Zeitumstellung ist friedensfördernd

Einer neuen Studie vom Bundesamt für Staatssicherheit (Bass) zufolge soll die jährliche Zeitumstellung das Friedenspotential drastisch erhöhen. Erich Aushecker, Vorsitzender des Bass, erklärte diesen Umstand folgendermaßen: „Zunächst einmal hat jeder, der Krieg führen möchte, dank der Zeitumstellung ein halbes Jahr lang eine Stunde weniger; aufs ganze Jahr gesehen macht das 30 Minuten. Somit bleibt einem pro Tag rund 5 Sekunden weniger Zeit, um Krieg zu führen. Zweitens konnten wir empirisch nachweisen, dass in allen Ländern, welche die Zeitumstellung eingeführt haben, noch nie am letzten Sonntag im März zwischen 2:00 und 3:00 Uhr MEZ ein Krieg ausgebrochen ist. Und nicht zuletzt müssen wir zu bedenken geben, wie sehr die Zeitumstellung Menschen von vollkommen unterschiedlichen Interessen eint: Sie alle haben ein gemeinsames Thema, dem sie sich in aller Lautstärke und Tonhöhe widmen können. Die Zeitumstellung ist deshalb ein wichtiger Beitrag für die Völkerverständigung.“ Vielleicht sollte Herr Aushecker als nächstes eine tägliche Zeitumstellung von 24 Stunden beantragen?

Selig sind die Friedensschaffer!

Selig sind die Friedfertigen; denn sie werden Gottes Kinder heißen! (Matthäus 5, 9)
Die Übersetzung mit „Friedfertige“ kann hier zu einem ziemlich üblen Missverständnis führen, denn nach wie vor geht es nicht mehr um den Charakter des Gläubigen, sondern um sein Verhalten. Das griechische Wort an dieser Stelle wird wohl besser mit „Frieden Machende“ übersetzt. Es geht eben nicht darum, um des lieben Friedens willen zu schweigen, sondern um das aktive Schaffen von Frieden in friedlosen Zeiten.
Doch zunächst wollen wir uns fragen, was in der Bibel mit „Frieden“ überhaupt gemeint ist. Das Alte Testament, welches die Bibel Jesu und der Apostel war, hat hierfür den hebräischen Begriff „Schalom“. In der Grundbedeutung ist mit Schalom zunächst einmal Wohlergehen in jeglicher Art und Weise gemeint. Dies geht von Gesundheit über Freude bis hin zu finanziellem Gedeihen.
Etwas genauer betrachtet ist dieses Schalom jedoch immer an den Geber des Schalom, an den Jahwe des Alten Testaments, gebunden. Er gibt den Frieden, und Er nimmt ihn, wenn notwendig, auch wieder weg. Wer sich von Jahwe abwendet und anderen Göttern nachläuft, der stellt sich gegen Jahwe und hebt deshalb den Schalom Jahwes auf.
Auch die Propheten des Alten Testaments wandten sich gegen andere, nämlich falsche Propheten, welche den Schalom Jahwes dort verkündet haben, wo kein Schalom ist, nämlich im Ungehorsam gegen Jahwe. So hat schon Micha ben Jimla, ganz speziell aber auch Jeremia und andere mehr gegen diese Schalom-Propheten gewettert, weil sie den Königen Israels bestätigen wollten, dass ihr Ungehorsam gegen Jahwe mit dem Schalom Jahwes vereinigt werden konnte.
Schalom machen bedeutet also auch, dass man dort, wo Ungehorsam ist, kein Blatt vor den Mund nehmen darf, sondern aufdecken muss, wo der Ungehorsam gegen Jahwe stattfindet. Denn nur die Beseitigung des Ungehorsams kann den Schalom Gottes wieder erneuern. Der Friede Gottes entsteht also dort, wo Menschen ihre Schuld vor Gott einsehen und die Vergebung annehmen, die der Herr Jesus für uns erkauft hat am Kreuz von Golgatha.
Gerade deshalb ist das Evangelium auch eine frohe Botschaft: Weil der Gott, welcher über die Ungerechtigkeit und Gottlosigkeit in der Welt zürnt, selbst auf die Erde gekommen ist, um diese Ungerechtigkeit gut zu machen, also zu bezahlen, was an Schuld entstanden ist.
Eine andere Art von Schuld entsteht aber auch immer wieder zwischen uns Menschen. Wo die Einen ausgebeutet, die anderen gemobbt, die dritten verletzt und die vierten einsam im Stich gelassen werden, da ist viel Schuld vorhanden, viel Unfrieden. Auch hier sind wir als Gläubige gefordert, einzutreten und Frieden zu machen, wo kein Friede ist. Wir dürfen dort aktiv werden, wo dieser Unfriede herrscht und den Menschen die gute Botschaft vom Frieden mit Gott, mit uns selbst, mit unseren Mitmenschen und unserer Umwelt weitergeben. Wir sind als Friedensstifter geradezu aufgefordert, den Mund nicht zu verschließen, sondern ihn zu öffnen, und echten, wahren Frieden zu bringen.
Als Frieden Machende haben wir eine wunderbare Verheißung: Denn sie werden Gottes Kinder heißen. Wir werden nicht durch unser ganzes Engagement zu Kindern Gottes, sondern weil Er uns als solche adoptiert und als Kinder annimmt. Als solche, die sich für den Frieden einsetzen, brauchen wir selbst zuerst den Frieden mit Gott. Und wenn wir den Frieden mit Gott haben, dürfen wir auch mit uns selbst Frieden schließen. Denn Gott hat uns angenommen, deshalb dürfen wir auch uns selbst annehmen und werden deshalb auch unsere Mitmenschen annehmen und alles dafür tun, dass auch sie ihren Platz in der Familie Gottes bekommen können.
Echtes Frieden Machen ist somit eine durch und durch aktive Aufgabe, die jede und jeder Gläubige bekommen hat. Denn es ist mit unserer Welt im Argen, Unfrieden, wohin das Auge blickt. Unzufriedenheit, Armut, Krankheit, Schmerz, Verletzung, kaputte Menschen, Mobbing, und so weiter. Unsere Aufgabe ist groß, aber da wir den Frieden und so auch die Ruhe und die nötige Kraft dafür von Gott bekommen haben, ist diese Aufgabe kein Ding der Unmöglichkeit, sondern wartet nur noch darauf, dass wir sie anpacken.

Die Trennwand ist abgebrochen

Die Trennwand ist abgebrochen
Denn Er ist unser Friede, der aus beiden eins gemacht und die Scheidewand des Zaunes abgebrochen hat, indem er in seinem Fleisch die Feindschaft, das Gesetz der Gebote in Satzungen, hinwegtat, um die zwei in sich selbst zu einem neuen Menschen zu schaffen und Frieden zu stiften, und um die beiden in einem Leib mit Gott zu versöhnen durch das Kreuz, nachdem er durch dasselbe die Feindschaft getötet hatte. (Eph. 2, 14 – 16)
Hier wird uns zunächst ein wunderschönes Wort für den Herrn Jesus gegeben: Er ist unser Friede. Ich glaube, noch besser kann man dies gar nicht ausdrücken. Jesus Christus ist unser Friede. Er ist unser Friede mit Gott, weil Er unsere Schuld bezahlt hat. Er ist unser Friede mit uns selbst, weil Er uns bedingungslos annimmt und wir uns selbst dadurch auch bedingungslos annehmen dürfen. Er ist unser Friede mit unseren Mitmenschen, weil Er uns von uns selbst befreit hat, sodass wir für die Mitmenschen leben dürfen. Er ist unser Friede mit unserer Umwelt, da Er uns gezeigt hat, dass echtes Herrschen immer echtes Dienen ist. So können wir in allem diesen Frieden haben, Frieden, den die Welt nicht geben kann, sondern einzig und allein der Herr Jesus. Und so ist Er auch unser Friede zwischen den zwei Welten des judenchristlichen und des heidenchristlichen Glaubens. Er hat die Beiden eins gemacht, zu einer Einheit verschmolzen, die sich Gemeinde nennt. Aus diesem Grund hat Antizionismus auch nichts unter uns zu suchen, denn die Beiden sind eins gemacht durch den Frieden, den Christus gibt.
Er hat die Trennwand des Zaunes abgebrochen. Im Tempel in Jerusalem gab es verschiedene Bereiche des Vorhofs. Der innere Teil des Vorhofs durfte nur von beschnittenen jüdischen Männern betreten werden, dann gab es einen Frauenvorhof, den auch jüdische Frauen betreten durften, und nicht zuletzt auch einen Heidenvorhof. Das war der nächste Ort beim Tempel, wohin ein Nichtjude gehen durfte. Dadurch wird auch die Erwählung Gottes aufgezeigt. Gott hat Sich ein kleines Volk erwählt, um an diesem im Kleinen Seine Machttaten zu vollbringen und es zu Seiner Ehre zu gebrauchen. Was im Kleinen am Volk Israel geschehen ist, sollte später im Großen an der Gemeinde geschehen. Und so ist der Zutritt zu Gott immer den Erwählten vorbehalten. So wie die Nichtjuden beim Jerusalemer Tempel um ihr Leben bangen mussten, wenn sie sich unerlaubterweise noch weiter näherten, so haben auch im neuen Bund nur die Auserwählten einen direkten Zugang. Der Unterschied ist derjenige, dass die Erwählten im neuen Bund alle Gläubigen aus allen Völkern, Ländern und Sprachen sind. Der Zaun zwischen dem Volk Israel und den Heidenchristen ist also abgebrochen. In dem Moment, als der Herr Jesus starb, zerriss der Vorhang im Tempel von oben nach unten. Er war nicht mehr nötig. Lange Jahrhunderte hatte er die Menschen vor dem Zorn Gottes beschützt, ebenso wie auch das Blut, welches das Gesetz bedeckte und jedes Jahr erneut auf den Sühnedeckel gesprengt werden musste. Dies alles ist nun ein für alle Male im Tod Jesu passiert. Blut, Vorhang und Trennwand haben alle dieselbe Aufgabe gehabt, die auch schon das Tuch auf dem leuchtenden Gesicht des Mose hatte: Es war ein Schutz, der die sündigen Menschen davor schützen sollte, von der Herrlichkeit Gottes verzehrt zu werden. Dieser Schutz ist für alle Gläubigen nun nicht mehr notwendig, da für sie der Preis ihrer Schuld und Sünde am Kreuz bezahlt worden ist.
Deshalb kann Paulus hier auch davon schreiben, dass der Herr Jesus in Seinem Fleisch, also durch Seinen leiblichen Tod am Kreuz, die Feindschaft hinwegtat. Diese Feindschaft ist also die Tatsache, dass jeder Mensch als Feind Gottes geboren wird. Sie zeigt sich dadurch, so fährt Paulus fort, dass der Mensch nicht imstande ist, das Gesetz der Gebote in Satzungen zu halten. Er kann nicht so leben, wie Gott Sich das wünschen würde. Weil er sich immer wieder falsch entscheidet und falsch handelt. Dadurch zeichnet sich der Mensch als Feind Gottes aus. Er vertraut Gottes Wort nicht, kennt es nicht gut genug, verwirft es, lebt nach eigenen moralischen Maßstäben, schummelt sich durch das Leben hindurch, und so weiter. Feindschaft gegen Gott, Auflehnung gegen Gott. Rebellion gegen Gott. Das ist der Mensch. Ein Rebell, durch und durch. Selbstsüchtig, durch und durch. Er lädt Schuld auf sich ohne Ende und hat noch Freude daran.
Wie gut, dass der Herr Jesus einen Ausweg geschaffen hat. Einen Weg aus dem Dilemma der Selbstbezogenheit des Menschen. So ist Er uns zum Frieden geworden, indem Er den Krieg mit der Sünde und dem Tod erfolgreich zu Ende geführt hat. Deshalb gibt es ewiges Leben mit Ihm für alle, die da glauben. Er hat beide, nämlich jüdische Gläubige und nichtjüdische Gläubige miteinander versöhnt und vor allem sie alle zusammen mit Gott versöhnt. Sie sind zu einem neuen Menschen geworden. Zu einem Menschen, der Frieden hat mit Gott, mit sich selbst und mit dem Rest der Welt. Der Herr Jesus ist uns mit dem Dienst der Versöhnung vorangegangen und hat uns den Weg gezeigt, auf welchem Versöhnung stattfinden kann: Der Weg nach oben führt nach unten. Versöhnung findet dort statt, wo man bereit ist, Schuld einzugestehen und Vergebung anzunehmen. Versöhnung findet dort statt, wo man den anderen in seinem Anderssein annimmt, bedingungslos. Und Versöhnung findet in erster Linie dort statt, wo der Herr Jesus diese Versöhnung für uns erwirkt hat: Am Kreuz von Golgatha. In den Wunden Seiner Hände und Füße ist uns Heilung geschenkt. Die Wunden Seiner Hände und Füße machen uns aber auch feinfühlig und verwundbar, damit wir bereit werden, auf unseren Nächsten bedingungslos und echt einzugehen. Bist du ein Versöhnter? Hast Du den Frieden Jesu mit Gott, dir selbst und deinen Mitmenschen? Wo ist dein Platz in dem Dienst der Versöhnung?