Psalm 3

Psalm 3 (Gedicht)
Ein Lied von David, der auf seiner Flucht
vor Abschalom, seinem Sohn, die Rettung sucht.
HERR, wie groß ist meiner Feinde Zahl,
viele steh’n gegen mich auf zu meiner Qual.
Von meiner Seele sagen viele in ihrem Spott,
sie habe keine Rettung bei meinem Gott.
Pause.
Doch Du, HERR, bist ein Schild um mich her,
meine Ehre, meines Haupts Erheber mehr.
Meine Stimme ruft laut meinem HERRN,
Der vom heil’gen Berg antwortet gern.
Pause.
Ich legte mich nieder, schlief ein und stand auf,
denn der HERR stützt mich und hält meinen Lauf.
Nicht fürchte ich zehntausend wütend’ Soldaten,
die um mich herum lagernd rühmen ihre Taten.
Erhebe Dich, HERR, errett’ mich, mein Gott!
Denn Du hast geschlagen in ihrem Komplott
auf die Kinnbacke alle meiner Feinde Zahl,
der Gottlosen Zähne zerschmettert in Qual.
Dem HERRN gehört die Rettung alle Zeit!
Dein Segen Deinem Volke stets bereit!
Pause.
(frei nach Psalm 3)
02.04.2013, Jonas Erne

David und Bathseba

David und Bathseba

Vor langer Zeit in Israel
gab König David den Befehl
zum Kampf mit Ammon auszuziehen
und nicht vor ihnen her zu fliehen.
Der Feldherr Joab, ein treuer Krieger,
er hatte die Leitung, war bald Sieger.
Schon kam die Stadt Rabba als nächste dran,
auch hier zeigte Joab, was er kann.
Der König indes, er blieb zu Hause,
er gönnte sich eine Ruhepause.
Des Abends war er oft auf dem Dach
des Königspalastes, denn das war flach.
Er ging dort umher, und sinnte und dachte,
was denn wohl seine Nachbarschaft machte.
So sah er umher, und suchte Personen,
die in seiner direkten Umgebung wohnen.
Es waren nicht viele, die Männer beim Krieg;
noch immer vor Rabba, wann kam denn der Sieg?
Doch halt – da drüben beim nächtlichen Bade
eine Frau, die sich wusch und streckte gerade.
David konnt’ seinen Augen kaum trauen:
Warum war denn sie nicht unter seinen Frauen?
Er kannte sie nicht, doch er wollte sie haben
und sich an ihrem Körper erlaben.
So fragt’ er herum, wer sie denn wohl kenne,
bald fand er, dass man Bathseba sie nenne.
Da ließ er sie holen, auf sein Geländ’
und hatte dort seinen One-Night-Stand.
Nachdem sie hinter sich die heiße Nacht,
die sie zusammen haben verbracht,
da ging sie hinüber am nächsten Morgen –
doch siehe, sie war schwanger geworden.
Als nun der König dies hatte vernommen,
da ließ er vom Kampf den Urija kommen.
Er schickt’ ihn nach Hause zu seiner Frau,
denn sein Plan schien ihm unheimlich schlau.
Doch Urija wollte treu sein seinem Heer,
er schlief neben Davids Dienern her.
Auch in der zweiten Nacht, voll gutem Wein,
ging er nicht zu seiner Frau hinein.
So schrieb der König einen Brief
an Joab, den Feldherrn, und er rief
Urija, und ließ ihn Joab bringen.
Dort drin stand alles von den Dingen,
die David von Urija wollte:
dass er vorn ans Heer sich stellen sollte.
Der König wollte – ob man’s begreif –
den treuen Urija lieber dead als alive.
So geschah es also – Urija stand vorn –
das Kampfgetümmel in rasendem Zorn;
alsbald lag des Königs Opfer im Sande,
und ohne Schuld in seinem Lande
stand König David in seinem Palast,
als er diese neuen Infos erfasst.
Schon bald, als ihre Trauer zu Ende,
nimmt er Bathseba in seine vier Wände.
Doch kurz darauf kommt Nathan rein,
der sollte sein Berater sein,
ein Prophet von Gott gesandt.
So beginnt er auch gleich unverwandt,
und erzählt von zwei Personen,
die in derselben Ortschaft wohnen.
Der Eine reich, mit großen Herden
von Schafen, die alle sein genannt werden.
Der Andere, ein armer Mann,
der sich nicht mehr leisten kann,
als ein einzig Lämmlein klein,
das nahm er in sein Haus hinein.
Er zog es an seinem Tische groß,
und nachts schlief es in seinem Schoß.
Doch eines Tages war’s verschwunden:
Der Arme hat’s nie mehr gefunden.
Beim reichen Mann gibt’s leckeren Braten,
und das hatte der Arme wohl nie erraten,
ihn reuten die eigenen Schafe doch sehr,
er brauchte jedoch für Besuch zum Verzehr
ein Lamm – und da hat ihm doch gut gepasst,
dass der Arme eins hatte. Und er hat es gefasst.
Da rief der König David: Wehe!
Wenn ich den Reichen jemals sehe!
Der Mann, der solches hat getan,
ihm tue man dasselbe an,
was er dem Lamm hat zugefügt!
Wenn er den Armen so betrügt
und stiehlt von seinem Eigentum,
der hat kein Recht auf weitern Ruhm.
Da sah ihn Nathan an und sprach:
Der Mann bist du, und seine Schmach
Ist die Deine. Das ist der Grund,
weshalb ich heute zu dieser Stund’
zu dir gekommen im Namen des Herrn.
Er hat dir das Deine gegeben so gern.
Deinen Palast, die Herrschaft von Israel.
Doch dir reicht es nicht, denn du gingst fehl
und musstest das Fremde dir holen.
So hast du Urija bestohlen.
Erst seine Frau und dann sein Leben,
das alles konnt’ er dir nicht geben,
so hast du genommen, was nicht dein.
So spricht der Herr: Strafe muss sein!
Ewig steht gegen dein Haus das Schwert,
deinen Nachkommen deine Frauen nicht verwehrt.
Deine Familie stürzt du ins Verderben,
so muss dein Sohn von Bathseba sterben!
Da sieht der König, was er hat getan,
wie er seinen Nächsten stellte hintan
und kommt zu sich, gesteht seine Schuld.
Er sieht, wie lange Gott hatte Geduld,
und spricht: Ich habe gesündigt gegen Gott!
Mein Tun war gegen Ihn wie ein Spott!
Und als der Prophet von dannen gezogen,
da hat er seine Knie gebogen:
An Dir allein, HERR, hab ich gesündigt,
habe getan, was Du mir durch Nathan verkündigt.
Ich tat, was ist böse in Deinen Augen,
ich sehe, dass Sünden wirklich nichts taugen.
Wenn Du sprichst, Herr, so bist Du immer im Recht,
und wenn Du richtest, so bist Du gerecht.
Siehe, HERR, in Schuld bin ich geboren,
ohne Deine Güte und Gnad’ verloren.
Siehe, in Sünde wurde ich empfangen
von meiner Mutter, in Sünde nun gefangen
Siehe, nach Wahrheit steht Dein Verlangen,
Wahrheit im Innersten, das lässt mich bangen.
HERR, lass mich erkennen, was weise,
sag es mir im Verborgenen leise.
Reinige mich, HERR, von meinen Taten,
mit Ysop, der Du mich hast beraten.
Wasche mich, HERR, mit allem Fleiß,
damit wie Schnee ich werde weiß.
Lass mich hören Freudenschrei,
Jubel und noch mehr dabei,
damit meine zerschlagenen Glieder
in Jubel singen Dir Lieder.
Verbirg vor allen meinen Sünden,
HERR, Dein Angesicht, lass finden
mich in Deinen Augen Gnaden,
und lösche aus die Missetaten.
Ein reines Herz erschaffe mir
o Gott und einen Geist, der Dir
von Neuem fest will bleiben,
mein Inn’res zu Dir treiben.
O HERR, ich bitt’: Verwirf mich nicht
von Deinem teuren Angesicht.
Und den Geist Deiner Heiligkeit:
nimm Ihn nicht von mir im Streit.
Frei nach 2. Samuel 11 und 12 und Psalm 51
08. 02. 2013, Jonas Erne

Was ist der Mensch?

Was ist der Mensch?
Was ist der Mensch,
dass seiner Du gedenkst?
Und dass Du liebevoll
seine Schritte lenkst?
Dass Du voll Lieb’ und Treue
jeden Tag aufs Neue
voll Güte ihn beschenkst?
Was ist der Mensch,
dass Du im Leiden
am Stamm des Kreuzes
so bescheiden
für ihn hast Qual ertragen
für ihn Dich ließest schlagen,
um ihn zu kleiden.
Was ist der Mensch,
dass Du ihn liebst,
und dass Du Sünde
ihm gern vergibst.
Damit er ewig könne droben
Dich mit seiner Stimme loben
wie Du beschriebst.
Was ist der Mensch,
dass Du ihn willst,
in seinem Innern
die Stürme stillst,
Du willst gebrauchen ihn so gerne,
auf dass er von Dir Liebe lerne,
mit der Du füllst.
14.11.2012
Jonas Erne

Psalm 103

Psalm 103 (Gedicht)
Von David. Lobe, meine Seele, den HERRN
und was in mir ist drinnen, tu’s gern,
Seinen heiligen Namen. Meine Seele,
lobe den HERRN der guten Befehle
und vergiss nicht all jenes Gute,
das Er dir getan, mit frohem Mute.
Der dir alle deine Sünden vergibt,
all deine Krankheiten heilt und dich liebt.
Der dein Leben vom Verderben befreit,
dich krönt mit Gnade und Barmherzigkeit
Der satt macht mit Gutem deinen Mund,
dass du erneuert wie in der ersten Stund’
eines Geiers in volle Kraft gestärkt.
Gerechtigkeit hat der HERR gewerkt
und Recht allen, die sind unterdrückt,
deren Kraft gebeugt, gebückt.
Mose Seine Wege wissen gemacht,
den Kindern Israels Seine große Macht.
Barmherzig und gnädig ist der HERR,
langsam zum Zorn, von Güte schwer.
Nicht für ewig wird Er richten
und nicht für immer zürnend sichten.
Nicht nach unseren Sünden hat Er getrieben
und nicht an unseren Verfehlungen geblieben.
Denn so hoch die Himmel über der Erden,
so groß die Gnade über die Ihn fürchten werden.
So weit wie der Osten vom Westen ist fern,
so hat Er uns unsere Sünden lassen entbehrn.
Wie ein Vater sich erbarmt über seine Söhne,
so erbarmt Sich der HERR, und das ist das Schöne,
über jeden, der Ihm in Ehrfurcht begegnet.
Denn Er kennt uns, und Er hat uns gesegnet.
Er weiß, wie wir sind, Er hat uns erdacht.
Er hat uns Menschen aus Staub gemacht.
Der Mensch: Wie Gras sind seine Tage,
wie des Feldes Blüte blüht, so vage.
Wenn der Wind darüber geht, ist sie verschwunden,
und der Ort, wo sie war, wird nicht mehr gefunden.
Und die Gnade des HERRN währt für immer:
Von Ewigkeit zu Ewigkeit bleibt ihr Schimmer
auf allen denen, die Ihn fürchten und ehren
und diese Furcht auch die Nachkommen lehren.
Auf denen, die Seinen Bund verwalten
und Seiner Gebote gedenken, sie einzuhalten.
Der HERR hat Seinen Thron in den Himmeln bereitet
und Seine Herrschaft alles regierend ausgebreitet
Lobt den HERRN, Seine Engel, Helden der Kraft,
die ihr Seinen Befehlen die Wirkung verschafft!
Gehorchend der Stimm’ Seiner Worte,
ihr an dem himmlischen Orte.
Lobt den HERRN, all Seine Heeresscharen
Seine Boten, tuend Seinen Willen zu bewahren
Lobt den HERRN, all die Er so gut gemacht
an allen Orten Seiner herrlichen Macht.
Auch an mich selbst gehen die Befehle:
Lobe für immer den HERRN, meine Seele!
(frei nach Psalm 103)
05.09.2012, Jonas Erne

Psalm 51

Psalm 51 (Gedicht)
An den Leiter der Gesänge:
Ein Psalm Davids. Von der Strenge
seiner Sünde. Als dem König
wurde klar, dass er nicht wenig
hat gesündigt und gefehlt,
so hat die Schuld er nicht verhehlt.
Dies war, als Nathan, sein Berater
zu ihm kam, und zwar in privater
Audienz um ihm zu sagen,
dass sein sexuell Betragen
an Batseba und sein Mord
zum HERRN geschrien in einem fort.
O Gott, ich brauche Deine Gnaden,
wie sehr bin ich mit Schuld beladen.
Gemäß Deiner Güte lösche aus meine Sünden,
lass sie im tiefsten Meere verschwinden.
Meine Übertretungen, nimm sie hinweg von mir,
und mach mich wieder ganz sauber vor Dir.
Wasche mich rein von all meiner Schuld,
und reinige mich in Deiner Geduld.
Denn meine Übertretungen erkenne ich an:
Wie viel Leid ich damit Dir habe getan.
Immer sehe ich meine Sünde vor mir stehen,
was ich auch tue, sie will nicht von mir gehen.
An Dir allein, HERR, hab ich gesündigt,
habe getan, was Du mir durch Nathan verkündigt.
Ich tat, was ist böse in Deinen Augen,
ich sehe, dass Sünden wirklich nichts taugen.
Wenn Du sprichst, Herr, so bist Du immer im Recht,
und wenn Du richtest, so bist Du gerecht.
Siehe, HERR, in Schuld bin ich geboren,
ohne Deine Güte und Gnad’ verloren.
Siehe, in Sünde wurde ich empfangen
von meiner Mutter, in Sünde nun gefangen
Siehe, nach Wahrheit steht Dein Verlangen,
Wahrheit im Innersten, das lässt mich bangen.
HERR, lass mich erkennen, was weise,
sag es mir im Verborgenen leise.
Reinige mich, HERR, von meinen Taten,
mit Ysop, der Du mich hast beraten.
Wasche mich, HERR, mit allem Fleiß,
damit wie Schnee ich werde weiß.
Lass mich hören Freudenschrei,
Jubel und noch mehr dabei,
damit meine zerschlagenen Glieder
in Jubel singen Dir Lieder.
Verbirg vor allen meinen Sünden,
HERR, Dein Angesicht, lass finden
mich in Deinen Augen Gnaden,
und lösche aus die Missetaten.
Ein reines Herz erschaffe mir
o Gott und einen Geist, der Dir
von Neuem fest will bleiben,
mein Inn’res zu Dir treiben.
O HERR, ich bitt’: Verwirf mich nicht
von Deinem teuren Angesicht.
Und den Geist Deiner Heiligkeit:
nimm Ihn nicht von mir im Streit.
Gib mir doch wieder die Freude am Heil,
das Du mir schenkst, damit ich verteil
diese Freude. Und mache mich fest
mit dem Geist, der sich auf Dich verlässt.
Ich will lehren die Rebellen Deine Wege,
auf dass sich der Sünder zu Dir bewege
und umkehrt von all seinem Tun,
damit er in Dir möge ruhn.
Errette mich doch vor des Blutes Schuld,
Du bist mein Gott des Heils, voll Geduld.
Meine Zunge soll loben Gerechtigkeit Dein
bis jubelnd fällt ein mein ganzes Gebein.
Mein Herr, tue mir meine Lippen weit auf
und mein Mund soll Dich loben von innen herauf.
Denn Dir geht es nicht um die Opfer von Tieren,
sonst würde ich gerne meinen Stall zu Dir führen,
auch der Rauch von den Opfern kann Dir nicht gefallen,
von den Tieren willst Du weder Fleisch noch die Krallen.
Es gibt nur ein Opfer, das Dir wohl gefällt,
und wer dies bringt, um den ist’s wohl bestellt.
Wer zerbrochenen Geistes und verwundet am Herzen
zu Dir kommt, um bei Dir zu stillen die Schmerzen,
wer seine Sünde erkennt und sich rein macht bei Dir,
den wirst nicht verachten, sondern öffnest die Tür.
Tue Gutes an Zion gemäß Deiner Gnade,
und baue Jerusalems Mauern gerade.
Denn dann erst wirst haben Du Dein Gefallen
an den Opfern der Gerechtigkeit, an allen.
An Brandopfern und Ganzopfern, an all den Tieren,
die man auf Deinem Altar wird opfern, den Stieren.
(frei nach Psalm 51)
04.09.2012, Jonas Erne

Psalm 15

Psalm 15 (Gedicht)
Ein Psalm, den David hat geschrieben,
der König, der Gott ist treu geblieben.
HERR, so fragt er, wer darf wohnen,
wen willst Du, HERR, damit belohnen,
in Deinem Zelt? Auf Deiner Heiligkeit
Berg sich niederlassen Deiner Herrlichkeit?
Wer nun geht den Weg der Wahrheit,
der Ehrlichkeit und aller Klarheit.
Und wer handelt nach gerechtem Sinn,
der ist bei Dir und macht Gewinn.
Und wer die Wahrheit sagt von Herzen,
und mag sie manchmal auch sehr schmerzen.
Wer keine Verleumdung trägt in seinem Munde,
auf seiner Zunge, die machen schnell die Runde.
Wer nicht Übles zufügt dem Nächsten daneben,
wer dem Mitmenschen nicht verdirbt das Leben.
Und wer dem Bruder nicht Schande muss bringen,
sondern vielmehr sich selbst darin kann bezwingen.
Wer denjenigen, der Gottes Willen verachtet
in seinen Augen als verwerflich betrachtet.
Und wer denjenigen mit Ehre bedenkt,
der sich gottesfürchtig Jahwe schenkt.
Wer seinen Schwur nicht nimmt zurück,
auch wenn er mehr Schaden bringt als Glück.
Wer für sein Geld nicht hohe Zinsen nimmt,
wer gegen solche Unterdrückung stimmt,
und wer nicht nimmt Bestechung an,
noch unrecht hilft, wo er nur kann.
Wer solches tut, der wird nicht stürzen,
noch wird ewig etwas den Segen kürzen.
(frei nach Psalm 15)
28. 08. 2012, Jonas Erne

Psalm 139

Psalm 139 (Gedicht)
Eine Info an den Lobpreisleiter zu Beginn:
Dies Lied hat David geschrieben, im Sinn
dem HERRN zu danken und Ihn zu loben:
HERR, Du kennst mich, von unten bis oben!
Du erforschst all mein Denken, Reden und Tun,
auch meine Zukunft ist Dir offen im Nun!
Du, HERR, siehst mein Tun und Lassen,
all mein Lieben, all mein Hassen,
weißt, ob ich sitze oder stehe,
wo ich bleibe, wo ich gehe.
Was ich fühle, was ich denke,
erkennst, wem ich Beachtung schenke.
Du siehst meinen Weg, den ich beschreite,
mein Hinlegen, zum Schlafe ich mich bereite,
beobachtest Du und siehst, wohin ich mich lege
erkennst auch mein Gehen und all meine Wege,
die je ich betreten und habe begangen,
fühlst mit mir mit, meine Ängste, mein Bangen.
Denn kein Wort war je auf meiner Zunge verborgen
vor Dir, und in meinen Gedanken jedwede Sorgen,
die Du nicht gekannt und gewusst noch vor mir.
O HERR, wie wunderbar ist das Leben mit Dir!
Nichts tritt auf meine Lippen, das Du nicht gekannt,
und dennoch bin ich nicht von Dir weg verbannt!
Von hinten und von vorn umgibst Du mich,
hältst mich fest, HERR, dafür liebe ich Dich!
Deine Hand hast Du um mich gelegt, meine Füße
stehn auf Dir als Fundament, deshalb schließe
mich ganz ein in Dich und Deine ewige Treue,
Dein Segen ist auf mir, dessen ich mich erfreue.
Zu wunderbar ist die Erkenntnis,
es fehlt zum Erfassen das Verständnis.
Das Wissen um all Dein Vermögen,
denn Deiner Macht steht nichts entgegen.
Zu hoch ist mir, dies zu verstehen,
und doch hast Du mich ausersehen.
Wohin könnte ich denn gehen vor Deinem Geist?
Wohin vor Dir, der Du doch alles weißt?
Wollte ich fliehen vor Dir, HERR, wohin?
Wer kann mich verbergen vor Deinem Sinn?
Vor Deinem Angesicht kann ich nicht verschwinden,
denn immer werde ich mich vor Dir befinden.
Wenn ich ins Weltall flöge, auf einen Planeten,
einen Stern, Meteoriten oder einen Kometen:
Der ganze Himmel steht vor Dir ganz offen,
auch dort wär ich überall auf Dich getroffen.
Legte ich mich ins Totenreich, den Scheol, hinein:
siehe, auch da wird Deine Gegenwart sein.
Würde ich Flügel des Morgens erheben,
in der Frühe des Taus am Meeresufer leben,
wenn ich mit Flügeln des Windes flöge,
ans äußerste Gestade der Wasser hinzöge,
wenn ich dort bliebe, um einsam zu bleiben,
um Deine Gegenwart von mir zu vertreiben,
so würde dennoch Deine liebende Hand
mich festhalten, selbst in fernstem Land.
Und bei Dir halten, ja, zu Dir führen,
mich festhalten, um mich nie zu verlieren,
würde Deine Rechte, ausgestreckt zu mir,
denn so lange ich bin, gehöre ich Dir.
Wenn ich nun spräche, um mich zu verstecken:
Finsternis möge meinen Körper verdecken;
keiner soll mich sehn in dieser Welt,
verborgen zu sein, ist, was mir gefällt,
ja, Nacht soll es werden rings um mich her!
Wäre denn dieses Dunkel zu schwer?
Doch Finsternis verfinstert Deine Augen nicht,
vielmehr ist Dunkel nicht dunkler als Licht.
Denn sei es bei Nacht oder sei es bei Tage,
für Dich ist’s dasselbe, das ist keine Frage.
Für Dich, o HERR, ist der Tag wie die Nacht:
Beide sind nicht um das Licht gebracht.
Denn Du hast geschaffen zu Deinem Besitze
tief in mir drin meine Nieren zur Stütze,
hast sie fein säuberlich geformt und gepflegt,
in meiner Mutter Leib mich geschützt und gehegt,
damit mir kein Übel dieser Welt mag begegnen,
hörst nicht auf, mich mit Gutem zu segnen.
Dafür, dass Du mich so wunderbar gemacht
und in mir ein wunderbares Werk hast vollbracht,
dafür will ich Dir danken, Dich loben,
mein HERR, der Du bist im Himmel droben.
Wundervoll sind all Deine Werke und Befehle,
dies weiß meine von Dir geliebte Seele.
Nicht versteckt vor Dir war mein
im Verborgenen geschaffnes Sein,
das Du, o HERR, hast wohl gemacht
und ganz genial Dir ausgedacht.
Du hast es im Versteck gewoben,
und dies so gut, ich will Dich loben.
Als meine Form noch unperfekt
im Mutterleibe war versteckt,
da sahen Deine Augen mich an
und in Deinem Buch war dann
bereits die Tage eingetragen,
als noch keiner war von jenen Tagen.
Und für mich – wie wertvoll sind
Deine Gedanken für mich, Dein Kind!
O Gott, wie groß ist ihre Zahl,
viel mehr als aller Sonnen Strahl!
Viel mehr als Wellen an Meeres Strand
und aller Sterne an Himmels Band.
Wollt ich sie zählen, sie schreiben mir auf,
so wären sie alle mit’nander zuhauf
viel mehr als der Meeresufer ist Sand,
auch mehr als die Länge der Himmel Rand.
Und wache ich auf, so bin ich bei Dir,
Du hast mich gehalten, bliebst immer bei mir.
O dass Du, Gott, den gottlosen Leuten
das Leben zertrenntest, die nie es bereuten,
vor Dir in Sünde und Stolz zu leben,
nach eitlem Egoismus zu streben,
dass die Blutgierigen müssen mir weichen,
statt ihr Ziel an mir zu erreichen.
Denn sie sind es, die herausfordernd sagen:
Was sollen wir nach diesem Gott denn fragen?
Voll Arglist und Bosheit rotten sie sich zusammen:
Unsrer sind viele, wer will uns verdammen?
So erheben sie ihre Hände zum Lügen,
und sehen zu, dass sie jeden betrügen.
Sollte ich denn etwa nicht
hassen alle, die nun schlicht
und ergreifend meinen HERRN
hassen, anstatt dass sie gern
dienen? Ist verabscheun verwegner
die sich zeigen als Deine Gegner?
Mit Hass, der nun nicht könnte mehr
sein, so hasse ich sie, HERR,
mit vollkommen starkem Hass,
auf den immer ist Verlass,
zu Feinden sind sie mir geworden,
die Dich befeinden, allerorten.
Durchsuche mich, Gott, darum bitte ich Dich,
lüfte jeden Schleier, schau tief in mich,
wie es um mich steht, was mein Herz bewegt,
wonach es verlangt, bei was es sich regt,
prüfe mich, HERR, denn Du siehst aufs Herz,
Du kennst mich, weißt jeden Schmerz.
Und sieh, HERR, welchen Weg ich will gehen,
ob meine Pfade vor Dir, HERR, bestehen,
wenn Du mich siehst weichen auf üblen Pfad,
so lasse mich wissen Deinen guten Rat
und führe mich, HERR, mein höchstes Gebet,
auf dem Weg der Ewigkeit, der immer besteht.
(frei nach Psalm 139)
27.08.2012, Jonas Erne

Psalm 91

Psalm 91 (Gedicht)
Wer unter dem Schutz des Höchsten lebt,
im Schatten Schaddais nach Sicherheit strebt,
wird sagen zu Jahwe: Mein Rückzug, mein’ Feste
mein Gott, Dir vertrau ich aufs Allerbeste!
Denn Er wird dich schützen vor Vogelfängers Fallen,
zerstörender Pest sollst du nicht anheimfallen.
Mit Seinem Flügel wird Er dich sicher bedecken,
Unter Seiner Schwingen Schild kannst du dich verstecken.
Du sollst nun nicht fürchten den Schrecken der Nacht,
noch den Speer, des Tages zum Fliegen gebracht
noch vor der Pest, die im Dunkel umher geht
noch vor der Zerstörung, die mittags im Raum steht.
Nun mögen tausend an deiner Seite fallen, zur Rechten
dir Zehntausend, doch dir nahn sie nicht, die Schlechten.
Nur mit den Augen siehst du zu, wie sie fallen,
die Vergeltung an Gottlosen, ihre Schreie schallen.
Denn du hast den HERRN zu deiner Wohnung gemacht,
meine Hoffnung ist Er, der Allerhöchste, an Ihn gedacht.
Kein Übel soll dich auf deinen Wegen bangen,
noch eine Plage sich deinem Zelte gelangen.
Denn für dich hat Er Seine Engel als Boten
zum Schutz auf all deinen Wegen aufgeboten.
Sie sollen dich auf ihren Händen tragen
damit kein Stein deinen Fuß kann verzagen
Auf Löwen und Ottern wirst gefahrlos du gehen,
zermalmen wirst du Junglöwen und Drachen im Stehen.
Weil er an Mir klammert, will Ich ihn beschützen,
weil er Meinen Namen kennt, für immer ihn stützen.
Schreit er zu Mir, will Ich sein Rufen erhören,
in Not bin Ich da, rette und bringe ihn zu Ehren.
Mit Länge des Lebens will Ich ihn erfüllen
und mit Meiner Rettung seine Sehnsucht stillen.
(frei nach Psalm 91)
26.08.2012, Jonas Erne

Psalm 23

Psalm 23 (Gedicht)
Dies Lied hat der König David geschrieben,
der als Jüngling bei Vaters Schafen geblieben.
Er weiß, wovon er spricht, wenn er sagt:
Der HERR ist mein Hirte, ganz unverzagt
will ich Ihm folgen, wohin Er auch geht,
denn ich bin versorgt, wo immer Er steht.
Die Weide ist grün, das Gras voller Saft
wo Er mich hinführt, Sein Wort gibt mir Kraft.
Und wenn ich dürste nach Wasser und mehr:
Bei Ihm ist genug, deshalb komm doch auch her.
Zu ruhigen Bächen und stillem Gewässer
führt Er mich hin, da geht es mir besser.
Meiner Seele nimmt Er Sich bestens an:
Er erfrischt sie und liebt sie, bis Er sie gewann.
Auf richtigem Wege führt Er sie nun
und zeigt ihr das Beste, was sie kann tun:
Sich auf Ihn zu verlassen, weil Er es versprach,
in Seinem Namen, und Er kennt Sein Fach.
Selbst wenn ich zuweilen mich fühle verlassen:
Im Dunkel, allein, in Todesschatten Gassen,
im Tal der Finsternis, bist Du doch bei mir.
Kein Unglück kann mich vertreiben von hier,
an Deiner Seite, Dein Trost ist gewiss
Dein Stecken und Stab pariert jeden Biss.
Einen Tisch der Gemeinschaft machst Du mir bereit,
ein Festmahl für mich, den Du hast befreit
im Angesicht derer, die Böses mir wollen
auch das Haupt hast du mir – und mögen sie schmollen –
mit Öl gesalbt und reichst mir die Tasse
die überfließt des Weins von göttlicher Klasse.
So wird die Freude nun ewig sein mein,
die Güte, die Gnade was Gutes mag sein,
sie folgen für immer wohin ich auch geh,
denn Du bist bei mir, wo ich auch stehe.
Und so will ich nun im Hause des HERRN
mein Leben lang bleiben und dienen Ihm gern.
(frei nach Psalm 23)
24. 08. 2012, Jonas Erne

Psalm 2

Psalm 2 (Gedicht)
Warum nur toben die Völker der Heiden?
Warum nehmen sie sich so unbescheiden
heraus, den HERRN herauszufordern?
Sich selbst an Seinen Platz zu beordern?
Warum nur denken die Völker sich
nutzlos Böses, und das wissentlich?
Die Mächtigen stehen auf gegen Gott,
sie haben im Munde nur Übles und Spott.
Sie planen gemeinsam in einem fort
und haben dabei kein gutes Wort
gegen den HERRN, den himmlischen König
und den Messias, das kümmert sie wenig:
„Lasst uns gemeinsam, vereint in der Stärke
voranschreiten zu dem größten Werke:
Die Fesseln der Himmel zu zerstören,
uns zu befreien, uns selbst zu gehören.
Lasst uns zerreißen die göttlichen Strick’
Selbst in die Hand nehmen irdisch’ Geschick!“
Doch Gott im Himmel auf dem Thron
hat für sie nur Spott und Hohn.
Sie wollen selbstbestimmt nun leben,
doch wer kann anders dieses geben?
Als nur der Eine, Der nun lacht –
hat Er doch alles wohl gemacht!
Sodann spricht Er zu ihnen im Zorn,
waren doch sie es, die alles verlorn
in Zornes weißer Glut spricht Er
und jagt sie in ihrem Schreck einher
sie schaudern und sie zagen
als ob ägypt’scher Plagen.
„Und Ich“, so spricht der HERR im Grimm,
die Berge erzittern ob Seiner Stimm’
„Ich hab den König eingesetzt,
Er wird herrschen bis zu Letzt
auf Zion, dem heiligen Berge
in aller göttlichen Stärke!“
Ich will den Befehl des HERRN verkünden
Sein Ratschluss, der nicht wird verschwinden
denn so hat Er zu mir gesprochen,
dies Wort, das niemals wird gebrochen:
Mein Sohn bist du, von heute an!
Ich hab dich gezeugt, bleib an Mir dran!
Bitte Mich drum, so will Ich dir geben
die Völker, die mit im Lande leben.
Die Heiden, sie sollen dein Erbe sein
Ich will nun, dass sie werden dein!
Dein Reich soll gehn bis ans Ende der Erde.
Das ist, wofür Ich Selbst sorgen werde.
Und du sollst herrschen über sie alle,
wie ein Hirte über die Schafe im Stalle.
Und wo immer du bist mit eisernem Stab
lass ihn sausen bei Ungehorsam auf sie herab
wie Porzellan an der Wand zerbricht.
Sorge für sie, doch schone sie nicht.“
Und nun, ihr Könige, lasst euch sagen:
Rebellion kann sich nicht mit dem HERRN vertragen!
Ihr Richter und Mächtigen dieser Erde
seht zu, dass ihr mit eurem Schwerte
euch nicht selbst den Schaden tut,
denn Gott zu folgen ist einzig gut!
Dient dem HERRN mit Furcht und Zittern,
und lasst euch davon nicht erbittern,
denn Gottesfurcht ist nun das Wahre,
damit der HERR euch offenbare
wie viel ihr Ihm zu danken habt
und Ihn zu loben, der euch labt.
Küsst des Gottessohnes Fuß
untertänigst, ihm zum Gruß
so zeigt ihr ihm den guten Willen
und könnt damit das Zürnen stillen.
Denn Sicherheit kann nur er geben
für eure Seele und das Leben.
(frei nach Psalm 2)
23. 08. 2012, Jonas Erne