Rückblick auf ein volles Lesejahr

Etwas über 90 Bücher habe ich 2017 gelesen, teilweise neu erschienene, daneben aber auch ein paar richtig alte Klassiker. Die meisten habe ich zum ersten Mal gelesen, einzelne aber auch insgesamt schon öfters. Hier ein paar Listen von Büchern, die mich besonders beschäftigt haben:

a. Neuerscheinungen

1. Fischer, Rebecca Dernelle, Und dann kam Pia. Link zum Buchtipp

2. Engelberg, Ernst, Bismarck. Sturm über Europa. Link zum Buchtipp

3. Kubsch, Ron, Das komponierte Ich. Link zum Buchtipp

4. Freiburghaus, Michael, Gott hört Dich. Predigtband zum Gebet. Link zum Buchtipp

5. Burdick, Alan, Warum die Zeit verfliegt. Link zum Buchtipp

b. Alte Bücher

1. Tolstoy, Leo, Krieg und Frieden.

2. Bronte, Emily, Sturmhöhe.

3. Milton, John, Paradise Lost

4. Bronte, Charlotte, Jane Eyre

5. MacDonald, George, Phantastes

c. Biographien

1. Oberman, Heiko A., Luther: Man Between God and the Devil

2. Brands, H. W., Reagan: The Life.

3. Kjetsaa, Geir, Dostojewskij

4. Isaacson, Walter, Benjamin Franklin, Gedanken zum Buch

5. Safranski, Rüdiger, Nietzsche

d. Sachbücher

1. Postman, Neil, Wir amüsieren uns zu Tode. 10 Zitate aus dem Buch

2. Safranski, Rüdiger, Romantik: Eine deutsche Affäre

3. Tautz, Jürgen, Die Honigfabrik. Link zum Buchtipp

4. Clark, Christopher, Preußen: Aufstieg und Niedergang

5. Parzany, Ulrich, Was nun, Kirche? Ein großes Schiff in Gefahr. Link zum Buchtipp

e. Vermischtes

1. Böcking, Daniel, Ein bisschen Glauben gibt es nicht. Link zum Buchtipp Link zum Interview

2. Schmid, Claudia, Die Feuerschreiber. Link zum Buchtipp Link zum Interview

3. Chambers, Whittaker, Witness

4. Solzhenitsyn, Alexandr I., Archipel Gulag (in drei Bänden)

5.1. Lloyd-Jones, D. Martyn, Die Predigt und der Prediger (2017 zum 12. Mal gelesen, da ich es seit 2007 jedes Jahr mindestens einmal lese)

5.2. Machen, J. Gresham, Christianity and Liberalism (2017 zum vierten Mal gelesen und wirklich enorm wertvolle Hinweise gefunden – gerade auch für unsere Zeit)

Wer die restlichen Bücher auch noch sehen will, kann auf Goodreads (Link) meine 2017 gelesenen Bücher ansehen.

„Wia soll i schwätza, damit du mi verstanda doasch?“

Vor zwei bzw. 2,5 Jahren wurden mir meine beiden Cochlea-Implantateeingesetzt; davor war ich rund 17 Jahre Hörgeräte-Träger verschiedener Modelle. Immer wieder werde ich gefragt, wie man mit mir reden solle, damit ich möglichst viel verstehen könne. Heute möchte ich ein wenig darüber schreiben, wie es ist, wenn man schlecht hört und viel mitkriegen will.
Schwerhörigkeit ist ein Phänomen, das zunehmend mehr Menschen betrifft, und das hat nicht so viel mit Bevölkerungswachstum zu tun, sondern viel mit Stress, Lärm an immer mehr Arbeitsplätzen, an unvorbildlichem Umgang mit lauter Musik in der Freizeit und manchen anderen Dingen in unserer Zeit. Es hat aber auch damit zu tun, dass es immer bessere Hilfsmittel gibt, die uns helfen. Lange Zeit bedeutete eine Schwerhörigkeit, dass man in der Gesellschaft nichts mehr mitbekam, dass man sich zurückzog, dass man vielleicht auch als wunderlich betrachtet wurde. All das ist eigentlich vorbei.
Wenn ich gefragt werde, wie man reden soll, damit ich viel verstehen könne, dann ist meine Antwort üblicherweise: Einfach normal. So wie immer. Und diese Antwort möchte ich jetzt ausführen. Viele Menschen sind mit der Vorstellung aufgewachsen: Wer schlecht hört, dem muss man alles ganz laut, deutlich und langsam sagen. Meine Antwort: BITTE NICHT SO!!!
Warum nicht? Der erste Grund dafür lautet: Ich möchte deine normale Stimme hören und kennenlernen können. Du wirst mit allergrößter Gewissheit kurze Zeit später in deine „normale Stimme“ zurückfallen. Und das nicht nur einmal, sondern immer wieder. Und deine normale Stimme ist richtig gut. Sie gefällt mir, sie zeigt mir einen Teil von dir, sie gehört zu dir. Das möchte ich kennenlernen und nicht jede halbe Minute wieder erinnern müssen: Bitte wieder anders. Du wirst auch nicht jedes Mal wieder die gleiche „andere Stimme“ brauchen, da gibt es immer wieder Änderungen, die mit deiner Gefühlslage und anderem mehr zusammenhängen. Deine normale Stimme ist etwas, woran ich mich gewöhnen kann.
Der zweite Grund lautet: Ich möchte selbst bestimmen können, wie laut ich dich höre. Es mag für Leute, die sich weigern, Hörmittel zu nutzen, eine Hilfe sein, wenn du laut mit ihnen sprichst. Alle, die Hörgeräte oder einen Sprachprozessor am Ohr tragen, haben die Möglichkeit, die Lautstärke selbst einzustellen. Und das ist unsere Verantwortung, es auch zu tun. Jedes Hörgerät hat entweder eine Fernbedienung oder bei älteren Modellen (ich hatte auch schon so eins) ein Rädchen obendrauf, womit man ziemlich gut einstellen kann, wie laut es sein soll. Eine Ausnahme ist das Gespräch im starken Störlärm, das heißt mit Hintergrundgeräuschen. Aber auch da bitte nur dann die Stimme ändern, wenn ich dich darum bitte.
Was kannst du somit tun? Rede einfach normal, wie du es gewohnt bist, mit allen übrigen Menschen zu reden. Ich bin kein Sonderfall. Ich bin ein Mensch wie jeder andere auch. Habe Geduld mit mir. Anstatt mir jedes Wort S O G A N Z L A U T U N D D E U T L I C H U N D L A N G S A M zu sagen, gehe bitte davon aus, dass ich rund 90% von dem, was du im Gespräch sagst, entweder direkt verstehen oder mir aus dem Zusammenhang heraus zusammenreimen kann. Nutze die damit gesparte Zeit lieber, um mir die restlichen 10%, die ich gar nicht verstehe, nochmal zu wiederholen, oder zur Not auch noch ein zweites Mal. Ich gebe mir im Gegenzug viel Mühe, dir das möglichst einfach zu machen, indem ich entweder das Gehörte zusammenfasse oder konkret Fragen zum nicht Verstandenen stelle.
Gehe aber bitte auch nicht davon aus, dass „der Andere“ jetzt einfach wieder hört, weil er Hörgeräte trägt oder einen Sprachprozessor und ein Implantat hat. Das kann das normale Hören nicht einfach ersetzen. Zuhören und Verstehen ist anstrengend. Immer. Und doch liebe ich es, also bitte nimm einfach auch Rücksicht, wenn ich sage, dass ich eine Pause brauche oder lieber an einen ruhigeren Ort gehen möchte, und hilf mir, den Einstieg ins Gespräch nach einer Pause wieder zu finden, indem du mir kurz zusammenfasst, was zuletzt noch gesagt wurde. Das hilft mir ungemein. Danke!
 

Bibeltreue Online-Mission?

Ein Facebook-Freund fragte mich kürzlich, ob ich Ideen für die christliche Bloggerszene hätte. Eine Idee habe ich unter bibeltreuen Bloggern schon mehrmals angesprochen, etwa hier (Frage 11). Die Idee wäre eine Art deutschsprachiges „Patheos“ oder „Gospel Coalition“, also eine Plattform, auf welcher einige gute Blogs gemeinsam gehostet werden.
Eine zweite Idee wäre eine bibeltreue Online-Mission in deutscher Sprache. Also eine Plattform, die in deutscher Sprache, die sich unter den Communities durchsetzen kann, und auf allen Kanälen missioniert. Allerdings habe ich hinzugefügt, dass ein solches Projekt, damit es wirklich etwas bewegen kann, in der bibeltreuen Szene enorm unrealistisch ist. Nur mal ein paar Zahlen. Man müsste eine multimediale Plattform bauen, die genügend Traffic erlaubt, ohne merklich langsamer zu werden. Allein die Erstellung einer solchen Plattform bedeutet einen Aufwand von etwa 40-50k€. Ein solches Projekt würde vermutlich voraussetzen, dass vor Beginn mindestens 200’000€ Startkapital vorhanden wäre, sowie 5 – 6 Vollzeit-Angestellte, die sich langfristig um die praktische Umsetzung, Kampagnen und Inhalte kümmern: Podcasts, 2x pro Woche ein gut gemachtes YouTube- und Vimeo-Video, Blogbeiträge, eine moderierte Community und vieles mehr. Laufende Kosten schätze ich auf mindestens 50’000€ im Monat, vermutlich käme noch die Miete für Räumlichkeiten hinzu, die ich in meiner Überschlagsrechnung mal ausgeklammert habe. Der Leser möge sich selbst Gedanken machen, ob so etwas realisierbar ist.
Es gibt natürlich das Argument, dass so etwas auch klein angefangen und dann weiter ausgebaut werden könne. Hier muss man jedoch sehen, dass in einem solchen Fall insgesamt deutlich höhere Kosten anfallen würden, weil jede neue „Ausbaustufe“ wieder eine komplette Überarbeitung, Implementierung und Integration des Bestehenden bedeuten würde. Man zahlt also mehrfach drauf. Außerdem gibt es schon einige Versuche dieser Art; und die Realität zeigt, dass solche Seiten nicht über eine gewisse Größe wachsen können, weil zu wenig investiert wird. Meines Erachtens ist dies ebenso wenig realisierbar wie mein lange gehegter Traum einer bibeltreuen Universität in Deutschland, in welcher alle Fachrichtungen von der bibeltreuen Weltanschauung her behandelt werden: Theologie, Philosophie, Pädagogik, Medizin, Rechtswissenschaft und natürlich auch die Naturwissenschaften. Unrealistisch ja, aber träumen darf man ja wohl noch 😉

 

Warum mir als Continuationist Cessationisten wichtig sind

Um es gleich vorwegzunehmen: Ich bin Continuationist. Ich glaube und erlebe immer wieder, dass die Gaben des Heiligen Geistes nach wie vor unverändert vorhanden sind. In späteren Blogposts werde ich zunächst auf die Quellen eingehen, woher man das Wissen darum nehmen kann und danach die verschiedenen Argumente beider Seiten unter die Lupe nehmen. Heute möchte ich jedoch eine etwas persönlichere Einführung machen und ein wenig über mich und meine Wertschätzung für viele Cessationisten erzählen. Kurz nachdem ich zum Glauben kam, beschäftigte ich mich mit der Apostelgeschichte. Mir fiel auf, dass man so wenig von damals sehen konnte. Auf Nachfrage bei Geschwistern, die ich schätze, wurde mir dazu das Buch „Charismatic Chaos“ von John F. MacArthur ans Herz gelegt. MacArthur kannte ich da schon; er war neben C. H. Spurgeon mein erster Bibellehrer. Ich schätzte (und tue dies auch bis heute) den einfachen, klaren Stil von MacArthur. Umso enttäuschter war ich damals, dass dieser große Mann Gottes in dieser Frage einfach keine überzeugenden Antworten geben konnte. Er sprach zwar manches an, was nicht positiv verlief in der pfingstlich-charismatischen Bewegung, aber gerade auf die Fragen, die ich damals hatte, konnte er keine überzeugende Antwort geben. Jedenfalls blieben viele meiner Fragen offen; außerdem hat mich das Interesse gepackt, über den gemeindlichen Tellerrand hinauszublicken und neue Menschen und Gemeinden kennenzulernen.
So kam ich in den Genuss, verschiedene Veranstaltungen zu besuchen, in welchen einige neue Eindrücke auf mich niederprasselten. Nicht alle waren so völlig positiv; zum Beispiel der Umstand, dass meine (damals noch mittelgradige) Schwerhörigkeit mehrmals als Folge meines Unglaubens bezeichnet wurde, da sie auf Gebete hin nicht einfach verschwand. Oder da waren die Prediger, die an mir verzweifelten, weil ich auch unter starkem Druck von oben auf den Kopf oder an die Stirn nicht einfach nach hinten umfallen wollte. Aber diese Erlebnisse waren nicht einfach nur negativ; vielmehr stärkten sie mein Bewusstsein, dass es überall menschelt, wo Menschen zu finden sind. Viele Menschen, die ich an diesen zahlreichen Orten getroffen habe, wurden zu einem Geschenk für mich, weil sie mich im Glauben weiter brachten.
Und doch bin ich jetzt nicht einfach ein „Conti“, der auf alle „Cessis“ herunterblickt und dankt, nicht so wie die da zu sein. Vielmehr bin ich enorm dankbar, dass es in Gottes Reich, der Gemeinde, eine solche Vielfalt von Menschen gibt, die einander gegenseitig stärken und herausfordern. Was ich an vielen Cessationisten ganz besonders schätze, ist ihre Liebe zur Bibel, Gottes Wort. Einer der häufigsten Vorwürfe, die ein „Conti“ vom „Cessi“ bekommt, lautet: Für euch ist die Bibel zu wenig wertvoll, ihr wollt sie mit neueren Inhalten ergänzen! Dass das nicht stimmt, werde ich später noch aufzeigen, aber eines stimmt mich nachdenklich: Ich würde mir unter uns Pfingstlern und Charismatikern diese Liebe und Hingabe an Gottes Wort wünschen, darin uns viele Cessationisten ein großes Vorbild sein können.
Ein zweiter Punkt, den ich aufzählen möchte, ist der Platz, den die Predigt einnimmt. Für Cessationisten fällt anderes weg, was in unseren Gottesdiensten der Predigt unter Umständen zur Konkurrenz werden kann. Die Wichtigkeit der Predigt ist also etwas, wo wir uns auch eine große Scheibe abschneiden können. Gott sagt uns, dass der Glaube aus der Predigt kommt, und die Predigt aus Gottes Wort, der Bibel. Wenn wir also dem Glauben einen so hohen Stellenwert zusprechen, dann sollten wir das auch der Quelle des Glaubens tun, nämlich der bibeltreuen Predigt. Gott ist nicht gezwungen, auf unsere Predigt zu warten, um jemandem Glauben zu schenken, aber es ist gerade in unseren Breiten, wo die theologische Ausbildung und eine gute Übersetzung der Bibel recht verbreitet vorhanden sind, der Normalfall, dass Gott von uns erwartet, dass wir die von Ihm dazu bestimmten Mittel anwenden.
Nicht zuletzt bin ich aber auch dankbar, dass Cessationisten uns herausfordern, über unser Leben und unsere Veranstaltungen nachzudenken. Manches kann uns als hilfreiches Korrektiv dienen, auch wenn wir nicht alles eins zu eins so annehmen müssen oder können. Insgesamt ist es wichtig, dass man miteinander im Gespräch bleibt und sich auch von hin und wieder polemisch anmutenden Äußerungen nicht ins Bockshorn jagen lässt und damit den Kontakt abbricht. Viele Missverständnisse lassen sich auch in der gemeinsamen Beschäftigung ausräumen, und einiges, was nicht auf Missverständnissen beruht, lässt sich auch einfach ertragen (tolerieren). Vielleicht brauchen wir einfach alle mehr Mut, uns in Frage stellen zu lassen, ohne gleich widersprechen zu müssen. Auch das ist ein wertvolles Lernfeld. Es gibt nämlich tatsächlich einige Praktiken und Lehren in unserer Conti-Bewegung, die klar und deutlich angesprochen werden müssen, weil sie über das hinausgehen, was uns die Bibel sagt. Etwas ausführlicher möchte ich auf solche Dinge eingehen, wenn es um die verschiedenen Argumente geht. 

Insgesamt gesehen gibt es viele Gebiete des täglichen Lebens, in welchen „Cessis“ und „Contis“ gemeinsame Sache machen können. Beide brennen dafür, dass mehr Menschen den Herrn Jesus kennenlernen; und das ist eine gute Sache. Deshalb habe ich auch kein Problem, für die Gemeinden cessationistischer Prägung zu beten, dass sie mit viel Wachstum gesegnet werden. So viel muss an der Stelle gesagt werden. Und nun, liebe Cessationisten, wenn ich euch in den nächsten Teilen zur Rot- oder gar Weißglut treiben sollte, indem ich manche eurer Argumente systematisch zerlege, dann nehmt euch einen Moment Zeit und kehrt zu diesem Post zurück. Ich bin dankbar, dass es euch gibt.

„Zeugnis geben“ praktisch: Wie bereite ich mich vor?

Im christlichen Jargon spricht man manchmal vom „Zeugnis geben“. Das ist eigentlich ein guter Begriff, aber man muss ihn erst mal erklären. Es geht dabei um Folgendes: Wenn ich Christ bin, dann bedeutet das, dass Jesus mir persönlich begegnet ist. Ich habe etwas erlebt, was mich zur Überzeugung brachte, dass Gott existiert, Jesus für meine Sünden gestorben und auferstanden ist und dass das Auswirkungen auf mein Leben hat. Und nun, wenn jemand anderen Menschen erzählt, wie das in seinem Leben passiert ist, so nennt man diesen Vorgang des Erzählens „Zeugnis geben“.

Petrus schreibt dazu: Seid aber allezeit bereit zur Verantwortung gegenüber jedermann, der Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die in euch ist, [und zwar] mit Sanftmut und Ehrerbietung; und bewahrt ein gutes Gewissen, damit die, welche euren guten Wandel in Christus verlästern, zuschanden werden in dem, worin sie euch als Übeltäter verleumden mögen. Denn es ist besser, daß ihr für Gutestun leidet, wenn das der Wille Gottes sein sollte, als für Bösestun. (1. Petrus 3, 15b – 17) Wir dürfen uns auf diese Situation vorbereiten. Und diese Vorbereitung ist sehr wertvoll, denn auch die Vorbereitung führt uns dazu, die Größe Gottes zu erkennen und zu sehen, wie mächtig Er ist, um rebellische Sünder zu retten.

Da wir uns in einer schnelllebigen Zeit befinden, sollten wir unser Zeugnis so vorbereiten, dass wir uns kurz fassen können. Länger wird es automatisch; außerdem werden Zuhörer, die genug Zeit haben, auch dazu Fragen stellen. Diese Fragen werden uns ein anderes Mal beschäftigen; dass wir für solche Gespräche und den Gesprächspartner beten, sollte selbstverständlich sein. Am Rande mal noch ein Hinweis: Ernsthafte Fragen brauchen ernsthafte Antworten, und für Fragen, die wir nicht sogleich beantworten können, tun wir gut daran, ein kleines Notizbuch mitzuführen, wo diese Fragen und nach einer Recherche später auch Antworten hineinkommen. Unser Zeugnis soll kurz sein. Ich empfehle dafür maximal drei Minuten zu rechnen. Für mich persönlich halte ich es so, dass ich versuche, mich auf 2,5 Minuten zu beschränken, das heißt, ausgeschrieben beträgt es ungefähr 250 Worte (man rechnet im Durchschnitt beim Sprechen etwa 100 Worte pro Minute).

Gerade wenn man in einer Gemeinde aufgewachsen ist, fällt es nicht leicht, einen Anfang zu finden. Dann tendiert man dazu, bei Adam und Eva oder so ähnlich anzufangen. Daher ist das Aufschreiben in einer Word-Datei mit der Wörter-Zähl-Funktion sehr praktisch. Es wird automatisch länger werden, denn mein Zeugnisgerüst schreibe ich in den Worten auf, wie ich denke. Wie ich es dann im einzelnen Fall präsentiere, ist eine ganz andere Frage und hängt vor allem vom Gegenüber ab. Mein Gerüst enthält die wichtigen Eckpunkte, die ich sagen will, aber worauf ich im gegebenen Fall besonders Wert lege, zeigt sich dann im jeweiligen Moment. Deshalb darf ich beim meinem Gerüst auch einen Wortschatz verwenden, den nicht jeder sofort versteht, solange ich im Stande bin, das in der Praxis in einfache Worte zu übersetzen.

Deshalb hier meine Tipps:

– Schreibe Dein Zeugnis in einem PC-Dokument auf.

– Beschränke Dich auf maximal 250 Worte.

– Lies das mehrmals durch und bete darüber.

– Gebrauche es bei der nächsten möglichen Gelegenheit.

– Lerne aus den kommenden Situationen und versuche Dich noch besser vorzubereiten.

Besser geht immer, aber alles ist besser als es nicht zu versuchen.

Hier noch mein Versuch des Aufschreibens:

Als ein Gastprediger in der Gemeinde zu Besuch war, predigte er über Römer 6,12-13, dass wir unseren Körper und Leben Gott und nicht der Sünde zur Verfügung stellen sollen. Das einzige, woran ich mich erinnern kann, war eine Frage, die er ziemlich am Anfang stellte: Wenn du heute sterben würdest, wo kämst du hin? Diese Frage ließ mich nicht mehr los, denn plötzlich wurde mir klar, dass das Leben kein Spaß ist, sondern höllisch ernst. Im selben Moment sah ich, dass mein Stolz und Hochmut ganz große Hindernisse sind, die mich von der Erlösung abhielten. Ich fühlte mich besser als die meisten anderen Menschen. Doch wie konnte ich ohne diese heimliche Freude über mein Bessersein leben? Konnte ich das opfern? Was würde mir dann noch bleiben in diesem Leben? Gibt es danach noch Freude? Ich schnappte mir zu Hause die Bibel und las für einige Tage nur noch Römerbrief. Von vorne bis hinten. Schätzungsweise zehnmal. Dann war mir klar, wie es aussah: Es gab nur zwei Möglichkeiten, und eine davon war nicht einmal im schlimmsten Traum denkbar. Also nahm ich allen Mut zusammen, den ich in dem Moment noch hatte und gestand meinen totalen Bankrott ein. Ich sah, dass Jesus Christus für mich ganz persönlich gestorben & auferstanden ist, und dass meine Schuld vor Gott so groß war, dass Sein Leben als Bezahlung dafür draufgehen musste. Mein Leben bekam damit einen Sinn: Ich darf für Gott leben und alles für Ihn und meine Mitmenschen tun.

Wie sind Deine Erfahrungen mit dem „Zeugnis geben“? Hast Du dafür noch weitere Tipps?

Ausflug zur Erzgrube / Nagoldtalsperre

Da heute ein freier Tag ist, haben wir uns kurzerhand entschieden, zur Erzgrube zu fahren. Das ist ein schöner Stausee im Nordschwarzwald.
 Dort angelangt wurden die Inline-Skates ausgepackt und die diesjährige Inliner-Saison eingeläutet. Erst einmal um den Stausee herumgefahren.
 Danach gab es beim Seeheiner – übrigens eine sehr leckere und empfehlenswerte Gaststätte – ein gutes Mittagessen. Für mich einen großen italienischen Salatteller mit Thunfisch und Zwiebelringen.
 Natürlich durfte auch ein Nachtisch nicht fehlen. Kaffee und Cappucchino mit Eis.
Wie man sehen kann, ist der Seeheiner gut frequentiert. Besonders Fahrer von großen, schweren Zweirädern kommen hier gern vorbei.
 Auch die Bibelverse, die an vielen Orten am Ufer entlang angebracht sind, gefallen mir gut. Manchmal muss man sie ein wenig suchen, um sie zu finden. Das macht es spannend 😉
 Nach dem Mittagessen haben wir uns noch auf eine Liegewiese am Ufer des Stausees hingelegt…
 … und gechillt.
Ein sehr schöner freier Tag.