Cessationismus – aus Angst erwachsen?

Ich habe vor einiger Zeit schon eine Art Vorrede zu meiner Auseinandersetzung mit dem Cessationismus geschrieben (Teil 1, Teil 2, Teil 3). Heute möchte ich damit fortfahren und eine Beobachtung teilen, die ich schon häufig in Gesprächen mit Cessationisten gemacht habe: In vielen Fällen entsteht der Hang zum Cessationismus aus einer Angst heraus.

Ich möchte in einem späteren Blogpost die Geschichte des Cessationismus etwas näher betrachten, aber greife heute schon ein wenig vor, wenn ich verschiedene Beispiele aus der Kirchengeschichte anführe. Man darf dabei nicht vergessen, dass sich die Lehren der Theologie im Laufe der Jahrhunderte immer wieder verändern, auch dann, wenn man sie immer gleich benennt. So ist es auch beim Cessationismus. Heutige Cessationisten verweisen gerne auf die Reformatoren, obgleich bald klar wird, dass die Reformatoren den Argumenten der heutigen Cessationisten nur in wenigen Fällen zustimmen würden. Der heutige Cessationismus wurde erst im 20. Jahrhundert von Benjamin B. Warfield begründet.

Im Gespräch mit Cessationisten kommen häufig Ängste zum Vorschein. Und ja, manche dieser Ängste haben eine Grundlage in schlechten Erfahrungen, die sich nicht abstreiten lassen. Ich kenne diese Erfahrungen auch. Als jemand mit schwerer Hörbehinderung sich in pfingstlichen und charismatischen Kreisen bewegen ist oft mit Verletzungen verbunden. Ich weiß, wie es ist, wenn einem zu wenig Glaube attestiert wird, wenn man auch nach dem gefühlt hundertsten Gebet um Krankenheilung immer noch nicht gesund geworden ist. Ich weiß, wie es ist, wenn bestimmte Geistesgaben als Machtmittel gebraucht werden, um über das Leben von Mitmenschen zu bestimmen. Die Liste könnte noch ziemlich lang werden, wenn ich sie fortfahren wollte. Wenn die Erfahrung, das persönliche Erleben, so wichtig wäre, müsste ich schon lange einer der größten Verfechter des Cessationismus sein. Doch – Gott sei Dank – geht es gar nicht so sehr um mich, sondern es geht um Gott und Sein Wort, dem ich gehorsam sein will.

Es gibt also die Angst vor Verletzungen durch Menschen, die die Charismen oder Gaben des Heiligen Geistes ausüben. Diese Angst ist verständlich. Und es stimmt, es gibt immer wieder Verletzungen durch Menschen, die auf diese Weise begabt sind. Wenn ich an die Zeit zurückdenke, als ich frisch bekehrt und total begeistert von Jesus war, als ich nicht allzu lange danach begann, Menschen mit Gebet, Lebenshilfe und auch immer wieder mit prophetischen Worten zu dienen, da war ich geistlich gesehen noch ein kleines Kind im Glauben und muss rückblickend sagen, dass ich heute manches anders machen würde. Ich habe Fehler gemacht, ich musste mich bei Menschen entschuldigen, und bei anderen ging das schon gar nicht mehr, weil ich sie nicht wieder getroffen habe. Ich habe gelernt, aus der Gnade Gottes und der Vergebung der Mitmenschen heraus zu leben. Die Gaben sind kein Spielzeug, aber Gott schenkt sie gern und eben oft auch schon an unreife, im Wachstum stehende junge Gläubige.

Eng damit verknüpft ist auch die Angst vor Machtmissbrauch durch die Gaben. Auch hier gilt: Diese Angst ist nicht unbegründet. Es kommt immer wieder vor, dass Menschen auf Grund ihrer Gaben eine bestimmte Machtposition erhalten, Es gibt leider auch in den pfingstlich-charismatischen Kreisen immer wieder das falsche Denken, dass jemand mit der prophetischen Gabe eine direktere Beziehung zu Gott, einen näheren Zugang zu Gottes Wesen und Wirken hat als jemand ohne diese. Fakt ist jedoch (und hier muss ich schon jetzt mit einem beliebten cessationistischen Scheinargument aufräumen), dass der Begabte nicht beliebig über seine Gabe verfügen kann. Ich werde darauf auch noch ein anderes Mal näher zu sprechen kommen. Jeder Gläubige hat genau gleich direkten Zugang zu Gott, indem er Gottes Wort lesen und zu Ihm beten kann. Die Bibel ist Gottes inspiriertes, fehlerfreies und unfehlbares Wort.

Und damit bin ich schon beim nächsten Thema angelangt: Angst vor der Verwässerung und Aushebelung von Gottes Wort. Diese Angst hat im Laufe der Kirchengeschichte oft Menschen dazu gebracht, zu Cessationisten zu werden. Martin Luther und Johannes Calvin werden beide gerne zu den Cessationisten gezählt, weil sie dieses Argument gebraucht hatten, um gegen die römisch-katholische Kirche ihrer Zeit und die frühen Bibelkritiker unter den „Wiedertäufern“ zu kämpfen. Die römisch-katholische Kirche hat ihre Lehren und Praktiken gerne mit den Wundern und Heilungen begründet, die etwa an Wallfahrtsorten geschahen. Im Sinne von: Wo Wunder geschehen, da muss die einzig wahre, reine Lehre und die einzig wahre Kirche sein. Unter den Vorläufern der Baptisten gab es einige radikale Ablehner der Bibel, die meinten, wenn Gottes Geist schon in ihnen sei, dann bräuchten sie die Bibel nicht mehr. Leider hat all dies dazu geführt, dass die Reformatoren – allen voran Luther – grundsätzlich alle „Wiedertäufer“ verteufelten und verfolgen ließen. Auch Benjamin B. Warfield hat dieses Argument gebraucht. In seiner Zeit gab es etwa auch die Sekte der „Christlichen Wissenschaft“ („Christian Science“, von Mary Baker Eddy gegründet), welche die Wahrheit ihrer Lehre an den Wundern und Heilungen festmachten. Es ist wertvoll, wie viel Warfield tat, um die Irrtumslosigkeit der Bibel zu verteidigen. Gleichzeitig hat er aber dieselben philosophischen Maßstäbe und historisch-kritischen Methoden an jene Bibelstellen angelegt, in welchen es um die Geistesgaben geht.

Diese drei bisher angesprochenen Ängste sind leicht ersichtlich, weil sie in Gesprächen oft angesprochen werden. Unterschwellig schwingen häufig auch weitere Ängste mit, deren sich wohl die wenigsten Cessationisten bewusst sind (oder auch nur bewusst sein wollen). Ich möchte sie trotzdem ansprechen und bitte die „Cessis“ unter meinen Lesern, sie sich einfach mal eine Weile durch den Kopf gehen zu lassen. Da wäre die Angst davor, nicht zu genügen. Die Frage hinter dieser Angst ist: Was wäre, wenn ich Gott um die Gaben bitte und sie nicht bekomme? Habe ich dann versagt? Bin ich dann zu wenig wert? Diese Angst resultiert aus einem falschen Verständnis der Gaben. Sie werden dann so gesehen, als ob sie eine Belohnung für gutes Christenleben seien. Wer reif genug ist, kann sie ja dann bekommen. Aber genüge ich selbst dafür?

Oder die Angst vor der Verantwortung. Wer etwas mehr bekommen hat, steht in einer größeren Verantwortung. Das ist an und für sich ein biblischer Grundsatz. Aber Gott erwartet von keinem von uns totale Perfektion. Ein Leben mit den Gaben bedeutet auch immer zugleich ein Leben aus der Gnade und Vergebung heraus. Hier sind Gemeinden und besonders auch Prediger gefordert, über die Gaben zu lehren und ein Umfeld zu schaffen, in welchem Menschen die ersten Schritte darin gehen können und lernen, richtig damit umzugehen. Auch hier wieder verknüpft damit ist eine Angst vor Stolz und Hochmut. Wenn andere Begabte manchmal dazu neigen, die Christenheit in zwei Gruppen einzuteilen und sich selbst als besser betrachten weil sie eine bestimmte Gabe haben, so ist das verwerflich, aber kein Grund, um dafür zu danken, dass man nicht so wie diese Stolzen ist.

Es gibt aber auch noch eine Angst vor zu viel Demokratisierung in den Gemeinden. Möglicherweise war diese Angst mit ein Grund für die ersten Wellen des Cessationismus. Zu jener Zeit war gerade die Hierarchisierung der Gemeinden in vollem Gange. Bischöfe und Priester erhielten mehr Macht, und wenn jetzt der einfache gläubige Laie plötzlich so eine wichtige Gabe erhalten sollte, dann konnte das doch nur Probleme bringen. Ich meine, dass dieses Denken auch in unserer Zeit immer wieder dominiert. Prediger sind zu Alleinunterhaltern geworden, an deren Position keiner rütteln kann oder darf. Wohin käme man denn auch, wenn plötzlich der Neubekehrte etwas mehr oder besser wüsste als der Pastor? Doch die Bibel spricht gerade davon, dass jeder Gläubige ein gleichwertiger Baustein am Hause Gottes oder ein gleichwertiger Körperteil am Leib Christi ist. Deshalb liebt Gott es, zuweilen auch den Neubekehrten mit großartigen Erkenntnissen zu segnen, über die der langjährige Bibelstudent nur staunen kann.

Am umstrittensten mag wohl die nächste Angst sein: Angst vor dem unberechenbaren Gott. Wenn Menschen anfangen, die Gaben zu entdecken, dann ist das ein wunderbares Abenteuer. Eine Reise, von der man nicht weiß, was hinter der nächsten Kurve wartet. Das reißt uns aus der Komfortzone heraus. Manchmal wünscht Sich Gott, dass wir etwas Verrücktes tun. Zum Beispiel: Uns nicht rächen, sondern unseren Widersachern vergeben. Das ist etwas total Verrücktes, etwas, was unserem menschlichen Zustand total entgegen steht. Manchmal sollen wir mit völlig unbekannten Menschen ein Gespräch anfangen. Das braucht Mut. Und da habe ich manchmal das Gefühl, dass manche Cessationisten sich wünschen, Gott kontrollieren zu können. So ein Gott, der gerade in ihrer Bibel Platz hat. Ein Gott, den man bei Bedarf aus der Tasche ziehen und zitieren kann, aber auch wieder zum Schweigen bringen, indem man den Buchdeckel zuwirft und im Rucksack verstaut. So ein Gott, der auf Smartphone-Knopfdruck nichts mehr zu sagen hat. Das ist doch praktisch und bequem. Doch ob ein solcher Gott groß genug ist, um uns verändern zu können?

Fragen zum BASIS.lager

Carolin und Udo Schmitt von Karlsdorf-Neuthard haben den Verein BASIS.lager gegründet und sind jetzt dabei, mit diesem Verein den Menschen um sich herum zu dienen. Ich habe ihnen ein paar Fragen gestellt und freue mich sehr, dass sie uns von ihrem Leben, ihrer Arbeit und vielem mehr erzählen.

  1. Bitte stellt Euch zunächst einmal vor, wer Ihr seid, woher Ihr kommt, was Euer geistlicher Hintergrund ist.

Ich (Carolin) bin in einem kleinen Dorf in der Nähe von Limburg aufgewachsen. In einem evangelischen Umfeld wurde ich klassisch landeskirchlich sozialisiert – angefangen vom Kindergottesdienst bis schließlich zur Konfirmation. Ich habe zwar immer geglaubt, dass es einen Gott gibt, hatte aber nie eine persönliche Beziehung zu Jesus, geschweige denn, dass ich tatsächlich gerettet war. Ich war halt, wie man so schön sagt, ein „Namenschrist“. Nach dem Abitur arbeitete ich ein Jahr als Au-Pair in Frankreich und danach studierte ich Kartografie und Geoinformatik in Karlsruhe. Es folgte ein Aufbaustudium zur Wirtschaftsingenieurin, das ich nebenberuflich während meiner ersten Berufsjahre absolvierte. Während all dieser Zeit hatte ich mit Gott und dem Glauben überhaupt nichts am Hut und habe mich damit auch nie beschäftigt. Im Jahr 2003 durfte ich durch Gottes Führung meinen heutigen Mann Udo kennen lernen. Da er gerade zum Glauben gekommen war, wurde ich neugierig und machte mich ab diesem Moment auf die Suche nach Gott. Viele Fragen beschäftigten mich, die durch meinen Mann, mein persönliches Bibelstudium oder durch das Lesen christlicher Literatur beantwortet wurden. Schließlich schlossen wir uns einem Sportlerbibelkreis in Karlsruhe an und besuchten eine freie christliche Gemeinde bei uns vor Ort. Im Jahr 2006 ließen wir uns gemeinsam taufen, um unsere Entscheidung in der sichtbaren und unsichtbaren Welt festzumachen. Seit dieser Zeit durfte ich viele wertvolle Erfahrungen mit Jesus machen und rückblickend kann ich nur staunen, wie er mich verändert hat.

Um meiner wertvollen Mutteraufgabe gerecht zu werden, arbeite ich in Teilzeit in einem Karlsruher Softwareunternehmen. Somit habe ich noch genügend Zeit für unsere Söhne und ehrenamtliche Tätigkeiten, was ich sehr genieße.
In den letzten zehn Jahren durfte ich Seminare und Workshops zu verschiedenen Themen wie Ehe & Erziehung, Teamentwicklung und -leitung, Frauen in Leiterschaft oder auch Bibelseminare besuchen. Daneben konnte ich eine Ausbildung zum „Geistlichen Mentoring“ an der mbs-Akademie in Marburg absolvieren.
In meiner Freizeit liebe ich es, durch die Natur und den Wald zu joggen, mit meinen Kindern Rad zu fahren oder ein gutes Buch zu lesen.

Ich (Udo) habe Verwaltungswissenschaften studiert und arbeite schon seit vielen Jahren als Personalreferent an der Hochschule für Musik in Karlsruhe. Ich stamme aus Karlsdorf-Neuthard und bin in einem römisch-katholischen Elternhaus aufgewachsen. Dennoch spielte der Glaube in unserer Familie keine prägende Rolle. Die sonntägliche Messe, die Erstkommunion und die Firmung habe ich schon als Kind als inhaltsleere Rituale empfunden. Im Alter von 20 Jahren bin ich aus der römisch-katholischen Kirche ausgetreten.

Nachdem ich mein Studium der Verwaltungswissenschaften abgeschlossen hatte, begann ich ein Philosophiestudium, weil insbesondere die Literatur von Bertrand Russell, Bryan Magee und Karl Popper mein Interesse geweckt hatte. Während des Studiums lernte ich die Werke von Sören Kierkegaard kennen, welche mich dazu motivierten mich intensiv mit der Bibel auseinanderzusetzen. Das Lesen und Forschen in der Bibel führte schließlich zu meiner Bekehrung.

Wie meine Frau genieße auch ich es in meiner Freizeit durch den Wald, über Felder und Wiesen zu joggen. Für mich ist das nicht nur Sport, sondern auch Erholung und Zeit mit Gott. Auch im Fitnessstudio versuche ich mich fit zu halten. Gerne verbringe ich aber auch meine Zeit mit einem guten Buch, einem guten Film oder im Fußballstadion.

Wertvolle Erfahrungen durfte ich in den letzten Jahren bei den Churchplanting-Seminaren des ICF-Movements, beim Predigtseminar der Bibel- und Missionsschule GOSPELTRIBE und nicht zuletzt während meiner knapp zweijährigen Tätigkeit als Pastor einer freien evangelischen Gemeinde in Bruchsal sammeln.

Mein Lebensweg war alles andere als geradlinig, sondern eher holprig. Ohne Gott wäre ich nicht der Mensch, der ich heute bin. Dafür bin ich ihm unendlich dankbar und deshalb will ich alles dafür tun, dass auch andere Menschen von der Kraft Gottes verändert werden.

  1. Ihr habt vor Kurzem den Verein BASIS.lager e.V. gegründet. Was muss man sich darunter vorstellen?

Das BASIS.lager ist eine Initiative, mit der wir anderen Menschen dienen und Gott die Ehre geben möchten, indem wir das Evangelium von Jesus Christus in Wort und Tat verkünden. Wir möchten einen Ort für jeden anbieten – egal welchen Alters, welcher Herkunft, welcher Vorbildung oder welchen Milieus – der ernsthafte Antworten auf grundlegende Fragen nach dem Sinn des Lebens sucht oder geistliche Ermutigung und Zurüstung benötigt.

Für Christen, Missionare und Evangelisten möchten wir einen Raum schaffen, in dem wir uns gegenseitig ermutigen, korrigieren und unterstützen und geistlich erfrischt vom Zwischenstopp im BASIS.lager weiterziehen können, um Gott zu dienen. Dazu gehört für uns auch, dass Menschen bei uns übernachten oder bei einer gemeinsamen Mahlzeit mit uns Zeit verbringen können.

Über die Zusammenarbeit mit sozialen Einrichtungen und/oder Vereinen vor Ort sehen wir viele Möglichkeiten, christliche Werte und das Evangelium in die Welt zu tragen, um als BASIS.lager ein sichtbares Licht sein zu können.

Wir werden häufig gefragt, warum wir das BASIS.lager gegründet haben und verweisen dann immer darauf, dass es notwendig ist, rund 2000 Jahre in die Vergangenheit zu reisen, um diese Frage zu beantworten: Der gnädige und gerechte Schöpfer des Universums blickte auf die hoffnungslos in Sünde verlorene Menschheit. Er sandte seinen Sohn Jesus Christus auf die Erde, um die Strafe für unsere Sünde am Kreuz auf sich zu nehmen. Er starb, doch er besiegte den Tod und in der Auferstehung demonstrierte er seine Macht über die Sünde. Jeder, der sich von der Sünde abwendet und Jesus vertraut, wird für immer mit Gott versöhnt sein und ewiges Leben haben. DAS ist eine gute Nachricht! DAS ist das Evangelium! Diese gute Nachricht, das Evangelium von Jesus Christus in Wort und Tat zu verkünden, ist der einzige Grund, warum das BASIS.lager gegründet wurde.

  1. Habt Ihr Vorbilder, die Euch inspiriert haben zu dieser Arbeit?

Zunächst einmal haben mich (Carolin) Priscilla und Aquila beeindruckt. Sie werden sechsmal in der Bibel erwähnt. Immer werden sie zusammen genannt. Diese beiden sind für mich ein schönes Beispiel einer Ehe nach den Vorstellungen Gottes. Sie lebten erkennbar für alle ihre Ehe nicht für sich selbst, sondern für den, der für sie gestorben ist, für Jesus. Sie öffneten ihr Haus für Fremde und Gäste, widmeten ihre Zeit, ihren Dienst und ihre geschwisterliche Liebe, dem Reich Gottes und der Verkündigung des Evangeliums.

Darüber hinaus habe ich im letzten Sommer das Buch „L’Abri“ von Edith Schaeffer gelesen. Die Lektüre dieses Buches hat mich von der ersten Seite gefesselt und extrem ermutigt. Meine Gedanken und Ideen, eine evangelistische Initiative vor Ort zu starten wurde durch die Lebensgeschichte der Familie Schaeffer bestärkt. Viele Wochen habe ich darüber gebetet bis schließlich in einem Austausch mit meinem Mann offenbar wurde, dass er seit Wochen die gleichen Gedanken wie ich hatte. So lag es für uns auf der Hand, dass wir Schritte gehen und schauen, was Gott mit uns vorhat.

Für mich (Udo) ist in den letzten Jahren Francis Chan zu einem geistlichen Vorbild geworden und seine Bücher hatten großen Einfluss auf mein Glaubensleben. Er trat als Pastor einer Megachurch zurück und geht nun völlig andere Wege der Gemeindegründung (www.wearechurch.com), die ich sehr interessant und herausfordernd finde. Auch wenn wir keine Gemeindegründung anstreben, hat mich seine BASICseries (https://www.youtube.com/watch?v=Wn4rK4g377A) sehr beeindruckt und uns auch zu unserem Namen BASIS.lager inspiriert.

  1. Wie seid Ihr auf die Idee dahinter gekommen?

Den Begriff BASIS.lager haben wir schon etwa zwei Jahre vorher im Herz und Kopf mit uns herumgetragen und immer mal wieder darüber gesprochen, dass wir diese Idee eines Basislagers gut finden. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir aber noch keine konkrete Vorstellung, wie wir diesen Gedanken praktisch umsetzen könnten. Aber über viele Monate hinweg ist die Idee immer mehr in uns gereift. Dann haben wir im letzten Sommer das Buch „Keine Kompromisse“ von David Platt gemeinsam gelesen und uns beiden wurde klar, dass wir konkrete Schritt in verschiedenen Bereichen gehen müssen und nicht abwarten dürfen, bis Gott uns die Früchte in den Mund wachsen lässt.

Daraufhin haben wir uns zum einen für einen Kurz-Missionseinsatz in Ägypten bzw. Marokko angemeldet und parallel dazu mit den ersten Schritten zur Gründung des BASIS.lagers begonnen. Diese sahen zunächst so aus, dass wir Christen im Ort angesprochen und von unserer Idee erzählt haben. Mit etwa sechs bis acht Christen, die ebenso ein Herz für Evangelisation haben, starteten wir dann regelmäßige Gebetszeiten. Anfang des Jahres haben wir konkret die Vereinsgründung in Angriff genommen, um in unserem Wohnort präsent sein zu können. Wir sehen darin viele Vorteile: Als Ortsverein ist es uns möglich durch eigene redaktionelle Beiträge in lokalen Medien präsent zu sein, wir sind als Verein im Ortsgeschehen mittendrin und können z. B. auch Angebote beim Kinderferienprogramm beisteuern. Außerdem ist es als juristische Person einfacher, Räumlichkeiten vor Ort für Veranstaltungen zu mieten.

  1. Welche Projekte gibt es bereits? Welche sind in Planung?

Wie bereits gesagt treffen wir uns seit Anfang des Jahres mit Christen aus unserem Wohnort zum regelmäßigen Gebet. Wir beten seitdem für die Menschen im Ort, für die Gemeindeverwaltung, für Vereine, Schulen, Kindergärten etc. und insbesondere für offene Herzen und Begegnungen, um das Evangelium weitergeben zu können.

Gerade haben wir unser erstes großes Projekt erfolgreich abgeschlossen. Mit etwa 20 Personen aus verschiedenen Gemeinden haben wir die evangelistische Zeitschrift „life.de“ im Rahmen der Vision 2020 „Gemeinsam Deutschland erreichen“ an 4.500 Haushalte verteilt und somit das Evangelium an etwa 10.000 Einwohner weitergegeben.

Im Vorfeld hatten wir zwei Tage zuvor ein 24-Stunden-Gebet ins Leben gerufen. Wir beteten in Schichten von einer bis drei Stunden ununterbrochen 24 Stunden für die Verteilaktion im Gebetsraum des BASIS.lagers. Rund um die Uhr war mindestens eine Person anwesend.

Für die nächsten Monate haben wir schon einige Ideen in Planung. So werden wir beispielsweise ein Angebot im örtlichen Kinderferienprogramm anbieten: HEADIS (Mischung aus Fußball und Tischtennis) für Kinder ab 9 Jahren. In diesem Rahmen wollen wir neben dem Sport den Kindern auch christliche Werte weitergeben, da wir unter anderem über das Missionswerk SRS (Sportler ruft Sportler e.V.) die Werteoffensive unterstützen (www.werteoffensive.de).

Quartalsweise möchten wir Gebetsabende anbieten, um für Länder zu beten, in denen Christen verfolgt werden. Im Mai wird Marokko im Mittelpunkt stehen.

Ein MyLife-Workshop ist für den Herbst geplant. Dabei handelt es sich um einen Lebenskurs für Menschen, die mit dem Glauben noch überhaupt keine Berührung haben, um zunächst einmal das eigene Leben zu reflektieren und dann die Leute zu bewegen die Lebensgeschichte aus der christlichen Perspektive zu betrachten.

Letztlich wollen wir aber auch immer flexibel reagieren können, wenn Menschen mit Fragen auf uns zukommen, um ausreichend Raum und Zeit für diese Personen haben zu können. Wichtig ist uns, dass wir nicht zu viele zeitliche Ressourcen verplanen, um jederzeit auf Gottes Führung hören und reagieren zu können. Denn es soll nicht unser Werk, sondern Gottes Werk sein.

  1. Gibt es schon irgendein besonderes Erlebnis, das Ihr im Zusammenhang mit dieser Arbeit hattet?

Wir wussten bis zum Schluss nicht, ob bei dem 24-Stunden-Gebet alle Gebetsschichten abgedeckt werden. Zehn Minuten vor Beginn der Gebetsaktion haben sich alle Lücken geschlossen. Das Gleiche erlebten wir bei der Verteilaktion. Im Grunde wussten wir bis zum Verteiltag nicht, ob wir genügend Helfer haben, um die Aktion in dem geplanten Zeitrahmen zu schaffen. Als es dann soweit war, kamen unverhofft Menschen, die wir bis dahin noch nie gesehen hatten, um uns zu unterstützen. An beiden Tagen benötigten wir nur etwa die Hälfte der geplanten Zeit.

Gerade aktuell können wir noch etwas Positives berichten: eine Frau rief drei Tage nach der Verteilaktion an und teilte uns mit, dass sie die evangelistische Zeitschrift großartig findet. Sie fragte nach weiteren Exemplaren und möchte diese in ihrem Umfeld verteilen, weil ihr beim Lesen der Glaubensgeschichten konkrete Personen in den Sinn kamen.

  1. Wie kann man Eure Arbeit unterstützen?

Durch Gebet, Gebet und nochmals Gebet. Aber auch durch Mitarbeit in einzelnen Projekten und durch Hinweise auf das BASIS.lager in persönlichen Gesprächen oder im Internet (Facebook, Blogs etc.).

Zu Spenden wollen wir ganz bewusst nicht aufrufen, sondern vertrauen die Finanzen allein Gott im Gebet an. Wir vertrauen darauf, dass Gott es einzelnen Menschen klarmachen wird, ob, wann und in welcher Höhe sie mit materiellen Mitteln einen Beitrag leisten sollen.

Auch durch die Gründung eines BASIS.lagers im eigenen Wohnort kann die Initiative unterstützt und multipliziert werden. Gerne helfen wir beim Start und den ersten Schritten.

  1. Welche Botschaft ist Euch besonders wichtig? Was möchtet Ihr den jungen Menschen unserer Zeit mitgeben?

Wagt etwas, geht mutige Schritte, überlegt nicht immer zu lange. Lest in der Bibel, betet, trefft euch mit anderen Christen, aber verliert nie den Blick für die Verlorenen.

Pflegt bewusst auch Freundschaften mit Menschen, die keine Christen sind und verbringt Zeit mit ihnen. Hört ihnen zu und findet heraus, was sie bewegt und ihnen Sorgen macht und erzählt ihnen immer wieder von eurem Glauben an Jesus.

Verplant Eure Zeit nicht mit zu vielen Aktivitäten, damit ihr auf Gottes Unterbrechungen jederzeit reagieren könnt. Nehmt die kleinen Dinge in eurem Alltag wahr, plant nicht alles bis zum Ende, sondern vertraut darauf, dass Gott für den Rest sorgt.

Vielen Dank für die Einblicke in Euer Leben!

Monday Humor: Neue Rebellen werden traditionell-konservativ

In der jüngeren Generation gibt es ein Problem: Da alle progressiven, linksliberalen, rechtsextremen, atheistisch-agnostischen und esoterischen Positionen von der Elterngeneration bereits zur Genüge vertreten werden, bleibt den jungen Rebellen nur noch die Möglichkeit, traditionell, konservativ und bibeltreu zu werden. Familiengründung, konservative Werte und Treue zu Gottes Wort sind die neuen rebellischen Inhalte. Bereits Gilbert Keith Chesterton meinte dazu, dass er in seiner rebellischen Phase versuchen wollte, eine neue, bessere Weltanschauung zu erfinden – bis er merkte, dass er damit die biblische Weltanschauung gewonnen hatte.

Nun gibt es in den erwachsenen Generationen ein großes Wehklagen; schließlich hatte man schon seit Jahrzehnten dafür gekämpft, genau diese Inhalte zu verbannen und mit einem Tabu zu belegen, doch auf Dauer wird das nicht gelingen, denn die neue Revolution hat schon zu große Wellen geschlagen. Denn nun stehen diese „schrecklichen veralteten Worte“ hoch im Kurs: Ehe, Familiengründung, lebenslange Treue, Zuverlässigkeit, Fleiß, Eigenverantwortlichkeit und die verbindliche Mitgliedschaft in einer Gemeinde mit solider Theologie. 

Einer dieser neuen Rebellen, Kevin Muth, drückt es folgendermaßen aus: „Meine Generation wurde von einer Institution zur nächsten weitergereicht, von der Krippe bis zur Ganztagsschule. Das möchten wir nicht noch einer weiteren Generation zumuten. Sobald meine Freundin Chantalle 18 wird, wollen wir heiraten und unseren Teil zum Gelingen der Gesellschaft beitragen. Wir wünschen uns natürlich, mit unseren zukünftigen Kindern eine gute Gemeinde zu besuchen, in welcher die Predigt viel Tiefgang hat und länger dauert als das psychedelische Gedudel und das hektische Scheinwerfergeblinke davor.“ 

Neues Jahr, neues Projekt!

Seit heute offiziell ist ein neues Projekt online, das ich mit einigen Freunden ins Leben rufen konnte, und zwar eine bibeltreue Bloggerplattform, auf welcher von zur Zeit 16 Bloggern Beiträge erscheinen. 2018 wird ein gutes Jahr, und ich freue mich, dass es auch online immer wieder zu neuen Freundschaften und medialen Aufbrüchen kommt. Diese neue Plattform ist unter http://biblipedia.de/ zu finden. Ich freue mich auch sehr, dass Ulrich Parzany, den ich sehr schätze, und das von ihm ins Leben gerufene „Netzwerk Bibel und Bekenntnis“ an diesem Projekt interessiert ist. Dies ist das erste offizielle Projekt, das aus unserem Kreis heraus entstanden ist, mehr ist noch unterwegs, und man darf gespannt sein, was hier noch alles erreicht werden kann.

Es ist wichtig, dass wir den Gemeinden im deutschsprachigen Raum eine Alternative jenseits von bibelkritischer Hochschultheologie aber auch jenseits des biblischen Analphabetismus, postmoderner Gefühlsvergötzung und Anti-Intellektualismus bieten können. In den kommenden Jahren werden gerade die ehrenamtlichen Mitarbeiter ohne Studium der Theologie eine zunehmend wichtigere Rolle in den Kirchen und Gemeinden spielen – für diese ist es wichtig, um eine gute Alternative zu diesen Missständen zu wissen.

Bei Fragen oder Anregungen scheut Euch nicht, Euch zu melden! Wir freuen uns über jede Mitteilung! 

Update: Hier geht es zur offiziellen Pressemeldung (Link) 

Neun Fragen an Herrn Böcking

Foto: Christian Langbehn
Vor einer Weile habe ich das Buch „Ein bisschen Glauben gibt es nicht“ von Daniel Böcking gelesen und rezensiert. Nun habe ich Herrn Böcking neun Fragen gestellt, die nach dem Lesen des Buches noch offen geblieben sind, zum Buch, dem Glauben, seinem Beruf und mehr.
  1. Herr Böcking, Sie berichten in Ihrem Buch, dass die Suche nach einer Gemeinde zunächst von einem Church-Hopping geprägt war. Wie sieht das jetzt aus? Haben Sie da eine feste „Heimat“ gefunden?
Ich bin mir oft nicht ganz sicher, was mit der „Gemeinde“ als Heimat gemeint ist. Ich habe eine Gemeinde gefunden, zu der ich sehr gerne sonntags in den Gottesdienst gehe. Das ist das „Berlin Projekt“. Es gibt aber auch viele Sonntage, an denen ich stattdessen etwas Anderes mit meiner Familie unternehme – zum Beispiel, wenn die Kinder unbedingt schwimmen gehen wollen. Dieses „Gemeinde-Ritual“ ist mir also bis heute nicht so vertraut. Gleichzeitig habe ich das Gefühl, dass ich eine wundervolle Gemeinde im Sinne von „Gemeinschaft mit anderen Christen“ erleben darf, dass ich eine Heimat bei Jesus und im Glauben und im Austausch mit Christen habe. Diese „Gemeinde“ treffe ich mal im Job, mal in Einzelgesprächen, bei gemeinsamen Frühstücken oder sogar online bei Facebook. Es sind also viele unterschiedliche Christen, mit denen ich großartigen Austausch habe. Aber nicht die eine Gemeinde im klassischen Sinne.
  1. Wie würden Sie die Bedeutung der Gemeinde beschreiben? Was macht die Gemeinde so besonders oder wertvoll?
Ich glaube, dass die Gemeinschaft mit Christen ungeheuer wichtig ist. Schon allein deshalb, weil ich immer wahnsinnig viele Fragen habe. Selbstverständlich auch, weil es nicht immer schnurstracks auf dem Weg läuft, weil man Ermutigung braucht – und weil ich es ganz, ganz toll finde, wenn mich zum Beispiel jemand fragt, ob er für mich beten darf. In meinem persönlichen Fall wäre ich nie umgekehrt, hätte es nicht andere Christen gegeben, die mich begleitet haben. Wenn Sie aber danach fragen, ob es DIE EINE Gemeinde geben muss, in der ich mich zuhause fühle: So ist es mir bislang nicht ergangen.
  1. Wie wird das umgekrempelte Leben von Ihrem Umfeld (Familie, Freunde, Beruf) inzwischen gesehen? Stoßen Sie da noch auf Ablehnung? Wenn ja, wie gehen Sie damit um?
Ich würde gerne von heroischen Gottesbekenntnissen allen Widerständen zum Trotz berichten. Aber so ist es nicht. Meine Erfahrung ist: Wir Christen halten uns manchmal für sonderbarer, als wir gesehen werden. Ich habe kaum Ablehnung erlebt. Klar, nicht jeder teilt meine Jesus-Begeisterung. Aber eben erst habe ich mit einem älteren Herrn aus Berlin telefoniert und wir sprachen zufällig über den Glauben. Ich erzählte ihm, wie gern ich bete. Und er sagte ganz gelassen: „Wissense, dat muss jeder für sich selbst entscheiden.“ Spott oder sogar harte Ablehnung habe ich kaum erfahren. Im Gegenteil: sehr viel Unterstützung. Auch von Nicht-Gläubigen, die aber honorierten, dass jemand zu seinem Glauben und zu seinen Werten steht.
  1. Welche praktischen Auswirkungen hat der Glaube auf Ihre beruflichen Tätigkeiten? Gibt es da etwas, was sich geändert hat? Neue Themen? Andere Schwerpunkte? Verzicht auf bestimmte Themen?
Bevor ich öffentlich über den Glauben geschrieben habe, habe ich mir selbst diese Frage nie gestellt, da ich mich sowohl beruflich als auch persönlich als Christ rundum wohl bei BILD fühle. Ich arbeite gerne hier und weiß, wie professionell wir alle uns mit Themen auseinandersetzen und wie schwer wir uns auch oft mit Entscheidungen tun.
Mir ist bewusst, dass man unsere Arbeit kritisiert und auch kritisieren soll und kann. Schließlich sind auch wir keine Kinder von Traurigkeit. Aber bei manchen Vorwürfen mir gegenüber habe ich das Gefühl, dass jemand BILD einfach persönlich ablehnt – was sein gutes Recht ist – und das mit Glaubensargumenten vermischt. Ich habe viele Diskussionen darüber geführt. Am Ende ist stets die innere Gewissheit geblieben, dass es sehr gut und richtig für mich ist, bei BILD zu sein und dass es wunderbar ist, an einem Ort zu arbeiten, der solche Diskussionen zulässt und mir die Freiheit schenkt, auch öffentlich darüber zu sprechen. Ein Sprichwort, das ich sehr mag, sagt: „Wo Gott dich hingesät hat, da sollst du blühen.“
  1. Sie sind ja täglich mit den Online-Medien beschäftigt. Was würden Sie der jungen Generation, die jetzt damit aufwächst, mitgeben, wie ein gesunder, sinnvoller Umgang damit (auch gerade vom christlichen Standpunkt aus gesehen) aussehen könnte?
Mir gefiel stets der Ratschlag: Zeig/schreib/poste nur das, was auch deine Mutter und dein Chef oder Lehrer sehen kann. Mein Ratschlag wäre eher für die ältere Generation: Seht euch das genau an – auch digital gibt es lebendige Christengemeinschaft. Mir begegnen inzwischen immer häufiger Christen zum Beispiel auf Facebook, die ihren ganz privaten ‚Gottesdienst’ von ihrem Sofa live ins Internet übertragen. Da gucken dann mal 50, mal 100 andere zu und kommentieren. Das wirkt erstmal etwas schräg – aber mich freut es jedes Mal, weil es zeigt, wie groß die Möglichkeiten im Netz sind. Anderes Beispiel: Ich habe diverse Gemeinde-Podcasts abonniert und höre mir deren Predigten beim Joggen an. Ist doch wundervoll, wie leicht es ist, geistlich aufzutanken dank der Digitalisierung.
  1. Was wäre Ihre Empfehlung an junge Menschen, die selbst im Journalismus arbeiten wollen, welche Gewohnheiten machen einen guten Journalisten aus, und wie können diese geübt werden?
Neugier ist da natürlich eine der wichtigsten Tugenden. Ansonsten gibt es kaum noch einen klassischen Weg in den Journalismus. Früher war es: Freie Mitarbeit, Volontariat, evtl vorher noch ein Studium. Heute gibt es so viele unterschiedliche Möglichkeiten, Geschichten zu erzählen, dass jemand, der wunderschöne Grafiken auf Facebook postet, von uns vielleicht mit Kusshand genommen wird – auch wenn er vorher noch nie journalistisch gearbeitet hat. Das können wir ihm ja noch beibringen. Das ist eine der großen Veränderungen: ALLE Disziplinen im digitalen Journalismus kann man kaum noch beherrschen. Deswegen ist es total sinnvoll, viel auszuprobieren – und sich dann zu spezialisieren.
  1. Wo sehen Sie in Ihrem persönlichen Leben gerade Punkte, an denen Sie am Lernen sind oder neue Schritte gehen?
Ich lerne von morgens bis abends dazu. Das ist mir wichtig zu betonen: Ich weiß, dass ich ein Buch schreiben durfte und Interviews geben darf, weil die Mischung aus „Christ“ und meinem Job offenbar ganz interessant ist. Nicht, weil ich besonderes Wissen oder irgendwelche neuen Erkenntnisse hätte. Deshalb ist es mein voller Ernst, wenn ich sage, dass ich in Dauer-Lern-Schleife bin. Ich entdecke jeden Tag etwas Neues. Ich muss lernen, dass die Jesus-Begeisterung auch mal abflaut. Dass ich mich auch mal anstrengen muss, damit die Beziehung zu ihm so wach und lebendig bleibt. Aktuell frage ich mich oft, wie denn sein Masterplan für mich aussieht. Dann komm ich ins Grübeln. Neulich stolperte ich in so einem Moment wieder über einen meiner Lieblingsverse: „Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit. So wird euch das alles zufallen.“ Das hat mich dann wieder ruhig gestimmt und mir einen Fokus gegeben.
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  1. Sie berichten von der Flüchtlingsarbeit in Berlin. Wie sieht die Lage derzeit aus? Wo gibt es noch Handlungsbedarf, falls ein Leser sich da auch noch beteiligen möchte?
Wenn jemand helfen möchte, dann sollte er sich am besten zum Beispiel an die Caritas wenden und eine ehrenamtliche Vormundschaft für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge übernehmen. Da wird händeringend gesucht. Vermutlich gibt es noch viele Möglichkeiten zu helfen. Aber hier weiß ich, dass der Bedarf groß ist und den Geflüchteten wirklich etwas bringt.
  1. Haben Sie sonst noch etwas auf dem Herzen, was möglichst jeder hören und lesen soll?
Ich habe eh schon viel zu lang geantwortet. Ich hoffe einfach, dass noch viele Menschen dieselbe Entdeckung machen, die ich machen durfte: Wie wundervoll, vernünftig, einladend, rettend und begeisternd der Glaube an Jesus Christus ist. Viel zu oft verbinden Menschen mit dem Glauben etwas Hartes, Unsympathisches. Ich habe ihn als genau das Gegenteil kennengelernt. Als Liebe pur.
Vielen Dank für die Antworten!

Sollte Gott wirklich gesagt haben…?

Aber die Schlange war listiger als alle Tiere des Feldes, die Gott der HERR gemacht hatte; und sie sprach zum Theologiestudenten: Sollte Gott wirklich gesagt haben, dass ihr die Bibel auf keine Art und Weise interpretieren dürft? Da sprach der Theologiestudent zu der Schlange: Auf alle möglichen Arten dürfen wir die Bibel interpretieren, nur bei der einen Art, bei welcher die Bibel nicht wortwörtlich als Gottes Wort betrachtet wird, hat Gott gesagt: Übt euch nicht darin, sonst werdet ihr ins Zweifeln kommen und Mein Wort verfälschen! Da sprach die Schlange zum Theologiestudenten: Keineswegs werdet ihr sie damit verfälschen! Sondern Gott weiß: An dem Tag, da ihr euch ihr hingebt, werden euch die Augen geöffnet und ihr werdet sein wie Gott und werdet erkennen, was in der Bibel Gottes Wort und was nur Menschenwort ist! Ihr werdet erkennen, dass die Bibel mit der Literarkritik und der Redaktionskritik, mit der vergleichenden Religionsgeschichte und Überlieferungsgeschichte im Hinterkopf gelesen viel spannender sein wird – und das Ergebnis wird euch besser gefallen! Und der Theologiestudent sah, dass diese Methoden ganz nach seinem Geschmack waren, dass sie eine Freude für seinen unabhängigen Intellekt wären, weil sie weise machen, und er nahm sie auf, lieferte sich ihnen aus und gab seiner Gemeinde, damit diese dasselbe täte, und sie tat es. 

WANTED! Gemeinden für alle Generationen!

Wenn ich auf mein Leben zurückschaue, so bin ich sehr dankbar für die Gemeinden, die ich in diesen Jahren besuchen durfte. Klar: Nirgendwo ist die perfekte Gemeinde, überall gibt es noch viele Dinge, die besser gemacht werden könnten. Aber schon seit meinen ersten Schritten als Christ ist mir etwas bewusst geworden, was mein geistliches Wachstum sehr gestärkt hat: Ich brauche ältere Christen als meine Vorbilder. Was meine ich damit? Zunächst meine ich damit nicht, dass ich versuche, andere Christen zu kopieren. Ich meine damit auch nicht, dass es Menschen gab, mit denen ich in allen Fragen einverstanden war. Was ich damit meine, ist: Ich brauche gläubige Christen, die schon seit einigen Jahren diesen Weg gehen und das Leben ein wenig besser kennen als ich.
Unter der jüngeren Generation haben sich häufig Jugendgemeinden und eingeschworene Jugendkreise gebildet, die so von sich selbst überzeugt sind und meinen, es hätte noch nie jemand zuvor ihre Probleme und ihre Situation gehabt. Sie erfinden ständig das Rad neu. Das kann in manchen Momenten gut sein. Aber auf lange Dauer sehe ich, wie sich diese jungen Menschen abkämpfen – und immer mehr von ihnen langsam aber sicher den Anschluss an die Gemeinde verliert und irgendwann in der Welt aufwacht und sich fragt, was denn nun überhaupt den Unterschied zwischen Gemeinde und Welt ausmacht. Ich bekomme dazu immer mal wieder Anfragen.
Damit ist kein Wort gegen Jugendkreise gesagt. Ich selbst leite auch den Jugendkreis in unserer Gemeinde. Das ist eine gute Sache. Aber der Jugendkreis, bzw. die Beziehungen unter Jugendlichen, darf nicht als Gemeinde-Ersatz gesehen werden. Ein Jugendkreis will in die Ortsgemeinde eingebunden sein und soll sich als Teil dieser verstehen. Wenn ich wieder zurückschaue, so fällt mir auf, dass das häufig gerade nicht der Fall war. Und ich sehe nach all diesen Jahren auch immer klarer und deutlicher die Gefahr des Umstands, dass dies so ist.
Gott hat Sich etwas dabei gedacht, als Er uns Menschen als verschiedene Generationen gemacht hat. Sie sind ein Geschenk an uns – wenn wir lernen, von ihnen zu profitieren. Ich weiß nicht, wie es anderen geht – aber als ich ein frisch bekehrter Teenie war, da wollte ich möglichst viel und schnell über Jesus lernen. Ich war in den Bibelstunden, in den Gebetsstunden, in den Gottesdiensten, in einem Hauskreis und auch zugleich noch in der Jugend – alles gleichzeitig. Und nach diesen Veranstaltungen war es mir immer noch nicht genug, da fragte ich oft einem älteren Christen – oder auch mal mehreren von ihnen – ganze Löcher in den Bauch. In solchen Gesprächen habe ich auch meine ersten Autoren von guten Büchern kennengelernt. Meine ersten Einflüsse waren C. H. Spurgeon, John F. MacArthur, D. Martyn Lloyd-Jones, Dr. Kurt E. Koch, und manche mehr.
Es ist ein Geschenk Gottes, dass wir verschiedene Generationen haben. Wir dürfen dabei lernen, dass wir nicht so allein sind, wie wir manchmal denken. Andere vor uns haben mit ähnlichen Schwierigkeiten gekämpft. Manche hatten auch in früheren Zeiten Probleme mit Drogen, mit sexuellen Gedanken, mit Sorgen, mit Verweltlichung, mit dem regelmäßigen Bibellesen und persönlichen Gebet, mit der sinnvollen Zeiteinteilung, und so weiter. Nicht immer sind die Vorschläge eins zu eins in unsere Zeit übertragbar, aber sie sind es immer wert, gehört, überdacht und vielleicht auch getestet zu werden.
Gleichzeitig hat die Jugend auch den anderen Generationen viel zu bieten. Junge Leute sind oft gut informiert, einfühlsam und leidenschaftlich. Ich möchte Leidenschaft als etwas vom Wertvollsten bezeichnen, was wir haben. Leidenschaft treibt uns an und treibt uns hinaus, dorthin, wo andere Menschen sind, die uns brauchen. So kann ein fruchtbarer Austausch zwischen den Generationen entstehen – wenn wir ihn denn suchen und unterstützen. Aber weil das für die Gemeinde so kräftigend ist, gibt es einen Feind, der alles tut, um das zu verhindern. Er versucht, die Generationen zu spalten. Er schafft einen Generationenkonflikt. Er schafft Gleichgültigkeit. Er versucht, den Austausch auf jede mögliche Art zu verhindern. Und wir müssen immer wieder Buße darüber tun, dass wir das in unseren Gemeinden zulassen. Indem wir nichts gegen diesen Generationenkonflikt unternehmen, jagen wir einen Teil der Gemeinde hinaus und geben so dem Teufel Raum. Das ist ein großes Problem.
Was können wir praktisch machen, um den Austausch zu fördern? Ich glaube es muss von beiden Seiten her gearbeitet werden – und die Jugendleitung ist ein wichtiger Teil, der die Verbindung schafft. Hier ein paar Tipps aus meiner bisherigen Praxis. Es gäbe bestimmt noch mehr. Falls Du noch weitere Ideen hast, immer her damit!
– Innerhalb der Jugend gebe ich eine Vision von Gemeinde weiter. Ich zeige in Andachten, wie Gemeinde praktisch aussieht, welchen Platz die Jugend hat. Ich zeige, dass wir als Jugend der Gemeinde viel zu bieten haben.
– Die Jugend nimmt die Richtung der gesamten Gemeinde mit auf. Die Themen werden (nicht immer, aber immer wieder) an die großen Themen der Gemeinde angepasst. Es soll allerdings an die Jugend angepasst werden und nicht zu ähnlich sein.
– Ich suche nach Arbeitsbereichen, an welchen die Jugendlichen, die das wünschen, mitarbeiten können. So bekommen sie einen Einblick in das Leben der Gemeinde. Sie sind dann eingebunden und tatsächlich Teil von diesem Ganzen, das wir Ortsgemeinde nennen.
– Ich versuche, den Jugendkreis zu einem wichtigen Anliegen der Gesamtgemeinde zu machen, indem es immer mal wieder Berichte darüber gibt und auch speziell für die Jugend gebetet wird. 
– Zuletzt der vermutlich wichtigste Punkt: Ich lade immer mal wieder erwachsene Gläubige der Gemeinde ein, in die Jugend zu kommen. Sie bekommen den Auftrag, eine Andacht zu halten, und zwar gebe ich ihnen dazu die Frage mit: Was möchtest Du unserer Jugend mitgeben, was sie aus Deiner Erfahrung, Wissen, etc. fürs Leben als Christen lernen können? Nach der Andacht haben die Jugendlichen die Möglichkeit, dazu Fragen zu stellen. Das führt häufig zu sehr spannenden und wertvollen Gesprächen und Diskussionen.
Und womit hast Du schon gute Erfahrungen gemacht? Wie wird das in Deiner Gemeinde gehandhabt?

Spezielle Offenbarung: Jesus Christus

Der Apostel Johannes beginnt sein Evangelium von Jesus Christus mit den Worten: Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Dieses war im Anfang bei Gott. Alles ist durch dasselbe entstanden; und ohne dasselbe ist auch nicht eines entstanden, was entstanden ist. In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht leuchtet in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht begriffen. […] Das wahre Licht, welches jeden Menschen erleuchtet, sollte in die Welt kommen. Er war in der Welt, und die Welt ist durch ihn geworden, doch die Welt erkannte ihn nicht. Er kam in sein Eigentum, und die Seinen nahmen ihn nicht auf. Allen aber, die ihn aufnahmen, denen gab er das Anrecht, Kinder Gottes zu werden, denen, die an seinen Namen glauben; die nicht aus dem Blut, noch aus dem Willen des Fleisches, noch aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind. Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns; und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des Eingeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.(Johannes 1, 1 – 5 und 9 – 14)
Johannes fängt also seinen Bericht nicht mit der Geburt an, sondern er beginnt bei den Anfängen dieser Welt. Noch bevor die Welt geschaffen war, da war das Wort bei Gott und es war Gott. Dieser Bericht des Johannes hat starke Anlehnung an den Bericht von der Erschaffung der Welt. Dort hat Gott durch Sein Wort geschaffen, indem Er sprach – und es geschah. Nicht durch Big Bangs oder Big Bounces oder dergleichen, sondern durch Sein Wort. Durch Jesus Christus. Dies bestätigt Paulus etwa im Brief an die Kolosser: Dieser ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene, der über aller Schöpfung ist. Denn in ihm ist alles erschaffen worden, was im Himmel und was auf Erden ist, das Sichtbare und das Unsichtbare, seien es Throne oder Herrschaften oder Fürstentümer oder Gewalten: alles ist durch ihn und für ihn geschaffen; und er ist vor allem, und alles hat seinen Bestand in ihm. (Kolosser 1, 15 – 17)
Dieser ist also Jesus Christus. Das Wort, durch welches Gott alles geschaffen hatte. Johannes nennt Ihn auch „das wahre Licht, welches jeden Menschen erleuchtet“. Da stellt sich nun die Frage, wie das gemeint ist. Auf der einen Seite ist es so, dass jeder Mensch durch sein Gewissen eine gewisse Erleuchtung und damit auch Selbsterkenntnis hat. Weil Jesus Christus jeden Menschen geschaffen und ihm ein Gewissen gegeben hat, kann so jeder Mensch auch ein Stück von der Ewigkeit, von Gott und von sich selbst erkennen. Ein anderer Aspekt besteht aber darin, dass Jesus Christus auch auf die Erde gekommen ist – als Mensch wie wir alle. Und durch Sein Leben hat Er den Menschen einen Spiegel vorgehalten. Er hat ihnen gezeigt, dass sie alle so unendlich weit entfernt sind von dem, wozu sie geschaffen sind. Das hat häufig provoziert. Und das sagt Johannes wiederum, wenn er schreibt: „Er war in der Welt, und die Welt ist durch ihn geworden, doch die Welt erkannte ihn nicht. Er kam in sein Eigentum, und die Seinen nahmen ihn nicht auf.“ Die Seinen nahmen Ihn nicht auf. Sie verfolgten Ihn, verspotteten Ihn, bespuckten Ihn, nahmen Ihn gefangen, verließen Ihn, kreuzigten Ihn zu Tode.
Das Böse hatte gesiegt. Man hat es wohl den triumphalen Siegesschrei ausstoßen hören können. Das Wort ist tot. Gott Sohn ist tot. Doch der Teufel hatte eines nicht bemerkt: In dem Moment, als sein Triumph am größten war, hatte er unwissend Selbstmord begangen. Er hat sich mit der schlimmsten Sünde, die jemals getan wurde, selbst besiegt. Dort am Kreuz von Golgatha war der Ort, an dem die Schuld der Menschen bezahlt wurde – so dass jeder, der an Jesus Christus glaubt, nicht in die ewige Verdammnis kommt, sondern ewig mit Gott leben darf. Am Kreuz wird Gottes Zorn und Gottes Liebe am besten sichtbar: Gottes Zorn über die Sünde, welcher über Jesus Christus ausgegossen wurde – und zugleich Gottes Liebe, in welcher Er Selbst diesen Zorn zu tragen bereit war.
Viele Dinge waren schon vorher bekannt, aber in Jesus Christus werden die einzelnen Heilslinien in einer Person vereinigt: Der Hohepriester, der am Versöhnungstag nach 3. Mose 16 Gott für die Sünden des Volks Israel opfert, zugleich das Opfertier, welches die Sünden der Menschen trägt, der König der Welt, welcher als Nachkomme Davids versprochen war, der Richter der Welt aus Daniel 7,14. Der Gottesknecht aus Jesaja 52 und 53, und so weiter. Alle diese Heilslinien treten im Alten Testament einzeln auf und verlaufen zuerst parallel zueinander. Im Neuen Testament fallen sie in Jesus Christus zusammen, der das Wort Gottes ist, und somit die größte Offenbarung Gottes.
Mit dieser Botschaft hat Jesus Christus nach Seiner Auferstehung am dritten Tag Seine Nachfolger beauftragt. Die Gemeinde ist der Leib, der Körper, von Jesus Christus, der auf der Erde das ausführen soll, was Sein Wille ist. Die Gemeinde hat den Auftrag, Jesus Christus zu predigen und Menschen einzuladen, in eine persönliche Beziehung zu Gott zu kommen. Sie soll da sein für Menschen, die an ihrem Leben leiden und ihnen die Hoffnung des ewigen Lebens ohne Leid geben. Deshalb sagt Johannes auch: „Allen aber, die ihn aufnahmen, denen gab er das Anrecht, Kinder Gottes zu werden, denen, die an seinen Namen glauben.“ Kinder Gottes sind nicht einfach alle Menschen. Auch nicht einfach alle, die getauft sind. Ja, noch nicht einmal alle, die regelmäßig einen Gottesdienst besuchen. All das sind gute Sachen, aber sie machen niemanden zu einem Kind Gottes. Johannes sagt vielmehr, dass man Jesus Christus annehmen muss.
Jesus Christus möchte unser Erlöser und unser König sein. Es reicht nicht, Ihn nur als den Erlöser zu wollen. Wir brauchen Ihn auch als König. Wenn wir zu Ihm gehören, dann suchen wir nach Seinem Willen und tun das, was Er von uns möchte. Wir lassen uns von Ihm prägen und verändern. Wir beginnen, das zu lieben, was Er liebt und das zu hassen, was Er hasst. Wir lernen Ihn immer besser kennen, reden mit Ihm und hören auf Sein Wort. Dadurch werden wir immer sensibler für Seinen Willen. Diesen Prozess, in welchem wir Jesus Christus immer ähnlicher werden, nennt die Bibel Heiligung. Je weiter wir in dem Prozess voranschreiten, desto mehr wird auch unser Leben zu einem Sichtbarmachen von Gottes Wirken. Weil so viele Menschen kein Interesse haben, die Bibel zu lesen, so sollen sie halt unser Leben lesen können und sehen, wie Gott wirkt.
Unser Brief seid ihr selbst, in unsere Herzen geschrieben, erkannt und gelesen von jedermann. Es ist ja offenbar, daß ihr ein Brief des Christus seid, durch unseren Dienst ausgefertigt, geschrieben nicht mit Tinte, sondern mit dem Geist des lebendigen Gottes, nicht auf steinerne Tafeln, sondern auf fleischerne Tafeln des Herzens. (2. Korinther 3, 2 – 3)
Wir wissen aber, daß denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach dem Vorsatz berufen sind. Denn die er zuvor ersehen hat, die hat er auch vorherbestimmt, dem Ebenbild seines Sohnes gleichgestaltet zu werden, damit er der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern. Die er aber vorherbestimmt hat, die hat er auch berufen, die er aber berufen hat, die hat er auch gerechtfertigt, die er aber gerechtfertigt hat, die hat er auch verherrlicht. Was wollen wir nun hierzu sagen? Ist Gott für uns, wer kann gegen uns sein? Er, der sogar seinen eigenen Sohn nicht verschont hat, sondern ihn für uns alle dahingegeben hat, wie sollte er uns mit ihm nicht auch alles schenken? Wer will gegen die Auserwählten Gottes Anklage erheben? Gott [ist es doch], der rechtfertigt! Wer will verurteilen? Christus [ist es doch], der gestorben ist, ja mehr noch, der auch auferweckt ist, der auch zur Rechten Gottes ist, der auch für uns eintritt! Wer will uns scheiden von der Liebe des Christus? Drangsal oder Angst oder Verfolgung oder Hunger oder Blöße oder Gefahr oder Schwert? Wie geschrieben steht: »Um deinetwillen werden wir getötet den ganzen Tag; wie Schlachtschafe sind wir geachtet!« Aber in dem allem überwinden wir weit durch den, der uns geliebt hat. Denn ich bin gewiß, daß weder Tod noch Leben, weder Engel noch Fürstentümer noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes, noch irgend ein anderes Geschöpf uns zu scheiden vermag von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn. (Römer 8, 28 – 39)

Moralistisch-therapeutischer Deismus: Lösungsansätze

Gestern habe ich den Begriff des „moralistisch-therapeutischen Deismus“ vorgestellt. In einem späteren Kapitel seines Buches „Soul Searching – The Religious and Spiritual Lives of American Teenagers“ versucht Christian Smith, konstruktive Lösungsansätze zu entwickeln. Er kommt zu folgenden Schlüssen (Übersetzung jeweils von mir):
Die beste Art, um die meisten Jugendlichen stärker und ernsthafter in Bezug auf ihre Glaubensgemeinschaft miteinbezogen zu bekommen, besteht darin, ihre Eltern stärker und ernsthafter in Bezug auf ihre Glaubensgemeinschaft miteinzubeziehen. Für Jahrzehnte bestand in vielen religiösen Traditionen die vorherrschende Art der Jugendarbeit darin, die Teenager von ihren Eltern wegzuziehen. In manchen Fällen haben Jugendpastoren sogar begonnen, die Eltern als Feinde zu betrachten. Es gibt ohne Zweifel eine Zeit und einen Platz für Situationen und Aktivitäten nur unter Teenagern; doch unsere Erkenntnisse zeigen, dass insgesamt eine Jugendarbeit am besten im größeren Kontext einer Familienarbeit betrieben wird, dass Eltern als unverzichtbare Partner in der religiösen Formung der Jugend betrachtet werden müssen.“ (S. 267)
Eltern und Glaubensgemeinschaften sollten sich nicht davor scheuen, Teenager zu lehren. Erwachsene zögern nicht, Teenager anzuweisen und von ihnen bestimmte Dinge zu erwarten, wenn es um Schule, Sport, Musik und mehr geht. Aber es scheint eine merkwürdige Zurückhaltung unter Erwachsenen zu geben, Teenager zu belehren, wenn es um den Glauben geht. Erwachsene scheinen häufig nicht mehr zu tun wollen, als Teenager mit dem Glauben in Kontakt zu bringen. Viele Erwachsene scheinen uns beinahe eingeschüchtert zu sein von Teenagers, sie haben Angst davor, als „uncool“ gesehen zu werden. Und es scheint, dass viele Jugendmitarbeiter unter einem großen Druck stehen, die Teenager zu unterhalten. Tatsächlich jedoch glauben wir, dass die meisten Teens belehrbar sind, auch wenn sie selbst das nicht wirklich wissen oder sich anmerken lassen, dass sie interessiert seien.“ (S. 267)
Drittens scheint es uns, dass religiöse Erzieher viel stärker an der Artikulation arbeiten müssen. Wir waren erstaunt, zu realisieren, dass es für viele der Teens, die wir interviewten, schien, als ob unser Interview das erste Mal war, dass irgend ein Erwachsener sie überhaupt gefragt hätte, was sie glaubten. Im Gegensatz dazu konnten sich dieselben Teenagers erstaunlich gut zu anderen Themen äußern, in denen sie ausgebildet wurden, wie etwa das Trinken [von Alkohol], Drogen, Geschlechtskrankheiten und Empfängnisverhütung. Es war auch überraschend, wie viele christliche Teens zum Beispiel sich dabei wohl fühlten, allgemein über Gott zu reden, aber nicht spezifisch über Jesus.“ (S. 267)
Religiöse Gemeinschaften sollten sorgfältiger darüber nachdenken und auch der Jugend helfen, darüber nachzudenken, was die Unterschiede sind zwischen (1) ernsthaftem, gut verständlichem, persönlich überzeugtem und gemeinschaftlichem Glauben gegenüber (2) respektvollem, bürgerlichem Diskurs im pluralistischen öffentlichen Bereich gegenüber (3) anstößigem, offensivem Reden über den Glauben, der lediglich die Leute abstößt. Die meisten Teens in den USA halten sich eifrig an das Zweite und verzichten auf das Dritte von diesen. Aus einem allgemeinen Mangel an Unterscheidung zwischen diesen dreien scheint es, dass das Erste oft verloren geht.“(S. 268)
Glaubensgemeinschaften würden auch gut daran tun, so denken wir, sich bewusst zu werden, dass eine primär instrumentalistische Sicht vom Glauben ein zweischneidiges Schwert ist. Für viele Eltern sind die religiösen Gemeinschaften gut und wertvoll, weil sie in ihren Kindern gute Ergebnisse erzielen. Viele Gemeinden scheinen daraus Kapital zu schlagen, um an Familien von Kindern und Jugendlichen zu appellieren. Es ist eine empirische Tatsache, dass Jugendliche, die im Glauben engagiert sind, im Leben weiter kommen als Jugendliche, die nicht im Glauben engagiert sind, und zwar aus verschiedenen Gründen. Das kann ermutigend sein für Gläubige. Aber das zur hauptsächlichen Legitimation des Glaubens zu machen, verkommt leicht zu einer „Gemeinde-ist-gut-weil-sie-hilft-meinem-Kind-von-den-Drogen-wegzubleiben-und-die-Benutzungsrate-der-Sicherheitsgurte-erhöht“-Mentalität.“(S. 270)

Geschichten von Weltanschauungskrisen

In diesem zweiten Hauptteil stellen vier Personen ihre persönlichen Krisen vor, die vor allem mit ihrer Weltanschauung zu tun haben.
Jo-Ann Badley – Leben als eine Verbannte
Ihre Geschichte ist relativ kurz zu fassen. Sie schreibt:
As a young person in the UCC, I made a commitment to God, but it was a commitment I did not hold to through my high school years. When I left home for university, I considered myself agnostic. At university I came into contact with a more vibrant form of Christian faith through InterVarsity Christian Fellowship. […] I began to attend an evangelical church and was baptized.“ (S. 106)
Da sie feministisch eingestellt war, gefiel ihr diese Gemeinde nicht lange, da sie meinte, dass Frauen zu schlecht behandelt würden. Stattdessen geht sie mit ihrem Mann ans Regent College in Vancouver und beschäftigte sich mit den biblischen Sprachen und der Gender-Frage. Schließlich fand sie ihre Heimat in einem Glauben, den sie „postliberal“ nennt: „Postliberalism takes seriously that the task of theology is to restate faithfully the saving actions of our God and to think carefully about what it means for the community in this new time.“ (S. 109) Allerdings wird nicht klar, was diese Definition mit Liberalismus oder gar mit Post-Liberalismus zu tun haben sollte. Es ist mal wieder so, dass sich jeder darunter vorstellen können soll, was ihm gerade gefällt.
Im nächsten Schritt geht sie weiter und erklärt, warum sie sich auch in der heutigen Gesellschaft als eine Verbannte fühlt:
As a Christian in Canada at the start of the 21st century, I see many parallels between my life and the experience of exiled Israel. In particular, the secularization of my society and the resulting devaluation of communities of faith is analogous. […] Likewise I live surrounded by people whose life values and religious traditions are different from mine. I hear the words of God to Jeremiah, another exilic prophet, calling Israel to build houses and plant gardens among the aliens, to seek the welfare of the new place.“ (S. 110) Auch wenn man hier sehen muss, dass die Frau Badley exegetisch ziemlich „badl(e)y“ arbeitet, hat sie in einem recht: Wir müssen Wege finden, um in dieser säkularistischen Gesellschaft leben zu können. Dennoch sind die Ansätze der meisten emergenten Theologen nicht gerade hilfreich dazu.
Badley gebraucht dann ein Bild von einem Baum, bei dem Christus der Stamm ist und dessen dünne Äste für die Lehren stehen, über die man sich streiten könne. Jeder sei woanders auf dem Baum, und jeder sehe den Baum anders. Hier kommt sie zum Heiligen Geist:
I think of the Holy Spirit as the person of God who helps me to choose a wise place to sit in the tree and gives me the grace to be humble given the variety of branches and the expanse of green I see all around me.“ (S. 112) Auch wenn sie damit nicht ganz falsch liegt – aber an ihrer Pneumatologie sollte Frau Badley noch arbeiten.
James F. Engel – Eine Suche nach christlicher Authentizität
Engel war ein professioneller Marketingstratege. Ein sehr eifriger Sucher nach stets mehr Erfolg. Er war Professor an sehr guten Business-Schulen und ein Pionier in Sachen Kundenforschung. Er war schon immer mit seiner Familie in einer Gemeinde, aber zunächst hauptsächlich passiv. Mit der Zeit wurde er entdeckt und begann, bei Evangelisationsveranstaltungen mitzumachen. Er wurde in der Gemeinde ähnlich erfolgreich wie an der Universität. Dann allerdings kam es zu einer Wende:
Matters came to my head in the early 1980s when I found myself outwardly successful but inwardly bankrupt. Through an invaluable period of counseling, reflection, and receiving help from others, I found myself on an all-new pilgrimage, having my outlook on life and ministry reshaped, a process that continues today.“ (S. 121)
Engel zählt danach vier Dinge auf, die er als „kontaminiert vom Modernismus“ betrachtet:
A great Commission fraught with great omissions: Nebst der Evangelisation und der persönlichen Heiligung gehöre auch die soziale Transformation der Gesellschaft zu unserem Auftrag.
A misplaced confidence in human initiative, reasoning and strategy: Marketingmethoden für den Glauben, sowie die Denkweise, dass Größe (Zahlen / Quantität) immer auch für Qualität stünde.
Unwarranted evangelical triumphalism: Das Problem, dass immer wieder triumphierend gesagt würde, wie kurz wir vor dem vollständigen Vollbringen des Missionsbefehls seien.
The practice of putting programs before people: Engel spricht von einer „Great Commission machinery“ und führt dazu aus: „This mentality still prevails in many churches and organizations. Sadly it carries over from the factory era in modernism and is characterized by top-down command and conformity.“ (S. 125)
Diesen vier Problemen setzt Engel jetzt zwei Aussagen gegenüber:
Christ came to establish and extend his Kingdom: Engel spricht sich dafür aus, dass das ganze Leben vom Evangelium durchdrungen werden muss und der Missionsbefehl nicht nur unsere Bekehrung betrifft, sondern all unser Tun.
His primary method is spontaneous expansion of the local church: Diese Überschrift hat Engel dem gleichnamigen Buch von Roland Allen entnommen. Wichtig sei die Ortsgemeinde, in welcher ein Leben nach dem Evangelium vorgelebt werden soll, das dann andere Menschen gewinnen kann.
Zwei Aussagen, die nicht von der Hand zu weisen sind, aber die Kritik an den „etablierten Gemeinden“, die das angeblich anders sehen sollen, ist sehr unklar und trifft nicht wirklich.
Frederica Mathewes-Green: Zweimal befreit: Eine persönliche Reise durch den Feminismus
Eins vorweg: Für mich ist diese Geschichte ein erster positiver Höhepunkt des Buches. Sie beginnt mit den Worten: „My faith as a child was Christian. As an adult woman, I am Christian again. But in the middle I was something else: a feminist.“ (S. 134)
Wie kam es dazu, dass sie Feministin wurde? Als sie begann, für die College-Schülerzeitung zu schreiben, sollte ihr erster Beitrag über den Feminismus sein. Damals wurde das noch „women’s lib“ genannt (lib für liberation, also Befreiung). Bei einem ersten Interview mit einer Feministin begann ihr das Gehörte zu gefallen, und so schloss sie sich diesem Glauben an („I was ready to believe in something.“).
Diese Bewegung wollte eine Bewegung gegen die Kultur sein, doch als sie wuchs, wurde sie plötzlich zu einem Teil der Kultur: Frauen bekamen immer mehr Rechte, kamen in die oberen Gremien, hatten plötzlich mehr Macht, Geld, gute Positionen, und so weiter. Damit konnte Mathewes-Green allerdings nicht viel anfangen. Ihre Suche ging weiter: „My search for something deeper was not going to be satisfied by a women’s movement that lusted after earthly power; I was truly looking for a counterculture.“ (S. 137)
Auf dieser Suche kam sie erneut zu Jesus Christus. Sie schreibt: „A month after graduation, our hitchhiking honeymoon brought my husband and me to Dublin. The late afternoon light was glaring as we stepped inside a dusty church and stood there blinking. I walked over to examine a white marble statue in the back: Jesus pointing to his Sacred Heart, which was twined with thorns and springing with flames. I remembered the words from Sunday school: „Behold the heart that has so loved mankind.“ A few minutes later I realized I was on my knees. When I stood up, I was a Christian.“ (S. 137f)
An dieser Stelle möchte ich ganz kurz auf etwas eingehen, was mir wichtig ist. In mehreren von den Geschichten kommt die Kunst vor. Spencer Burke war (bzw. ist natürlich immer noch) ein Künstler. Und Frederica Mathewes-Green wurde durch eine Marmorstatue an die Sonntagsschule erinnert und kam durch diese Erinnerung zum Glauben. Was wir brauchen, ist eine neue Liebe zur Kunst, die ein Ausdruck dessen ist, was der Mensch ist, nämlich im Ebenbild Gottes geschaffen.
Mit der Zeit begann sie auch den „christlichen Feminismus“ in Frage zu stellen. Hier noch einen ganz bemerkenswerten Absatz von ihr dazu: „Most of my Feminisdt for Life buddies clung to the label, insisting that it was legitimate particularly in light of the pro-life convictions of 19th-century feminist founders. But, as a writer, it worried me to use a word in ways outside the common understanding. Humpty Dumpty told Alice that he could make a word mean whatever he wanted „by paying it extra“, but I didn’t agree. The purpose of language is to communicate, and any living language grows according to its common use, not according to the dictates of partisan hijackers or an Academie.“ (S. 140) Diesen Abschnitt und insbesondere den letzten Satz sollte sich jeder „postmodern“ und jeder Dekonstruktionist einmal ganz gut auf der Zunge zergehen lassen: The purpose of language is to communicate, and any living language grows according to its common use, not according to the dictates of partisan hijackers or an Academie.
So begann sie sich vom Feminismus an sich zu verabschieden: „I began to see that feminism was bad for me. It inculcated feelings of self-righteousness and judgmentalism. It filled me with self-perpetuating anger. It blinded me to the good that men do and the bad that women do. It made me think that men and women were enemies, when we actually have a mutual Enemy – who delights in any human discord.“ (S. 143)
Damit hat sie nun vollkommen recht – und das kann auch nicht von einer Emma Watson in Frage gestellt werden, egal wie unschuldig sie dabei lächelt.
Earl Creps – Weltanschauungstherapie
Eine Geschichte aus der Pfingstbewegung. Earl Creps wurde zum Pastor einer kleinstädtischen Assemblies of God Gemeinde ausgebildet. Er beschreibt dies so: „I became an apprentice. The senior pastor was a mentor to me, the church was wonderful, and the professional growth was outstanding. But something else was happening, something that I never saw coming. The hippy Jesus freak of my youth was cooling off into a right-from-thefactory, shrink-wrapped Assemblies of God minister. I was becoming P.C. – Pentecostally Correct. […] I preached many services that were „Pentecostal“ only because someone had the nerve to launch an utterance in tongues during the pause between the slow songs and the announcements.“ (S. 150f)
Je länger er dort war, desto klarer sah er, dass sich sein Umfeld veränderte und immer mehr „postmodern“ zu denken und leben begann. So machte er sich auf die Suche, um diesen Postmodernismus besser verstehen zu können. Inzwischen bietet er eine Art „Worldview Therapy“ an, um anderen zu helfen, sich besser in „postmoderns“ hineinversetzen zu können.
Eine Aussage aus seinen „Worldview Issues“ fand ich besonders hilfreich: „Postmodernism is essentially a folk religion. The average postmodern knows nothing of French literary criticism and can’t even spell Foucault. He or she is practicing an eclectic, almost superstitious spirituality that squares nicely with the definitions of folk religion that missiologists have been using for many years. Thinking of postmodernism that way makes everything simpler and less frightening.“ (S. 158)