Geschaffen zur Ehre Gottes

Geschaffen zur Ehre Gottes
Und nun, so spricht der Herr, der dich geschaffen hat, Jakob, und der dich gebildet hat, Israel: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst! Ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein. Wenn du durchs Wasser gehst, so will ich bei dir sein, und wenn durch Ströme, so sollen sie dich nicht ersäufen. Wenn du durchs Feuer gehst, sollst du nicht versengt werden, und die Flamme soll dich nicht verbrennen. Denn ich bin der Herr, dein Gott, der Heilige Israels, dein Erretter! Ich habe Ägypten hingegeben als Lösegeld für dich, Kusch und Saba an deiner Stelle. Darum, weil du kostbar bist in meinen Augen [und] wertgeachtet, und ich dich lieb habe, so gebe ich Menschen für dich hin und Völker für dein Leben. Fürchte dich nicht, denn ich bin bei dir. Ich will deinen Samen vom Osten herführen und dich vom Westen her sammeln. Ich will zum Norden sagen: Gib heraus! und zum Süden: Halte nicht zurück! Bringe meine Söhne aus der Ferne herbei und meine Töchter vom Ende der Welt, einen jeden, der mit meinem Namen genannt ist und den ich zu meiner Ehre geschaffen habe, den ich gebildet und gemacht habe. (Jesaja 43, 1 – 7)
Einleitung
Wenn wir als Christen davon ausgehen, dass Gott alles geschaffen hat, was in dieser Welt ist, dann gibt es für unser Leben zwei Fragen, die uns unbedingt betreffen. Dies sind dann die zwei wichtigsten Fragen, die sich jemals irgend ein Mensch stellen kann.
1. Wozu oder wofür hat Gott dieses alles geschaffen und wohin wird alles gelenkt?
2. Was können wir tun, um im Einklang mit diesem Ziel zu leben?
Wenn wir einfach drauflos leben und uns diese Fragen nicht stellen, so kann es recht schnell passieren, dass wir entgegen diesem Ziel leben und deshalb mit unserem Leben in ernsthaften Konflikt geraten mit der Weltherrschaft Gottes. 
 
1. Fürchte dich nicht
a. Die Situation Israels
Wir wollen in unserem Text die Antworten auf diese Fragen suchen und auch finden. Bevor wir uns auf diese Suche machen, tun wir gut daran, uns zu fragen, in welcher Zeit und welcher Situation Gott dies durch den Propheten Jesaja hat verkünden lassen.
Auffällig ist der Beginn der Rede Gottes, nämlich dieses „Fürchte dich nicht!“. Dieser Befehl findet sich 365 Mal in der Bibel – manche Prediger haben schon gesagt, es sei deshalb für jeden Tag im Jahr ein solches „Fürchte dich nicht!“.
Der Prophet Jesaja war in den Jahren von 740 – 680 vor unserer Zeit-rechnung Gottes Prophet im israelischen Südreich Juda. Im Jahre 738 hat der assyrische König Tiglat-Pileser einen Feldzug begonnen. Nachdem die ersten Städte eingenommen worden waren, haben sich verschiedene Staaten zu einer Koalition zusammengeschlossen, um sich dagegen zu wehren. Das Land Juda unter dem König Ahas nicht. So wurde Juda von dieser Koalition als Feind betrachtet. Im 7. Kapitel des Jesaja-Buches lesen wir, dass Gott das Volk Juda durch Jesaja warnte, eine falsche Koalition mit Ungläubigen einzugehen. Gott wollte die Menschen selbst verteidigen, damit Sein Name weit herum bekannt gemacht wird.
Die Predigten von Jesaja sind also in einer verzweifelten Situation entstanden. Von allen Seiten wurde das Volk bedrängt: Vom großen Staat Assyrien, von der Koalition, die rings um es her lebte, und so weiter.
b. Es gibt keine hoffnungslose Situation
Die wichtigste Aussage in unserem Text ist die Aufforderung, sich nicht zu fürchten. Dann wird später aufgezeigt, was Menschen so alles nutzen können, um einem zu schaden. Sogar die natürlichen Gewalten des Wassers und des Feuers können sie missbrauchen, um einen zu ertränken oder zu verbrennen. Damit sind nur die letzten und äußersten Methoden genannt. Hoffnungslosigkeit beginnt oft auf eine viel subtilere Art. Vielleicht betest du seit Jahren für dein Kind, dass es gläubig werden möge, und alles, was du siehst, deutet auf das Gegenteil hin. Vielleicht betest du für deine Arbeit, dass der Chef das sieht, was du tust, und mehr Verständnis zeigt, aber alles, was du sehen kannst, ist zunehmendes Unverständnis von seiner Seite her. Oder vielleicht hast du mit einem Mitmenschen ein angespanntes Verhältnis und wünschst dir darin mehr Klarheit, doch die gesamte Situation läuft auf das Gegenteil hinaus. So ähnlich – nur in deutlich größerem Ausmaß – erging es Juda und seinen Königen damals, in der Zeit, als Jesaja lebte.
c. Gott möchte in deinem Leben sichtbar sein
Gott wollte, dass Juda keine ungöttlichen Allianzen mit Völkern ein-geht, die nicht an den Gott Abrahams glauben. Gott wollte dem Volk selbst beistehen, damit Sein Name unter den fremden Völkern be-kannt und genannt würde. So bringt Gott manchmal auch in unser Leben hinein schwierige Situationen, die uns fast ausweglos scheinen und möchte, dass wir mit Seiner Kraft und mit Seiner Geduld und mit Seiner Hilfe an das Ziel kommen. Gott sagt heute zu dir: Fürchte dich nicht! Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein! Welch ein wundervolles Versprechen ist das doch.
2. Weil du kostbar bist in Gottes Augen
a. Gott hat dich gewollt
Und dann fährt dieser Gott, der das ganze Universum geschaffen hat, fort: Darum, weil du kostbar bist in meinen Augen [und] wert-geachtet, und ich dich lieb habe, so gebe ich Menschen für dich hin und Völker für dein Leben. Wenn Gott uns also in so einer Situation hilft, die für uns hoffnungslos aussieht, dann tut Er das nicht weil wir es irgendwie verdient hätten oder weil wir genügend gute Taten voll-bracht haben. Der einzige Grund, weshalb Gott Sich überhaupt dafür interessiert, uns zu helfen, ist Seine Liebe. Weil Gott dich genau so geschaffen und gewollt hat wie du bist. Mit deinen Stärken, aber auch mit deinen Grenzen. Weil Er für dich einen Plan hat und dich für Sich gebrauchen möchte. Auf diese Weise spricht Gott dich an: Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein. Wenn du jemanden beim Namen rufst, dann bedeutet das, dass du die Person kennst und dass sie dir etwas bedeutet. So sagt Gott: Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein. Ich kenne dich. Ich weiß, wie es dir geht und in welcher Situation du gerade feststeckst. Die Menschen können dir manches antun, aber egal was passiert, Ich bin bei dir, denn du bist mein Eigentum, dich habe ich gewollt und genau so wie ich dich wollte, habe ich dich geschaffen.
b. Gott hat dich wertvoll geschaffen
So sagt uns der Psalmist im Psalm 139 auch: Denn du hast meine Nieren bereitet und hast mich gebildet im Mutterleibe. Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele. Es war dir mein Gebein nicht verborgen, / als ich im Verborgenen gemacht wurde, als ich gebildet wurde unten in der Erde. Deine Augen sahen mich, als ich noch nicht bereitet war, und alle Tage waren in dein Buch geschrieben, die noch werden sollten und von denen keiner da war. (Psalm 139, 13 – 16)
Ich danke dir Gott, sagt er, dass ich wunderbar gemacht bin. Wow. Hast du dir heute schon Zeit genommen, um Gott danke zu sagen, dass Er dich so wunderbar geschaffen hat? Es passiert so schnell, dass uns all das Gute, was Gott uns auf den Weg mitgegeben hat, so selbstverständlich wird, dass uns nur noch das auffällt, worüber wir uns beklagen können. Wir wären gern perfekt, weil wir es nicht mögen, auf einander angewiesen zu sein.
c. Gott hat dich freigekauft
Gott hat dich also gewollt und nach Seinem Plan geschaffen. Weil wir aber alle immer wieder daran versagen, nach diesem Plan Gottes für unser Leben zu leben, fangen wir an, an unserem Wert zu zweifeln. Man hat einmal ausgerechnet, wenn man den Körper eines durch-schnittlichen Menschen in seine Bestandteile zerlegt, hat alles zu-sammen einen Wert von 3,75€. Wenn man alle Organe komplett im Organhandel verschachert, so kann man damit knapp 45 Millionen Euro verdienen. Der Unterschied ist schon gewaltig. Aber wenn man dann noch einen Schritt weiter geht und das Ganze aus Gottes Sicht anschaut, kann man nur staunen. Gott beginnt mit den Worten: Du bist kostbar in Meinen Augen. Das sagt der Gott, welcher alle diese Kostbarkeiten geschaffen hat, die wir auf der Erde kennen. Alles Gold und Silber, alle teuren Edelsteine, Diamanten, und so weiter, hat Gott geschaffen. Und Er sagt jetzt zu dir: Weil du kostbar bist in Meinen Augen.Dieser Gott, der alles geschaffen hat, der hat Sich Selbst geopfert, damit du den Wert bekommst, den Er für dich will. Unbezahlbar. Selbst mit allem Geld auf dieser Welt, selbst mit der Weltherrschaft, selbst mit dem Wert von allen Sternen des ganzen Universums kann man nicht den Wert ausdrücken, den du von Gott bekommen hast, weil Er dich liebt und erlöst hat.
3. Zu Gottes Ehre geschaffen
a. Vom Turmbau Babels zur Verheißung an Abraham
Und dann gibt uns Gott den Grund an, weshalb Er uns geschaffen hat: jeden, der mit meinem Namen genannt ist und den ich zu meiner Ehre geschaffen habe, den ich gebildet und gemacht habe.Ich will dazu anhand des ersten Buches Mose etwas zeigen. Im Kapitel 11 von diesem Buch lesen wir vom Turmbau zu Babel. Dort sehen wir, dass die Menschen einen Turm bauen wollten, der so groß ist, dass er bis zu Gott in den Himmel hinauf reichen soll. Warum taten sie das? Wir lesen das in Vers 4: Wohlauf, lasst uns eine Stadt und einen Turm bauen, dessen Spitze bis an den Himmel reiche, damit wir uns einen Namen machen(1. Mose 11,4) Damit wir uns einen Namen machen. Das war der Grund, weshalb dieser Turm gebaut werden sollte. Und es war auch der Grund, weshalb Gott ein Nein dazu hatte.
Menschen tun vieles, um bekannt zu werden, um sich selbst groß und gut fühlen zu können, um sich einreden zu können, dass sie etwas geleistet haben. Nachdem Gott in Babel die Sprachen durcheinander gebracht hatte, wendet sich das Bild und wir kommen zum Kapitel 12, wo uns etwas ebenso Interessantes begegnet: Wir finden uns plötzlich in Ur in Chaldäa und kommen zu Abram, dem Gott befiehlt, aus seiner Verwandtschaft hinauszugehen, damit nämlich etwas geschehen kann: Und ich will dich zum großen Volk machen und will dich segnen und dir einen großen Namen machen, und du sollst ein Segen sein.(1. Mose 12,2) Im Kapitel 11 haben wir Menschen, die sich selbst einen großen Namen machen wollen, die stolz sind, die sich auf ihre eigene Leistung verlassen wollen. Und in Kapitel 12 sind wir bei einem Mann, der demütig Gottes Willen tut, damit Gott ihm einen großen Namen geben kann.
b. Gott möchte, dass Er bekannt wird – durch dich
Gott hatte bei Israel immer mal wieder schwierige Situationen zugelassen, damit Er das Volk aus den Schwierigkeiten retten konnte und dadurch unter den anderen Völkern als der rettende Gott Israels bekannt wurde. So geschieht es auch in unserem Leben. Wenn uns die Geduld fehlt, möchte Gott sie geben. Wenn uns die Kraft fehlt, so dürfen wir sie aus den Zeiten der Gemeinschaft mit Gott beziehen. Gott möchte bekannt gemacht werden – durch dich. Durch dein Leben, dein Verhalten, und so weiter. Zu Gottes Ehre leben, das heißt, dass wir mit unserem Leben Gottes Größe, Liebe und Kraft bekannt machen.
c. Geschaffen für gute Taten
So sagte der Herr Jesus in der Bergpredigt: Ihr seid das Licht der Welt. Es kann eine Stadt, die auf einem Berg liegt, nicht verborgen bleiben. Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter den Scheffel, sondern auf den Leuchter; so leuchtet es allen, die im Haus sind. So soll euer Licht leuchten vor den Leuten, dass sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen. (Matthäus 5, 14 – 16) und Paulus führt dazu weiter aus: Denn aus Gnade seid ihr errettet durch den Glauben, und das nicht aus euch — Gottes Gabe ist es; nicht aus Werken, damit niemand sich rühme. Denn wir sind seine Schöpfung, erschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, damit wir in ihnen wandeln sollen.(Epheser 2, 8 – 10)
Paulus hat die Worte Jesu ausgelegt, indem er sagte, dass unser gutes Verhalten nichts zu unserer Erlösung beitragen kann, aber dass Gott schon im Voraus die guten Werke vorbereitet hat, durch die Er in unserem Leben sichtbar werden möchte. Das gibt uns eine geniale Freiheit: Gott hat diese Sachen vorbereitet, Er wird sie uns zeigen und dann dürfen wir sie tun und der Erfolg wird langfristig die Ehre Gottes sein – also genau das, wozu Gott uns geschaffen hat.
Die Frage, die sich uns zum Schluss stellt, ist folgende: Wenn das, was wir tun, zu Gottes Ehre getan werden soll, wie können wir denn unterscheiden, ob unsere Taten zu Gottes Ehre oder zu unserer Ehre geschehen? Ich möchte euch die Frage mit auf den Weg geben und später dieses Jahr noch einmal darauf zurück kommen.
Schluss
Wir sehen also, dass Gott uns zu Seiner Ehre geschaffen hat, uns ganz genau so wollte, uns durch und durch liebt und beisteht und schon im Voraus einiges vorbereitet hat, was wir anderen Menschen Gutes tun können. Er wünscht sich, durch unser Leben unter den Menschen bekannt zu werden, dadurch, dass wir das tun, was Er in unserem Leben für uns vorbereitet hat.
Hier geht es zum Predigt-Archiv, wo dies auch als MP3 angehört werden kann.

Flügel wie Adler

Flügel wie Adler
Er gibt dem Müden Kraft, und Stärke genug dem Unvermögenden. Männer werden müde und matt, und Jünglinge straucheln und fallen; aber die auf den HERRN harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden. (Jes. 40, 29 – 31)
Red Bull verleiht Flügel! Doch nicht erst seit der Red-Bull-Generation gibt es den Wunsch des Menschen, fliegen zu können. Zu allen Zeiten gab es den Traum vom Fliegen und viele Versuche wurden unternommen, um diesen Traum umsetzen zu können. Bereits in der Antike finden wir die Sage von Daidalos und Ikaros. Daidalos wird als Künstler, Erfinder, Steinhauer und Architekt zum ersten Mal in Homers Iliade erwähnt. In kürzester Zeit gab es eine riesige Sammlung von Sagen, die sich um diesen Mann rankten. Einer dieser Sagen zufolge soll er auf Kreta zusammen mit seinem Sohn Ikaros von König Minos in ein Labyrinth eingesperrt worden sein. Um dort fliehen zu können, nahm er Vogelfedern und Kerzenwachs und baute für sich und seinen Sohn Flügel. Ikaros jedoch – von jugendlichem Übermut übermannt – begab sich trotz väterlicher Warnung zu nahe an die Sonne – das Wachs schmolz und Daidalos’ Sohn stürzte ins Meer.
Der Traum vom Fliegen stammt wohl vor allem von der beobachteten Leichtigkeit, mit welcher Vögel und andere flugfähige Tiere innerhalb kürzester Zeit weite Strecken zurücklegen konnten. Wie uns Jesaja hier richtig sagt, werden wir Menschen recht schnell mal müde und matt. Dann sind wir kraftlos und kommen nicht mehr weiter. Oder wir stolpern, fallen um, schlagen uns die Knie auf und sind insofern der Erdanziehungskraft hilflos ausgeliefert. Vögel sind es zwar auch, aber man muss doch zugeben, dass die Beobachtung im ersten Moment einen anderen Eindruck macht. Man hat Zugvögel, die mit einem Mini-Sender ausgestattet wurden, beobachtet. Der Weltrekord liegt bei 11’500km Nonstop-Flug in neun Tagen. Er wird von einer Pfuhlschnepfe gehalten. So gesehen ist der Gedanke, dass Vögel beim Fliegen weniger schnell müde werden, gar nicht so falsch. Deshalb stehen Vögel auch sinnbildlich für müheloses und ausdauerndes Vorankommen.
Und genau dieses Bild gebraucht Jesaja nun, um Gottes Werk an den Gläubigen zu beschreiben: Den Müden unter ihnen gibt Gott Kraft und den Unvermögenden Stärke. Gott möchte uns helfen, wenn wir im Leben an unsere Grenzen stoßen und nicht mehr weiter wissen. Dort, wo wir nicht mehr weiter wissen, kennt Er den Weg und wir dürfen Ihm vertrauen. Gott liebt es, schwache und müde Menschen zu nehmen und sie mit Seiner Kraft und Stärke zu füllen, denn dort wird Sein Name groß gemacht und die Menschen erkennen, dass es sich nicht um eine menschliche Kraft handeln kann, sondern Gottes Kraft in den Schwachen und Müden mächtig geworden ist. Wie man es hier lesen kann, möchte Gott uns helfen, so mühelos vorwärts zu kommen wie Adler in der Luft. So fährt der Prophet auch fort: dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden. Wir werden natürlich müde. Das gehört zum Leben dazu. Wir wissen oftmals nicht mehr weiter und geraten schier in Verzweiflung darüber. Aber auch das Wissen, dass Gott es gut mit uns meint und uns unterstützen möchte, gibt uns Kraft, trotz aller Schwierigkeiten weiterzugehen. Wie der Adler, der majestätisch seine Flügel ausbreitet, rundum umgeben von der Luft, in welcher er sich fortbewegt, so sind auch wir rundum von Gottes schützender und vorsorgender Hand voll und ganz umgeben. Was immer geschehen mag, Er hält uns fest. Was immer kommen mag, niemals können wir tiefer fallen als in Seine Hand. So ist Er immer da für uns, ist bei uns und hält uns, ja, trägt uns durch alle schweren Zeiten hindurch. Gott verspricht uns kein problemloses Leben, aber Er ist und hat die Lösung für alles bereit. Noch bevor wir die Schwierigkeit sehen, kennt Er den Weg und führt uns wohl.

Der unerschöpfliche Gott

Der unerschöpfliche Gott
Mit wem wollt ihr mich denn vergleichen, dem ich gleich sein soll? spricht der Heilige. Hebt eure Augen auf zur Höhe und seht: Wer hat diese erschaffen? Er, der ihr Heer abgezählt herausführt, er ruft sie alle mit Namen. So groß ist seine Macht und so stark ist er, daß nicht eines vermißt wird. Warum sprichst du denn, Jakob, und sagst du, Israel: Mein Weg ist verborgen vor dem Herrn, und mein Recht entgeht meinem Gott? Weißt du es denn nicht, hast du es denn nicht gehört? Der ewige Gott, der Herr, der die Enden der Erde geschaffen hat, wird nicht müde noch matt; sein Verstand ist unerschöpflich!(Jes. 40, 25 – 28)
Der Name, mit welchem hier von Gott gesprochen wird, ist „Der Heilige“. Dieser Name zeugt von der Unvergleichbarkeit und Einmaligkeit Gottes. Die göttliche Heiligkeit ist jenes Ganz-Anders-Sein Gottes, die Erhabenheit über alles, was Er geschaffen hat. Und dieser Erhabene und Heilige spricht hier zum Menschen und fragt ihn, womit dieser Gott vergleichen wolle. Dadurch, dass Gott als der Heilige spricht, wird auch klar, dass Er zu einer gefallenen, unheiligen Welt und Menschheit spricht. Mit wem wollen wir Ihn vergleichen können, Ihn, den Schöpfer der Himmel und der Erde? Von wem könnten wir sagen, er hätte irgend eine Ähnlichkeit mit Gott? Trotz dieser Verdorbenheit und dem Gefallensein dieser Welt hat Gott alles sehr gut geschaffen. So gut nämlich, dass Er jeden einzelnen Stern, Planeten, Mond und jede Galaxie ganz genau geplant hat und nach diesem Plan herstellte. So genau nämlich, dass nichts vermisst wird.
So spricht nun nämlich dieser heilige Gott zu uns Menschen, die wir in unserer gefallenen Natur gefangen sind, und fragt uns, was wir denn zu bieten hätten. Wen oder was gibt es, womit wir Ihn vergleichen könnten? Wer oder was hat solch eine Kraft, aus dem Nichts das All zu schaffen, seine Größe mit der Spanne abzumessen und dabei jedes Molekül darin an seinen richtigen Platz zu setzen? Wer würde sich erdreisten wollen, dies nachzubauen? Wer mag in seinem Übermut derart frech sein wollen, zu behaupten, Gott wäre gar nicht notwendig für diese Welt? Kinderei! Wer denkt, muss glauben. Wer nachsinnt und wirklich ehrlich mit sich ist, wird früher oder später nicht an Gott vorbeikommen können.
Auch wird niemand sein Tun, Denken, Fühlen, Wollen und Reden vor dem Herrn der Heerscharen verbergen können. Vor Ihm ist alles offenbar. So sagt uns der Psalmist: „Und nähme ich die Flügel der Morgenröte und ließe mich nieder am äußersten Ende des Meeres, so würde auch dort Deine Hand mich führen, und Deine Rechte mich halten.“ (Psalm 139, 9 – 10) Es gibt keine Möglichkeit, sich vor Gott zu verstecken. Das ganze Weltall ist in Seiner Hand, und Er sieht in jedem Augenblick alles, was in diesem Weltall vor sich geht.
Manchmal haben wir das Gefühl, dass Gott Sich gar nicht für uns interessiert. Wir denken dann, dass unsere Gebete bestimmt an der Zimmerdecke verhallen und ins Nirvana verschwinden. In dem Moment sagt uns der Prophet Jesaja: Hast du es denn nicht gehört? Weißt du es denn immer noch nicht? Bist du denn der Einzige, der noch nicht darüber Bescheid weiß? Und sogleich gibt er uns die Antwort: Der ewige Gott, der Allmächtige, der Schöpfer der Himmel und der Erde, Er wird niemals müde. Was immer wir tun, worum immer wir bitten, Er sieht uns. Er hört uns. Und Er handelt. Nicht immer ist Sein Handeln so, wie wir uns das vorstellen oder wie wir denken, es sei das Beste. Aber Er hört. Und Er rettet. Er ist Derselbe, gestern, heute und in Ewigkeit. Sein Verstand ist unerschöpflich. Er ist immer da und führt uns auf Seinem Weg. Manchmal befinden wir uns im dunklen Tal der Todesschatten, wo wir nicht genau sehen können, wohin der nächste Schritt führt. Manchmal sind wir auch blind durch falsche Vorstellungen, wie Gott uns zu helfen habe. Aber was immer kommt, so dürfen wir uns gewiss sein: Der Herr ist und bleibt Derselbe in alle Ewigkeit. Und Er sieht uns. Hört uns. Und hilft gerne!

Gott steht über allem

Gott steht über allem
Wißt ihr es nicht? Hört ihr es nicht? Ist es euch nicht von Anfang an verkündigt worden? Habt ihr nicht Einsicht erlangt in die Grundlegung der Erde? Er ist es, der über dem Kreis der Erde thront und vor dem ihre Bewohner wie Heuschrecken sind; der den Himmel ausbreitet wie einen Schleier und ihn ausspannt wie ein Zelt zum Wohnen; der die Fürsten zunichte macht, die Richter der Erde in Nichtigkeit verwandelt — kaum sind sie gepflanzt, kaum sind sie gesät, kaum hat ihr Stamm in der Erde Wurzeln getrieben, da haucht er sie an, und sie verdorren, und ein Sturmwind trägt sie wie Stoppeln hinweg. (Jes. 40, 21 – 24)
Noch einmal kommt Jesaja auf die Größe Gottes zu sprechen. Er beginnt mit der Frage: Habt ihr es nicht erfahren? Habt ihr es immer noch nicht herausgefunden? Der Mensch forscht viel und findet auch viel heraus. Solange er aber mit dem „geschlossenen System Universum“ rechnet, wird es da immer Fragen geben, die offen bleiben. Es ist da wie eine mathematische Gleichung, in welcher man eine Konstante ausblendet: Jede Rechnung mit jener wird unweigerlich zu einem falschen Resultat führen. Gott ist die so oft ausgeblendete Konstante im Leben vieler Menschen, und das, obwohl nicht nur in den Gemeinden, sondern überall, auch durch die Natur und das Gewissen des Menschen dieser Gott von Anfang an, von Kindheit an, verkündigt wurde. Solange diese Konstante ausgeblendet wird, gibt es natürlich auch Resultate. So entstehen Hypothesen, die mit der Zeit zu Theorien werden. Doch vieles ist falsch daran, weil nicht alles berücksichtigt werden konnte. Gott ist da, und Er war es, der das Universum geschaffen hat. Er thront über dem Erdkreis, und somit auch außerhalb von allem Geschaffenen. Der Töpfer ist nicht ein Teil seines Kunstwerks, sondern steht automatisch außerhalb. Dennoch kann er natürlich zu jeder Zeit Einfluss auf dieses Werk nehmen.
Vor diesem Gott sind die Menschen wie Heuschrecken. Das ist ein spezieller Vergleich. In der Zeit Jesajas waren Heuschrecken in kleinen Mengen ungefährlich. Sie wurden sogar gefangen, gebraten und galten als besondere Delikatesse. In großen Mengen sind sie jedoch lästig und werden von Gott als Gerichtswerkzeug gebraucht. So sind auch die Menschen, welche nichts von Gott wissen wollen, Werkzeuge zum Gericht und zur Erziehung derer, die dem Herrn vertrauen. Auch wenn sie es selbst nicht merken und lediglich das tun, was ihnen in den Sinn kommt, so führen sie dennoch genau das aus, was Gott geplant hat. So groß ist unser Gott, Er führt das Geschick der Erde sehr gut und exakt nach dem göttlichen Heilsplan. Er hat den Himmel (das Universum) ausgespannt und alle Sterne, Planeten, Galaxien und alles, was sonst noch darin ist.
Auch von den irdischen Herrschern bekommt keiner mehr Macht als Gott dies zulässt. Auch wenn es oft anders aussieht, aber Gott ist in Kontrolle und ein einziges Wort oder ein Atemstoß aus Seinem Mund reicht aus, um ganze Völker auszulöschen und Herrscher abzusetzen. Die gesamte Weltgeschichte ist die Bühne von Gottes Handeln auf der Erde. Er gab den Menschen Macht und einen Auftrag, nämlich die Erde in Besitz zu nehmen und zu verwalten. Wo dies richtig geschieht, ist es sehr zum Segen aller, wo aber menschlicher Hochmut auftritt, ist Zerstörung, Trauer, Krise und Verlust die Folge. Dies zeigt auch, wie selbstsüchtig der Mensch ist und wie gerne er sich selbst ins Zentrum stellt. Das ist ein deutlicher Hinweis auf die Gefallenheit des Menschen. Er hat nur noch Augen für sich selbst, für sein eigenes Wohl, vergisst aber, dass ihn von Beginn des Lebens an alles auf den Schöpfer der Himmel und der Erde hinweist. Er will lieber sein eigener Herr und König sein, auf dem Thron seines Lebens sitzen und herrschen. Wie schnell kommt da der Fall und wie tief fällt der Mensch, der sich groß und mächtig, ja, selbstbestimmt und klug fühlt. Ein Wort aus Gottes Mund, und das Glück kehrt sich in sein Gegenteil um. Ein Sturm reicht aus und alles ist zu Ende. Ein Windstoß, und schon ist es aus.

Unsere goldenen Kälber

Unsere goldenen Kälber
Wem wollt ihr denn Gott vergleichen? Oder was für ein Ebenbild wollt ihr ihm an die Seite stellen? Das Götzenbild? Das hat der Künstler gegossen, und der Goldschmied überzieht es mit Gold und lötet silberne Kettchen daran. Wer aber zu arm ist, wählt als Weihegeschenk ein Holz, das nicht fault, und sucht sich einen Schnitzer, der ein Götzenbild herstellen kann, das nicht wackelt.(Jes. 40, 18 – 20)
Diese Worte sind an das Volk Israel zur Zeit der Gefangenschaft in Babylon gerichtet. In dieser Zeit war es den gefangenen Völkern verboten, einen eigenen Gottesdienst zu haben, sofern sie beim offiziellen Staatsgötzendienst nicht mitmachen wollten. In der babylonischen Religion ging es in erster Linie darum, dass die Götter durch Opfer den Menschen wohlgesinnt gemacht werden sollten und es gab Tempel, in welchen die Opfer genau betrachtet und dadurch Wahrsagerei betrieben wurde, ob die jeweilige Gottheit das Opfer angenommen hat oder nicht.
Unsere heutige Zeit ist geprägt von einer Religion der Selbstvergötzung des Menschen. Das Ich wird ins Zentrum gerückt, die Gefühle, Erlebnisse, Erfahrungen und der Verstand stehen total im Mittelpunkt unserer Zeit. Der Mensch sucht sich also nicht mehr einen Schnitzer, der ihm das Holz zu einer Götzenstatue macht, sondern vielmehr ist jeder seines Götzendienstes eigener Schmied. Sei es nun der Geldbeutel, die Sicherheit im Leben und im Alter, der gesellschaftliche Status, der Erfolg im Beruf oder die Familie – der modernen goldenen Kälber ist keine Grenze gesetzt. Auch ist das Streben nach Macht ein ständiger Faktor für menschlichen Götzendienst.
Götzendienst ist immer ein Dienst am Bösen. Im Roman „Der Herr der Ringe“ gibt es hierfür ein sehr gutes Bild. Wer den einen Ring hat, dem ist die Macht über die anderen Ringe weitgehend auch übertragen. So gibt es diese Ringe:
„Drei Ringe den Elbenkönigen hoch im Licht,
Sieben den Zwergenherrschern in ihren Hallen aus Stein,
Den Sterblichen, ewig dem Tode verfallen, neun,
Einer dem Dunklen Herrn auf dunklem Thron
Im Lande Mordor, wo die Schatten drohn.
Ein Ring, sie zu knechten, sie alle zu finden,
Ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden
Im Lande Mordor, wo die Schatten drohn.“
In dem Roman wird sehr gut dargestellt, wie der eine Ring, der nämlich die Macht hat, die übrigen zu finden, immer danach strebt, zu seinem ursprünglichen Besitzer zurückzukommen. Götzendienst hat ein Eigenleben, das immer Dienst am Bösen ist. Götzendienst ist Dienst am Tisch der Dämonen sagt uns Paulus. Und er hat recht damit. Doch wer heutzutage auf die Religion der Selbstvergötzung und die Religion der Wissenschaftsvergötzung und der Mammonvergötzung verzichtet, hat keinen einfachen Stand in dieser Welt. Wie das Israel zur Zeit der Babylonischen Gefangenschaft müssen auch wir uns immer wieder fragen, ob wir um des einfacheren Lebens willen nicht doch angefangen haben, uns dieser modernen Religion hinzugeben, die den Menschen ins Zentrum stellt.
Auch unsere Verkündigung muss sich immer wieder fragen lassen, ob sie nicht etwa begonnen hat, den Menschen mit seinen Problemen ins Zentrum zu stellen und Gott außen vor zu lassen. Was wir brauchen, ist theozentrische Verkündigung. Also eine Verkündigung, die Gott als Urheber und Täter von allem Guten ins Zentrum stellt. Wir müssen lernen, dass das Einzige, das der Mensch zu seiner Erlösung beitragen kann, die Sünde und Schuld ist, von der er erlöst werden muss. Die Rettung ist von A – Z alles Gottes Werk. Nicht der Mensch muss Gott annehmen, sondern Gott muss den Menschen annehmen, der sich als Gottes Feind offenbart und sein Leben lang nie etwas anderes tun kann, als Sünde auf Sünde zu häufen und Schuld auf Schuld zu laden. Daran sehen wir die Größe, Herrlichkeit und Liebe Gottes, dass Er TROTZDEM bereit ist, alles zu tun, um den Menschen zu retten, der aus sich selbst nichts anderes tun kann, als sich gegen Gott aufzulehnen. Deshalb ist jede Errettung ein Akt der souveränen Gnade Gottes. So groß ist unser Gott, der Herr der Ewigkeit!

Die Nichtigkeit der gottlosen Völker

Die Nichtigkeit der gottlosen Völker
Siehe, die Völker sind wie ein Tropfen am Eimer; wie ein Stäubchen in den Waagschalen sind sie geachtet; siehe, er hebt die Inseln auf wie ein Staubkörnchen! Der Libanon reicht nicht hin zum Brennholz, und sein Wild genügt nicht zum Brandopfer. Alle Völker sind wie nichts vor ihm; sie gelten ihm weniger als nichts, ja, als Nichtigkeit gelten sie ihm! (Jes. 40, 15 – 17)
In Anbetracht der Ewigkeit, mit den Augen des Glaubens gesehen, gibt es nichts auf dieser Welt, was Gott widerstehen könnte. Wo Er spricht und wirkt, sind alle Bemühungen dieser Welt, dagegen anzukämpfen, wertlos. Jesaja vergleicht dies mit einem Wassertropfen, der beim Auskippen am Rand oben hängenbleibt. Wie ein Tröpfchen wiegen die gottlosen Nationen gegen Gottes Zorn auf. Dieser hängt über ihnen wie das Schwert des Damokles, einzig und allein durch den langsam zerberstenden Faden der göttlichen Geduld vom sofortigen Verderben verschont. Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben, und so ereilt auch hier einen nach dem anderen das Gericht des Todes. Sie alle werden – einer nach dem anderen – zum Gericht über diese zunehmende Gottlosigkeit gebraucht.
Groß ist Gottes Geduld und oft schallt der Ruf zur Umkehr durch die Gefilde, doch da ist kein Ohr zum Hören und kein Auge zum Sehen bereit. Sie schwelgen in ihren irdischen Genüssen – und die zur Umkehr rufen, lassen sie verstummen. So leben sie Tag für Tag in ihrer Blindheit vor sich hin – und groß wird der Schrecken sein, der sie einholt, wenn sie erkennen, wen sie da verschmäht haben. Das Gewicht der Inseln ist für Ihn so, wie Staub, der durch die Lüfte fliegt und die Völker wie ein Staubkorn, das sich zufällig auf einer Waagschale befindet: Beides ist nicht der Rede wert. Und wenn nun diese Heiden versuchen wollten, ein Gott gefälliges Opfer darzubringen, so hätten sie gar nichts vorzuweisen: Der gesamte Libanon mit seinem vielen Holz und all seinen Opfertieren: Alles ist niemals gut genug, um Gott gefallen zu können, sodass Er uns unsere Sünden dadurch jemals würde vergeben können.
Hier kommen wir zu etwas ganz Besonderem: Gott macht uns klar, dass jedes Tieropfer nur ein Symbol für das einzige rechte Opfer sein sollte. Natürlich: Israel sollte Gott Tiere opfern und es musste viel Tierblut fließen, damit sich jeder bewusst sein und immer wieder erinnert werden konnte, dass das Blut und der Tod eines untadeligen, perfekten Opfers notwendig war, damit der Mensch vor Gott gerecht werden konnte. Und als am Tage der Kreuzigung Jesu im Tempel der Vorhang von oben nach unten durchriss, war es klar geworden, dass jetzt dieses eine perfekte Opfer dargebracht worden war: Jesus Christus, der Sohn des lebendigen Gottes. Von diesem Moment an war jedes weitere Tieropfer unnötig geworden, denn die Schuld für die Sünde der Welt ist dadurch bezahlt. Und wir dürfen im Namen und Auftrag des Herrn Jesus ausrufen: Lasst euch mit Gott versöhnen! Der große Versöhnungstag ist angebrochen und wir dürfen jeden Tag, das gesamte Jahr hindurch, unseren Yom Kippur feiern. Der Tag, an welchem unsere Schuld bezahlt, getilgt, gelöscht wurde!
Ja, die Stärke der rebellischen Nationen, die sich in ihrer fortschreitenden Gottlosigkeit gegen den Herrn Jesus auflehnen, kann Gott nicht beeindrucken. Sie sind nichtig, wertlos, schwach. Hingegen haben wir mit dem Evangelium eine Botschaft bekommen, die stärker ist als jedes menschliche Dynamit. Sie kann harte Herzen aufsprengen und Menschen von innen heraus verändern. Wer den Herrn Jesus annimmt und an Sein Werk auf Golgatha glaubt, wird diese Kraft erfahren, wie sie das Leben verändert und uns sensibel macht für die Schwierigkeiten, in welchen andere Menschen leben. Die Schuld, die wie das Damoklesschwert über ihm hing, ist weggenommen, Gottes Zorn hat sich nicht auf ihm, sondern auf den Herrn Jesus am Kreuz entladen. Alle Schuld, alle Sünde ist auf einmal ausgelöscht. Und der ewige Tod ist für immer getötet worden. All dies durch den Einen, den Herrn Jesus Christus. Ihm sei Lob in Ewigkeit!

Die Größe Gottes

Die Größe Gottes
Wer hat die Wasser mit der hohlen Hand gemessen? Wer hat den Himmel mit der Spanne abgegrenzt und den Staub der Erde in ein Maß gefaßt? Wer hat die Berge mit der Waage gewogen und die Hügel mit Waagschalen? Wer hat den Geist des Herrn ergründet, und wer hat ihn als Ratgeber unterwiesen? Wen hat Er um Rat gefragt, daß der Ihn verständig machte und Ihm den Weg des Rechts wiese, daß er Ihn Erkenntnis lehrte und Ihm den Weg der Einsicht zeigte? (Jes. 40, 12 – 14)
Hier spricht Jesaja nun von der Größe Gottes. Es ist wunderbar, mit welcher Wortwahl er dies tut. Er führt seine Hörer und Leser dazu, die Gestade der Meere zu besuchen und an deren Größe über Gott zu staunen. Gott ist so groß, dass in Seiner hohlen Hand das gesamte Wasser aller Zeiten Platz findet. Wenn wir am Strand stehen, aufs Meer hinaus blicken und uns diese Aussage mal gründlich auf der Zunge zergehen lassen, können wir nur staunen. Selbst wenn uns das Meer so gefüllt zu sein scheint, gibt es in den Bergen noch immer genügend Wasser aus Quellen. Und nicht zu vergessen der ewige Schnee mancher Berge in den Hochalpen. Und das Grundwasser. Und die Seen. Und der Niederschlag, der noch droben wartet, seinen Segen aufs trockene Land zu gießen. Erstaunlich.
Und dann führt uns der Prophet in einer sternklaren Nacht nach draußen und zeigt uns da droben das Firmament. Sehen können wir von bloßem Auge ungefähr die nächsten 6000 Sterne. Dahinter geht es aber noch weiter. Unsere eigene Galaxie, die Milchstraße, beinhaltet ungefähr 300 Milliarden Sterne, also 50 Millionen mal so viele, wie man von bloßem Auge sehen kann. Sie ist 100000 Lichtjahre groß, also das Licht benötigt 100000 Jahre, um von einem Ende zum anderen zu gelangen. Mit den heutigen Mitteln der Technik kann man von der Erde aus gesehen circa 50 Milliarden solcher Galaxien sehen und beobachten. Das ist unvorstellbar viel. Und doch sagt uns nun Jesaja, dass dieses ganze Weltall mit all den Milliarden von Milliarden von Sternen nicht nur von Gott geschaffen wurden, sondern auch, dass dies alles in Gottes Handspanne ausgebreitet ist. Die Handspanne ist die Größe, die sich zwischen der Spitze des Daumens und der des kleinen Fingers befindet. Das ist unser Gott! So unvorstellbar groß ist Er – und hat Sich doch uns Menschen offenbart. Weil Er mit uns leben möchte. Weil Er an uns interessiert ist. Und all dies hat Er gemacht, um uns zum Staunen und zum Lobpreis zu bringen. Da dürfen wir singen: Du großer Gott, wenn ich die Welt betrachte, die Du geschaffen durch Dein Allmachtswort! […] Dann jauchzt mein Herz Dir großem Herrscher zu! Wie groß bist Du, wie groß bist Du!
Ich möchte dem Leser überlassen, sich noch weiter auf diese Gedanken einzulassen. Gottes Größe und Macht bringt uns zum Staunen. Einen Gedanken aus diesen Versen möchte ich noch weiter geben. Im Folgenden stellt nämlich der Prophet einige Fragen. Sie alle zielen darauf ab, dass keiner von uns Menschen Gott gezeigt hat, wie Er alles schaffen soll. Es war alles Seine Idee, die Idee, die aus Gottes Größe, Allmacht und Liebe stammt. Doch wie schnell denken wir, dass wir unserem Gott Vorschriften machen müssen, wie Er in unserem Leben zu handeln habe! Wie schnell meinen wir, es besser zu wissen! Wie schnell fangen wir an, Gottes Wort zu relativieren und denken so klein von Ihm! Oh, lasst uns beten, dass uns der Heilige Geist in solchen Momenten in die sternenklare Nacht führen möge und uns zeigen: unser großer Gott hat all dies geschaffen! Sollte es Ihm nicht möglich sein, auch für unsere Probleme die Lösung bereits zu haben, bevor wir das Problem erkannt haben?

Der gute Hirte

Der gute Hirte
Steige auf einen hohen Berg, o Zion, die du frohe Botschaft verkündigst! Erhebe deine Stimme mit Macht, o Jerusalem, die du frohe Botschaft verkündigst; erhebe sie, fürchte dich nicht; sage den Städten Judas: Seht, da ist euer Gott! Siehe, Gott, der Herr, kommt mit Macht, und sein Arm wird herrschen für ihn; siehe, sein Lohn ist bei ihm, und was er sich erworben hat, geht vor ihm her. Er wird seine Herde weiden wie ein Hirte; die Lämmer wird er in seinen Arm nehmen und im Bausch seines Gewandes tragen; die Mutterschafe wird er sorgsam führen. (Jes. 40, 9 – 11)
Nun ist plötzlich nicht mehr nur Jesaja der Evangelist, sondern ganz Zion, also ganz Jerusalem, oder besser gesagt: Die Gesamtheit des Volkes Israel ist dazu berufen, Evangelist zu sein. Es ist das von Gott auserwählte Volk zum Segen aller Nationen. Bis zum heutigen Tag ist das Volk und die Nation Israel ein Wunder: Gejagt, verflucht, verfolgt, gemordet – und dennoch ein stark wie zu jeder Zeit. Auch heute ist Israel ein Bote Gottes – selbst wenn sie es nicht wahrhaben wollen. Aber am heutigen Staat Israel erfüllen sich zahlreiche Verheißungen, die Gott ihm gegeben hat – vor vielen Jahrhunderten und Jahrtausenden.
Die Botschaft muss bekannt werden. Der Evangelist darf sich nicht in eine Synagoge oder in ein Gemeindehaus zurückziehen – er muss da sein, wo er gehört wird. Zion soll auf einen hohen Berg. Das erinnert uns an die Bergpredigt, wo Jesus sagte, dass eine Stadt auf dem Berg nicht versteckt bleibt, sondern gesehen wird. Eine solche Stadt verbreitet ein Licht und ist anziehend. Ganz anders, wenn man das Licht unter einem Scheffel (eine Art Eimer, mit dem das Korn abgemessen wurde) stellt. Da nützt es niemandem etwas. Deshalb muss diese gute Botschaft, die Zion hat, in der ganzen Welt verbreitet werden.
Was ist denn diese frohe Botschaft, die Zion zu verkündigen hat? Es ist dies nämlich, dass es trotz der menschlichen Sünde und inneren Verderbtheit des Menschen Hoffnung gibt. Vom Moment des Sündenfalls an wissen die Menschen, dass Gott einen Retter senden wird, den Messias. Der gesamte Tempel- und Opferdienst Israels deutet auf diese Erlösung durch den Messias hin. Dies ist durch den Herrn Jesus am Kreuz auf Golgatha geschehen. Dort hat der Tausch stattgefunden: Jesus nahm die Schuld und Strafe der Sünde von uns Menschen auf Sich, bezahlte dafür und übertrug allen, die an Ihn glauben, Seine göttliche Gerechtigkeit und Schuldlosigkeit.
So kam Jesus in diese Welt hinein und sagte von Sich, dass Er der gute Hirte ist, und derjenige, welcher die Welt in Zukunft regieren wird. Und Jesaja fordert hier Israel auf, auszurufen, dass es Jahwe, der eine Gott Israels ist, welcher als dieser gute Hirte kommen wird. Es ist schade, dass es immer noch so viele Gruppen gibt, welche behaupten, Jesus sei nur Mensch gewesen. Hier sagt uns Jesaja ganz klar und deutlich, dass der eine Gott Israels, Jahwe, es sein wird, der mit Macht kommen und herrschen wird. Er wird Seine Herde weiden, die Gläubigen sind Seine Schafe. Und Er wird Sich um all jene kümmern, die Ihm nachfolgen. Welch ein Trost für uns! Seliges Wissen, Jesu ist mein! Er wird die jungen und schwachen im Glauben bei Sich tragen und für sie sorgen. Er hat es versprochen. Und das absolut Genialste ist, dass es nichts und niemanden gibt, der Ihm die Seinen weglocken oder entreißen kann. Wer Jesus hat, der hat das Leben. Ein für alle Male. Halleluja, gelobt sei Jahwe, unser Gott!