Der Gott der Bibel und die Logik

In der kommenden Zeit möchte ich mich hier mit der biblischen Lehre von Gott, also der Gotteslehre oder sogenannten „Allgemeinen Theologie“ beschäftigen. Bevor wir dazu aber näher in die Bibel schauen, wollen wir zunächst fragen, warum es vernünftig ist, an Gott zu glauben. Wir werden dazu eine Reihe von Argumenten für die Existenz Gottes betrachten. Man spricht dabei auch von „Gottesbeweisen“. Dabei werden wir uns mit vielen guten Argumenten befassen, welche zusammen betrachtet sehr stark dafür sprechen, dass der Glaube an Gott vernünftig ist.
Bevor wir die Gesetze der Logik anschauen und diese Argumente untersuchen, möchte ich mal ganz grundlegend nach dem Ursprung der Logik fragen. Ich würde nämlich sagen, dass schon allein die Tatsache, dass so etwas wie die Gesetze der Logik existieren, ein starkes Argument für Gott ist. Ein Gesetz der Logik ist zum Beispiel, dass a nicht zugleich Nicht-a sein kann. Ein Baum kann also nicht gleichzeitig ein Baum und ein Nicht-Baum sein. Dieses Gesetz der Logik ist universal gültig: Es gilt zu jeder Zeit, an jedem Ort, in jeder Kultur und in jeder Sprache. Es ist ungefähr so wie ein Naturgesetz. Der Apfel fällt auch überall vom Baum nach unten auf den Boden und fliegt nicht in die Luft. Das hat mit der Schwerkraft zu tun und ist ein Naturgesetz. Dieses Naturgesetz ist auch dort gültig, wo es noch niemand in Worte gefasst hat – es geschieht einfach und kann beobachtet werden. Dasselbe gilt auch für die Gesetze der Logik. Sie sind einfach immer und überall gültig.
Doch irgendwoher muss dieses Gesetz kommen – es muss einen Ursprung haben. Es kann nicht von Menschen erfunden worden sein, denn es ist auch dort gültig, wo gerade kein Mensch ist. Menschen haben es entdeckt, erforscht und formuliert. Aber dass es gültig ist, kommt ja nicht vom Menschen. Also muss es einen intelligenten Gesetzgeber geben, der dieses Gesetz geschaffen hat. Es gibt viele Atheisten, die sehr gut darin sind, die Gesetze der Logik anzuwenden. Viele sind darin besser als ich und viele andere Christen. Aber kein Atheist kann erklären, warum diese Gesetze gültig sind. Er muss auf etwas zurückgreifen, was dieser Gott geschaffen hat, dessen Existenz er zu leugnen versucht.
Aus diesem Grund wird die Argumentation gegen Gott unhaltbar – insbesondere dann, wenn dann der Atheist meint, alles sei nur Materie. Die Gesetze der Logik sind immateriell – sie bestehen nicht aus Atomen oder ähnlichen Stoffen. Und trotzdem sind sie immer und überall gültig. Auch die Mathematik beruht auf diesen Gesetzen. Wenn jemand meint, für ihn sei die Logik nicht gültig, den möchte ich am Bankschalter sehen, wenn er von seinem Bankkonto 50€ abhebt und davon nur 5€ bekommt. Spätestens dann wird auch er sich auf die unsichtbaren Gesetze der Logik berufen. Deshalb muss ein Mensch schon seine fünf Sinne verschließen und dazu die Vernunft ausschalten, um die Existenz eines Gesetzgebers der Gesetze der Logik zu leugnen.
Der Narr spricht in seinem Herzen: »Es gibt keinen Gott!« Sie handeln verderblich und begehen abscheulichen Frevel; da ist keiner, der Gutes tut. Gott schaut vom Himmel auf die Menschenkinder, um zu sehen, ob es einen Verständigen gibt, einen, der nach Gott fragt. Sie sind alle abgewichen, allesamt verdorben; es gibt keinen, der Gutes tut, auch nicht einen einzigen!(Psalm 53, 2 – 4)

Gott wird Mensch

Als alles bereit war, sagt uns die Bibel, kam Jesus Christus, die zweite Person der göttlichen Dreieinheit, auf die Erde und wurde Mensch. Moment mal – Gott wird Mensch? Das gibt es doch nicht! Das wäre doch ein unerhörtes Wunder, geradezu ein Eingriff, eine Invasion aus dem All! Und doch macht uns die ganze Bibel klar, dass genau das passiert ist. Ein unerhörtes Wunder.
Aber werfen wir noch einen Blick auf die Texte des Neuen Testaments, die uns aufzeigen, dass Jesus Christus tatsächlich Gott ist und schon existierte, bevor Er als Mensch in die Welt kam. Besonders häufig finden wir diese in den Schriften von Johannes und Paulus:
Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Dieses war im Anfang bei Gott. Alles ist durch dasselbe entstanden; und ohne dasselbe ist auch nicht eines entstanden, was entstanden ist. […] Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns; und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des Eingeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit. (Johannes 1, 1 – 3, 14) Hier greift Johannes den Anfang auf, das griechische Wort Arché, und verbindet es mit 1. Mose 1, wo Gott am Anfang alles erschaffen hat, indem Er sprach. Das Wort Gottes ist laut Vers 14 Fleisch geworden, Gott und Mensch zugleich, Jesus Christus.
Abraham, euer Vater, frohlockte, daß er meinen Tag sehen sollte; und er sah ihn und freute sich. Da sprachen die Juden zu ihm: Du bist noch nicht 50 Jahre alt und hast Abraham gesehen? Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ehe Abraham war, bin ich! (Johannes 8, 56 – 58) Hier haben wir es aus dem Mund Jesu selbst in diesem Text, denn Er behauptet, dass Er bereits vor Abraham existiert habe. Entweder das ist wahr oder es ist falsch. Entweder Jesus war ein Lügner und damit kein Vorbild oder ein guter Lehrer, oder Er ist Gott.
Dies redete Jesus und hob seine Augen zum Himmel empor und sprach: Vater, die Stunde ist gekommen; verherrliche deinen Sohn, damit auch dein Sohn dich verherrliche – gleichwie du ihm Vollmacht gegeben hast über alles Fleisch, damit er allen ewiges Leben gebe, die du ihm gegeben hast. Das ist aber das ewige Leben, daß sie dich, den allein wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen. Ich habe dich verherrlicht auf Erden; ich habe das Werk vollendet, das du mir gegeben hast, damit ich es tun soll. Und nun verherrliche du mich, Vater, bei dir selbst mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war. (Johannes 17, 1 – 5) Hier betet Jesus zu Gott Vater und bittet darum, dass dieser Ihm wieder die Herrlichkeit geben möge, die Er bereits vor der Erschaffung der Welt hatte.
Denn ihr kennt ja die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, daß er, obwohl er reich war, um euretwillen arm wurde, damit ihr durch seine Armut reich würdet. (2. Korinther 8, 9) Hier geht es um die Geldsammlung; und Paulus stellt Christus seinen Lesern als ein gutes Vorbild vor: Er war unendlich reich und wurde unendlich arm, um uns zu retten, deshalb sollen wir auch großzügig sein.
Denn ihr sollt so gesinnt sein, wie es Christus Jesus auch war, der, als er in der Gestalt Gottes war, es nicht wie einen Raub festhielt, Gott gleich zu sein; sondern er entäußerte sich selbst, nahm die Gestalt eines Knechtes an und wurde wie die Menschen (Philipper 2, 5 – 7) Auch hier nimmt Paulus wieder den Herrn Jesus als Vorbild dafür, dass wir einander dienen sollen.
Dieser ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene, der über aller Schöpfung ist. Denn in ihm ist alles erschaffen worden, was im Himmel und was auf Erden ist, das Sichtbare und das Unsichtbare, seien es Throne oder Herrschaften oder Fürstentümer oder Gewalten: alles ist durch ihn und für ihn geschaffen; und er ist vor allem, und alles hat seinen Bestand in ihm. (Kolosser 1, 15 – 17) Die Rede ist von Jesus Christus, dem Schöpfer und Erhalter aller Dinge. Alles ist durch Ihn erschaffen und wird durch Ihn erhalten.
Und anerkannt groß ist das Geheimnis der Gottesfurcht: Gott ist geoffenbart worden im Fleisch, gerechtfertigt im Geist, gesehen von den Engeln, verkündigt unter den Heiden, geglaubt in der Welt, aufgenommen in die Herrlichkeit. (1. Timotheus 3, 16) Paulus macht es uns hier noch einmal ganz ganz deutlich: Jesus Christus ist Gott, der Mensch geworden ist.
Nachdem Gott in vergangenen Zeiten vielfältig und auf vielerlei Weise zu den Vätern geredet hat durch die Propheten, hat er in diesen letzten Tagen zu uns geredet durch den Sohn. Ihn hat er eingesetzt zum Erben von allem, durch ihn hat er auch die Welten geschaffen; dieser ist die Ausstrahlung seiner Herrlichkeit und der Ausdruck seines Wesens und trägt alle Dinge durch das Wort seiner Kraft; er hat sich, nachdem er die Reinigung von unseren Sünden durch sich selbst vollbracht hat, zur Rechten der Majestät in der Höhe gesetzt.(Hebräer 1, 1 – 3) Auch der unbekannte Autor des Hebräerbriefs gibt uns einen wichtigen Hinweis auf den Herrn Jesus: Er ist Schöpfer und Erhalter aller Dinge und in Ihm sehen wir Gott persönlich.
Was von Anfang war, was wir gehört haben, was wir mit unseren Augen gesehen haben, was wir angeschaut und was unsere Hände betastet haben vom Wort des Lebens — und das Leben ist erschienen, und wir haben gesehen und bezeugen und verkündigen euch das ewige Leben, das bei dem Vater war und uns erschienen ist —, was wir gesehen und gehört haben, das verkündigen wir euch, damit auch ihr Gemeinschaft mit uns habt; und unsere Gemeinschaft ist mit dem Vater und mit seinem Sohn Jesus Christus. (1. Johannes 1, 1 – 3) Hier schreibt der Apostel Johannes schon wieder davon, dass Jesus Christus von Anfang an bei Gott dem Vater war.
Daran erkennt ihr den Geist Gottes: Jeder Geist, der bekennt, daß Jesus Christus im Fleisch gekommen ist, der ist aus Gott; und jeder Geist, der nicht bekennt, daß Jesus Christus im Fleisch gekommen ist, der ist nicht aus Gott. Und das ist der Geist des Antichristen, von dem ihr gehört habt, daß er kommt; und jetzt schon ist er in der Welt.(1. Johannes 4, 2 – 3) Johannes gebraucht hier deutliche Worte: Wer leugnet, dass Jesus Christus vor Seiner Geburt beim Vater war und nicht nur Mensch, sondern Gott ist, der bezeugt damit, dass er nicht von Gott kommt, sondern im Gegenteil den antichristlichen Geist hat.
Und als ich ihn sah, fiel ich zu seinen Füßen nieder wie tot. Und er legte seine rechte Hand auf mich und sprach zu mir: Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebende; und ich war tot, und siehe, ich lebe von Ewigkeit zu Ewigkeit, Amen! Und ich habe die Schlüssel des Totenreiches und des Todes. (Offenbarung 1, 17 – 18) Als der Apostel Johannes auf der Insel Patmos in der Verbannung war, ist ihm Jesus Christus in einer Vision begegnet. Dort machte Jesus erneut klar, dass Er der Erste und der Letzte, der Alpha und Omega ist, der von Ewigkeit zu Ewigkeit lebt.
Und dem Engel der Gemeinde von Laodizea schreibe: Das sagt der »Amen«, der treue und wahrhaftige Zeuge, der Ursprung der Schöpfung Gottes.(Offenbarung 3, 14) An die Gemeinde von Laodizea stellt Sich der Herr Jesus als Ursprung der Schöpfung vor. Ich bin überzeugt, dass diese Worte an Laodizea auch in ganz besonderer Weise unserer Zeit gilt.
So sehen wir also, dass das ganze Zeugnis des Neuen Testaments eindeutig und ohne jeglichen Widerspruch den Herrn Jesus als Mensch gewordenen Gott darstellt. Daran gibt es nichts zu rütteln, denn diese Wahrheit bleibt in alle Ewigkeit bestehen. Wenn wir dem Zeugnis der Bibel glauben, können wir nicht anders, als den Herrn Jesus, den ewigen Gott, den Schöpfer und Erhalter der Welt, die zweite Person der göttlichen Dreieinigkeit, anzubeten.
Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau und unter das Gesetz getan, damit er die, welche unter dem Gesetz waren, loskaufte, damit wir die Sohnschaft empfingen.(Galater 4, 4 – 5)
Als alles vorbereitet war, wurde Gott Mensch und lebte unter uns auf der Erde. Er wurde von einer Frau zur Welt gebracht und erlebte das ganze Leben so, wie wir alle auch. Sein Leben war so normal, dass die Mitmenschen fragten, als Er Seinen Dienst begonnen hatte: Ist dieser nicht der Zimmermann, der Sohn der Maria, der Bruder von Jakobus und Joses und Judas und Simon? Und sind nicht seine Schwestern hier bei uns? Und sie nahmen Anstoß an ihm. (Markus 6, 3)
In zwei Evangelien lesen wir von der Geburt und den Vorfahren Jesu: Bei Matthäus und Lukas. Matthäus nimmt sehr häufig auf das Alte Testament bezug und erklärt, wie das Leben des Herrn Jesus bereits viele Jahrhunderte davor beschrieben wurde. Zuerst zeigt Matthäus, dass Jesus in direkter Linie von David abstammt – deshalb können die Zusagen Gottes, die sich auf den Sohn Davids oder Nachkommen Davids beziehen, auf den Herrn Jesus angewendet werden.
Dann folgt der Bericht von der Geburt, an den sich dann ein etwas späteres Ereignis anschließt, nämlich die Ankunft der Sterndeuter aus dem Osten. Diese zeigt, dass die Geburt Jesu kein spezifisch jüdisches Ereignis war, sondern Seine Bedeutung die ganze Welt umfasste.
Zwei wichtige Zitate aus dem Alten Testament finden sich in diesen zwei ersten Kapiteln von Matthäus. Das erste stammt von Jesaja: Darum wird euch der Herr selbst ein Zeichen geben: Siehe, die Jungfrau wird schwanger werden und einen Sohn gebären und wird ihm den Namen Immanuel geben. (Jesaja 7, 14) Der Engel, welcher Joseph im Traum erschien, zitierte diesen Vers: Dies alles aber ist geschehen, damit erfüllt würde, was der Herr durch den Propheten geredet hat, der spricht: »Siehe, die Jungfrau wird schwanger werden und einen Sohn gebären; und man wird ihm den Namen Immanuel geben«, das heißt übersetzt: »Gott mit uns«. (Matthäus 1, 22 – 23)
Das zweite Zitat stammt aus dem Buch des Propheten Micha: Und du, Bethlehem-Ephrata, du bist zwar gering unter den Hauptorten von Juda; aber aus dir soll mir hervorkommen, der Herrscher über Israel werden soll, dessen Hervorgehen von Anfang, von den Tagen der Ewigkeit her gewesen ist. Darum gibt er sie hin bis zu der Zeit, da die, welche gebären soll, geboren haben wird; und der Überrest seiner Brüder wird zurückkehren zu den Kindern Israels. Und Er wird auftreten und sie weiden in der Kraft des Herrn und in der Hoheit des Namens des Herrn, seines Gottes; und sie werden sicher wohnen; denn nun wird Er groß sein bis an die Enden der Erde. (Micha 5, 1 – 3) Dies wird im zweiten Kapitel bei Matthäus zitiert: Sie aber sagten ihm: In Bethlehem in Judäa; denn so steht es geschrieben durch den Propheten: »Und du, Bethlehem im Land Juda, bist keineswegs die geringste unter den Fürstenstädten Judas; denn aus dir wird ein Herrscher hervorgehen, der mein Volk Israel weiden soll«.(Matthäus 2, 5 – 6) Hier hat der Prophet Micha den Geburtsort des Herrn Jesus vorausgesagt – und zwar etwa 700 Jahre vor dem Eintreffen.
Das Evangelium von Lukas geht das Ganze etwas anders an. Erzählt wird natürlich vom Inhalt her dasselbe, aber Lukas legt auf etwas anderes mehr Wert. Während Matthäus vor allem das Alte Testament mit den Vorhersagen im Mittelpunkt hat, ist es bei Lukas das Wunder der Geburt.
Dies sieht man daran, dass Lukas zwei verschiedene Geburtsberichte nebeneinander stellt – und beide Male ist es ein Wunder. Johannes der Täufer wird geboren, obwohl seine Mutter Elisabeth nicht schwanger werden konnte – und obwohl sie und ihr Mann schon zu alt dazu waren. Der zweite Bericht ist derjenige von Maria, die schwanger wurde, ohne jemals zuvor mit einem Mann geschlafen zu haben. Was interessant ist: Lukas war ein Arzt. Er kannte sich mit der Medizin und Biologie gut aus. Und gerade er ist es, der die Wunder ganz speziell wissenschaftlich exakt beschreibt. Er legt viel Wert darauf, dass die Wunder, die geschehen sind, auch im wissenschaftlichen Sinn Wunder waren und tatsächlich so passiert sind.

Einheit in Vielfalt und Vielfalt in Einheit

Gestern habe ich darüber gepredigt, dass Gott Vielfalt liebt, weil die Vielfalt in Gottes Wesen selbst zu finden ist. Im zweiten Teil der Predigt ging es um die Konsequenzen, die sich für die Gemeinde daraus ergeben, die wir in Römer 12, 3 – 5 finden.
Gott der Drei-Eine: Einheit in Vielfalt und Vielfalt in Einheit
Wenn wir über die Welt nachdenken, die Gott gemacht hat, oder über die Gemeinde, die Ihm gehört, dann ist es wichtig, dass wir verstehen, wie alle Dinge dazu gemacht sind, um Gottes Wesen bekannt zu machen. Das Thema Vielfalt und Einheit führt uns zur Lehre von der Dreieinigkeit Gottes. Ein Gott – eine Einheit – in drei Personen. Drei unterschiedliche Personen in einem Gott. Wir finden die Dreieinigkeit schon bei der Schöpfung am Werk: Im Anfang schuf Gott die Himmel und die Erde. Die Erde aber war wüst und leer, und es lag Finsternis auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte über den Wassern. Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es wurde Licht. (1. Mose 1, 1 – 3) Hier haben wir Gott in drei Personen am Werk: Gott Vater spricht. Das Wort, das Er da ausspricht, ist Gott Sohn, von dem Johannes sagt: Das Wort wurde Fleisch. Und Gottes Geist schwebt über den Wassern. Da haben wir sie alle drei.
Zweites Beispiel: Die Taufe Jesu. Hier finden wir in allen Evangelien die Dreieinigkeit Gottes am Werk: Gott Sohn lässt sich taufen, Gott Heiliger Geist kommt wie eine Taube auf Ihn herab, Gott Vater spricht aus dem Himmel: Da kommt Jesus aus Galiläa an den Jordan zu Johannes, um sich von ihm taufen zu lassen. Johannes aber wehrte ihm und sprach: Ich habe es nötig, von dir getauft zu werden, und du kommst zu mir? Jesus aber antwortete und sprach zu ihm: Lass es jetzt so geschehen; denn so gebührt es uns, alle Gerechtigkeit zu erfüllen! Da gab er ihm nach. Und als Jesus getauft war, stieg er sogleich aus dem Wasser; und siehe, da öffnete sich ihm der Himmel, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube herabsteigen und auf ihn kommen. Und siehe, eine Stimme [kam] vom Himmel, die sprach: Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe! (Matth. 3, 13 – 17)
Wem das noch nicht reicht, der kann auch den Epheserbrief aufschlagen und im 1. Kapitel die Verse 3 – 14 lesen. Dort beschreibt Paulus, wie die drei Personen der göttlichen Dreieinigkeit das Werk der Erlösung unter sich aufgeteilt haben: Gott Vater sendet Gott Sohn, Gott Sohn vollführt die Erlösung am Kreuz, Gott Heiliger Geist wendet diese auf uns ganz persönlich an. Es gäbe übrigens noch genügend Beispiele mehr.
Vielfalt und die Schönheit der ganzen Schöpfung
Und dann werfen wir einen Blick auf die Schöpfung und sehen diese unaussprechlich große Vielfalt: Abertausende Arten von Tier, Pflanzen, Gesteinen, Himmelskörpern, alles ist aufeinander abgestimmt und passt zueinander. Zwar finden sich überall die Spuren des Sündenfalls, der zum Verderben, Krankheit, Tod, Verschleiß, etc. geführt hat, und doch ist überall ein gut Teil der Schönheit erhalten geblieben. Ich möchte an zwei Beispielen aufzeigen, was passiert, wenn wir die Lehre von Gottes Dreieinigkeit verlassen. Es gibt immer wieder Christen, die meinen, dass ihnen die Dreieinigkeit zu kompliziert wäre und wir deshalb darauf verzichten könnten oder sollten. Noch einmal zur Wiederholung: Die Dreieinigkeit bedeutet Einheit in der Vielfalt.
Islam: Einheit ohne Vielfalt
Wenn wir die Dreieinigkeit aufgeben oder vernachlässigen, dann haben wir auf der einen Seite Einheit ohne Vielfalt. Gutes Beispiel: Der Islam. Im Islam gibt es nur einen Gott, der keinesfalls in drei Personen besteht. Die Dreieinigkeit ist Gotteslästerung für den Moslem. Gott darf keinen Sohn haben. Gott darf nicht für die Sünden der Menschheit sterben können. Im Koran gibt es an mehreren Orten die Rede von der Liebe Allahs, aber die ist nur für Menschen, die für den Islam kämpfen, zu haben.
Das führt dazu, dass alle Menschen gleich werden müssen. Vielfalt hat keinen Wert, sondern ist gefährlich. Im Islam müssen alle gleich denken, handeln, leben, um Allah zu gefallen. Einheit ohne Vielfalt. Und genau diese Vielfalt, die der Realität entspricht, diese Liebe Gottes zu allen Menschen, diese Selbsthingabe Jesu am Kreuz für die Sünden der Menschen, genau das ist es, was für viele Muslime attraktiv am christlichen Glauben ist. Sie wissen als Muslime nicht, ob sie gerettet werden können. Das hängt laut Koran von Allahs Barmherzigkeit ab. Moslem sein rettet nicht, denn im Grunde genommen kann niemand das tun, was Allah gefällt. Diese Unsicherheit ist schrecklich und treibt uns viele Muslime in die Arme, denn bei uns gibt es echte Gewissheit der Erlösung. Aber auch bei Christen kommt es vor, dass man die Einheit überbetont. Immer dann, wenn es gesetzlich wird, ist das der Fall.
Postmoderne: Vielfalt ohne Einheit
Und so, wie man auf der einen Seite vom Pferd fallen kann, indem man die Einheit ohne Vielfalt betont, gibt es auch die andere Seite, die auch nicht besser ist: Vielfalt ohne Einheit. So war es in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts weit verbreitet, zu glauben, dass es keine absolute Wahrheit geben könne, sondern sich jede Kultur und Gesellschaft ihre eigenen Wahrheiten selbst schaffen würde. Dieses Denken war der Postmodernismus. Zum Glück ist dieses unsinnige Denken jetzt schon länger wieder vorbei, nur ist das halt leider in einigen Gemeinden noch nicht angekommen.
Wer jetzt noch wissen will, was das mit der Gemeinde zu tun hat, findet eine Aufnahme der Predigt wie üblich im Archivverlinkt.

Allgemeine Offenbarung: Die Schöpfung

Wir haben bereits gesehen, dass Gott Sich auf verschiedene Art und Weise offenbart. Man unterteilt den Bereich der Selbstoffenbarung Gottes in zwei Teile, von denen jeder wieder aus zwei Teilen besteht. Hierbei unterscheidet man die allgemeine Offenbarung von der speziellen Offenbarung. Die allgemeine Offenbarung besteht aus den beiden Hauptteilen Schöpfung und Gewissen, die spezielle Offenbarung aus den Teilen Bibel und Jesus Christus. Etwas geordneter sieht das so aus:
1. Allgemeine Offenbarung
1.1. Schöpfung
1.2. Gewissen
2. Spezielle Offenbarung
2.1. Bibel
2.2. Jesus Christus
Heute möchte ich mich auf den ersten Teil des ersten Teils beschränken: Wie kann der Mensch Gott in der Schöpfung erkennen?
Paulus beginnt seine Erklärung des Evangeliums im Römerbrief mit einer Erklärung dazu: Denn es wird geoffenbart Gottes Zorn vom Himmel her über alle Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit der Menschen, welche die Wahrheit durch Ungerechtigkeit aufhalten, weil das von Gott Erkennbare unter ihnen offenbar ist, da Gott es ihnen offenbar gemacht hat; denn sein unsichtbares Wesen, nämlich seine ewige Kraft und Gottheit, wird seit Erschaffung der Welt an den Werken durch Nachdenken wahrgenommen, so daß sie keine Entschuldigung haben. Denn obgleich sie Gott erkannten, haben sie ihn doch nicht als Gott geehrt und ihm nicht gedankt, sondern sind in ihren Gedanken in nichtigen Wahn verfallen, und ihr unverständiges Herz wurde verfinstert. Da sie sich für weise hielten, sind sie zu Narren geworden und haben die Herrlichkeit des unvergänglichen Gottes vertauscht mit einem Bild, das dem vergänglichen Menschen, den Vögeln und vierfüßigen und kriechenden Tieren gleicht.(Römer 1, 18 – 24)
Mit anderen Worten: Jeder vernünftige Mensch, der die Welt anschauen kann, hat die Möglichkeit, Gott als Schöpfer darin zu erkennen. Er muss es nicht zwingend, denn er kann die Wahrheit auch verdrängen und unterdrücken. Wer das tut, dessen Herz wird immer mehr verdunkelt, bis er nur noch die Schöpfung sehen kann. Der Mensch, der so gegen Gott und gegen das Zeugnis seines eigenen Lebens rebelliert, bis er davon blind und verblendet ist, hat die Strafe für seine Rebellion gegen Gott wohl verdient. Eigentlich wird dann jede Zelle seines Körpers, jeder Stern im Universum und jedes Blatt, das im Herbst von einem Baum fällt, zum Zeigen gegen diesen Menschen, denn alles „schreit“ auf seine Art: „Schau mich an! Ich bin geschaffen! Ich habe einen Schöpfer, der mich geplant, gewollt und gemacht hat!“
Immer mehr Leute versuchen mit aller Kraft, diese Erkenntnis, die natürliche Offenbarung, mit aller Kraft zu unterdrücken. Etwa Richard Dawkins schreibt in seinem Buch „Der Gotteswahn“ sehr anschaulich, wie das praktisch gemacht wird: „Ein Atheist oder philosophischer Naturalist in diesem Sinn vertritt also die Ansicht, dass es nichts außerhalb der natürlichen, physikalischen Welt gibt: Keine übernatürliche kreative Intelligenz, die hinter dem beobachtbaren Universum lauert, keine Seele, die den Körper überdauert, und keine Wunder außer in dem Sinn, dass es Naturphänomene gibt, die wir noch nicht verstehen. Wenn etwas außerhalb der natürlichen Welt zu liegen scheint, die wir nur unvollkommen begreifen, so hoffen wir darauf, es eines Tages zu verstehen und in den Bereich des Natürlichen einzuschließen.“(Dawkins, Richard, Der Gotteswahn, S. 25f)
Davon abgesehen, dass diese Worte von Dawkins voll unnötiger Polemik sind (etwa dann, wenn er die übernatürliche Intelligenz hinter dem Universum „lauern“ lässt), sehen wir hier die Praxis dessen, was Paulus im Römerbrief beschrieben hatte: Der gottlose Mensch klammert von Anfang an jede Möglichkeit Gottes in seinem Denken aus und ist deshalb dazu verdammt, seine Herkunft und die Herkunft des ganzen Universums auf magische Art erklären zu müssen. Denn: Aus nichts kommt nichts! Nun gut, vielleicht kann man den großen Glauben eines Herrn Dawkins auch bewundern.
Da ist doch die Erklärung Johannes Calvins viel vernünftiger: „Höchstes Ziel des seligen Lebens ist nun die Erkenntnis Gottes. Niemandem sollte der Zugang zur Seligkeit verschlossen bleiben; deshalb hat Gott nicht nur dem Menschenherzen das geschenkt, was wir den Keim der Religion nannten. Er hat sich auch derart im ganzen Bau der Welt offenbart und tut es noch heute, dass die Menschen ihre Augen nicht aufmachen können, ohne ihn notwendig zu erblicken. Sein Wesen zwar ist unbegreiflich, so dass seine Gottheit allem Verstehen der Menschen völlig unerreichbar ist. Aber er hat den einzelnen Werken zuverlässige Kennzeichen seiner Herrlichkeit eingeprägt, und diese sind so deutlich und eindrücklich, dass auch den unkundigsten und unverständigsten Menschen jede Entschuldigung mit Unwissenheit unmöglich gemacht ist.“ (Calvin, Johannes, Institutio deutsch, 1. Buch, 5. Kapitel, Teil 1)
Eine zweite interessante Frage stellt sich dabei: Was kann der Mensch unabhängig von seiner Kenntnis der Bibel aus der Schöpfung über den einen, lebendigen Gott wissen?
Der Schöpfergott muss ein mächtiger Gott sein. Wer das Universum betrachtet, kommt sich klein vor. Das ist nicht erst so, seit wir Teleskope haben. Schon lange davor haben die Menschen in den nächtlichen Sternenhimmel geschaut und haben darüber gestaunt. Doch je mehr man über die Weiten des Universums weiß, desto mehr Grund zum Staunen gibt es. Der Gott, der das alles geschaffen hat, muss wirklich groß und mächtig sein.
Der Schöpfergott muss ein exakter Gott sein. Wenn man bedenkt, wie viele Konstanten ganz genau stimmen müssen, damit das Leben auf dem Planeten Erde überhaupt möglich wird, so entdeckt man, dass dahinter ein ganz exakt ausgeführter Plan stecken muss. Spätestens hier wird deutlich, wie weit der Mensch hinter dem Standard zurückbleibt, den der Gott, der alles erschuf, gesetzt hat.
Der Schöpfergott muss ein guter Gott sein. Alles, was geschaffen ist, trägt trotz all der Zerstörung durch den Sündenfall noch immer so viel Harmonie und Schönheit in sich, dass das Auge – wohin es auch immer sieht – zerbrochene Schönheit erkennen kann. So wird deutlich, dass der jetzige Zustand nicht von Anfang an so gewesen sein kann. Doch den Erlösungsweg gibt es nur in der speziellen Offenbarung.
Johannes Calvin schreibt weiter über die Schöpfung: „Ein solches Wissen um Gott muss uns zur Verehrung Gottes reizen und zugleich auch die Hoffnung auf ein ewiges Leben in uns erwecken und aufrichten.“(Institutio, 1. Buch, 5. Kapitel, Teil 10) Doch gibt es da ein Problem: „Jedoch wie hell und klar uns auch der Herr sich selbst und sein ewiges Reich im Spiegel seiner Werke vor Augen stellt – wir bleiben doch in unserem großen Stumpfsinn stets blind gegen solche Bezeugungen, so dass sie in uns ohne Frucht bleiben.“(Ebd. Teil 11)
Der Mensch unterdrückt sein Wissen, verschließt die Augen, klammert jede Möglichkeit aus, um nicht zugeben zu müssen, dass die Realität, mit der wir jeden Tag konfrontiert sind, immerzu auf den einen mächtigen und lebendigen Schöpfergott hinweist. Richard Dawkins, dessen Buch ich oben zitierte, hat vor kurzer Zeit den Rat gegeben, dass Kinder mit dem Down-Syndrom abgetrieben werden sollen. Es gab einen Aufschrei deswegen und er hat sich dafür entschuldigt. Doch im Grunde genommen war dieser Vorschlag total in Übereinstimmung mit seiner Weltanschauung. Dennoch muss sich Dawkins dann auch die Frage gefallen lassen, warum er zur Abtreibung während der Schwangerschaft rät, nicht aber zu einer postnatalen „Abtreibung“. Ein Kind ist für ihn ein Kind, ein Mensch, eine Art seelenlose Maschine. Warum ist er hier so inkonsequent? Warum schützt er das Leben des Kindes dann nicht, wenn es noch ganz hilflos in der Mutter ist, aber nach der Geburt schon? Auch ein Richard Dawkins kommt hier nicht darum herum, sein inneres Wesen auszuleben, in dem er nach dem Ebenbild Gottes geschaffen ist und deshalb einen Sinn für Gerechtigkeit besitzt. Es ist einfacher, Leben auszulöschen, solange man dies auf einen Knopfdruck machen kann. Sei es bei einem Drohnenangriff oder beim Absaugen eines Kindes im Mutterleib. Wenn man dem Gegenüber dabei in die Augen schauen muss, ist es immer viel schwerer. So beweist auch der Atheist durch sein Leben, dass seine gesamte Weltanschauung nicht dazu fähig ist, ihm durch alle Teile seines Lebens zu helfen, sondern auch er in seinem Tun immer wieder inkonsequent sein muss. Möge Herr Dawkins eines Tages seine Augen öffnen und den Schöpfergott erkennen, der alles – ihn inklusive – geplant, gewollt und geschaffen hat.
Die Himmel erzählen die Herrlichkeit Gottes, und die Ausdehnung verkündigt das Werk seiner Hände. Es fließt die Rede Tag für Tag, Nacht für Nacht tut sich die Botschaft kund. Es ist keine Rede und es sind keine Worte, deren Stimme unhörbar wäre. Ihre Reichweite erstreckt sich über die ganze Erde, und ihre Worte bis ans Ende des Erdkreises. Er hat der Sonne am Himmel ein Zelt gemacht. (Psalm 19, 2 – 5)

Die schwierige Lehre von Gottes Liebe – Donald A. Carson

Zu Beginn des neuen Lesejahres bin ich auf ein kleines Buch von Donald A. Carson gestoßen. Es heißt „The difficult Doctrine of the love ofGod“. Freundlicherweise bietet Carson manche seiner Bücher zum kostenlosen Download als PDF an. So konnte ich das Buch digital lesen. Wer dieses und noch mehr Bücher von Carson als PDFs lesen möchte, findet hier (Link) die komplette Auswahl dieser PDF-Bücher.

Carson ist Professor für Neues Testament an der Trinity Evangelical Divinity School und auch ein ausgezeichneter Kulturkenner. So verwundert es nicht, dass sein Buch mit einem Überblick über verschiedene evangelikale Missverständnisse von der Liebe Gottes beginnt.

Ich habe das Buch vor allem deshalb mit viel Interesse gelesen, weil mir das häretische Liebesgewäsch zahlreicher Vorzeige-Evangelikaler seit Jahren ein Dorn im Auge ist. Als Erstes muss Carson natürlich erklären, warum er der Meinung ist, dass die Lehre von der Liebe Gottes kompliziert ist. Dies ist laut Carson kein innerbiblisches Problem, sondern in erster Linie ein kulturelles Problem unserer Zeit. Unsere Kultur hat ein kaputtes Verständnis von der Liebe, und das mach die Rede von Gottes Liebe kompliziert. In seinen Worten: The result, of course, is that the love of God in our culture has been purged of anything the culture finds uncomfortable. The love of God has been sanitized, democratized, and above all sentimentalized.“(S. 11)

Ab S. 16 stellt Carson fünf verschiedene Arten vor, wie die Bibel implizit und explizit von der Liebe Gottes spricht. Ich fasse diese in meinen Worten zusammen:

1. Die Liebe Gottes innerhalb der göttlichen Dreieinigkeit. Gott Vater liebt Gott Sohn und Gott Sohn liebt Gott Vater. Beider Liebe ist gleichermaßen perfekt aber in sich selbst unterschiedlich. (Im zweiten Kapitel wird das im Detail ausgearbeitet)..

2. Die Liebe Gottes zu allem, was Er gemacht hat. Carson nennt das die Liebe in der Vorsehung (providential love). Alles, was Gott gemacht hat, war gut, und deshalb das Produkt eines liebenden Schöpfers.

3. Gottes rettende Liebe gegenüber einer gefallenen Welt. Gott hat Seinen Sohn gesandt, um die ganze gefallene Welt auf den Kopf zu stellen. Deshalb hat Jesus Christus auch die Gemeinde gesandt, um allen Menschen das Evangelium zu verkünden.

4. Gottes ganz spezielle effektive Liebe gegenüber den Gläubigen. Zuerst war das Volk Israel Gottes auserwähltes Volk. Von dort wurden auch einzelne Menschen wiederum als Priester oder Propheten, etc. ausgewählt. In Jesus wurde der neue Bund für alle Gläubigen aller Nationen geöffnet.

5. In bestimmten Fällen sind die segensreichen Auswirkungen von Gottes Liebe an eine Bedingung, nämlich Gehorsam, geknüpft. So ist der Gehorsam Jesu gegenüber auch eine sichtbare Darstellung unserer Liebe Gott gegenüber.

Diese fünf Arten der Liebe Gottes haben Gemeinsamkeiten und Unterschiede. Sie finden alle gleichzeitig statt und sind alle gleichermaßen perfekte Liebe Gottes. Man könnte auch sagen, sie sind verschiedene Ausdrücke derselben Liebe gegenüber unterschiedlichen Empfängern dieser Liebe. Keine der fünf Arten oder Ausdrücke darf überbetont werden, sie haben bei Gott alle denselben Rang.

Das zweite Kapitel „Gott ist Liebe“ behandelt vor allem die sprachlichen Unterschiede der verschiedenen Ausdrücke, die in der Bibel mit „Liebe“ oder ähnlichen Worten übersetzt werden. Das ist eine interessante Debatte, die ich hier aber überspringe. Eine interessante Bemerkung macht Carson zur Heilung Jesu am Sabbat: Yet here is Jesus, claiming the right to work on the Sabbath because God is his Father, and, implicitly, he is the Son who follows in his Father’s footsteps in this regard.“(S. 32)

Wichtig finde ich ganz besonders für unsere heutige Zeit das dritte Kapitel „Gottes Liebe und Gottes Souveränität“. Hier geht es um die Frage, was es bedeutet, dass Gott liebt in der Hinsicht darauf, dass Gott Gott ist und damit perfekt und absolut souverän. Anders gefragt: Kann der absolut souveräne Gott Gefühle haben? Das ist übrigens eine Frage, die auch in Diskussionen mit Atheisten häufig aufkommt.

Etwa in Hosea 11 wird deutlich, dass Gott nicht einfach ein gefühlsloses, stoisch in sich ruhendes Wesen ist. Das ist die eine Seite, von der man vom Pferd fallen kann. Die andere Seite darf aber auch nicht vergessen werden: Ebenso falsch ist es, sich Gott so vorzustellen, dass er sich ständig verändern und seine Meinung in den Wind hängen würde. Gerade diese Diskussion macht das Buch unglaublich wertvoll.

Carson macht klar, dass die Bibel Gottes Unveränderlichkeit lehrt. Gott ist treu, bleibt ewig Derselbe, ist unveränderlich. Daraus haben manche Traditionen eine Lehre von Gottes „Gefühllosigkeit“ (engl. „impassibility“) gemacht. Dazu schreibt Carson: Christians are not fatalists. The central line of Christian tradition neither sacrifices the utter sovereignty of God nor reduces the responsibility of his image-bearers. In the realm of philosophical theology, this position is sometimes called compatibilism. It simply means that God’s unconditioned sovereignty and the responsibility of human beings are mutually compatible.“(S. 51f) Carson zeigt dies etwa am Beispiel von Joseph: Seine Brüder haben eine falsche Entscheidung gemacht. Sie meinten es übel mit ihm. Aber Gott hat genau dieses Übel für etwas Gutes gebraucht. So sind die Brüder vor Gott dennoch für falsches Handeln verantwortlich. Aber Gott gebraucht auch Sünde, um daraus Gutes werden zu lassen.

Carson zeigt auf, dass die Prozesstheologie keine Lösung dieser Frage bieten kann, im Gegenteil, sie stiftet nur Verwirrung. Diese Theorie behauptet, dass Gott das Universum in sich selbst geschaffen hat, also dass es jetzt in ihm ist, und dass Gott sich deshalb auch verändern würde, sobald sich im Universum, bzw. unter uns Menschen etwas verändert. Von einem ähnlichen Konzept geht etwa auch der „Open Theism“ aus, der sich zur Zeit recht schnell ausbreitet. Diese Lehre besagt, dass der Mensch nur dann einen freien Willen haben könne, wenn Gott heute noch nicht weiß, was wir morgen entscheiden werden. So habe Gott – sagt diese Theorie – sich selbst eingeschränkt und verzichtet auf das Vorherwissen unserer Entscheidungen und sei deshalb auch immer wieder erstaunt oder gar erschreckt oder Ähnliches, je nachdem, was wir tun.

Und dann geht es um die Frage, was es bedeutet, dass Gott uns liebt. Hier zwei wichtige Zitate dazu:

He does not “fall in love” with us; he sets his affection on us.“ (S. 61) Gott ist nicht in einer Art wie wir Menschen das kennen „verliebt“. Er wird nicht von den Hormonen gesteuert. Seine Liebe bedeutet, dass Er uns in all unserer Schwäche und Sündhaftigkeit annimmt, indem Er Seine Liebe auf uns richtet. Gott sagt uns also ungefähr:

Your sins have made you disgustingly ugly. But I love you anyway, not because you are attractive, but because it is my nature to love.“(S. 63) Wir haben nichts an uns, was uns für Gott liebenswert macht, also nichts, was Ihn aus uns selbst dazu animieren würde, uns zu lieben. Er tut es trotzdem, weil die Liebe Seinem Wesen entspricht.

Das vierte und damit letzte Kapitel heißt „Gottes Liebe und Gottes Zorn“. Auch hier wieder wertvolle Hilfen zum Verstehen von Gottes Wort:

Where God in his holiness confronts his image-bearers in their rebellion, there must be wrath, or God is not the jealous God he claims to be, and his holiness is impugned. The price of diluting God’s wrath is diminishing God’s holiness.“ (S. 67)

Unser Problem damit ist, dass wir Menschen sehr beschränkt sind. In unserer Erfahrung kennen wir vor allem das ständige Wechseln dieser Gemütszustände. Mal sind wir zornig, dann wieder nicht, und so weiter. Zorn treibt die Liebe aus und die Liebe den Zorn. Aber Gott ist nicht so beschränkt, bei Ihm ist alles zugleich und in absoluter Perfektion.

In other words, both God’s love and God’s wrath are ratcheted up in the move from the old covenant to the new, from the Old Testament to the New. These themes barrel along through redemptive history, unresolved, until they come to a resounding climax—in the cross. Do you wish to see God’s love? Look at the cross. Do you wish to see God’s wrath? Look at the cross.“ (S. 70f)

Am Kreuz sehen wir den Höhepunkt der Heilsgeschichte. Hier sind Gottes schrecklicher Zorn und Gottes unfassbare Liebe beide gleichermaßen fassbar, und keines davon hebelt das andere aus.

Ein lesens- und bedenkenswertes Buch, das mir wohl noch das eine und andere Mal zu knabbern geben wird!

Jona – ein kleiner Mann mit einem großen Gott

„Aaah, der Typ mit dem großen Fisch!“ So strahlten mich häufig die Menschen an, wenn ich mich ihnen als „Jonas“ vorstellte. Eine Weile war das für mich der Horror – verband ich doch mit dieser Gestalt des Propheten Jona zwei andere Dinge: Ein Mann, der vor Gott wegläuft – und ein Mann, der Gott Vorwürfe macht, Er sei zu gnädig und barmherzig. Nach langer Zeit des Lesens und Forschens im Buch Jona bin ich auf weitere Schwerpunkte gestoßen: Jona war vor allem ein ganz normaler Mensch – ein einfacher, kleiner Mann mit einem großen Gott. Und noch eines mehr: Ein Prediger, der eine riesige Erweckung auslöste. Wohl die größte Erweckung der Weltgeschichte. Wer könnte von sich behaupten, dass aufgrund einer einzigen Predigt auf einen Schlag über 120’000 Menschen zum Glauben gekommen seien? Im Rahmen meiner Auseinandersetzung mit diesem biblischen Propheten ist folgendes Gedicht entstanden.
1. Flucht
Einst redete zu Jona schon,
das war des Amittaiens Sohn,
der Herr des Himmels und trug ihm auf:
„Geh hin, jetzt mach dich auf und lauf
nach Ninive, der großen Stadt!
Nimm vor den Mund auch ja kein Blatt!
Ihr Tun ist stetig ungerecht;
sie übertreffen sich an dem, was schlecht
und böse ist vor Mir!“ Da geht
der Jona hin und steht
am Hafen Japho, sucht ein Schiff,
noch ehe man’s genau begriff,
schon ist er weg, gen Tarsis hin.
Ist’s jetzt schon aus vor dem Beginn?
Doch der Herr ist nicht am Ende;
Er fängt erst an und bringt behende
einen großen Sturm aufs Meer –
das Boot, es rüttelt und schüttelt sehr.
Da werden auch die Heiden fromm,
nur Jona nicht, denn er erklomm
ein Bett im unteren Schiffe
als ob er all das nicht begriffe.
Der Wogen Macht lässt süß ihn träumen
und während oben Wellen schäumen,
liegt er und ruht sich friedlich aus,
als wäre er im Bett zu Haus.
Der Kapitän will’s nicht begreifen;
er tritt zu ihm, kann nicht verkneifen,
den Schlafenden zu wecken:
„Mein guter Mann, willst dich verstecken?
Nun los, ruf deine Götter an!“
Die Mannschaft machte sich sodann
ans Werk und machte Lose,
zu finden, wer für das Getose
die Verantwortung muss tragen:
Wen es trifft, geht’s an den Kragen.
Das Los – wie könnt es anders sein? –
fiel auf Jona ganz allein.
Die Seeleut wollten es nun wissen:
Hat dieser Typ uns doch beschissen?
Und einer rief: „Was soll’n wir tun,
damit die See wird wieder ruhn?“
„Werft mich“, sprach Jona, „doch hinein;
der Sturm soll nicht eu’r Ende sein!“
Doch mehr und mehr stieg an das Brausen,
ließ das Schiff von Welle zu Welle sausen.
Doch endlich packten sie Jona dort
und warfen ihn – Mann über Bord! –
ins wogenwütende Meer hinein.
Doch horch! – das kann doch gar nicht sein?
Der Sturm lässt nach, das Meer gestillt.
Ein Wunder! Nun sind die Seeleut gewillt,
dem Herrn von Himmel und Erde zu danken,
der Ruhe schenkt unter ihren Planken.
2. Rettung
Um Jona aus dem Meer zu retten,
sandte Gott einen dicken, fetten,
riesigen Fisch, der ihn sollte verspeisen,
um dann mit ihm ans Ufer zu reisen.
Auch Jona war dankbar dem Herrn:
„Ich rief und Du hörtest von fern!
Du rettetest mich vor dem Untergehen,
ich konnte den Tod schon vor mir sehen!
Mitten ins Meer sank ich hinunter
doch siehe, jetzt bin ich fit und munter!
Und wo mich das Seegras schon umgab,
da holtest Du mich aus dem Grab.
Ich schrie zu Dir – und mein Gebet
kam an, dort wo Dein Tempel steht.
Nun werd ich tun, was immer Du willst,
der Du die Stürme sendest und stillst.
Ich will den Menschen erzählen gern:
Die Rettung kommt allein vom Herrn!“
Nach drei Tagen war’n sie am Meeresrand,
der Fisch spie Jona nun an Land.
3. Erweckung
Und wieder kam ihm Gottes Wort:
„Nun los, mach dich auf von diesem Ort,
lauf nach Ninive hinein!“
Da machte sich Jona ganz allein
auf den Weg in die große Stadt,
die Gottes Zorn erreget hat.
Einen Tag lief er in die Stadt hinein
und rief: „Nur 40 Tage noch wird Ninive sein!“
Und die es hörten, glaubten sodann
an Gottes Wort und machten sich dran,
in ihre Häuser zu hasten,
suchten Sacktuch, begannen Fasten.
Auch der König der Stadt tat Buße.
Er ließ ausrufen mit königlichem Gruße:
„Jeder soll Sacktuch tragen, fasten, beten,
keiner den Weg des Unrechts betreten.
Vielleicht ist Gott noch umzustimmen,
wenn wir aufhören mit allem Schlimmen,
um Ihn zu suchen!“ Gott sah ihre Taten
und wusste: Die sind gut beraten!
Die Stadt, sie blieb noch länger bestehen:
Gott hat sie mit Gnade angesehen.
4. Zurechtweisung
Doch Jona konnte sich nicht freuen:
wie konnte Gott nur jenes gereuen?
Er wurde wütend, begann zu beten:
„Drum wollt ich Ninive nicht betreten!
Ich wusste doch um Deine Gnade,
dass Du es findest viel zu schade,
unsere Feinde zu zerstören.
Deshalb wollt ich nicht auf Dich hören.
Nun nimm mein Leben, lieber sterben,
als dies zu beichten meinen Erben.“
Und wieder machte sich Jona auf,
baute östlich der Stadt eine Hütte auf,
um aus der Nähe anzusehen,
was mit Ninive werde geschehen.
Da, sieh! Ein kleines Pflänzchen kommt hervor!
Wächst über Jonas Kopf empor.
Ein Rizinus, ein Schattenspender,
auf dass sich Jonas Zorn veränder’.
Und Jona freut sich: Ein Himmelszeichen!
Doch tags drauf schon muss es weichen.
Ein Wurm, am Morgen angekrochen,
hat den Rizinus gestochen.
Da heiß der Wind von Osten bläst,
fühlt sich Jona ganz verjäst.
Er hat schon wieder neue Wut:
Das mit dem Rizinus war nicht gut!
Da sprach der Herr: „Du zürnst mir nun?
Was hattest du am Strauch zu tun?
Macht dir die arme Pflanze Schmerzen?
Sollt ich da nicht von ganzem Herzen
der großen Stadt nur Gutes wollen?
Du siehst: Kein Grund hat all dein Grollen!
Sind hundertzwanzigtausend Leute
nicht mehr Wert als dein Rizinus heute?“
4.12.2014; Jonas Erne

8. Frage im Westminster Katechismus

8. Frage: Wie führt Gott seine Ratschlüsse aus?
8. Antwort: Gott führt seine Ratschlüsse durch die Schöpfung und durch seine Vorsehung aus.23
Bibelstellen dazu:
23 Psalm 148, 8: Feuer und Hagel, Schnee und Dunst, der Sturmwind, der sein Wort ausführt. Jesaja 40, 26: Hebt eure Augen auf zur Höhe und seht: Wer hat diese erschaffen? Er, der ihr Heer abgezählt herausführt, er ruft sie alle mit Namen. So groß ist seine Macht und so stark ist er, dass nicht eines vermisst wird. Daniel 4, 34: Nun rühme ich, Nebukadnezar, und erhebe und verherrliche den König des Himmels, dessen Werke allesamt Wahrheit und dessen Wege Recht sind und der die erniedrigen kann, die in Stolz einhergehen. Apostelgeschichte 4, 24 – 28: Sie aber, als sie es hörten, erhoben einmütig ihre Stimme zu Gott und sprachen: Herrscher, du, der du den Himmel und die Erde und das Meer gemacht hast und alles, was in ihnen ist; der du durch den Heiligen Geist durch den Mund unseres Vaters, deines Knechtes David, gesagt hast: “Warum tobten die Nationen und sannen Eitles die Völker? Die Könige der Erde standen auf und die Fürsten versammelten sich gegen den Herrn und seinen Gesalbten.” Denn in dieser Stadt versammelten sich in Wahrheit gegen deinen heiligen Knecht Jesus, den du gesalbt hast, sowohl Herodes als auch Pontius Pilatus mit den Nationen und den Völkern Israels, alles zu tun, was deine Hand und dein Ratschluss vorherbestimmt hat, dass es geschehen sollte. Offenbarung 4, 11: Du bist würdig, unser Herr und Gott, die Herrlichkeit und die Ehre und die Macht zu nehmen, denn du hast alle Dinge erschaffen, und deines Willens wegen waren sie und sind sie erschaffen worden.

7. Frage im Westminster Katechismus

7. Frage: Was sind die Ratschlüsse Gottes?
7. Antwort: Die Ratschlüsse Gottes sind seine ewige Absicht entsprechend dem Rat seines Willens, wodurch er zu seiner eigenen Ehre vorherbestimmt hat, was immer passieren soll22.
Bibelstellen dazu:
22 Psalm 33, 11: Der Ratschluss des Herrn bleibt ewig bestehen, die Gedanken seines Herzens von Geschlecht zu Geschlecht. Jesaja 14, 24: Der Herr der Heerscharen hat geschworen und gesagt: Fürwahr, es soll geschehen, wie ich es mir vorgenommen habe, und es soll zustande kommen, wie ich es beschlossen habe. Apostelgeschichte 2, 23: diesen, der nach Gottes festgesetztem Ratschluß und Vorsehung dahingegeben worden war, habt ihr genommen und durch die Hände der Gesetzlosen ans Kreuz geschlagen und getötet. Epheser 1, 11 – 12: in ihm, in welchem wir auch ein Erbteil erlangt haben, die wir vorherbestimmt sind nach dem Vorsatz dessen, der alles wirkt nach dem Ratschluß seines Willens, damit wir zum Lob seiner Herrlichkeit dienten, die wir zuvor auf den Christus gehofft haben.

6. Frage im Westminster Katechismus

6. Frage: Wie viele Personen sind in der Gottheit?
6. Antwort: Es sind drei Personen in der Gottheit: Der Vater, der Sohn und der Heilige Geist20, und diese drei sind ein Gott, derselbe in Substanz, gleich in Kraft und Herrlichkeit21.
Bibelstellen dazu:
20 Matthäus 3, 16 – 17: Und als Jesus getauft war, stieg er sogleich aus dem Wasser; und siehe, da öffnete sich ihm der Himmel, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube herabsteigen und auf ihn kommen. Und siehe, eine Stimme [kam] vom Himmel, die sprach: Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe! Matthäus 28, 19: So geht nun hin und macht zu Jüngern alle Völker, und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes 2. Korinther 13, 4: Denn wenn er auch aus Schwachheit gekreuzigt wurde, so lebt er doch aus der Kraft Gottes; so sind auch wir zwar schwach in ihm, doch werden wir mit ihm leben aus der Kraft Gottes für euch. 1. Petrus 1, 1 – 2:  Petrus, Apostel Jesu Christi, an die Fremdlinge in der Zerstreuung in Pontus, Galatien, Kappadozien, Asia und Bithynien, die auserwählt sind gemäß der Vorsehung Gottes, des Vaters, in der Heiligung des Geistes, zum Gehorsam und zur Besprengung mit dem Blut Jesu Christi: Gnade und Friede werde euch mehr und mehr zuteil!
21 Psalm 45, 7: Dein Thron, o Gott, bleibt immer und ewig; das Zepter deines Reiches ist ein Zepter des Rechts! Johannes 1, 1: Im Anfang war das Wort1, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Johannes 17, 5: Und nun verherrliche du mich, Vater, bei dir selbst mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war. Apostelgeschichte 5, 3 – 4: Petrus aber sprach: Ananias, warum hat der Satan dein Herz erfüllt, so daß du den Heiligen Geist belogen hast und von dem Erlös des Gutes etwas für dich auf die Seite geschafft hast? Hättest du es nicht als dein Eigentum behalten können? Und als du es verkauft hattest, war es nicht in deiner Gewalt? Warum hast du denn in deinem Herzen diese Tat beschlossen? Du hast nicht Menschen belogen, sondern Gott! Römer 9, 5: ihnen gehören auch die Väter an, und von ihnen stammt dem Fleisch nach der Christus, der über alle ist, hochgelobter Gott in Ewigkeit. Amen! Kolosser 2, 9: Denn in ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig Judas 1, 24 – 25: Dem aber, der mächtig genug ist, euch ohne Straucheln zu bewahren und euch unsträflich, mit Freuden vor das Angesicht seiner Herrlichkeit zu stellen, dem allein weisen Gott, unserem Retter, gebührt Herrlichkeit und Majestät, Macht und Herrschaft jetzt und in alle Ewigkeit! Amen.

5. Frage im Westminster Katechismus

5. Frage: Gibt es mehr als einen Gott?
5. Antwort: Es gibt nur einen18, den lebendigen und wahren Gott19.
Bibelstellen dazu:
18 5. Mose 6, 4: Höre Israel, der Herr ist unser Gott, der Herr allein! Jesaja 44, 6: So spricht der Herr, der König Israels, und sein Erlöser, der Herr der Heerscharen: Ich bin der Erste, und ich bin der Letzte, und außer mir gibt es keinen Gott. Jesaja 45, 21 – 22: Verkündet’s, bringt es vor; ja, sie mögen sich miteinander beraten! Wer hat dies vorzeiten verlauten lassen? Oder wer hat es von Anfang her angekündigt? War ich es nicht, der Herr? Und sonst gibt es keinen anderen Gott, einen gerechten Gott und Erretter; außer mir gibt es keinen! Wendet euch zu mir, so werdet ihr gerettet, all ihr Enden der Erde; denn ich bin Gott und keiner sonst! 1. Korinther 8, 4 – 6: Was nun das Essen der Götzenopfer betrifft, so wissen wir, daß ein Götze in der Welt nichts ist, und daß es keinen anderen Gott gibt außer dem Einen. Denn wenn es auch solche gibt, die Götter genannt werden, sei es im Himmel oder auf Erden — wie es ja wirklich viele »Götter« und viele »Herren« gibt —, so gibt es für uns doch nur einen Gott, den Vater, von dem alle Dinge sind und wir für ihn; und einen Herrn, Jesus Christus, durch den alle Dinge sind, und wir durch ihn.
19 Jeremia 10, 10: Aber der Herr ist in Wahrheit Gott; er ist der lebendige Gott und ein ewiger König. Vor seinem Zorn erbebt die Erde, und die Völker können seinen Grimm nicht ertragen. Johannes 17, 3:Das ist aber das ewige Leben, daß sie dich, den allein wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen. 1. Thessalonicher 1, 9: Denn sie selbst erzählen von uns, welchen Eingang wir bei euch gefunden haben und wie ihr euch von den Götzen zu Gott bekehrt habt, um dem lebendigen und wahren Gott zu dienen 1. Johannes 5, 20: Wir wissen aber, daß der Sohn Gottes gekommen ist und uns Verständnis gegeben hat, damit wir den Wahrhaftigen erkennen. Und wir sind in dem Wahrhaftigen, in seinem Sohn Jesus Christus. Dieser ist der wahrhaftige Gott und das ewige Leben.