Monday Humor: König Herodes stellt Antrag auf Juso-Mitgliedschaft

Der SPD sei er zu radikal, beklagte sich König Herodes kürzlich. Nun stellt er einen Antrag auf die Mitgliedschaft bei den Jusos. Er sei zwar deutlich zu alt dafür, aber er verfüge stattdessen über einen großen Vorteil: Er sei noch konsequenter als deren bisherige Forderungen. Schließlich würde er dafür plädieren, Abtreibungen bis zu zwei Jahre nach der Geburt zu legalisieren. Damit würde er jährlich tausende von Müttern entkriminalisieren, die mit der Erziehung ihrer Kinder einfach nicht mehr nachkämen. Auf die Frage, weshalb er sich da genau auf zwei Jahre festlege, meinte er: „Es muss ja nicht genau diese Zahl sein. Ich habe mich in meinen besten Jahren dafür eingesetzt, von meiner Frau auf eine humane, schnelle und schmerzlose Weise geschieden zu werden.“

Buchtipp: Und dann kam Pia

Dernelle-Fischer, Rebecca, Und dann kam Pia. Du hast uns gerade noch gefehlt! Neufeld Verlag Schwarzenfeld, 2017, Amazon-Link
Auf jesus.de (im ganz neuen Design) ist meine kurze Rezension zu einem Buch erschienen, das ich wirklich von Herzen empfehlen möchte. Es handelt sich um die Geschichte der Familie Fischer, die Pia, ein Mädchen mit einem zusätzlichen Chromosom, auch Trisomie 21 oder Down Syndrom genannt, adoptiert. Ich habe schon seit vielen Jahren ganz großen Respekt vor dieser Entscheidung der Familie Fischer, und muss nach dem Lesen des Buchs beschämt zugeben: Während andere (wie ich) noch dabei sind, sich lauthals mit Worten gegen Abtreibung einzusetzen, haben sie bereits die ersten praktischen Schritte getan, um zu helfen. In der Rezension drüben schreibe ich:
Am Ende ist Pia dann richtig adoptiert. Ganz spannend: Bei der Adoption erklären sich Adoptiveltern dazu bereit, für immer und ewig die Eltern des adoptierten Kindes zu bleiben. Diese Schilderung der Gefühle, die diesen Schritt begleiteten, haben mir auch ein paar Tränen in die Augen getrieben. Ich konnte das Buch nicht zur Seite legen – bis weit nach Mitternacht hat es mich gefesselt. Ja, Menschen mit Down-Syndrom sind unendlich wertvoll, unendlich gewollt und unendlich geliebt. Wir brauchen sie. Sie bereichern unsere Gesellschaft und sind ein Segen.“(Mehr hier)
Es ist ein Buch, das ich wirklich jedem empfehlen kann. Jedem, der ein Herz für Menschen hat. Jedem, der sich überlegt, wie man in dieser Welt einen Unterschied machen kann. Das heißt nicht, dass jeder denselben Weg gehen soll. Aber es ist ein sehr ermutigendes Beispiel, wie dies ganz praktisch geschehen kann, das uns alle zu Kreativität anspornen kann (und – so würde ich subjektiv geschätzt hinzufügen – möchte).
Auf YouTube gibt es inzwischen eine dreiminütige Kurz-Reportage über Pia und ihre Familie (englische Untertitel zuschaltbar): YouTube-Link

 

Notiz am Rande: So entstehen „Fake News“ – mitten unter uns

Ich nehme einen aktuellen Vorgang, um damit etwas aufzuzeigen, was ich schon länger immer wieder beobachte. Mitten unter christlichen Kreisen entstehen „Fake News“ – oft wohl unbeabsichtigt, was es aber nicht besser macht. Viel schlimmer ist allerdings, dass gerade diese Kreise häufig den größeren Medien unterstellen, absichtlich falsche Infos zu verbreiten. Deshalb machen wir heute einen Ausflug zum „Fake News“-Mechanismus.
Der Anlass für diesen Beitrag ist der Fall „Börner“, ein Chefarzt in Dannenberg, der in seiner Klinik alle künftigen Abtreibungen unterbinden wollte. Am Rande bemerkt: Ich fand das eine sehr gute Einstellung, und hätte ihm damit allen denkbaren Erfolg gewünscht. Der Klinikchef stellte sich auch hinter die Entscheidung des Chefarztes. Doch es kam, wie es wohl kommen musste, und die Leitung der schwedischen Klinikgruppe hob das Verbot Börners auf, nicht zuletzt weil es aus Medien und Politik viel Gegenwind kam. Daraufhin bot Börner seine Kündigung an, welche angenommen wurde. So weit, so gut, das ist alles im üblichen Rahmen, wie das nun mal so abläuft. Doch nun tauchen in Diskussionen, die insbesondere in den „sozialen“ Medien geführt werden, immer wieder Behauptungen auf, dass Börner gekündigt worden wäre. Wenn das so gewesen wäre, hätte Börner natürlich jedes Recht auf juristische Unterstützung gehabt. Er hätte damit leben müssen, dass in seiner Klinik auch weiterhin Abtreibungen durchgeführt werden. Doch das wollte er nicht, weshalb er ja von sich aus die Kündigung anbot. Wer daraus schließen will, dass ihm nun gekündigt worden sei, hat von dem Fall gar nichts verstanden. Leider werden immer mehr solche Informationen aus dem Zusammenhang gerissen und zu neuen Informationen, „Fake News“ zusammengebastelt. Das führt leider dazu, dass immer mehr Menschen uns Evangelikale als Fake-News-Maschinen betrachten – und leider häufig nicht zu unrecht. Das ist übrigens auch ein Grund, weshalb verantwortungsbewusste Journalisten eben gerade nicht jede News übernehmen, die irgendwo online auftaucht. Und es ist auch der Grund, weshalb in einem solchen Fall nur sehr vorsichtig geschrieben wird. Das hat in den meisten Fällen wenig mit der politischen Einstellung der jeweiligen Autoren zu tun – auch wenn diese natürlich auch eine Rolle spielt – sondern vielmehr damit, dass man nicht über seine Kompetenzen hinaus berichten will.
Abtreibung ist in Deutschland nach wie vor illegal, lediglich unter bestimmten Umständen straffrei. Das wäre eine Information, die sich verbreiten sollte. Die evangelische Nachrichtenagentur „idea“ hat deshalb eine Petition zum Lebensrecht Ungeborener gestartet. Diese hat bisher bereits über 6800 Unterschriften und kann auch weiterhin online unterzeichnet werden.

Gastbeitrag: Ich habe abgetrieben und bereue es!

Wer meinen Blog regelmäßig liest, weiß, dass ich hin und wieder etwas für das Leben und gegen die Abtreibung schreibe. Oft bekomme ich als Antwort, dass ich als Mann dazu nichts zu sagen hätte. Jutta hat sich nun bereit erklärt, einen Gastbeitrag zu schreiben, in welchem sie zu ihrer Abtreibung und deren Folgen, aber auch zum Weg der Heilung von dieser Entscheidung berichtet. Ich habe sie gebeten, zunächst etwas über sich selbst zu schreiben, damit wir ihren Hintergrund besser verstehen können. Vielen Dank für den mutigen und offenen Bericht, Jutta!
Ich bin seit ca 5 Jahren im Glauben, mit anfangs noch einigen Ausrutschern in die feministische Theologie.. und bin auch momentan ohne Gemeinde. Das aber ist ein anderes Thema. Ich tendiere aber eher zu den Brüdergemeinden und einer sehr nüchternen, “strengen” Auslegung … die aber, wie ich mittlerweile glaube, tatsächlich daher rührt, dass ich so lange in der Welt gelebt habe, nämlich knapp 47 Jahre .. und ziemlich genau weiß, was die Welt mit einem macht … das konnte ich ja nun an mir beobachten und auch an anderen. (Vor allem was das leidige Thema „Musik“ betrifft .. und die Gefahren, die moderne Musik mit sich bringt.)
Ich war in meinem “früheren” Leben, in dem die Abtreibung stattfand, Schauspielerin. Richtige, ausgebildete Schauspielerin und habe auch einige Engagements gehabt, konnte tatsächlich eine Zeit lang von dem Beruf leben, was nicht selbstverständlich ist. Zur ganz großen Karriere, obwohl man mir die mehrmals prophezeit hat, kam es nie. Ich war schön, süß, auch begabt – sicher nicht brillant, hatte aber doch das gewisse Etwas, das Geheimnisvolle. Das haben mir vor allem auch die weiblichen Kollegen bestätigt – ganz wichtig! Denn Männer sind sehr unzuverlässig in der Beurteilung von Frauen, da in dieser Branche, ebenso wie in der Musik, alles selber schuld ist, was nicht bei drei auf den Bäumen ist … und der Sinnenrausch erfasst einen … unterstützt durch Drogen und Alkohol, vorwiegend.
Ich war süchtig nach Leben – aber sehr gehemmt – süchtig nach großen Erlebnissen – aber viel zu langweilig und normal und vernünftig um in die völlig “abgefahrenen” Kreise aufgenommen zu werden. Ich hatte zu nichts eine wirkliche Beziehung. Ich war eine schöne, leblose Maske. Das ist die eine Hälfte. Gleichzeitig war da natürlich, wie bei jedem Menschen, egal ob Mann, Frau oder Kind … die Sehnsucht nach Liebe. Nach Angenommen werden. Nach Zuhause. Ich war auch sensibel, fürsorglich, feinfühlig, kontaktfreudig, neugierig, interessiert an Menschen, an Philosophie …
Ja, ich bin ohne Gott aufgewachsen. Aber meine Eltern sind für meine Entscheidung nicht mitverantwortlich zu machen. Ihre Erziehung ist nicht verantwortlich für meine Entscheidung damals. Ja, wir hatten kein gutes Verhältnis. Aber meine Eltern sind seit über 57 Jahren verheiratet und das die größte Zeit glücklich. Sie nehmen einander bedingungslos an und sind gemeinsam durch alles durchgegangen. Es war ganz allein meine eigene Entscheidung damals … und wer weiß, hätte ich über meinen Schatten springen können damals .. vielleicht hätte ich das Kind bekommen. Allerdings war ich in keiner festen Beziehung, ich hatte, was man so landläufig eine Affäre nennt, und eine zweite, parallel dazu, bahnte sich an. Denn ich wusste ja, dass die Affäre, die ich hatte und der letztendlich der Vater des Kindes war, wie ich nach längerem Überlegen doch herausgefunden habe, sich von seiner damaligen Freundin nicht trennen würde. Das hat er mir ganz deutlich zu verstehen gegeben, als wir diese Liebelei begannen. Naja, Frauen denken ja dann oft: ich schaff das schon, dass er sich ganz zu mir bekennt … und hoffen und hoffen …
Ich betrieb das, was die Bibel Hurerei und Unzucht nennt. Nicht wahllos … es gab auch lange Zeitabschnitte, in denen ich allein war und das auch gut aushalten konnte … aber ich hatte nie eine gesunde Sexualität. (Also, es gab keine Verdrehtheiten, letztendlich, was ich damit sagen will, mit gesunder Sexualität ist: dass ich meiner Begierde sofort nachgegeben habe und der des Mannes, in der Regel. Wobei es die Frau ist, die aussucht .. wenn es normal läuft und wenn sie das Signal gibt .. auf welch geheimnisvolle Weise das auch immer ablaufen mag, kommt der Stein ins Rollen.) Auch das hat nur mit mir zu tun, mit meinen Anlagen, mit meiner eigenen Schändlichkeit und nichts mit der Erziehung. Denn meine Eltern haben mir ja eine treue Ehe vorgelebt.
Als ich schwanger war, habe ich das die ersten zweieinhalb Monate aber gar nicht registriert. ich hatte damals kein gutes Verhältnis zu meinem Körper, und dass die Regel ausblieb, das habe ich gar nicht so bewusst wahrgenommen, bis es mir dann doch merkwürdig wurde… Damals lebte ich in einer Einzimmerwohnung, hatte die Ausbildung abgeschlossen, war bei einer renommierten Schauspielagentur, die mich vermitteln sollte … und lebte von Arbeitslosenhilfe. Alle Bewerbungen und Versuche, an Arbeit zu kommen, waren fruchtlos gewesen. Meinen Liebhaber habe bei den ersten Dreharbeiten, die ich in meinem Leben erlebt hatte, kennengelernt. Als Hauptrolle. Er hat nie erfahren, dass ich schwanger war.
Es gab dann noch – heute würde ich behaupten wollen, dass GOTT mir damit einen Ausweg zeigen wollte, ich war aber zu verstört, um dieser Frau, die mir auch wenig seltsam erschien … zu vertrauen. Sie hatte mir angeboten – sie traute mir auch etwas zu … sie fand meine Begabung, auch sprechtechnisch für entwicklungsfähig und sie hatte ein sehr feines Ohr – mir zu helfen. Ich solle das Kind bekommen und dann würden wir weitersehen.
Ich sehe uns noch in ihrer kleinen Küche sitzen, in ihrer Wohnung, die ziemlich überfüllt war – eine kultivierte, leise und doch etwas seltsame Frau … wie ich ihr das alles erzähle … Ich wünschte heute, ich hätte diese Hilfe angenommen. Es hätte einem Menschen das Leben gerettet und es hätte für mich bestimmt auch andere Arbeit gegeben, als die der Schauspielerin, denn wirklich geeignet war ich ohnehin nicht – mir fehlte dieser “Killerinstinkt”, dieser unbedingte Ehrgeiz es zu schaffen. Ohnehin liebte ich das Theater und wollte mithelfen, die Welt zu verändern. Der Welt einen Spiegel vorhalten. Das Katharsiserlebnis.
Heute weiß ich, dass das niemals funktioniert und dass auch Brecht sich getäuscht hatte, als er sein episches Theater “erfand” .. um die Welt und die Gesellschaft zu erziehen, verändern, aufzurütteln. Brechts Lieblingslektüre – so habe ich es mal gelesen – war die Bibel. Er hat auch Stücke geschrieben … die den Menschen besser machen sollten .. aber er ist gescheitert. Die Synthese aus Bibel und Theater funktioniert nicht.
Ich wollte zwar mithelfen, die Welt zu verändern, bin aber selbst tragisch daran gescheitert, mein eigenes Leben auf die Reihe zu bekommen, und habe mich – nachdem ich aufgrund meines Unwohlseins und meiner Irritation endlich den Ganz zum Frauenarzt gewagt habe – fast ohne Gefühl, bzw. mit dem Gefühl der Hilflosigkeit, des Überfordertseins, des Ärgers – zur Abtreibung entschieden .. ich musste mich schnell entscheiden – auch damit war ich überfordert, denn ich war schon in der 10. Woche. Und Abtreibungen sind ja nur bis zur 12. Woche erlaubt. Und wir hatten verhütet … zu der Zeit habe ich keine Pille genommen … aber es gibt ja noch andere Möglichkeiten … Hätte ich noch etwas gewartet ….
Ich bin dann zum vorgeschriebenen Termin bei Pro Familia … konnte glaubhaft machen, dass ich mit dem Vater keine Beziehung habe, auch nicht will … das Kind ohne Vater … usw .. wenn ich das jetzt schreibe, kommt mir das ungeheuer kaltblütig vor .. was es ja auch war. Anstatt die Konsequenzen anzunehmen .. war ich bereit lieber zu töten, als zu riskieren, das Kind ohne Vater zu bekommen, und zu haben … und es wäre ja auch möglich gewesen, noch jemanden kennenzulernen … Und dann ging alles ganz schnell … ich habe dann sofort einen Termin in der Klinik bekommen .. meine damalige Agentur und Schauspiellehrerin haben mich “beglückwünscht” dass ich eine “vernünftige Entscheidung getroffen habe … eine damalige gute Bekannte, die, wie ich später erfahren habe, drei Abtreibungen hinter sich hat, und ich war wie gefühllos … ich habe wirklich gar nichts gefühlt. Weder Erleichterung noch Trauer. Schmerzen hatte ich – wie es mir schien – nur körperliche.
Danach verlief das Leben wie immer. Ich habe nicht eine lange, funktionierende Partnerschaft erlebt, geschweige denn eine Ehe. Ich habe keine Kinder. Ich bin aber auch nie wieder schwanger geworden – ich habe mir dann später die Spirale einsetzen lassen. Weil ich diese Hormone der Pille nicht mehr wollte. Heute weiß man, dass mit Pille und Spirale auch so etwas wie Abtreibungen stattfinden … das ist dann der Empfängnisschutz. Wobei ich sicher bin, dass es natürliche Empfängnisverhütungsmittel gibt … und die Temperaturmessmethode kann auch funktionieren. Allerdings ist man dann halt weder allzeit bereit noch allzeit verfügbar.
Ich bin absolut sicher, dass meine Depressionen – wobei ich schon immer – trotz aller Lebensgier – ein doch auch sehr nachdenklicher Mensch gewesen bin, kompliziert, hochsensibel – meine Selbstmordgedanken, meine Lebensangst … vielleicht nicht ursächlich vom Schwangerschaftsabbruch, also der Tötung meines Kindes herzuleiten sind, aber die Anlage dazu massiv verstärkt wurde. Was mich davon überzeugt hat, dass wir, vor allem die Frauen, im tiefsten Inneren wissen, dass es Mord ist und etwas zutiefst Verbotenes und Abscheuliches, ist, dass wenn man jemandem von der Vergangenheit erzählt, diese Sache meistens verschweigt. Ich habe eine gute Bekannte verloren, weil ich es ihr erzählt habe. Auch noch einer Frau, die unbedingt ein Kind wollte, aber keines bekommen konnte … ich wollte aber nichts verschweigen …
Selbst (oder vor allem?) Mitchristen konnte ich davon kaum erzählen, aus Angst verurteilt zu werden und eine nicht vergebbare Sünde begangen zu haben. Interessanterweise hatte ich weniger Angst vor GOTT als vor den Menschen. GOTT hat mich durch die Trauer geführt und ER weiß, dass ich wirklich, zutiefst und lange getrauert habe. In meiner Vorstellung wäre es ein Mädchen gewesen, mit lockigen braunen Haaren, darin hätte es seinem Vater geähnelt.
Als ich dann eine Weile im Glauben war, begann mich die Frage zu bewegen: wo ist mein Kind jetzt ? Ist es im Himmel, ist es verdammt aufgrund dessen, was ich, die Mutter, zu verantworten habe. Was wird der Herr Jesus mir sagen, wenn ich dereinst mal vor IHM stehe .. werde ich das Kind kennenlernen, welches Alter wird es haben, in welchem Zustand werde ich es antreffen … ? Ich habe dann von Norbert Lieth einen Vortrag gesehen, und ich denke, es ist im Himmel, beim Herrn. Es ist gut aufgehoben … aber ich habe mir durch eigene Schuld ein Glück und eine Wachstumsmöglichkeit genommen… und eine Aufgabe zu erfüllen, die mir wohl durchaus zugedacht war. Mutter zu sein.
Ich habe ganz lange nichts mit Kindern zu tun haben können .. und in der Gemeinde, in der ich doch eine längere Zeit war, die viele Kinder hat … fiel mir das sehr schwer. Erst habe ich gedacht, weil ich Lärm nicht gut vertrage und Durcheinander … und wirklich sehr schnell überfordert bin … das hätte nur damit zu tun. Aber es ist ja so, dass, wenn man spät zum Glauben kommt, viel aufzuarbeiten hat im Licht der Bibel. Und ich hatte keinen Seelsorger, der mich aufgefangen hätte … so hat vieles wahrscheinlich auch länger gedauert und ich habe auch bestimmt vieles erst sehr langsam verstanden … überhaupt bin ich sehr langsam und auch eine sehr langsame Bibelleserin … ich habe immer die neuen Christen beneidet, die zum Glauben kamen, flugs die Bibel gelesen und verstanden und entweder – als Mann – sofort gepredigt habe – oder als Frau tausende “Werke” in Angriff genommen …
Da hinke ich absolut hinterher. Ich habe genug damit zu tun meinen Alltag auf christliche Art und Weise zu bewältigen (Gal 5, 22) .. diese “Werke” zu tun .. zu erkennen, wo und wie ich Zeugnis geben kann … Und im Zuge dessen, habe ich gemerkt, als ich die Abtreibung aufgearbeitet habe, dass ich diese Scheu vor Kindern, diese Angst, mit diesem Erleben zu tun hatte. So langsam lässt das nach. Ich liebe Kinder. Ich kann nach wie vor (wir haben hier, wo ich wohne , viele Kinder) den Lärm schlecht ertragen … bin nach wie vor schnell überfordert … aber trotzdem ist es anders geworden, seit der Herr Jesus mein Heiland ist.
Wie viele Frauen wurden grade von Christen im Stich gelassen, weil sie schwanger wurden .. unverheiratet … aus Unvorsichtigkeit, Leichtsinn … und es gab ja damals vor allem die christlichen Grundsätze, nachdem ja auch – wenn ich das richtig überblicke – unser Grundgesetz gestaltet ist. Frauenhäuser wurden gebaut, damit diese Frauen ihre Kinder bekommen konnten … denn Abtreibung, die es zwar gibt, seit es Menschen gibt … war ja damals verboten und wurde vom Staat bestraft. Ja, sie muss auch “bestraft” werden … die Frage ist eben nur wie.
Eines weiß ich auf alle Fälle: keine Frau macht es sich einfach mit dieser Entscheidung … auch wenn es so wirken mag … selbst wenn die Ausrede auch ist: kein Geld, Karriere.. usw … Dass dies alles so fabrikmäßig abläuft in unserer modernen, westlichen, sogenannten zivilisierten Welt, ist, denke ich, mit ein Erbe, dass es hier gelingt, den Menschen immer mehr zu entmenschlichen.
Ihn zu reduzieren auf: Steuerzahler. Erfolgreich. Studium. Eigenes Haus. Schicke Frau. Schicker Mann. Erstmal das Leben genießen. Kinder ? OH, zu anstrengend, Dann kann ich nicht in Urlaub fahren, nicht mehr machen was ich will.
Wo und wie werden die Mütter, die auf so vieles verzichten, geehrt ? Was bleibt am Ende eines tätigen Mutterlebens übrig, wie soll eine Mutter von der Rente, die ihr zusteht, eben weil sie Kinder aufgezogen hat, anständig leben ?
Überall grinst einem die “Sexyness” von den Plakaten an .. Lüsternheit allüberall … und wenn es ein Problem gibt … hat man für alles eine Lösung? Kein Wunder, dass diese unsere Gesellschaft nicht respektiert wird … und die Christen viel zu wenig und zu handzahm sind. ( Davon nehme ich mich nicht aus. )
Was kann man tun?
Die Geschichte von Jesus erzählen, dass ER uns alle liebt .. und dass auch die Frau geliebt ist, die versagt hat, dass das werdende Leben gewollt ist und geliebt wird … dass jemand da ist der beisteht, dass finanziell und wohnungsmäßig gesorgt wird .. aber auch eine konsequente Aufarbeitung, wie eine solche Entscheidung entstehen konnte .. . und auch den WERT des Lebens aufzeigen. Das biblische Bild von Sexualität und Ehe klar aufzeigen und bewusst machen, dass Sexualität etwas sehr Kostbares ist … und von GOTT keinesfalls verboten .. dass aber in der Ehe die Sexualität am Besten aufgehoben ist. Frauen bewusst machen, wie billig sie sich machen, wenn sie sofort mit einem Mann ins Bett gehen und sich überreden lassen so nach dem Motto: wenn du mich liebst .. Männer, die so reden, taugen nicht viel. Das müssen Frauen endlich kapieren und nicht so größenwahnsinnig sein und meinen: sie würden den Mann heilen, retten, eines Besseren belehren usw …
Klarmachen, wie eine Abtreibung das Kind tötet … dass es wirklich gefoltert wird, im Mutterleib, und dass es lang dauert, es klammert sich ans Leben .. es ist kein Zellhaufen, es hat schon Bewusstsein! Im Buch von Lothar Gassmann gibt es Bilder dazu … grauenhaft. Aber das darf nicht verschwiegen werden, denn irgendwann findet man das sowieso heraus …
Man kann aber keine Frau überreden, ihr Kind zu bekommen und Liebe kann ebenso wenig verordnet werden … Und mittlerweile gibt es glücklicherweise viele säkulare Psychologen, die ebenso die Gefahren und Spätfolgen einer Abtreibung aufzeigen können.
Wie ich trotz dieser Entscheidung heil geworden bin?
Nun, das war der Schritt zu lernen, dass GOTT mich ganz und gar angenommen hat, so wie ich bin … dass ich aber nicht so bleiben kann, wie ich bin. Dass ER mich verändern muss und dass ich dazu ja sagen muss … Es geht ja auch darum, beten zu lernen … zu benennen, was ist .. nicht nur zu sagen: ach, der HErr weiß ja, dass es mir leid tut, es reicht wenn ich das denke … ER weiß ja alles … und da fing ich dann an, mich mit meiner Vergangenheit auseinanderzusetzen … im Licht der Bibel .. so gut wie ich das eben konnte allein .. ich hatte zwar schon eine Menge guter Gespräche … mit einer Gläubigen aus einer russlanddeutschen Gemeinde … aber ich habe mich zurückgehalten. Ich konnte meine Trauer ihr gegenüber oder auch anderen nicht zulassen, oder formulieren und mir sozusagen Trost holen .. vielleicht geht das, was dieses Thema betrifft, auch nicht … es ist zu persönlich … es ist interessanterweise leichter, darüber zu schreiben als zu sprechen …
Aber ich weiß, dass ich egal wo ich war, egal was ich gemacht habe, damit fertig werden musste, dass ich in Gottes Augen Gott selbst gespielt habe, dass ich gemordet habe, und dass ich Menschen – das wurde mir sogar erst kürzlich richtig klar, als ich in der Zeitschrift „idea“ gelesen habe über diesen Klinikchef, der zurückgetreten ist, weil er in seiner Klinik keine Abtreibungen mehr haben will .. – mit in dieses Verbrechen gezogen habe …. das ist so schlimm, dass man das erstmal gar nicht wahrhaben will … man sucht Ausflüchte .. Begründungen … und weiß doch in der Tiefe des Herzens um die Sünde und Schande … ich habe immer und immer wieder mir gewünscht, die Zeit zurückdrehen zu können … um das alles ungeschehen zu machen … und geheult und geheult …
Dabei wusste ich aber, dass GOTT mir wirklich vergeben hat … aber da kommt jetzt das berühmte: ” ich kann mir aber selbst nicht vergeben ” … und das ist ja sehr zwiespältig … : man braucht eine Weile um zu begreifen, dass man sich bzw. ich mich damit über Gott setzt – gesetzt habe.. weil ich erst wirklich lernen musste , dass GOTT die Macht hat, jede Sünde zu vergeben .. dass das Sühnopfer Jesu, Sein Blut wirklich reinwaschen kann .. wenn man aufrichtig bereut … und Buße tut .. umkehrt … und dass GOTT auch vergeben will … aber zu Seinen Bedingungen.
Die Heilung geschieht prozesshaft und es gibt keinen Zeitpunkt, von dem an man sagen kann: jetzt bin ich geheilt. Zudem ist das ein Schmerz, der hier auf Erden niemals ganz verschwinden wird … und die Folgen und Konsequenzen sind hart. Ich bin davon überzeugt, dass man davor zurückschreckt, Menschen, die man neu kennenlernt, oder vielleicht sogar einen potentiellen Ehemann (also, in meinem Fall ist das nun nicht mehr relevant 😉 ) alles zu erzählen, wirklich offen zu sein … denn die meisten sogar weltlichen Menschen haben ein Problem mit Frauen, die abgetrieben haben, da kann man noch so modern tun. Eher noch gibt man einen schweren Betrug zu.
Also steht da immer etwas im Raum, vielleicht nicht sehr fassbar, nicht groß … aber es ist da … vor allem die bange Frage: inwieweit hat mir der Eingriff auch körperlich geschadet? Kann man noch Kinder bekommen? Aber so nach zwei Jahren – und in diesem Prozess auch das Lernen, dass es gar nicht wichtig ist, dass ich mir nicht selbst vergeben kann, weil es nicht auf mich ankommt … ebbte diese große Trauer ab …
Ich denke auch, man kann jemandem nur Mut machen, sich ganz fest an Gott zu klammern und an Seine Liebe und Vergebung glauben … und einfach da sein. Sagen kann man nichts und man muss dem entgegenwirken, wenn gesagt wird: ich kann mir selbst nicht vergeben. Darauf kommt es nicht an, denn das Opfer Jesu ist ausreichend … mehr als das … und in diesem Prozess klein zu werden und schwach und hilflos … und das zuzulassen … und genug Raum für Trauer … es gibt wenig Menschen, die Trauer aushalten können. Auch im christlichen Bereich hat man ganz schnell Angst vor Selbstmitleid. “Reiß Dich zusammen”, etc. All diese Beschwichtigungen. Und gerade jetzt, da ich das schreibe, wird mir ganz neu die Bedeutung des „Seid still“ klar (Psalm 46, 11).
Heilung kommt auch durch die tägliche Stille Zeit. Der Eine oder Andere wird auch einen Tag Pause brauchen, um das zu verarbeiten, da sollte man kein Drama draus machen, Zeit Bibel zu lesen und zu beten … und man muss sich nicht immer konkret mit diesem Thema auseinandersetzen .. wer kennt das nicht, dass man ohnehin gewisse Bereiche im Leben mit zunehmendem Verständnis der Bibel immer wieder neu sehen lernt .. immer besser erkennt, wo die eigenen Schwächen liegen und falschen Standpunkte und ebenso lernt, zu loben und zu danken .. dass GOTT vergeben hat … dass wir IHM vertrauen dürfen, dass egal was Menschen sagen, ER zu Seiner Zeit schenken wird, was wir brauchen .. dass wir aber immer Seiner Liebe gewiss sein dürfen.
Für Menschen mit tiefen Wunden und Depressionen, Selbstmordabsichten ist es wichtig, sich dieser Liebe bewusst zu sein … und gewiss .. und alles “Ich” abzugeben … zu erkennen, dass wir nichts in der Hand haben … und dass wir das auch gar nicht müssen.

Günter Rohrmoser zur Abtreibung

Die folgenden Zitate stammen aus Rohrmosers Buch “Der Ernstfall” (2. Auflage von 1996). Es ist bedrückend, auf die rund 20 Jahre seit der Veröffentlichung zurückzublicken und zu sehen, wie recht er damals hatte und wie sehr sich dies inzwischen verschärft hat.

“Der Deutsche Bundestag hat 1992 mit der Unterstützung von Bundestagsabgeordneten der CDU eine Regelung herbeigeführt, die man euphemistisch “Fristenlösung” nennt. […] Diese sogenannte Fristenlösung wird also nur möglich werden, weil der schlichte Sachverhalt, dass es sich um willkürliche Tötung eines unschuldigen menschlichen Lebens – aus welchen subjektiven Gründen auch immer – handelt, sprachlich verschleiert wurde. Im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) wird eine bewusst und gezielt auf die Tötung eines anderen gerichtete Handlung sogar Mord genannt. Die Abtreibungsproblematik ist keine Frage der christlichen Moral oder der Moral überhaupt. Es ist auch keine Frage der sogenannten “Werte”. Werte kann man um anderer Werte willen verneinen. Man kann sie um angeblich übergeordneter Werte oder um abweichender anderer Werte willen außer Kraft setzen. Der Streit um die “Werte” ist unlösbar. Wenn ich aus dem ungeborenen Leben einen Wert mache, kann ich diesen Wert natürlich bestreiten – aber mit fürchterlichen Folgen für das ungeborene Leben. Das ungeborene Leben ist eben kein Wert, sondern wirkliches Leben.” (S. 155)

“Wir haben inzwischen – ähnlich wie in der Weimarer Republik – ein weitgehend positivistisches Verständnis vom Rechtsstaat. Das bedeutet, dass wir alles für Recht halten, was der Gesetzgeber nach Erfüllung bestimmter Kriterien zum Recht erklärt. Wir wissen aber, dass die Weimarer Republik an dieser positivistischen Rechtsauffassung mit zugrunde gegangen ist. Wir hatten uns nach 1945 vorgenommen, die sittliche Idee oder sittliche Substanz des Rechts anzuerkennen, weil wir in den zwölf Jahren des Nationalsozialismus die Erfahrung mit der Verneinung des Rechts gemacht haben. Die überwältigende Mehrheit der Deutschen wusste nach 1945, dass sich dies nicht wiederholen dürfe. Jeder wusste, dass die Idee des Rechts die Anerkennung des Lebensrechts eines jeden einzelnen einschloß und dass dies eine sittliche Notwendigkeit war, wenn das deutsche Volk aus dieser schrecklichsten Zeit seiner Geschichte eine Lehre ziehen wollte. Wir stehen heute an dem Punkt, an dem wir das offenbar vergessen haben.” (S. 155f)

“Durch die Höherbewertung des Selbstbestimmungsrechts der Frau wird das Kind automatisch zu einem nicht vernichtungswürdigen, aber doch vernichtungsfähigen Unwert. […] Deshalb ist es auch ein Irrtum anzunehmen, dass diese neue Regelung frauenfreundlich sei. […] Jede Frau, die in Zukunft ein Kind austragen will, muss sich dann vor ihrer gesamten Umgebung rechtfertigen, weshalb sie nicht bereit ist, das Erlaubte und vielleicht von den anderen Geforderte zu tun. Vor der Liberalisierung der Abtreibung konnte sie die geballte Macht des Rechtsstaats anrufen, um sich dieses Drucks zu erwehren. Heute steht sie mutterseelenallein vor ihren Bedrängern.” (S. 167f)

Warum wir Auftragsmorde legalisieren sollten

Vorsicht, Satire!!! Den folgenden Artikel habe ich im Blog von The Gospel Coalition (engl. Original) auf englisch gefunden. Da ich den Artikel der deutschsprachigen Welt nicht vorenthalten wollte, habe ich ihn mit freundlicher Genehmigung der Autorin, Betsy Childs, übersetzt.

Warum wir Auftragsmorde legalisieren sollten

Ich werde die Erste sein, die es eingesteht: Berufskiller sind fragwürdig. Aber sie sind fragwürdig, weil sie eine Arbeit erledigen, die niemand anders tun will, eine Arbeit, die tatsächlich illegal ist. Indem wir Auftragsmorde ein „Verbrechen“ nennen, haben wir die Tatsache verschleiert, dass Berufskiller der Gesellschaft einen wertvollen Dienst bereitstellen.
Viele Frauen finden sich gefangen in ungewollten Ehen. Der Ehebund beschneidet die Freiheit einer Frau ernstlich, und Ehemänner können unangemessen fordernd sein. Eine Frau in einer solchen Situation ist verletzlich. Sie sieht nur noch einen Ausweg, und so trifft sie die schwierige Entscheidung, ihren Ehemann zu töten.
Doch die unbequeme Wahrheit ist, dass eine Frau, die einen Mord gegen ihren Ehemann in Auftrag gibt, mit größter Wahrscheinlichkeit tausende von Dollars zahlen muss, ohne die Garantie zu haben, dass der Mord tatsächlich ausgeführt wird. Diesen Auftrag zu legalisieren, würde die Unsicherheit beseitigen. Gemietete Schützen könnten überprüft und trainiert, sowie auf professionelle Sicherheitsstandards angehalten werden. Niemand will, dass ein Treffer daneben geht. Wenn keine Gefahr der Anklage mehr bestünde, würde dies die Kosten von Auftragsmorden drastisch senken. Auftragsmord zu legalisieren würde ein schmutziges Geschäft ins rechte Licht rücken.
Während eine Scheidung in den meisten Fällen eine attraktive Alternative für einen Auftragsmord sein könnte, haben manche Frauen nicht die emotionalen und finanziellen Ressourcen, um eine Scheidung hinter sich zu bringen. Eine strittige Scheidung durchzuführen kann mehr als ein Jahr Zeit in Anspruch nehmen. Nachdem Anwälte die Finanzen des Paares geleert haben, bleibt der Frau nur wenig Geld zurück, um ihr Leben fortzusetzen. Außerdem: Ein diskreter Mord zur rechten Zeit schützt den Ehemann vor dem Schmerz, herausfinden zu müssen, dass er nicht mehr gewollt ist. Ein wahrlich erfahrener Attentäter kann seine Zielperson schmerzlos in einem Moment umlegen ohne jedes Leiden. Das Ende einer Ehe hat das Potential, das Leben einer Frau zu ruinieren, aber wenn ihr Ehemann schnell und sauber herausgeholt wird, so kann dies ein neuer Anfang für sie sein.
Auftragsmord ist ein unbequemes Thema, und ich persönlich könnte nie einen Mord beauftragen. Besser wäre es, zuerst ungewollte Ehen zu vermeiden. Das ist aber keine Entscheidung, die jemand anderes für eine Frau machen kann. Es ist ihre Ehe, nur sie kann entscheiden, wann sie enden muss.
Ich bin mir bewusst, dass manche Leser damit zögern, diesen Vorschlag zu befürworten, aber haltet doch einmal inne, um zu betrachten, wie sehr die Legalisierung der Abtreibung dazu beigetragen hat, dass eine Frau, die ihr Kind töten will, nicht mehr stigmatisiert wird. Einst wurde die Abtreibung als Mord gesehen und konnte deshalb nur im Geheimen und mit großem Risiko für die Frauen durchgeführt werden. Jetzt feiert unser Staat Frauen, die ihr Recht ausüben, Familienmitglieder zu töten. Weshalb sollten wir dieses Recht nicht ausweiten und den Frauen das Recht geben, ihre Partner zu töten?
(Original in Englisch von Betsy Childs, Übersetzung von mir)

Die Menschenopfer des 21. Jahrhunderts

Wenn du in das Land kommst, das der Herr, dein Gott, dir gibt, so sollst du nicht lernen, nach den Greueln jener Heidenvölker zu handeln. Es soll niemand unter dir gefunden werden, der seinen Sohn oder seine Tochter durchs Feuer gehen lässt, oder einer, der Wahrsagerei betreibt oder Zeichendeuterei oder ein Beschwörer oder ein Zauberer, oder einer, der Geister bannt, oder ein Geisterbefrager, oder ein Hellseher oder jemand, der sich an die Toten wendet. Denn wer so etwas tut, ist dem Herrn ein Greuel, und um solcher Greuel willen vertreibt der Herr, dein Gott, sie vor dir aus ihrem Besitz. (5. Mose 18, 9 – 12)
Wir brauchen heute weder in den Busch zu gehen, noch sonst wo hinzufahren, um die nächsten Menschenopfer zu finden. Sie finden tagtäglich in unseren Städten und Krankenhäusern statt. Dort, wo Menschen eigentlich den Auftrag hätten, Leben zu retten, wird es heute zerstört. Das ist eine schreckliche Perversion unserer Zeit.
Denn sie haben Ehebruch getrieben, und Blut ist an ihren Händen; ja, mit ihren Götzen haben sie Ehebruch getrieben, und für sie sogar ihre eigenen Kinder, die sie mir geboren haben, durchs Feuer gehen lassen, so dass sie verzehrt wurden! Überdies haben sie mir auch das angetan: Sie haben an demselben Tag mein Heiligtum verunreinigt und meine Sabbate entheiligt. Denn wenn sie ihre Kinder ihren Götzen geschlachtet hatten, so kamen sie noch am selben Tag in mein Heiligtum, um es zu entweihen.Siehe, das haben sie mitten in meinem Haus getrieben! (Hesekiel 23, 37 – 39)
Dadurch, dass man meint, man könne – in postmodernem Konstruktivismus – das Leben einfach neu definieren und dadurch ein Verbrechen zur neuen Tugend machen, werden die schlimmsten Morde nicht nur erlaubt, sondern regelrecht befürwortet. Es gibt eine riesige Lobby der „Pro Choice“ („für die Wahl“)-Fraktion. Noch schlimmer ist der Druck, der durch diese Legalisierung und all die Möglichkeiten der pränatalen Diagnose entsteht. Und doch ist es bezeichnend, wie sehr Gott für das Leben ist – auch für das Leben in der Gefangenschaft in Ägypten. Auch für das Leben unter schweren Umständen – als Sklaven der Ägypter. So wertvoll ist das Leben für Gott, dass sogar eine offensichtliche Lüge, die gezielt zum Schutze dieses Lebens eingesetzt wurde, durch Gottes Segen bestätigt wurde.
Und der König von Ägypten redete mit den hebräischen Hebammen, von denen die eine Schiphra, die andere Pua hieß, und er sprach: Wenn ihr die Hebräerinnen entbindet, so seht auf der Stelle nach; wenn es ein Sohn ist, so tötet ihn, ist es aber eine Tochter, so lasst sie leben! Aber die Hebammen fürchteten Gott und taten nicht, was ihnen der König von Ägypten befohlen hatte, sondern sie ließen die Knaben leben. Da ließ der König von Ägypten die Hebammen rufen und fragte sie: Warum tut ihr das, dass ihr die Knaben leben lasst? Da antworteten die Hebammen dem Pharao: Nun, die hebräischen Frauen sind nicht wie die ägyptischen; sie sind lebhafter; ehe die Hebamme zu ihnen kommt, haben sie geboren! Und Gott segnete die Hebammen; das Volk aber vermehrte sich und nahm gewaltig zu. (2. Mose 1, 15 – 20)
Zwischen 110’000 und 120’000 Menschenopfer werden dem modernen Moloch der Selbstbestimmung jedes Jahr in den Rachen geworfen. In Deutschland. Weltweit geht man von etwa 42’000’000 pränatal ermordeten Kindern pro Jahr aus. Zum Vergleich: Der 2. Weltkrieg hat weltweit insgesamt etwa 66’000’000 Menschenleben gekostet. Somit kommt man mit den Abtreibungen in 1,5 – 2 Jahren ungefähr auf die Zahl der Menschenleben, die der 2. Weltkrieg in 6 Jahren gekostet hat. Nur mal so weit ein kleiner Vergleich. Das sind schreckliche Zahlen.
Weitaus schrecklicher ist allerdings die Gleichgültigkeit der Kirchen und Gemeinden heutzutage. Gerade da uns die Bibel auffordert, uns für die Schwachen einzusetzen:
Ein Psalm Asaphs. Gott steht in der Gottesversammlung, inmitten der Mächtigen richtet er: »Wie lange wollt ihr ungerecht richten und die Person des Gottlosen ansehen? (Sela.) Schafft Recht dem Geringen und der Waise, den Elenden und Armen laßt Gerechtigkeit widerfahren! Befreit den Geringen und Bedürftigen, errettet ihn aus der Hand der Gottlosen!«(Psalm 82, 1 – 4)
»Warum fasten wir, und du siehst es nicht, warum kasteien wir unsere Seelen, und du beachtest es nicht?« — Seht, an eurem Fastentag geht ihr euren Geschäften nach und treibt alle eure Arbeiter an! Siehe, ihr fastet, um zu zanken und zu streiten und dreinzuschlagen mit gottloser Faust; ihr fastet gegenwärtig nicht so, dass euer Schreien in der Höhe Erhörung finden könnte. Meint ihr, dass mir ein solches Fasten gefällt, wenn der Mensch sich selbst einen Tag lang quält und seinen Kopf hängen lässt wie ein Schilfhalm und sich in Sacktuch und Asche bettet? Willst du das ein Fasten nennen und einen dem Herrn wohlgefälligen Tag? Ist nicht das ein Fasten, an dem ich Gefallen habe: dass ihr ungerechte Fesseln losmacht, dass ihr die Knoten des Joches löst, dass ihr die Unterdrückten freilasst und jegliches Joch zerbrecht? Besteht es nicht darin, dass du dem Hungrigen dein Brot brichst und arme Verfolgte in dein Haus führst, dass, wenn du einen Entblößten siehst, du ihn bekleidest und dich deinem eigenen Fleisch nicht entziehst? (Jesaja 58, 3 – 7)
Die Schwächsten unserer Gesellschaft sind die Ungeborenen. Sie bedürfen am allermeisten unseres Schutzes. Sie haben keine eigene Stimme, um sich wehren oder auch nur zu Wort melden zu können. In einer zunehmend sozialistisch gestalteten Gesellschaft bekommt der Mensch seinen Wert nicht durch sein Menschsein, sondern durch den Wert, den er seiner Gesellschaft bringt. Sprich: Seiner Arbeit. Deshalb müssen Frauen auch weg von den Kindern, hin an den Arbeitsplatz, um einen von der Gesellschaft anerkannten Wert zu bekommen. Dies war bereits in der DDR so, und wird jetzt in der EUdSSR immer stärker vertreten. Es geht nicht mehr um Gleichberechtigung. Diese ist nur ein Vorwand, um möglichst viele Arbeiterinnen und Arbeiter für den Staat ausbeuten zu können. Und so sind es auch die Schwächsten und Kleinsten, denen ihr Wert als Menschen abgesprochen wird. Die Kranken und die Alten. Wo die Abtreibung eine so große Lobby hat, wird es nicht lange dauern, bis auch die Euthanasie eingeführt wird, damit am Ende nur noch die leben dürfen, welche der Gesellschaft einen größtmöglichen Nutzen bringen.
Alle Tiere sind gleich, nur manche Tiere sind gleicher.“ (George Orwell)

Wachsen im Glauben und Dienst

Wachsen im Glauben und Dienst

Er hat uns ja errettet und berufen mit einem heiligen Ruf, nicht aufgrund unserer Werke, sondern aufgrund seines eigenen Vorsatzes und der Gnade, die uns in Christus Jesus vor ewigen Zeiten gegeben wurde, die jetzt aber offenbar geworden ist durch die Erscheinung unseres Retters Jesus Christus, der dem Tod die Macht genommen hat und Leben und Unvergänglichkeit ans Licht gebracht hat durch das Evangelium, für das ich als Verkündiger und Apostel und Lehrer der Heiden eingesetzt worden bin. Aus diesem Grund erleide ich dies auch; aber ich schäme mich nicht. Denn ich weiß, an wen ich glaube, und ich bin überzeugt, dass er mächtig ist, das mir anvertraute Gut zu bewahren bis zu jenem Tag. Halte dich an das Muster der gesunden Worte, die du von mir gehört hast, im Glauben und in der Liebe, die in Christus Jesus ist. Dieses edle anvertraute Gut bewahre durch den Heiligen Geist, der in uns wohnt! (2. Timotheus 1, 9 – 14)
Einleitung: Deine Berufung von Gott
Im Abschnitt davor, nämlich in den Versen 6 – 10 haben wir gesehen, dass Paulus hier versucht, Timotheus zu motivieren. Es ging um den Befehl „Entfache das Feuer!“ Heute werden wir den zweiten Befehl betrachten, nämlich: Werde stark in deinem Glauben und iu deinem Dienst! Das ist das Thema unseres Abschnitts. Doch blicken wir zunächst noch einmal auf den Abschnitt vom letzten Mal, das hilft uns, den Zusammenhang zu verstehen. Wir haben im letzten Abschnitt gewissermaßen fünf Dinge gesehen, die Timotheuis hat: Paulus schreibt also Timotheus: Sei mutig und geh voran! Du hast:
1. Eine Ausrüstung(Gaben)
Paulus hatte Timotheus die Hände aufgelegt und mit ihm gebetet, und so hat Timotheus alle notwendigen Gaben bekommen, um seinen Dienst in Ephesus zu tun.
2. Ein Potential(Kraft, um mit den Gaben umzugehen: Entweder Furchtsamkeit oder Kraft, Liebe und Selbstbeherrschung)
Die Brauchbarkeit der Ausrüstung ist abhängig vom Gebrauch. Gaben sind eine Art von Werkzeug, das mit dem Gebrauch wächst. So, wie unsere Fertigkeiten auch zunehmen, wenn wir etwas üben, so können auch die Gaben zunehmen. Aber wie Muskeln nehmen sie ab, wenn man sie nicht braucht und stattdessen der Furchtsamkeit immer nachgibt.
3. Ein Kreuz zu tragen (Leiden um des Evangeliums willen)
Jeder, der Christus nachfolgen will, muss sein Kreuz auf sich nehmen und auch bereit sein, Spott und Verfolgung zu ertragen. So weiß zum Beispiel Timotheus, dass Paulus deswegen in der Todeszelle sitzt. Das ist nicht gerade ein angenehmes Wissen, wenn man gerade die Nachfolge im Dienst antreten soll.
4. Die Erinnerungan deinen Gott (wie Er ist, spricht, denkt, fühlt, handelt, etc.)
Aber Timotheus hat auch eine Erinnerung – die Erinnerung an Gott. Die Erinnerung an das, was Gott in seinem Leben und im Leben des Volkes Israel schon alles getan hat. Gerade Israel ist das beste Beispiel für das Eingreifen Gottes in Zeiten der Not. So kann der junge Timotheus zu seinem Gott aufsehen und aus der Bibel und aus der Erfahrung Vertrauen lernen.
5. Eine Pflicht(die Berufung)
→ Was ist dein Element? Schleppst du dein Wasser durch die Wüste oder schwimmst du darin?
Timotheus hat eine Berufung bekommen – die Berufung zum Dienst in der Gemeinde in Ephesus. Die Berufung ist immer mit Pflicht und Verantwortung verbunden. Aber Pflicht und Verantwortung ist nur dann so schwer, wenn wir mit Widerwillen dagegen arbeiten. Wenn du die Aufgabe hast, 5 Liter Wasser durch die Wüste zu tragen, so ist das viel mühsamer, als von 100 Litern Wasser im Schwimmbad umgeben zu sein. Es kommt halt immer drauf an, in welchem Element wir uns befinden und ob wir uns dagegen wehren. Wenn wir aber das Leben im Geist und die Verantwortung dankbar annehmen lernen, wird alles gleich viel leichter.
A. Vertraue deinem Gott!
Und so kommen wir zu unserem heutigen Text. Timotheus hat also die Berufung als Leiter und Pastor der Gemeinde in Ephesus gehabt, und Paulus ermutigt ihn jetzt, darin treu und kompromisslos auf der Seite von Gott zu sein. Timotheus braucht ein Leben in Hingabe an Gott, und darum geht es. Paulus gibt mit seinem eigenen Leben ein Vorbild für diese Hingabe, von der er sich nun wünscht, dass ihn Timotheus darin imitiert.
1. Das Vorbild im Leiden
Der erste Punkt ist der: Paulus macht dem Timotheus hier klar, dass ein Leben in der Nachfolge Jesu immer damit verbunden ist, dass man in Situationen kommt, die unangenehm sind. Und wir haben ja gesehen, dass unsere Fruchtbarkeit im Dienst davon abhängt, wie wir auf solche Situationen reagiert. Ob man sich zurückzieht, abhaut und den Platz anderen hinterlässt, oder ob man bereit ist, stehen zu bleiben und auch das Unangenehme zu ertragen und darauf mit Kraft Liebe und Selbstbeherrschung zu antworten.
Wenn man betrachtet, wie Paulus das Leiden in den Briefen an Timotheus insgesamt versteht, so wird klar, dass es ihm wichtig ist, zu zeigen, dass wir in unserem Leiden die Nachfolge des Herrn Jesus angetreten haben. So gehört das Leiden zur Nachfolge dazu, denn wir sind nicht besser als unser Herr. Und wie Er gelitten hat am Kreuz von Golgatha, um damit unsere Schuld zu bezahlen, so leiden wir auch, aber nicht um Schuld zu bezahlen, das können wir ja auch gar nicht, sondern wir leiden, um immer mehr wie Jesus zu werden. Solange alles problemlos läuft und wir uns so leicht und unauffällig durchs Leben schlängeln, ist das zwar angenehm, aber wir haben ein anderes großes Problem: Dann sind wir dazu verdammt, immer so zu bleiben, wie wir sind! Aber gerade deshalb sind wir aufgerufen, Gott gänzlich hingegeben zu dienen. Kompromisslos. Fanatisch. Die Welt, in der wir Leben, die IST fanatisch. Sie ist fanatisch dem Satan hingegeben, auch wenn sie es nicht weiß. Aber sie ist fanatisch dem Vater der Lüge hingegeben, der sucht, was er zerstören kann. Sie ist fanatisch dem Engel des Lichts hingegeben, der unter dem Deckmantel der Nächstenliebe dafür sorgt, dass pro Jahr 42 Millionen Babies abgetrieben werden. Eine Welt, in der das „normal“ geworden ist, kann man wirklich nicht anders als durch und durch fanatisch und dem Fürsten der Welt hingegeben nennen.
2. Das Vorbild im Nichtschämen
Für Gott hingegeben zu sein, bedeutet deshalb auch, die Augen nicht zu verschließen vor dem, was um uns herum abgeht, sondern einiges auch anzusprechen. Wenn man weiter betrachtet, wie Paulus in allen seinen Briefen vom Sich-Schämen und Sich-nicht-Schämen schreibt, so wird klar, dass er damit etwas anderes meint, als wir uns das meist vorstellen. Sich etwas zu schämen, bedeutet für Paulus, etwas zu verschweigen. Nicht darüber zu reden. Es in der Tasche aber gut versteckt mit sich herumzutragen. Und so verstehen wir auch das Gegenteil davon: Sich nicht schämen. Sich nicht zu schämen, meint somit: Viel und gerne darüber reden, es zeigen, und natürlich auch, danach zu leben. Wir wissen – und Timotheus wusste das auch -, dass Paulus gerade deshalb jetzt in dieser Todeszelle sitzt, weil er sich eben nicht geschämt hat, sondern das Evangelium überall gepredigt und neue Gemeinden gegründet hatte. So ist Paulus auch für uns ein Vorbild. Timotheus, ich habe mich nicht geschämt, denn ich kann nicht von dem schweigen, was mein Leben ausmacht!
3. Das Vorbild im Vertrauen
Und nun zeigt Paulus auch, woher seine Freiheit kommt, mit welcher er seinen Brief schreibt. Er hätte ja allen Grund, im Selbstmitleid zu versinken, könnte man meinen. Aber nein, davon kann jetzt keine Rede sein. Er ist wegen seines Glaubens nicht nur im Gefängnis, sondern geradezu in der Todeszelle, wo er nur noch auf die Exekution wartet, aber eines kann ihm niemand nehmen: Sein Vertrauen in Gott. Er weiß: Mein Gott ist groß. Mein Gott ist größer als das ganze Universum. Mein Gott ist allmächtig. Mein Gott ist mächtig, das, was Er mir anvertraut hat, das was Er durch meine Predigt gewirkt hat, zu bewahren bis ans Ende der Zeit. (V. 12) Mein Gott ist stark genug, um das Werk, das Er in den Gemeinden begonnen hat, auch zu vollenden(Phil. 1, 6). Und mein Gott ist nicht ein gleichgültiger Gott, der sich aus dem Geschehen etwa zurückgezogen hätte, sondern ein handelnder Gott, einer, der Sich für mich interessiert. Einer, der mich berufen hat. Einer, der mir die Kraft gibt, für meinen Glauben nicht nur zu leiden, sondern auch zu sterben, wenn es sein soll.
B. Prüfe deinen Glauben!
Und so fährt Paulus in seinem Brief an Timotheus fort: Halte dich an das Muster der gesunden Worte (oder gesunden Lehre). Ich möchte das kurz an einem Beispiel erklären.
1. Das Muster der gesunden Lehre
Stell dir vor, es ist Vorweihnachtszeit, der Weihnachtsmarkt steht noch vor der Türe, und jeder hat den Auftrag, dafür Weihnachtsgebäck vorzubereiten. Du sollst Zimtsterne machen. Dazu brauchst du: Eiweiß, Zucker, Zimt, gemahlene Mandeln und natürlich Puderzucker für die Glasur.
Jetzt reicht aber der richtige Teig nicht aus, um das, was daraus entsteht, automatisch Zimtsterne nennen zu können. Es braucht auch die richtige Form – den Stern. Man kann nicht Zimtmonde machen und diese dann als Zimtsterne verkaufen. Auch Zimttannen eignen sich nicht für den Verkauf als Zimtsterne. Es wäre Betrug, dies so zu machen.
2. Die gesunde Lehre in der Bibel
Wenn wir also im Glauben wachsen wollen, ist es wichtig, dass wir zuerst wissen, was der biblische Glaube ist. Eines der größten Probleme unserer Zeit ist nicht die falsche Überzeugung, sondern der Mangel an Überzeugung. Ich werde oft von Menschen gefragt: Was kann man denn noch glauben? Jeder beruft sich auf die Bibel, aber der Eine sagt dieses, der Andere sagt jenes, was kann ich da glauben? Worauf ist Verlass? Das ist ein großes Problem.
Ich möchte darauf zwei Gedankenanstöße geben. Der erste davon ist: Überzeugung und Begeisterung bringt mehr Frucht als Zweifel und den Versuch, perfekt zu sein. Perfekt wirst du auf der Erde nie sein. Auch unser Glaube ist immer Stückwerk. Deshalb ist Begeisterung das Wichtigere. Lass dich begeistern von unserem Gott, der stark genug ist, um uns richtig zu führen. Lass dich begeistern von dem, was du in der Bibel liest. Du musst nicht erst alles perfekt verstanden haben, um Gott dienen zu können. Nimm das, was du hast, was du weißt, was du kannst, und diene mit dem treu. Der Rest wird dann schon noch kommen, verlass dich drauf.
Der zweite Gedanke dazu: Prüfe alles an der Bibel. Sie ist nicht so kompliziert. Sie muss nicht über hundert Ecken gelesen und herum-interpretiert werden. Sie ist klar und verständlich, praktisch und total lebensbezogen.
In der Bibel finden wir also diese Zimtsternform für unseren Glauben oder man könnte auch sagen: Das Muster der gesunden Worte. Wenn wir uns immer wieder von dem füllen lassen, was in Gottes Wort steht, so werden wir richtig geleitet. Der Kirchenvater Augustinus sagte: „Liebe und dann tue was du willst.“ Damit meinte er: Liebe Gott und liebe Gottes Wort und liebe die Menschen, lass dich von Gottes Wort und Gottes Liebe erfüllen, und dann wird das, was du tust, das Richtige sein. Deine Worte Taten sind Spiegelbilder von deinem Herzen. Sie zeigen, was in dir drin steckt. Wenn da eine Menge Zorn und Unversöhnlichkeit ist, werden deine Taten und Worte genau das zeigen. Wenn da Gottes Wort und Gottes Liebe drin ist, so gilt dasselbe. Liebe, und dann tue was du willst. Dein Wille wird dann das tun wollen, was der Liebe entspricht.
3. Setze den Glauben und die Lehre zusammen
Jetzt sehen wir uns noch einmal diesen Vers an: Halte das Muster der gesunden Worte fest im Glauben. Hier kommen die zwei Gedanken von vorhin zusammen: Erstens die Begeisterung und zweitens die Lehre der Bibel. Was du glaubst, danach handelst du. Wo du sicher bist, das bestimmt dein Leben. Und jetzt kommen wir zu einer ganz grundlegenden Frage: Wenn uns die Bibel sagt, dass es nur einen Weg zu Gott gibt, nur einen Namen, in dem Menschen gerettet werden können, glaubst du das? Jesus hat vom Feuersee gesprochen. Johannes schreibt davon. Paulus schreibt vom Gericht und von der Verdammnis. Überall findest du das wieder. Glaubst du es? Bestimmt das dein Leben? Handelst du danach? Wenn wir wissen, dass da draußen Tausende und Millionen von Menschen zur Hölle fahren, weil sie die schreckliche Diagnose „Sünde“ haben, und du hältst das einzige Medikament in der Hand, das sie retten und heilen kann, was macht das mit dir? Was die Menschen brauchen, das ist Jesus. Und aus diesem Grund dürfen wir sie auch in die Gemeinde einladen und mitbringen. Oder ihnen selbst von Jesus erzählen. Aber zumindest sie einladen, in die Gemeinde zu kommen, das kann jede und jeder.
C. Bewahre das Richtige!
Und nun, wo wir geprüft haben, was die Wahrheit ist und uns bewusst geworden sind, welch große Verantwortung wir haben, geht es nun darum, das Richtige zu bewahren. Paulus schreibt im Vers 14: Dieses edle anvertraute Gut bewahre durch den Heiligen Geist, der in uns wohnt!
1. Das edle anvertraute Gut ist der Inhalt unseres Glaubens
Das ist es, was wir bewahren sollen. Das klingt ja schön konservativ und ist es gewissermaßen auch. Aber es ist nun mal so, dass sich die Wahrheit noch nie geändert hat und sich auch nie ändern wird. Ein Apfel wird hier auf der Erde immer nach unten fallen, und so bleibt auch die Wahrheit, die wir haben, immer dieselbe.
2. Wachstum im Glauben: Standhaftigkeit
Diese Wahrheit ist das Fundament, auf dem wir stehen. Wenn wir ständig am Fundament herumbasteln, bleibt uns aber keine Zeit, um die Wände hochzuziehen. Das Fundament bleibt also ein für alle Male. Wir dürfen also sicher sein, dass Gott zu allen Zeiten dafür gesorgt hat, dass Sein Wort richtig verstanden wurde. Trotz der vielen kuriosen Lehren, die zu manchen Zeiten stärker dominiert haben. Aber wir wissen deshalb auch, dass wir so neuartige Lehren, wie man sie immer wieder einzuführen versucht, gar nicht groß beachten muss. Was wir brauchen, ist ein starker Rückgrat, ein solides Wissen über das, was die Bibel insgesamt sagt. Das ist wichtig für uns. Sie ist nicht einfach nur eine zufällige Zusammenstellung von Büchern, wie das zum Beispiel bei Reader’s Digest der Fall ist. Sondern es geht vom ersten bis zum letzten Kapitel um die Geschichte Gottes mit dieser Welt. Wir sollen die Wahrheit im Heiligen Geist festhalten. Was aber bedeutet das nun für uns? Der Heilige Geist, der in uns wohnt, ist derselbe, der den Propheten und Aposteln all das eingab, was sie für uns aufgeschrieben haben. Wir dürfen also wissen, dass der Heilige Geist immer noch derselbe ist und weiß, was er den Schreibern der Bibel gesagt hat. Und so kann er uns auch heute das klarmachen, was da gemeint ist. Und er wird das auch, wenn wir sein Wort lesen und seine Führung suchen.
3. Wachstum im Dienst: neue Schritte wagen
Die Bibel ist aber gerade nicht nur ein Lehrbuch über den richtigen Glauben, sondern vielmehr noch ein ganz praktisches Buch mit viel hilfreichen Dingen für unser tägliches Leben. Ich möchte es mal so sagen: Jeder Satz der Bibel zielt auf unser tägliches Leben. Und so lange wir ihn noch nicht umzusetzen wissen, haben wir ihn nicht verstanden. Gott möchte, dass wir in dem, was wir tun, wo wir unsre Berufung und Aufgabe haben, immer wieder neue Schritte wagen. Unser heutiger Text möchte ja auch bewirken, dass wir unsere Angst vor Ablehnung überwinden und mutig auf andere Menschen zugehen und sie in die Gemeinde in den Gottesdienst einladen oder zu den Royal Rangers oder in die Jugend oder einfach mit ihnen über den Glauben reden. Wir haben gesehen: Sich nicht zu schämen, bedeutet, aufhören zu schweigen und stattdessen zu reden. Von dem, was wir bekommen haben: Jesus Christus, der uns erlöst hat.
Schluss: Wahrheit in Liebe!
Zum Schluss möchte ich noch kurz auf eine interessante Feststellung in unserem Text eingehen. Paulus schreibt in Vers 13: Halte dich an das Muster der gesunden Worte, die du von mir gehört hast, im Glauben und in der Liebe, die in Christus Jesus ist.Im Glauben, das haben wir gesehen, da geht es um unsere Überzeugung. Aber nicht nur unsere Überzeugung ist wichtig, sondern da geht es noch weiter: „und in der Liebe, die in Christus Jesus ist.“ Es zählt also nicht nur die Wahrheit, sondern es geht darum, dass die Wahrheit in Liebe weitergegeben wird.
Liebe bedeutet aber gerade nicht, dass man irgend etwas Wichtiges verschweigen soll. Aber was es bedeutet ist, dass unsere Motivation stimmen muss.
Deshalb: Lasst uns unsere Berufung wahrnehmen. Lasst uns da, wo wir sind, als Botschafter Gottes leben, als Menschen, die das einzige wirksame Medikament gegen die verheerende Sklaverei der Sünde haben. Lasst uns prüfen, was unser Glaube ist, lasst uns darum besorgt sein, dass wir immer wieder diese Begeisterung bekommen und lasst uns auch das festhalten, was wir in der Bibel als richtig erkennen. Und damit können wir Schritt für Schritt neues Land einnehmen, neue Schritte wagen und das umsetzen, was wir von Gottes Wort lesen und hören.

Ein trauriges Jubiläum

Ein trauriges Jubiläum – Gedanken zu 40 Jahren Roe v. Wade

Heute vor 40 Jahren, am 22. Januar 1973, wurde mit dem Gerichtsurteil Roe v. Wade ein Urteil mit großem Ausmaß gefällt. Obwohl dieses Urteil nur in den Vereinigten Staaten direkte Auswirkungen hatte, wurden dadurch viele Entscheidungen in anderen Ländern getroffen, deren Ergebnisse sich als ähnlich schrecklich erweisen.
Doch was war Roe v. Wade genau? Es war das Grundsatzurteil, welches vom US-amerikanischen Supreme Court (dem obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten) gefällt worden war in Bezug auf Schwangerschaftsabbrüche. Es war eine der Entscheidungen, welche in den USA „landmark court decision“ genannt wird, weil dadurch das bisherige Gesetz geändert und dadurch die amerikanische Verfassung neu interpretiert werden muss. Dieser Fall in den USA wurde derart groß aufgerollt, dass dadurch die Diskussion in zahlreichen anderen Ländern auch angestoßen wird.
Durch das Urteil des obersten Gerichtshofes wurde ein neuer Standard in Bezug auf den Schutz des menschlichen Lebens gesetzt, weil dadurch festgelegt wurde, dass ab sofort der Teil des Lebens vor der Geburt nicht mehr unter dem Schutz des Staates stehen soll. Doch eigentlich hätte dieser genau diesen Auftrag, nämlich das Leben zu schützen.
Dass es Schwangerschaftsabbrüche gibt, ist nichts Neues. Es gab sie schon immer, könnte man sagen. Dass nun aber der Staat durch ein Gerichtsurteil den Schutz des Lebens aufhebt und damit den Menschen freie Hand gibt in dem, was sie mit anderen Menschen machen, das ist das Unerhörte an der ganzen Sache. Homo hominem lupus est, der Mensch ist dem Menschen ein Wolf, so sagte man bereits in der Antike. Und hier wird der Fanatismus des Menschen gegen andere Menschen so deutlich, dass man es eigentlich nicht zu erwähnen brauchte. Aber die Änderung eines Gesetzes bewirkt über kürzere oder längere Frist auch eine Veränderung der Moral der Gesellschaft.
Plötzlich wird das Leben neu definiert. Das Leben ist nicht mehr das Leben, nein, es ist nur dann ein Leben, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind. Es ist dann Leben, wenn seit der Befruchtung der Eizelle eine bestimmte Zeit verstrichen ist. Es ist nur dann Leben, wenn es gesund ist. Und hier kommen wir an eine Grenze, denn wer kann Gesundheit definieren? Wer kann Unversehrtheit des Lebens definieren? Wer hat das Recht dazu?
Das Recht dazu hat eigentlich allein Gott. Und Er definiert das Leben recht klar in Seinem Wort. Wir tun gut daran, dieses ernst zu nehmen und danach zu handeln – und ebenso auch, unsere eigene Definition davon abhängig zu machen. Deshalb fragen wir heute, was Er dazu zu sagen hat. Doch zunächst wollen wir uns noch die Auswirkungen von Roe v. Wade betrachten. Das Ergebnis des Gerichtsprozesses von Roe v. Wade hat zunächst einmal als Vorbild für viele andere Staaten fungiert. Man muss sehen, dass die USA lange Zeit als eher konservativer Staat betrachtet wurden. Und wenn ein solcher Staat schon eine derart tiefgreifende Veränderung des Gesetzes, sowie eine Neuinterpretation der Verfassung wollte, so war dies ein Grund für viele andere Länder, sich darüber auch Gedanken zu machen. So gab es immer mehr Änderungen, die zu einem Ausmaß an Schwangerschaftsabbrüchen führte, die unvorstellbar ist. Allein hier in Deutschland werden jedes Jahr zwischen 100’000 und 110’000 Babies abgetrieben. Das sind ca. 13% aller Schwangerschaften. Weltweit sind es jährlich ungefähr 42’000’000 Babies. Um sich diese Zahl besser vorstellen zu können: Deutschland hat 82’000’000 Einwohner. Innerhalb von zwei Jahren werden also weltweit mehr Babies ermordet als Deutschland Einwohner hat. Im 2. Weltkrieg geht man davon aus, dass weltweit ungefähr 64’000’000 Menschen durch den Krieg direkt ums Leben gekommen sind in all den Jahren. Hierzu bedarf es lediglich 1,5 Jahre an weltweiter Abtreibung, um denselben Schaden an Menschenleben anzurichten. Es kann hierbei keinesfalls darum gehen, irgend etwas zu beschönigen an dem, was geschehen ist. Aber man darf auch nicht beschönigen, was die Entscheidung des Falls Roe v. Wade angerichtet hat.
Und was sagt nun Gott zu dieser Sache?
An erster Stelle sei festgehalten, dass für Gott der Schutz des Lebens einen sehr hohen Stellenwert hat. Bereits im Bund mit Noach (1. Mose 9), welcher universell, also für alle Menschen aller Zeiten seit der Sündflut leben, gültig ist, stellt der Schutz des Lebens und das Errichten einer Gerichtsbarkeit, die das Leben schützen soll, eine zentrale Rolle.
Die Gesetze Israels sind nicht unsere Gesetze, aber sie zeigen uns ebenfalls, was Gott wirklich wichtig ist. So ist zum Beispiel der Schutz der Armen, der Unterdrückten, der Fremden, der Witwen und Waisen ein wichtiger Bestandteil. Diejenigen, welche wehrlos sind, müssen geschützt werden. Und im Grunde genommen gibt es keinen Ort und keine Zeit, in welcher ein Mensch hilfloser und wehrloser ist als im Mutterleib vor der Geburt. Es kann keinesfalls als etwas Normales betrachtet werden, dass heute so oft auf diese Weise reagiert wird auf eine Schwangerschaft. Es muss direkt als fanatisch und lebensfeindlich bezeichnet werden.
Des Weiteren gibt es zahlreiche Bibelstellen, aus deren Kontext hervorgeht, dass Gott der Schutz des Lebens, und in unserer heutigen Zeit – damals wäre dies etwas Unerhörtes gewesen – ganz besonders auch der Schutz des ungeborenen Menschenlebens etwas grundlegend Wichtiges ist. Aus den Gesetzen Israels geht zum Beispiel hervor, dass ein ungeborener Mensch für Gott genauso wichtig ist wie ein bereits zur Welt gekommenes Kind. So besagen die Gesetze, dass jemand, der im Streit mit einem anderen Mann eine schwangere Frau ungewollt stößt und damit das Kind schädigt, dieser in dem Fall gleich zu behandeln ist, wie wenn er einen bereits geborenen Menschen geschädigt hat.
Auch in den Psalmen finden wir den Gedanken immer wieder, dass Kinder für Gott wertvoll sind. So zum Beispiel in Ps. 127,3. Des Weiteren wird aus Psalm 139 deutlich, dass Gott die Kinder bereits im Mutterleib als vollwertige Menschen betrachtet, was sich auch mit der Lehre des NT deckt, denn bei dem Besuch der Maria bei Elisabeth (Lukas 1, 39 – 45) wird das noch Ungeborene bereits als „Kind“ oder „Baby“ bezeichnet. Somit gilt alles, was die Bibel zum Schutz des Lebens sagt, ohne Einschränkung auch für noch ungeborene Babies.
An dieser Stelle kommt nun die Frage auf, wie wir mithelfen können, das Leben zu schützen. Ich weiß nicht, wie man Roe v. Wade und alle Gesetzesänderungen in anderen Ländern rückgängig machen könnte. Vermutlich wird das gar nicht möglich sein. Aber es ist wichtig, dass wir hier nicht einfach die Augen verschließen, sondern uns bewusst sind, was in der Welt abgeht. Und jeder von uns kann einen Teil dazu beitragen, dass die Menschen sensibilisiert werden und sich mit dem Thema auch auseinandersetzt. Es gibt zum Beispiel jedes Jahr einen „Marsch für das Leben“, wo auf diese Problematik aufmerksam gemacht wird. Wichtig ist aber auch, dass wir die Menschen, welche dies bereits durchgemacht haben oder sich darüber Gedanken machen, nicht ablehnen, sondern zu helfen versuchen, wo wir es können. So kann uns auch dieses traurige Jubiläum dazu dienen, das Thema anzusprechen. 

Schutz des ungeborenen Lebens

Während in unserer Gesellschaft ziemlich weitgehend Konsens herrscht darüber, dass Mord etwas ist, was man verbieten sollte, sind die Grenzen dieser Verbote seit einiger Zeit deutlich aufgeweicht. Wir müssen sehen, dass es für einen Menschen, der wirklich an eine tierische Abstammung des Menschen glaubt und diesen Glauben konsequent vertritt, absolut keinen Grund gibt, irgend eine Form des Mordes zu verbieten. Der Mensch ist dann ein wertloses Zellmaterial, das zufällig gut zusammenfunktioniert und durch den Vorgang von Mutation und Selektion in guter Weise an die Umwelt angepasst ist. Noch etwas konsequenter gedacht dürfte ein Atheist überhaupt kein Gesetz zum Schutz des Lebens gutheißen, denn dadurch wird dieser Vorgang von Mutation und Selektion gebremst. Im Kampf um das Überleben kann nur der Stärkere, also der besser Angepasste und somit der „höher Mutierte“ das Fortbestehen der menschlichen Rasse gewährleisten. Somit würde ein immerwährendes gegenseitiges Abschlachten nur dafür sorgen, dass die Evolution des Menschen noch etwas schneller vonstatten geht. Oder der Mensch sich gegenseitig ganz aufreibt und dadurch beweist, dass es im Tierreich noch besser angepasste Rassen gibt?
Ein anderer Ansatz, der sich in vielen Köpfen und Seelen sehr tief festgesetzt hat, ist derjenige, dass der Wert eines Menschen abhängig sei von seiner Produktivität, also dem, was er leistet und damit der Gesellschaft zugute kommen lässt. Oder man nimmt völlig ohne jedwede sinnvolle Grundlage blind irgend etwas, womit man einem Menschenleben Wert und Würde „zusprechen“ kann, sei es die Fähigkeit, gezielt nachzudenken, die Kommunikationsfähigkeit, oder auch nur die Möglichkeit, außerhalb des Mutterleibs überleben zu können.
Wenn wir uns dieser Problematik jedoch von der Bibel herkommend nähern, so finden wir dort sehr detaillierte Aussagen dazu. Zunächst einmal ist der Wert des einzelnen Menschen weder null und nichtig wie dies nach evolutionistischer Sicht sein müsste, noch ist er vom Wert der Produktivität oder sonst irgend einer Leistung abhängig, sondern der Wert und die Würde des Menschen beruhen ganz einfach auf der Tatsache, dass der Mensch nach Gottes Plan und nach Gottes Ebenbild geschaffen wurde. Nun stellt sich die Frage, ab welchem Moment dieser Wert und die Würde in Kraft treten. Hierauf gibt uns Psalm 139, 13 – 16 die Antwort:
Denn du hast meine Nieren geschaffen, du wobest mich in meiner Mutter Schoß. Ich danke dir, daß du mich wunderbar gemacht hast; wunderbar sind deine Werke, und meine Seele erkennt das wohl! Mein Gebein war dir nicht verhohlen, da ich im Verborgenen gemacht ward, gewirkt tief unten auf Erden. Deine Augen sahen mich, als ich noch unentwickelt war, und es waren alle Tage in dein Buch geschrieben, die noch werden sollten, als derselben noch keiner war.
Wir sehen also, dass für Gott das Leben mit dem Wert und der Würde eines Menschen, der nach Gottes Ebenbild geschaffen worden ist, bereits längst vor der Geburt beginnt. Dass auch der noch ungeborene Mensch in Gottes Augen so wertvoll ist, sehen wir auch an weiteren Stellen, ganz speziell gut im sogenannten mosaischen Gesetz. Dieses galt zu großen Teilen nur dem Volk Israel als konstitutives Gesetz und ich bin weit davon entfernt, dieses wieder erneut einsetzen zu wollen. Aber es gibt gewisse Dinge, die wir aus ihnen erfahren können, nämlich Prioritäten, die in Gottes Augen ganz speziell wichtig sind. Eines davon ist der Schutz des menschlichen Lebens. Wir lesen in Numeri 35, 9 – 11:
Und der HERR redete zu Mose und sprach: Sage den Kindern Israel und sprich zu ihnen: Wenn ihr über den Jordan in das Land Kanaan kommt, sollt ihr Städte verordnen, die euch als Freistädte dienen, daß ein Totschläger, der eine Seele aus Versehen erschlägt, dorthin fliehe.
Wer also jemanden ohne Absicht tötet, darf versuchen, eine der sechs Freistädte zu erreichen und ist dort erst mal sicher vor der Rache, wer aber jemanden mit Absicht und ohne legalen Grund ermordet, soll Leben um Leben bezahlen. Dieses Prinzip, und das ist ganz wichtig zu wissen, dass Menschenleben durch Menschenleben gesühnt werden soll, stammt nicht erst aus dem mosaischen Gesetz. Vielmehr stammt das Gesetz aus dem Noachitischen Bund, also aus dem Bund, welchen Gott mit Noach geschlossen hat nach der Sintflut. Da alle Völker von Noach abstammen und damit unter dem Bund stehen, der durch das Zeichen des Regenbogens geschlossen wurde (und Gott versprach, dass es keine so alles umfassende Flut mehr geben solle), gelten diese Gebote auch heute noch uneingeschränkt für alle Völker. Sie sind nie aufgehoben worden. Und dort gibt es unter anderem das Gebot, dass jeder, der Menschenblut vergießt, dessen Blut durch Menschen vergossen werden soll. Genesis 9, 5 – 6:
Für euer Blut aber, für eure Seelen, will ich Rechenschaft fordern, von der Hand aller Tiere will ich sie fordern und von des Menschen Hand, von seines Bruders Hand will ich des Menschen Seele fordern. Wer Menschenblut vergießt, des Blut soll auch durch Menschen vergossen werden; denn Gott hat den Menschen nach seinem Bild gemacht.
Nun kommt aber etwas Interessantes. Während es möglich ist, nach dem unbeabsichtigten Mord an einem Menschen eine solche Freistadt aufzusuchen, gilt das in einem ganz bestimmten Fall nicht mehr. Lesen wir nach in Exodus 21, 22 – 25:
Wenn Männer sich zanken und stoßen eine schwangere Frau, so daß eine Frühgeburt entsteht, aber sonst kein Schade, so muß eine Geldstrafe erlegt werden, wie sie der Ehemann des Weibes festsetzt; und man soll sie auf richterliche Entscheidung hin geben. Wenn aber ein Schaden entsteht, so sollst du ihn ersetzen; Seele um Seele, Auge um Auge, Zahn um Zahn, Hand um Hand, Fuß um Fuß, Brandmal um Brandmal, Wunde um Wunde, Beule um Beule.
Hier sieht man, dass dem noch ungeborenen Kind mindestens derselbe Wert zugemessen wird wie seiner Mutter. Ich schreibe bewusst „mindestens“, denn bei genauerem Hinsehen hätte der Mörder, der unabsichtlich eine erwachsene Person (wie zum Beispiel die Mutter, wenn sie nicht schwanger wäre) tötet, das Recht, in eine der Freistädte zu fliehen. Wenn er nun aber eine schwangere Frau mit ihrem Kind oder auch nur das Kind in ihr tötet, wird er sofort bestraft, und zwar so, als ob seine Tat beabsichtigt gewesen wäre. Dies zeigt uns, welchen Wert Gott dem ungeborenen Leben eines jungen Menschen zumisst. Und da wir uns als Christen nach Gottes Wort ausrichten sollen, haben wir auch die Pflicht, darauf hinzuarbeiten, dass in unserer Gesellschaft Gottes Wille geschieht. So oft wir beten: „Dein Reich komme, dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden“ geben wir Gott auch das Versprechen, daran mitzuarbeiten, dass dies geschieht. So ist es ein äußerst wichtiger Punkt, dass wir uns für das Leben der Menschen einsetzen. Und zwar für alles Leben, dem Gott seinen Wert gibt, dadurch, dass Er es erschafft. 
 
Die Geschichte der staatlichen Abtreibungsmaschinerie begann 1974 in Deutschland. Zunächst wurde sie lediglich legalisiert. Sobald man aber begann, diese Maschinerie durch die gesetzliche Krankenkasse zu finanzieren, kam es zu massivem Zuwachs. Inzwischen werden jährlich ungefähr 120’000 ungeborene Babies auf brutalste Weise umgebracht. Die Kosten, welche dadurch entstehen, betragen rund 50 Millionen Euros jährlich und werden natürlich von den öffentlichen Mitteln (sprich: den Steuern der Arbeiter) finanziert. Ein erster Schritt kann deshalb durchaus schon einmal die Privatisierung der Abtreibung sein. Dadurch müssen Menschen, die ihre Kinder „wegmachen“ wollen, zuerst mal selbst in die Tasche greifen. Dann sollte aber nach Möglichkeit auch darauf hingearbeitet werden, dass solcher Mord gesetzlich auch tatsächlich als Mord bezeichnet und als solcher geahndet wird. Denn für den Schutz des Lebens ist doch eigentlich eine Staatsregierung da. Oder etwa nicht?