Buchtipp: Wer die Furcht kennt

Caine, Rachel, Wer die Furcht kennt, Verlag Edition M, 1. Aufl. 2019, 431S., Amazon-Link

Gwen ist mit ihren Kindern unterwegs. Ihr Exmann Melvin ist ein brutaler Mörder, der nun auch auf seine Familie Jagd macht, seit er aus dem Gefängnis verschwunden ist. Die einzige Möglichkeit für Gwen, um sich und ihre Kinder in Sicherheit zu wissen, besteht darin, dass sie sich zum Lockvogel macht und Melvin zur Strecke bringen kann, bevor er sie erwischt.

Eigentlich eine gute Idee. Eine Story, die spannend sein könnte. Und die es auch über manche Strecken ist, wenngleich leider immer wieder von ziemlich schwachen Abschnitten durchzogen. Zunächst einmal haben die einzelnen Charaktere keine eigenständige Identität. Sie alle scheinen Klone von Gwen zu sein. Sie teilen denselben Mitteilungsdrang und äußern sich sehr ähnlich. An sich ist es ja eine gute Idee, jedes Kapitel aus der Sicht einer anderen Person zu schreiben. Aber dann wünschte ich mir auch, tatsächlich ganz verschiedene Persönlichkeiten lesen zu können. Doch seitenlange ähnliche Monologe machen die Story deshalb auch so durchschaubar.

Des Weiteren erinnert das Buch öfters an 007-Agentenfilme. Egal wie verzwickt die Lage ist – immer kann sich Gwen irgendwie rausmanövrieren. Es sind insgesamt zu viele zu unwahrscheinliche Szenen, als dass die Geschichte irgendwo noch glaubwürdig wäre. Mit der Zeit ist man nicht mehr in der Geschichte, sondern nur noch irgendwo mit dabei.

Die ersten 50 Seiten und der Schluss, so ab dem letzten Viertel, sind spannend geworden. Dazwischen ist viel Wiederholung und seitenlange Selbstgespräche über die Gedanken und Gefühle der Person, welche gerade am Reden ist. Insgesamt ist das Auf und Ab des Spannungsbogens gut gelungen, wodurch das Interesse am Buch erhalten bleibt. Doch so wirklich identifizieren konnte ich mich mit keinem der im Buch vorkommenden Charaktere, was es mir ansonsten erheblich leichter gemacht hätte, das Buch noch mehr zu mögen.

Fazit:

Ein guter Anfang und ein spannender Schluss, zwischen denen sich viele Monologe verschiedener Personen befinden, die von ihrer Persönlichkeit her allzu ähnlich sind. Vieles ist vorhersehbar. Ich gebe dem Buch drei von fünf Sternen.

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