Gottes Allwissenheit

Liebe Leserinnen und Leser,

es ist schon seit langem kein Geheimnis mehr, wie sehr heidnisch-philosophisches Denken in unser Denken von Gott eingedrungen ist. Es herrscht in unserer Zeit eine große Verwirrung darüber, wie Gott ist und wie nicht und wie wir das verstehen können. Mir ist es sehr wichtig, dass wir als Christen an dem festhalten, was Gott uns in Seiner Gnade in der Bibel gegeben hat. Es herrscht seit einiger Zeit in unseren Kreisen, die wir uns als bibeltreu oder evangelikal nennen, die Unsicherheit, ob Gott wirklich allwissend sein kann, da doch der Mensch keine Marionette Gottes ist, sondern sein Leben nach den Möglichkeiten eines freien Willens gestalten kann. Ich werde versuchen, die Antworten auf dieses Problem möglichst kurz zu fassen. Wer diesen Artikel gut findet, darf ihn sehr gerne unter Angabe des Autors weiter verbreiten. Zunächst will ich begründen, warum Gott allwissend ist, danach wenden wir uns in aller Kürze dem freien Willen zu und zum Schluss möchte ich die Folgen aufzeigen, die automatisch folgen müssen, wenn wir die Lehre von der Allwissenheit Gottes auch nur am Rande aufzulösen beginnen.

Gottes Allwissenheit

Es gibt in der Hauptsache vier Arten, auf welche die Bibel Gottes Allwissenheit bezeugt:

  1. Gott ist Schöpfer und Erhalter von Raum und Zeit. Da Er die Schöpfung außerhalb von Sich Selbst geschaffen hat (also sie ist weder aus Ihm „herausgekommen“ noch ein Teil von Ihm), steht Er außerhalb von Raum und Zeit. An diesem Ort gibt es keine Abfolge der Dinge, sondern alle Dinge, Handlungen, Ereignisse stehen in vollkommener Weise zu jeder Zeit vollkommen klar und ausgebreitet vor Ihm.

  2. Gott hat alles nach einem Plan geschaffen. Nach diesem Plan ist nicht nur unser Heil (unsere Erlösung) vorherbestimmt, sondern auch unsere Taten (Eph. 2, 10).

  3. Die Bibel bezeugt Gottes Allwissenheit (Psalm 147,5; Hiob 38, 2-7; Daniel 2,22; Matth. 6,32 im Kontext u.v.a.m.).

  4. Die Tatsache, dass es biblische Prophetie gibt, beweist dies zusätzlich. So kann zum Beispiel Jesaja, der um mehrere Jahrhunderte früher gelebt hatte, den Namen des Königs Kyrus voraussagen (Jes. 45,1) und viele Details aus dem Leben Jesu und sogar aus der heutigen Zeit (zum Beispiel die neue Staatsgründung Israels und Rückführung der Juden) konnten so exakt vorausgesagt werden. Dies ist nur möglich durch die absolute Allwissenheit Gottes.

Der unfreie freie Wille des Menschen

Hier haben wir es nun mit einem Problem der modernen Philosophie zu tun. Es ist nun mal so, dass Gott den Menschen tatsächlich mit der Möglichkeit eines freien Willens ausgestattet hat. Zumindest war dies vor dem Sündenfall einmal so. Der Mensch konnte sich jederzeit frei entscheiden, Gott gehorsam zu bleiben oder nicht. Seit dem Sündenfall jedoch gibt es keine Menschen mehr mit einem solch perfekten freien Willen. Jeder Mensch wird von Kind auf von unperfekten, sündigen Menschen erzogen. Dies führt dazu, dass ein Kind schon von seinen allerersten Vorbildern das Sündigen lernt. Ein Mensch, der dies erst einmal gelernt hat, kann nicht mehr als frei bezeichnet werden, denn seine Gewohnheiten lenken sein Tun. Seine Gewohnheit, zu Sündigen, härtet von den ersten Tagen seines Lebens das Gewissen ab und verdunkelt seinen Blick für die göttliche Wahrheit bis tief in die geistliche Blindheit hinein. So kann ein Mensch aus sich selbst niemals wirklich das Richtige, das Göttliche erkennen und tun. Der Mensch hat somit klar seine Möglichkeiten, sich zu entscheiden, tut aus sündiger Gewohnheit heraus aber nie das, was er tun sollte, nämlich den Herrn Jesus als Herrn seines Lebens anzunehmen. Hierfür ist eine göttliche Herztransplantation nötig (Hes. 36,26), sowie die Verabreichung einer göttlichen Augensalbe (Offb. 3,18).

Folgen des falschen Gottesverständnisses

Wenn wir die Allwissenheit Gottes einschränken und den freien Willen des Menschen dafür erheben, so führt dies zu logischen Konsequenzen des Glaubens:

  1. Gott wird dadurch machtlos und überrascht gemacht. Er kann dann erst wissen, was wir wirklich brauchen, nachdem wir ihn darum gebeten haben. Außerdem gibt es dann immer wieder Situationen, in denen er von den komischen Entscheidungen der Menschen überrascht wird und kann wohl sein Leben damit verbringen, darauf zu reagieren und manche Dinge wieder zurechtzubügeln.

  2. Die Irrtumslosigkeit der Bibel wird in Frage gestellt und statt dessen durch philosophische Argumente ersetzt. So kommt die die Bibelkritik, welche unter liberalen Theologen längst verbreitet ist, auf Schleichwegen in unser evangelikales (und bibeltreues) Denken hinein. Das ist eine sehr große Gefahr. Wenn dieses Fundament erst einmal in Brüche gegangen ist, gibt es kein Halten mehr, denn die liberale Bibelkritik (besonders die sogenannte „Leben-Jesu-Forschung“, in der man versuchte, das Leben Jesu als Mensch nachzuvollziehen, indem man alles Übernatürliche aus den Evangelien ausschloss und so als Endresultat gar keinen Jesus mehr hatte, wie A. Schweitzer sehr schön aufzeigte) hat uns gezeigt, dass am Schluss ALLES in Frage gestellt wird, wenn man erst einmal an einem Ende begonnen hat, die Bibel in Frage zu stellen.

  3. Die Allmacht Gottes und der allumfassende Plan Gottes wird in Frage gestellt. Die menschliche, durch den Sündenfall stark beeinträchtigte Vernunft wird plötzlich zum Mittelpunkt, zum Maßstab für das, was Gott können darf und was nicht. Dadurch wird der Mensch auf sich selbst geworfen und als solcher Geworfener der absoluten Verzweiflung preisgegeben.

  4. Wenn die menschliche Entscheidung so stark ins Zentrum rückt, kommt es notwendigerweise zu einer Veränderung des biblischen Evangeliums zu einem unbiblischen, von dem Paulus treffend sagt, dass es keines sei. Statt weiterhin daran festzuhalten, dass Gottes Plan feststeht und Menschen durch den effektiven Ruf des Evangeliums zum Glauben kommen, besteht nun plötzlich die Möglichkeit, dass Gott wohl gar nicht gewusst haben könnte, ob irgend jemand überhaupt jemals auf diesen Ruf antworten würde. Welch eine verabscheuungswürdige Gotteslästerung!

  5. Es dürfte keine biblischen Prophetien geben, die eintreffen oder falls sie doch eintreffen, müssten sie rein zufällig sein. Das würde auch bedeuten, dass unsere Hoffnung auf die noch ausstehenden Verheißungen Gottes nur eine Illusion seien.

Wenn dies der Fall wäre, was bleibt uns dann noch? Ein Gott, der uns liebt, aber nichts für uns tun kann, weil er uns ja völlige Freiheit lassen will. Ein Gott, der beschränkter und kleiner ist als Menschen. Ein Gott, der bequem ist, weil man ihn erklären kann und weil er einem nicht dazwischenfunkt. Doch wenn dem so wäre, würde es uns mehr bringen, irgend etwas anderes zu unserem Götzen zu machen. Das Geld, die Ehre, den Job, die Familie, das Auto oder sonstwas. Das würde im angenommenen Fall erstens mehr Sinn machen und hätte zweitens deutlich mehr Vorteile.

Grundlagen menschlichen Denkens

In einer Zeit wie der unsrigen heute, in welcher die Absolutheit der Wahrheit überhaupt immer mehr in Frage gestellt wird, müssen wir uns einmal mehr mit der Frage befassen, was überhaupt Wahrheit ist und wie sie gewonnen wird. Letzten Endes glaubt jeder Mensch irgendwie, dass Wahrheit etwas sein muss, das existiert. Also: Es muss etwas geben, das wahr ist. Wer behaupten will, dass es keine absolute Wahrheit gibt, dürfte nicht einmal mehr an einfachen mathematischen Wahrheiten festhalten wie zum Beispiel diejenige, dass 1 + 1 = 2 ist. Weiter dürfte eine solche Person auch nie jemand anderem vorhalten, eine Unwahrheit zu vertreten, denn dann müsste diese Person absolut jeden Maßstab zur Findung der Wahrheit ablehnen. Spätestens jetzt wird klar, dass jeder Mensch irgend einen solchen Maßstab hat, nach welchem sein Denken arbeitet. Dieser Maßstab kann je nach Erziehung, Prägung, individueller Erfahrung unterschiedlich sein. Dies führt dazu, dass unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen oft auch nach Maßstäben leben und denken, die einander entgegengesetzt sind. Was aber allen Menschen gemeinsam ist, das ist die Überzeugung, dass es einen solchen Maßstab gibt. Jeder Mensch, auch wenn er das nicht weiß, selbst dann, wenn er abstreitet, dass es so sei, lebt nach irgend welchen Maßstäben. Dieses Leben nach Maßstäben ist allen Menschen gemeinsam. Noch etwas Weiteres ist allen Menschen dieser Welt gemeinsam: Sie alle können (tun es nicht automatisch, aber haben die Möglichkeit dazu) über diese Maßstäbe nachdenken, sie reflexieren. Diese Fähigkeit unterscheidet den Menschen von der übrigen Natur. Ein Tier handelt auch nach Maßstäben (Instinkten) und hat sogar die Möglichkeit, durch Lernen diese Maßstäbe zu verändern, aber es kann nicht darüber nachdenken, warum es so handelt und wodurch diese Maßstäbe bedingt sind.

Da wir aber diese Fähigkeit zur Reflexion besitzen, sind wir Menschen auch echte Persönlichkeiten. Ich möchte den Gedanken mal folgendermaßen zu fassen versuchen: Charakter ist nicht gleich der Persönlichkeit. Tiere haben einen Charakter, der Charakter von verschiedenen Tieren derselben Art wird durch unterschiedliche Erfahrungen (Lernen ist immer eine Erfahrung) geprägt. Ein Tier kann ängstlich, neugierig, etc. sein. Den Begriff Persönlichkeit möchte ich so definieren, dass zum individuellen Charakter noch die Möglichkeit zur Reflexion hinzu kommt. Wenn man von gewissen atheistischen Aussagen ausgeht, nämlich dass alles Entstandene nur Energie + Zeit + Zufall sein soll (Materie ist schließlich verdichtete Energie), dürfte kein Mensch die Möglichkeit zu dieser Reflexion haben. Es müsste schlichtweg verboten werden, das zu können. Was nicht sein kann, darf ja auch gar nicht sein. Da wir aber diese Fähigkeit dennoch besitzen, sollten wir uns mal auf die Suche machen, woher sie kommen kann. Ich habe mich auf diese Suche gemacht und bin zu dem einen Ergebnis gekommen, dass es nur eine einzige Lösung gibt für diese Frage. Wenn man all die Denkweisen und „Systeme“ mal konsequent zu Ende denkt, kommt man letztendlich immer zum Schluss, dass es nicht sein kann, also nicht sein darf, dass wir diese Möglichkeit der Reflexion haben.

Das absolut einzige „System“, das uns eine befriedigende Antwort geben kann, das ist und bleibt die Bibel. Sie sagt nämlich, dass Gott den Menschen in Seinem Bild und nach Seiner Ähnlichkeit geschaffen hat. Sie sagt weiter, dass Gott auch Raum und Zeit geschaffen hat. Er, der allwissende Gott, hat unser Weltall mit der Erde in ihren vier Dimensionen geschaffen, und steht somit außerhalb von ihr. Da Gott allwissend ist und außerhalb von Raum und Zeit steht, besitzt Er somit die unendliche Ausprägung der Persönlichkeit. Während wir Menschen im Lernen darum ringen, mehr Wissen über uns selbst, über Gott, über unsere Welt, und so weiter zu bekommen, weiß Er zu jeder Zeit alles, was war, was ist, und was noch geschehen wird. Und dieser Gott hat uns Menschen in Seiner Ähnlichkeit geschaffen. Man kann es mit einem Vergleich auszudrücken versuchen: Was der Mensch als Lebewesen in vier Dimensionen schafft, das ist auf drei Dimensionen beschränkt. Ein Computer muss mit WENN-DANN-Schleifen und Ähnlichem programmiert werden. Er funktioniert zwar in vierten Dimension, aber die Abläufe sind immer für einen bestimmten Moment programmiert. Ein Computer kann deshalb nie höher entwickelt werden als sein Programmierer. So braucht auch der Mensch mit seiner Möglichkeit zur Reflexion einen „Programmierer“, der über eine noch höhere Stufe dieser Reflexion verfügt, das ist Gottes Allwissenheit. So ist alles, was wir tun, sagen, denken, schreiben, empfinden, etc. ein Ausdruck unserer Persönlichkeit und damit ein Hinweis auf den lebendigen und persönlichen Gott der Bibel.

Weiter sagt die Bibel auch, dass Gott uns in ihr die Wahrheit gegeben hat. Sie erhebt somit den Anspruch, der wahre Maßstab für unsere Maßstäbe zu sein. Damit klarzukommen ist nicht ganz einfach, denn wer mag es schon, zugeben zu müssen, dass seine Erfahrungen sich nicht mit der absoluten Wahrheit decken? Wer mag es schon, wenn man seine Denk- und Lebensweise in Frage stellt? Letzten Endes kann man aber nur gewinnen, wenn man bereit ist, seine Maßstäbe mal gründlich unter die Lupe zu nehmen. Wenn sie nämlich übereinstimmen, dann bekommen wir umso mehr Gewissheit, wenn sie aber falsch sind, so können wir den Maßstab, nach welchem wir unser Leben ausgerichtet haben, korrigieren.

Nehmen wir als Beispiel mal die Vorgehensweise in der modernen Naturwissenschaft. Die Methodologie in dieser folgt zumeist derjenigen des sogenannten „wissenschaftlichen Realismus“. Diese Theorie geht davon aus, dass alles, was man beobachten kann, wahr sein muss. Mit Beobachten ist natürlich das ganze Spektrum von Sehen, Messen, Erforschen, etc. gemeint. Also nicht nur das Sehen mit dem Auge, sondern der gesamte Bereich des Feststellens. In sich geschlossen, ohne von extern irgendwelche Feststellungen zu nehmen, kann diese Theorie keinen Beweis dafür erbringen, dass sie sich auf dem Boden der absoluten Wahrheit befindet. Rein theoretisch gesehen könnte es auch sein, dass unser ganzes Leben, alles was wir tun und sehen und alle Gespräche mit anderen Menschen, und so weiter, unserer Einbildung entspringen oder uns von außen vorgegaukelt wird. Der wissenschaftliche Realismus ist ein geschlossenes System, ein Kreis ohne Anfang und ohne Ende, und das macht es unmöglich, diese Theorie zu beweisen. Sie kann nur auf die Erfahrung (dass es so funktioniert) und auf die Rationalität, also den Gebrauch des Verstandes, hinweisen. Ohne eine höhere Autorität anzuerkennen, die über dieser Theorie steht, ist sie unbeweisbar. Die Erfahrung eines Wissenschaftlers, der sich innerhalb dieses Kreises befindet, sowie der Gebrauch seines Verstandes, der sich ja ebenso darin befinden muss, kann und darf er deshalb nicht als Beweis heranziehen.

Was wir also brauchen, das ist ein festes, unerschütterliches Fundament dafür, dass

a. Wahrheit etwas ist, was es tatsächlich gibt,
b. Diese Wahrheit gefunden werden kann und
c. Der Mensch die Voraussetzungen hat, diese Wahrheit zu finden.

In Johannes 17, 17 sagt Jesus in Seinem Gebet: Dein Wort ist Wahrheit. Wenn wir also überzeugt sind, dass wir Gottes geschaffene Kreatur sind, und zwar nach Gottes Ebenbild als Persönlichkeiten mit der Fähigkeit zur Reflexion, dann sagt uns Gott weiter, dass Er uns die Wahrheit gegeben hat in Seinem Wort. Somit ist die Bibel als Gottes Wort die Wahrheit. Doch erst dann, wenn wir das erkannt haben, nämlich dass es so ist, haben wir erstens das Fundament für den Punkt a., nämlich dass es Wahrheit gibt und zweitens den Maßstab für diese Wahrheit. Wenn wir also die Lehre, dass wir von Gott als Persönlichkeiten geschaffen wurden, als wahr erkannt haben, so sollten wir uns nicht scheuen, auch den zweiten Teil, nämlich dass Gottes Wort der Maßstab für alle Wahrheit ist, als korrekt anzuerkennen. Dies erst gibt dem Menschen die echte Legitimation für wissenschaftliche Forschung. Da uns Gottes Wort in schriftlicher Form übergeben ist, steht auch der positiven Beantwortung des Punktes b. nichts mehr im Wege. Die Bibel als solche ist der Maßstab für alle wissenschaftliche Erkenntnis. Das hat natürlich Konsequenzen. Die Wissenschaft ist dadurch zum Ersten ethisch an bestimmte Richtlinien gebunden, die noch zu erörtern wären. Zum Zweiten muss sich alle Erkenntnis in ihrem Inhalt an der Gesamtheit der Bibel messen lassen. Auch dies muss an anderer Stelle noch genauer geklärt werden.

Welches sind denn nun die Voraussetzungen, um die Wahrheit zu finden? Die wichtigste Voraussetzung haben wir auch schon benannt, nämlich die Bereitschaft, alle neue Erkenntnis an Gottes Wort zu messen. Da Gott außerhalb des Raum-Zeit-Schemas steht, weiß Er zu jeder Zeit alle Wahrheit voll und ganz. Deshalb ist das Phänomen Prophetie möglich (Gott spricht im Voraus durch Menschen Dinge, die in Raum und Zeit erst später stattfinden werden). Genau so verhält es sich auch mit wissenschaftlichen Aussagen. Gott kennt alle Naturgesetze, alle Begebenheiten, alle Erfindungen, Entdeckungen und Erkenntnisse schon im Voraus. Die Bibel will als solche nicht ein wissenschaftlich aufgebautes systematisches Lehrbuch sein, aber ihre Aussagen widersprechen der wissenschaftlichen Wahrheit nie. Deshalb sind Theorien, die der Bibel entgegenstehen, zu verwerfen. Sie sind wie Kartenhäuser jedem Lufthauch ausgeliefert. Ich bin dem Herrn Jesus dankbar, dass Er Selbst eigenhändig dafür sorgt, dass die Naturgesetze in Kraft bleiben, solange diese Erde noch besteht (Kolosser 1, 16 – 17). Dafür gebührt Ihm alle Ehre. Denn Er ist es, dem wir es verdanken, dass wissenschaftliche Forschung überhaupt möglich ist. Und Er ist der Herr, auch unseres Verstandes!

Mein Predigtarchiv

2007:

Vergebung 30. 09. 2007 FEG Rheinfelden Baden: Matth. 18 (41 Minuten)

Geist der Kraft 18. 11. 2007 FEG Rheinfelden Baden: 2. Tim. 1, 6 – 7 (42 Minuten)

2008:

Pfingsten 2008 Pfingsten 2008 FEG Basel: Joh. 7, 37 – 39 (34 Minuten)

Gottesfurcht 18. 05. 2008 FEG Rheinfelden Baden: Sprüche 1, 7 (31 Minuten)

Gefühle und Wirklichkeit 29. 06. 2008 FEG Rheinfelden Baden: Hoheslied 5 (27 Minuten)

Mose als Fürbitter 24. 08. 2008 CGO Telfs, Österreich: Exodus 32, 7 – 12 (42 Minuten)

Zusammenstehen im Leiden 14. 09. 2008 FEG Basel: Philipper, 12 – 26 (30 Minuten)

2009:

Aufschauen 29. 03. 2009 FEG Rheinfelden Baden: Hebräer 12, 1 – 3 (35 Minuten)

Missionsbefehl 26. 04. 2009 FEG Rheinfelden Baden: Matth. 28, 18 – 20 (29 Minuten)

Autorität 02. 08.2009 FEG Rheinfelden Baden (36 Minuten)

2010:

Unterordnung 20. 02. 2010 FCG Schopfheim (28 Minuten)

Frieden mit Gott 19. 06. 2010 FCG Schopfheim: Epheser 1, 1 – 2 (33 Minuten)

Segnungen 17. 07. 2010 FCG Schopfheim: Epheser 1, 3 (20 Minuten)

Versiegelt 13. 11. 2010 FCG Schopfheim: Epheser 1, 11 – 14 (35 Minuten)

Weihnachten 2010 26. 12. 2010 Volksmission Wälde: Galater 4, 4 – 5 (47 Minuten)

2011:

Nicht einen Geist der Furchtsamkeit 06. 03. 2011 Volksmission Wälde: 2. Tim. 1, 6 – 7 (42 Minuten)

Wandeln im Geist 10. 04. 2011 FCG Bad Tölz: Römer 8, 1 – 4 (44 Minuten)

2012:

Das doppelte Liebesgebot 26. 02. 2012 Volksmission Freudenstadt: Markus 12, 29 – 31 (47 Minuten)

Treue und wahrhaftige Zeugen 25. 03. 2012 Volksmission Wälde: Offb. 3, 14 – 22 (51 Minuten)

 Wie Mein Vater Mich gesandt hat 08. 04. 2012 Volksmission Wälde: Joh. 20, 21 (33 Minuten)

 Muttertag: Geistliche Mutterschaft 13. 05. 2012 Volksmission Wälde: Titus 2, 1 – 5 (31 Minuten)

 Der schwere Weg nach Hause 01. 07. 2012 Volksmission Wälde: Ruth 1, 1 – 7 (28 Minuten)

 Wo du bist, da will ich auch sein 22. 07. 2012 Volksmission Wälde: Ruth 1, 8 – 22 (30 Minuten)

Daniel: Gott ist mein Richter 12. 08. 2012 FCG Schramberg: Daniel 6, 12 (37 Minuten)

Zuflucht unter Gottes Flügeln 19. 08. 2012 Volksmission Wälde: Ruth 2, 1 – 23 (42 Minuten)

Strategie der Gerechtigkeit 02. 09. 2012 Volksmission Wälde: Ruth 3, 1 – 18 (45 Minuten)

Henoch: Gemeinschaft mit Gott 23. 09. 2012 FCG Schramberg: Gen. 5, 21 – 24; Hebr. 11, 5 – 6; Jud. 14 – 15 (39 Minuten)

Endlich Ruhe gefunden 07. 10. 2012 Volksmission Wälde: Ruth 4, 1 – 22 (40 Minuten)

Barnabas – der Sohn des Trostes 18. 11. 2012 Volksmission Wälde: Apg. 9, sowie 11 und 15 (41 Minuten)

Advent – Gottes Liebe kommt! 02. 12. 2012 Volksmission Wälde: Johannes 3, 16 (31 Minuten)

Herkunft verlangt Treue 30. 12. 2012 Volksmission Wälde: 2. Timotheus 1, 1 – 5 (34 Minuten)

2013:

Entfache das Feuer! 13. 01. 2013 Volksmission Wälde: 2. Timotheus 1, 6 – 10 (43 Minuten)

Wachsen im Glauben und im Dienst 27. 01. 2013 Volksmission Wälde: 2. Timotheus 1, 11 – 14 (46 Minuten)

Echte Freunde gesucht! 10. 02. 2013 Volksmission Wälde: 2. Timotheus 1, 15 – 18 (33 Minuten)

Bitte weitergeben! 17. 03. 2013 Volksmission Wälde: 2. Timotheus 2, 1 – 6 (38 Minuten)

Soldaten im Dienst Gottes 14. 04. 2013 Volksmission Wälde: 2. Timotheus 2, 3 – 4 (36 Minuten)

Mit ganzer Hingabe leben 10. 02. 2013 Volksmission Wälde: 2. Timotheus 1, 15 – 18 (33 Minuten)

Jesus unser Hohepriester 17. 03. 2013 Volksmission Wälde: 2. Timotheus 2, 1 – 6 (30 Minuten)

Der neue Bund – Das neue Herz 30. 06. 2013 Volksmission Wälde: Jeremia 31, 31 – 34 (44 Minuten)

Vom Eigenlob zum Gotteslob – 21. 07. 2013 Volksmission Wälde: Daniel 4, 25 – 34  (35 Minuten)

Die Heiligkeit Gottes – 04. 08. 2013 Volksmission Wälde: Jesaja 6, 1 – 8 (35 Minuten)

Zu Gottes Ehre geschaffen – 11. 08. 2013 Volksmission Wälde: Jesaja 43, 1 – 7 (33 Minuten)

Für die nächste Generation – 18. 08. 2013 Volksmission Wälde: Sprüche 1, 7 – 9 (42 Minuten)

Zu Gottes Ehre geschaffen – Teil 2 – 01. 09. 2013 Volksmission Wälde: Römer 12, 1 – 21 (38 Minuten)

1. Johannes Teil 1: Christsein ist Freude – 08. 09. 2013 Volksmission Wälde: 1. Johannes 1, 1 – 4 (35 Minuten)

1. Johannes Teil 2: Christsein ist im Licht leben – 22. 09. 2013 Volksmission Wälde: 1. Johannes 1, 5 – 7 (39 Minuten)

1. Johannes Teil 3: Christsein ist Selbsterkenntnis – 29. 09. 2013 Volksmission Wälde: 1. Johannes 1, 8 – 2, 2 (39 Minuten)

1. Johannes Teil 4: Christsein heißt, Gott zu kennen und lieben – 13. 10. 2013 Volksmission Wälde: 1. Johannes 2, 3 – 6 (39 Minuten)

Familiengottesdienst: DU bist ein Wunder Gottes – 27. 10. 2013 Volksmission Wälde: Psalm 139, 12 – 18 (21 Minuten)

1. Johannes Teil 5: Christsein heißt, den Nächsten zu lieben – 03. 11. 2013 Volksmission Wälde: 1. Johannes 2, 7 – 11 (36 Minuten)

1. Johannes Teil 6: Christsein heißt, im Glauben zu wachsen – 17. 11. 2013 Volksmission Wälde: 1. Johannes 2, 12 – 14 (41 Minuten)

1. Johannes Teil 7: Christsein heißt, nicht an der Welt zu hängen – 24. 11. 2013 Volksmission Wälde: 1. Johannes 2, 15 – 17 (30 Minuten)

1. Johannes Teil 8: Christsein heißt, die Zeit zu erkennen – 08. 12. 2013 Volksmission Wälde: 1. Johannes 2, 18 – 23 (35 Minuten)

1. Johannes Teil 9: Christsein heißt, in der Salbung zu leben – 15. 12. 2013 Volksmission Wälde: 1. Johannes 2, 24 – 29 (31 Minuten)

Weihnachten 2013: Ein großer Gott für kleine Leute – 22. 12. 2013 Volksmission Wälde: Lukas 2, 1 – 20 (28 Minuten)

Losung 2014: Gott nahe zu sein ist mein Glück – 29. 12. 2013 Volksmission Wälde: Psalm 73, 21 –  28 (40 Minuten)

 2014:

 Losung 2014: Gott nahe zu sein ist mein Glück Teil 2 – 05. 01. 2014 Volksmission Wälde: Psalm 73,28 (32 Minuten)

 Gemeinde: Gottes Geschichte in der Weltgeschichte – 12. 01. 2014 Volksmission Wälde: Galater 4, 4 – 5 (29 Minuten)

 Gemeinde: Dein Platz in Gottes Geschichte – 26. 01. 2014 Volksmission Wälde: Hebräer 10, 24 – 26 (34 Minuten)

 Gemeinde für die ganze Familie – 02. 02. 2014 Volksmission Wälde: 5. Mose 6, 4 – 9 (41 Minuten)

Liebe Gott – mit deinem ganzen Verstand! 09. 02. 2014 Volksmission Horb a. N.: Sprüche 2, 1 – 8 (31 Minuten)

Gemeinde – mit einem wichtigen Auftrag 16. 02. 2014 Volksmission Wälde: Matthäus 28, 18 – 20 (36 Minuten)

Gemeinde – mit einer großen Zukunft 23. 02. 2014 Volksmission Wälde: Offenbarung 5, 8 – 14 (41 Minuten)

Fasten – Sehnsucht nach Gott 09. 03. 2014 Volksmission Wälde: Matthäus 9, 14 – 17 (36 Minuten)

Buchhaltung mit Paulus – oder: Wenn Christus unser Alles wird 16. 03. 2014 Volksmission Wälde: Philipper 3, 3 – 11 (40 Minuten)

Begegnung mit Gott 23. 03. 2014 Volksmission Wälde: 2. Mose 33, 12 – 23 und 34, 5 – 7 (43 Minuten)

Geistliche Kriegsführung – Teil 1 04. 05. 2014 Volksmission Wälde: Epheser 6, 10 – 12 (30 Minuten)

Pfingsten: Gottes Geist treibt uns zu den Menschen 08. 06. 2014 Volksmission Wälde: Apostelgeschichte 2 (30 Minuten)

Geistliche Kriegsführung – Teil 3 07. 09. 2014 Volksmission Wälde: Epheser 6, 16 (34 Minuten)

Wahre Schönheit 26. 10. 2014 Volksmission Wälde (30 Minuten)

Geistliche Kriegsführung – Teil 4 02. 11. 2014 Volksmission Wälde: Epheser 6, 17 – 20 (34 Minuten)

Eine wunderbare Einladung 07. 12. 2014 Volksmission Wälde: Jesaja 55, 1 – 3 (26 Minuten)

Die doppelte Geburtstagsparty 21. 12. 2014 Volksmission Wälde: Johannes 1, 9 – 14 (13 Minuten)

 2015:

Jahreslosung: Nehmt einander an 04. 01. 2015 Volksmission Wälde: Römer 15, 7 – 13 (25 Minuten) 

Der Brief der Freude 25. 01. 2015 Volksmission Wälde: Philipper 1, 1 – 6 (32 Minuten)

Zeitgeist oder Gottes Geist 15. 02. 2015 Volksmission Wälde: Römer 12, 1 – 2 (30 Minuten)

Einheit in der Vielfalt 01. 03. 2015 Volksmission Wälde: Römer 12, 3 – 5 (30 Minuten)

Die Gabe der Prophetie 15. 03. 2015 Volksmission Wälde: 1. Korinther 14 u. a. (30 Minuten)

Osterpredigt 05. 04. 2015 Volksmission Wälde: Matthäus 28, 1 – 10 (33 Minuten)

Eine besondere Freundschaft 19. 04. 2015 Volksmission Wälde: 1. Samuel 18, 1 – 4 (23 Minuten)

Prophetie verstehen 31. 05. 2015 Volksmission Wälde: versch. (32 Minuten)

Die Gemeinschaft mit dem Heiligen Geist 14. 06. 2015 Volksmission Wälde: Johannes 14 – 16 (27 Minuten)

Hosea – Was ist Liebe? 09. 08. 2015 Volksmission Wälde: Hosea 1 – 3 (28 Minuten)

Löwe und Lamm 23. 08. 2015 Volksmission Wälde: Offenbarung 5 (32 Minuten)

Wer ist mein Nächster? 25. 10. 2015 Volksmission Wälde: Lukas 10, 25 – 37 (28 Minuten)

Mut und Demut 15. 11. 2015 Volksmission Wälde: Micha 1 – 3 (32 Minuten)

2016:

Gewohnheiten 10. 01. 2016 Volksmission Wälde: Micha 6 – 7 (32 Minuten)

Wie neu geboren 15. 01. 2016 Allianzgebetswoche Betzweiler-Wälde: Lukas 15, 11 – 32 (20 Minuten)

Der freudige Gott 07. 02. 2016 Volksmission Wälde: Psalm 135, 5 – 6 (26 Minuten)

Bekehrung: Die größte Freude 21. 02. 2016 Volksmission Wälde: Lukas 15, 1 – 7 (34 Minuten)

Christus der Gekreuzigte 06. 03. 2016 Volksmission Wälde: 1. Korinther 2, 1 – 5 (32 Minuten)

Palmsonntag 20. 03. 2016 Volksmission Sulz a. N.: Johannes 12, 12 – 36 (29 Minuten)

Karfreitag: Der Versöhnungstag 25. 03. 2016 Volksmission Wälde: Jesaja 53 (32 Minuten)

Der Mensch im Bild Gottes 03. 04. 2016 Volksmission Wälde: 1. Mose 1, 26 – 31 (35 Minuten)

Arbeit, Beruf, Berufung 24. 04. 2016 Volksmission Wälde: 1. Mose 1, 26 – 31 (32 Minuten)

Muttertag – Loblied der Frau 08. 05. 2016 Volksmission Wälde: Sprüche 31 (33 Minuten)

Verherrliche Deinen Sohn 29. 05. 2016 Volksmission Wälde: Johannes 17, 1 – 5 (29 Minuten)

Ewiges Leben 19. 06. 2016 Volksmission Wälde: Johannes 17, 1 – 5 (30 Minuten)

Herrlichkeit Christi 17. 07. 2016 Volksmission Wälde: Johannes 17, 1 – 5 (30 Minuten)

Nachfolger Christi 21. 08. 2016 Volksmission Wälde: Johannes 17, 6 – 10 (33 Minuten)

Schönheit Gottes 11. 09. 2016 Volksmission Wälde: Johannes 17, 6 – 10 (35 Minuten)

In der Welt nicht von der Welt 25. 09. 2016 Volksmission Wälde: Johannes 17, 11 – 19 (42 Minuten)

Heilig durch Wahrheit 16. 10. 2016 Volksmission Wälde: Johannes 17, 11 – 19 (36 Minuten)

Eine biblische Weltanschauung für die nächste Generation 30. 10. 2016 Volksmission Wälde: Richter 2, 6 – 19 (37 Minuten)

Das Wesen geistlicher Einheit 20. 11. 2016 Volksmission Wälde: Johannes 17, 20 – 26 (43 Minuten)

2017:

Wiederherstellung des Tempels 08. 01. 2017 Volksmission Wälde: Haggai 2, 1 – 9 (30 Minuten)

Die Macht der Worte 05. 02. 2017 Volksmission Wälde: Sprüche 10, 9 – 12 (43 Minuten)

Verloren – Gefunden 19. 02. 2017 Volksmission Wälde: Lukas 15, 1 – 2 (34 Minuten)

Das verlorene Schaf 12. 03. 2017 Volksmission Wälde: Lukas 15, 3 – 7 (37 Minuten)

Die verlorene Drachme 19. 03. 2017 Volksmission Wälde: Lukas 15, 8 – 10 (35 Minuten)

Gottes Herz für Sünder 02. 04. 2017 Volksmission Wälde: Lukas 15, 11 – 19 (38 Minuten)

Osterpredigt 16. 04. 2017 Volksmission Wälde: Lukas 22, 47 – 48 (40 Minuten)

Gott, der verschwenderische Vater 28. 05. 2017 Volksmission Wälde: Lukas 15, 17 – 24 (31 Minuten)

Gottes Herz für Heuchler 11. 06. 2017 Volksmission Wälde: Lukas 15, 25 – 32 (40 Minuten)
Psalm 1: Wer ist der Mensch? 27. 08. 2017 Volksmission Wälde: Psalm 1 (38 Minuten)
Was ist die Gemeinde? 03. 09. 2017 Volksmission Wälde: Epheser 3,  8 – 13 (45 Minuten)
Offenbarung 1 17. 09. 2017 Volksmission Wälde: Offenbarung 1 (32 Minuten)

Die sieben Sendschreiben 01. 10. 2017 Volksmission Wälde: Offenbarung 2 – 3 (41 Minuten)

Vor dem Thron des Lammes 22. 10. 2017 Volksmission Wälde: Offenbarung 7 (34 Minuten)
Antichrist – oder: Das Problem der Machtanhäufung 05. 11. 2017 Volksmission Wälde: Offenbarung 13 (37 Minuten)

Weitere folgen…

Eine neue Kreatur

Eine neue Kreatur

Darum, ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, es ist alles neu geworden! (2. Korinther 5, 17)

Die Erneuerung eines gefallenen Menschen ist das größte Wunder auf Erden überhaupt. Es ist leichter, einen Toten zum Leben zu erwecken, denn der kann sich nicht dagegen wehren. Einen Menschen aber zu einer neuen Schöpfung zu machen, der sich, durch seine gefallene Natur bedingt, mit Händen und Füßen gegen diese Erneuerung wehrt, übersteigt dies somit um ein Vielfaches. Es braucht die Zusammenarbeit aller drei Personen der göttlichen Dreieinigkeit, um solch ein Werk vollbringen zu können. Es bedarf des gesamten Heilsplanes von Gott dem Vater, der uns schon vor der Grundlegung der Welt zur Sohnschaft vorherbestimmt hat, sowie in der Fülle der Zeit Seinen Sohn gesandt hat, damit dieser uns erlösen konnte. Es bedarf des sündlosen Lebens von Gott dem Sohn auf dieser Erde, sowie dessen stellvertretendes Leiden und Sterben an unserer Statt, die Auferstehung von den Toten, die Himmelfahrt und die Sendung des Heiligen Geistes zu Pfingsten. Und genauso notwendig bedarf es des Werkes des Heiligen Geistes, der uns die Augen öffnet für unsere Sündhaftigkeit, uns überführt, uns die Kraft gibt zur Buße und den Glauben in unsere Herzen einpflanzt.

Wenn wir nun so zu einer neuen Kreatur geworden sind, dürfen wir wissen, dass das Alte vergangen ist. Unsere alte Kreatur, der „alte Adam“ in uns mag das natürlich nicht. Schlechte Gewohnheiten müssen wegtrainiert und durch gute ersetzt werden. Süchte und Bindungen müssen gelöst und durch stärkere Bindung an den Herrn ersetzt werden. Es ist genug zu tun, um ein Leben damit zu füllen. Aber lasst uns dabei eines nie vergessen: Es ist nicht mehr notwendig, als alte Kreatur zu leben. Das Alte ist vergangen, alles ist neu geworden. Wir haben ein neues Verhältnis zu Gott: Statt Angst und Zorn dürfen wir innige Gemeinschaft erleben. Wir haben ein neues Verhältnis zur Bibel: Als Wort Gottes ist sie uns verständlich und redet jeden Tag in unser persönliches Leben hinein. Wir haben ein neues Verhältnis zur Gemeinde: Wir sind nun ein Teil von ihr, gehören zu ihr und gehören ihr selbst. Alles, was wir sind und haben, gehört der Gemeinde als dem irdischen Leib des Herrn Jesus. Was Gott uns auf den Weg mitgegeben hat, ist nicht nur für uns persönlich, sondern in besonderer Weise für die Gemeinde gegeben. Unser Besitz, unsere Zeit, unsere Kraft, unsere Begabungen, alles besitzt dadurch nun die Gemeinde in demselben Sinne, wie Gott uns besitzt. Wir sind deshalb dazu aufgerufen, uns in unserer Gemeinde einzubringen, mitzuhelfen wo Hilfe nötig ist, einander zu dienen.

Weiter haben wir aber auch ein neues Verhältnis zu uns selbst: Wir sind von Gott angenommen und geliebt, so wie wir sind. Wir suchen deshalb nicht länger nach Bestätigung durch unsere fehlbaren Mitmenschen, sondern forschen in der Bibel nach dem, wie Gott über uns denkt. Das gibt uns auch eine völlig neue Perspektive in Bezug darauf, wie wir andere Menschen sehen. Weil Gott sie so geschaffen und gewollt hat, wie sie sind, nehmen auch wir sie so an. Und leider sind es nach wie vor sehr viele Menschen, die nichts von Gott wissen wollen, weil sie Ihn nicht kennen. Diesen Menschen dürfen wir nach unseren Möglichkeiten ganz praktisch in Tat und Wort Gottes Liebe näherbringen. Als Gemeinde sind wir der Leib Christi, also die Beine und Füße Jesu, die dorthin gehen, wo Hilfe nötig ist und die Arme und Hände Jesu, die überall mit Freude mit anpacken, weil sie wissen, dass es der Wille des Herrn ist. Wir sind gerade auch deshalb zu einer neuen Kreatur gemacht worden, damit wir der Welt die Liebe Gottes bringen dürfen. Gott tut nie etwas ohne eine Absicht damit zu haben. So sind wir neue Geschöpfe mit dem Auftrag, Gottes Liebe und Seine Botschaft von Seiner großen Liebe in alle Welt hinauszutragen. Wann fangen wir damit an?

Losgekauft und freigemacht

Predigt über Galater 4, 4 – 5:

Jesus ist gekommen, um uns frei zu machen.

Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott Seinen Sohn, von einer Frau geboren und unter das Gesetz getan, damit er die, welche unter dem Gesetz waren, loskaufte, auf daß wir die Sohnschaft empfingen. (Galater 4, 4 – 5)

1. Die Erfüllung der Zeit

Nicht immer ist die Zeit reif für Gottes Handeln manchmal muss das Maß der Sünde zuerst noch voll werden. Vgl. Kanaanäer (Amoriter in 1. Mose. 15, 16), manchmal braucht es auch Gottes Schweigen, um Seinen Plan vorzubereiten, aber letztendlich wird Gott diesen Plan immer durch-führen.

1.1. Die Sendung des Sohnes

Gott hat Seinen Sohn gesandt. Dieser Sohn war und ist ganz und gar Gott, nicht vergöttlicht und auch nicht erst irgendwann zum Sohn gemacht, sondern von Anfang an Gottes Sohn, der schon da war, bevor Gott die Himmel und die Erde geschaffen hatte.

1.2. Die Jungfrauengeburt

Es steht im Text nicht explizit da, dass der Herr Jesus von einer Jugfrau geboren wurde. Schon der deutsche Reformator Martin Luther hat als guter Kenner der römisch-katholischen Schriften zu dieser Stelle gesagt:

Fast zur Schmach, so möchte man meinen, nennt Paulus die Jungfrau, die Mutter des Sohnes Gottes, an dieser Stelle nur Frau. Das haben ihm auch einige von den alten Vätern übelgenommen, die gerne gesehen hätten, dass Paulus sie lieber Jungfrau als nur Frau genannt hätte.“

Es ist klar, dass Paulus auch an dieser Stelle nicht abstreitet, dass Maria, die Mutter Jesu, eine Jungfrau war. So sehen wir, dass der Herr Jesus eben nicht nur ganz als Gott, sondern auch ganz als Mensch geboren wurde.

2. Der Vollzug der Erlösung

Weil Jesus eben ganz und gar auch als Mensch, als Jude unter Juden zur Welt gekommen ist, hat er natürlich auch unter uns Menschen als ein Mensch gelebt. Er hat gefühlt, gelacht, geweint, gegessen, getrunken, sich gefreut, mit anderen Mitleid gehabt, geholfen, wie wir alle auch.

2.1. Unter das Gesetz getan

Viel wichtiger ist aber, dass er bereit war, sich selbst unter das göttliche Gesetz zu stellen, das er selbst dem jüdischen Volk gegeben hat. Und als einziger Mensch, der jemals gelebt hat, hat er dieses Gesetz auch vom ersten bis zum letzten Buchstaben eingehalten.

Vielleicht will der Eine oder Andere an dieser Stelle an die Streitigkeiten mit den Pharisäern erinnern. Das ist leider ein heutzutage weit verbreitetes Missverständnis. Alles was Jesus getan hat, stimmt auf den Buchstaben mit dem Gesetz überein, das Gott seinem Volk im AT gegeben hat. Die Pharisäer hatten eigentlich ein gutes Anliegen. Sie lebten in der Zeit, in welcher es keine Propheten von Gott mehr gab, die das Volk an Gottes Gebote erinnerten. Deshalb sahen sie es als ihr eigenes Anliegen, dies zu tun. Und es war wirklich gut und notwendig in der Zeit als sie damit anfingen. Es kamen dann halt auch immer wieder Leute zu ihnen in die „Seelsorge“, die wissen wollten, wie sie in ihrer ganz persönlichen Situation die Gebote Gottes leben konnten. So fingen sie an, darüber nachzudenken, wie man sich in welchem Fall verhalten dürfe und wie nicht. Mit der Zeit entstanden dann auf diese Art und Weise insgesamt rund 12 dicke Bände mit Gesetzen und Verboten, welche den gesamten Tagesablauf umfassten.

Die Pharisäer selbst nannten die Entstehung dieser Gebote und Verbote „einen Zaun um das Gesetz ziehen“, also ungefähr Folgendes: Damit man nicht in Versuchung kam, gegen ein Gesetz zu verstoßen, musste man zig neue Gesetze erfinden, die dafür sorgten, dass man schon gar nicht erst in die Nähe der verbotenen Dinge kam. Das erste Beispiel finden wir dazu bereits im Garten bei Eden: Gott verbot dem Menschen, von der Frucht zu essen. Die Frau machte sich einen Zaum um dieses Verbot, indem sie sich sagte: Ich darf den Baum noch nicht einmal berühren. Anderes Beispiel: ich habe immer wieder Gespräche mit jungen Männern, die gläubig sind und dennoch mit freizügigen Bildern und Pornographie zu kämpfen haben. Wenn ich dem nun sage: Versuche dich von den Orten fern zu halten, an welchen es solche Bilder gibt und installiere am besten einen Schutz fürs Internet, dann ist das ähnlich. Und es ist eigentlich auch gut. Nur haben die Pharisäer dann gesagt, dass diese Gebote für alle Juden gelten würden. Also hat Jesus sich ungefähr so verhalten: Ihr Pharisäer, es ist ja ok, dass ihr den Leuten seelsorgerlich helfen wollt, aber eure menschengemachten Gebote allen Menschen zugleich aufzubürden, das kann ich nicht zulassen.

Als einzger Mensch, der das jemals geschafft hat, hat er alle Gebote Gottes in der gesamten Bibel eingehalten. Dieser Gehorsam war notwendig, damit er die menschliche Gerechtigkeit vor Gott verdienen konnte, die er durch seinen Tod an uns übertragen hat. Dies ist der göttliche Plan, nach welchem uns der Herr Jesus Christus, ganz Gott und ganz Mensch zugleich, erlöst hat.

2.2. Der Loskauf

Was aber bedeutet denn diese Erlösung? Wie kann der Herr Jesus uns erlösen? Und wovon geschieht diese Erlösung? Nachdem der Herr Jesus bereit war, dieses Leben unter dem göttlichen Gesetz zu leben, war er auch bereit, die Strafe für alle Sünden aller Menschen, die zu seiner Gemeinde gehören, zu bezahlen. Der Preis dafür war immens hoch: Er gab sein eigenes Leben dafür. Nicht nur das – es war der grausamste Tod der gesamten Menschheitsgeschichte: Es gab noch keinen Menschen, auch nicht den schlimmsten Sünder dieser Welt, der bereits beim Sterben das ganze Gewicht seiner Schuld tragen musste. Klar, es gibt grausame Tode, die uns daran erinnern, was Sünde ist, aber einzig und allein Jesus Christus hat in seinem Tod das gesamte Gewicht der Last der Sünden aller Gläubigen getragen. Das zeigt uns auch, warum er so „schnell“ gestorben ist: Oft hingen Gekreuzigte über einen Tag lang am Pfahl und auch den beiden, die mit dem Herrn gepfählt wurden, musste man die Kniescheiben durchtrennen, damit sie schnell genug erstickten und starben, damit man sie vor dem Shabbat vom Holz nehmen konnte.

2.2.1. Der Loskauf vom Gesetz

Der Herr hat uns erstens vom Gesetz losgekauft. Was bedeutet das jetzt für unser Leben? Es bedeutet zunächst, dass uns das Gesetz nichts mehr antun kann. Die Konsequenz des Gesetzes, wenn es gültig ist, ist immer der verdiente Tod. Nun hat der Herr aber nicht nur unsere vergangenen Sünden bezahlt am Kreuz, sondern auch die zukünftigen. Und hat uns durch seine Auferstehung ewiges Leben geschenkt. Es bedeutet weiter, dass wir frei sind von den Gesetzen des Alten Bundes. Der Alte Bund am Sinai verlangte Tieropfer für die Sünden des Volkes. Nun haben wir ein göttliches Menschenopfer bekommen, das alle Tieropfer und damit auch den alten Bund außer Kraft setzt. Damit haben alle Gebote des alten Bundes eine neue Bedeutung bekommen: Es gibt welche, die zeigen uns die Größe des Opfers von Jesus Christus. Das sind die Opfer- und Ritualgesetze. Dann gibt es andere die zeigen uns die Macht Gottes. Das sind diejenigen, die damals für das Volk Israel gegolten haben. Und dann gibt es auch noch welche, die auch unter uns das tägliche Leben bestimmen sollten. Dazu zählen auch die zehn Worte auf den Tafeln vom Sinai.

2.2.2. Der Loskauf von der Sünde

Wir sind zweitens auch losgekauft von der Sünde. Die Sünde ist eine schreckliche, teuflische Macht, die alle gefangen hält, die noch nicht zu Christus gehören. Das Schlimme ist, dass sie zugleich blind macht für Gottes guten Erlösungsplan. So sagt sie immer: Das gilt für andere aber nicht für mich! Oder: Ich kann ja nie so gut werden, um das zu verdienen! Oder: Ich will noch ein wenig Spaß vom Leben haben, später kann ich dann immer noch zu Gott kommen! Das sind nur ein paar wenige von all den Ausreden, die ich schon gehört habe. Und dann gehen die Leute nach Hause, vergessen den Plan Gottes, schieben hinaus und noch weiter hinaus, und eines Tages ist es zu spät. Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei. Auch mit Gottes Geduld ist es irgendwann zu Ende. Deshalb, ich bitte dich, wenn du die Stimme Gottes hörst, dass du umkehren sollst, dann warte nicht auf dein Sterbebett. Zu viele Leute habe ich sterben sehen, die absolut keine Möglichkeit mehr hatten, auf dem Sterbebett zu Gott umzukehren.

Aber Gott hat uns befreit von dieser schrecklichen Macht, die uns abhalten will, immer wieder zu ihm zu kommen, und seine Vergebung erneut anzunehmen. Solange Gott dir sagt: Kehre um, so lange ist es ganz bestimmt nicht zu spät, sondern er wartet wie der liebende Vater auf seinen weggelaufenen Sohn, auf seine Tochter, und ist bereit, egal woher er oder sie kommt, Vergebung zu schenken.

2.2.3. Der Loskauf vom ewigen Gericht

Drittens hat Gott uns befreit vom letzten Gericht und von der Angst davor. Wir müssen nicht mehr in der Furcht vor diesem Gericht leben, sondern wir dürfen immer und immer wieder, wenn wir wieder gefallen sind und vor Gott und den Menschen gesündigt haben, zurückkehren zu Gott, und seine Vergebung annehmen. Jesus hat für deine Sünden alle zusammen, ohne eine einzige Ausnahme, bezahlt. Und wenn du weißt, dass du in einer Sünde drin lebst, aus der du nur schwer herauskommst, dann nimm doch die Hilfe der Gemeinde an, suche den Pastor oder einen Ältesten oder sonst eine Vertrauensperson auf und sage das und dann lass für dich beten. Das ist ein Angebot deiner Gemeinde, das du dringend annehmen solltest. Denn Gott wünscht sich deine Freiheit, und manchmal will er auch, dass wir diese gemeinsam erkämpfen. Dafür hat er uns auch die Gemeinde gegeben und möchte, dass wir nicht nur zusammenkommen, um ein wenig christlicher Verein zu spielen. Gemeinde Jesu ist niemals einfach ein Verein, sondern sie ist Gottes Tempel, wo der Gott in seiner ganzen Fülle und Herrlichkeit wohnt und uns die Kraft gibt, gegen die Mächte der Finsternis anzukämpfen. Er hat es der Gemeinde, auch der Volksmission in Wälde, versprochen, dass die Pforten der Hölle sie niemals überwinden werden. Das ist das Versprechen an die ganze Gemeinde.

Als einzelne Christen werden wir immer mal wieder von Satan überlistet und zu Boden gekämpft, und Gott lässt das zu, damit wir erkennen können, wie sehr wir die verbindliche Gemeinschaft in der Gemeinde brauchen. Gott geht es in erster Linie um die Gemeinde als Ganzes. Sie ist die Braut von Christus. Erst in zweiter Linie zählt das Wohlergehen des einzelnen Christen. Wenn es nötig ist für die ganze Gemeinde, um wachsen zu können, dann ist das wichtiger als die moderne Frage: Was bringt es MIR? Wir heutigen Christen neigen doch dazu, immer zu fragen: Und ich? Wo bleibe ich? Was springt dabei heraus für mich? Da sehen wir: ICH, ICH, ICH und nochmal ICH. Und dann irgendwann Gottes Wille, und wenn es zeitlich und so irgendwie reinpasst, dann auch mal noch die Gemeinde.

In den ersten Jahren der Pfingstbewegung hier in Deutschland gab es einige Prediger, die haben gesagt, die Eisenbahn sei ein Teufelsding. Nicht etwa, weil sie so raucht und ein wenig nach Hölle stinkt, sondern weil es immer mehr Menschen gab, die am Sonntag, wenn sie in der Predigt sein sollten, oder zu den Gebetstreffen, der Bibelstunde oder dem Jugendkreis, lieber mit der Eisenbahn in der Landschaft umhergefahren sind und sich amüsiert haben. Was gibt es heute für solche Teufelsdinge? Fernseher, Internet, Computerspiele, Kinos, und manches mehr in der Art. Das sind alles nicht einfach Teufelsdinge, weil sie etwa nur schlecht sind. Alle diese Dinge haben ihre Berechtigung, aber wir selbst machen sie zu Teufelsdingen, weil wir ihnen den falschen Platz in unserem Leben geben. Anstatt dass wir sie einfach als Werkzeuge brauchen, die sie ja eigentlich sind, werden sie zu unseren Götzen, sie nehmen in unserem Leben den Platz von Gott ein und bestimmen oft unsere Freizeit. Da gibt es Computerspiele, die werden als Gruppe übers Internet gespielt. Dann kann ja nur dann gespielt werden, wenn auch andere von der Gruppe Zeit haben. Und schon kann es sein, dass wir auf andere Dinge, die wirklich wichtig wären, wie der Besuch eines Hauskreises, vom Jugendkreis oder gar der Royal Rangers, verzichten.

3. Die Konsequenzen der Erlösung

Weil Jesus uns also freigekauft hat, dürfen wir als Freie leben. Mahatma Gandhi, ein Inder und Zeit seines Lebens Buddhist, ein großer Philosoph, der von vielen verehrt wird, weil er sich immer für Frieden zwischen den Völkern und Religionen eingesetzt hat, hat sich viel mit Jesus und der Bibel beschäftigt. Er sah Jesus als großen, weisen Lehrer, als einen der besten Lehrer überhaupt. Als er einmal gefragt wurde, warum er nicht Christ würde, sagte er, dass er das nicht könne, weil die Christen, die er kenne, einen viel zu wenig erlösten Eindruck machten. Und damit hat er absolut recht. Ich glaube, dass wir in der ganzen Welt einen viel größeren Einfluss haben könnten, wenn wir wirklich diese Erlösung auch im Alltag ganz praktisch leben würden. So wollen wir nun die praktischen Konsequenzen der Erlösung betrachten. Da es hiervon viel zu viele gäbe und man eigentlich über jede einzelne eine ganze Predigt halten müsste, habe ich vier davon ausgewählt.

3.1. Das Leben als Kinder Gottes

Erstens: Wir leben deshalb als Kinder Gottes. Wenn wir Gott unsere Sünden bekannt haben und den Herrn Jesus als Retter und Erlöser über unser Leben gestellt haben und glauben, dass er wirklich für uns (für mich) gestorben ist – glaubst du das? – dann sind wir Gottes Kinder geworden. Gott ist König über alle Könige. Und als seine Kinder dürfen wir jederzeit zu ihm kommen. Wir haben freien Zugang zum Thron von Gott und müssen nicht erst um eine Audienz bitten, nein, Gott möchte immer mit dir Audienz haben, nicht nur einmal am Tag, sondern in jedem Augenblick. So lesen wir im Hebräerbrief 4, 14 – 16:

Da wir nun einen großen Hohenpriester haben, der die Himmel durchschritten hat, Jesus, den Sohn Gottes, so lasset uns festhalten an dem Bekenntnis! Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der kein Mitleid haben könnte mit unsren Schwachheiten, sondern der in allem gleich wie wir versucht worden ist, doch ohne Sünde. So lasset uns nun mit Freimütigkeit hinzutreten zum Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit erlangen und Gnade finden zu rechtzeitiger Hilfe!

So können wir immer wieder auch tagsüber bei der Arbeit oder auf dem Weg zur Arbeit mit Gott in Kontakt treten. Das hilft uns auch, dass wir uns besser an das erinnern, was Gott von uns möchte, wenn wir uns möglichst schnell in irgend einer Situation entscheiden müssen. Es ist vor allem auch sehr wertvoll, wenn wir den Tag mit einem Wort aus der Bibel beginnen, dann können wir in Gedanken auch den ganzen Tag darüber nachdenken und dann haben es die schlechten Gedanken auch viel schwerer, sich in unseren Köpfen festzuklammern. Deshalb ist es sehr gut, wenn wir den Tag mit der täglichen Bibellese oder zumindest einer Tageslosung beginnen und uns vornehmen, in den Momenten freier Zeit darüber nachzudenken. Wenn du es jetzt noch nicht tust, dann fang doch am besten gleich morgen damit an!

3.2. Das Leben im Geist

Weil Jesus Christus uns erlöst hat, können wir zweitens auch zusammen mit dem Heiligen Geist leben. Wenn man in der ganzen Bibel danach sucht, was eigentlich die Aufgabe des Heiligen Geistes ist, dann kann man das alles zusammenfassen in der wichtigsten Funktion: Er hat die Aufgabe, uns an alles zu erinnern, was Gott uns gesagt hat. In der Zeit des alten Bundes hatten nur Könige, Propheten und Hohepriester die Salbung des Heiligen Geistes.

Der Leiter (wie Mose) und der König (wie David) hatte die Aufgabe, das ganze Volk richtig zu führen. Dazu musste er immer wieder an das erinnert werden, was Gottes Wille mit dem ganzen Volk ist. Heute ist diese Aufgabe den Ältesten zusammen mit dem Pastor anvertraut. Die Ältesten suchen die Richtung, die Gott mit der Ortsgemeinde gehen möchte und geben diese vor. Der Pastor übernimmt diese Richtung und führt die Gemeinde in die einzelnen Schritte, welche nötig sind. Gemeinsam können sie Konflikte lösen und hüten die Gemeinde mit allen notwendigen Mitteln davor, diesen Weg zu verlassen. Dazu ist es absolut notwendig, dass die Gemeinde im Fall der Fälle auch bereit ist, Gemeindezuch zu üben. Gott prüft immer mal wieder, ob die Gemeinde auch bereit ist, dies zu tun. Es ist eine schlimme und wirklich überaus schwierige Sache, aber der Schutz der gesamten Ortsgemeinde und die Liebe zu denjenigen, welche in Sünde gefallen sind, machen das notwendig. Wenn eine Gemeinde jedoch dazu bereit ist, und im Notfall auch ein Exempel statuiert, wird es selten lange dauern bis diese Person merkt, dass etwas im Leben fehlt und sich vielleicht auch schwere Krankheiten breitmachen oder Ähnliches geschieht. Dies zeigt der Person, dass sie nicht in der Sünde bleiben kann.

Zusätzlich zu diesem Druck von außen kommt auch der innere Druck, den der Heilige Geist auf das Gewissen der Person macht. Doch nicht erst im akuten Fall geschieht das, nein, der Heilige Geist spricht üblicherweise mit einer zärtlichen, leisen Stimme, und wenn wir gut auf sie hören, wird er uns auch so von vielen Sünden abhalten, die wir sonst tun würden. Je sensibler wir werden für diese Stimme, desto mehr hilft uns auch der Heilige Geist im Leben, nämlich zu einem:

3.3. Das Leben im Sieg

Ja, genau, ein Leben im Sieg möchte Gott uns schenken. Das ist eigentlich etwas ganz Wunderbares. Ich muss gestehen, ich habe dieses Arme-Sünder-Evangelium, das gar keine frohe Botschaft ist, endgültig satt. Gott möchte uns nicht immer wieder und wieder am Boden halten. Wenn uns etwas am Boden hält, dann sind wir es selbst. Viele Christen sind entweder zu faul um das Leben im Sieg in Anspruch zu nehmen oder sind falsch belehrt darüber. Beim Leben im Sieg geht es nicht um ein endgültiges Leben der absoluten Perfektion. Es geht vielmehr darum, dass wir keine Rückschritte und kein Stehenbleiben am gleuchen Ort in unserem Leben mehr dulden. Gott möchte, dass wir vorwärts gehen und das Land, nämlich alle seine Verheißungen, einnehmen.

Wenn du das möchtest, dann habe ich eine gute Nachricht an dich: Gott möchte das auch! Manchmal denke ich, dass viele Christen sich ähnlich benehmen wie die Enten meines Opas. Er hatte eine ganze Menge Hühner, ein paar Schweine und ein paar Enten, zeitweise auch Ziegen und Kaninchen. Einmal, so erzählte er mir, gab es eine Zeit lang starke Regenfälle und der Boden war ganz schlammig. Die Enten mussten sich immer sehr anstrengen, um einen Schritt vorwärts machen zu können. Als dann aber der Boden wieder trocken und hart war, gingen die Enten einige Tage lang trotzdem immer noch so, als ob der Boden noch immer so schlammig wäre. So scheinen mir manche Christen auch zu sein. Sie sind zwar eigentlich frei, laufen aber immer noch wie in den Ketten des Teufels herum. Wenn wir wirklich wissen, dass wir frei sind, und mit Hilfe eines guten Seelsorgers frei werden von den Dingen, die uns in der Vergangenheit halten wollen, Bitterkeit, Unversöhnlichkeit, Hass, Neid, Süchte und mehr, wenn wir davon frei sind, dürfen wir wirklich als völlig Freie leben. Als solche, die die Welt überwunden haben. Als solche, die nicht mehr in das Gericht kommen können. Als solche, die keine Angst mehr haben müssen. Als solche, deren Sünde und Schuld unseres ganzen Lebens am Kreuz von Golgatha festgenagelt wurden. Willst du als ein solcher leben?

3.4. Das Leben in der Erwartung Seiner Wiederkunft

Wenn du das möchtest, dann lebe in der Erwartung, dass Jesus Christus wiederkommt. Ich möchte niemandem Angst machen, das ist mir ferne, aber die Zeichen der Zeit weisen sehr deutlich darauf hin, dass dieser Moment schon sehr sehr bald kommt. Allein von diesen Zeichen her gesehen könnte es heute Nachmittag so weit sein. Es könnte auch jetzt, während der heutigen Predigt so weit sein. Es kann auch sein, dass es erst in zwanzig Jahren so weit ist. Möglich ist es. Aber die Wahrscheinlichkeit ist meines Erachtens sehr groß, dass es schon vorher so weit ist. Und deshalb sollte uns das anspornen, so gut wir können, diese letzten Tage und Jahre, die uns noch bleiben, möglichst effektiv für Gott zu leben. Er möchte uns dabei helfen. Und er hat einen Plan für dich bereit, in den du immer tiefer hineinwachsen darfst. Und du wirst sehen, dass Dinge, die du dir jetzt noch kaum zu erträumen wagst, in deinem Leben passieren. Dass Menschen, für die du heute noch betest, vielleicht morgen schon zum Glauben an den Herrn Jesus kommen. Dass Krankheiten, gegen die du heute noch ankämpfst und um Heilung betest, vielleicht morgen schon geheilt sein werden. Gott ist nichts unmöglich. Und er will dir helfen bei allem, was du tust.

Wenn wir also lernen, als Kinder Gottes zu jeder Zeit in seiner Gegenwart und im Gespräch mit ihm zu leben, wenn wir lernen, zusammen mit dem Heiligen Geist zu leben und wenn wir lernen, in der Erwartung der sehr baldigen Wiederkunft Christi zu leben, so wird Gott uns helfen, dass wir unser Leben zu einem großen Sieg Jesu machen können. Dafür ist er auf die Erde gekommen, um dir und mir das zu ermöglichen. Gott ist bereit für dich. Bist du es für ihn auch?

Matthäus 5, 6 – 7

Glückselig sind, die nach der Gerechtigkeit hungern und dürsten; denn sie sollen satt werden! Glückselig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen! (Matth. 5, 6 – 7)

Einleitung:

Jeder Mensch strebt in seinem Leben mehr oder weniger nach Glück. Und nicht Wenige haben diese Suche nach dem Glück zu ihrem ganzen Lebensinhalt gemacht. Man sucht dann derart intensiv nach seinem eigenen, persönlichen Glück, dass alles andere vergessen geht. Im heutigen Text geht es auch um Glück.

1. Wer sind denn die Glücklichen?

Unser Text beginnt mit „Glückselig sind“. Wir befinden uns, wie wohl die meisten bereits festgestellt haben werden, in den Seligpreisungen. Die Seligpreisungen sind der erste Teil der Bergpredigt, sozusagen die Einleitung in diese Predigt, die Jesus auf dem Berg gehalten hat. Die Seligpreisungen umfassen hier die Verse drei bis zehn. Das ist der erste Abschnitt der Bergpredigt. Man sieht das besonders gut daran, dass der erste und der letzte Vers des Abschnitts dieselbe Verheißung beinhaltet, nämlich: „Denn ihrer ist das Reich der Himmel“. Diese Worte bilden eine deutliche Klammer um den Abschnitt, sie sind der Rahmen der Seligpreisungen. Dieser erste Abschnitt der Bergpredigt, ist zugleich die Türe zur gesamten Bergpredigt und der Schlüssel, um sie verstehen zu können. Bevor wir uns also den Seligpreisungen zuwenden können, müssen wir erst den gesamten Abschnitt betrachten und verstehen.

In den Seligpreisungen geht es nicht um verschiedene Arten von Menschen, die wegen ihres sozialen Status oder wegen ihres Charakters als glückselig gepriesen werden. Nein, es geht nicht einmal um mehr als eine Gruppe von Menschen, sondern exakt um eine. Diese Gruppe von Menschen wird in Psalm 32, 1 beschrieben:

Glückselig der Mensch, dem der HERR keine Schuld zurechnet.

Überall, wo die Bibel Menschen als glückselig preist, geht es um genau die eine Gruppe von Menschen. Am besten lässt sich das wohl am Psalm 32 erläutern. Diesen Psalm schrieb David, als er sich seiner Schuld bewusst wurde, die er durch seine Sünde auf sich geladen hatte. Nicht jeder von uns lässt aus Neid oder sexueller Gier den Ehemann unseres Lustobjektes im Krieg umbringen. Das liegt wohl auch mit daran, dass die meisten von uns nicht in der Position stehen, die dieses Vorgehen ermöglichen würde. Und doch ist jeder von uns immer wieder mit persönlicher Schuld konfrontiert: Es ist ja heutzutage so üblich geworden, dass man auf den ersten Blick nach außen hin eine tadellose Fassade aufbauen muss. Dies zeigt sich zum Beispiel darin, dass man auf die Frage, wie es einem geht, üblicherweise mit einem „danke, gut“ antworten sollte. Und was, wenn das nun nicht stimmt? Wenn wir in dem Moment am liebsten schreien würden? Die Bibel nennt dies klar und deutlich: Lüge. Falschaussage. Schuld. Punkt. So sammelt sich jeder Mensch im Laufe seines Lebens einen ganzen Rucksack mit solcher Schuld an. Sie ist wie ein Berg aus Steinen, die uns auf den Rücken und die Wirbelsäule drückt. Schuld vor Gott. Schuld, die uns von Gott trennt, denn Gott ist Licht und möchte diese Schuld ans Tageslicht bringen. Und was tun wir? Wir verstecken unsere Schuld, wir malen sie farbig an, indem wir ihr hochpsychologische Namen verleihen und vieles mehr. Doch was bleibt, ist immer noch Schuld. Schuld vor Gott. Schuld, die unser Leben zerstört.

Doch Gott wollte uns nicht in diesem Sumpf der Schuld ertrinken lassen. Er hat – aus Liebe zu uns – den einzigen Weg beschritten, um uns aus diesem Sumpf herauszureißen. Sumpf ist übrigens ein sehr passendes Wort hierfür. Man läuft arglos hinein, will hindurch – und kommt plötzlich nicht mehr heraus. Eine „Notlüge“ erfordert oft eine zweite und dritte Lüge und unbemerkt in die Verstrickungen eines ganzen Netzes von weiteren Lügen. Der Weg, um uns aus diesem Sumpf zu retten, hat Gott alles gekostet. Und Er war bereit, alles zu geben. Es gab nur eine Möglichkeit, damit der gerechte Gott Sich gnädig zeigen kann. Schuld erfordert immer eine Bezahlung dieser Schuld. So ist Gott in Jesus Christus Selbst auf unsere Erde gekommen und hat ein Leben wie wir alle gelebt – einzig mit dem Unterschied, dass Er niemals gesündigt hat. Er hat alle Schwierigkeiten des menschlichen Lebens Selbst miterlebt. Schließlich wurde Er sogar als uneheliches Kind geboren, eine Schande in der damaligen Zeit. Und am Ende Seines Lebens auf dieser Erde hat Er die Schuld, die wir alle bei Gott haben, mit Seinem Eigenen Leben, Leiden und Sterben bezahlt. Nach drei Tagen wurde Er wieder auferweckt von den Toten und hat dadurch auch den Tod besiegt. Wenn wir nun glauben, dass Er für uns persönlich gestorben und auferstanden ist, damit wir wieder in dieser von Gott geplanten und geschaffenen Beziehung mit Ihm leben können und der ewige Tod für uns aufgehoben ist, so dürfen wir Gott im Gebet unsere Sünden bekennen und Ihm danken für diese wunderbare Tat am Kreuz. Wir dürfen Ihn bitten, als unser Herr und Retter in unser Leben zu kommen und dürfen wissen: Wir sind ab diesem Moment Gottes Kinder, die jederzeit zu Ihm im Gebet kommen dürfen. Von diesem Moment an gehören wir zu denjenigen, von welchen die Bibel sagt: Glückselig sind sie. Glückselig sind sie, denn ihnen ist die Schuld vergeben. Glückselig sind sie, denn sie sind wie ein blühender und fruchttragender Baum, der an Wasserbächen gepflanzt ist. Glückselig sind sie, denn nun können sie die Bergpredigt nicht nur richtig verstehen, sondern auch im täglichen Leben umsetzen.

Wir haben gesehen, dass es sich bei den Menschen, die in den Seligpreisungen angesprochen werden, um diejenigen handelt, denen das Reich der Himmel oder das Reich Gottes gehört. Das Reich Gottes ist immer dort anwesend, wo der Wille Gottes gepredigt, gelehrt und gelebt wird. Deshalb beten wir auch: „Dein Reich komme, Dein Wille geschehe“. Dies ist in der Gemeinde der Fall. Jedes Kind Gottes ist Teil der Gemeinde, und ohne Gemeinde zu leben, ist äußerst schwierig, wenn nicht gar gefährlich. Unsere ganzen Seligpreisungen und damit auch die Bergpredigt gelten also für die Gemeinde. Die Seligpreisungen zeigen uns, welches der Charakter und das Verhalten eines gläubigen Christen, also eines Kindes Gottes, sein soll.

2. Der Charakter: Hunger und Durst nach der Gerechtigkeit

Glückselig sind, die da hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit, denn sie sollen satt werden.

In diesem Vers wird der Charakter eines Christen beschrieben: Er hungert und dürstet nach der Gerechtig-keit. Hunger und Durst sind zwei Zustände, die wir uns zumeist gar nicht wirklich vorstellen können. Wir leben in einem Teil der Erde, der an allem Notwendigen Überfluss hat. In unserem westlichen Europa haben wir genügend Brot, Reis, Teigwaren, und so weiter. Selbst dann, wenn wir uns eine Fastenzeit gesetzt haben, können wir das dennoch in dem Wissen tun, dass wir sie jederzeit unterbrechen können und dann genug für uns vorhanden ist. Das ist nicht selbstverständlich, denn nach Zahlen aus dem Oktober 2010 sterben jeden Tag 25’000 Menschen weltweit an Hunger, das ist durchschnittlich ein Mensch je dreieinhalb Sekunden. Bei unserem Vers geht es zwar nicht um ein Fehlen von Lebensmitteln, sondern um einen anderen Mangel. Wenn die Bibel von Hunger und Durst schreibt, geht es immer um einen sehr starken Mangel, der unsere ganze Existenz, unser Leben als solches betrifft. Jemand also, der nach der Gerechtigkeit hungert und dürstet, weiß, dass er keine Überlebenschance hat, wenn er nicht binnen baldiger Frist seinen Mangel stillen kann.

Ein gläubiger Christ weiß also, dass er die göttliche Gerechtigkeit ganz dringend nötig hat. Er hungert und dürstet nach ihr, und nicht nach etwas anderem. Wer aber nicht gläubig ist, hat keine Ahnung davon, dass er diese Gerechtigkeit braucht. Ein Ungläubiger hungert und dürstet vor allem nach Ablenkung, Zeitvertrieb, Geld oder weltliche Sicherheit durch Lebensversicherungen, steigende Aktien, Immobilien oder einem gut gefüllten Bankkonto. Es sind alles Dinge, die für die Ewigkeit keinen Wert haben. Die Menschen, welche sich solche Schätze anhäufen, sind allesamt sehr töricht, denn im Lichte der Ewigkeit betrachtet ist ihr ganzer Besitz wertlos. Wenn sie darum wüssten, so würden sie auf jeden Fall auch sogleich beginnen, nach der göttlichen Gerechtigkeit zu hungern und dürsten. Doch sie verschließen lieber ihre Ohren, verstopfen sie und fahren fort zu leben, als ob ihre Ewigkeit in dieser vergänglichen Welt zu finden wäre.

Die Gerechtigkeit, nach der wir hungern und dürsten, ist die Freiheit von Sünde. Wir wissen, dass Sünde immer von Gott trennt, und deshalb ist jede Sünde etwas absolut Abscheuliches, etwas Schreckliches. Wir wissen nämlich, dass unsere Sünden derart schrecklich sind, dass sie dem Herrn Jesus die ganzen Leiden, Folterqualen und schlussendlich den Tod am Kreuz eingebracht haben. Wenn wir in unseren Gedanken den Herrn sehen, wie Er da ausgeliefert ist, wie Er blutüberströmt am Pfahl hängt, wie man Sein Haupt mit der Dornenkrone geschändet hat. Seht ihr Ihn? Sehr ihr, wie Er da hängt? Zwischen Himmel und Erde auf dem Hügel Golgatha. Wie ein Verbrecher. Doch die wahren Verbrecher, die sind wir. Diese Gewissheit um die Abscheulichkeit unserer Sünden, die Ihm all diese Qualen eingebracht haben, lässt uns danach hungern und dürsten, gänzlich von Sünde frei zu werden. Als Christen sind wir Gerechtfertigte, denen auch die Macht der Sünde nichts mehr anhaben kann. Und dennoch, wir rufen mit Paulus zusammen laut aus: Wer wird uns herausreißen aus diesem Leib der Sünde? (Röm. 7, 24) Das ist der Charakter des Gläubigen. Das ist der Hunger nach der göttlichen Gerechtigkeit. Das ist das Verlangen, frei zu werden. Frei von aller Sünde, frei von jedem Sündigen.

Geliebte Brüder und Schwestern, wir dürfen zu jeder Zeit auch zum Herrn schreien und zu Ihm flehen im Gebet, dass Er uns das tägliche Brot der Gerechtigkeit schenken möge. Dass Er uns hilft, die Versuchungen, die Tag für Tag auf uns einstürmen und uns überrennen wollen, zu überwinden. Er ist Jahwe, unser Fels in der Brandung, der Herr, der gerne hilft. Er wird Sich unser annehmen und uns helfen. Es ist Seine Zusage, die Er uns macht: denn sie sollen satt werden. Diese Verheißung, das Versprechen um die Hilfe in der Not der Versuchungen, gilt uns allen, die an Seinen Namen glauben. Sie sollen satt werden. Der Sturm soll gestillt werden. Und es ist der Herr, der Schöpfer des Universums, der Selbst dafür sorgen wird.

Doch wie geschieht das? Wie können wir satt werden? Auch hier gibt es eine schöne Parallele zum Hunger. Man kann nicht nur einmal im Leben essen und trinken und bleibt dann satt bis zum Ende des Lebens. Der Hunger und Durst müssen jeden Tag von Neuem gestillt werden. Und wenn Gott unseren Hunger und Durst nach der göttlichen Gerechtigkeit stillt, so ist es da genauso. Es ist notwendig, dass wir immer wieder zum Herrn kommen und Ihn um noch mehr von dieser Gerechtigkeit bitten. Es ist das Werk des Heiligen Geistes an uns, dass Er unsere Augen geöffnet hat, damit wir unsere Sündhaftigkeit sehen konnten. Es war Sein Werk, den Glauben an den Herrn Jesus in unseren Herzen zu versenken und die Wiedergeburt zu vollführen. Und nun ist es Sein Werk, uns durch diesen Prozess des Hunger-Stillens hindurchzuführen. Immer mehr, so dürfen wir feststellen, bekommen wir eine geistliche Sensibilität für Dinge, die falsch sind im Lichte der Bibel. Immer mehr fallen uns Dinge auf an uns, die Gott nicht gefallen. Und nun gibt uns der Heilige Geist auch die Kraft, um diese Sünden zu überwinden. Es ist nicht immer alles dran. Aber alles, was Gottes Geist uns gerade in unserem Leben besonders aufzeigt.

Und nun könnte jemand kommen und sagen: Ich bin jetzt seit vielen Jahren Christ, aber ich habe keinen solchen Hunger und Durst nach der Gerechtigkeit Gottes mehr. Wenn nun wirklich jemand mit diesem Gedanken hier drin sitzt, so möchte ich die betreffende Person bitten, in den kommenden Tagen vermehrt ganz gründlich in der Bibel zu lesen und das eigene Leben unter die Lupe zu nehmen. Vielleicht helfen auch ein paar dieser Fragen: Bin ich wirklich gewillt, mich mit Gottes Augen zu sehen? Bin ich gewillt, mich von Gottes Geist verändern zu lassen? Bin ich freundlich, hilfsbereit und gebe anderen Menschen gerne von all dem ab, was ich selbst habe, an Zeit, Kraft, Geld, Lebensmitteln, sonstigen Gütern? Bin ich auch dann freundlich, wenn andere mich verspotten? Wann habe ich zum letzten Mal jemanden in die Gemeinde ein-geladen und dann abgeholt und mitgebracht?

Wenn Gottes Geist uns verändern möchte, so lässt Er oftmals auch Leid zu in unserem Leben. Das ist nicht etwas, was Gott Freude macht, im Gegenteil, Er leidet mit uns mit. Aber oft ist es notwendig, uns auf diese Art und Weise unsere Grenzen zu zeigen. Damit wir begreifen, dass wir noch nicht am Ende angelangt sind. Und damit wir lernen, immer von Ihm, der unsere Quelle von allem Guten ist, abhängig zu bleiben. Denn wir wissen, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten mitwirken, schreibt Paulus im Röm. 8, 28. Im Vers danach erklärt er das und sagt, dass die Umgestaltung in das Bild des Herrn Jesus das letztendliche Ziel unseres ganzen Lebens ist. Also dieser Prozess der Heiligung. Der Prozess, immer mehr von der göttlichen Gerechtigkeit zu bekommen.

In all dem kann uns der Herr Jesus aber sehr gut verstehen, denn Er selbst hat all die Versuchungen, unter denen wir heute zu leiden haben, all die Schmerzen, all die Trauer, am Eigenen Leibe erfahren. So leidet Er auch mit uns mit, wenn wir am Leid dieser Welt zu leiden haben. So, wie ein Christ barmherzig sein soll, so ist auch Er barmherzig. Hiermit kommen wir zum nächsten Vers.

3. Das Verhalten: Barmherzigkeit

Glückselig sind die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.

Bisher haben wir uns mit den in den Versen 3 – 6 ausgeführten Merkmalen des christlichen Charakters befasst. Nach diesen kommen in den Versen 7 – 10 die Merkmale des christlichen Verhaltens. Das erste dieser Merkmal ist, dass ein Christ barmherzig ist. Es ist von großer Bedeutung, dass wir wissen, dass das Verhalten immer ein sichtbarer Ausdruck des Charakters ist. Deshalb kommt auch hier in den Seligpreisungen zuerst der Charakter zur Sprache. Der Charakter ist immer das Fundament, auf dem das Verhalten aufgebaut ist, denn jedes Verhalten ist eine Frucht des Charakters. Nur so ist es zu verstehen, dass Paulus und Jakobus beide Abraham als Vorbild für die Rechtfertigung nehmen: Bei Paulus ist er ein Vorbild für den Glauben, der ein Teil des Charakters ist, und bei Jakobus ist Abraham das Vorbild für das Verhalten, welches ein sichtbarer Ausdruck, eine Manifestation dieses glaubensvollen Charakters ist.

So ist jedes Verhalten erst dann verständlich, wenn wir den Charakter unter die Lupe genommen haben aber zugleich kann man den Charakter aus dem Verhalten ableiten. Wenn wir einen Becher mit frischem Wasser füllen und sich das Wasser im Becher verfärbt, so können wir daraus schließen, dass der Becher nicht ganz sauber war. So widerspiegelt jedes Verhalten ein Stück vom Charakter der jeweiligen Person. So sind auch unsere hiesigen Seligpreisungen ein sehr guter Maßstab für unseren Glauben. An ihnen lässt sich erkennen, dass wir noch nicht ganz am Ziel angelangt sind. Zugleich sollten wir an ihnen auch erkennen können, dass wir dennoch im Laufe der Jahre ein Stück weit auf dieses Ziel zu gewachsen sind. Das können wir dann sehen, wenn wir unser Leben seit dem Zeitpunkt der Bekehrung bis heute durch das Fernglas dieser Verse betrachten.

Glückselig sind die Barmherzigen. Barmherzigkeit bedeutet, dass wir erstens erkennen, worin unsere Mitmenschen unter dem Fluch leiden, den die Ursünde über die Welt gebracht hat. Menschen, die krank sind, Schmerzen haben, trauern, ächzen und stöhnen unter der Last ihrer Arbeit, Ehen, die zerbrechen, eine Gesellschaft der Korruption, und so weiter. Die gesamte Pervertierung der so wunderbar geschaffenen Welt, der göttlichen Schöpfung, ist die Folge von Sünde. Gegenseitige Ausbeutung ist Sünde. Streit um des Gewinnens willen ist Sünde. Gemachte Versprechen brechen und dadurch andere Menschen enttäuschen, ist Sünde. Alles Elend dieser Welt lässt sich mit einem Wort zusammenfassen: Sünde. Und hier beginnt nämlich der erste Schritt der Barmherzigkeit, dass wir erkennen, dass dies der Fall ist.

Doch Barmherzigkeit bleibt nie beim Erkennen stehen. Leider meinen viele Menschen, dass die Probleme der Welt allein dadurch gelöst werden können, dass man sie anspricht. Doch wahre Barmherzigkeit spricht die Probleme nicht nur an, sie leidet mit. Sie tröstet die Trauernden, weint mit den Weinenden, beichtet mit den Beichtenden und gibt sich so an diejenigen hin, die ganz besonders am Fluch der Sünde zu leiden haben.

Drittens aber, und das ist das Wichtigste, Barmherzigkeit tut alles, um die Folgen der Sünde zu beseitigen. Wer wirklich barmherzig im Sinne Gottes ist, der gibt sich auch der Aufgabe hin, die Probleme zu lösen, welche das Resultat dieses Fluchs sind. Barmherzigkeit nimmt sich derer an, die an sich verzweifeln und gibt dort den Samen des Evangeliums in den Boden hinein, der, durch das schwere Leid gepflügt, tiefe Furchen aufweist. Manchen Menschen sieht man die Furchen des Herzens auch im Gesicht an. Gerade auch dort finden wir sehr oft einen Herzensboden vor, der über viele Jahre hinweg vernachläßigt wurde, und doch wunderbar vorbereitet ist. Oft ist der Boden derart ausgetrocknet, dass der Same erst dann wirklich keimen kann, wenn er durch die Gießkanne des Gebets mit genügend Wasser des Heiligen Geistes bewässert wurde. Vielfach lohnt es sich sehr, diesen Versuch zu wagen und vom Herrn Jesus zu erzählen. In unserer Zeit der fehlenden Werte und einer lügnerischen Toleranz hungern viele Menschen nach Verbindlichkeit und Wahrheit.

Als Christen dürfen wir wissen, dass Gott uns versprochen hat: Weil wir barmherzig sind, werden wir auch Barmherzigkeit empfangen. Gott weiß um unsere Nöte und leidet mit uns. Und eines Tages wird Er auch alle unsere Nöte beseitigen. Er wird neue Himmel und eine neue Erde schaffen. Wir werden aus diesem Leib des Todes und de Sünde herausgerissen und in Auferstehungsleibern die gesamte Ewigkeit mit unserem Herrn und Retter zusammen verbringen. Und gerade da wir Gott als den Barmherzigen als unser Vorbild haben, dürfen auch wir als Barmherzige leben.

Zusammenfassung:

Als Gläubige sind wir Gottes Kinder und Gerechtfertigte. Dennoch hungern und dürsten wir unser Leben lang nach der Gerechtigkeit Gottes, denn noch leben wir ja in unserem sterblichen Leib und sündigen leider immer wieder. Doch der Heilige Geist hilft uns gerne, die Sünden, die uns immer wieder versuchen wollen, immer mehr zu überwinden und nach Gottes Willen zu leben, wenn wir Ihn bitten. Da wir um unsere eigene Sündhaftigkeit wissen, sind wir auch anderen gegenüber barmherzig und helfen ihnen, die Folgen des Fluchs, unter denen sie leiden, zu überwinden. Wir reden mit ihnen über das, was der Herr Jesus für uns getan hat, und tun alles, um ihnen in ihrem täglichen Leben und Mühen zu helfen.

Gedanken zur Bildungspolitik

Die Kinder unseres Landes sind unsere Zukunft. Deshalb ist die Investition in Ehe, Familie und Bildung das zentrale Thema bei jeglicher Zukunftsplanung. Die Investition in unsere Zukunft ist unsere Verantwortung und zwar sowohl als Staat, als Region, als Ort, als Familie, aber auch als einzelne Person. Jede und jeder ist verantwortlich, sich für die Zukunft einzusetzen. Das beginnt mit der Bereitschaft, als Staat mehr von den Steuergeldern seines Volkes in die Bildung zu investieren. Die Bildungspflicht muss daher unanfechtbare Grundlage jeglicher bildungspolitischer Diskussion sein. Die in Deutschland festgesetzte Schulpflicht hingegen, welche vielen Familien die Möglichkeit des sogenannten Homeschooling (Kinder nach dem vom Staat vorgegebenen Lehrplan privat zu Hause von den Eltern oder einem Privatlehrer zu unterrichten) und damit die Freiheit nimmt (Schutz der Familie als Quelle von Erziehung und Bildung), ist ein Relikt aus der Zeit des braunen Regimes (die Schulpflicht wurde 1938 festgesetzt). Diese gesetzliche Regelung der Schulpflicht soll in eine vertretbare Bildungspflicht umgewandelt werden. Zugleich sollte ein Staat auch gemeinsam mit professionellen Pädagogen Konzepte entwickeln, nach denen Eltern oder Gemeinden zu anerkannten Bildungsgemeinschaften werden können. Der Lehrplan wird demnach natürlich weiterhin von staatlicher Hand in Grundzügen erarbeitet, sowie auch Lehrmittel, die auch von selbstbildenden Eltern oder Gemeindepädagogen verwendet werden können, sowie für alle obligatorische Prüfungen. Wie der Stoff jedoch dann im Einzelnen erarbeitet wird, möge jedem selbst überlassen werden. Weiter sollen auch vermehrt christliche Kindergärten, Schulen und Gymnasien, sowie auch eine Universität auf biblischer Bekenntnisgrundlage gegründet werden. Besonders wichtig wäre deshalb auch die Universität, an welcher unter anderem auch Pädagogik studiert werden kann. Eine solche Bekenntnis-Universität geht nicht vom humanistischen, sondern vom biblischen Menschenbild aus, und ist deshalb alleine in der Lage, auf die Probleme der heutigen Pädagogik eine adäquate Antwort zu geben.


Sobald die Erziehung und Pflege von Kindern wieder ihren eigentlichen Stellenwert erhält, indem der Beruf der Hausfrau und Mutter als vollwertige Arbeitsstelle gilt und als solche auch finanziell honoriert wird, kann man natürlich auch die Krippen größtenteils schließen. Das Steuergeld, welches durch die Schließung der Krippen eingespart werden kann, fließt auf diese Weise direkt in die Familien, wo es nach bestem Wissen und Gewissen der Eltern für das Wohl der Kinder eingesetzt wird. Idealerweise kann man so kleinere Klassen in der Grundschule schaffen, was dafür sorgt, dass die Lehrer noch besser auf die einzelnen Schüler eingehen können und so ihr Potential fördern. Es sollte vor allem auch Raum geschaffen werden für Kinder mit unterschiedlicher Herkunft, Persönlichkeit, Intelligenz und weiteren Begabungen, die nebst der üblichen Grundbildung (Deutsch sprechen, Lesen, Schreiben, Rechnen) zusätzlich stark gefördert werden soll. So kann man Problemen mit Kindern mit hoher Intelligenz, speziellen Persönlichkeitsbildern (was heutzutage leider als krankhafte „Syndrome“ abgetan und „kuriert“ wird) vorbeugen und diese zugleich in ihren zahlreichen Stärken fördern. Des Weiteren sollte die Beherrschung der Grundbildung zu den Mindestanforderungen für den Besuch einer nachfolgenden Schule (Realschule, Gymnasium) werden. Weitere Fremdsprachen sollten in der Grundschule möglichst nur denjenigen angeboten werden, welche den Stoff der Grundbildung bereits beherrschen. In der deutschsprachigen Welt sollte auch die Muttersprache von Kindern mit Migrationshintergrund erst dann gelernt werden dürfen, wenn ein Kind deutsch sprechen, lesen und schreiben kann.

Nicht einen Geist der Furchtsamkeit

Aus diesem Grunde erinnere ich dich daran, die Gabe Gottes anzufachen, die durch Auflegung meiner Hände in dir ist; denn Gott hat uns nicht einen Geist der Furchtsamkeit gegeben, sondern der Kraft und der Liebe und der Zucht. (2. Timotheus 1, 6 – 7)

Gottes Gnadengaben können in unterschiedlicher Stärke vorhanden sein. Paulus gebraucht hier das Bild der noch schwach glimmenden Kohle, die durch einen Luftstoß wieder zu einem richtigen Feuer auflodern kann und ermutigt Timotheus, dafür zu sorgen, dass es dazu kommt. Deshalb hier auch die Frage an dich, liebe Leserin, lieber Leser, was wünschst du dir? Möchtest du die Gaben als schwach glimmende Kohlen in dir drin haben oder als lodernder Waldbrand? Es liegt zum großen Teil in deiner Verantwortung, die richtigen Voraussetzungen zu schaffen, damit die Kohlen wieder richtig zum Brennen gebracht werden können.

Es gibt nämlich etwas, was unsere Gaben ersticken kann, und das ist die Furchtsamkeit, die Feigheit, oder schlicht gesagt: die Angst. Die Angst ist nie etwas, was Gott uns schickt oder für uns möchte. Gott möchte vielmehr, dass wir mutig vorwärtsgehen. Mut ist nicht Waghalsigkeit, sondern die goldene Mitte zwischen der Angst und der Waghalsigkeit. Mut bedeutet, die Kosten zu berechnen, und trotzdem im Vertrauen einen weiteren Schritt zu gehen. Vielleicht denkst du jetzt, dass Jesus die Angst als etwas Normales beschrieben hat, doch dem ist nicht so, ich möchte das jetzt erklären. Wenn wir in Johannes 16, 33 nachlesen, so steht da:

Solches habe ich zu euch geredet, auf daß ihr in mir Frieden habet. In der Welt habt ihr Trübsal; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden!

Martin Luther hat das Wort Trübsal zu seiner Zeit korrekt mit Angst übersetzt, aber das verstehen wir heute nicht mehr. Damals bedeutete Angst weniger das Gefühl der Angst, sondern in erster Linie: Die Umstände, die uns Angst einjagen können. Also eine schwierige Prüfung, ein Vorstellungsgespräch, ein schwieriger Chef, ein Fehler, den wir selbst gemacht haben und vieles mehr. Was im griechischen Text steht und hier mit Trübsal übersetzt wird, ist eigentlich ein Begriff aus der Architektur. Damit eine Säule in einem griechischen Tempel auch bei Wund und Wetter, bei Krieg und vielem mehr, stehen bleibt, muss sie durch eine bestimmte Menge an „Druck“ (Gewicht von oben her) auf ihr Fundament gedrückt werden. Diese Menge an Gewicht oder „Druck“ wurde mit dem griechischen Wort beschrieben, das übersetzt wird mit Trübsal. Man kann den Vers auch so lesen: In der Welt habt ihr Druck. Dieser Druck dient dazu, dass wir auf unser Fundament, den Herrn Jesus gedrückt werden und Ihm ganz nahe sind.

Wie wir auf diesen Druck reagieren, ist unsere Entscheidung. Und unsere Reaktion bestimmt sowohl das Maß unserer Gabe als auch einen Teil unserer Zukunft. Aus Entscheidungen werden nämlich Gewohnheiten und woran man sich gewöhnt hat, davon kommt man nur noch schwerlich los. Jede dieser Drucksituationen lässt uns zwischen zwei Arten von Reaktion wählen: Feigheit oder Mut. Wer die Feigheit wählt, verliert seine Freiheit, die wir durch Jesus bekommen haben. Er lässt sich dadurch fremdbestimmen von dem, der uns die göttliche Freiheit nehmen will: Satan. Wer den Mut wählt und im Glauben den nächsten Schritt geht, wird an Freiheit, Glauben und Stärke der Gnadengaben zunehmen und Gott damit ehren.

Noch ein Wort am Rande: Wer versucht, andere Menschen einzuschüchtern (Geist der Einschüchterung, Geist der Isebel: Sie schüchterte Elia dermaßen ein, dass er in die Wüste floh und dadurch seine prophetische Berufung verlor) macht sich selbst zum Werkzeug der Sünde und Satans. Das ist auch bei wiedergeborenen Christen jederzeit sehr gut möglich, beachte man zum Beispiel Römer 6,13. Wer andere zu manipulieren und einzuschüchtern sucht, nimmt ihnen die Freiheit, die sie in Christus haben, weg.

Der Heilige Geist ist aber nicht ein Geist der Furchtsamkeit, sondern der Kraft, der Liebe und der Zucht. Der Geist der Kraft gibt uns die übernatürliche Stärke, die auch der Herr Jesus in Seinem Dienst hatte. Man bedenke: Er tat nichts aus Sich Selbst, sondern nur was Er den Vater tun sah. Er verzichtete ganz und gar auf Seine Göttlichkeit, auf die Macht, die Ihm als Gott zustand, und lebte als Mensch. Auch Er empfing diesen Geist der Kraft und wurde dadurch zu Seinem Dienst befähigt. Mit dem Geist der Kraft ausgerüstet können wir dieselben Werke tun, die auch Er schon tat (und nach Seinem Wort sogar noch größere). Dieselbe Macht also, die Er auf Erden hatte, lebt in dir und mir und möchte uns zu unserem Dienst befähigen.

Es ist aber auch der Geist der Liebe. Gott ist die Quelle aller Liebe, und ohne Gott kann niemand lieben. Durch den Geist der Liebe werden wir zur Liebe zu Gott und zugleich zur Liebe zu unseren Mitmenschen befähigt. Liebe zu Gott zeigen wir durch die Pflege der Beziehung zu Ihm: Lesen in Seinem Wort, Reden mit Ihm, auf Ihn hören, etc. Zugleich helfen wir in dieser Liebe unseren Mitmenschen, wo sie es nötig haben und wo immer wir das tun können.

Es ist drittens der Geist der Zucht. Zucht bedeutet Selbstbeherrschung oder Selbstdisziplin. Das sieht so aus, dass wir unser Leben so weit im Griff haben, dass wir nicht nur auf das verzichten können, was uns schadet, sondern oft auch auf Dinge, die uns einfach gefallen würden, die aber für den Dienst am Herrn oder an unseren Mitmenschen draufgehen müssen. Der Geist befähigt uns, dies mit Freuden zu tun.

Was ist Sünde?

In unserer Zeit ist es ganz unmodern, von Sünde zu sprechen. Im Kontext von Emerging Church ist dieser Begriff sogar mit einem Tabu belegt. Dennoch ist es, um die Bibel zu verstehen, äußerst wichtig, alles beim Namen zu nennen, was auch die Bibel beim Namen nennt.

In der Bibel kommen hauptsächlich das hebräische Wort chat’at und das griechische Wort hamartia vor. Es gibt noch andere Begriffe im Hebräischen, aber diese sind eher selten und bezeichnen das bewusste und klar gewollte Sündigen gegen Gott. Chat’at und hamartia bedeuten beide dasselbe, nämlich die Verfehlung eines gesetzten Zieles. Nun ist der Mensch immer zielgerichtet geschaffen, nämlich für das Ziel der Beziehung und Kommunikation mit Gott.

Wo diese Kommunikation unterbrochen wird, findet Zielverfehlung, sprich: Sünde, statt. Es geht bei der Sünde nicht so sehr um ein: „Du sollst“ / „du musst“ / „du darfst nicht“, sondern darum, dass die von Gott gewollte und geschaffene Kommunikation hinfällig wird. So ist auch falsche Kommunikation zwischen den Menschen (im Sinne von Missverständnissen, verbalem Terror oder schweigendem Zurückziehen) ein klares Zeichen von Gericht über den Menschen. Wenn nun die Kommunikation mit Gott abgebrochen ist, so entstehen Sünden. Diese lassen sich zunächst in verschiedene Gruppierungen einteilen:

-Ichbezogenheit. An dieser ersten Gattung der Sünde sieht man, wie sehr auch bei Kleinkindern bereits die Kommunikation mit Gott unterbrochen ist. Man spricht von Erbsünde, weil dies der Fall ist: Ohne den Glauben an den Herrn Jesus (wie der aussieht, ist eine andere Frage) kann niemand gerettet werden. Diese Ichbezogenheit sehen wir zunächst darin, dass sich im Leben eines Menschen alles nur um sich selbst dreht. Alles muss auf genau die bestimmte Art und Weise dieser Person gemacht werden, „sonst wird das nix“. Die Person sieht dabei sich selbst als das Maß aller Dinge. Oft ist alles schlecht, wenn es nicht mindestens eben so gut ist, wie wenn sie es gemacht hätte. Die Person drängt sich in allem vor, will zuerst bedient werden und wäre unter Umständen zu Betrug oder gar weit Schlimmerem fähig.

Dieser Ichbezogenheit begegnet der Herr Jesus frontal von vorne und dreht ihr Weltbild um: Ichbezogenheit muss durch Demut ersetzt werden. Demut bedeutet eigentlich Dienstmut und bezeichnet die innere Haltung eines Menschen, der bereit ist, sich selbst hinten anzustellen und dafür zuerst anderen zu dienen. Das beste Beispiel gab uns der Herr Jesus selbst: Zuerst wusch er seinen Jüngern die Füße (dieses war damals eine niedrige Sklavenarbeit), danach gab er sein ganzes eigenes Leben hin, um sie zu retten. Da sehen wir das beste Vorbild wahrer Demut.

-Selbstzerstörung. Viele Menschen wachsen heutzutage mit sehr starken seelischen Schwächen auf. Leider gibt es oft Eltern, die (zumeist unbewusst und ungewollt) ihren Kindern durch ihr Verhalten zeigen: Du bist mir gleichgültig. Oder: Dich habe ich nie gewollt. Diese und viele Festlegungen mehr kommen aus der Zeit, in der wir uns als kleine Kinder von den Eltern vernachläßigt fühlten. Es kann sein, dass die Eltern einfach sehr viel arbeiten müssen und dadurch wenig Zeit für die Kinder haben und noch weniger Möglichkeiten, um die Kinder in der Wohnung mithelfen zu lassen. Wir beginnen dann (auch unbewusst) danach zu suchen, wie wir unseren Eltern gefallen können. Irgendwann finden wir eine Art heraus, wie uns das möglich ist. Ab diesem Moment beginnt das große Theaterstück: Wir spielen diese Rolle, die am besten ankommt, die uns aber nicht entspricht. Das Leben geht weiter, unsere Rolle auch. Wir werden unzufrieden, weil wir wissen, dass unsere Rolle eine falsche ist und sehnen uns da hinaus. Aber die Gefallsucht und Gewohnheit sind so lange stärker, bis wir den biblischen Weg hinaus finden. Übrigens ist das die häufigste (ich möchte sogar behaupten, dass es ausnahmslos das Problem ist) Ursache für sogenannte AD(H)S-Kinder. Sie leiden unter dem Mangel an Liebe (die sich in investierter Zeit und Aufmerksamkeit zeigt) und entwickeln eine ziemlich unangenehme Methode, um diese zu erlangen.

Die Bibel sagt uns, dass Gott uns so gewollt und geschaffen hat, wie wir sind. Er nimmt uns so an, wie wir sind, mit all unseren Macken und Problemchen. Wenn wir nun eine solche Maske basteln, eine fremde Rolle übernehmen, so lehnen wir die Art ab, wie Gott uns geschaffen hat. Zugleich machen wir uns selbst kaputt mit diesen falschen Festlegungen. Damit zerstören wir Gottes gute Schöpfung. Wir dürfen lernen, dass uns nicht die Aufmerksamkeit der Eltern oder anderer Menschen, sondern die Liebe Gottes, mit der Er uns geschaffen und mit eigenem Blut und Leben gerettet hat, so wertvoll macht. In vielen Fällen ist es sehr empfehlenswert, dies in einer guten Seelsorge zu lernen. Da geht vieles schneller und besser.

-Unglaube. Damit ist nicht der fehlende Glaube gemeint, sondern der falsche Glaube. Unglaube besteht darin, dass man trotz dem richtigen Bekenntnis Gott nicht ernst nimmt. Der Glaube ist ein treues Vertrauen, das nicht aufgibt, auch wenn die Situation völlig gegenteilig aussieht. Der Glaube glaubt Gott auch, dass Er weiß, was richtig und was falsch ist und auch die Macht und Möglichkeit hat, alles nach Seinem perfekten Plan auszuführen. Unglaube herrscht also auch überall da, wo wir der Heiligen Schrift in Gedanken, Worten und Taten nicht vertrauensvoll folgen, sondern unsere eigene Sicht der Dinge darüber stellen. Dann nämlich sagt unser Verhalten Gott eindeutig, dass man Ihn und Sein Wort nicht brauche, sondern besser wisse, was gerade gut und richtig sei. Wer sich so über Gottes Wort stellt und gegen die guten (perfekten) Gebote Gottes verstößt, zeigt damit, dass er einem falschen Glauben erlegen ist.

Hier hilft nur Buße tun und die Bereitschaft, sich ganz unter Gottes Wort zu stellen. Deshalb sollte unser Gebet in der Situation auch sein: „Herr, ich glaube! Hilf meinem Unglauben!“ (Natürlich im Sinne von: Hilf mir, meinen Unglauben zu besiegen). Und dann packen wir es an und befolgen Gottes Wort. Der Herr wird uns darin gerne beistehen.

-Stolz. Dies ist eigentlich eine Art Selbstzufriedenheit. Wer etwas Gutes getan und es mit gutem Ergebnis geschafft hat, sollte dies in erster Linie als ein Geschenk von Gott betrachten. Jeder Erfolg ist nichts anderes als die erfolgreiche Ausführung der guten Werke, die Gott im Voraus für uns vorbereitet hat (Eph. 2, 10). Insofern ist Stolz auf sich selbst immer fehl am Platz. Dankbarkeit wäre das bessere Teil in diesem Falle. Für alles und in jeder Situation dürfen und sollen wir Gott danken. Dies ist der pure Gegensatz und deshalb auch die biblische Lösung des Problems Stolz.

-Mangel an Gottesliebe. Gott ist die Liebe, Er ist gütig und barmherzig. Ihn sollen wir lieben um Seiner selbst willen. Doch wie oft braucht es zuerst eine große sichtbare Tat Gottes in unserem Leben, damit wir uns überhaupt erst damit befassen, Gott zu lieben? Wir haben weiter oben gesehen, dass Liebe sich darin zeigt, wie sehr man sich mit jemandem befasst, Zeit verbringt, etc. Gottes Liebe zu uns zeigt sich weiter noch darin, dass Er für uns am Kreuz gestorben ist und damit unsere Schuld bezahlt hat. Diese absolute Selbsthingabe Gottes ist der größte Liebesbeweis. Uns Menschen wird dies wohl kaum jemals gelingen, Gott so sehr mit völliger Selbsthingabe zu lieben, so lange wir hier auf Erden leben. Deshalb haben wir auch jeden Tag Grund genug, um Buße zu tun über unsere Sünden. Jeder Moment, in dem wir nicht von ganzem Herzen für Gott leben, ist ein verschwendeter Moment.

Einleitendes zum Apostolicum

Einführung in das Apostolische Glaubensbekenntnis

In der Einführung wollen wir uns mit drei Fragen beschäftigen:

Erstens, was ein Glaubensbekenntnis ist,

Zweitens wozu ein Glaubensbekenntnis gut ist und

Drittens, weshalb wir gerade das Apostolicum dafür auswählen.

Erstens. Ein Glaubensbekenntnis ist zunächst eine kurze Zusammenfassung dessen, was man glaubt. Darin werden alle wichtigen (die wirklich wichtigen, und daher heilsentscheidenden) Aussagen gemacht. Dieses Bekenntnis ist weiter auch eine kurze Zusammenfassung dessen, was man glaubt. Es ist leicht und gut auswendig zu lernen und hilft einem dadurch auch beim Beurteilen von Lehren, Büchern, Prophetien und manchem mehr. Ein Glaubensbekenntnis wurde von einer Reihe von Theologen mit einer ähnlichen theologischen Grundhaltung zusammengestellt und erhält für deren Gemeinden einen wichtigen Charakter eines Bekenntnisses, also dessen, was man vor anderen Menschen bezeugt.

Zweitens. Diese Frage wird leider immer öfter gestellt, sodass man kaum noch weiß, wozu ein solches Glaubensbekenntnis gut sein kann. Immer mehr hört man kritische Stimmen, die sagen: Lehre trennt, Gemeinschaft (oder Liebe) eint. Doch auf diese Art und Weise wird gleich von Anfang an Gottes Wort in Frage gestellt und damit Gott selbst. Ein Glaubensbekenntnis dient zunächst dazu, dass wir in aller Kürze die wichtigsten Grundlehren der Bibel lernen können. Es gibt leider immer mehr Christen, die nicht sicher sind, was genau sie glauben. Mit Hilfe eines solchen Bekenntnisses, das sie gut kennen, ist das kein Problem mehr, Auskunft zu geben über unseren Glauben. Weiter dient ein solches Bekenntnis dazu, uns im Glauben zu festigen und zu stärken. Wer weiß, an Wen er glaubt, der wird mit Kraft und Freude gestärkt, und damit auch im Glauben vorangebracht. Sodann dient es zur Prüfung von Lehren und Prophetien, von Worten und Taten. Letztendlich dient es aber auch dazu, eine klare Trennlinie zu unbiblischen Glaubensgemeinschaften (im Volksmund „Sekten“ genannt, ich persönlich mag es nicht, diesen Begriff in der Weise zu verwenden) zu schaffen. Es führt somit auch zur Abgrenzung und „Heiligung“ könnte man durchaus sagen.

Drittens. Das Apostolicum, so nennt man es auch, ist ein Bekenntnis, das schon sehr früh von der Kirche zum Taufbekenntnis gemacht wurde. Wer getauft werden wollte, musste diesem Bekenntnis zustimmen. Außerdem ist es ein Bekenntnis, dem nicht nur die ursprüngliche katholische Kirche (vor der Entgleisung zur Papstkirche), sondern auch gläubige Protestanten zustimmen können. Es ist somit das allgemeinste Bekenntnis, das deshalb eher vereint als trennt. Zudem ist es wirklich kurz und knackig, deshalb einfach zu lernen.

Vorbemerkung zur Autorität der Bibel

Es mag befremdlich sein, dass das Apostolicum mit keinem Wort auf die Autorität der Bibel zu sprechen kommt. Dies hat seinen Grund darin, dass die Autorität der Schrift heutzutage so stark angefochten ist. Zur damaligen Zeit konnte man einfach davon ausgehen: Wer sich Christ nennt, wird an der Autorität der Schrift nicht rummeckern. Dies hat sich seit der Aufklärung ganz grundsätzlich geändert: Der Mensch machte den Verstand zum Maß aller Dinge und legte damit ganz subjektiv fest, was in der Bibel stimmen darf und was nicht. So wurde eine Unterscheidung gemacht zwischen der Bibel als Gottes Wort und der Bibel als Menschenwort. Deshalb ist es wichtig, zunächst noch ein Wort hierzu zu sagen. Die Bibel, die Heilige Schrift, bestehend aus dem Alten und dem Neuen Testament, ist in allen seinen Aussagen, egal in welche Richtung sie gehen, ob sie naturwissenschaftliche, psychologische, philosophische oder das Heil und Zusammenleben des Menschen betreffende Aussagen macht, vollkommen Wort Gottes und als solches ewig gültig. Alle seine Aussagen sind deshalb fehlerlos und unfehlbar. Gottes Wort fällt nicht hin, denn Er Selbst garantiert, dass es eintreffen wird.