Buchtipp: Die Gabe der Könige

Hobb, Robin, Die Gabe der Könige, Penhaligon Verlag, RandomHouse, München, August 2017, Verlagslink, Amazon-Link
Vielen Dank an den Penhaligon-Verlag für das Rezensionsexemplar des Buches. 
 
Fitz Chivalric Weitseher ist ein uneheliches Kind von Prinz Chivalric, dem geplanten Thronfolger der Sechs Provinzen. Er erzählt in diesem Buch aus seiner Sicht, was sich in seinem Leben bisher zugetragen hatte. Die ersten Jahre wächst er ohne Erinnerung an seine Mutter oder weitere Familie auf; das erste Ereignis, an das er sich erinnern kann, ist die Ankunft in der Stadtfestung. Was er noch nicht weiß, ist, dass tief in ihm die Gabe der Weitseher-Könige schlummert – eine Fähigkeit, sich in die Gedanken anderer Menschen und Tiere „einzuhacken“, um diese zu lesen oder gar zu manipulieren. Damit diese Gabe zu ihrer Entfaltung kommt, muss sie hart trainiert werden; doch sie ist auch enorm gefährlich, da sie leicht missbraucht werden kann.
In Friedenszeiten wird eine solche Wunderwaffe nicht gebraucht, doch eines Tages wird klar, dass nicht allzu weit ein Feind lauert: Die Roten Korsaren. Sie waren mit Schiffen unterwegs, überfielen immer mal wieder Dörfer auf dem Festland der Sechs Provinzen, und kidnappten die Bevölkerung. Sie wollten Lösegeld, wenn die Geraubten getötet werden sollten. Ansonsten wurden sie zurückgebracht – als Entfremdete. In diesem Zustand waren die Rückkehrer emotions- und willenlos, agierten wie Roboter, überfielen Reisende, um sich ernähren zu können, und waren ansonsten so gleichgültig allem gegenüber, dass sie nur herumsaßen, bis sie wieder Hunger hatten. Ihre Notdurft verrichteten sie gerade da, wo sie sich zufällig befanden. Angesichts dieser Gefahr sollten die jungen Menschen mit dieser Superwaffe in kürzester Zeit ausgebildet werden, damit sie helfen konnten, die Sechs Provinzen zu beschützen. Doch ob dies gelingt? Das Leben auf dem Hof nimmt inzwischen den normalen Lauf, eine Hochzeit bahnt sich an, Intrigen verdichten sich ob der Gefahr von außen.
Die Lektüre dieses Fantasy-Romans hat mir gut gefallen, insbesondere auch deshalb, weil er viele aktuelle Fragen mit einem neuen Hintergrund erneut aufwirft: Wie gehen wir mit Superwaffen um? Was macht den Menschen aus? Fitz muss viele ethische Fragen klären und sich entscheiden, was er in welchem Fall tun will. Als Leser müssen wir uns diese Fragen auch stellen, und es tut uns gut, diese von einem Fantasy-Roman gestellt zu bekommen. Es ist keine leichte Lektüre, wenngleich mit der Zeit immer fesselnder, als sich die Ereignisse überstürzen und kurzfristige, ungeplante Reaktionen erfordern. Den Einstieg fand ich hingegen eher etwas zäh. Auch muss man sich natürlich fragen, ob die Autorin mit der Handlung im Roman die richtigen Antworten auf die brennenden Fragen zu geben vermag, was ich nicht immer so empfand. Doch alles in allem ist es ein spannender und lesenswerter Roman.
Ich gebe dem Buch vier von fünf Sternen.

 

16. Frage im Westminster Katechismus

16. Frage: Fiel die ganze Menschheit in Adams erster Übertretung?
16. Antwort: Der Bund wurde mit Adam40 nicht nur für ihn selbst gemacht, sondern für seine Nachkommenschaft; die ganze Menschheit, die durch natürliche Fortpflanzung von ihm abstammt, sündigte in ihm und fiel in seiner ersten Übertretung41.
Bibelstellen dazu:
40 1. Mose 2, 16 – 17: Und Gott der Herr gebot dem Menschen und sprach: Von jedem Baum des Gartens darfst du nach Belieben essen; aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen sollst du nicht essen; denn an dem Tag, da du davon isst, musst du gewisslich sterben! Jakobus 2, 10: Denn wer das ganze Gesetz hält, sich aber in einem verfehlt, der ist in allem schuldig geworden.
41 Römer 5, 12 – 21: Darum, gleichwie durch einen Menschen die Sünde in die Welt gekommen ist und durch die Sünde der Tod, und so der Tod zu allen Menschen hingelangt ist, weil sie alle gesündigt haben (denn schon vor dem Gesetz war die Sünde in der Welt; wo aber kein Gesetz ist, da wird die Sünde nicht in Rechnung gestellt. Dennoch herrschte der Tod von Adam bis Mose auch über die, welche nicht mit einer gleichartigen Übertretung gesündigt hatten wie Adam, der ein Vorbild dessen ist, der kommen sollte. Aber es verhält sich mit der Gnadengabe nicht wie mit der Übertretung. Denn wenn durch die Übertretung des Einen die Vielen gestorben sind, wie viel mehr ist die Gnade Gottes und das Gnadengeschenk durch den einen Menschen Jesus Christus in überströmendem Maß zu den Vielen gekommen. Und es verhält sich mit dem Geschenk nicht so, wie mit dem, was durch den Einen kam, der sündigte. Denn das Urteil [führt] aus der einen [Übertretung] zur Verurteilung; die Gnadengabe aber [führt] aus vielen Übertretungen zur Rechtfertigung. Denn wenn infolge der Übertretung des Einen der Tod zur Herrschaft kam durch den Einen, wie viel mehr werden die, welche den Überfluss der Gnade und das Geschenk der Gerechtigkeit empfangen, im Leben herrschen durch den Einen, Jesus Christus!) Also: wie nun durch die Übertretung des Einen die Verurteilung für alle Menschen kam, so kommt auch durch die Gerechtigkeit des Einen für alle Menschen die Rechtfertigung, die Leben gibt. Denn gleichwie durch den Ungehorsam des einen Menschen die Vielen zu Sündern gemacht worden sind, so werden auch durch den Gehorsam des Einen die Vielen zu Gerechten gemacht. Das Gesetz aber ist daneben hereingekommen, damit das Maß der Übertretung voll würde. Wo aber das Maß der Sünde voll geworden ist, da ist die Gnade überströmend geworden, damit, wie die Sünde geherrscht hat im Tod, so auch die Gnade herrsche durch Gerechtigkeit zu ewigem Leben durch Jesus Christus, unseren Herrn. 1. Korinther 15, 22: denn gleichwie in Adam alle sterben, so werden auch in Christus alle lebendig gemacht werden.

15. Frage im Westminster Katechismus

15. Frage: Was war die Sünde, wodurch unsere ersten Eltern aus dem Zustand fielen, in dem sie geschaffen wurden?
15. Antwort: Die Sünde, durch die unsere ersten Eltern aus dem Zustand fielen, in dem sie geschaffen wurden, war ihr Essen von der verbotenen Frucht39.
Bibelstellen dazu:
39 1. Mose 3, 6: Und die Frau sah, dass von dem Baum gut zu essen wäre, und dass er eine Lust für die Augen und ein begehrenswerter Baum wäre, weil er weise macht; und sie nahm von seiner Frucht und aß, und sie gab davon auch ihrem Mann, der bei ihr war, und er aß.

14. Frage im Westminster Katechismus

14. Frage: Was ist Sünde?
14. Antwort: Sünde ist jeder Mangel an Übereinstimmung mit dem Gesetz Gottes oder jede Übertretung desselben38.
Bibelstellen dazu:
38 3. Mose 5, 17: Und wenn eine Seele sündigt und irgend etwas von alledem tut, was der Herr verboten hat und man nicht tun soll, auch wenn sie es nicht gewusst hat, so ist sie [dennoch] schuldig und trägt ihre Schuld. Jakobus 4, 17: Wer nun Gutes zu tun weiß und es nicht tut, für den ist es Sünde. 1. Johannes 3, 4: Jeder, der die Sünde tut, der tut auch die Gesetzlosigkeit; und die Sünde ist die Gesetzlosigkeit.

13. Frage im Westminster Katechismus

13. Frage: Blieben unsere ersten Eltern in dem Zustand, in dem sie geschaffen wurden?
13. Antwort: Unsere ersten Eltern, der Freiheit ihres Willens überlassen, fielen aus dem Zustand, in dem sie geschaffen wurden, durch die Sünde gegen Gott37.
Bibelstellen dazu:
37 1. Mose 3, 6 – 8: Und die Frau sah, daß von dem Baum gut zu essen wäre, und daß er eine Lust für die Augen und ein begehrenswerter Baum wäre, weil er weise macht; und sie nahm von seiner Frucht und aß, und sie gab davon auch ihrem Mann, der bei ihr war, und er aß. Da wurden ihnen beiden die Augen geöffnet, und sie erkannten, daß sie nackt waren; und sie banden sich Feigenblätter um und machten sich Schurze. Und sie hörten die Stimme Gottes des Herrn, der im Garten wandelte, als der Tag kühl war; und der Mensch und seine Frau versteckten sich vor dem Angesicht Gottes des Herrn hinter den Bäumen des Gartens. 2. Korinther 11, 3: Ich fürchte aber, es könnte womöglich, so wie die Schlange Eva verführte mit ihrer List, auch eure Gesinnung verdorben [und abgewandt] werden von der Einfalt gegenüber Christus.

10. Frage im Westminster Katechismus

10. Frage: Wie schuf Gott den Menschen?
10. Antwort: Gott schuf den Menschen als Mann und als Frau, nach seinem Bild26, mit Erkenntnis27, Gerechtigkeit und Heiligkeit28, mit Herrschaft über die Geschöpfe29.
Bibelstellen dazu:
26 1. Mose 1, 27: Und Gott schuf den Menschen in seinem Bild, im Bild Gottes schuf er ihn; als Mann und Frau schuf er sie.
27 Kolosser 3, 9 – 10: Lügt einander nicht an, da ihr ja den alten Menschen ausgezogen habt mit seinen Handlungen und den neuen angezogen habt, der erneuert wird zur Erkenntnis, nach dem Ebenbild dessen, der ihn geschaffen hat
28 Epheser 4, 24: Und den neuen Menschen habt angezogen, der Gott entsprechend geschaffen ist in wahrhafter Gerechtigkeit und Heiligkeit.
29 1. Mose 1, 28: Und Gott segnete sie; und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehrt euch und füllt die Erde und macht sie euch untertan; und herrscht über die Fische im Meer und über die Vögel des Himmels und über alles Lebendige, das sich regt auf der Erde! Psalm 8: Herr, unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name auf der ganzen Erde, der du deine Hoheit über die Himmel gesetzt hast! Aus dem Mund von Kindern und Säuglingen hast du ein Lob bereitet um deiner Bedränger willen, um den Feind und den Rachgierigen zum Schweigen zu bringen. Wenn ich deinen Himmel betrachte, das Werk deiner Finger, den Mond und die Sterne, die du bereitet hast: Was ist der Mensch, daß du an ihn gedenkst, und der Sohn des Menschen4, daß du auf ihn achtest? Du hast ihn ein wenig niedriger gemacht als die Engel; mit Herrlichkeit und Ehre hast du ihn gekrönt. Du hast ihn zum Herrscher über die Werke deiner Hände gemacht; alles hast du unter seine Füße gelegt: Schafe und Rinder allesamt, dazu auch die Tiere des Feldes; die Vögel des Himmels und die Fische im Meer, alles, was die Pfade der Meere durchzieht. Herr, unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name auf der ganzen Erde!

Ein trauriges Jubiläum

Ein trauriges Jubiläum – Gedanken zu 40 Jahren Roe v. Wade

Heute vor 40 Jahren, am 22. Januar 1973, wurde mit dem Gerichtsurteil Roe v. Wade ein Urteil mit großem Ausmaß gefällt. Obwohl dieses Urteil nur in den Vereinigten Staaten direkte Auswirkungen hatte, wurden dadurch viele Entscheidungen in anderen Ländern getroffen, deren Ergebnisse sich als ähnlich schrecklich erweisen.
Doch was war Roe v. Wade genau? Es war das Grundsatzurteil, welches vom US-amerikanischen Supreme Court (dem obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten) gefällt worden war in Bezug auf Schwangerschaftsabbrüche. Es war eine der Entscheidungen, welche in den USA „landmark court decision“ genannt wird, weil dadurch das bisherige Gesetz geändert und dadurch die amerikanische Verfassung neu interpretiert werden muss. Dieser Fall in den USA wurde derart groß aufgerollt, dass dadurch die Diskussion in zahlreichen anderen Ländern auch angestoßen wird.
Durch das Urteil des obersten Gerichtshofes wurde ein neuer Standard in Bezug auf den Schutz des menschlichen Lebens gesetzt, weil dadurch festgelegt wurde, dass ab sofort der Teil des Lebens vor der Geburt nicht mehr unter dem Schutz des Staates stehen soll. Doch eigentlich hätte dieser genau diesen Auftrag, nämlich das Leben zu schützen.
Dass es Schwangerschaftsabbrüche gibt, ist nichts Neues. Es gab sie schon immer, könnte man sagen. Dass nun aber der Staat durch ein Gerichtsurteil den Schutz des Lebens aufhebt und damit den Menschen freie Hand gibt in dem, was sie mit anderen Menschen machen, das ist das Unerhörte an der ganzen Sache. Homo hominem lupus est, der Mensch ist dem Menschen ein Wolf, so sagte man bereits in der Antike. Und hier wird der Fanatismus des Menschen gegen andere Menschen so deutlich, dass man es eigentlich nicht zu erwähnen brauchte. Aber die Änderung eines Gesetzes bewirkt über kürzere oder längere Frist auch eine Veränderung der Moral der Gesellschaft.
Plötzlich wird das Leben neu definiert. Das Leben ist nicht mehr das Leben, nein, es ist nur dann ein Leben, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind. Es ist dann Leben, wenn seit der Befruchtung der Eizelle eine bestimmte Zeit verstrichen ist. Es ist nur dann Leben, wenn es gesund ist. Und hier kommen wir an eine Grenze, denn wer kann Gesundheit definieren? Wer kann Unversehrtheit des Lebens definieren? Wer hat das Recht dazu?
Das Recht dazu hat eigentlich allein Gott. Und Er definiert das Leben recht klar in Seinem Wort. Wir tun gut daran, dieses ernst zu nehmen und danach zu handeln – und ebenso auch, unsere eigene Definition davon abhängig zu machen. Deshalb fragen wir heute, was Er dazu zu sagen hat. Doch zunächst wollen wir uns noch die Auswirkungen von Roe v. Wade betrachten. Das Ergebnis des Gerichtsprozesses von Roe v. Wade hat zunächst einmal als Vorbild für viele andere Staaten fungiert. Man muss sehen, dass die USA lange Zeit als eher konservativer Staat betrachtet wurden. Und wenn ein solcher Staat schon eine derart tiefgreifende Veränderung des Gesetzes, sowie eine Neuinterpretation der Verfassung wollte, so war dies ein Grund für viele andere Länder, sich darüber auch Gedanken zu machen. So gab es immer mehr Änderungen, die zu einem Ausmaß an Schwangerschaftsabbrüchen führte, die unvorstellbar ist. Allein hier in Deutschland werden jedes Jahr zwischen 100’000 und 110’000 Babies abgetrieben. Das sind ca. 13% aller Schwangerschaften. Weltweit sind es jährlich ungefähr 42’000’000 Babies. Um sich diese Zahl besser vorstellen zu können: Deutschland hat 82’000’000 Einwohner. Innerhalb von zwei Jahren werden also weltweit mehr Babies ermordet als Deutschland Einwohner hat. Im 2. Weltkrieg geht man davon aus, dass weltweit ungefähr 64’000’000 Menschen durch den Krieg direkt ums Leben gekommen sind in all den Jahren. Hierzu bedarf es lediglich 1,5 Jahre an weltweiter Abtreibung, um denselben Schaden an Menschenleben anzurichten. Es kann hierbei keinesfalls darum gehen, irgend etwas zu beschönigen an dem, was geschehen ist. Aber man darf auch nicht beschönigen, was die Entscheidung des Falls Roe v. Wade angerichtet hat.
Und was sagt nun Gott zu dieser Sache?
An erster Stelle sei festgehalten, dass für Gott der Schutz des Lebens einen sehr hohen Stellenwert hat. Bereits im Bund mit Noach (1. Mose 9), welcher universell, also für alle Menschen aller Zeiten seit der Sündflut leben, gültig ist, stellt der Schutz des Lebens und das Errichten einer Gerichtsbarkeit, die das Leben schützen soll, eine zentrale Rolle.
Die Gesetze Israels sind nicht unsere Gesetze, aber sie zeigen uns ebenfalls, was Gott wirklich wichtig ist. So ist zum Beispiel der Schutz der Armen, der Unterdrückten, der Fremden, der Witwen und Waisen ein wichtiger Bestandteil. Diejenigen, welche wehrlos sind, müssen geschützt werden. Und im Grunde genommen gibt es keinen Ort und keine Zeit, in welcher ein Mensch hilfloser und wehrloser ist als im Mutterleib vor der Geburt. Es kann keinesfalls als etwas Normales betrachtet werden, dass heute so oft auf diese Weise reagiert wird auf eine Schwangerschaft. Es muss direkt als fanatisch und lebensfeindlich bezeichnet werden.
Des Weiteren gibt es zahlreiche Bibelstellen, aus deren Kontext hervorgeht, dass Gott der Schutz des Lebens, und in unserer heutigen Zeit – damals wäre dies etwas Unerhörtes gewesen – ganz besonders auch der Schutz des ungeborenen Menschenlebens etwas grundlegend Wichtiges ist. Aus den Gesetzen Israels geht zum Beispiel hervor, dass ein ungeborener Mensch für Gott genauso wichtig ist wie ein bereits zur Welt gekommenes Kind. So besagen die Gesetze, dass jemand, der im Streit mit einem anderen Mann eine schwangere Frau ungewollt stößt und damit das Kind schädigt, dieser in dem Fall gleich zu behandeln ist, wie wenn er einen bereits geborenen Menschen geschädigt hat.
Auch in den Psalmen finden wir den Gedanken immer wieder, dass Kinder für Gott wertvoll sind. So zum Beispiel in Ps. 127,3. Des Weiteren wird aus Psalm 139 deutlich, dass Gott die Kinder bereits im Mutterleib als vollwertige Menschen betrachtet, was sich auch mit der Lehre des NT deckt, denn bei dem Besuch der Maria bei Elisabeth (Lukas 1, 39 – 45) wird das noch Ungeborene bereits als „Kind“ oder „Baby“ bezeichnet. Somit gilt alles, was die Bibel zum Schutz des Lebens sagt, ohne Einschränkung auch für noch ungeborene Babies.
An dieser Stelle kommt nun die Frage auf, wie wir mithelfen können, das Leben zu schützen. Ich weiß nicht, wie man Roe v. Wade und alle Gesetzesänderungen in anderen Ländern rückgängig machen könnte. Vermutlich wird das gar nicht möglich sein. Aber es ist wichtig, dass wir hier nicht einfach die Augen verschließen, sondern uns bewusst sind, was in der Welt abgeht. Und jeder von uns kann einen Teil dazu beitragen, dass die Menschen sensibilisiert werden und sich mit dem Thema auch auseinandersetzt. Es gibt zum Beispiel jedes Jahr einen „Marsch für das Leben“, wo auf diese Problematik aufmerksam gemacht wird. Wichtig ist aber auch, dass wir die Menschen, welche dies bereits durchgemacht haben oder sich darüber Gedanken machen, nicht ablehnen, sondern zu helfen versuchen, wo wir es können. So kann uns auch dieses traurige Jubiläum dazu dienen, das Thema anzusprechen. 

Was ist der Mensch?

Was ist der Mensch?
Was ist der Mensch,
dass seiner Du gedenkst?
Und dass Du liebevoll
seine Schritte lenkst?
Dass Du voll Lieb’ und Treue
jeden Tag aufs Neue
voll Güte ihn beschenkst?
Was ist der Mensch,
dass Du im Leiden
am Stamm des Kreuzes
so bescheiden
für ihn hast Qual ertragen
für ihn Dich ließest schlagen,
um ihn zu kleiden.
Was ist der Mensch,
dass Du ihn liebst,
und dass Du Sünde
ihm gern vergibst.
Damit er ewig könne droben
Dich mit seiner Stimme loben
wie Du beschriebst.
Was ist der Mensch,
dass Du ihn willst,
in seinem Innern
die Stürme stillst,
Du willst gebrauchen ihn so gerne,
auf dass er von Dir Liebe lerne,
mit der Du füllst.
14.11.2012
Jonas Erne

Psalm 139

Psalm 139 (Gedicht)
Eine Info an den Lobpreisleiter zu Beginn:
Dies Lied hat David geschrieben, im Sinn
dem HERRN zu danken und Ihn zu loben:
HERR, Du kennst mich, von unten bis oben!
Du erforschst all mein Denken, Reden und Tun,
auch meine Zukunft ist Dir offen im Nun!
Du, HERR, siehst mein Tun und Lassen,
all mein Lieben, all mein Hassen,
weißt, ob ich sitze oder stehe,
wo ich bleibe, wo ich gehe.
Was ich fühle, was ich denke,
erkennst, wem ich Beachtung schenke.
Du siehst meinen Weg, den ich beschreite,
mein Hinlegen, zum Schlafe ich mich bereite,
beobachtest Du und siehst, wohin ich mich lege
erkennst auch mein Gehen und all meine Wege,
die je ich betreten und habe begangen,
fühlst mit mir mit, meine Ängste, mein Bangen.
Denn kein Wort war je auf meiner Zunge verborgen
vor Dir, und in meinen Gedanken jedwede Sorgen,
die Du nicht gekannt und gewusst noch vor mir.
O HERR, wie wunderbar ist das Leben mit Dir!
Nichts tritt auf meine Lippen, das Du nicht gekannt,
und dennoch bin ich nicht von Dir weg verbannt!
Von hinten und von vorn umgibst Du mich,
hältst mich fest, HERR, dafür liebe ich Dich!
Deine Hand hast Du um mich gelegt, meine Füße
stehn auf Dir als Fundament, deshalb schließe
mich ganz ein in Dich und Deine ewige Treue,
Dein Segen ist auf mir, dessen ich mich erfreue.
Zu wunderbar ist die Erkenntnis,
es fehlt zum Erfassen das Verständnis.
Das Wissen um all Dein Vermögen,
denn Deiner Macht steht nichts entgegen.
Zu hoch ist mir, dies zu verstehen,
und doch hast Du mich ausersehen.
Wohin könnte ich denn gehen vor Deinem Geist?
Wohin vor Dir, der Du doch alles weißt?
Wollte ich fliehen vor Dir, HERR, wohin?
Wer kann mich verbergen vor Deinem Sinn?
Vor Deinem Angesicht kann ich nicht verschwinden,
denn immer werde ich mich vor Dir befinden.
Wenn ich ins Weltall flöge, auf einen Planeten,
einen Stern, Meteoriten oder einen Kometen:
Der ganze Himmel steht vor Dir ganz offen,
auch dort wär ich überall auf Dich getroffen.
Legte ich mich ins Totenreich, den Scheol, hinein:
siehe, auch da wird Deine Gegenwart sein.
Würde ich Flügel des Morgens erheben,
in der Frühe des Taus am Meeresufer leben,
wenn ich mit Flügeln des Windes flöge,
ans äußerste Gestade der Wasser hinzöge,
wenn ich dort bliebe, um einsam zu bleiben,
um Deine Gegenwart von mir zu vertreiben,
so würde dennoch Deine liebende Hand
mich festhalten, selbst in fernstem Land.
Und bei Dir halten, ja, zu Dir führen,
mich festhalten, um mich nie zu verlieren,
würde Deine Rechte, ausgestreckt zu mir,
denn so lange ich bin, gehöre ich Dir.
Wenn ich nun spräche, um mich zu verstecken:
Finsternis möge meinen Körper verdecken;
keiner soll mich sehn in dieser Welt,
verborgen zu sein, ist, was mir gefällt,
ja, Nacht soll es werden rings um mich her!
Wäre denn dieses Dunkel zu schwer?
Doch Finsternis verfinstert Deine Augen nicht,
vielmehr ist Dunkel nicht dunkler als Licht.
Denn sei es bei Nacht oder sei es bei Tage,
für Dich ist’s dasselbe, das ist keine Frage.
Für Dich, o HERR, ist der Tag wie die Nacht:
Beide sind nicht um das Licht gebracht.
Denn Du hast geschaffen zu Deinem Besitze
tief in mir drin meine Nieren zur Stütze,
hast sie fein säuberlich geformt und gepflegt,
in meiner Mutter Leib mich geschützt und gehegt,
damit mir kein Übel dieser Welt mag begegnen,
hörst nicht auf, mich mit Gutem zu segnen.
Dafür, dass Du mich so wunderbar gemacht
und in mir ein wunderbares Werk hast vollbracht,
dafür will ich Dir danken, Dich loben,
mein HERR, der Du bist im Himmel droben.
Wundervoll sind all Deine Werke und Befehle,
dies weiß meine von Dir geliebte Seele.
Nicht versteckt vor Dir war mein
im Verborgenen geschaffnes Sein,
das Du, o HERR, hast wohl gemacht
und ganz genial Dir ausgedacht.
Du hast es im Versteck gewoben,
und dies so gut, ich will Dich loben.
Als meine Form noch unperfekt
im Mutterleibe war versteckt,
da sahen Deine Augen mich an
und in Deinem Buch war dann
bereits die Tage eingetragen,
als noch keiner war von jenen Tagen.
Und für mich – wie wertvoll sind
Deine Gedanken für mich, Dein Kind!
O Gott, wie groß ist ihre Zahl,
viel mehr als aller Sonnen Strahl!
Viel mehr als Wellen an Meeres Strand
und aller Sterne an Himmels Band.
Wollt ich sie zählen, sie schreiben mir auf,
so wären sie alle mit’nander zuhauf
viel mehr als der Meeresufer ist Sand,
auch mehr als die Länge der Himmel Rand.
Und wache ich auf, so bin ich bei Dir,
Du hast mich gehalten, bliebst immer bei mir.
O dass Du, Gott, den gottlosen Leuten
das Leben zertrenntest, die nie es bereuten,
vor Dir in Sünde und Stolz zu leben,
nach eitlem Egoismus zu streben,
dass die Blutgierigen müssen mir weichen,
statt ihr Ziel an mir zu erreichen.
Denn sie sind es, die herausfordernd sagen:
Was sollen wir nach diesem Gott denn fragen?
Voll Arglist und Bosheit rotten sie sich zusammen:
Unsrer sind viele, wer will uns verdammen?
So erheben sie ihre Hände zum Lügen,
und sehen zu, dass sie jeden betrügen.
Sollte ich denn etwa nicht
hassen alle, die nun schlicht
und ergreifend meinen HERRN
hassen, anstatt dass sie gern
dienen? Ist verabscheun verwegner
die sich zeigen als Deine Gegner?
Mit Hass, der nun nicht könnte mehr
sein, so hasse ich sie, HERR,
mit vollkommen starkem Hass,
auf den immer ist Verlass,
zu Feinden sind sie mir geworden,
die Dich befeinden, allerorten.
Durchsuche mich, Gott, darum bitte ich Dich,
lüfte jeden Schleier, schau tief in mich,
wie es um mich steht, was mein Herz bewegt,
wonach es verlangt, bei was es sich regt,
prüfe mich, HERR, denn Du siehst aufs Herz,
Du kennst mich, weißt jeden Schmerz.
Und sieh, HERR, welchen Weg ich will gehen,
ob meine Pfade vor Dir, HERR, bestehen,
wenn Du mich siehst weichen auf üblen Pfad,
so lasse mich wissen Deinen guten Rat
und führe mich, HERR, mein höchstes Gebet,
auf dem Weg der Ewigkeit, der immer besteht.
(frei nach Psalm 139)
27.08.2012, Jonas Erne

O Mensch, der eilig dich erhebest

O Mensch, der eilig dich erhebest
O Mensch, der eilig dich erhebest
in eitel Stolz und Selbstvertraun
siehst nicht, wie nichtig all dein Streben
auf eigne Gerechtigkeit zu baun.
Wie schnell kommt doch des Tages Grauen,
das alles weit ins Lichte rückt
wo du dich selber musst beschauen,
dein Auge all dein Tun erblickt
Die Dinge, die in finstern Ecken
wir lange haben weg versteckt,
damit wir selbst uns nicht erschrecken
und keiner das Wahre uns entdeckt
Doch sieh, der Nacht folgt immer Licht
und leuchtet aus den letzten Fleck.
Der helle Tag ist das Gericht:
Da kommt zum Vorschein all der Dreck,
den lieber wir verstecken wollen.
Doch gibt’s die andre Lösung heute
für jeden, der es noch bereute,
im Leben, was er tat.
Und bracht’ dem Herrn auf Golgatha
die Schuld wie als ein Opfer dar
dem Herrn der größten Liebe,
der auf sich nahm die Hiebe
und alle unsre Schuld.
Jonas Erne, 21. 08. 2012