Schöpfungsgeschichte auf Naturwissenschaftlich

Eine der unendlich vielen möglichen Schöpfungsgeschichten auf Naturwissenschaftlich:

Im Anfang war das Nichts, doch das Nichts war nicht nichts, sondern waberte beständig zwischen positivem und negativem Nichts herum. Und eines Tages sammelte sich das positive Nichts ohne Grund an einem bestimmten Ort im Nichts, und entwickelte aus dem Nichts eine so große Energie, dass alles Nichts in sehr viele Teile zerfiel und sich im ganzen Nichts weit herum verteilte. Und aus diesem Nichts ist ohne Grund schrittweise alles entstanden. Die Strukturen des positiven Nichts wurden immer komplexer, bis diese Strukturen eines Tages so geistreich waren, dass sie sich fragen konnten, woher das alles stammt.

Vertrauenswürdige Bibel: Schöpfungsgeschichten im Vergleich

Bevor wir uns den Fragen nach der Inspiration und der Irrtumslosigkeit der Bibel stellen, möchte ich zwei wichtige Gründe vorstellen, warum wir der Bibel vertrauen können. Ganz besonders wichtig ist dabei, dass wir den ersten Kapiteln der Bibel zu vertrauen lernen. Auf diesen ist die gesamte Bibel des Alten und Neuen Testaments aufgebaut. Wenn wir die ersten Kapitel der Bibel verwerfen, können wir auch den Rest inklusive der Bergpredigt gleich mit in die Tonne hauen. Dies hängt damit zusammen, dass uns diese ersten Kapitel die biblische Weltanschauung vermitteln, also die Augen schenken, mit denen wir den Rest der Bibel korrekt lesen und verstehen können. Hier finden wir Antworten auf die wichtigen Fragen im Leben: Woher komme ich? Wozu lebe ist? Wer bin ich? Was macht mich aus? Warum gibt es trotz dieser unbeschreiblichen Schönheit dennoch so viel Leid in der Welt? So wird vieles im Leben verdunkelt und unverständlich, wenn wir den ersten Teil der Bibel außen vor lassen.
Ich werde jetzt eine These aufstellen und für diese zu argumentieren versuchen. Meine These lautet:
Der ursprünglichste Bericht von der Schöpfung und der frühesten Zeit ist derjenige in 1. Mose 1 – 11 – andere ähnliche Berichte sind veränderte Versionen davon.
Häufig wird das abgestritten, indem man argumentiert, dass das 1. Buch Mose erst nach den sumerischen und babylonischen (beide im heutigen Gebiet des Irak) Versionen geschrieben worden sei, und wegen einiger Ähnlichkeiten die Autoren der Bibel bei diesen Versionen abgeschrieben worden sein müsse. Es gibt jedoch keine Hinweise darauf, dass alle Inhalte des 1. Mosebuches erst von Mose verfasst worden sein müssen. Vielmehr gibt es immer wieder Listen, die ein Hinweis darauf sind, dass sie schriftlich abgefasst und so über die Jahrhunderte und die Generationen ihren Weg zu Mose gefunden haben. So etwa in 1. Mose 5: „Dies ist das Buch der Geschichte von Adam: An dem Tag, als Gott den Menschen schuf, machte er ihn Gott ähnlich; als Mann und Frau schuf er sie; und er segnete sie und gab ihnen den Namen »Mensch«, an dem Tag, als er sie schuf. Und Adam war 130 Jahre alt, als er einen Sohn zeugte, ihm selbst gleich, nach seinem Bild, und er nannte ihn Seth.“(1. Mose 5, 1 – 3)
Genau so, wie es von Anfang an eine Sprache gab, in welcher die Menschen miteinander aber auch mit Gott kommunizieren konnten, so wird es auch früh eine Schrift gegeben haben, mit welcher sie diese Berichte aufschreiben konnten. Die frühesten Teile der babylonischen Erzählungen stammen von 2400 v. Chr. Da ist es gut möglich, dass erste Listen und Berichte, die von Mose um ca. 1600 v. Chr. Zum 1. Mosebuch verarbeitet wurden, bereits 1000 Jahre vor den babylonischen und sumerischen Erzählungen vorhanden waren.
Noch eine Bemerkung am Rande: Es wird auch häufig behauptet, dass die Bibel zwei verschiedene Schöpfungsberichte beinhalte, die sich gegenseitig widersprechen würden. Das ist ganz einfach eine falsche Behauptung. Es gibt nur einen Schöpfungsbericht, der von 1. Mose 1, 1 – 2, 4 geht. Ab 1. Mose 2, 4 beginnt nicht ein zweiter Schöpfungsbericht, sondern es wird ein Ausschnitt aus dem Schöpfungsbericht, nämlich die Erschaffung des Menschen, „herangezoomt“ und detailreicher betrachtet.
Ich möchte meine obige These zu belegen versuchen, indem ich aufzeige, dass der Inhalt von 1. Mose 1 – 11 der Bericht ist, der die meisten Elemente enthält, die rund um den Erdball in den diversen Schöpfungsberichten zu finden sind. Meine These ergibt sich aus 1. Mose 11, als der Turm von Babel zur Sprachverwirrung und die Sprachverwirrung zur weltweiten Zerstreuung der Menschen geführt hat. Es ist nur logisch, dass dann jede Sprachgruppe die Grundlinien des biblischen Schöpfungsberichts übernommen und im Laufe der Jahrhunderte an ihre neue Umgebung angepasst hat.
Im Weiteren möchte ich zu verschiedenen Stichworten versuchen, meine These zu belegen. Es ist natürlich klar, dass dies nicht umfassend geschehen kann, da es hunderte von verschiedenen Schöpfungserzählungen gibt und man so auch zu viele Stichworte aufzählen müsste. Darüber könnte man nun ganze Bücher schreiben. Mein Ziel ist einfach die wichtigsten Stichworte des biblischen Berichts der Kapitel 1 – 11 im 1. Mose.
Schöpfung aus dem Nichts
Gleich zu Beginn etwas Interessantes: Weder die sumerischen noch die babylonischen Schöpfungsmythen (wie etwa das Gilgamesch-Epos oder das Atrahasis-Epos) kennen eine Schöpfung aus dem Nichts. Vielmehr gehen diese immer von einem Urmeer aus, welchem die ersten Götter entspringen. Wenn man jedoch in den fernen Osten schweift, so findet sich die Schöpfung aus dem Nichts etwa in Polynesien, wo der Gott Kiho vor der Schöpfung allein in der Leere lebte, oder im alten Indien in der Rigveda, die zu erzählen weiß, dass es am Anfang nur das Nichtsein (Nichtexistenz) gab. Die Bibel macht klar, dass am Anfang nur Gott war und dieser alles aus dem Nichts geschaffen hatte.
Schöpfung durch das Wort
Ähnlich wie in der Bibel, welche sagt, dass Gott sprach … und es geschah, gibt es in verschiedenen Kulturen eine Erschaffung durch das Wort. So soll es etwa nach indischer Erzählung der heilige Urklang „Om“ (langgezogenes Ohhhm) gewesen sein, durch den alles entstanden sei. Dieser Klang entsteht eigentlich aus dem zusammengezogenen Aum und wird auch heute noch vielfach als meditatives Mantra gebraucht.
Trennung von Himmel und Erde
Die Bibel sagt uns: „Und Gott sprach: Es werde eine Ausdehnung inmitten der Wasser, die bilde eine Scheidung zwischen den Wassern! Und Gott machte die Ausdehnung und schied das Wasser unter der Ausdehnung von dem Wasser über der Ausdehnung. Und es geschah so. Und Gott nannte die Ausdehnung Himmel. Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: der zweite Tag.“ (1. Mose 1, 6 – 8) So trennte Gott die Himmel von der Erde. In ähnlicher Weise kennen viele andere Erzählungen eine Erschaffung durch das Trennen von Himmel und Erde. Bei den Maori in Neuseeland sind etwa Himmel und Erde zuerst in inniger Umarmung und halten sich so umschlungen und gebären viele Kinder (die dann zu Göttern der Maori werden). Da die Kinder wachsen und es ihnen zu eng wird, schieben sie einfach die Beiden auseinander, durch diese Trennung entstehen Himmel und Erde.
Gott als Handwerker
Die Bibel kennt eine ganze Vielzahl an Berufen, die Gott bei der Schöpfung ausgeübt hat: Schöpfer, Qualitätsmanager, Namensgeber, Konstrukteur, Dekorateur, Gärtner und Töpfer. Der altägyptische Gott Ptah heißt übersetzt schon „Der Bildner“ und hat nach der Legende die Menschen auf einer Töpferplatte aus Ton erschaffen. So haben wir auch hier wieder ein Element, welches die ägyptischen Legenden aus dem ursprünglichen Bericht des 1. Mosebuchs entnommen haben.
Der Sündenfall
Nicht nur in der Bibel gibt es einen Sündenfall, sondern auch in zahlreichen weiteren Kulturen. Häufig war der Sündenfall mit einer Sintflut verknüpft worden. So etwa bei den Maya in Mittelamerika. Die Flut kam, weil die Menschen den Göttern zu wenig Respekt entgegenbrachten und zu arrogant wurden.
Der Brudermord
Auch Kain und Abel sind bekannte Phänomene. Doch auch andere Kulturen kennen den Brudermord in ihren Legenden. So etwa in Ägypten, wo Osiris durch Seth ermordet wurde, indem er in einem mit Blei beschwerten Sarkophag in den Nil geworfen wurde. Auch im antiken Rom gab es eine solche Sage, nämlich dass die Gründer der Stadt Rom, Romulus und Remus, Kinder des römischen Kriegsgottes Mars und einer Priesterin waren. Die beiden gerieten in einen Streit darüber, nach wem von den beiden die Stadt benannt werden solle, und im Zorn erschlug Romulus seinen Bruder.
Die Sintflut
Wie bereits weiter oben erwähnt, gibt es in vielen Teilen der Welt Flutgeschichten. Diese haben einige Gemeinsamkeiten: Die Menschheit wird böse, es braucht eine Rückkehr zur ursprünglichen Schöpfung, was durch eine Flut ermöglicht wird, die den bösen Teil der Menschheit erfasst. Und dann gibt es einen Helden im Zentrum der Flutgeschichte, der die Flut überlebt und zur Basis einer neuen Menschheit wird. Dieser Aufbau findet sich nicht nur in 1. Mose, sondern auch etwa in den sumerischen und babylonischen Schriften (wie etwa dem Gilgamesch-Epos, Atrahasis-Epos, etc.), aber selbst unter den Inuit findet sich die Erzählung von der Flut.
Der Turmbau zu Babel
Auch die Erzählung vom Turmbau findet sich in anderen Kulturen wieder. So etwa auch im sumerischen Umfeld, wo es ebenfalls um ein Bauwerk – einen Tempel – und im Gefolge dessen um die Sprachverwirrung geht.
So sehen wir, dass es sehr gute Gründe gibt, davon auszugehen, dass die Berichte der Bibel ursprünglich sind und deshalb auch der Wahrheit Gottes entsprechen.
Wie habe ich dein Gesetz so lieb! Ich sinne darüber nach den ganzen Tag. Deine Gebote machen mich weiser als meine Feinde, denn sie sind ewiglich mein Teil. Ich bin verständiger geworden als alle meine Lehrer, denn über deine Zeugnisse sinne ich nach. Ich bin einsichtiger als die Alten, denn ich achte auf deine Befehle. Ich halte meine Füße fern von jedem bösen Weg, damit ich dein Wort befolge. Von deinen Bestimmungen bin ich nicht abgewichen, denn du hast mich gelehrt. Wie süß ist dein Wort meinem Gaumen, mehr als Honig meinem Mund! Von deinen Befehlen werde ich verständig; darum hasse ich jeden Pfad der Lüge.(Psalm 119, 97 – 104)

Allgemeine Offenbarung: Die Schöpfung

Wir haben bereits gesehen, dass Gott Sich auf verschiedene Art und Weise offenbart. Man unterteilt den Bereich der Selbstoffenbarung Gottes in zwei Teile, von denen jeder wieder aus zwei Teilen besteht. Hierbei unterscheidet man die allgemeine Offenbarung von der speziellen Offenbarung. Die allgemeine Offenbarung besteht aus den beiden Hauptteilen Schöpfung und Gewissen, die spezielle Offenbarung aus den Teilen Bibel und Jesus Christus. Etwas geordneter sieht das so aus:
1. Allgemeine Offenbarung
1.1. Schöpfung
1.2. Gewissen
2. Spezielle Offenbarung
2.1. Bibel
2.2. Jesus Christus
Heute möchte ich mich auf den ersten Teil des ersten Teils beschränken: Wie kann der Mensch Gott in der Schöpfung erkennen?
Paulus beginnt seine Erklärung des Evangeliums im Römerbrief mit einer Erklärung dazu: Denn es wird geoffenbart Gottes Zorn vom Himmel her über alle Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit der Menschen, welche die Wahrheit durch Ungerechtigkeit aufhalten, weil das von Gott Erkennbare unter ihnen offenbar ist, da Gott es ihnen offenbar gemacht hat; denn sein unsichtbares Wesen, nämlich seine ewige Kraft und Gottheit, wird seit Erschaffung der Welt an den Werken durch Nachdenken wahrgenommen, so daß sie keine Entschuldigung haben. Denn obgleich sie Gott erkannten, haben sie ihn doch nicht als Gott geehrt und ihm nicht gedankt, sondern sind in ihren Gedanken in nichtigen Wahn verfallen, und ihr unverständiges Herz wurde verfinstert. Da sie sich für weise hielten, sind sie zu Narren geworden und haben die Herrlichkeit des unvergänglichen Gottes vertauscht mit einem Bild, das dem vergänglichen Menschen, den Vögeln und vierfüßigen und kriechenden Tieren gleicht.(Römer 1, 18 – 24)
Mit anderen Worten: Jeder vernünftige Mensch, der die Welt anschauen kann, hat die Möglichkeit, Gott als Schöpfer darin zu erkennen. Er muss es nicht zwingend, denn er kann die Wahrheit auch verdrängen und unterdrücken. Wer das tut, dessen Herz wird immer mehr verdunkelt, bis er nur noch die Schöpfung sehen kann. Der Mensch, der so gegen Gott und gegen das Zeugnis seines eigenen Lebens rebelliert, bis er davon blind und verblendet ist, hat die Strafe für seine Rebellion gegen Gott wohl verdient. Eigentlich wird dann jede Zelle seines Körpers, jeder Stern im Universum und jedes Blatt, das im Herbst von einem Baum fällt, zum Zeigen gegen diesen Menschen, denn alles „schreit“ auf seine Art: „Schau mich an! Ich bin geschaffen! Ich habe einen Schöpfer, der mich geplant, gewollt und gemacht hat!“
Immer mehr Leute versuchen mit aller Kraft, diese Erkenntnis, die natürliche Offenbarung, mit aller Kraft zu unterdrücken. Etwa Richard Dawkins schreibt in seinem Buch „Der Gotteswahn“ sehr anschaulich, wie das praktisch gemacht wird: „Ein Atheist oder philosophischer Naturalist in diesem Sinn vertritt also die Ansicht, dass es nichts außerhalb der natürlichen, physikalischen Welt gibt: Keine übernatürliche kreative Intelligenz, die hinter dem beobachtbaren Universum lauert, keine Seele, die den Körper überdauert, und keine Wunder außer in dem Sinn, dass es Naturphänomene gibt, die wir noch nicht verstehen. Wenn etwas außerhalb der natürlichen Welt zu liegen scheint, die wir nur unvollkommen begreifen, so hoffen wir darauf, es eines Tages zu verstehen und in den Bereich des Natürlichen einzuschließen.“(Dawkins, Richard, Der Gotteswahn, S. 25f)
Davon abgesehen, dass diese Worte von Dawkins voll unnötiger Polemik sind (etwa dann, wenn er die übernatürliche Intelligenz hinter dem Universum „lauern“ lässt), sehen wir hier die Praxis dessen, was Paulus im Römerbrief beschrieben hatte: Der gottlose Mensch klammert von Anfang an jede Möglichkeit Gottes in seinem Denken aus und ist deshalb dazu verdammt, seine Herkunft und die Herkunft des ganzen Universums auf magische Art erklären zu müssen. Denn: Aus nichts kommt nichts! Nun gut, vielleicht kann man den großen Glauben eines Herrn Dawkins auch bewundern.
Da ist doch die Erklärung Johannes Calvins viel vernünftiger: „Höchstes Ziel des seligen Lebens ist nun die Erkenntnis Gottes. Niemandem sollte der Zugang zur Seligkeit verschlossen bleiben; deshalb hat Gott nicht nur dem Menschenherzen das geschenkt, was wir den Keim der Religion nannten. Er hat sich auch derart im ganzen Bau der Welt offenbart und tut es noch heute, dass die Menschen ihre Augen nicht aufmachen können, ohne ihn notwendig zu erblicken. Sein Wesen zwar ist unbegreiflich, so dass seine Gottheit allem Verstehen der Menschen völlig unerreichbar ist. Aber er hat den einzelnen Werken zuverlässige Kennzeichen seiner Herrlichkeit eingeprägt, und diese sind so deutlich und eindrücklich, dass auch den unkundigsten und unverständigsten Menschen jede Entschuldigung mit Unwissenheit unmöglich gemacht ist.“ (Calvin, Johannes, Institutio deutsch, 1. Buch, 5. Kapitel, Teil 1)
Eine zweite interessante Frage stellt sich dabei: Was kann der Mensch unabhängig von seiner Kenntnis der Bibel aus der Schöpfung über den einen, lebendigen Gott wissen?
Der Schöpfergott muss ein mächtiger Gott sein. Wer das Universum betrachtet, kommt sich klein vor. Das ist nicht erst so, seit wir Teleskope haben. Schon lange davor haben die Menschen in den nächtlichen Sternenhimmel geschaut und haben darüber gestaunt. Doch je mehr man über die Weiten des Universums weiß, desto mehr Grund zum Staunen gibt es. Der Gott, der das alles geschaffen hat, muss wirklich groß und mächtig sein.
Der Schöpfergott muss ein exakter Gott sein. Wenn man bedenkt, wie viele Konstanten ganz genau stimmen müssen, damit das Leben auf dem Planeten Erde überhaupt möglich wird, so entdeckt man, dass dahinter ein ganz exakt ausgeführter Plan stecken muss. Spätestens hier wird deutlich, wie weit der Mensch hinter dem Standard zurückbleibt, den der Gott, der alles erschuf, gesetzt hat.
Der Schöpfergott muss ein guter Gott sein. Alles, was geschaffen ist, trägt trotz all der Zerstörung durch den Sündenfall noch immer so viel Harmonie und Schönheit in sich, dass das Auge – wohin es auch immer sieht – zerbrochene Schönheit erkennen kann. So wird deutlich, dass der jetzige Zustand nicht von Anfang an so gewesen sein kann. Doch den Erlösungsweg gibt es nur in der speziellen Offenbarung.
Johannes Calvin schreibt weiter über die Schöpfung: „Ein solches Wissen um Gott muss uns zur Verehrung Gottes reizen und zugleich auch die Hoffnung auf ein ewiges Leben in uns erwecken und aufrichten.“(Institutio, 1. Buch, 5. Kapitel, Teil 10) Doch gibt es da ein Problem: „Jedoch wie hell und klar uns auch der Herr sich selbst und sein ewiges Reich im Spiegel seiner Werke vor Augen stellt – wir bleiben doch in unserem großen Stumpfsinn stets blind gegen solche Bezeugungen, so dass sie in uns ohne Frucht bleiben.“(Ebd. Teil 11)
Der Mensch unterdrückt sein Wissen, verschließt die Augen, klammert jede Möglichkeit aus, um nicht zugeben zu müssen, dass die Realität, mit der wir jeden Tag konfrontiert sind, immerzu auf den einen mächtigen und lebendigen Schöpfergott hinweist. Richard Dawkins, dessen Buch ich oben zitierte, hat vor kurzer Zeit den Rat gegeben, dass Kinder mit dem Down-Syndrom abgetrieben werden sollen. Es gab einen Aufschrei deswegen und er hat sich dafür entschuldigt. Doch im Grunde genommen war dieser Vorschlag total in Übereinstimmung mit seiner Weltanschauung. Dennoch muss sich Dawkins dann auch die Frage gefallen lassen, warum er zur Abtreibung während der Schwangerschaft rät, nicht aber zu einer postnatalen „Abtreibung“. Ein Kind ist für ihn ein Kind, ein Mensch, eine Art seelenlose Maschine. Warum ist er hier so inkonsequent? Warum schützt er das Leben des Kindes dann nicht, wenn es noch ganz hilflos in der Mutter ist, aber nach der Geburt schon? Auch ein Richard Dawkins kommt hier nicht darum herum, sein inneres Wesen auszuleben, in dem er nach dem Ebenbild Gottes geschaffen ist und deshalb einen Sinn für Gerechtigkeit besitzt. Es ist einfacher, Leben auszulöschen, solange man dies auf einen Knopfdruck machen kann. Sei es bei einem Drohnenangriff oder beim Absaugen eines Kindes im Mutterleib. Wenn man dem Gegenüber dabei in die Augen schauen muss, ist es immer viel schwerer. So beweist auch der Atheist durch sein Leben, dass seine gesamte Weltanschauung nicht dazu fähig ist, ihm durch alle Teile seines Lebens zu helfen, sondern auch er in seinem Tun immer wieder inkonsequent sein muss. Möge Herr Dawkins eines Tages seine Augen öffnen und den Schöpfergott erkennen, der alles – ihn inklusive – geplant, gewollt und geschaffen hat.
Die Himmel erzählen die Herrlichkeit Gottes, und die Ausdehnung verkündigt das Werk seiner Hände. Es fließt die Rede Tag für Tag, Nacht für Nacht tut sich die Botschaft kund. Es ist keine Rede und es sind keine Worte, deren Stimme unhörbar wäre. Ihre Reichweite erstreckt sich über die ganze Erde, und ihre Worte bis ans Ende des Erdkreises. Er hat der Sonne am Himmel ein Zelt gemacht. (Psalm 19, 2 – 5)

Back to the roots

Wenn wir die Bibel verstehen wollen, müssen wir zunächst ganz am Anfang beginnen. Ohne zu verstehen, wie und wozu Gott alles geschaffen hat, werden wir weder die Bibel noch die gesamte Weltgeschichte verstehen können. Zehn Gedanken zu den ersten zwei Kapiteln der Bibel:
1. GOTT war vor allem(1. Mose 1,1).
2. GOTT ist der Erschaffer und Sinngeber von allem (1. Mose 1, 3ff).
3. GOTTES Wort ist der Ausführende der ganzen Schöpfung (1. Mose 1, 3ff).
4. Deshalb ist GOTTES Wort der Urheber und Richter über alle Wahrheit. (Johannes 1, 1 – 14).
5. GOTT hat alles zu Seiner Ehre und Herrschaft erschaffen.
6. Der Mensch ist als Ebenbild GOTTES geschaffen (1. Mose 1, 26)
7. Der Mensch ist dadurch als Stellvertreter GOTTES im Garten Eden eingesetzt.
8. Der Garten Eden ist unser Vorbild für das Reich GOTTES: Da ist GOTTES Volk an GOTTES Platz unter GOTTES Herrschaft.
9. GOTT schafft den Menschen männlich und weiblich: gleichwertig und verschiedenartig zugleich (1. Mose 1, 27).
10. GOTT gibt dem Menschen die Freiheit zum Gehorsam oder Ungehorsam – mit allen dazu gehörenden Konsequenzen (1. Mose 2, 17).

Am Schöpfer kommt niemand vorbei

Die Bibel macht uns ganz deutlich und unzweideutig klar, dass niemand an Gott dem Schöpfer vorbeikommt. Zahlreiche Verse machen dies klar:
Die Furcht des Herrn ist der Anfang der Erkenntnis; nur Toren verachten Weisheit und Zucht! (Sprüche 1,7)
Hier wird schon deutlich, dass jeder, der die Gottesfurcht ablehnt, sich dadurch letztlich als unvernünftig outet. Paulus schreibt im Brief an die Kolosser über den Herrn Jesus:
Dieser ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene, der über aller Schöpfung ist. Denn in ihm ist alles erschaffen worden, was im Himmel und was auf Erden ist, das Sichtbare und das Unsichtbare, seien es Throne oder Herrschaften oder Fürstentümer oder Gewalten: alles ist durch ihn und für ihn geschaffen; und er ist vor allem, und alles hat seinen Bestand in ihm. (Kolosser 1, 15 – 17)
Wenn es also Naturgesetze gibt, so sind diese darauf zurückzuführen, dass der Herr Jesus dafür sorgt, dass sie Bestand haben, denn “alles hat seinen Bestand in Ihm”. Auch die Tatsache, dass Gott der Schöpfer ist, kann aus dem Vorhandensein der Schöpfung gelesen werden:
Die Himmel erzählen die Herrlichkeit Gottes, und die Ausdehnung verkündigt das Werk seiner Hände. (Psalm 19,2)
Denn es wird geoffenbart Gottes Zorn vom Himmel her über alle Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit der Menschen, welche die Wahrheit durch Ungerechtigkeit aufhalten, weil das von Gott Erkennbare unter ihnen offenbar ist, da Gott es ihnen offenbar gemacht hat; denn sein unsichtbares Wesen, nämlich seine ewige Kraft und Gottheit, wird seit Erschaffung der Welt an den Werken durch Nachdenken wahrgenommen, so daß sie keine Entschuldigung haben. Denn obgleich sie Gott erkannten, haben sie ihn doch nicht als Gott geehrt und ihm nicht gedankt, sondern sind in ihren Gedanken in nichtigen Wahn verfallen, und ihr unverständiges Herz wurde verfinstert. Da sie sich für weise hielten, sind sie zu Narren geworden und haben die Herrlichkeit des unvergänglichen Gottes vertauscht mit einem Bild, das dem vergänglichen Menschen, den Vögeln und vierfüßigen und kriechenden Tieren gleicht. (Römer 1, 18 – 24)
Die Bibel macht uns klar, dass es ohne die Bereitschaft, sich Gott unterzuordnen, keine echte Wissenschaft geben kann. Der moderne Atheismus oder philosophische Naturalismus ist der vergebliche Versuch, Wissen zu schaffen, ohne sich dem Gott der Bibel unterordnen zu müssen. Systematisch wird Gott ausgeklammert, indem a priori davon ausgegangen wird, dass es “keine übernatürliche kreative Intelligenz” (Richard Dawkins) gebe.
Damit wird zunächst das Fundament der Wissenschaft aufgegeben. Wenn Wissenschaftler davon ausgehen, dass die physikalische, natürliche Welt bestimmten Naturgesetzen unterworfen sei, die man erforschen könne, so stellt sich natürlich die Frage, woher diese kommen. Der philosophische Naturalismus kann und will darauf keine Antwort geben. Wissenschaft an sich konnte nur auf der Grundlage entstehen, dass man von einem kreativen Plan hinter dem Geschehen ausging. Die gesamte Geschichte der Wissenschaft zeigt dies. Wo immer dieses Fundament aufgegeben wird, kommt es zu Dualismen, die sich widersprechen. Das Leben wird in verschiedene Teile zerstückelt, für welche jeweils andere “Gesetze” gelten, die – alles zusammen genommen – einander widersprechen.
Der philosophische Naturalismus geht zum Beispiel davon aus, dass in einem geschlossenen System immer dieselben Gesetze zu denselben Ergebnissen führen. Da jedoch der Mensch selbst auch zu diesem System dazu gehört, ist es ihm unmöglich, objektive Messungen zu machen. Oder wenn er versucht, ein solches System außerhalb seiner selbst herzustellen, wird es ihm unmöglich sein, das Ergebnis zu messen.
Es ist äußerst interessant, zu sehen, wie exakt Paulus diese Veränderung vorhergesehen hat:
Da sie sich für weise hielten, sind sie zu Narren geworden und haben die Herrlichkeit des unvergänglichen Gottes vertauscht mit einem Bild, das dem vergänglichen Menschen, den Vögeln und vierfüßigen und kriechenden Tieren gleicht. (Römer 1, 24)
Nun wird die Natur – also die Schöpfung – plötzlich zum neuen Götzen, indem man nicht mehr Gott, sondern der Schöpfung den Ehrenplatz gibt. Der Mensch und sein Verstand wird zum Maßstab aller Dinge, denn die Natur hat ja alles aus sich selbst hervorgebracht. So verblendet ist man inzwischen geworden.
Gerade da wir als Gläubige wissen, dass Gott uns die ganze Wahrheit gegeben hat und wir mit der Bibel den Maßstab für alle Dinge im Leben haben, lasst uns daran festhalten und auch dort, wo man uns belächelt, fest an dem halten, was Gott uns gegeben hat. Wir haben nichts Relatives, nichts was nur das private Leben betrifft, sondern die absolute Wahrheit, die zu allen Zeiten gelten wird, bis der Herr wiederkommt und später alles neu schaffen wird. Unsere Aufgabe ist es nicht, wissenschaftsfeindlich zu sein. Sie ist nicht unser Feind. Sie ist in vielen Dingen ein Fortschritt, der uns Gott näher bringen kann. Aber die Wissenschaft muss mit der Lupe von Gottes Wort betrachtet und beurteilt werden. Und je mehr wir das tun, desto größer wird uns der Gott der Bibel, der lebendige und ewige und einzige Gott.

12. Frage im Westminster Katechismus

12. Frage: Welche spezielle Handlung der Vorsehung wirkte Gott gegenüber dem Menschen in dem Zustand, in dem er geschaffen wurde?
12. Antwort: Als Gott den Menschen schuf, trat er in den Bund des Lebens mit ihm, unter der Bedingung des perfekten Gehorsams, indem er ihm verbot, von dem Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen zu essen, mit der Androhung des Todes36.
Bibelstellen dazu:
36 1. Mose 2, 16 – 17: Und Gott der Herr gebot dem Menschen und sprach: Von jedem Baum des Gartens darfst du nach Belieben essen; aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen sollst du nicht essen; denn an dem Tag, da du davon isst, musst du gewisslich sterben! Jakobus 2, 10: Denn wer das ganze Gesetz hält, sich aber in einem verfehlt, der ist in allem schuldig geworden.

11. Frage im Westminster Katechismus

11. Frage: Was sind Gottes Werke der Vorsehung?
11. Antwort: Gottes Werke der Vorsehung sind sein heiliges30, weises31 und kraftvolles32Bewahren33 und Beherrschen34aller seiner Geschöpfe und ihrer Handlungen35.
Bibelstellen dazu:
30 Psalm 145, 17: Der Herr ist gerecht in allen seinen Wegen und gnädig in allen seinen Werken.
31 Psalm 104, 24: Herr, wie sind deine Werke so viele! Du hast sie alle in Weisheit gemacht, und die Erde ist erfüllt von deinem Besitz.
32 Hebräer 1, 3: Dieser ist die Ausstrahlung seiner Herrlichkeit und der Ausdruck seines Wesens und trägt alle Dinge durch das Wort seiner Kraft; er hat sich, nachdem er die Reinigung von unseren Sünden durch sich selbst vollbracht hat, zur Rechten der Majestät in der Höhe gesetzt.
33 Nehemia 9, 6: Du bist der Herr, du allein! Du hast den Himmel gemacht, aller Himmel Himmel samt ihrem ganzen Heer, die Erde und alles, was auf ihr ist, die Meere und alles, was in ihnen ist. Du erhältst alles am Leben, und das Heer des Himmels betet dich an.
34 Epheser 1, 19 – 22: was auch die überwältigende Größe seiner Kraftwirkung an uns ist, die wir glauben, gemäß der Wirksamkeit der Macht seiner Stärke. Die hat er wirksam werden lassen in dem Christus, als er ihn aus den Toten auferweckte und ihn zu seiner Rechten setzte in den himmlischen [Regionen], hoch über jedes Fürstentum und jede Gewalt, Macht und Herrschaft und jeden Namen, der genannt wird, nicht allein in dieser Weltzeit, sondern auch in der zukünftigen; und er hat alles seinen Füßen unterworfen und ihn als Haupt über alles der Gemeinde gegeben
35 Psalm 36, 6: Herr, deine Gnade reicht bis zum Himmel, deine Treue bis zu den Wolken! Sprüche 16, 33: Im Gewandbausch wird das Los geworfen, aber jeder seiner Entscheide kommt von dem Herrn. Matthäus 10, 30: Bei euch aber sind selbst die Haare des Hauptes alle gezählt.

10. Frage im Westminster Katechismus

10. Frage: Wie schuf Gott den Menschen?
10. Antwort: Gott schuf den Menschen als Mann und als Frau, nach seinem Bild26, mit Erkenntnis27, Gerechtigkeit und Heiligkeit28, mit Herrschaft über die Geschöpfe29.
Bibelstellen dazu:
26 1. Mose 1, 27: Und Gott schuf den Menschen in seinem Bild, im Bild Gottes schuf er ihn; als Mann und Frau schuf er sie.
27 Kolosser 3, 9 – 10: Lügt einander nicht an, da ihr ja den alten Menschen ausgezogen habt mit seinen Handlungen und den neuen angezogen habt, der erneuert wird zur Erkenntnis, nach dem Ebenbild dessen, der ihn geschaffen hat
28 Epheser 4, 24: Und den neuen Menschen habt angezogen, der Gott entsprechend geschaffen ist in wahrhafter Gerechtigkeit und Heiligkeit.
29 1. Mose 1, 28: Und Gott segnete sie; und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehrt euch und füllt die Erde und macht sie euch untertan; und herrscht über die Fische im Meer und über die Vögel des Himmels und über alles Lebendige, das sich regt auf der Erde! Psalm 8: Herr, unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name auf der ganzen Erde, der du deine Hoheit über die Himmel gesetzt hast! Aus dem Mund von Kindern und Säuglingen hast du ein Lob bereitet um deiner Bedränger willen, um den Feind und den Rachgierigen zum Schweigen zu bringen. Wenn ich deinen Himmel betrachte, das Werk deiner Finger, den Mond und die Sterne, die du bereitet hast: Was ist der Mensch, daß du an ihn gedenkst, und der Sohn des Menschen4, daß du auf ihn achtest? Du hast ihn ein wenig niedriger gemacht als die Engel; mit Herrlichkeit und Ehre hast du ihn gekrönt. Du hast ihn zum Herrscher über die Werke deiner Hände gemacht; alles hast du unter seine Füße gelegt: Schafe und Rinder allesamt, dazu auch die Tiere des Feldes; die Vögel des Himmels und die Fische im Meer, alles, was die Pfade der Meere durchzieht. Herr, unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name auf der ganzen Erde!

Besuch im Botanischen Garten Heidelberg

Nachdem ich in einem Blogbeitrag von Kultur und mehr darauf aufmerksam wurde, dass der Botanische Garten Heidelberg eine recht große Auswahl an Sukkulenten, Carnivoren und anderen tropischen Pflanzen hat, haben wir uns aufgemacht und wollten selbst mal einen Blick auf die dortigen Ausstellungen werfen.
Der Botanische Garten ist auf dem Campus der Heidelberger Universität Im Neuenheimer Feld. Da man dort nur mit Ausweis parken kann, lohnt es sich, das Auto woanders abzustellen und zu Fuß zum Ziel zu gehen. Der Eintritt ist kostenlos, die Außengärten zu jeder Tag- und Nachtzeit besuchbar, die Gewächshäuser von Montag bis Donnerstag 9 – 16 Uhr, Freitag 9 – 14:30 Uhr und Sonntag 10 – 17 Uhr geöffnet.
Der Besuch lohnt sich für Freunde von exotischen Pflanzen auf jeden Fall. Die Gewächshäuser sind riesig, die Auswahl der Pflanzen enorm, auch wenn zur Zeit auf den Außengärten Schnee liegt und man dort somit nichts zu sehen hat. Zur Zeit gibt es eine Sonderausstellung zum Thema “Bionik – was die Technik von den Pflanzen lernen kann”. Diese Ausstellung ist sehr gut aufgemacht und mit zahlreichen erklärenden Tafeln versehen. Bei den übrigen Pflanzen würde man sich noch mehr Informationen wünschen, ist doch zumeist nur gerade der lateinische Name angebracht. 
Hier noch eine kleine Auswahl von besonderen Eindrücken bei dem Besuch. Einfach anschauen und über unseren großen Gott staunen. Und dazu vielleicht auch ein Loblied anstimmen. Zum Beispiel: “Du großer Gott, wenn ich die Welt betrachte, die Du geschaffen durch Dein Allmachtswort…”

Bibelstudium – 1. Mose 1, 3 – 5

Vers 3: Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es wurde Licht.

Und Gott sprach, das bedeutet:

  1. Dass Gott spricht, hat für unsere Vorstellung von Gott ganz zentrale Bedeutung. Dieses Sprechen zeigt, dass Gott eine eigenständige Persönlichkeit hat. Das Sprechen ist die Folge einer Willensentscheidung zu sprechen. Auch zeigt dieses Sprechen an, dass Gott Gedanken hat, denn der Satz ist logisch, sinnvoll und korrekt strukturiert. Zudem ist dieses Aussprechen, der Wunsch nach Veränderung, nach Erschaffung von etwas Neuem, nie Dagewesenem, der Ausdruck der Fähigkeit, Gefühle zu empfinden. Unsere menschliche Persönlichkeit ist nach diesem Ebenbild geschaffen.

  2. Dass Gott spricht, hat auch seine Begründung darin, dass Gott zwar Einer ist aber in drei Personen. Das Wort, nämlich der Herr Jesus, ist eine Person dieser göttlichen Dreieinigkeit. Wir sehen also: Der da spricht, ist Gott Vater. Er schafft durch den Sohn, das Wort. Und Gott der Heilige Geist ist über der Erde und „brütet“ sie aus, ist also für die weitere Entwicklung im Kleinen sowie dessen Schutz zuständig.

  3. Dass Gott spricht, zeigt auch Seine Gemeinschaftsfähigkeit. Überhaupt ist die Gemeinschaft in der Dreieinigkeit ein Vorbild für die Gemeinschaft, die Gott Sich auch mit uns Menschen und zwischen uns Menschen wünschen würde. Jede der drei Personen hat ihre eigene Aufgabe und Verantwortung. Und jede ordnet sich den anderen dort unter, wo ihre eigene Verantwortung aufhört. Dies kann uns als Vorbild dienen, wie wir in der Ehe, Familie, Gemeinde, am Arbeitsplatz, in der Gesellschaft, und so weiter miteinander umgehen sollen.

  4. Wo Gott redet, findet neues Leben, die Entstehung von etwas Neuem statt. Gott offenbart Sich uns in der Bibel Selbst. Zugleich bedeutet es aber auch, dass Gottes Schweigen immer Gericht ist. Wo Gott aufhört, mit uns zu sprechen und Sich uns zu offenbaren, da stehen wir im göttlichen Gericht.

„Es werde Licht!“ Und es wurde Licht. Das bedeutet:

  1. Das Licht wurde als Erstes geschaffen. Diese Entstehung von Licht zeigt uns, dass hier die Entstehung der Zeit begonnen hat. Zugleich bedeutet Licht auch Energie. Das Erste, was vorhanden sein muss, damit weitere Vorgänge überhaupt ablaufen können, ist Energie. Energie ist notwendig, um überhaupt irgend welche Naturgesetze einsetzen zu können.

  2. Gott erschafft durch Befehle. Genau so, wie Jesus später dem Sturm befiehlt, aufzuhören, oder dem Kranken befiehlt, gesund zu sein.

  3. Was Gott befiehlt, geschieht. Wir lesen immer, dass Gottes Befehle genau so umgesetzt wurden und werden. Diese exakte Wiederholung ist ein Beweis dafür, dass es genau so eingetroffen ist, wie Gott dies gewollt und befohlen hat. Schließlich ist die die gesamte Dreieinigkeit, die gemeinsam an all dem arbeitet, und Gott ist allmächtig. Also muss es IMMER genau nach Seinem Willen geschehen.

Vers 4: Und Gott sah das Licht, dass es gut war, und Gott trennte zwischen dem Licht und zwischen der Dunkelheit.

Und Gott sah das Licht, dass es gut war, das bedeutet:

  1. Gott hat Sein Werk mit kritischem Blick gemustert. Dies ist eine Art Qualitätskontrolle. Gott hat genau hingesehen und Sich ein exaktes Bild verschafft von dem, was bisher geschehen ist.

  2. Das Werk war noch nicht vollendet, erst der erste Teil davon war geschaffen. Dennoch hielt Gott inne und sah Sich das bisher Geschaffte an. Wenn Gott das schon tut während der Schöpfung, kann uns das in unserem Leben ganz bestimmt auch nicht schaden.

  3. Gott hatte Freude an Seinem Werk. Das hebr. Wort „tov“ bedeutet nicht nur „gut“, sondern auch „schön“, „wohlgefällig“.

Und Gott trennte zwischen dem Licht und zwischen der Dunkelheit, das bedeutet:

  1. Wir sehen, dass die Dunkelheit schon vor der Erschaffung des Lichts vorhanden war. Dunkelheit entspricht dem Nicht, dem Nichtseienden um dem von nichts Durchdrungenen. Dennoch gebraucht Gott auch diese Dunkelheit. Genauso verhält es sich auch mit dem Bösen, mit Krankheit, mit dem Tod, und so weiter: Gott ist nicht Urheber dieser Dinge, aber Er gebraucht sie zu unserem Besten.

  2. Gott machte eine Trennlinie, eine Grenze zwischen dem geschaffenen Licht und der ungeschaffenen Dunkelheit. Wäre alles immer nur grau in grau, so wäre es erstens nicht auszuhalten und zweitens könnten wir dann auch nicht unterscheiden zwischen dem, was Gott geschaffen hat, und dem Anderen.

Vers 5: Und Gott rief für das Licht: „Tag!“ und für die Dunkelheit rief Er: „Nacht!“ Und es wurde Abend und es wurde Morgen, ein Tag.

Und Gott rief für das Licht: „Tag!“ und für die Dunkelheit rief Er: „Nacht!“ das bedeutet:

  1. Hier gibt Gott zum ersten Mal den beiden Dingen Licht und Finsternis einen Namen. Die Namensgebung ist ein Herrschaftsakt, das heißt: Dadurch, dass Gott dem Licht den Namen Tag und der Dunkelheit den Namen Nacht gibt, übt Er Seine Herrschaft aus und sagt damit: ICH bin der Herrscher über diese Elemente. So konnte Er auch dafür sorgen, dass es einmal drei Tage und Nächte lang Tag blieb. Wenn Eltern ihrem Kind einen Namen geben, so tun sie dasselbe: Sie übernehmen die Herrschaft über ihr Kind und dadurch auch die Verantwortung für die Pflege und Erziehung dieses Kindes.

  2. Diesen Akt der Herrschaft finden wir bei Adam auch wieder: Zuerst dadurch, dass er von Gott den Befehl bekam, die Tiere zu benennen. Damit übernahm er die Herrschaft und die Verantwortung für das Reich der Tiere im paradiesischen Garten. Später übte er diese Herrschaft auch über seine Frau aus, als er sie Chawah nannte. Das bedeutet ungefähr so viel wie Lebensspenderin.

  3. Durch die Differenzierung zwischen Tag und Nacht ergibt sich auch für den Menschen ein System, in welchem er klarkommen muss. Der Mensch ist so geschaffen, dass er grundsätzlich leistungsfähiger ist, wenn er sich an das Alltagsleben am Tag und den Schlaf in der Nacht hält. Dies kann nur mit recht großen Kräfteeinbußen „umprogrammiert“ werden. Das Tageslicht ist deshalb auch für den Menschen notwendig für ein gesundes Leben.

Und es wurde Abend und es wurde Morgen, ein Tag. Dies bedeutet:

  1. Der Satz kann auch so übersetzt werden: „Und es wurde aus Abend und Morgen: Der erste Tag.“

  2. Gott hat Sein Werk auf 6 Tage plus ein Ruhetag gelegt. Dies nicht etwa, weil Er es nicht schneller hätte machen können, sondern einfach, weil es Ihm gefiel, das so zu machen. Gott hätte das Werk von 6 x 24 Stunden auch in einer Sekunde erledigen können.

  3. Für „ein“ Tag oder der „erste“ Tag steht im hebräischen das Wort „ächad“. Hier geht es vor allem um die Zusammenfügung von Tag und Nacht zu einem Tag. Das Wort wird auch gebraucht, um die Einheit von Mann und Frau zu „einem“ Fleisch zu beschreiben. Zwei verschiedene Dinge werden mit diesem Wort zu einer Einheit verknüpft. So geht aus diesem Wort auch ganz deutlich hervor, dass es sich tatsächlich um einen Tag, bestehend aus Tag und Nacht, bzw. Abend und Morgen, d.h. 24 Stunden besteht und nicht einfach irgend eine unbekannte Zeitspanne, die eventuell auch viele Millionen Jahre hätte dauern können.