Die Bibel als Gesamtes: Heilsgeschichtlicher Überblick

Die Bibel möchte in ihrer Gesamtheit verstanden und auch so gelesen werden. Damit wir diese Forderung ernst nehmen können, müssen wir uns mit der Botschaft der Bibel als Gesamtheit befassen, bevor wir die einzelnen Teile betrachten können. Wie wir gesehen haben, ist das Alte Testament in vier Teile gegliedert, und die Thora ist das eigentliche Zentrum des Alten Testaments, von welchem wiederum die Vorschriften für den Versöhnungstag im Mittelpunkt stehen. Somit kann man den Begriff „Versöhnung“ oder „Sühne“ als kurze Beschreibung dessen wählen, worum es im Alten Testament geht. Das ist äußerst spannend, denn beim genauen Hinsehen geht es auch im Neuen Testament um genau jenes: Versöhnung oder Sühne. Das Kreuz Christi ist das Zentrum des gesamten Neuen Testaments und wird dort vielfach als endgültige Erfüllung des alttestamentlichen Versöhnungsdienstes bezeugt. Dies müssen wir beachten, wenn wir uns dem dem Verhältnis der beiden Testamente zuwenden wollen.

Am Anfang der Bibel steht der Wunsch und Plan Gottes, Sich Selbst, Sein Wesen zu offenbaren, also sichtbar zu machen. Die Frage, was vor der Schöpfung gewesen sei, ist unsinnig, denn es gab vor der Schöpfung noch keine Zeit, und deshalb auch kein „davor“. Gott existiert außerhalb von Raum und Zeit, jene beiden sind erst durch die Schöpfung entstanden. Am Ende der Schöpfung wird schlussendlich der Mensch geschaffen, nach dem Bilde Gottes. Ihm wird der Auftrag gegeben, für den Rest der Schöpfung „Gott“ zu sein, also nach bestem Wissen und Gewissen für die Schöpfung zu sorgen. Für diese Aufgabe stehen ihnen alle Möglichkeiten offen außer einer einzigen: Von den Früchten eines bestimmten Baumes in der Mitte der Schöpfung dürfen sie nichts essen.

Doch es kommt, wie es kommen musste, die Frau isst von der Frucht und gibt ihrem Mann auch davon, und er isst auch. Daraufhin erkennen sie ihre Nacktheit und verstecken sich. Diese Nacktheit wurde von jüdischen Bibelauslegern meines Erachtens zu Recht mit dem Verlust der natürlichen Unschuld und Heiligkeit des Menschen vor dem Fall interpretiert. Diese Nacktheit, die Schuld, die durch die Sünde entstanden ist, musste bedeckt werden. Von Anfang an soll den Menschen bewusst werden, dass der Lohn für die Sünde der Tod ist, deshalb bekommen sie Kleider aus Tierfell, die einem blutigen Schlachtritual entstammen. Diese Tieropfer sollen immer bezeugen, dass es ohne Tod keine Sühne gibt. Auch der große jährliche Versöhnungstag ist von diesen blutigen Opfern geprägt, die den Menschen zeigen sollen: Die Vergebung von Sünde benötigt ein Opfer anstelle dessen, der gesündigt hat. Und es weist zugleich auf den hin, der diesen Opferdienst dereinst an sich selbst erfüllen soll und damit alle Tieropfer unnötig macht. Diese Opferpraxis als „primitiv“ zu bezeichnen wird ihr jedoch absolut nicht gerecht. Es mag für uns barbarisch aussehen, aber diese Rituale sind ein deutliches Zeichen dafür, dass Menschen sich bewusst sind, dass Sünde den Tod verdient. Insofern sind sie deutlich hochstehender als das humanistische Gerede von der billigen Gnade, die ohne Opfer auskommen will. Es wird nämlich weder dem Wesen Gottes noch dem Wesen des Menschen oder gar dem Wesen der Sünde gerecht.

Bei der Versöhnung oder Sühne geht es um eine Bedeckung. Es geht um die Bedeckung, also das Zudecken von Schuld und Sünde. Zudecken ist nicht mit Verstecken gleichzusetzen, ganz im Gegenteil. Das Bedecken mit dem Blut des Opfertieres entspricht der „Reinigung durch das Blut“, es ist somit ein Reinigen und entspricht einem Wegnehmen der Schuld vor Gott. Die Bedeckung geschieht durch den „Sündenbock“, der bereits die Strafe selbst bezahlt hat.

Doch es geht letzten Endes nicht nur um das Wegnehmen der Schuld, sondern um ein neues Leben mit Gott. Ein ewiges Leben. Ein Leben, das hier auf der Erde beginnt und nie aufhören wird. Aus diesem Grund ist Jesus als der richtige Sündenbock gekommen. Das hält die beiden Testamente zusammen. Das versöhnte Gottesvolk soll als solches ein Licht in der Welt sein und anderen zum Vorbild werden. So ist der Missionsauftrag nicht etwas, das erst im Neuen Testament auftaucht. Bereits das das Israel des Alten Testaments kennt den Auftrag, als Gottesvolk den anderen Völkern dieses Leben mit Jahwe vorzuleben. Und auch das Israel des Alten Testaments kennt bereits die Verheißung des ewigen Lebens mit Gott. Nicht nur durch die Schöpfung, welche für die gesamte Ewigkeit geschaffen wurde, sondern auch aus vielen anderen Verheißungen. Sie alle werden im Neuen Testament durch Jesus und die ersten Apostel bestätigt, erneuert und näher erläutert.

Die Bibel und ihr Weltbild

Die Bibel hat ein ihr eigenes Weltbild, und wenn wir sie verstehen möchten, so wie sie selbst verstanden werden will, müssen wir uns mit dem Weltbild der Bibel vertraut machen. Wenn wir dies tun, wird uns bei der Beschäftigung damit sehr schnell mal deutlich, dass sie uns letzte Antworten geben kann, denen sich alle anderen Quellen nur annähern können. In vielen Aussagen widerspricht sie auch dem weltlichen Weltbild, was aber nicht bedeutet, dass sie falsch ist, sondern dass alle anderen Zugänge zur Wirklichkeit sehr begrenzt sind. Ich bin dankbar für die Wissenschaft, solange sie wissenschaftlich arbeitet. Wo sie jedoch ideologisch eigene Theorien zum Dogma macht, müssen wir uns dagegen wehren.

Die Bibel kennt zum Beispiel eine eigene Geschichtsschreibung, die nicht mit derjenigen der meisten modernen Historiker übereinstimmt. Damit das Weltbild der Bibel verstanden werden kann, müssen wir uns auch auf diese andere Geschichtsschreibung einlassen, also von ihr ausgehen bei der Lektüre der Bibel. Es ist ja bekannt, dass es durch die unterschiedlichsten Regierungen schon zu diversen Geschichtsneuschreibungen gekommen ist. So erstaunt auch nicht, dass die feministische Bewegung unter ihrer “Vorbeterin” Simone de Beauvoir zum Beispiel auch so eine utopische Geschichtsneuschreibung bekommen hat. Jede Geschichtsschreibung hat ihr eigenes, ihr zugrunde liegendes, fundamentales Weltbild. Dasjenige des Feminismus zum Beispiel “Mannsein und Frausein ist nur anerzogen” (bislang ohne Belege), “das Ideal war die Zeit, als das Matriarchat herrschte” (bislang ohne Belege) und “was wir brauchen, ist der “androgyne” Mensch, dann wird alles wieder gut” (auch dies bislang ohne jeglichen Beweis). Das Geschichtsbild prägt immer ihre Kultur, da es Ideale beinhaltet und die jeweilige Kultur in eine bestimmte Richtung prägt und entwickelt.

Die Bibel hat ihrerseits auch ein eigenes Geschichtsbild. Wichtig ist zunächst einmal das Bild der Religionsgeschichte. Ich finde die vergleichende Religionswissenschaft total spannend. Ich versuche mal kurz die biblische Religionsgeschichte zu umreißen und kurz und knapp zu vergleichen. Die moderne Religionswissenschaft sagt zum Beispiel, dass sich die Religion von animistischer Religion (Dinge, Bäume, Sterne, Mond, etc. wird als belebt angesehen) via Polytheismus zum Monotheismus entwickelt habe. Dies wird ganz einfach vorausgesetzt, da man den Animismus als „primitivste“ und den Monotheismus als „höchstentwickelte“ Religion betrachtet (den Atheismus lässt man da zumeist außen vor). Die Ergebnisse dieser Geschichtsumdeutung per Definition lässt sich auch bisher keinesfalls handfest nachweisen, aber die gesamte hist.-krit. Theologie untersucht die Bibel nach den Kriterien dieser Definitionen. Im Vergleich dazu sieht die Bibel den Monotheismus als Ursprung der Religionen und alle anderen Religionsformen als „Devolution“, als Niedergang des eigentlichen Glaubens an Jahwe, den Einen Gott der Bibel.

Wenn wir uns der Bibel annähern, müssen wir uns bewusst werden, was sie ist. Sie ist eine von Gott inspirierte Sammlung aus von Menschen geschriebenen Dokumenten. Dabei haben aber diese verschiedenen Dokumente verschiedene Aufgaben, man spricht von einem unterschiedlichen „Sitz im Leben“. Ich wähle diesen Begriff mal, weil er einigermaßen das aussagt was ich damit ausdrücken möchte. Das AT hat je nach Definition drei oder vier verschiedene Arten von Dokumenten. Die Juden sprechen von dreien, nach ihnen nennen sie das AT TaNaKh (Thora [die fünf Bücher Mose], Neviim [die vorderen {Josua bis 2. Chronik} und die hinteren {Jesaja bis Maleachi} Propheten] und die Khetuvim [das bedeutet „Schriften“, das sind Hiob bis Hoheslied]. Ich persönlich nenne die vorderen Propheten „Geschichtsbücher“. Jede dieser vier Arten hat ihre eigene Aufgabe.

Die Thora enthält das mosaische Gesetz und besteht aus drei Teilen: 1. Die Genesis mit der Schöpfung und den Patriarchen, 2. der Auszug von Ägypten zum Sinai plus vierzig Jahre Wanderung in der Wüste (Exodus, Leviticus und Numeri), 3. die Abschlusspredigten des Mose (Deuteronomium). Das Zentrum der Thora ist Leviticus 16 mit der Beschreibung des Versöhnungstages, und das steht auch für das gesamte Programm des AT in Kürze: Die Versöhnung des sündigen Menschen mit Gott. Die Thora ist der Mittelpunkt allen geistlichen Lebens des ATs und auch des späteren Judentums.

Die Geschichtsbücher erzählen die Geschichte des Volkes Israel von der Jordan-Überquerung bis zum Wiederaufbau Jerusalems nach dem Babylonischen Exil. Sie geben uns auch einen tiefen Einblick in gottgewünschte Politik und das Problem der Korruption.

Die Prophetenbücher erzählen uns, wie das Volk Israel immer wieder von Jahwe abgefallen ist und von vielen vielen Propheten, die gesandt wurden von Jahwe, um sie wieder zur Thora zurückzubringen. Überhaupt weisen alle drei übrigen Teile des AT auf die Thora als Zentrum hin.

Die Khetuvim schlussendlich beinhalten viel von Gottes weisen Ratschlägen an uns, wie wir das Leben am besten leben können und auch viele Lieder, die zu allen Zeiten bis heute in vielen Gottesdiensten und Synagogen gesungen werden.

Drei Schutzmauern zum Allerheiligsten

Ich möchte heute etwas schreiben, was mir seit Längerem auf dem Herzen liegt. Es geht um unseren christlichen Glauben und die Gemeinde. Die Gemeinde ist der Tempel Gottes, der aus uns einzelnen Gläubigen als lebendigen Steinen besteht. Deshalb wollen wir zunächst den ursprünglichen Tempel, die Stiftshütte in der Wüste, betrachten. Diese bestand aus drei Teilen. Außen der eingegrenzte Vorhof, in welchem der Brandopferaltar und das Waschbecken stand. Nachdem man an diesen zwei Geräten vorbei war, kam man zum äußeren Zelt. In diesem befand sich auf der linken Seite der siebenarmige Leuchter, auf der rechten Seite der Tisch mit den Schaubroten und vor dem inneren Zelt, dem Allerheiligsten, der Rauchopferaltar. Im Allerheiligsten drin befand sich die Bundeslade mit dem Sühnedeckel und zwei goldenen Cherubim, die darüber thronten.

Diese Bestandteile beschreiben den Weg des Glaubens, den Weg zum Vaterherzen Gottes und den Weg der Gemeinde zum Allerheiligsten. Der Vorhof konnte von allen Israeliten besucht werden. Auf dem Brandopferaltar wurden die Tiere für das Sündopfer geopfert. Wenn jemand gesündigt hat, brachte er ein Opfertier zum Tempel. Dort bekannte er dem Priester seine Sünde, legte dem Tier die Hand auf den Kopf und schlachtete es, indem er dem Opfertier die Halsschlagader aufschnitt. Mit dem Auflegen der Hand übertrug er seine Sünde auf das Tier und bekannte mit dem Schächten, dass er eigentlich verdient hätte, zu sterben. Dies diente auch dazu, dass man sich in Zukunft mehr Gedanken machte, was Sünde bedeutet. Der Lohn der Sünde ist der Tod, schrieb Paulus (Römer 6, 23). Jeder Israelit wusste dies, denn seine Sünden kosteten zahlreichen Tieren das Leben. Als eigentliches Opferlamm kam Jesus Christus und starb an unserer Stelle (Hebräer 9, 14). Seither ist es nicht mehr notwendig, für seine Sünden Tiere zu schlachten. Ein für alle Male ist der Herr Jesus gestorben und auferstanden und hat damit unser aller Sünde bezahlt (Hebräer 7, 27).

Das zweite Gerät im Vorhof ist das kupferne Waschbecken. Dort drin mussten die Priester sich jeden Tag, bevor sie ihren Dienst antraten, ihre Hände und Füße waschen. Das Waschbecken war außen ganz kupfern, das heißt, es bestand aus dem Metall, welches damals für Spiegel genutzt wurden. Wer sich also in dem Waschbecken wusch, musste sich die ganze Zeit selbst ansehen, und damit auch seine mangelnde Perfektion erkennen. Jesus griff das Motiv des Vorhofs bei der letzten Zusammenkunft vor der Kreuzigung im Obergemach auf und sagte seinen Jüngern, dass jeder, der einmal ganz gereinigt ist (der sich bekehrt hat) nur noch nötig hat, seine Füße gewaschen zu bekommen (Johannes 13, 10). Die Fußwaschung ist die sich immer wieder erneut wiederholende Bitte: Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldnern (Matthäus 6, 12). Sich gegenseitig die Füße zu waschen bezieht sich somit auch auf die gegenseitige Vergebung.

So ist der Vorhof also das in unserem Leben, was nach außen hin sichtbar ist. Es ist die erstmalige Bekehrung und Abkehr von der Sünde, sowie das tägliche Leben in der Heiligung. Die erste Mauer der Gemeinde ist also das Leben der Gemeindeglieder. Dieser Schutz wird durch die Bereitschaft zur Gemeindezucht aufrechterhalten. Eine Gemeinde, die nicht mehr bereit ist, Gemeindezucht zu üben, hat der Welt und der Sünde ein erstes Tor offengelassen. Das Aufgeben der Gemeindezucht ist ein erster sichtbarer Schritt in die Welt hinein.

Im äußeren Zelt, dem Heiligtum, befinden sich wie bereits festgehalten drei Geräte: Die Menorah, das ist der siebenarmige Leuchter, steht für den Heiligen Geist, welcher der Autor der Bibel ist. Er hat die Schreiber der biblischen Bücher inspiriert und ihnen die richtige Erleuchtung gegeben, um das aufzuschreiben, was Gott allen Generationen und Völkern aller Zeiten sagen möchte, ist aber zugleich auch derjenige, der beim Lesen und Hören das richtige Verständnis des geschriebenen Wortes gibt. Die sieben Leuchter stehen für die Göttlichkeit des Heiligen Geistes und das Öl in ihnen für die geistliche Salbung (1. Johannes 2, 20; 27). Diese ist notwendig, damit wir die Bibel überhaupt verstehen können.

Als Zweites befindet sich da auch der Tisch mit den Schaubroten. Dies sind Brote, die regelmäßig nach genauen Vorgaben neu gebacken und nach ebenso genauen Vorgaben auf diesem Tisch ausgerichtet werden mussten. Jesus sagt von sich selbst: „ICH bin das Brot des Lebens“ (Johannes 6, 48) und: „Niemand lebt vom Brot allein, sondern von einem jeglichen Wort aus dem Munde Gottes“ (Matthäus 4, 4). Jesus ist das fleischgewordene Wort Gottes, man könnte auch sagen das Wort Gottes (die Bibel) in einem menschlichen Körper (Johannes 1, 14).

Das dritte Gerät im Heiligen ist der Räucheraltar. Auf diesem wurden Tag für Tag Rauchopfer dargebracht. Wie wir aus Offenbarung 5, 8 erfahren, ist dieses Rauchopfer ein Sinnbild für unser Gebet. Wenn wir beten, steigen unsere Gebete wie Rauch zu Gott auf und werden von einem Engel in einer Schale überbracht. Auch hier hilft uns der Heilige Geist, denn wir wissen nicht, was wir beten sollen. Er schenkt uns Erkenntnis darüber wenn wir in Gottes Wort lesen, dessen Urheber der Heilige Geist ist.

Die mittlere Schutzmauer ist somit das Zwiegespräch mit Gott, das in erster Linie durch das Lesen der Bibel und das Gebet geschieht. Satan versucht beständig, diese Schutzmauer einzureißen, indem er uns vom Gebet abhält und die Unfehlbarkeit und Allgenügsamkeit der Bibel in Frage stellt. Es stimmt, dass Gott auf unzählige Arten zu uns sprechen kann, doch haben wir alles, was wir brauchen in der Bibel. In ihr finden wir die Antworten auf unsere Fragen. Wir dürfen uns freuen, wenn Gott auch auf andere Arten zu uns spricht, doch dies ist weder heilsnotwendig noch sollen wir es bewusst suchen. Wenn wir auf das Lesen der Bibel verzichten und stattdessen von Gott erwarten, auf andere Weise eine Antwort zu bekommen, ist das Hochmut. Und bekanntlich widersteht Gott den Hochmütigen. Ebenso ist jegliches bewusste Ablehnen von Teilen der Bibel ebendieser Hochmut und führt ins Verderben. Wo die Bibel als ewiger, letztgültiger und in jeder Situation aktueller Maßstab abgelehnt wird, gibt es kein Fundament mehr, das halten kann. Deshalb ist es ja gerade auch diese Schutzmauer, auf die Satan beständig einstürmt.

Im Allerheiligsten, im innersten Raum, da stand die Bundeslade. Dies war eine Art von Truhe, in welcher sich die zwei Tafeln mit den Zehn Worten (Geboten) befanden. Dies war das Gesetz, gegen welches niemand verstoßen durfte und welches das Leben der Israeliten sowohl mit Gott als auch untereinander regelte. Oben auf der Bundeslade war der Sühnedeckel, ein mit Gold überzogener Deckel, auf dem zwei goldene Cherubim waren. In die Mitte zwischen die beiden Cherubim war die Schechina-Herrlichkeit, das ist die Gegenwart Gottes. Dort hin musste jedes Jahr am Jom Kippur (Versöhnungstag) das Blut eines Bockes gespritzt werden. Das Blut deckte die Sünden (gegen das darunter liegende Gesetz) des Volkes zu. Dieses Bedecken ist die Versöhnung, auch Gnade genannt. Die Gnade ist die Kraft des Heiligen Geistes, die uns zur Bekehrung bringt und uns hilft, ein Gott gefälliges Leben zu führen. Wo die Versöhnung geleugnet wird, hat Satan den Tempel ganz eingenommen. Leider ist dies in zunehmend mehr Gemeinden der Fall. Wo die äußerste Schutzmauer einmal gefallen ist, wird es nicht allzu lange dauern, bis die nächste dran kommt. Und auch nach der Zweiten bis zur Dritten ist nur ein kleiner Schritt.

Deshalb lasst uns selbst prüfen, welche unserer Mauern noch intakt sind. Lasst uns kämpfen und nicht aufgeben dabei. In einer Zeit, in welcher zunehmend auch bibeltreue Gemeinden fallende Mauern sehen, ist das nicht einfach. Wir brauchen eine geistliche Erneuerung, gerade besonders auch an den Ausbildungsstätten, den Universitäten, wo Menschen für den Dienst in Gottes Tempel zugerüstet werden. Lasst uns nicht müde werden, die Zentralität des Sühnewerks auf Golgatha, der Unfehlbarkeit und Allgenügsamkeit des Wortes Gottes und des Lebens im Gehorsam nach Gottes Willen festzuhalten. Und lasst uns beten, dass eine Erweckung kommt, eine Erweckung an geistlichen Leitern, die bereit sind, sich ganz und gar dem Wort Gottes zu unterstellen. Mit dem Herrn Jesus auf dem Banner und dem Wort Gottes als zweischneidiges Schwert ist uns der Sieg gewiss.

Der Islam aus biblischer Sicht

„Islam“ bedeutet „totale Hingabe oder Unterwerfung unter Allah, Ergebung in Gottes Willen“. Fälschlicherweise wird von vielen heute angenommen, das Wort Islam sei vom Wort „salaam“ abgeleitet, was „Friede“ bedeutet. Dies ist aber grammatikalisch nicht möglich. Der Islam wurde von Mohammed gegründet. Mohammed lebte von 570 – 632 im heutigen Saudiarabien. Früh schon starben seine Eltern und er musste als Hirte seinen Lebensunterhalt verdienen. Als er 25 Jahre alt war, wurde er von der reichen Kaufmannswitwe Chadidscha als Kameltreiber angestellt und schon kurz darauf heiratete sie (als 40-jährige) den jungen Mohammed. Nun fand er Zeit, das zu tun, was er schon immer tun wollte: Jedes Jahr zog er sich für einige Zeit in eine abgelegene Höhle zurück und dachte über Gott und die Welt nach. Er lebte in einer Stadt, in der die Leute alle möglichen Steine, Sterne, Bäume und vieles mehr aus der Natur als Götter anbeteten und diesen Opfer brachten um sie gnädig zu stimmen. Als Kaufmann reiste Mohammed viel und oft kam er mit jüdischen und christlichen Händlern zusammen, und bei allen stellte er viele Fragen. In der Einsamkeit seiner Höhle konnte er dies alles überdenken und sich damit aktiv auseinandersetzen. Als er 40 Jahre alt war und gerade mal wieder da draußen saß, da hatte er eine Erscheinung, die sich als Engel Gabriel ausgab, ihn berief als Allahs letzten Propheten aufzutreten und die wahre Lehre zu verkünden. Etwas verwirrt kehrte er zu Chadidscha zurück, die ihm aber bestätigte, dass auch sie überzeugt sei, dass er dieser Prophet sei. So entschied er sich, in seiner Heimatstadt Mekka aufzustehen und seine Lehre zu verkünden.

Mohammed sah sich nicht als Lehrer einer neuen Religion, sondern als letzter und unfehlbarster Prophet einer sehr langen Folge von bisherigen Propheten. Er nannte Noah, Lot, Mose und einige mehr der alttestamentlichen Propheten als seine Vorgänger und Jesus (Isa ben Marjam) schließlich als zweitletzten und damit zweitgrößten Propheten, der lebte. Allah hatte dafür gesorgt, dass immer wieder Propheten auftauchten, die aber allesamt dasselbe lehrten wie auch er, Mohammed. Nur dass bisher noch niemand die volle Botschaft hatte, die er nun verkündete. Er war ein Vernunftmensch, der überzeugt war, dass der Glaube eine rein vernunftgemäße Zustimmung der Wahrheit sei. Jeder, der sich durch vernünftige Argumentation überzeugen ließ, zum Islam überzutreten, sei ein Gläubiger geworden. Deshalb ist es auch so einfach, Moslem zu werden: Man braucht bloß mit zwei Zeugen zusammen, die schon Moslems sind, das Glaubensbekenntnis auszusprechen, dass kein Gott außer Allah und Mohammed sein Prophet sei, und schon ist man dieser Religion beigetreten.

Der Islam ist eine ethisch hochstehende Religion, die besagt, dass jeder Mensch aus eigener Kraft gut leben könne, da er von Natur aus gut sei. Der Islam kennt 15 Gebote. Sie stehen in Sure 17 und sind den biblischen zehn Worten sehr ähnlich:

  1. Keine anderen Götter neben Allah

  2. Behandle deine Eltern mit Güte

  3. Sage deinen Eltern nie: Pfui! (im Arabischen ist das ein Wort des Tadels)

  4. Weise deine Eltern nicht zurück, sondern rede ehrfurchtsvoll mit ihnen

  5. Sei barmherzig gegen deine Eltern

  6. Gib deinen Verwandten, was ihnen zusteht, ebenso dem Bettler und dem Wanderer

  7. Sei kein Verschwender

  8. Sei großzügig aber nicht verschwenderisch

  9. Töte nicht aus Angst vor der Armut deine Kinder

  10. Übt keine Unzucht

  11. Tötet kein Leben, das Allah unverletzlich gemacht hat, außer wenn es rechtmäßig ist

  12. Behandelt die Waisen gut

  13. Gebt volles Mass, wenn ihr messt und wägt mit richtiger Waage

  14. Richte nicht, wo du keine Ahnung hast, denn Ohr, Auge und Herz werden zur Rechenschaft gezogen

  15. Sei Allah gegenüber nicht stolz auf dieser Erde

(Diese 15 Gebote sind vereinfacht dargestellt und teilweise schon auslegend übersetzt, wo nötig)

Allah steht im Islam in allem so weit über dem Menschen, dass er unnahbar ist. Das zeigt sich zum Beispiel darin, dass der Moslem völlig anders betet als ein Christ. Ein Moslem darf Allah nicht mit den alltäglichen Sorgen und Nöten belästigen, denn Allah weiß um alles, was der Mensch braucht. So sollte ein Moslem Allah nicht um irgend etwas bitten, sondern nur danken und loben. Das Gebet, das man im Islam jeden Tag fünf Mal in Richtung Mekka aufsagt, ist deshalb reiner Lobpreis Allahs, wenn man das so sagen darf. Zumindest in der Theorie hat das Bitten im Islam keinen Platz. Im Volksislam sieht es wohl etwas anders aus, also im praktischen Leben der einfachen Moslems, die nicht so sehr den Zutritt haben zur ganzen Literatur der muslimischen Theologen.

Wie bereits kurz erwähnt, hat Jesus als Isa ben Marjam durchaus seinen Platz im Koran. Dort lesen wir in knapp 200 Versen von ihm. Doch vieles, was die Bibel über Jesus lehrt, wird strikt im Koran abgelehnt. Hier mal eine kurze Betrachtung:

Moslems glauben, dass Jesus auf die Erde gekommen ist und gelehrt hat. Sie glauben, dass er von der Jungfrau Maria ohne väterliche Zeugung durch Josef geboren ist, sondern dass Allah Jesus einfach in Maria drin erschaffen habe. Sie glauben auch, dass Jesus dann als Handwerker gearbeitet habe und später als Lehrer umhergezogen sei mit seinen Schülern. Sie glauben, dass Jesus jedes einzelne Wunder, von dem die Bibel berichtet, und noch viel mehr, getan habe. Bei dem, was wir jedoch von der Lehre Jesu in den Evangelien lesen, glauben sie, dass vieles davon von seinen Jüngern falsch verstanden und deshalb fehlerhaft aufgeschrieben worden sei. So hat Jesus zum Beispiel in Joh. 14, 26 gesagt: Ich sende einen anderen Beistand (im Griechischen steht “allos parakletos”). Hier sagt ein Moslem: die Bibel ist verfälscht, statt parakletos muss da periklytos stehen. Periklytos bedeutet „der sehr Gelobte / Gepriesene“ und die arabische Übersetzung davon ist Ahmad oder Mohammad. Auf diese Weise haben auch besonders moderne Islamtheologen das ganze Neue Testament zerpflückt, zerlegt und alles, was dem Koran widerspricht gestrichen oder geglättet. Die Moslems glauben auch, dass Jesus angeklagt und des Kreuzes verurteilt wurde. Aber für sie ist es unmöglich, dass Allah zulässt, dass irgend einer seiner Propheten einen Verbrechertod sterben muss. So glauben sie, dass Allah in dem Moment, bevor Jesus die Nägel durch die Hände und Füße getrieben worden seien, Allah einen anderen Mann, der Jesus ähnlich sah, an die Stelle am Kreuz gelegt und sterben lassen habe. Auch an die Wiederkunft Jesu glauben sie: An einem bestimmten Tag wird Allah Jesus wieder zurücksenden auf die Erde, damit er da den Islam als einzig wahre Religion verkündet, das Kreuz als Zeichen des Irrglaubens zerstört und alle Ungläubigen (alle Nichtmoslems) tötet und beim Jüngsten Gericht als Zeuge gegen sie auftritt.

Traurig ist, dass der Islam für die Moslems keine Heilsgewissheit kennt. Allah wird von all den Moslems nur einige ins Paradies lassen. Eine Ausnahme sind Märtyrer, die um der Verbreitung des Islam oder des Tötens der Ungläubigen willen freiwillig sterben. Diese bekommen sozusagen automatisch das Paradies zugesichert. Alle anderen müssen ihr Leben lang versuchen, die Gebote möglichst gut zu halten und zittern bis zum Tod darum, ob sie wohl von Allah fürs Paradies oder die Hölle bestimmt werden.

Dem Berufungserlebnis Mohammeds kann entnommen werden, dass Mohammed, ähnlich wie schon Buddha, sich in seiner Meditation dämonischen Mächten ausgeliefert hat. Er kannte damals die Bibel recht gut und ist deshalb auch vollkommen unentschuldbar. Er erzählte, dass er vom Engel Gabriel unter starker Gewaltanwendung dazu gezwungen worden sei, Schriftrollen aufzuessen. Und SO handelt nur Satan, der Vater der Lüge.

Im Gespräch mit Moslems sollten wir immer zuerst mal bereit sein, zuzuhören, um die persönliche Sicht des anderen zu verstehen. Wir können daraufhin auf die fehlende Heilsgewissheit, das Gebet, die angeborene Bosheit des Menschen oder die Liebe Gottes eingehen. Trotz der vielen Entleihungen aus der Bibel müssen wir uns immer bewusst sein, dass ein Moslem immer jemand ist, der den wahren Gott der Bibel NICHT kennt. Er ist von Satan verführt und betet einen dämonischen Götzen an!

Der Buddhismus aus biblischer Sicht

In seiner eigentlichen Art ist der Buddhismus abgeleitet vom Hinduismus. Deshalb ist es sinnvoll, als Vorbereitung auch den Artikel über den Hinduismus zu lesen und zu überdenken. Im Gegensatz zum Hinduismus ist der Buddhismus eine Religion mit einem historischen Gründer. Deshalb sollte man sich zu Beginn kurz mit dem Leben des historischen Buddha auseinandersetzen. Er wurde um ca. 560 v. Chr. unter dem Namen Siddhartha Gautama aus dem Hause der Shakyas geboren. Die Shakyas waren ein reiches Kshatriya-Geschlecht, also Leute aus dem Stand der Könige und Politiker. Siddhartha wuchs sehr behütet und prunkvoll auf. Er schrieb, dass er sich mit Benares-Sandel salbte und nur mit Benares-Tuch gekleidet wurde (sehr teure, hochwertige Ware). Weiter schreibt er: „Bei Tag und Nacht wurde ein weißer Sonnenschirm über mich gehalten. Ich hatte einen Palast für den Winter, einen für den Sommer und einen für die Regenzeit. In den vier Monaten der Regenzeit verließ ich den Palast überhaupt nicht.“ Man versuchte, ihn so glücklich aufwachsen zu lassen, dass er möglichst nichts von Krankheit, Tod und Alterungsprozess mitbekommen konnte. Dazu ließ man den Park um seine Paläste vor seinen Ausfahrten von Wachen räumen und absperren. Doch irgendwie hat das nicht funktioniert. Irgendwie haben sich auf vier aufeinander folgenden Ausfahrten im Park Menschen eingeschlichen (er selbst meinte, dies seien Reinkarnationen eines Gottes gewesen): ein Greis, ein Kranker, ein Leichnam und ein Asket. So erlebte er im Alter von 29 Jahren zum ersten Mal etwas von der Vergänglichkeit des Lebens. Er befasste sich daraufhin mit dem Leben und der Erlösung. Er ging zu verschiedenen Lehrern und ließ sich in die Künste der Ekstase aber auch der Askese einführen. Beides schien ihm nicht wirklich der Weg zu seiner Erlösung zu sein, und so verließ er sie und wanderte allein umher.

Sieben Jahre nachdem er von zu Hause aufgebrochen war, hatte er ein erstes Erleuchtungserlebnis, als er unter einem Feigenbaum saß. In drei Nachtwachen verstand er plötzlich die drei Stufen der Erlösung: 1. seine früheren Daseinsformen, 2. die Reinkarnationen der anderen Wesen um ihn herum und 3. die vier edlen Wahrheiten (1. jeder Mensch muss leiden, 2. die Ursache für alles Leiden ist der Durst danach, etwas anderes zu sein als man ist; 3. die einzige Möglichkeit, dieses Leiden aufzuheben, besteht darin, den Durst aufzugeben; 4. der Weg, um den Durst aufzugeben) sowie die drei Grundübel (Sinneslust, Werdenslust und Unwissenheit). Sein Weg ist der „mittlere“ oder „goldene“ Weg zwischen den Extremen der Sinnenlust, Völlerei, Ekstase auf der einen, sowie Askese, Fasten und Selbstquälerei auf der anderen Seite. Sein Ziel ist moralisch-sittliche Vollkommenheit, die durch Meditation Schritt für Schritt gewonnen wird.

Der Weg, um das Streben nach Veränderung aufzugeben, ist der achtteilige Weg:

  1. Man muss die vier edlen Wahrheiten und die drei Grundübel anerkennen

  2. Man muss seine Gedanken prüfen (sie sollen frei von Bosheit, Begierde und Gewalt sein)

  3. Man muss sein Reden prüfen (frei von Lüge, Verleumdung, Schimpfen und Schwatzen)

  4. Man muss sein Tun prüfen (nur das tun wollen, was die acht Teile des Weges verlangen)

  5. Man muss einen rechten Lebenserwerb suchen und sein Essen einschränken auf 1 Mahlzeit pro Tag

  6. Man muss mit dem Willen die Gefühle kontrollieren und nur die guten, hilfreichen zulassen

  7. Man muss lernen sich selbst zu beherrschen und zu zügeln

  8. Man muss sich so in sich selbst versenken, dass man in einen „göttlichen“ transzendenten Zustand hineinkommt und dadurch der unruhige Geist des Menschen zur Ruhe kommt

Der Mensch ist laut Buddha nicht einfach ein Mensch, sondern eine beliebige Zusammenstellung von verschiedenen „Daseinsfaktoren“. Von diesen Faktoren gibt es fünf unterschiedliche Klassen: 1. körperliche, 2. emotionale (Gefühle), 3. Wahrnehmung / Unterscheidungsfähigkeit, 4. Triebe und 5. intellektuelle Faktoren. Also: Jeder Mensch besteht aus Einzelteilen von diesen fünf Klassen und diese verändern sich ständig. Es gibt nicht einen festen Charakter des Menschen, sondern der Charakter verändert sich beständig je nachdem welche Faktoren hinzugefügt oder weggenommen werden. Somit fehlt auch im Buddhismus die Individualität oder Personalität des Menschen.

Buddha übernimmt vieles vom Hinduismus, lässt aber auch vieles weg. Zunächst die Unterschiede:

-Buddha lehnt alle Götter der Hindus von Grund auf ab, da sie niemanden erlösen können, sind sie keine Götter, sondern höchstens selbst auch erlösungsbedürftige Zwischenwesen und sieht sich selbst als über den Göttern stehend, da er die Erlösung erkannt hat

-Er lehnt das Kastensystem ab, umgibt sich mit Menschen aus allen Gesellschaftsschichten und Hintergründen.

-Die Erlösung besteht nicht im Einswerden mit einem Gott oder der Weltseele, sondern in der absoluten Selbstauflösung des Lebens und Wiedergeborenwerdens

-Man braucht kein Wissen aus den heiligen Schriften um erlöst zu werden

Ähnlichkeiten bestehen vor allem in:

-Die Welt ist ewig und unvergänglich, sie besteht aus beständigem Werden und Vergehen und Neuwerden, was aber zu immerwährend Gleichem führt (es gibt keinen Fortschritt)

-Das Gesetz des Karma, der Vergeltung: Die Taten im jetzigen Leben werden Folgen im nächsten Leben haben.

-Sansara (der Geburtenkreislauf, endlose Aufeinanderfolge von sterben und neu geboren werden.

-Das Weltgesetz Dharma, gute Taten helfen zur Vorbereitung der Erlösung, aber sie können niemanden erlösen.

-Das Weltgesetz muss anerkannt werden, damit eine Erlösung möglich sein kann.

Vom Standpunkt der Bibel muss gesagt werden:

-Buddha hatte auf jeden Fall ein Erlebnis, das er als Erlösungserlebnis bezeichnete. Er hat sich in sich selbst versenkt und sich dabei dämonischen Mächten ausgeliefert. Das ist übrigens bei sehr vielen Religionen (inklusive manchen christlichen Events) der Fall, in welchen mit ekstatischen Erlebnissen gespielt wird.

-Buddha kennt in seiner Philosophie überhaupt keine Gottheit. Er kennt nur das „göttliche“ da allmächtige Weltgesetz des Karma.

-Buddha geht es um das richtige Selbstverständnis des Menschen (er ist von Grund auf gut und fähig, sich selbst durch das Ringen um moralische Perfektion zu erlösen). Die Bibel hingegen hält fest, dass der Mensch dieses Gutsein und die Möglichkeit zur Selbsterlösung absolut entbehrt.

-Nach Buddha kann der Mensch nur durch sich selbst erlöst werden. Die biblische Lehre von der Erlösung aus Gnade ist ihm ein Gräuel, denn sie ist ihm zufolge eine ungerechte Erlösung: Wenn der Mensch aus Gnade erlöst wird, so wird ihm nicht durch das allgerechte Weltgesetz des Karma nach seinen guten oder schlechten Taten vergolten.

Anknüpfungspunkte:

-Gottes Gerechtigkeit ist in der Erlösung aus Gnaden enthalten

-Der achtteilige Weg zur Erlösung betont viele Tugenden, die auch die Bibel gebietet (10 Gebote, Frucht des Geistes, etc.)

-Das buddhistische menschenbild des guten Menschen auf seine Wahrheit überprüft

-Und natürlich auch hier das Vorleben des christlichen Lebens

Der Hinduismus aus biblischer Sicht

Es ist nicht ganz einfach, in der heutigen Zeit den Hinduismus zu verstehen. Wenn man mit Hindus zusammenkommt, ist es aber wichtig, ein wenig über diese Religion zu wissen. Hinduismus ist eine Religion der inneren Widersprüche – zumindest für unsere Vorstellung. Jede Lehre und jeder Kult hat darin Platz und wird von anderen Hindus (auch wenn sie diese nicht annehmen) toleriert. Es gibt sozusagen unendlich viele Erlösungswege und -möglichkeiten. Jeder kann sich seinen Weg aussuchen und danach leben. Jeder kann sich aussuchen, ob er an viele Götter, nur einen Gott oder gar keinen Gott glauben will. Manche wählen den Weg der Askese und der Meditation, andere suchen ihr Heil in ekstatischen Erlebnissen. Später mehr dazu. Was ist es denn, was die Hindus gemeinsam haben? Da sind drei wichtige Dinge:

Erstens kann man nur Hindu sein, wenn man als solcher geboren wird. Nur wer in einem der Stände des hinduistischen Kastensystems hineingeboren wurde, kann Hindu sein. Es gibt vier bis fünf Stände der Hindus: Brahmanen sind Priester-Lehrer. Sie leben nur von den Geschenken ihrer Schüler und ihre Aufgaben sind: Geschenke annehmen, die Veden vorlesen und auslegen und der Opferdienst in den Tempeln. Brahmanen sind der oberste Stand der Hindus. Der zweite Stand ist derjenige der Krieger, Feldherren Könige (Kshatriyas). Sie arbeiten nur als Regierungsbeamte, Könige und Soldaten im Kriegsfall und leben von den Steuerabgaben. Der dritte Stand ist der Nährstand (Vaishyas): Sie sind Händler, Bauern, Handwerker, und so weiter. Der vierte Stand sind die Diener (Shudras). Sie sind die Fabrikarbeiter, Küchenhilfen, Lastenträger, Töpfer, etc. Sie sind die unterste Kaste und dürfen zum Beispiel nicht in den Veden lesen oder sie vorgelesen bekommen. Die unterste Bevölkerungsschicht sind die Kastenlosen (Parias). Niemand darf sie berühren, weil er sich sonst verunreinigen würde.

Zweitens muss jeder Hindu die Veden irgendwie in sein Glaubenssystem einbauen. Wie ist letzten Endes egal, Hauptsache sie sind irgendwo integriert. Veda bedeutet „göttliches Wissen“ und bezeichnet die heiligen Schriften der Hindus. Sie sind seit ca. 2000 v. Chr. Bekannt und die Hindus behaupten, sie hätten keinen Verfasser. Darin enthalten sind Erzählungen von den Göttern, wie sie zum Beispiel für die Bewegung und Erhaltung des Lebens sorgen, etc. Ob man sie aber als personale Götter sieht oder lediglich als göttliche Kräfte, kann jeder Hindu selbst auswählen.

Drittens muss jeder Hindu am Dharma festhalten. Der Dharma ist das Weltgesetz, das den ganzen Kosmos zusammenhält und sozusagen „regiert“. Er beinhaltet das Gesetz des Karma, das besagt, dass jede Tat einen Einfluss auf unsere Zukunft hat, vor allem auf das nächste Leben, in das wir „wiedergeboren“ (Reinkarnation) werden. Das bedeutet zum Beispiel: Wer als Kastenloser geboren wird, ist selbst schuld und verdient kein Mitleid, denn das hat er sich selbst zu verdanken, da er in seinem letzten Leben zu viele schlechte Taten vollbracht hat. Jedes Lebewesen (von den Göttern zu oberst bis hinab zu den Pflanzen) hat je nach seiner Ordnung, in die er hineingeboren wurde, seine spezifischen Pflichten. Ein Brahmane hat zum Beispiel als Pflicht unter anderem, Geschenke anzunehmen. Ein Kshatriya hat die Pflicht, die unteren Stände finanziell auszubeuten mit Steuern und Abgaben. Jemand im Nährstand hat die Pflicht, seine Steuern zu zahlen und Geschenke zu machen. Wer seine Pflichten nicht treu einhält, wird im nächsten Leben mit einer Geburt im „tieferen Level“ sozusagen bestraft. Je tiefer unten man ist, desto mehr Wiedergeburten ist man noch von der Erlösung entfernt.

Da sieht man, dass der Hinduismus trotz seiner toleranten Haltung gegenüber allen Lehren eine total harte und unbarmherzige Religion ist. Was aber versteht der Hindu unter der Erlösung? Für den Hindu ist der Gedanke an ein ewiges Leben eine absolute Qual: Ist doch die Existenz nichts anderes als ein ewiger Kreislauf der Reinkarnationen. Somit ist für ihn die wahre Erlösung das Eintreten in die Nichtexistenz. Für ihn ist der Körper das Gefängnis der Seele und er wünscht sich, dass die Seele einmal nach einem körperlichen Tod nicht mehr in einen neuen Körper hineinkommen muss. Das ist wichtig zu wissen, wenn wir mit einem Hindu über die Erlösung sprechen. Wenn ein Hindu erlöst werden will, dann kann er zwischen drei Haupterlösungswegen aussuchen: Entweder er nimmt irgend einen beliebigen Hindugott (deren soll es 330 Millionen geben) und bringt diesem möglichst viele Opfer und rituelle Gebete dar, oder er sucht den Weg der Askese und Selbstdisziplin sowie Meditation oder er kann den dritten Weg der Ekstase wählen, in der er so lange durch wilde Tänze und das Anrufen einer bestimmten Gottheit verharrt bis er sich ganz als diese Gottheit fühlt, also sozusagen eins wird mit der Gottheit, mit ihr verschmilzt und dadurch die Erlösung erfährt. Wer einmal auf diese Art mit einer Gottheit eins geworden ist, so glaubt der Hindu, kann seine Erlösung nicht mehr verlieren. Sein einziges Ziel besteht von nun an darin, andere zu lehren, wie sie durch seinen Heilsweg gerettet werden können. Üblicherweise sind die Hindus überzeugt, dass fast nur Leute in der Brahmanenkaste erlöst werden können, die in den Krieger- und Ernährerkaste eventuell auch aber nur äußerst schwer, alle darunter müssen sich zuerst Leben für Leben und Kaste für Kaste „hocharbeiten“ um in die Reichweite der Erlösung zu kommen.

Nun wollen wir uns Gedanken machen, was die Bibel zu dieser Religion zu sagen hat und wo wir als Christen im Gespräch anknüpfen können. Wenn wir mit einem Hindu sprechen, darf uns überhaupt nichts überraschen. Noch einmal: Es ist möglich, jede andere Religion oder Philosophie zu einem guten Stück weit in den Hinduismus einzubauen. Wenn jemand sagt: Ich bin Hindu, aber ich habe den Jesus der Bibel zu meinem Gott gemacht, so bedeutet das noch lange nicht, dass er wirklich gläubig geworden ist. Das gibt es nämlich recht häufig, dass ein Hindu zufällig mal in der Bibel las und dann Jesus einfach ein wenig in seine hinduistische Philosophie eingebaut hat. Ein Hindu glaubt nämlich einiges, was nicht mit der Bibel übereinstimmt:

-Die Welt hat keinen Anfang und kein Ende (die Bibel lehrt, dass Gott die Welt erschaffen hat!)

-Der Mensch kann sich durch seine guten Taten hocharbeiten und letztendlich auch selbst erlösen (die Bibel lehrt, dass kein Mensch sich selbst erlösen kann!)

-Der Mensch ist von Grund auf gut und fähig zu einem moralisch guten Leben (die Bibel lehrt, dass der Mensch von Geburt auf gefallen und verderbt ist durch die Erbsünde und aus sich zu keinem guten Werk fähig ist, das Gott gefällt)

-Die Götter sind nicht allmächtig, sondern nur länger lebende und höher entwickelte Menschen (die Bibel lehrt, dass Gott allmächtig ist und über alles erhaben, über alle Schöpfung und alle Naturgesetze auch mit geschaffen hat)

-Einzig das Dharma, das Weltgesetz, nach dem alles funktioniert und sich in sich selbst erhält, ist allmächtig (die Bibel lehrt, dass Gott personal ist und kein „Weltgesetz“)

-Jeder Mensch ist austauschbar und hat keinen persönlichen eigenen Charakter (die Bibel lehrt, dass jeder Mensch einzigartig und als Person mit eigenem Charakter, etc. geschaffen ist)

-Wer in seinem Leben keine moralisch absolute Perfektion schafft – die durch Opfer ausgeglichen werden kann – wird immer wieder in einem neuen Leben in dieser Welt hineingeboren (die Bibel lehrt, dass es jedem Menschen gesetzt ist, einmal zu sterben, dann aber das Gericht kommt)

-Die Erlösung besteht im Eintreten in die Nichtexistenz oder absolute Auflösung des Seins (die Bibel lehrt, dass die Erlösung im ewigen Leben besteht)

Wo können wir also anknüpfen?

-beim personalen Gott der Bibel

-bei der Allmacht Gottes

-beim personalen Menschenbild der Bibel (Menschen mit unterschiedlichen Begabungen, etc.)

Und vor allem:

Lasst den Hindu in euer Leben hineinsehen, seid authentisch und lebt den Glauben kompromisslos!