Buchtipp: … und immer ist noch Luft nach oben!

und immer ist noch Luft nach oben von Juergen Werth

Werth, Jürgen, … und immer ist noch Luft nach oben! Entdeckungen beim Älterwerden, Gütersloher Verlagshaus Gütersloh, 1. Aufl. Juli 2018, 189S., Verlagslink, Amazon-Link

Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar!

Jürgen Werth war viele Jahre lang Vorstandsvorsitzender beim Evangeliumsrundfunk (heute ERF Medien). Er blickt auf ein gefülltes und in vielem auch erfülltes Leben zurück und teilt mit dem Leser seine Gedanken zum Älterwerden. Ich habe das Buch über meinen 33. Geburtstag gelesen und wollte mal wissen, was das mit mir macht. Es war eine sehr interessante Erfahrung. Ich bin dankbar für die Lektüre, denn ich darf dadurch vieles von einem Mann mit viel mehr Lebenserfahrung lernen. Er ist bereit, auch über seine Fehler zu schreiben, damit ich nicht dazu verdammt bin, alle selber noch einmal zu machen.

Das Buch besteht aus 26 Kapiteln, von welchen jedes nur wenige Seiten lang ist, und die einen sehr losen Zusammenhang miteinander haben. Es ist nicht so sehr aufeinander aufgebaut, sondern eignet sich auch dazu, einzelne Kapitel für sich zu lesen oder die Reihenfolge beliebig zu wählen. Ich bin sonst nicht so sehr ein Freund von Blumenstrauß-Büchern, aber in diesem Fall war das dem Thema und Inhalt angemessen und passte somit gut zum Ganzen. Im Folgenden ein paar besondere Leckerbissen aus dem Buch, die ich mir unterstrichen und fürs Leben mitgenommen habe:

Dass alles vergeht, gibt allem eben auch einen besonderen Reiz und Glanz. Dass ich gehe und vergehe, macht mich eben auch besonders.“ (S. 88) Auch wenn wir als Christen eine Ewigkeitsperspektive haben; hier auf Erden sind wir und ist alles vergänglich, und im Erdendasein macht es das gerade deshalb wertvoll.

Scheitern ist ein wichtiger Bestandteil des Lebens. Wer nie scheitert, wird arrogant und menschenverachtend.“ (S. 113) Es ist wohltuend befreiend, wenn man auch mal scheitern darf. Man muss nicht immer alles im Griff haben. Das macht uns frei, um wertvolle Entscheidungen nach bestem Wissen und Gewissen treffen zu können, ohne den Zwang, dass alles immer so funktionieren muss, wie man es sich vorstellt. Das ist auch meine eigene Erfahrung.

Und dann, ja, die Gelassenheit. Das, was ich mir noch mehr wünschen würde. Auch dazu hat Werth eine wertvolle Aussage: „Gelassenheit stellt sich nicht von selbst ein. Man muss darum bitten. Täglich. Und man muss rechtzeitig damit beginnen loszulassen, damit es, wenn man älter wird, zu einer vertrauten Übung geworden ist.“ (S. 153). Gut zu wissen, denn damit habe ich ja nun genügend Zeit zum Anfangen und Üben. Vielen Dank Herr Werth!

Das Kapitel 25 hat mir etwas Mühe bereitet, denn dort wird es theologisch deutlich schwächer. Dazu muss natürlich gesagt sein, dass Werth kein Theologe ist, sondern Journalist und Liedermacher. Deshalb werde ich dies dem Autor auch nicht zum Vorwurf machen. Ich möchte nur meine Leser darauf hinweisen, dass sich Werth hier in umstrittenes Gebiet und missverständliche Formulierungen wagt. Etwa hier: „Gott denkt sich ständig neue Wege aus und interessiert sich sehr für die Wege, die ich mir ausdenke. Und miteinander entscheiden wir, welchen Weg wir gemeinsam gehen.“ (S. 168) Das klingt ja schon ziemlich nach einer offenen Zukunft und nach einem überraschten und veränderlichen Gott. Wie auch immer es gemeint sein mag, es ist theologisch leicht misszuverstehen und deshalb wenig hilfreich.

Jürgen Werth hat das Buch mit sehr vielen eigenen Erlebnissen und Schilderungen von Menschen, die er kennt, gewürzt. Das macht das Buch leicht lesbar und unterhaltsam, wenn man diesen Schreibstil mag. Und das ist dann natürlich Geschmackssache. Im großen Ganzen handelt es sich jedoch nicht um Erfahrungstheologie, welche die Bibel entsprechend den Erlebnissen deutet, sondern umgekehrt sind die Erlebnisse in den meisten Fällen hilfreiche Illustrationen der Dinge, welche Werth zuerst in der Bibel gründet. Hiervon ausgenommen sind vor allem der Anfang und der Schluss. Mit dem Anfang konnte ich recht wenig anfangen, denn es geht um das Gedankenexperiment, das Leben in vier „Jahreszeiten“ von jeweils 25 Jahren einzuteilen. Dabei handelt es sich jedoch eher um eine Einführung ins Buch. Ich persönlich hätte mir das Buch nach Lesens diesen Anfangs nicht gekauft, musste aber nach ein paar weiteren Seiten sagen, dass der Inhalt deutlich besser ist als der Anfang. Vermutlich wird der Anfang auch manchen gut gefallen, auch das ist Geschmackssache und tut dem gesamten guten Inhalt des Buches keinen Abbruch. Ich habe das Lesen sehr genießen können und gebe dem Buch deshalb fünf von fünf Sternen.

Buchrezension: Anpfiff zur zweiten Halbzeit

Anpfiff zur zweiten Halbzeit von Christian Eisert

Eisert, Christian, Anpfiff zur zweiten Halbzeit, Wilhelm Goldmann Verlag München, 1. Aufl. April 2018, 287 Seiten, Verlagslink, Amazon-Link

Auf dem Cover steht der Untertitel des Buches: „Wenn aus Jungs MÄNNER werden“. Wer mich kennt, weiß, dass mich die Frage fasziniert und umtreibt, wie man Jungs helfen kann, zu Männern zu werden. Gerade von diesem Blickwinkel her hat mich das Buch total enttäuscht. Es gibt nicht keine Antwort, sondern jede Menge falscher Antworten. Doch weiter dazu etwas weiter im Text.

Christian Eisert wird im Umschlag als „TV-Autor, Satiriker und Comedy-Coach“ bezeichnet. Als er auf die 40 zuging, wurde ihm plötzlich bewusst, dass er damit schon die Hälfte der durchschnittlichen Lebenserwartung überschritten hat. Er merkt, dass die ersten Haare grau werden. Und weniger dicht. Und dass die Waage beim chronisch schlanken Mann plötzlich in die falsche Richtung ausschlägt. Es beginnt eine hektische Suche nach der Haarverdichtung, der richtigen Ernährung, und nicht zuletzt auch zum Stressabbau. Der Autor mutiert zu einem gestresst hinter der Stressfreiheit herjagenden Menschen, der von Ärzten über Hormonpillen, Aquafit und Scharfschützenkursen bis hin zu Esoterikern mit ihren Angeboten rennt. Zwischendurch finden zahlreiche Diskussionen mit Freunden und Bekannten ihren Platz, welche ihn mit ihren Meinungen zu beeinflussen suchen und natürlich umgekehrt genauso.

Ich muss zunächst einmal festhalten, dass ich – noch gute sieben Jahre vor der 40 stehend – vermutlich die falsche Leserschaft bin. Dennoch möchte ich ein paar Gedanken zu dem Buch von Christian Eisert festhalten. Zwei Dinge haben mir besonders gut gefallen und das möchte ich deshalb auch gleich sagen. Eisert schafft es gut, Hintergrundwissen so ins Buch einzubringen, dass es sich flüssig und leicht verständlich liest. Er hat sich intensiv mit Studien, wissenschaftlichen Methoden und so weiter befasst, und es ist seine Stärke, dass er dieses Wissen so weitergeben kann, dass es praxisnah ist und von jedem verstanden wird. Zum Zweiten wirft er sehr viele gute Fragen auf, die auch den Leser persönlich betreffen. Der Leser wird unbewusst aufgefordert, sich Gedanken zu seinem bisherigen Leben, zu seinen Gewohnheiten, seinem Charakter, und so weiter, zu machen. Und das ist wertvoll.

Auf der anderen Seite muss ich sagen, dass mich das Buch in seiner Gänze enttäuscht hat. Angefangen beim Humor. Ich bin ein großer Freund guter Satire und des schwärzeren Humors, aber diese ständigen ultraflachen und längst überholten „Witze“ unter die Gürtellinie haben mich schon fragen lassen, ob man(n) ab 40 tatsächlich nur noch mit den Genitalien zu denken vermag. Womöglich ist da die abnehmende Haardichte auch ein Zeichen für weniger Aktivität unter der Schädeldecke, während zugleich das Selbstbild nur noch via Potenz gesteuert wird. Zumindest liest sich das Buch so. Und damit sind wir auch schon bei meinem zu Beginn erwähnten Hauptproblem des Buches. Die Frage, wann ein Junge zum Mann wird. Hier widerspreche ich dem Autor vollkommen und stelle auch seinen Lebensstil in Frage. Er beschreibt sich als jemand, der viele Beziehungen zu Frauen hatte und sozusagen von einer zur nächsten wandert. Wo jedoch eine lebenslängliche verantwortliche Beziehung fehlt, geht auch die langfristige Verantwortlichkeit verloren und damit die Möglichkeit zum Erwachsenwerden.

Am Ende bleibt die Frage, wie man mit dem Altern umgeht. Versucht man mit allen möglichen und unmöglichen Verjüngungskuren seine Mitmenschen zu täuschen und etwas vorzugaukeln, was man nicht mehr hat oder kann, oder lernt man, mit dem klar zu kommen, was man noch kann – oder auch: Was man in dem Alter noch besser kann? Das ewige Jungheitsstreben, die Suche nach dem heiligen Gral der ewigen Jugend, wird zum Götzendienst unserer Zeit. Und manchmal ertappe ich mich auch dabei, den Zeiten hinterher zu trauern, in welchen ich noch schneller, fitter und mit weniger Schlaf zu leben vermochte. Doch um keinen Preis möchte ich missen, was ich inzwischen lernen und erfahren durfte. Insofern lasse ich gerne die Phasen meiner Teenie- und Twen-Zeit sterben und nehme dankbar alles Neue an, was das Leben im Jahrzehnt zwischen 30 und 40 mit sich bringt.

Fazit:

Christian Eisert hat mit „Anpfiff zur zweiten Halbzeit“ ein interessantes Buch vorgelegt, das auf eine leicht verständliche Art viele Hintergrundinfos zum Altern und Möglichkeiten des Umgangs damit in sein Buch eingebunden. Er stellt auf unterhaltsame Weise viele gute Fragen, allerdings haben mich seine Antworten und auch sein persönlicher Umgang damit enttäuscht. Ich habe am Ende des Buches nicht das Gefühl, dass der Autor durch seine Schwierigkeiten mit dem Altern reifer und erwachsener geworden ist. Vieles erinnert mich eher an das Verhalten eines Schuljungen, der versucht, den Problemen aus dem Weg zu gehen, statt sie anzupacken. Aber da muss sich natürlich jeder Leser selbst fragen, wie er damit umgeht. Ich gebe dem Buch drei von fünf möglichen Sternen.

C. S. Lewis – Vom Lesen der alten Bücher

Vor einigen Jahrzehnten hat C. S. Lewis, besonders durch seine Chroniken von Narnia bekannt geworden, einen wertvollen Aufsatz über das Lesen der alten Bücher geschrieben. Er ist im Band “God in the Dock” zu finden. Hier ein Auszug von diesem Aufsatz:

“Es gibt eine merkwürdige, weit verbreitete Idee, dass zu allen Themen die alten Bücher nur von den Fachleuten gelesen werden sollen, und der Laie sich mit den modernen Büchern begnügen soll. So habe ich als Tutor für englische Literatur empfunden, dass wenn der durchschnittliche Student etwas über den Platonismus herausfinden wollte, es das Letzte ist, was er tun würde, dass er eine Übersetzung von Plato aus dem Regal der Bibliothek nehmen würde und das Symposium lesen. Viel eher würde er ein paar langweilige moderne Bücher lesen, die zehn mal so lang sind, mit vielen „-Ismen“ drin und wer davon beeinflusst wurde, und sich gerade mal zwölf Seiten mit dem befassen, was Plato tatsächlich sagte. Der Fehler ist eigentlich eher ein liebenswerter, denn er entspringt der Demut. Der Student ist nun halbwegs verängstigt, einen von den Philosophen von Angesicht zu Angesicht zu treffen. Er fühlt sich unzulänglich und denkt, er würde ihn nicht verstehen. Doch wenn er nur wüsste, dass der große Mann gerade wegen seiner Größe viel besser verständlich ist als der moderne Kommentator. Der einfachste Student wird fähig sein, wenn nicht alles, so doch einen sehr großen Teil von dem zu verstehen, was Plato sagte; aber schwerlich wird irgendwer fähig sein, manche der modernen Bücher über den Platonismus zu verstehen. Als Lehrer war es deshalb immer einer meiner größten Bestrebung, die jungen Leute zu überzeugen, dass das Wissen aus erster Hand zu erwerben nicht nur mehr Wert hat als Wissen aus zweiter Hand, sondern dass es normalerweise auch viel einfacher und angenehmer zu erwerben ist.

Dieser irrtümliche Vorzug für die modernen Bücher und die Scheu vor den alten ist nirgendwo zügelloser als in der Theologie. Wo immer man einen kleinen Studienkreis von christlichen Laien findet, kann man sich fast gewiss sein, dass sie nicht die Apostel Lukas oder Paulus oder den Kirchenvater Augustinus oder Thomas von Aquin oder Hooker oder Butler lesen, sondern M. Berdyaev oder M. Maritain oder M. Niebuhr oder Miss Sayers oder gar mich.

Nun, dies erscheint mir auf den Kopf gestellt. Natürlich, da ich selbst ein Autor bin, wünsche ich nun nicht, dass der durchschnittliche Leserkeine modernen Bücher mehr liest. Aber wenn er sich entscheiden müsste, entweder nur die neuen oder nur die alten Bücher zu lesen, so würde ich ihm den Rat geben, die alten zu lesen. Und ich würde ihm diesen Ratschlag genau deshalb geben, weil er ein Laie ist und deshalb viel weniger gut geschützt vor den Gefahren einer exklusiv modernen Diät als der Experte. Ein neues Buch ist immer noch auf dem Prüfstand und der Amateur ist nicht in der Position, um das zu beurteilen. Es muss getestet werden im Licht der Gesamtheit des christlichen Denkens durch all die Jahrhunderte hindurch, und all seine verborgenen Auswirkungen (die ja oft vom Autor selbst gar nicht gewollt sind) müssen zuerst ans Licht kommen. Oft kann es gar nicht ganz verstanden werden, ohne dass man eine ganze Reihe anderer moderner Bücher kennt. Wenn du um elf Uhr zu einem Gespräch hinzustößt, welches um acht Uhr begonnen hat, wirst du oft gar nicht die ganze Tragweite dessen sehen, was gesagt wurde. Bemerkungen, die dir sehr normal erscheinen, werden Gelächter oder Verwirrung hervorbringen, ohne dass du verstehst, warum – der Grund liegt natürlich darin, dass die vorangehenden Stationen der Diskussion diesen einen besonderen Punkt gegeben hat. In derselben Weise ist es möglich, dass Aussagen in einem modernen Buch, die total normal aussehen, an ein anderes Buch gerichtet sind; auf diese Weise kann es geschehen, dass du dazu geführt wirst, etwas zu akzeptieren, was du sonst empört abgelehnt hättest, wenn du seine tatsächliche Bedeutung kennen würdest. Die einzige Sicherheit, die wir haben können, besteht darin, dass wir einen Standard des klaren, zentralen christlichen Glaubens haben („bloßes Christentum“, wie Baxter es nannte), welcher die Kontroversen der eigenen Zeit in ihre richtige Perspektive bringt. Es ist eine gute Regel, nachdem man ein neues Buch gelesen hat, sich nie zu erlauben, schon wieder ein neues Buch zu lesen, bis man zwischendurch ein altes Buch gelesen hat. Wenn dir das zu viel ist, solltest du mindestens pro drei neue Bücher ein altes lesen.

Jedes Zeitalter hat seinen eigenen Standpunkt. Es ist besonders gut darin, bestimmte Wahrheiten zu sehen und neigt besonders zu bestimmten Fehlern. Wir alle brauchen die Bücher, welche die charakteristischen Fehler unserer Zeit korrigieren. Und das bedeutet: Die alten Bücher. Alle zeitgenössischen Autoren haben ein Stück weit den zeitgenössischen Standpunkt – sogar jene, wie ich selbst, welche ihm am meisten zu opponieren zu scheinen. Nichts macht mich mehr betroffen, wenn ich die Kontroversen der vergangenen Jahrhunderte lese, als die Tatsache, dass beide Seiten normalerweise Dinge voraussetzten, ohne sie in Frage zu stellen, von denen wir einiges absolut ablehnen müssen. Sie dachten, sie wären einander derart entgegengesetzt, wie es nur geht, aber in Wahrheit waren sie im Geheimen Verbündete – verbündet miteinander gegen frühere und spätere Zeiten – durch eine gute Menge an gemeinsamen Annahmen. Wir können uns sicher sein, dass die charakteristische Blindheit des 20. Jahrhunderts – die Blindheit, von der die Nachkommenschaft fragen wird: „Aber wie konnten sie nur so etwas gedacht haben?“ – genau dort liegt, wo wir sie nie vermutet hätten, und das betrifft etwas, worüber sich ungetrübte Übereinstimmung zwischen Hitler und Präsident Roosevelt oder zwischen H. G. Wells und Karl Barth ist. Niemand von uns kann dieser Blindheit vollkommen entgehen, aber wenn wir nur moderne Bücher lesen, werden wir sie mit Sicherheit vergrößern und unsere Wachsamkeit davor schwächen. Wo sie wahr sind, da werden sie uns Wahrheiten geben, die wir zum Teil schon kennen. Wo sie falsch sind, da werden sie den Fehler verstärken, an dem wir schon gefährlich erkrankt sind. Das einzige Mittel zur Linderung ist es, die saubere Meeresbrise der Jahrhunderte durch unseren Verstand wehen zu lassen, und dies kann nur durch das Lesen alter Bücher geschehen. Natürlich gibt es keine Magie des Vergangenen. Die Menschen waren dann nicht klüger als als sie es jetzt sind; sie machten etwa gleich viele Fehler wie wir. Aber nicht dieselben Fehler. Sie werden uns nicht in unseren Fehlern schmeicheln, die wir bereits begehen, und ihre eigenen Fehler, die jetzt offensichtlich und greifbar sind, werden uns nicht in Gefahr bringen. Zwei Köpfe sind besser als einer, nicht weil einer unfehlbar wäre, sondern weil es unwahrscheinlich ist, dass beide in dieselbe Richtung falsch gehen. Um sicher zu gehen, wären die Bücher der Zukunft eine ebenso gute Möglichkeit zur Korrektur wie die Bücher der Vergangenheit, aber leider können wir nicht an sie gelangen.”

(aus: C. S. Lewis – Vom Lesen der alten Bücher, in: God in the Dock; eigene Übersetzung)