Göttliche Offenbarung – Die Frage nach der letzten Autorität

Unsere Welt befindet sich heute in einer dunklen Nacht auf einem riesigen Marktplatz. Überall sind Menschen zu sehen, die eine Laterne mit sich herumtragen, doch alle sind dunkel. Diese rufen alle: Kommt zu mir! Ich habe es kapiert! Ich werde euch helfen! Jeder von diesen versucht, der Lauteste zu sein, denn je lauter einer ist, desto mehr Menschen werden ihn hören und versuchen, zu ihm zu kommen. Dabei stoßen sie immer wieder aneinander und fallen zu Boden. Sie streiten sich, rappeln sich wieder auf und laufen weiter, bis sie vom Nächsten zu Boden gestoßen werden.
In diese Situation hinein, auf diesen „Jahrmarkt der Eitelkeiten“, hat Jesus Christus Seine Gemeinde gestellt und gesagt: Ihr seid das Licht der Welt! Er hat uns Sich Selbst gegeben und gesagt: Ich bin das Licht der Welt. Und wir können das Licht der Welt sein, weil Er durch Seinen Heiligen Geist bei uns ist. Und das Licht, das Er uns gegeben hat, ist Sein Wort, die Bibel. Sie dient dazu, dass wir Menschen sehen können. Aber leider wollen viele Menschen nicht sehen, denn wenn sie sehen müssen, so können sie sich selbst erkennen – und was sie da sehen, gefällt ihnen nicht: Ehebruch, Unzucht, Unreinheit, Zügellosigkeit; Götzendienst, Zauberei, Feindschaft, Streit, Eifersucht, Zorn, Selbstsucht, Zwietracht, Parteiungen; Neid, Mord, Trunkenheit, Gelage und dergleichen(Galater 5,19-21) So wollen viele Menschen lieber im Dunkeln bleiben. Auch das hat uns Jesus Christus gesagt: Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richte, sondern damit die Welt durch ihn gerettet werde. Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt, der ist schon gerichtet, weil er nicht an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes geglaubt hat. Darin aber besteht das Gericht, daß das Licht in die Welt gekommen ist, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht; denn ihre Werke waren böse.(Johannes 3, 17-19)
Jetzt hat die Gemeinde Jesu Christi zwei verschiedene Möglichkeiten, wie sie auf dieses Problem reagieren kann. Entweder sie hält ihr Licht hoch und nimmt in Kauf, dass sie von vielen Menschen verspottet, gekränkt und verlassen wird, aber dass eine kleine Zahl von Menschen sich zum Licht hingezogen fühlt, ihre Herzen von Gott geöffnet wurden und sie eine echte Veränderung in ihrem Leben möchten. Oder sie kann ihr Licht auslöschen und in den allgemeinen Wettbewerb um das lauteste Geschrei einstimmen. Wo die Gemeinde Jesu Christi den Anspruch, den Jesus Christus erhebt, verleugnet und die biblische Lehre von der absoluten Glaubwürdigkeit und Fehlerlosigkeit der Bibel aufgibt, hat sie ihr Licht ausgelöscht und den Menschen in der Dunkelheit nicht mehr zu sagen als alle anderen Marktschreier auch.
Zur Zeit Jesu gab es eine ähnliche Situation: Eine ganze Gruppe von Schriftgelehrten und Rabbinern hat dem übrigen jüdischen Volk die damalige Bibel, das Alte Testament, erklärt und ausgelegt. Weil es immer wieder Fragen dazu gab, wie man all diese 613 Gebote und Verbote halten kann, hat man neue Regeln zur Textauslegung gemacht: Um jedes Gebot herum wurde ein „Zaun“ aus anderen Geboten gemacht, um das Volk davor zu schützen, dem Gebot selbst zu nahe zu kommen. Es wurde zum Beispiel festgelegt, wie weit man am Sabbat gehen durfte, ohne dass dies als Ausübung eines Berufs gerechnet werden konnte. Und so weiter. Und dann kam Jesus und hielt die Bergpredigt. In einem Teil davon ging er auf verschiedene dieser menschengemachten Gebote ein, zitierte sie und setzte dann diesem Menschengebot das richtige, biblische Gebot, gegenüber. So sagte Er immer wieder: Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt wurde … (Menschengebot) … Ich aber sage euch … (Gottes Gebot). Das ist heute häufig nicht viel anders. Nur sind es heute oft keine Rabbis mehr, sondern andere „Schriftgelehrte“.
Sie präsentieren einen Gott, welcher den Menschen gefällt. Einen Gott, der sich Liebe nennt, aber in Wirklichkeit einfach nur allem gleichgültig zuschaut. Einen Gott, der nicht alles weiß, sondern darauf verzichtet, alles zu wissen, weil wir ja sonst – so wird dann gern behauptet – gar keinen freien Willen mehr hätten. Einen Gott, dessen Wort Fehler enthält und das man deshalb zuerst mit dem Menschenverstand prüfen müsse. Einen Gott, der zu schwach ist, dafür zu sorgen, dass wir sein Wort ohne Fehler in den Händen halten und verstehen können. Einen Gott, dessen Wort in jeder Generation etwas ganz anderes bedeuten kann – und manchmal auch das Gegenteil von früher. Einen Gott, den man nicht verstehen kann, sondern ihm immer nur im Gespräch mit anderen zusammen näher kommen.
So ist es ganz wichtig, dass wir immer wieder unsere Haltung zu Gottes Wort prüfen. Wo wir es für fehlerhaft halten oder es nur als eine von mehreren Quellen der Wahrheit halten, sind wir auf einem gefährlichen Kurs. Dass es noch weitere Hinweise auf Gott gibt, ist klar. Aber wer diesen Gott kennenlernen möchte, wird nicht um die Bibel herum kommen. Dass es Gott gibt, kann jeder Mensch auch durch zwei Quellen der sogenannt „natürlichen Offenbarung“ erkennen: Durch alles, was Gott geschaffen hat und durch sein Gewissen. Doch um den Charakter und den Willen des einen lebendigen Gottes zu kennen, braucht es die „spezielle Offenbarung“. Diese finden wir in Gottes Wort, der Bibel von 1. Mose 1,1 – Offenbarung 22,21. Da haben wir Wort für Wort und Buchstabe für Buchstabe das irrtumslose und unfehlbare Wort Gottes.
Jemand, dem Jesus Christus eh schon egal ist, wird nicht auf Gottes Wort hören. Aber für jeden, der sich Christ nennt oder sich als Nachfolger Jesu Christi sieht, ist diese Sache von unendlich großer Wichtigkeit: Gottes Wort ist die Wahrheit (vgl. Johannes 17,17). Und damit ist jeder Unglaube an Gottes Wort auch Unglaube gegenüber Gott und Ungehorsam gegen Gottes Wort ist somit auch Ungehorsam gegen Gott. Für jeden Christen ist somit Gottes Wort die letztgültige Autorität im Leben und wer diese Autorität untergräbt, macht sich mitverantwortlich, anderen Menschen die Türe zu Gott zu verschließen.
Die Bibel ist zwar nicht zwingend notwendig, damit der Mensch wissen kann, dass Gott existiert und alles (inklusive uns Menschen) geschaffen hat, aber sie ist absolut notwendig, wenn wir mehr über diesen Gott und über den Sinn der geschaffenen Welt (inklusive uns) wissen wollen. Der oben genannte Marktplatz ist voll von Menschen, die nicht wissen, wozu sie leben. Sie müssen sich ständig selbst erfinden oder versuchen, die Frage nach dem Sinn zu verdrängen. So ist die Menschheit gefangen in einer besessenen Suche nach dem Sinn oder in einer besessenen Suche nach der Verdrängung dieser Frage. Erst durch Gottes Wort kann diese Suche ein Ende finden: Wo Menschen ihre Bedürftigkeit der Erlösung von ihrer persönlichen Schuld durch die Sünde einsehen und sich an Gott als ihrem Erlöser zuwenden. So sind wir auf diesen Marktplatz gestellt mit dem Befehl Jesu Christi:
Mir ist gegeben alle Macht im Himmel und auf Erden. So geht nun hin und macht zu Jüngern alle Völker, und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie alles halten, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Weltzeit! Amen. (Matthäus 28,18-20)
Geht hin in alle Welt und verkündigt das Evangelium der ganzen Schöpfung! Wer glaubt und getauft wird, der wird gerettet werden; wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden. Diese Zeichen aber werden die begleiten, die gläubig geworden sind: In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben, sie werden in neuen Sprachen reden, Schlangen werden sie aufheben, und wenn sie etwas Tödliches trinken, wird es ihnen nichts schaden; Kranken werden sie die Hände auflegen, und sie werden sich wohl befinden. (Markus 16,15-18)
So steht es geschrieben, und so mußte der Christus leiden und am dritten Tag aus den Toten auferstehen, und in seinem Namen soll Buße und Vergebung der Sünden verkündigt werden unter allen Völkern, beginnend in Jerusalem. Ihr aber seid Zeugen hiervon! (Lukas 24,46-48)

Theologie, Philosophie, Apologetik

Wenn wir über unseren Glauben nachdenken, ihn verstehen wollen und versuchen, ihn erklärbar zu machen und dafür zu argumentieren, dass es vernünftig ist, zu glauben, dann greifen wir auf einige verschiedene Gebiete zurück. Dabei brauchen wir aber keine Angst vor Fremdwörtern oder überaus komplexen Erklärungen zu haben. Wenn jemand eine Sache nicht auch einfach und verständlich erklären kann, so hat er sie wohl noch nicht verstanden und sollte noch einmal seine Hausaufgaben erledigen. Mein Ziel ist es, dass hier jeder, der möchte, mitlesen und mitreden (bzw. -schreiben) kann. Sollte also etwas zu kompliziert erklärt sein oder sollte ich einmal unerklärte Fachwörter benutzen, bitte immer sofort melden. Auch hierzu kann das Formular an der Seite genutzt werden – oder die Kommentarfunktion.
Heute möchte ich auf die drei wichtigsten Gebiete eingehen, die uns bei diesen Fragen beschäftigen werden: Theologie, Philosophie und Apologetik.
1) Theologie
Im engeren Sinne ist die Theologie die Rede von Gott, also das Sprechen über Gott. Im weiteren Sinne ist damit alles gemeint, was wir von Gott und über Gott wissen können. Der Theologe Albertus Magnus, der im Mittelalter lebte, sagte das sehr schön: „Theologie wird von Gott gelehrt, Theologie lehrt über Gott, Theologie führt zu Gott“. Dieser dreifache Satz sagt zunächst, dass nur das Theologie sein kann, was Gott Selbst uns Menschen lehrt. Deshalb beschäftigt sich die Theologie mit Gottes Wort, der Bibel. Die Theologie lehrt aber auch über Gott, also sie sagt uns, was wir von Gott wissen können. Drittens führt uns die Theologie auch zu Gott. Auf jeden Fall ist das ihr wichtigstes Ziel. Theologie, die nicht zu Gott führt, hat diesen Namen nicht verdient. Die Theologie ist somit der Bereich, der sich damit befasst, was unseren Glauben ausmacht.
Zugleich schaut die so verstandene Theologie mit einem Auge auch auf die Geschichte der Theologie (Historische Theologie), besonders wenn es um die Frage geht, wie bestimmte Themen formuliert werden sollen. Manchmal sind auch außerbiblische Begriffe hilfreich, um bestimmte Dinge auszudrücken. Etwa das Wort „Dreieinigkeit“ kommt in der Bibel nirgends vor, doch das Konzept, welches hinter dem Wort steckt, nämlich dass Gott ein Gott in drei Personen und drei Personen in einem Gott ist, lässt sich aus zahlreichen Stellen der gesamten Bibel herleiten und ist deshalb sehr wertvoll, um von Gott zu reden. So bekommt auch die geschichtliche Entwicklung der einzelnen biblischen Lehren einen Platz in der Theologie.
2) Philosophie
Ein zweites wichtiges Gebiet ist dabei aber auch die Philosophie. Und jetzt müssen wir gut aufpassen: Viele Christen haben Angst vor dem Wort Philosophie, denn Paulus schreibt ja: „Habt acht, daß euch niemand beraubt durch die Philosophie und leeren Betrug, gemäß der Überlieferung der Menschen, gemäß den Grundsätzen der Welt und nicht Christus gemäß.“(Kolosser 2,8) Hier ist mit der Philosophie eine Spekulation gemeint, die rein auf menschlichem Denken beruht und nicht bereit ist, den Verstand dem Wort Gottes unterzuordnen. Doch Philosophie muss nicht zwingend so sein. Der amerikanische Philosoph Alvin Plantinga definiert Philosophie als ein „scharfes Nachdenken über eine bestimmte Sache“. Und über eine bestimmte Sache scharf nachzudenken ist keinesfalls etwas Verwerfliches. Im Gegenteil – über die richtigen Dinge scharf nachdenken und dabei die Bereitschaft haben, von Gott und Seinem Wort auszugehen und darüber nachzudenken ist ein Denken zu Gottes Ehre.
Wenn man vom Wortursprung herkommt ist das griechische Wort philo-sophia sogar etwas zutiefst Biblisches. Wörtlich übersetzt heißt es „Liebe zur Weisheit“, und wir wissen ja: „In ihm sind alle Schätze der Weisheit und Erkenntnis verborgen.“ (Kolosser 2,3) Mit „ihm“ ist hier Jesus Christus gemeint, in welchem alle diese Schätze verborgen sind. Somit ist die echte Philosophie auch immer eine Philosophie zur Ehre Gottes. Sie ist scharfes Nachdenken über die Schätze der Weisheit und der Erkenntnis, die in Jesus Christus verborgen sind.
3) Apologetik
Worte, die mit Apologetik verwandt sind, kommen in der Bibel einige Male vor; gemeint ist damit immer eine Rede zur Verteidigung. So muss Paulus sich vor Agrippa verteidigen: „Agrippa aber sprach zu Paulus: Es ist dir erlaubt, für dich zu reden! Da streckte Paulus die Hand aus und verteidigtesich so […]“(Apostelgeschichte 26,1) Ein Wort mit demselben Ursprung hat auch Petrus verwendet: „Seid aber allezeit bereit zur Verantwortung gegenüber jedermann, der Rechenschaftfordert über die Hoffnung, die in euch ist, mit Sanftmut und Ehrerbietung.“(1. Petrus 3,15).
John Frame gibt in seinem Buch „Apologetics for the Glory of God“ (Apologetik zu Gottes Ehre) auf den Seiten 2 – 3 drei Arten der Apologetik an: 1. Apologetik als Beweis (man präsentiert eine gute und vernünftige Grundlage, um zu beweisen, warum es sehr wahrscheinlich ist, dass der christliche Glaube wahr ist), 2. Apologetik als Verteidigung (man versucht, die Angriffe von Nichtchristen zu beantworten) und 3. Apologetik als Angriff (man greift die Torheit des Unglaubens und dessen Unwahrheit an).
Es gibt noch ein viertes Gebiet, das ich ganz am Rande erwähnen möchte. In Anlehnung an Gregory Koukls Buch „Tactics – A Game Plan for Discussing your Christian Convictions“ könnte man das Gebiet „Taktik“ oder auch „Gesprächsführung“ nennen. Es hat mit Menschenkenntnis und einer Portion Psychologie zu tun. Wir wollen ja nicht, dass sich der Andere sofort in die Ecke gedrängt fühlt, sonst macht er dicht und ist nicht mehr bereit, offen zuzuhören, was man ihm zu sagen hat. Koukl schlägt deshalb vor, dass man vor allem mit Fragen arbeiten soll. Das ist in vielen Fällen ein wertvoller Tipp. Aber auch für andere Gespräche, in denen man selbst gefragt ist, Antworten zu geben, ist es gut, wenn man weiß, wie man dabei am Besten vorgehen kann.
Wandelt in Weisheit denen gegenüber, die außerhalb [der Gemeinde] sind, und kauft die Zeit aus! Euer Wort sei allezeit in Gnade, mit Salz gewürzt, damit ihr wißt, wie ihr jedem einzelnen antworten sollt.“(Kolosser 4, 5 – 6)

Ist Systematische Theologie für alle Gläubigen wichtig?

Wenn wir unseren Glauben verstehen wollen, so wird kein Weg an der Systematischen Theologie vorbeiführen. Und darum wird es heute gehen. Deshalb möchte ich zunächst einmal definieren, was Systematische Theologie ist. Ich nehme dazu die hilfreiche Definition von Wayne Grudem:
Systematische Theologie ist jede Studie, welche die Frage beantwortet: „Was lehrt uns die Bibel heute?“ zu jedem gegebenen Thema. (Wayne Grudem, Systematic Theology, S. 21)
Das heißt also, dass sich die Systematische Theologie damit beschäftigt, zu sammeln und auszuwerten, was uns die gesamte Bibel zu einem bestimmten Thema zu sagen hat. Und deshalb kommen wir zur heutigen Frage:
Ist denn diese Systematische Theologie für alle Gläubigen wichtig und wenn ja, warum?
Ich zähle hier einige Gründe auf, weshalb ich der Meinung bin, dass sich jeder Gläubige (und nach Belieben natürlich auch jeder Andere) damit befassen sollte. Es ist dann die Aufgabe eines jeden Einzelnen, sich zu fragen, ob die Gründe ausreichen und was die Konsequenzen davon sind.
1) Jeder Christ ist ein Theologe – die Frage ist, ob seine Theologie korrekt ist
Ich bin jetzt mal ganz frech und unterstelle einfach, dass jeder und jede Gläubige immer wieder Aussagen macht, welche aus der ganzen Bibel entfaltet worden sind. Zum Beispiel: „Die Bibel sagt, dass jeder, der an Jesus Christus glaubt, gerettet wird.“ Oder: „Die Bibel sagt, dass Jesus eines Tages wiederkommen wird.“ Oder: „Gott möchte nicht, dass wir lügen.“ Das sind alles Aussagen, die aus der Gesamtheit der Bibel gewonnen werden. Somit macht jeder Gläubige Aussagen, die der Systematischen Theologie – dem Studium der ganzen Bibel und dem Zusammensetzen verschiedener Bibelstellen zu einer gemeinsamen Aussage – entspringen. Die Frage dabei ist lediglich, ob unsere Theologie korrekt ist. Ob wir zu unserem Thema tatsächlich alle notwendigen Bibelstellen gesichtet, ausgewertet und korrekt zusammengestellt haben. Deshalb ist die Systematische Theologie wichtig.
2) Weil das richtige Handeln richtiges Denken voraussetzt
Mein zweiter Grund ist sehr praktischer Natur. Bevor ein Mensch wissen kann, was in einer bestimmten Situation das Richtige ist, was er tun sollte, muss er zuerst wissen, was denn nun das Richtige ist. Ohne korrektes – wohlüberlegtes – Denken kann es auch kein korrektes Handeln geben. Deshalb schreibt Paulus im Brief an die Römer: Passt euch nicht den Maßstäben dieser Welt an. Lasst euch vielmehr von Gott umwandeln, damit euer ganzes Denken erneuert wird. Dann könnt ihr euch ein sicheres Urteil bilden, welches Verhalten dem Willen Gottes entspricht, und wisst in jedem einzelnen Fall, was gut und gottgefällig und vollkommen ist.“(Römer 12,2)
3) Weil wir dadurch Gott besser kennenlernen können
Gott hat uns nebst der ganzen Schöpfung und unserem menschlichen Gewissen vor allem die Bibel gegeben, damit wir Ihn kennenlernen können. Er hat natürlich noch andere Wege, um mit uns zu kommunizieren, aber Er hat uns a) keinen anderen Weg versprochen, auf dem Er mit uns kommunizieren will und b) keinen anderen Weg gegeben, um im Glauben wachsen zu können. Wenn wir uns also wünschen, Ihn besser zu kennen, dann haben wir keine andere Möglichkeit von uns aus gesehen, als zur Bibel zu gehen und Ihn über das Lesen und das systematische Studieren der Theologie besser kennenzulernen. Wenn es uns natürlich egal ist, wie gut wir Gott kennen, können wir auch darauf verzichten.
4) Weil dies eine Art ist, wie wir Gott lieben können
Jesus bestätigte es als wichtigstes Gebot, Gott zu lieben:„Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben aus deinem ganzen Herzen und aus deiner ganzen Seele und aus deinem ganzen Verstand und aus deiner ganzen Kraft!“ (Markus 12,30) Das angestrengte und exakte Nachdenken über Gott ist somit eine Art, wie wir Gott mit unserem Verstand lieben können. Es gibt heute leider eine Tendenz von Menschen, die sagen: Also ich bin da eher ein Gefühlsmensch, ich liebe Gott mit meinem Gefühl; und deshalb vernachlässigen sie schnell das Lieben mit dem Verstand. Das ist sehr schade, denn diese Einseitigkeit führt immer zum Ungehorsam, weil nicht jeder Teil unseres Lebens dem Willen Gottes untergeordnet wird.
5) Damit wir im Glauben gestärkt und auferbaut werden und wachsen können
Paulus beschreibt das im Brief an die Gemeinde in Ephesus:Und er hat die einen als Apostel gegeben und andere als Propheten. Er gab Evangelisten, Hirten und Lehrer, damit sie die, die Gott geheiligt hat, zum Dienst ausrüsten und so der Leib des Christus aufgebaut wird mit dem Ziel, dass wir alle die Einheit im Glauben und in der Erkenntnis des Sohnes Gottes erreichen; dass wir zu mündigen Christen heranreifen und in die ganze Fülle hineinwachsen, die Christus in sich trägt. Dann sind wir keine unmündigen Kinder mehr, die sich vom Wind aller möglichen Lehren umtreiben lassen und wie Wellen hin- und hergeworfen werden. Dann fallen wir nicht mehr auf das falsche Spiel von Menschen herein, die andere hinterlistig in die Irre führen. Lasst uns deshalb fest zur Wahrheit und zur Liebe stehen und in jeder Hinsicht zu Christus, unserem Haupt, hinwachsen. Von ihm her wird der ganze Leib zusammengefügt und durch verbindende Glieder zusammengehalten. Das geschieht in der Kraft, die jedem der einzelnen Teile zugemessen ist. So bewirkt Christus das Wachstum seines Leibes: Er baut sich auf durch Liebe.“(Epheser 4, 11 – 16) Ein wichtiges Ziel der Systematischen Theologie ist genau dieses, nämlich dass unser Glaube wachen kann, dass wir auferbaut und gestärkt werden und nicht mehr „von jedem Wind der Lehre hin- und hergeworfen“ werden.
6) Damit wir bereit werden, anderen von unserer Hoffnung im Leben zu erzählen
Wenn wir uns in der Tiefe mit Gottes Wort beschäftigen, werden wir auch immer besser vorbereitet zu Gesprächen über den Glauben. Petrus schreibt: Seid aber allezeit bereit zur Verantwortung gegenüber jedermann, der Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die in euch ist, und zwar mit Sanftmut und Ehrerbietung; und bewahrt ein gutes Gewissen, damit die, welche euren guten Wandel in Christus verlästern, zuschanden werden in dem, worin sie euch als Übeltäter verleumden mögen.“(1. Petrus 3, 15 – 16) Nicht jeder von uns ist von den Gaben her gesehen ein Evangelist (ich bin es auch nicht), aber jeder hat die Aufgabe, bereit zu sein, um wenigstens dann Rede und Antwort zu stehen, wenn wir nach unserer Hoffnung, nämlich dem Glauben an Jesus Christus, befragt werden. Und je mehr wir darüber wissen, desto besser sind wir für diesen Fall gerüstet.
7) Weil uns die Tiefe der Wahrheit zur Freude in Gott und zum Lobpreis Gottes führt
Wenn wir uns mit Gottes Wort beschäftigen – und dies in der Tiefe und Breite tun – so wird uns das immer mehr Freude schenken. Wir erkennen immer mehr, was Gott für uns alles getan hat. Das macht uns dankbar und führt uns zum Lobpreis Gottes und zu einem gesegneten Leben.
Wie ihr nun Christus Jesus als euren Herrn angenommen habt, so lebt auch mit ihm und seid ihm gehorsam. Senkt eure Wurzeln tief in seinen Boden und schöpft aus ihm, dann werdet ihr im Glauben wachsen und in der Wahrheit, in der ihr unterwiesen wurdet, standfest werden. Und dann wird euer Leben überfließen von Dankbarkeit für alles, was er getan hat. (Kolosser 2, 6 – 7)
Glücklich der Mann, der nicht folgt dem Rat der Gottlosen, den Weg der Sünder nicht betritt und nicht im Kreis der Spötter sitzt, sondern seine Lust hat am Gesetz des HERRN und über sein Gesetz sinnt Tag und Nacht! Er ist wie ein Baum, gepflanzt an Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit, und dessen Laub nicht verwelkt; alles was er tut, gelingt ihm. (Psalm 1, 1 – 3)

5 + 1 empfehlenswerte Internetseiten

Für diejenigen, die gerne etwas mehr lesen, habe ich eine kleine Auswahl von Internetseiten zusammengestellt, die wertvolle Ressourcen für die Apologetik bereitstellen. Leider gibt es kaum etwas Vergleichbares in deutscher Sprache, dagegen sollte dringend mal was getan werden. Also, here we go:
Reasonable Faith: Dies ist die Homepage von William Lane Craig, einem der besten Apologeten unserer Zeit, wenn nicht der Beste überhaupt. Er hat schon viele Debatten gegen Atheisten und Wissenschaftler aller möglichen Gebiete gewonnen.
Stand To Reason: Diese Seite wird von Gregory Koukl und seinem Team mit Inhalten gefüllt. Auch hier gibt es viele gute Ressourcen, die uns helfen, unseren Glauben besser zu verstehen und ihn überzeugend zu erklären.
The Poached Egg: Unter diesem Namen hat Greg West eine Homepage gestaltet, auf der er ebenfalls viele Ressourcen für Apologeten bereitstellt. Er kommt ursprünglich von „Ratio Christi“, einem christlichen Verein, der ursprünglich ein Reasonable Faith Chapter an einer Universität war, inzwischen aber eine große Ministry an vielen amerikanischen Universitäten hat.
The Pearcey Report: Diese Seite wird vom Ehepaar Nancy und Richard Pearcey gestaltet. Es geht dabei um viele Themen, die die Beiden beschäftigen. Insbesondere Themen wie Weltanschauung und Intelligent Design, aber auch Politik und Kultur wird immer wieder aufgegriffen.
Apologetics315: Hier gibt es täglich neue Ressourcen. Brian Auten, welcher der Leiter des Reasonable Faith Chapters Belfast ist, sammelt ständig Neuigkeiten, Texte, Links, und so weiter zur Apologetik, die er seinen Lesern zur Verfügung stellt.
Zum Abschluss noch etwas in deutscher Sprache:
Christlicher Glaube und Philosophie: Wer sowieso schon auf Jesus.de angemeldet ist, sollte sich diese Diskussionsgruppe nicht entgehen lassen. Wer es noch nicht ist und Freude an einem guten Austausch hat, ist herzlich dazu eingeladen.

Was ist Glaube überhaupt?

Heute möchte ich versuchen, eine kurze Einführung in die Fragestellungen dieses Blogs zu geben. Hauptsächlich geht es mir zunächst um zwei Fragen:
1. Warum ist es so wichtig, sich mit dem Glauben auseinanderzusetzen und ihn zu verstehen?
2. Was bedeutet es überhaupt, einen Glauben zu haben?
Wer dies noch nicht getan hat, könnte vielleicht zunächst noch meine Einleitung zum Blog lesen. Das wird hilfreich sein, um meine weiteren Ausführungen zu verstehen, besonders dann, wenn man mit den Fragen noch nicht so vertraut ist.
Heute also zwei neue Fragen:
1. Warum ist es so wichtig, sich mit dem Glauben auseinanderzusetzen und ihn zu verstehen?
Ich habe den Entschluss gefasst, dieses Projekt zu starten, weil ich gesehen habe, dass es einerseits immer mehr junge Menschen gibt, die große Mühe haben, über ihren Glauben zu reden, also in Worte zu fassen, was ihren Glauben ausmacht. Andererseits habe ich eine aggressive Bewegung von Atheisten gesehen, die versuchen, Menschen aller Glaubensrichtungen aus ihrem Glauben herauszuargumentieren. Und das oftmals mit Erfolg.
Eine Bewegung darin ist der sogenannte „Neue Atheismus“, zu dem ich hier (Link) eine kurze Einführung geschrieben habe. Aus diesem neuen Atheismus heraus ist wieder eine neue Bewegung entstanden, die sich „Street Epistemologists“ nennen. Das ist eine Art atheistische Evangelisationsbewegung, die auf die Straßen geht und ganz aktiv versucht, Menschen vom Atheismus zu überzeugen. Wer sich mal ein Beispiel mit atheistischen Erklärungen dazu ansehen möchte, kann dies hiertun (ein englisches Video mit zuschaltbaren deutschen Untertiteln).
Und für diese atheistischen Missionare hat der Philosoph Peter Boghossian ein Buch geschrieben: A Manual for Creating Atheists (eine Anleitung, wie man Atheisten macht). Das Buch gibt es bisher erst auf Englisch (es ist ja auch erst ein Jahr alt), aber ich denke es wird nicht mehr allzu lange dauern, bis sich diese Bewegung auch in der deutschsprachigen Welt ausbreiten wird. Wir tun gut daran, vorbereitet zu sein.
Wichtiger noch als nur unseren Glauben verteidigen zu können, ist es, dass wir ihn auch ganz positiv erklären können. Es gibt nämlich eine Vielzahl extrem guter Gründe, weshalb man an den Gott der Bibel glauben kann. Vernünftige Gründe, die überzeugend sind. Und auch darum soll es hier gehen. Ich bin gespannt, was sich hier noch tun wird und freue mich auf jedes Mitlesen, Kommentieren, Diskutieren, Fragen, und Antworten.
2. Was bedeutet es überhaupt, einen Glauben zu haben?
Eine erste Schwierigkeit entsteht schon daraus, dass viele Leute sich unsicher sind, was es genau bedeutet, einen Glauben zu haben. Es ist eine Spezialität von Atheisten, dass sie das Wort „glauben“ auf eine völlig unzuläßige Art definieren, zum Beispiel mit der Definition:
Glaube ist ungleich Wissen
oder
Glaube ist eine Überzeugung ohne Beweis
und so weiter.
Das sind alles Definitionen, die nichts mit dem eigentlichen Inhalt des Wortes Glauben zu tun haben. Wenn nun ein Atheist das Wort so definiert hat, kann er damit einen riesigen Strohmann bauen. Als Strohmann bezeichnet man eine Art von Argument, in welchem dem Gegner eine bestimmte Position (Sichtweise) in den Mund gelegt wird, die so nicht stimmt. Und dann meint man, dass man den Gegner widerlegt hat, indem man den Strohmann, also lediglich die unzutreffende Position, widerlegt hat.
Ich würde Glauben ungefähr so definieren:
Glaube ist ein Vertrauen in bestimmte Dinge oder Personen.
Ich kann am Nachmittag die Wolken beobachten und dann meiner Interpretation des Wetters vertrauen, dass es abends keinen Regen gibt, dann glaube ich meiner Interpretation und lasse den Regenschirm zu Hause. Aber diese Entscheidung ist nicht einfach ohne Beweise oder ohne Wissen erfolgt; vielmehr sind der Entscheidung einige Hinweise vorausgegangen, die auf ein bestimmtes Verhalten des Wetters schließen ließen.
So ähnlich ist es auch mit dem Glauben an den Gott der Bibel. Ich vertraue Ihm, weil ich viele gute Gründe habe, dies zu tun: Weil Er mir persönlich begegnet ist. Weil ich Sein Eingreifen, Sein Zuhören, Sein Reden schon unzählige Male erlebt habe. Weil Sein Wort in sich geschlossen logisch ist und weil es die einzige tatsächlich schlüssige und sinnvolle Erklärung der gesamten Realität bietet.
Letzten Endes ist somit auch das Vertrauen in die Naturgesetze – etwa die Schwerkraft – eine Art von Glauben. Wir legen ein Buch auf den Stapel, weil wir der Schwerkraft vertrauen, dass das Buch nicht plötzlich davonfliegt. Der Atheist ist somit nicht jemand, der keinen Glauben hat, sondern vielmehr ein Mensch, der einfach an andere Dinge glaubt. Zum Beispiel an die Zuverlässigkeit der Evolutionstheorie. Oder an die Erklärbarkeit aller Dinge ohne einen persönlichen Schöpfer. Und so weiter. Auch das sind Glaubensinhalte, und auch diese wollen durchdacht werden.
Allerdings muss ich doch sagen, dass derjenige, der an einen persönlichen Schöpfer glaubt, durchaus mehr Grund hat, den Naturgesetzen zu vertrauen, denn er weiß, dass sie vom persönlichen Schöpfer gemacht wurden und durch Ihn auch erhalten bleiben. Aus diesem Grund waren die ersten Wissenschaftler auch Menschen, die an den persönlichen Schöpfer glaubten: Nur sie konnten davon ausgehen, dass sie fähig waren, hinter diese Naturgesetze zu blicken und damit ihren Schöpfer besser kennenzulernen. So lobt der König David unseren wunderbaren Gott:
Herr, unser Herrscher! Groß ist dein Ruhm auf der ganzen Erde! Deine Hoheit reicht höher als der Himmel. Aus dem Lobpreis der Schwachen und Hilflosen baust du eine Mauer, an der deine Widersacher und Feinde zu Fall kommen. Ich bestaune den Himmel, das Werk deiner Hände, den Mond und alle die Sterne, die du geschaffen hast: Wie klein ist da der Mensch, wie gering und unbedeutend! Und doch gibst du dich mit ihm ab und kümmerst dich um ihn! Ja, du hast ihm Macht und Würde verliehen; es fehlt nicht viel und er wäre wie du. Du hast ihn zum Herrscher gemacht über deine Geschöpfe, alles hast du ihm unterstellt: die Schafe, Ziegen und Rinder, die Wildtiere in Feld und Wald, die Vögel in der Luft und die Fische im Wasser, die kleinen und die großen, alles, was die Meere durchzieht. Herr, unser Herrscher, groß ist dein Ruhm auf der ganzen Erde!(Psalm 8, 2 – 10)

Den Glauben verstehen

Liebe Leserinnen und Leser,
zuerst einmal allen ein gesegnetes Weihnachtsfest. Gott wurde Mensch, um uns mit Sich Selbst zu versöhnen. Welch ein Vorrecht, das zu wissen und davon anderen Menschen erzählen zu dürfen.
Doch häufig hört man, dass dies gar nicht so einfach ist. Viele Gläubige haben aufgehört, davon zu erzählen, weil sie schlechte Erfahrungen gemacht haben. Es gibt aggressive Gegner, von denen man schnell abgekanzelt wird. Das kann aber auch daran liegen, dass wir uns selbst noch zu wenig Gedanken gemacht haben, wie wir überzeugend von Jesus Christus erzählen können. Darüber habe ich mir dieses Jahr viele Gedanken gemacht und mich deshalb auch entschlossen, dieses Projekt in Angriff zu nehmen.
So habe ich einen Zweitblog begonnen, den ich diesem Projekt widmen werde: Den Glauben verstehen und verständlich machen lernen. Dort werde ich versuchen, möglichst viele Fragen zum Glauben zu beantworten. Dazu ist aber auch jeder Leser gefordert, mir dabei zu helfen. Wo sind Eure Fragen? Wo stoßt Ihr an Grenzen? Was ist nur sehr schwer verständlich? Ich habe in diesem Zweitblog eine Mailadresse hinterlegt, an die alle diese Fragen gemailt werden können und bitte um rege Teilnahme. Gern darf die dazugehörige Facebookseite auch geliket, sowie das Projekt bekannter gemacht werden.
Liebe Grüße
Jonas

Den Glauben verstehen – und verständlich machen lernen

Willkommen auf dem Blog meines neuesten Projekts. Es ist nicht mein erster und auch nicht mein einziger Blog. Üblicherweise blogge ich auf www.jonaserne.blogspot.com. Mit diesem neuen Projekt verfolge ich jedoch zusätzlich auch noch ein neues Ziel: Ich möchte meinen Lesern (und damit vielleicht auch mir selbst) helfen, den christlichen Glauben besser zu verstehen und ihn auch anderen Menschen erklären zu können. Petrus schreibt das nämlich so:
Christus allein ist der Herr; haltet ihn heilig in euren Herzen und weicht vor niemand zurück! Seid immer bereit, Rede und Antwort zu stehen, wenn jemand fragt, warum ihr so von Hoffnung erfüllt seid. Antwortet taktvoll und bescheiden und mit dem gebotenen Respekt6 – in dem Bewusstsein, dass ihr ein reines Gewissen habt. Dann werden alle beschämt sein, die euch verleumden, wenn sie sehen, was für ein einwandfreies Leben ihr in Verbindung mit Christus führt.(1. Petrus 3, 15 – 16 GNB)
Dieses Rede und Antwort stehen nennt man „Apologetik“, weil dieses Fremdwort aus dem griechischen Wort, welches Petrus hier gebraucht, abgeleitet wurde. Bevor man das jedoch tun kann, müssen drei Dinge geklärt sein:
1.) Was sagt denn die Bibel überhaupt zu bestimmten Themen und Fragen? Wir brauchen somit eine positive Grundlage des Glaubens.
2.) Wo widerspricht sie der allgemeinen Meinung oder Sichtweise der Menschen um uns herum?
3.) Wie können wir den Menschen um uns herum, die diese Grundlage der Bibel nicht teilen, erklären, warum die Bibel recht hat und ihnen damit eine überzeugende Erklärung liefern, warum sie unrecht und die Bibel recht hat?
Dies sind also die drei Fragen, mit denen sich die Apologetik – und somit auch dieser Blog – beschäftigt. Ich möchte dies auf verschiedene Arten machen. Es wird hier zum Beispiel Buchrezensionen geben von Büchern, die ich dazu empfehlen kann. In erster Linie soll es aber ein gemeinsames Werk sein: Es kommt mir auf Deine Fragen an. Ich habe eine Mailadresse extra für den Blog erstellt. Du kannst mir Deine Fragen zum christlichen Glauben auf glaubenverstehen [at] gmx.de mailen. Mit der Zeit werde ich auch ein Formular in den Blog einbinden, das mir Deine Fragen direkt an die richtige Adresse schickt. Zu den Fragen ein paar Worte:
1.) Ich habe nicht ewig Zeit. Bitte habe Geduld mit mir. Wenn viele Fragen kommen, dann werde ich mir je nach Zeit eine aussuchen. Es gibt somit keine Garantie, dass Deine Frage besonders bald dran kommt. Die erste Zeit werde ich wohl kaum viel öfter als zweimal pro Monat dazu kommen.
2.) Ich werde zunächst vor allem Fragen nehmen, die häufig von verschiedenen Personen gestellt werden. Über den Lauf der Zeit achte ich natürlich darauf, dass möglichst die ganze Bandbreite der wichtigen Fragen abgedeckt wird. 
3.) Fragen, die nicht ernst gemeint sind, sondern lediglich zur Provokation gedacht sind, werde ich genau so behandeln: Sie nicht ernst nehmen, sondern links liegen lassen und löschen. Dasselbe gilt für Fragen, die ganze Rundumschläge sind (etwa: Wie kann ich eine Diskussion mit einem Atheisten gewinnen? Dazu muss ich um Geduld bitten, bis mein Lebenswerk posthum veröffentlicht wird). Je exakter eine Frage ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie beantwortet wird.  
4.) Ich werde manchmal Fragen neu formulieren, manchmal aber auch Fragen wörtlich als Zitat aus den Mails übernehmen. Im zweiteren Fall würde ich Deinen Vornamen als Autor angeben. Falls Du das nicht möchtest, bitte in jeder Mail dazuschreiben, dass Du anonym bleiben möchtest.
5.) Ich könnte Hilfe gebrauchen. Falls Du mein Projekt mit Deinen Antworten unterstützen möchtest, schicke mir gerne ebenfalls eine Mail an obige Adresse. Ich würde Dir dann eine Frage zukommen lassen. Bitte habe jedoch Verständnis dafür, dass ich die Antworten von jemandem, den ich noch nicht so gut persönlich kenne, die ersten Male überprüfen und selbst einstellen werde.
6.) Falls Du auf Facebook bist und das Projekt gut findest, so klicke bitte bei der Facebookseiteauf „Gefällt mir“ und mache auch Deine Freunde darauf aufmerksam.
Vielen Dank und gesegnete Feiertage
Jonas

Moralistisch-therapeutischer Deismus

Mit dem Begriff „moralistisch-therapeutischer Deismus“ fasst der Soziologe Christian Smith seine Ergebnisse einer groß angelegten Studie in Nordamerika in seinem Buch „Soul Searching – The Religious and Spiritual Lives of American Teenagers“, das 2005 erschien, zusammen. Der Begriff lässt sich mit fünf Grundsätzen festlegen:
1. Es gibt einen Gott, der die Welt geschaffen hat, der sie ordnet und über das menschliche Leben auf der Erde wacht.
2. Gott will, dass die Leute gut sind und nett und fair miteinander umgehen, wie es in der Bibel und in den meisten Weltreligionen gelehrt wird.
3. Das zentrale Ziel im Leben ist es, glücklich zu sein und sich gut zu fühlen.
4. Gott muss nicht besonders ins Leben einbezogen werden, es sei denn,wenn Gott gebraucht wird, um ein Problem zu lösen.
5. Gute Menschen kommen in den Himmel, wenn sie sterben.
(Christian Smith, Soul Searching, S. 162f, Übersetzung von mir)
Das ist also so ungefähr das Glaubensbekenntnis eines großen Teils der nordamerikanischen Jugend von heute. Und vermutlich nicht nur von Nordamerika. Dieses Denken ist schon lange über den großen Teich zu uns herübergeschwappt.
Das Ziel eines solchen Lebens besteht im stets gesuchten Wohlfühlen, ein Wellness-Evangelium nach dem Motto: Ich bin ok, du bist ok, wir sind alle gleich, also sind alle Unterschiede gleichgültig und egal. Christian Smith beschreibt diese Haltung des moralistisch-therapeutischen Deismus mit den drei Stichworten:
Moralistisch: Um ein gutes, glückliches Leben zu führen, müsse man eine gute, moralische Person sein. Wenn man sehe, dass man nicht so gut sei, müsse man einfach versuchen besser zu werden, das sei alles, meinte jemand in einem Interview.
Therapeutisch: Im Zentrum des Lebens stehe das Wohlbefinden, das Sich-gut-Fühlen, Probleme zu lösen, etc. Es geht also nicht mehr um Gott als Zentrum des Lebens, sondern nur um „ich ich ich“, um ich, mich, mein und mir. Gott hat eine Statistenrolle als Glücklichmacher, und damit hat es sich dann auch.
Deismus: Gott hält sich nach dieser Vorstellung weitgehend aus dem täglichen Leben heraus, stellt keine Ansprüche, will nur, dass der Mensch sich wohl fühlt und sein Leben in den Griff bekommt. Solange der Mensch kein Eingreifen Gottes in sein Leben wünscht, hält sich dieser deistische Götze ganz brav aus dem Leben heraus.
Was auffällt, ist die zunehmende Unfähigkeit, den eigenen Glauben klar zu sehen, zu reflektieren und zu artikulieren. Das ist unter anderem auf einen großen Mangel an klarer biblischer Lehre zurückzuführen. Was wir brauchen, ist mehr Bibellehre. Die großen Linien der Heilsgeschichte, die sich als roten Faden durch jedes Buch der Bibel hindurchzieht. Die großen Lehren von der Dreieinigkeit Gottes, von der Menschwerdung Christi, der Erlösung am Kreuz von Golgatha, von der Auferstehung, von Pfingsten und der Anwendung der Erlösung auf unser Leben. Vom rettenden Glauben, der Heiligung und der letztendlichen Verherrlichung. Und ebenso brauchen wir mehr Apologetik, also die Fähigkeit, den christlichen Glauben in Worte zu fassen und ihn zu verteidigen.
Die heutige Jugend lebt in einem Zeitalter, das von einer Vielzahl von Ideologien geprägt ist. In dieser Zeit ist es wichtig, dass man fähig ist, Ideologien an der Bibel zu prüfen. Gott möchte, dass die aufwachsende Generation stark ist und nicht ständig von allen möglichen Ideologien und Lehren hin- und hergeworfen wird. Auch heute hat Gott Menschen eingesetzt, welche die Dienste erfüllen sollen, von denen Paulus schreibt: 
Und Er hat etliche als Apostel gegeben, etliche als Propheten, etliche als Evangelisten, etliche als Hirten und Lehrer, zur Zurüstung der Heiligen, für das Werk des Dienstes, für die Erbauung des Leibes des Christus, bis wir alle zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes gelangen, zur vollkommenen Mannesreife, zum Maß der vollen Größe des Christus; damit wir nicht mehr Unmündige seien, hin- und hergeworfen und umhergetrieben von jedem Wind der Lehre durch das betrügerische Spiel der Menschen, durch die Schlauheit, mit der sie zum Irrtum verführen, sondern, wahrhaftig in der Liebe, heranwachsen in allen Stücken zu ihm hin, der das Haupt ist, der Christus. Von ihm aus vollbringt der ganze Leib, zusammengefügt und verbunden durch alle Gelenke, die einander Handreichung tun nach dem Maß der Leistungsfähigkeit jedes einzelnen Gliedes, das Wachstum des Leibes zur Auferbauung seiner selbst in Liebe.“ (Epheser 4, 11 – 16)

Tim Lambesis von As I Lay Dying im Interview

Gedanken zum Interview mit Tim Lambesis
Als Fan von Musik etwas härterer Gangart mochte ich natürlich die Band „As I Lay Dying“ (AILD) schon seit Längerem. Als vor gut einem Jahr (am 7. Mai 2013) deren Frontmann Tim Lambesis verhaftet wurde, war ich dann doch etwas überrascht. Die Medien schlachteten dieses Ereignis natürlich bis zum Gehtnichtmehr aus. Am 16. Mai 2014 wurde er zu sechs Jahren Haft verurteilt. Jetzt endlich brach er sein Schweigen und gab Ryan Downey ein Interview (Link). Als ich es am vergangenen Sonntag las, dachte ich lange darüber nach. Es enthält viele Themen, die wirklich sehr wichtig für unsere Generation (und die nachfolgenden Generationen) sind. Ich möchte fünf davon herauspicken und kurz erläutern. Dennoch möchte ich jedem, der Englisch lesen kann, empfehlen, das gesamte Interview zu lesen. Vielleicht findet sich auch ein „freiwilliges Opfer“, das bereit wäre, das Interview zu übersetzen.
Zuerst die wichtigsten Inhalte in Kurzfassung: Tim Lambesis ist in einem christlichen Umfeld aufgewachsen. Nach seinem Schulabschluss begann er, mit Bands zu touren. Unter anderem hat er dann im Jahr 2000 die Band „As I Lay Dying“ gegründet, die schon nach kurzer Zeit Touren durch die ganze Welt hatte. 2004 heiratete er Meggan Murphy. Da er in der Zeit als Teenager mit seiner Gemeinde Bibelfreizeiten in sehr armen Ländern durchführte, wo ihn das Schicksal vieler Waisenkinder persönlich stark berührte, entschieden sie sich, Kinder aus Äthiopien zu adoptieren. Durch lange Touren als Band kam eine zunehmende Entfremdung zwischen Tim und seiner Frau auf. Er fühlte sich in den Zeiten, die er zu Hause verbrachte, immer stärker abgelehnt von Meggan, woraufhin er immer mehr Zeit im Fitness-Studio verbrachte, anstatt bei seiner Familie zu sein. Sie ihrerseits fühlte sich dadurch ebenfalls abgelehnt, weshalb sie sich an ihre adoptierten Kinder zu klammern begann und ihm immer weniger Zeit mit ihnen ließ. Um weiterhin als Muskeltyp zu gelten, nahm er nun auch noch Steroide, da seine Muskeln eine Grenze (ein „Plateau“, wo das natürliche Wachstum nicht mehr nur mit Bodybuilding weitergeht) erreichten. 2012 wurde ihm alles zuviel, weshalb er sich entschied, sich von seiner Frau zu trennen. Schon ein halbes Jahr zuvor hatte er ihr mitgeteilt, dass er nicht mehr wirklich an Gott glaube. Im Scheidungsprozess hatte sie alles getan, um ihm möglichst wenig Freiheiten mit den Kindern zu lassen, was ihn weiter wütend machte. Um eine traurige Sache kurz zu machen: Er kam dann auf die absolut schreckliche Idee, es wäre besser für ihn und die Kinder, wenn seine Ex-Frau nicht mehr leben würde. Über seinen Steroid-Dealer ließ er sich einen Auftragsmörder vermitteln, der ihm dann jedoch zum Glück einen Undercover-Agenten schickte, der Lambesis verhaften ließ, sobald er ihm den Auftrag gegeben hatte. So weit die Sicht von Lambesis, wie er sich im Interview äußert. Dass dieses Interview – wie alles – mit Vorsicht zu genießen ist, sollte klar sein; spätestens seit einer ersten Antwort des AILD-Gitarristen Nick Hipa (Link). Im Folgenden fünf Stichworte mit meinen Gedanken dazu, was wir von Tim Lambesis lernen können und was wir besser machen sollten.
1. Entfremdung
Das menschliche Gehirn ist hochkomplex – und mehr noch: Es ist sehr sehr dynamisch, anders gesagt: Es verändert sich ständig. Jeder Gedanke, jedes Bild, jedes aufgenommene Wort in unserem Leben hinterlässt bleibende Spuren. Jeder Mensch verändert sich also ständig. Rund um die Uhr. Das ist eine der großen Stärken des Menschen: Er kann sich so sehr gut und schnell an jede neue (veränderte) Situation anpassen. Entfremdung kommt zustande, wenn sich Menschen in sehr unterschiedliche Richtungen verändern. So braucht es in der Ehe und Familie immer wieder gemeinsame Zeiten, gemeinsame Erlebnisse, gemeinsame Erinnerungen. Kommunikation ist sehr wichtig und beeinflusst die Richtung, in die wir uns verändern. Tim Lambesis war oft über Monate auf Tour und von seiner Frau und den Kindern getrennt. So haben sie sich in sehr unterschiedliche Richtungen entwickelt. Dies kommt auch in Familien vor, die keine Profimusiker sind. Das gemeinsame Fernsehen kann diese Entwicklung nicht aufhalten. Auch der Computer und das Handy oder Smartphone drängt sich häufig in den Vordergrund und verhindert die gemeinsame Veränderung in dieselbe Richtung.
2. Identität
Die Fragen „Wer bin ich? Was macht mich aus? Was macht mich besonders?“ stellt sich jeder Mensch im Laufe seines Heranwachsens. Tim war sein Leben lang in einem christlichen Umfeld, doch nicht selten wird auch hier nicht wirklich eine Antwort auf diese Fragen gegeben. Junge Menschen brauchen Vorbilder, die ihnen sicht- und spürbar vorleben, was es bedeutet, ein Mann oder eine Frau, ein Vater oder eine Mutter zu sein. Viel zu lange haben unsere Gemeinden diese Aufgabe der Schule, den Hollywood-Filmen und dem BRAVO-Magazin überlassen. Wo sind die Frauen und Mütter, wo die Männer und Väter, die der nächsten Generation zeigen, was es bedeutet, eine gelingende Ehe und Familie zu haben? Tim Lambesis hat seine vermeintliche Identität im Erfolg als Musiker und Bodybuilder gefunden. Er bereut zutiefst, wohin das geführt hat. Lasst uns Gemeinden bauen, die der nächsten Generation eine echte Identität zu vermitteln vermögen.
3. Apologetik
Lambesis erzählt in seinem Interview, dass er sich mit den Fragen beschäftigt hat, die der sogenannte „Neue Atheismus“ an den christlichen Glauben stellt. Und irgendwann hat er sich auf deren Seite gestellt und den Glauben an Gott abgelehnt. Erst nach seiner Verhaftung, als er viel Zeit alleine verbrachte und Zeit zum Nachdenken hatte, stellte er sich wieder diesen Fragen. Der Apologet William Lane Craig, von dem er insgesamt um die 1000 Buchseiten las, half ihm dabei. Auch hier wieder eine Anfrage an unsere Gemeinden. Sind wir bereit, die nächste Generation auf das Leben vorzubereiten? Spätestens an der Schule wird jede und jeder heutzutage mit den Argumenten des „New Atheism“ konfrontiert. Haben wir den jungen Menschen Antworten, echte Antworten, auf all diese Fragen? Können wir ihnen helfen, Tools zu entwickeln, mit deren Hilfe sie sich im ganzen Dschungel der Irrlehren, Religionen und Ideologien zurechtfinden können? Sind wir bereit, uns ganz auf die jungen Menschen einzulassen und ihnen ins Leben hinein zu helfen?
4. Christliche Kultur
Eine ganz wichtige Aussage machte Tim, als er über christliche Bands sprach. Er sagte: „We toured with more “Christian bands” who actually aren’t Christians than bands that are. In 12 years of touring with As I Lay Dying, I would say maybe one in 10 Christian bands we toured with were actually Christian bands.“ („Wir waren mit mehr „christlichen Band“ unterwegs, die in Wahrheit keine Christen waren, als mit solchen, die welche waren. In den zwölf Jahren, in denen ich mit As I Lay Dying unterwegs war, würde ich sagen, waren etwa eine von zehn Bands, mit denen wir unterwegs waren, tatsächlich christliche Bands.“) Es gibt eine Art „christliche Kultur“, die man deshalb „christlich“ nennt, weil ihre Erzeugnisse in den christlichen Buchläden zu finden sind. Ich bin kein Experte was die christliche Metalszene betrifft, aber ausgehend von dem, was ich bisher kenne, würde ich seine Zahl bestätigen. Nicht alles, was man in den christlichen Buchläden findet, ist christlich. Dasselbe trifft auch auf Bücher zu. Es gibt eine Unmenge an Büchern, die ich keinesfalls zur christlichen Literatur zählen würde, und die man da trotzdem antrifft. So ist auch hier Vorsicht und gutes Prüfen angesagt.
5. Meines Bruders Hüter
Den letzten Gedanken möchte ich zuerst einmal mir selbst zusprechen. Ja, ich bin ein Hüter meiner Mitmenschen. Ja, ich bin auch verantwortlich für sie. Lambesis bedauert, dass er sich verändert hat, ohne dass eines der anderen Bandmitglieder ihn auf die Richtung hingewiesen hat. Eines ist klar: Letztendlich trug er selbst die Verantwortung für seine Entscheidungen. Aber gerade seine Bandmitglieder, die ja auch viel Zeit mit ihm verbrachten, hätten ihn auch einmal darauf aufmerksam machen können oder sollen. Dies sei nie geschehen, sagt Lambesis nun. Ob das tatsächlich so war, oder ob dies lediglich die Sichtweise des Interviewten ist, lässt sich zur Zeit nicht mit letzter Sicherheit feststellen. Was aber auffällt, ist, dass sich immer weniger Menschen für andere mitverantwortlich fühlen. Lieber nichts sagen als jemandem „auf den Fuß zu treten“ ist die neue Devise geworden. Auch in vielen Gemeinden. Alles wird geduldet, überall zwei und mehr Augen zugedrückt, bloß damit die „Liebeskeule“ („das ist aber lieblos“, „du darfst niemanden verurteilen“, etc.) nicht hervorgeholt wird. Ich möchte meiner Geschwister Hüter sein und habe auch Glaubensgeschwister, die mich gut genug kennen, um meine Veränderungen sehen zu können, die in mein Leben hinein sprechen dürfen und sollen. Ganz nach Hebräer 10, 23 – 25: Lasst uns festhalten am Bekenntnis der Hoffnung, ohne zu wanken — denn er ist treu, der die Verheißung gegeben hat —, und lasst uns aufeinander achtgeben, damit wir uns gegenseitig anspornen zur Liebe und zu guten Werken, indem wir unsere eigene Versammlung nicht verlassen, wie es einige zu tun pflegen, sondern einander ermahnen, und das um so mehr, als ihr den Tag herannahen seht!

Zum 30. Todestag von Francis August Schaeffer

Heute vor 30 Jahren, am 15. Mai 1984, ist der Pastor, Theologe und insbesondere Apologet Francis August Schaeffer gestorben. Da er im deutschen Sprachraum inzwischen leider nicht mehr so bekannt ist wie er sein sollte, möchte ich ihn, sein Werk und seinen bleibenden Einfluss ein wenig näher vorstellen.
Deshalb habe ich eine PDF-Datei zum Download bereitgestellt. 
Eine noch ausführlichere Übersicht über die Schriften des Ehepaars Edith und Francis Schaeffer von Ron Kubsch steht übrigens im TheoBlog.de zum Download bereit.
Möge sein Leben und Werk wieder bekannter werden und vor allem: Möge uns sein Leben und Werk zum Vorbild dienen und uns danach streben lassen, wie Schaeffer nach einem authentischen Leben zu trachten. Die Menschen brauchen auch heute noch, was Schaeffer ihnen zu geben versuchte. Sein Motto war: “Ehrliche Fragen brauchen ehrliche Antworten.”

Wer noch mehr lesen möchte, dem empfehle ich als Einführung zu Schaeffer: Ron Kubsch, Wahrheit und Liebe – Was wir von Francis Schaeffer für die Gegenwart lernen können.

Hier die Einführung zu Schaeffer in meinem PDF:

“Vor 30 Jahren (am 15. Mai 1984) ist Francis August Schaeffer gestorben. Heute hört man relativ selten von ihm. Und doch war er ein Mann, der wie kaum ein Anderer die Menschen seiner Zeit kannte und liebte. Wer war denn dieser Francis Schaeffer? Was hat ihn zu dem Menschen gemacht, der er war? Und: Was kann er unserer Zeit lehren, was uns verloren gegangen ist? Diesen und vielen weiteren Fragen wollen wir nachgehen.

Heute, 30 Jahre nach seinem Tod, können wir vieles sehen, was Schaeffer uns geradezu prophetisch vorausgesagt hat. Mit seinem Tod ist eine schmerzliche Lücke entstanden, die so einfach niemand füllen kann. Zugleich hat er uns aber auch einen reichen Schatz an Schriften hinterlassen, die es absolut wert sind, immer wieder gelesen zu werden. Nicht nur gelesen, vor allem auch gelebt.

Francis Schaeffer war ein Mann, dem das Zusammenspiel von Glauben und Tun ganz besonders wichtig war. Er nahm die Menschen ernst, er lebte ihnen vor, was er predigte. So war sein „Missionswerk“ L’Abri (französisch für „die Zuflucht“) ein reines Glaubenswerk. Er schrieb keine Bettelbriefe, sondern erbat sich das fürs Leben Notwendige direkt bei Gott – und er bekam es.

Wir wollen in den folgenden Seiten das Leben von Schaeffer und seine Botschaft an unsere Zeit betrachten. Möge dieser Mann uns ermutigen, ein echtes, authentisches Leben zu führen, durch welches die Menschen die Kraft und Wahrheit Gottes erkennen können.”