willen unterscheide ich hier noch nicht zwischen den zwei Kategorien „Lobpreis“ (Lob für Gottes Werke) und „Anbetung“ (Lob für Gottes Wesen). Vielleicht komme ich darauf in einem anderen Post noch zu sprechen.
Lobpreis findet in drei Richtungen statt: Nach oben – zu Gott; nach außen – um mich herum – zu meinem Umfeld; nach innen – zu mir selbst:
Nach oben: Zuerst ist Lobpreis immer an Gott gerichtet. Der Singende dankt Gott, lobt Gott, betet Gott an, schüttet Gott sein Herz aus, und so weiter. Gemeinsame Lieder sind ein Hilfsmittel, das vielen Menschen hilft, ihre Situation, Gefühle und Gedanken in Worte zu kleiden. Lobpreis ist ein Gebet, ein Reden zu Gott, und zwar ein korporatives, ein gemeinschaftliches Reden zu Gott.
Nach außen: Die zweite Richtung geht nach außen. Im Lobpreis spreche ich meine Mitmenschen an, ich spreche ihnen die Größe und die wunderbaren Werke Gottes zu, ich mache ihnen Mut, an diesem Gott, dem ich alles in meinem Leben zu verdanken habe, festzuhalten. Ich sage ihm: Du bist nicht allein, es sind noch andere, die mit ähnlichen Situationen zu kämpfen haben, aber wir haben einen gemeinsamen Gott, der größer ist.
Nach innen: Damit ist keine mystische Versenkung in sich selbst gemeint, sondern der Zuspruch an sich selbst, dass dieser Gott, den wir gemeinsam loben, auch die eigene Lage im Griff hat. Ich mache mich bereit, diesem Gott der Bibel im Horchen auf die Predigt und im darauffolgenden Gehorchen persönlich zu begegnen.
Wem wollen wir wirklich dienen?
Ausgehend von diesen drei Dimensionen sehen wir, dass es wichtig ist, jedem Einzelnen in der Gemeinde zu helfen, dass er auch ein Teil dieses Lobpreises sein kann und darf. Es geht zuerst um Gott und um die Gemeinde. Lobpreis soll zuerst auf Gott hinweisen. Das Lobpreis-Team hat die Aufgabe eines Scheinwerfers: Ein Scheinwerfer, der sich selbst beleuchtet, tut seine Aufgabe sehr schlecht. Seine Aufgabe ist es, etwas anderes anzuleuchten und es sichtbar zu machen. So ist es das große Privileg, im Lobpreis auf Gottes Größe und Herrlichkeit hinzuweisen. Weil Gott exzellent ist, darf unser Musizieren auch exzellent sein. Wir müssen keine Fehler einbauen. Aber wir sind mit unserer Musik und dem Gesang in erster Linie Diener der Gemeinde. Unsere Aufgabe ist es, alles so zu arrangieren, zusammenzustellen, zu üben und zu spielen, dass möglichst jeder einzelne Besucher des Gottesdienstes möglichst gut mitsingen und die drei Dimensionen des Lobpreises miterleben kann.
Die eigene innere Haltung ist hierbei sehr wichtig. Sie sollte immer mal wieder überprüft werden:
– Worum geht es mir? Wem möchte ich mit meinem Instrument oder Gesang, mit meinem Können und Wissen dienen?
– Wie tue ich das am besten?

– Wie können wir als Lobpreis-Team der Gemeinde noch besser helfen, dass möglichst jede und jeder mitsingen kann und will?

Lobpreiskultur – Alles Show oder was?

Eins gleich vorweg: Ich bin in der glücklichen Lage, zu einer Gemeinde zu gehören, in welcher ich kaum etwas am Lobpreis auszusetzen habe. Bei uns sind die Lieder vielfältig, das Spektrum reicht von Martin Luther und Paul Gerhardt bis zu Hillsong und der OutBreakBand, die alle gleichwertig nebeneinander stehen und auch in denselben Gottesdiensten gesungen werden.
Dennoch fällt mir auf, wie sich in vielen Gemeinden eine Lobpreiskultur breitmacht, die in eine Richtung geht, die mir zu denken gibt. Ich möchte deshalb in mehreren Blogposts auf verschiedene Aspekte eingehen, die mir auffallen und über die ich mit meinen Lesern nachdenken möchte. Ich bitte bewusst um Mitdenken und um Rückmeldungen, denn ich bin mir wohl bewusst, dass ich nur von meiner subjektiven Sichtweise herkommen kann und meine Beiträge deshalb ergänzungs- und korrekturbedürftig sind.
Aufgefallen ist mir immer wieder, wie oft es Lobpreiszeiten gibt, in denen nur wenige Menschen mitsingen. Ich persönlich liebe es, zu singen, ich bin mit Musik und Gesang aufgewachsen, und für mich ist eine Lobpreiszeit, bei der ich selbst nicht mitsinge, einfach unvorstellbar. Doch in manchen solcher Zeiten, wenn man sich verstohlen umblickt, fällt auf: Da sind bei vielen Liedern gerade mal noch 25 – 30% der Anwesenden am Mitsingen. Zuweilen noch weniger. Ich persönlich frage mich da halt, wozu der Lobpreis denn dann überhaupt noch dienen soll.
Eine wichtige Bibelstelle zum Lobpreis finden wir bei Paulus im Epheserbrief: Und berauscht euch nicht mit Wein, worin Ausschweifung ist, sondern werdet voller Geist, indem ihr zueinander in Psalmen und Lobliedern und geistlichen Liedern redet und dem Herrn mit eurem Herzen singt und spielt! Sagt allezeit für alles dem Gott und Vater Dank im Namen unseres Herrn Jesus Christus!(Epheser 5, 18 – 20)
Hier stellt uns Paulus den Lobpreis – das gegenseitige Zusprechen von Gottes Wort durch Lieder und gesungene Psalmen – als etwas vor, was dazu führen soll, dass wir voll vom Heiligen Geist werden. Hier ist jetzt kein Platz für eine nähere Ausführung einer „Theologie des Lobpreises“, auch wenn ich das gerne írgendwann mal in Angriff nehmen möchte. Aber es wird klar, dass Lobpreis etwas ist, bei dem alle mitmachen sollen (können). Natürlich auf freiwilliger Basis. Aber es soll zumindest niemand davon ausgeschlossen werden.
Natürlich: Wir schließen nie jemanden bewusst davon aus, das ist klar. Jeder darf mitmachen. Und doch werden manche Leute unbewusst ausgeschlossen, und zwar leider ziemlich schnell und häufig. Da mich das Thema schon seit Längerem beschäftigt, war ich natürlich sehr interessiert, als mir auf Facebook gleich von mehreren Freunden der folgende Artikel  von Thom Schultz empfohlen wurde: http://holysoup.com/2014/05/21/why-they-dont-sing-on-sunday-anymore
Thom Schultz beschreibt in diesem Artikel seine Probleme, die er mit der heutigen Lobpreiskultur hat. Ich kann diese vier Gründe vollkommen unterschreiben – auch wenn ich denke, dass sie mehr an der Oberfläche kratzen. Deshalb werde ich noch in weiteren Posts etwas tiefer graben. Aber für den Anfang wäre schon viel erreicht, wenn man sich mit diesen vier Punkten auseinandersetzt und daran etwas ändert. Hier also Thoms vier Punkte in meinen Worten (es ist keine wörtliche Übersetzung des Textes) zum Teil mit meinen persönlichen Anmerkungen dazu:
1. Alles Show oder was?
Thom bemängelt, dass der Lobpreis in vielen Gemeinden schon als Show aufgebaut ist – wie ein Konzert. Das Lobpreis-Team macht eine Show, der Rest besteht aus erwartungsvollen Zuschauern, die sich auf das freuen, was ihnen geboten wird. Die Band wird im Rampenlicht gut inszeniert, der Rest sitzt im Dunkeln.
2. Die Professionalität
In etwas gut zu sein ist nichts Verwerfliches. Im Gegenteil – es ehrt Gott. Aber gerade beim Lobpreis – zumindest wenn man sich wünscht, dass die Leute mitsingen – ist weniger oft mehr. Es geht darum, gut zu spielen, keine Fehler zu machen, aber nicht, sich und sein Können ins Zentrum zu rücken.
3. Der Lärm
Die Lautstärke wird oft so hochgedreht, dass die Leute ohne Mikrophon ihre eigene Stimme nicht mehr hören können. Das ist frustrierend. Weshalb also noch mitsingen? Hier kommt oft eine Frage der Technik ins Spiel. In großen Räumen ist es schwierig (und teuer), die Musik so zu verstärken, dass man sie zugleich überall hören kann, ohne dass es zu laut ist. Das ist auch wieder eine Frage an das Gemeinde-Budget und die Professionalität der Techniker. Dennoch sollte die Lautstärke immer so dosiert sein, dass man sich selbst noch singen hören kann.
4. Die Auswahl der Lieder
Viele Lieder sind schwierig zu singen. Andere Lieder sind unbekannt. Der Großteil der Lieder in einer Lobpreiszeit sollte bekannt sein. Wenn neue eingeführt werden, dann eher selten und nicht zu häufig hintereinander. Und unbedingt auch darauf achten, dass sie in einer singbaren Tonlage sind. Ich merke selbst, dass sich das Spektrum der Töne verringert, seit ich nicht mehr regelmäßig im Chor sondern nur noch in der Gemeinde singe. Lieder müssen von der Gemeinde gelernt werden. Und manchmal gibt es auch Lieder, die einfach inhaltlich derart flach und leer sind, dass man sie besser gar nicht erst ins Repertoire aufnimmt. Zum Thema Liedauswahl werde ich voraussichtlich mal noch einen extra Blogpost machen.
So weit die vier Punkte von Thom Schultz. Alle vier habe ich schon öfter als oft erlebt, und alle vier sollten möglichst eliminiert werden, um den Menschen die Freiheit zu lassen, mitzusingen. Ich habe lange darüber nachgedacht, woher die Sache mit der Lobpreis-Show kommt. Hier meine Theorie: Viele Menschen genießen es, auf christlichen Konferenzen und ähnlichen Events zu sein. Sie kommen von diesen Events zurück in eine „normale“ Gemeinde, in denen solche „Event-Kicks“ fehlen. Einige meiden deshalb die örtlichen Gemeinden, weil diese das nicht bieten können. Also „müssen“ nun die sonntäglichen Gottesdienste auch zu solchen „Events“ werden. Professionelle Musik, emotionaler Kick und mitreißende Botschaft. Außerdem lassen sich Menschen mit Musik im Hintergrund viel besser zu einer Entscheidung bewegen – weil sie psychisch manipuliert sind. Hier meine Anfrage: Brauchen wir das echte (und oft sehr stille) Wirken des Heiligen Geistes tatsächlich durch Manipulation ersetzen?
Auf Deine Nachfragen, Antworten und weiteren Gedanken freue ich mich!

Ein Wort an Laodizea

Ein Wort an Laodizea

Denn du sprichst: Ich bin reich und habe Überfluß, und mir mangelt es an nichts! — und du erkennst nicht, daß du elend und erbärmlich bist, arm, blind und entblößt. (Offenbarung 3, 17)

Wir leben in einer Zeit des zunehmenden Machbarkeitswahns in unseren Gemeinden. Wer einen Blick auf die Büchertische, die Predigtarchive und Zeitschriften wagt, wird feststellen, dass es an Programmen und Anleitungen zum „geistlichen Leben“ nur so wimmelt: „Sieben Schritte ins Leben“, „41 Methoden zum Bibellesen“ oder „Zwölf Schritte zu göttlicher Heilung“ ist nur eine kleine Auswahl an vorhandenem Material. Es wird alles „machbar“. Gemeinde wird „machbar“, Evangelisation wird „machbar“, Bekehrung wird „machbar“, geistliches Leben wird „machbar“. So denken wir wie Laodizea: „Ich bin reich und habe Überfluss, und mir mangelt es an nichts!“ Eigentlich absurd: Überall dort, wo Gott bislang am Wirken war, hat der Mensch mit seinen Methoden das Steuer übernommen. Wo Gott im Zentrum stand, ist nun der Mensch der Mittelpunkt aller Unternehmungen. Es ist nicht mehr Christus, der Seine Gemeinde baut, nein, dazu haben wir ja unsere Gemeindebauprogramme, die Demographie, die Soziologie und natürlich „relevante Predigten“.

Ich glaube, wir haben eine ganze Menge an fremdem Feuer in unsere Gemeinden hineingebracht: Das fremde Feuer der Psychologie in die Seelsorge, die damit humanistisch unterwandert wird. Das fremde Feuer der Soziologie in den Gemeindebau, der damit ebenfalls vom humanistischen Gedankengut beherrscht wird. Das fremde Feuer der Rhetorik in der Predigtlehre, die für die rechten Gefühle der Hörer sorgen will, um sie so vom Prediger zu überzeugen. Und natürlich muss die Predigt immer vom Menschen ausgehen und möglichst auf heikle Themen und biblische Worte verzichten. Laodizea wird vom Herrn Jesus als „lauwarm“ und „zum kotzen“ betitelt (Offenbarung 3, 15). Es hat üble Verbindungen mit der Welt eingegangen, ist halbherzig nur noch bei der Sache des Evangeliums und hinkt so auf beiden Seiten. Zur Zeit des Wirkens von Mose ist für fremdes Feuer auf dem Altar die Strafe sofort gefolgt. Auch in der Zeit der Apostel wurde die Strafe für die Lüge von Hananias und Saphira sofort vollstreckt. Zu anderen Zeiten, wie zum Beispiel in der von Eli, dauerte es Jahre oder Jahrzehnte. Warum? Wir lesen: Zu jener Zeit war das Wort des Herrn selten(1. Samuel 3, 1). Die Gegenwart Gottes ist dort, wo Sein Wort gelehrt, gehört und befolgt wird. Auch heute ist es so: Das Wort des Herrn ist selten, man muss danach suchen. Viel Menschenwort ist da und füllt die Kanzeln mehr und mehr. Doch wie lange wird der Herr noch Geduld haben?

In Laodizea ist viel Geschäftigkeit zu finden, man redet gerne von den sichtbaren Erfolgen, von den erfolgreichen Programmen und den genialen Aktivitäten, die alle im Namen Gottes geschehen sollen: „Ich bin reich und habe Überfluss, und mir mangelt es an nichts!“ Nichts? Wirklich nichts? Wer weiter liest, bemerkt, woran es mangelt. In Vers 20 spricht der Herr Jesus: „Siehe, Ich stehe vor der Tür und klopfe an!“ (Offenbarung 3, 20) Was???? Wir feiern doch unseren Herrn, wir singen doch Lieder, wir tun alles für den Herrn? Es ist alles vorhanden, es gibt einen Überfluss an allem, nur das Wichtigste fehlt. Die Hauptperson unserer Aktivitäten wird vor der Türe stehen gelassen. Die Geburtstagsparty steigt, doch das Geburtstagskind steht im Regen, muss anklopfen, und wird doch nicht gehört. Die Musik ist zu laut, die schönen Gefühle sind zu stark, die Ohren zu verstopft, um das Klopfen an der Türe wahrnehmen zu können.

Die Antwort des Herrn an Laodizea ist vernichtend: „Du erkennst nicht, dass du elend und erbärmlich bist, arm, blind und entblößt.“Es ist ein Mangel an Erkenntnis da, und Gottes Volk geht am Mangel an Erkenntnis zugrunde. Die Heiligkeit von Laodizea, die in der Bibel durch saubere, weiße Kleidung symbolisiert wird, ist wie des Kaisers neue Kleider: Er ist begeistert davon, aber in Wahrheit ist er nackt, frei von ihr. Die Menschen werden mit rosa Brillen von Ökumene, Allianz und anderen weltlichen Einheitsbreien blind gehalten und von der Erkenntnis der Wahrheit entfernt. „Oooh, das Wirken des Herrn ist da, wir haben wunderschöne Zusammenkünfte und gesegnete soziale Straßenaktionen gehabt! Ich bin reich und habe Überfluss, und mir mangelt an nichts!“ Bis das kleine Mädchen rufen muss: Der hat doch gar keine Kleider an! Der ist ganz nackt! Betretenes Schweigen. Wie lange noch wird die Menschheit blind gehalten? Wie lange noch von vorne bis hinten veräppelt? Wie lange noch wird der Herr Geduld haben mit Laodizea?

Alle, die ich liebhabe, die überführe und züchtige ich. So sei nun eifrig und tue Buße!“ (Offenbarung 3, 19) Dies ist der Ruf des Herrn an Laodizea. Buße tun? „Ist doch altmodisch“, spricht Laodizea. „Heute nennt man das Umdenken.“ Da muss man nichts Weiteres mehr tun, das kann man ganz und gar im Kopf. Echte Buße verlangt etwas mehr, nämlich das Aufhören und Aufgeben der Sünde. Umkehren und sich neu Gott zuwenden. Schuld zugeben und sich vergeben lassen. Vergebung annehmen und ein neues Leben beginnen. Das mag Laodizea nicht. Doch ewig wird das nicht so weitergehen können. Siehe, Laodizea, du hast dir deine Feinde ins Haus geholt, diejenigen, die dich verderben wollen. Du hast der Welt den kleinen Finger gegeben, nun hat sie den Rest an dir auch gleich gefordert. Bist du nun bereit, Laodizea, eifrig Buße zu tun? Dein Herr ist ein eifersüchtiger Gott! Vergiss das nicht!

Doch eine Lösung hält Er dir bereit: „Ich rate dir, von mir Gold zu kaufen, das im Feuer geläutert ist, damit du reich wirst, und weiße Kleider, damit du dich bekleidest und die Schande deiner Blöße nicht offenbar wird; und salbe deine Augen mit Augensalbe, damit du sehen kannst!“(Offenbarung 3, 18) Drei Dinge sind zu kaufen. Moooment mal… zu kaufen? War da nicht mal was von „wen da dürstet, der nehme umsonst“? Ja, wer will, der tue umsonst Buße. Aber sie ist nicht so einfach mit dem neumodischen „umdenken“ zu haben. Sie kostet nicht nur unsere falschen Gedanken, sie will uns ganz haben. Ganz und gar, durch und durch. Es gibt drei Dinge zu kaufen: Gold, Kleider und Augensalbe.

Das erste ist Gold, das im Feuer geläutert ist. Um Gold zu läutern, wird es über dem Feuer erhitzt, bis es geschmolzen ist. Das Gold selbst ist sehr schwer, sodass die Verunreinigungen alle obenauf schwimmen. Dann werden sie sichtbar und können abgeschöpft werden. Läuterung an uns geschieht immer durch schwierige Situationen, durch Druck, dem wir ausgesetzt sind. Dann wird all das, was uns verunreinigt, sichtbar. Wir können darauf auf zwei Arten reagieren: Entweder wir versuchen, es zu verstecken, überspielen oder verharmlosen es. Dann drücken wir diese Dinge, die uns unrein machen, so lange ins Gold hinein, bis es abkühlt und hart wird. Dann verschwindet es eine Weile aus unserem Blickfeld, aber es verhärtet uns und macht uns Gott gegenüber halsstarrig. Oder wir gehen mit diesen Verunreinigungen zum Herrn ins Gebet, bitten um Vergebung, geben es zu, und lassen uns vom Herrn rein machen. Bedingung dazu ist, dass wir tatsächlich bereit sind, darauf zu verzichten, weil wir vor dem Herrn geläutertes, reines Gold sein wollen.

Das zweite sind weiße Kleider, um uns damit zu bekleiden. Es sind die Hochzeitskleider, um als Braut den Herrn Jesus ehelichen zu dürfen. Es gibt keine größere Ehre als das. Doch alles, was wir selbst haben, unsere ganze menschliche Gerechtigkeit, sind dreckige Lumpen, mit denen wir uns niemals an Gottes Königshof zeigen lassen dürfen. Paulus schrieb dazu, dass er alles, was er zu seiner menschlichen Gerechtigkeit hätte zählen können, für Kot hielt (Philipper 3, 8). Er sagt damit aus: Wenn ich versuchen wollte, mit meinen Methoden, meiner Erkenntnis und meiner Gerechtigkeit zum Hochzeitsfest des Lammes zu gelangen, dann wäre ich wie einer, der versucht, seinen nackten Körper mit Kot zu beschmieren und das als Hochzeitskleid auszugeben. Da ist es kein Wunder, nennt der Herr Laodizea „elend und erbärmlich“ nennt. Wir brauchen das richtige Hochzeitskleid, das ist die Gerechtigkeit, die der Herr Jesus am Kreuz für uns erworben hat. Und die bekommt man nicht durch irgend einen Verdienst, sondern durch Gnade allein. Das benötigt die totale Selbstverleugung, weil wir Menschen uns das nicht gerne schenken lassen.

Das dritte ist die Augensalbe, um wieder sehend zu werden. Die Stadt Laodizea war bekannt für die gute Augensalbe, die dort hergestellt wurde. Die Augensalbe steht für den Heiligen Geist, dessen Aufgabe es ist, unsere Augen zu öffnen und uns Erkenntnis zu schenken. Hier müssen wir aber ganz gut aufpassen. Wir dürfen den Heiligen Geist nicht mit einem guten Gefühl verwechseln, das sich dann einstellt, wenn wir ein paar schöne Lieder singen. Als Jesus die Abschiedsrede hielt, sprach Er vom Kommen des Geistes, und woran man Ihn erkennen wird: „Und wenn jener kommt, wird er die Welt überführen von Sünde und von Gerechtigkeit und vom Gericht; von Sünde, weil sie nicht an mich glauben; von Gerechtigkeit aber, weil ich zu meinem Vater gehe und ihr mich nicht mehr seht; vom Gericht, weil der Fürst dieser Welt gerichtet ist.“ (Johannes 16, 8 – 11) Daran erkennt man das Wirken von Gottes Geist: Überführung von Sünde, Gerechtigkeit und Gericht! Nicht an den schönen Gefühlen, nicht am guten Beisammensein, auch nicht an der Lautstärke einer Botschaft, sondern lediglich am Überführtsein von der Sünde. Das ist so ganz anders als all das, was wir hierüber zu denken gewohnt sind. Aber Gott sucht nach denen, die Buße tun. Nach denen, die in Hingabe leben wollen und kompromisslos ihr altes Leben, ihr altes Ich, ihren Egoismus und die Suche nach den guten und schönen Gefühlen verleugnen und statt dessen Ihm dienen wollen.

Sei gesegnet mit dieser Erkenntnis!
(Bildquelle: Fotolia.com)

Der Bruch im seelsorgerlichen Gespräch

Eduard Thurneysen schreibt:

“Weil das Seelsorgegespräch das ganze Feld des menschlichen Lebens mit allen darin wirksamen psychologischen, weltanschaulichen, soziologischen und moralischen Deutungen und Beurteilungen dem Urteile Gottes unterstellt, darum geht durch das ganze Gespräch eine Bruchlinie, die anzeigt, daß das menschliche Urteilen und Bewerten und das ihm entsprechende Verhalten hier zwar nicht außer Kraft gesetzt, aber daß es in seiner Vorläufigkeit erkannt ist. Da der Mensch sich diese Relativierung und damit gegebene Beschränkung seines natürlichen Urteils nicht gefallen läßt, sondern sich dagegen zur Wehr setzt, wird das Seelsorgegespräch zum Kampfgespräch, in welchem um die Durchsetzung des Urteils Gottes zum Heil des Menschen gerungen wird.”

(Thurneysen, Eduard, Die Lehre von der Seelsorge, Chr. Kaiser Verlag München, 1948, S. 114)

Thurneysen hält hier etwas ganz Wichtiges fest, was wir nie vergessen dürfen: Der Mensch lebt unter der Sünde und sie gefällt ihm! Deshalb können sehr viele menschliche Probleme erst dadurch gelöst werden, dass sie im Lichte von Gottes Wort beleuchtet werden und dort aufgedeckt werden. Die Sünde wird heute sehr gerne verharmlost – in Wirklichkeit ist sie es aber, die erst Krankheit, Tod und Probleme gebracht hat. Erst durch das Aufdecken, Erkennen, Zugeben, Bereuen, Hassen und Lassen der Sünde können viele der täglichen Probleme gelöst werden. Sünde muss nicht nur aus dem Leben verbannt werden, sondern durch das Richtige – das Gott-Gemäße – ersetzt werden.

Selig sind die Sanftmütigen

 Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Land ererben! (Matthäus 5, 5)
Einmal mehr ein Charakterzug, den sich jede und jeder Gläubige aneignen sollte und eine Verheißung, die darüber steht. Die Verheißung ist klar, es handelt sich dabei um das Land des ewigen Lebens, um das Reich Gottes. Doch hat diese Verheißung nicht nur eine sogenannt “eschatologische” (auf die ewige Zukunft bezogene) Bedeutung, sondern auch eine ganz praktische im Hier und Jetzt. Das Land, welches Israel im Lande Kanaan bzw. im Lande Israel bekommen hat, ist ein Schattenbild für unsere heutige Gemeinde. Da wird das Reich Gottes gebaut und breitet sich aus. Wir sehen in den bisherigen Versen der Seligpreisungen, dass es immer um eine einzelne Verheißung geht, nämlich den Platz in der Gemeinde:

Vers 3: Ihrer ist das Reich der Himmel = Gemeinde, in welcher zugleich auch die zukünftige Ewigkeit beginnt
Vers 4: Der Trost des Heiligen Geistes, welcher die Gemeinde zu einem Leib zusammenformt und -hält
Vers 5: Sie werden das Land ererben = ebenfalls die Gemeinde und die zukünftige Ewigkeit

Die Gemeinde ist die örtliche Gemeinschaft derer, die an den Herrn Jesus gläubig geworden sind. Jeder Gläubige hat seinen Platz in der Gemeinde und gehört dieser Gemeinde, weil er ein Glied (ein Körperteil) des Leibes Jesu ist, genau so, wie auch meine Füße mir gehören. Sie sind ein Teil von mir, und was ich ihnen befehle, das müssen sie tun. Die Willens-Schaltzentrale der Gemeinde ist immer der Herr Jesus selbst, Er ist das Haupt, der Kopf, und hat damit das Sagen. Auch wenn es keine Gemeinde gibt, welche 100% immer dem Herrn gehorsam ist, so ist es doch notwendig und der Wille Gottes, dass wir einer Ortsgemeinde angeschlossen sind und ihr treu dienen. Eine Gemeinde kann nie besser sein als ihre Gemeindeglieder, deshalb ist es nötig, dass jede und jeder am eigenen Platz das Beste gibt.

In der Gemeinde können wir auch diese Sanftmut lernen, die der Herr von uns möchte. Was bedeutet denn “Sanftmut” eigentlich? Das griechische Wort “praus” wurde ursprünglich gebraucht, um einen guten, treuen und nicht aufsäßigen Knecht (Diener, also Hausangestellten) zu beschreiben. Sanftmut ist somit das Gegenteil von Aufsäßigkeit, Kritiksucht, Murren, etc. und läuft darauf hinaus, dass man seine Aufgaben auch dann, wenn sie einem nicht schmecken, treu und gewissenhaft erledigt ohne zu murren. Auch Demut und Unterwürfigkeit ist ein Stück weit in diesem Begriff enthalten.

Wenn Jesus nun von dieser Sanftmut spricht, meint Er damit, dass wir zunächst unserem Herrn und Retter mit solcher Sanftmut dienen sollen. Wir sollen nicht aufbegehren, wenn wir Dinge tun müssen, von denen wir denken, sie seien unter unserer Würde. Sanftmut ist aber auch in der Gemeinde angesagt, gerade der Leitung der Gemeinde gegenüber. Wir müssen nicht immer der selben Meinung sein, aber ihre Stellung ist zumindest vergleichbar mit derjenigen unseres Arbeitgebers. Diesem müssen wir auch in angemessener Haltung begegnen, um ihn nicht zu erzürnen. Wir haben uns in der Gemeinde aber oft angewöhnt, der dortigen Obrigkeit gegenüber schamlos frech und kritisch gegenüber zu treten. Sie sind unsere Obrigkeit im geistlichen Reich Gottes. So wie es Richter, Priester, Könige, Leiter gab in Israel, so sind unsere Gemeindeleiter von Gott als geistliche Obrigkeit im Reich Gottes eingesetzt. Nicht unfehlbar, aber Respekt verdienend. Auch in der Welt steht es uns gut an, die sanftmütige Herzenshaltung anzutrainieren. Gerade bei der Arbeit und in der Verwandtschaft, wo es so oft zu Streit kommt.

… und trotzdem liebe ich die Gemeinde!

Sie wird vielerorts verschmäht, verlacht, als veraltet betitelt. Unbrauchbar. Überholt. Eine unnötige Institution / Organisation. Ich rede von der Ortsgemeinde. Nun muss ich etwas gestehen. Ich liebe sie trotzdem. Auch wenn sie nicht einfach ist. Und Du tust gut daran, sie auch zu lieben. Aus folgenden Gründen:
-Der Herr Jesus liebt sie und hat sie zu Seiner Braut bestimmt.
-Sie ist der Tempel des Heiligen Gottes und damit für die Begegnung mit Ihm da.
-Sie ist die einzige beständige Hoffnung in dieser finsteren, verzweifelten Welt.
-Sie hat den Auftrag, die Gute Nachricht zu verkünden
-Sie hat mit der Predigt als Einzigste die Vollmacht bekommen, Glauben zu wirken.
-Sie ist in ihrer Unvollkommenheit dazu da, unvollkommene Menschen zu verändern.
-Sie ist zur Ausrüstung der Gläubigen da, um sie zuzurüsten zu jedem guten Werk.
-Sie ist für schwache, hilflose, unvollkommene Menschen wie mich da.
-Sie ist der Ort, wo der Mensch Frieden mit Gott, mit sich selbst und mit seinen Mitmenschen bekommen kann.
-Sie ist wunderschön, die Braut des auferstandenen Herrn. Und je länger, desto mehr erkenne ich von ihrer Schönheit.
Das sind meine zehn Gründe für die Ortsgemeinde. Und was sind Deine?

Ökumene oder Einheit des Geistes?

Unter dem Schlagwort „Lehre trennt, Liebe eint“ wird heutzutage sehr oft eine unbiblische, geistlose Ökumene propagiert. Das eigentliche Problem ist dabei jedoch nicht, dass Gemeinden und Kirchen der verschiedenen Denominationen zusammenarbeiten. Das Problem liegt ganz woanders: Diese Lehre von der Ökumene erwartet in dieser Zusammenarbeit das Heil für die ganze Christenheit. Es ist eine moderne Art von Messias-Erwartung, einzig mit dem Unterschied, dass das moderne Heil nicht von Jesus Christus ausgeht, sondern von den Menschen. Sehr oft wird das auch mit dem Gebet um das Kommen des Reiches Gottes „wie im Himmel so auf Erden“ begründet. Man will das Gottesreich auf pastorale, psychologische und marktwirtschaftliche Weise herbeiholen. Nun könnte man natürlich auch fragen, weshalb dies denn falsch sei. Die Antwort darauf ist recht einfach, Jesus gab sie in Joh. 18, 36: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt.“ Das heißt: Es kann nicht mit den weltlichen Methoden hergestellt werden. Es gibt viele Werkzeuge, die uns dabei unterstützen können, weltliche Werkzeuge. Aber das Reich Gottes wird nur auf übernatürliche Weise gebaut. Jedes Werkzeug sollte auch gut durchdacht werden, bevor man es einsetzt. Hier gilt: Vieles kann gut sein, aber nicht in jedem Fall. Ein Beispiel: Wenn der größte Teil der Gemeinde am Liederbuch hängt, macht es relativ wenig Sinn, auf den Beamer umzusteigen. Sowohl das Liederbuch, als auch der Beamer sind beides weltliche Hilfsmittel, Werkzeuge, die gute Dienste leisten können. Je nachdem, wann und wie sie eingesetzt werden. Doch all diese Tools müssen gezielt überlegt genutzt werden, und: Sie haben direkt nichts mit dem Ausbreiten des Reiches Gottes zu tun.

1. Gottes Reich wird ausgebreitet durch das Evangelium

Das scheint mir der erste und wichtigste Punkt zu sein. Wir müssen bedenken: Das Evangelium ist Lehre, es ist da, um gehört zu werden, so wie Paulus im Römerbrief 10, 17 schreibt: „Der Glaube kommt aus dem Hören (der Verkündigung), das Hören der Verkündigung aber aus dem Wort Christi.“ Ohne das verkündigte Evangelium gibt es keinen Glauben. Zumindest hat Gott auf keine andere Art und Weise versprochen, auch nur irgend eine Form des echten Glaubens zu schaffen, als eben durch die Verkündigung Seines Wortes. Dass es auch andere Einzelfälle gibt, ist korrekt, aber wer immer hier auf Erden aktiv Gottes Reich bauen möchte, muss dies durch die Verkündigung des Evangeliums tun. Und weil das Evangelium die Liebe unseres Gottes bezeugt, der wegen unserer Sünde gelitten hat, gekreuzigt wurde und für unser Leben mit Ihm auferstand, darf diese einzig seligmachende Lehre weder verwässert noch aufgegeben werden. Es ist uns verboten, irgend einen anderen Mittelpunkt zu wählen als den, welchen Gott uns gesetzt hat. Wir dürfen weder den Menschen mit seinen Problemen, noch die Ungerechtigkeit dieser Welt, noch die Ökumene oder irgend etwas Anderes an diese Stelle setzen. Gott hat uns das Evangelium gegeben, um das Reich Gottes auszubreiten. Alles andere widerspricht dem Auftrag an uns.

2. Gottes Reich wird ausgebreitet durch die Gemeinden

Die Ortsgemeinde ist der Platz, an dem das Evangelium gepredigt werden soll. Dadurch werden Menschen in den Glauben gerufen, im Glauben gestärkt und dazu ausgerüstet, selbst auch zum Botschafter dieses wunderbaren Evangeliums zu werden. Dies geschieht durch Wort und Tat am Arbeitsplatz, in der Familie, in der Nachbarschaft, beim Einkaufen, überall sind Menschen, denen man das Evangelium vorleben und sie in die Gemeinde einladen kann. Es ist auch gut, dass es verschiedene Gemeinden und Denominationen gibt. So fühlen sich nicht alle in derselben Gemeindeform wohl. Das ist auch nicht schlimm. Es kann uns zwar zu denken geben über unseren Gemeindestil, aber solange jemand überhaupt in eine Gemeinde geht, in welcher das Evangelium gepredigt und gelebt wird, ist das gut. Hier sieht man einmal mehr, dass Lehre eben nicht trennt, sondern eint. Somit ist das Schlagwort völlig deplatziert, wenn es um die Einheit der Gläubigen geht. Die gemeinsame Lehre eint die Gemeinden automatisch, egal welchen Denominationen sie angehören. Der Apostel Paulus schreibt schon bezüglich der Einheit des Geistes in Epheser 4, 4 – 6: „ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen seid zu einer Hoffnung eurer Berufung; ein Herr, ein Glaube, eine Taufe; ein Gott und Vater aller, der da ist über allen und durch alle und in allen.“ Damit nennt er alle Elemente, welche die Gemeinden zu einer Einheit machen: Es ist ein weltweiter Leib, die unsichtbare Gemeinde aller wahrhaft Gläubigen, und ein und derselbe Heilige Geist, der alle Gläubigen verbindet. Eine Hoffnung, die wir alle gemeinsam haben, nämlich die Hoffnung auf das ewige Leben mit Gott in Gemeinschaft aller Gläubigen aller Zeiten. Alle haben wir einen Herrn, den Herrn Jesus, dem wir alle gemeinsam unterstellt sind. Es gibt nur eine Taufe, nämlich die Taufe zur Buße auf den Glauben, dieser werden alle Gläubigen teilhaftig. Und wir alle glauben an den einen Gott und Vater aller Gläubigen.

Es ist nun klar, dass damit auch eine gewisse Trennung vorhanden ist. Moslems können nicht von Allah als ihrem Vater sprechen. Wer nicht den Glauben an den Herrn Jesus teilt, schließt sich automatisch selbst von dieser Gemeinschaft aus. Insofern trennt die Lehre schon, denn sie ruft nicht „Friede, Friede“, wo kein Friede ist (Hes. 13, 10 u. a.). Es ist auch wichtig, niemandem etwas Falsches vorzumachen, indem man dort einen Frieden predigt, wo gar keiner ist. Denn damit macht man sich am Anderen schuldig, statt ihm die Chance zu echter Umkehr und wahrem Leben aus dem Herrn Jesus zu geben.

3. Unsere Gemeinden brauchen Lehre – dringender denn je zuvor

Nachdem man die Lehre längere Zeit vernachlässigt hat, sind Generationen von Menschen herangewachsen, die keine Ahnung mehr haben, was sie glauben (sollen) und was nicht. Die Menschen sehnen sich nach dem stärkenden frischen „Gras“ der Weide und lechzen nach allem, was diesen Anschein macht. Viele Bücher mit schwerwiegenden Irrlehren, die das Evangelium untergraben versuchen, werden gerade deshalb bereit und willig aufgenommen, weil sie so viel mehr nach Lehre und Sicherheit klingen, als all das, was ihnen Woche für Woche von den Kanzeln entgegen schallt. Sollte uns das nicht zu denken geben? Ich meine, ja, das sollte es. Dies sagt uns nämlich einiges über unsere eigene Gemeindelehre aus. Wer gesättigt ist, braucht nicht Ausschau halten nach fremden Wiesen und fremden Hirten. Ganz besonders sollte auch der biblische Unterricht und die Kinderlehre, Sonntagsschule, etc. überdacht werden. In der Zeit von ca. 6 – 12 Jahren wird ein Kind am stärksten geprägt. Gewohnheiten, die es sich in jener Zeit antrainiert, sind nur sehr schwer später wieder loszubekommen. Deshalb sollten Sonntagsschullehrer, Religionslehrer an der Grundschule, aber auch Eltern ganz besonders unterstützt und in ihrem Glauben gestärkt werden. Und sie alle sollten ein Auge für die biblische Lehre erhalten und lernen, wie sie auf kindgerechte Art und Weise den Kindern die wichtigen Lehren der Schrift beibringen können.

Drei Schutzmauern zum Allerheiligsten

Ich möchte heute etwas schreiben, was mir seit Längerem auf dem Herzen liegt. Es geht um unseren christlichen Glauben und die Gemeinde. Die Gemeinde ist der Tempel Gottes, der aus uns einzelnen Gläubigen als lebendigen Steinen besteht. Deshalb wollen wir zunächst den ursprünglichen Tempel, die Stiftshütte in der Wüste, betrachten. Diese bestand aus drei Teilen. Außen der eingegrenzte Vorhof, in welchem der Brandopferaltar und das Waschbecken stand. Nachdem man an diesen zwei Geräten vorbei war, kam man zum äußeren Zelt. In diesem befand sich auf der linken Seite der siebenarmige Leuchter, auf der rechten Seite der Tisch mit den Schaubroten und vor dem inneren Zelt, dem Allerheiligsten, der Rauchopferaltar. Im Allerheiligsten drin befand sich die Bundeslade mit dem Sühnedeckel und zwei goldenen Cherubim, die darüber thronten.

Diese Bestandteile beschreiben den Weg des Glaubens, den Weg zum Vaterherzen Gottes und den Weg der Gemeinde zum Allerheiligsten. Der Vorhof konnte von allen Israeliten besucht werden. Auf dem Brandopferaltar wurden die Tiere für das Sündopfer geopfert. Wenn jemand gesündigt hat, brachte er ein Opfertier zum Tempel. Dort bekannte er dem Priester seine Sünde, legte dem Tier die Hand auf den Kopf und schlachtete es, indem er dem Opfertier die Halsschlagader aufschnitt. Mit dem Auflegen der Hand übertrug er seine Sünde auf das Tier und bekannte mit dem Schächten, dass er eigentlich verdient hätte, zu sterben. Dies diente auch dazu, dass man sich in Zukunft mehr Gedanken machte, was Sünde bedeutet. Der Lohn der Sünde ist der Tod, schrieb Paulus (Römer 6, 23). Jeder Israelit wusste dies, denn seine Sünden kosteten zahlreichen Tieren das Leben. Als eigentliches Opferlamm kam Jesus Christus und starb an unserer Stelle (Hebräer 9, 14). Seither ist es nicht mehr notwendig, für seine Sünden Tiere zu schlachten. Ein für alle Male ist der Herr Jesus gestorben und auferstanden und hat damit unser aller Sünde bezahlt (Hebräer 7, 27).

Das zweite Gerät im Vorhof ist das kupferne Waschbecken. Dort drin mussten die Priester sich jeden Tag, bevor sie ihren Dienst antraten, ihre Hände und Füße waschen. Das Waschbecken war außen ganz kupfern, das heißt, es bestand aus dem Metall, welches damals für Spiegel genutzt wurden. Wer sich also in dem Waschbecken wusch, musste sich die ganze Zeit selbst ansehen, und damit auch seine mangelnde Perfektion erkennen. Jesus griff das Motiv des Vorhofs bei der letzten Zusammenkunft vor der Kreuzigung im Obergemach auf und sagte seinen Jüngern, dass jeder, der einmal ganz gereinigt ist (der sich bekehrt hat) nur noch nötig hat, seine Füße gewaschen zu bekommen (Johannes 13, 10). Die Fußwaschung ist die sich immer wieder erneut wiederholende Bitte: Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldnern (Matthäus 6, 12). Sich gegenseitig die Füße zu waschen bezieht sich somit auch auf die gegenseitige Vergebung.

So ist der Vorhof also das in unserem Leben, was nach außen hin sichtbar ist. Es ist die erstmalige Bekehrung und Abkehr von der Sünde, sowie das tägliche Leben in der Heiligung. Die erste Mauer der Gemeinde ist also das Leben der Gemeindeglieder. Dieser Schutz wird durch die Bereitschaft zur Gemeindezucht aufrechterhalten. Eine Gemeinde, die nicht mehr bereit ist, Gemeindezucht zu üben, hat der Welt und der Sünde ein erstes Tor offengelassen. Das Aufgeben der Gemeindezucht ist ein erster sichtbarer Schritt in die Welt hinein.

Im äußeren Zelt, dem Heiligtum, befinden sich wie bereits festgehalten drei Geräte: Die Menorah, das ist der siebenarmige Leuchter, steht für den Heiligen Geist, welcher der Autor der Bibel ist. Er hat die Schreiber der biblischen Bücher inspiriert und ihnen die richtige Erleuchtung gegeben, um das aufzuschreiben, was Gott allen Generationen und Völkern aller Zeiten sagen möchte, ist aber zugleich auch derjenige, der beim Lesen und Hören das richtige Verständnis des geschriebenen Wortes gibt. Die sieben Leuchter stehen für die Göttlichkeit des Heiligen Geistes und das Öl in ihnen für die geistliche Salbung (1. Johannes 2, 20; 27). Diese ist notwendig, damit wir die Bibel überhaupt verstehen können.

Als Zweites befindet sich da auch der Tisch mit den Schaubroten. Dies sind Brote, die regelmäßig nach genauen Vorgaben neu gebacken und nach ebenso genauen Vorgaben auf diesem Tisch ausgerichtet werden mussten. Jesus sagt von sich selbst: „ICH bin das Brot des Lebens“ (Johannes 6, 48) und: „Niemand lebt vom Brot allein, sondern von einem jeglichen Wort aus dem Munde Gottes“ (Matthäus 4, 4). Jesus ist das fleischgewordene Wort Gottes, man könnte auch sagen das Wort Gottes (die Bibel) in einem menschlichen Körper (Johannes 1, 14).

Das dritte Gerät im Heiligen ist der Räucheraltar. Auf diesem wurden Tag für Tag Rauchopfer dargebracht. Wie wir aus Offenbarung 5, 8 erfahren, ist dieses Rauchopfer ein Sinnbild für unser Gebet. Wenn wir beten, steigen unsere Gebete wie Rauch zu Gott auf und werden von einem Engel in einer Schale überbracht. Auch hier hilft uns der Heilige Geist, denn wir wissen nicht, was wir beten sollen. Er schenkt uns Erkenntnis darüber wenn wir in Gottes Wort lesen, dessen Urheber der Heilige Geist ist.

Die mittlere Schutzmauer ist somit das Zwiegespräch mit Gott, das in erster Linie durch das Lesen der Bibel und das Gebet geschieht. Satan versucht beständig, diese Schutzmauer einzureißen, indem er uns vom Gebet abhält und die Unfehlbarkeit und Allgenügsamkeit der Bibel in Frage stellt. Es stimmt, dass Gott auf unzählige Arten zu uns sprechen kann, doch haben wir alles, was wir brauchen in der Bibel. In ihr finden wir die Antworten auf unsere Fragen. Wir dürfen uns freuen, wenn Gott auch auf andere Arten zu uns spricht, doch dies ist weder heilsnotwendig noch sollen wir es bewusst suchen. Wenn wir auf das Lesen der Bibel verzichten und stattdessen von Gott erwarten, auf andere Weise eine Antwort zu bekommen, ist das Hochmut. Und bekanntlich widersteht Gott den Hochmütigen. Ebenso ist jegliches bewusste Ablehnen von Teilen der Bibel ebendieser Hochmut und führt ins Verderben. Wo die Bibel als ewiger, letztgültiger und in jeder Situation aktueller Maßstab abgelehnt wird, gibt es kein Fundament mehr, das halten kann. Deshalb ist es ja gerade auch diese Schutzmauer, auf die Satan beständig einstürmt.

Im Allerheiligsten, im innersten Raum, da stand die Bundeslade. Dies war eine Art von Truhe, in welcher sich die zwei Tafeln mit den Zehn Worten (Geboten) befanden. Dies war das Gesetz, gegen welches niemand verstoßen durfte und welches das Leben der Israeliten sowohl mit Gott als auch untereinander regelte. Oben auf der Bundeslade war der Sühnedeckel, ein mit Gold überzogener Deckel, auf dem zwei goldene Cherubim waren. In die Mitte zwischen die beiden Cherubim war die Schechina-Herrlichkeit, das ist die Gegenwart Gottes. Dort hin musste jedes Jahr am Jom Kippur (Versöhnungstag) das Blut eines Bockes gespritzt werden. Das Blut deckte die Sünden (gegen das darunter liegende Gesetz) des Volkes zu. Dieses Bedecken ist die Versöhnung, auch Gnade genannt. Die Gnade ist die Kraft des Heiligen Geistes, die uns zur Bekehrung bringt und uns hilft, ein Gott gefälliges Leben zu führen. Wo die Versöhnung geleugnet wird, hat Satan den Tempel ganz eingenommen. Leider ist dies in zunehmend mehr Gemeinden der Fall. Wo die äußerste Schutzmauer einmal gefallen ist, wird es nicht allzu lange dauern, bis die nächste dran kommt. Und auch nach der Zweiten bis zur Dritten ist nur ein kleiner Schritt.

Deshalb lasst uns selbst prüfen, welche unserer Mauern noch intakt sind. Lasst uns kämpfen und nicht aufgeben dabei. In einer Zeit, in welcher zunehmend auch bibeltreue Gemeinden fallende Mauern sehen, ist das nicht einfach. Wir brauchen eine geistliche Erneuerung, gerade besonders auch an den Ausbildungsstätten, den Universitäten, wo Menschen für den Dienst in Gottes Tempel zugerüstet werden. Lasst uns nicht müde werden, die Zentralität des Sühnewerks auf Golgatha, der Unfehlbarkeit und Allgenügsamkeit des Wortes Gottes und des Lebens im Gehorsam nach Gottes Willen festzuhalten. Und lasst uns beten, dass eine Erweckung kommt, eine Erweckung an geistlichen Leitern, die bereit sind, sich ganz und gar dem Wort Gottes zu unterstellen. Mit dem Herrn Jesus auf dem Banner und dem Wort Gottes als zweischneidiges Schwert ist uns der Sieg gewiss.

Fromm-fröhliches Solochristentum

Lasset uns festhalten am Bekenntnis der Hoffnung, ohne zu wanken (denn er ist treu, der die Verheißung gegeben hat); und lasset uns aufeinander achten, uns gegenseitig anzuspornen zur Liebe und zu guten Werken, indem wir unsere eigene Versammlung nicht verlassen, wie etliche zu tun pflegen, sondern einander ermahnen, und das um so viel mehr, als ihr den Tag herannahen seht! (Hebräer 10, 23 – 25)

Wir leben in einer Zeit, in welcher man meinen könnte, die Gemeinde sei eine überholte Institution für Ewiggestrige. Der heutige Christ kann sich seine Predigten im Internet anhören, kann ganze Gottesdienste im Fernsehen verfolgen oder im Radio anhören. Je mehr diese Tendenz zunimmt, desto mehr fragt sich der einzelne Mensch aber auch: Was kann Gott für MICH tun? Ich, Mich, Mir und Mein bestimmen unser Denken. Dabei vergessen wir viel zu schnell, dass in all den Bildern, die Jesus und die Apostel vom Christsein gebrauchen, gar nicht so sehr auf den Einzelnen bezogen sind. Nehmen wir zum Beispiel das Gleichnis Jesu vom Guten Hirten, der das hundertste Schäflein suchen geht. Da ist es normal, dass die Herde beisammen bleibt. Das einsame, fromm-fröhliche Soloschäflein ist hier ungehorsam und muss wieder zur ganzen Herde gebracht werden. Im Epheserbrief gebraucht Paulus das Bild einer geistlichen Armee, die gegen die Mächte des Bösen kämpft. Sie ist für den Kampf als gesamte Armee ausgerüstet und nicht für den Nahkampf einzelner Soldaten. Wer so ausgerüstet ist, wie Paulus dies im Epheser 6 beschreibt, wird allein keine große Chance haben, einen Kampf zu überstehen. Gott hat sich nie gedacht, dass das Solochristentum eine legitime Form des Glaubens sein kann. Ein einzelner Stein, so schön er auch zugehauen ist, und so passgenau er auch ist, er macht kein geistliches Haus aus, wie Petrus dies im zweiten Kapitel seines ersten Briefes beschreibt.

Nein, Gott hat klar festgelegt, dass jeder Gläubige eine Heimat, ein Zuhause, eine Gemeinde braucht. Wer dies nicht einsehen will, beweist damit nur, dass er Gottes Plan noch nicht verstanden hat. Die Gemeinde hat eine ganz zentrale Funktion im Plan Gottes, und deshalb haben wir alle auch die Verantwortung, ein Vorbild in Bezug auf unsere Treue zu unserer Ortsgemeinde zu sein und andere damit anzureizen und zu ermahnen, ihre Gemeinde nicht zu verlassen. Ich möchte hier in aller Kürze versuchen zu umreißen, weshalb wir alle ein geistliches Zuhause brauchen, eine Ortsgemeinde, der wir uns verbindlich anschließen:

1. Die Gemeinde ist Gottes Rettungsanstalt für die Welt. Gott hat das aktive Hören der Predigt in der Gemeinde als Mittel zur Rettung eingesetzt (Römer 10, 17). Dies ist die einzige von Gott offiziell verordnete Möglichkeit, um gerettet zu werden. Die Predigt ist nur vor Ort in der Gemeinde dynamisch und kräftig und dazu geschaffen, um verlorene Sünder zu Heiligen im Herrn zu machen. Wo eine Gemeinde vorhanden ist, und diese Möglichkeit (aus welchen Gründen auch immer) nicht genutzt wird, ist absolut keine Entschuldigung für den fehlenden Glauben zu finden. Auch wenn uns, die wir vielleicht bereits zum Glauben gekommen sind, der Glaube in einer bestimmten Situation fehlt oder abhanden gekommen ist, so ist die Predigt in der Ortsgemeinde der von Gott dafür verordnete Ort.

2. Die Gemeinde ist von Gott dafür eingesetzt, damit wir in der Liebe und in der Mündigkeit wachsen. Gottes Absicht mit der Gemeinde ist es, dass dort viele verschiedene gerechtfertigte Sünder aufeinander treffen und aneinander Liebe lernen. Dies ist sehr oft mit schweren Enttäuschungen verbunden, weil wir vielleicht Dinge erleben müssen, von denen wir denken, dass wir von Gläubigen etwas Besseres erwarten dürften. Solche zu hohen Erwartungen, gepaart mit schweren Verletzungen, helfen uns, Menschen besser kennen und einschätzen zu lernen. Außerdem ist die Gemeinde auch der Ort, an welchem wir in unserer Mündigkeit wachsen dürfen. Mündigkeit bedeutet, dass wir lernen, alle Dinge aus der Sicht Gottes zu sehen und zu beurteilen.

3. Die Gemeinde ist der Ort, an welchem wir unsere Gaben und Talente einsetzen dürfen. Jede und jeder von uns hat bestimmte Gaben und Talente von Gott bekommen. Dies sind Aufgaben, die wir gut und gerne machen. Sie alle gehören zuerst der Gemeinde, sobald wir dem Herrn Jesus gehören. Die Gemeinde ist der Leib Christi, also der Körper des Herrn Jesus Christus. Und wenn wir Ihm dienen wollen, so tun wir dies in der Gemeinde. Dort sind wir Hände und Füße des Herrn Jesus, mit denen wir gemeinsam die Welt als Salz und Licht verändern. Ein Lichtfünklein und ein Salzkörnchen bleibt unbemerkt. Erst durch den gemeinsamen Dienst in der Welt wird diese aufmerksam auf die Liebe des Herrn.

Evangelium21-Konferenz – ein Rückblick

Wie an früherer Stelle bereits berichtet, fand die letzten Tage die Konferenz des Netzwerks Evangelium21 statt. Die Stimmung war super, es gab geniale Vorträge, leckeres Essen – kurz gesagt: Wer nicht da war, hat etwas verpasst. Einen kleinen Trost gibt es für all die nun Trauernden: Die Vorträge und die täglichen Q&A-Sessions können hier online angehört oder heruntergeladen werden. Matt Schmucker von 9Marks-Ministries war der Hauptreferent. Aber auch die übrigen Vorträge sind äußerst hörenswert. Ich bin begeistert von diesem neuen Netzwerk und bete inständig, dass dies noch über viele Jahre einen solchen wunderbaren Zusammenhalt über alle denominationellen Grenzen hinweg beibehalten kann.

Noch eines sollte man sich nicht entgehen lassen: Im kommenden Mai, vom 13. – 15. 05. 2012, wird die zweite Auflage der Konferenz stattfinden. Als Redner werden John Piper und Donald A. Carson, sowie weitere Sprecher vom Netzwerk Evangelium21 erscheinen. Am besten gleich vormerken und rechtzeitig anmelden! Natürlich auch dieses Mal wieder in der Arche Gemeinde und Missionswerk Hamburg.