Buchtipp: Die Auslese

Charbonneau, Joelle, Die Auslese – Die komplette Trilogie, Blanvalet Verlag München, 1. vollständige Aufl. 2018, 1120S., Verlagslink, Amazon-Link

Es ist ein wahrer Genuss, endlich mal wieder ein Buch in den Händen zu halten, in dem man lange genug Zeit hat, um den Protagonisten bei ihrem Wachstum zuschauen zu können. Die meisten Romane sind zu schnell vorüber, und dieses Gefühl hätte ich auch bei einem einzelnen der drei Teile gehabt. Das Gesamtpaket der Trilogie ist viel mehr als die Summe ihrer Einzelteile, da sie zusammen erst die Einheit ergeben, die sie sind. Ich würde deshalb auch immer gleich zur vollständigen Ausgabe raten.

Cia Vale ist ein Mädchen, das nach ihrem Schulabschluss zur Auslese darf. Die Auslese ist eine Veranstaltung, bei welcher die künftigen Professoren und Regierenden ausgesucht werden. Bei der Auslese werden die Besten der Besten ganz verschiedenen Prüfungen ausgesetzt, die sie zu bestehen haben. Nichtbestehen einer Prüfung wird mit dem Tod bestraft. Doch nicht nur Cia findet dieses Vorgehen viel zu brutal, auch andere Gruppen sind dabei, an der Abschaffung dieser Auslese zu arbeiten. Auch hier gilt: Nicht alles ist Gold, was glänzt. So gibt es auf diesem Weg zu einer gerechteren und freundlicheren Zukunft eine Menge Überraschungen. Wer steht auf wessen Seite? Wer tut nur so? Ein Versteckspiel im Irrgarten mit zahlreichen Wendungen.

Cia Vale ist die Hauptperson, das Buch ist aus ihrer Sicht in Ich-Form geschrieben. Ihre Entwicklung hat mir eigentlich ganz gut gefallen, aber irgendwie hatte ich immer das Gefühl, dass sie auf eine gewisse Weise künstlich blieb. Ich konnte mich schwer in sie hineinversetzen, weil auch nach 1120 Seiten die nötige Vertrautheit fehlte. Auf der einen Seite scheint sie mir aus dem Nirgendwo herzustammen, denn auch wenn man immer wieder Details aus ihrer Kindheit erfährt, passen diese Details nicht so ganz logisch zusammen. Außerdem gibt es immer wieder Sprünge in ihrem Denken, die nicht erklärbar sind. Von einer Seite zur nächsten scheint sie reifer geworden oder in ihrem Denken verändert, ohne dass diese Veränderung einen klaren Grund in der Geschichte haben. Das hat das Buch etwas schwieriger zu lesen gemacht.

Fazit:

Die Auslese ist eine dreibändige Dystopie mit Anlehnungen an die Tribute von Panem. Es ist ein Jugendbuch, das sich aber auch von Erwachsenen gut und leicht lesen lässt. Die Protagonistin hätte meines Erachtens noch etwas sorgfältiger und logischer aufgebaut werden dürfen, doch insgesamt ein spannender Roman, der einige gute Werte wie Treue, Verbindlichkeit, Ehrlichkeit und Verantwortungsbewusstsein fördert. Ich gebe dem Buch vier von fünf Sternen.

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