Geistliche Kriegsführung 2: Kenne deinen Kampfplatz

Im ersten Teil haben wir gesehen, dass wir den Kampf und den Feind kennen müssen, um ihn wirksam bekämpfen zu können. Als Zweites wollen wir den Platz dieses Kampfes anschauen. Dieser Kampf findet in unserem Herzen statt. Unser Herz ist das Zentrum unseres Denkens, Wollens, Fühlens. Dieser Platz steht ständig den Angriffen ausgesetzt. Deshalb empfiehlt der große König Salomo seinem Sohn ja auch: Mehr als alles andere behüte dein Herz; denn von ihm geht das Leben aus.(Sprüche 4,23) Das gilt für uns alle. Was wir in unserem Herz dulden, wird uns immer verändern und unser weiteres Leben bestimmen. Genau da ist also der Kampfplatz. Unser Denken wird angegriffen, es werden Lügen gesät, Lügen über Gott („sollte Gott etwa gesagt haben…?“), Lügen über uns („das schaffst du eh nicht…“), und so fort. Der Feind kennt übrigens auch die Bibel sehr gut – und wird sie immer wieder benutzen, um uns von etwas zu überzeugen, was nicht stimmt.
Der Feind versucht, alles zu verdrehen, was wir von Gott bekommen haben. Er verdreht die Bibel, er verdreht die Beziehungen zwischen uns Menschen, aber auch die Dinge, die Gott uns ganz persönlich aufs Herz gelegt hat. Hier wird es ganz heftig hart für uns, aber es ist sehr wichtig, dass wir uns dessen bewusst sind. Sehen wir uns das am Beispiel von Abraham an. Er hatte von Gott das Versprechen, ja, die Vision, bekommen, dass er einen Sohn bekommen soll. Dies geschah, als Abraham 75 Jahre alt war. Er war da schon sehr lange mit seiner Frau Sarai verheiratet, und die beiden wünschten sich sehnlichst ein Kind, doch sie konnten tun was sie wollten, sie blieben ohne. Und dann hat Gott dem Abraham die Vision gegeben: „Ich will dich zu einem großen Volk machen!“ (1. Mose 12,2) Und dann gingen sie auf den Weg, und unterwegs warteten sie und warteten… ein Jahr ging vorbei, ein zweites Jahr, ein drittes Jahr… und nach zehn Jahren warten hatte Sarai eine Idee: Mensch, Abram, sagte sie, du könntest doch meine Sklavin auch noch dazunehmen, dann kann sie für mich unser Kind zur Welt bringen. Sie meinten, dass sie selbst Gottes Verheißung einlösen müssten. So kam Ismael zur Welt. Bis heute hat das Volk Israel wahnsinnig viel unter dieser falschen Entscheidung von Abram und Sarai zu leiden.
Gottes Plan war ein anderer. Und Gott ließ Sich durch das falsche Verhalten Abrahams nicht aus der Ruhe bringen, sondern schwieg einfach. 13 Jahre lang hatte Gott dem Abraham nichts mehr zu sagen. Und dann, nach 13 Jahren, also 24 Jahre nachdem Er Abraham die Vision gegeben hatte, redete Gott wieder zu ihm und machte ihm noch einmal klar, dass es tatsächlich ein Sohn von der Sarai sein soll, nämlich der Isaak. Zwischen der Vision und der Ausführung liegen also 25 Jahre, ein ganzes Vierteljahrhundert. Mit dem voreiligen Tun hat sich Abraham eine Menge Probleme eingehandelt. Manchmal müssen wir warten auf das, was Gott uns gezeigt hat. Manchmal Jahrzehnte. Was sich unser Abraham wohl gedacht haben wird in dieser Zeit? Auch er war anfällig für die Stimme des Verführers und Verdrehers. Du musst es halt selbst in die Hand nehmen, Abraham. Selbst ist der Mann. Da gibt es doch inzwischen Möglichkeiten, Abraham.
Manchmal wollen wir die Sache lieber selbst in die Hand nehmen. Wir haben vielleicht eine gute Vision für unsere Gemeinde, wir sehen, was falsch läuft. Wir sehen, wie Gott es eines Tages haben möchte. Und dann erzählen wir davon, aber irgendwie geht es nicht vorwärts. Es bleibt beim Alten. Vielleicht über Jahrzehnte, wie bei Abraham. Die Zeit ist noch nicht reif. Und dann kommt der Lügner und Verdreher und wendet seine fieseste Masche an: Das musst du selbst in die Hand nehmen. Da kannst du nicht mehr dahinter stehen. Da steht sogar in der Bibel davon, dass man sich von solchen Menschen, die sich von Gott nicht durch dich was sagen lassen, distanzieren soll. Und so weiter. Das ganze Arsenal.
Der Feind kennt uns sehr gut. Er weiß, was wir brauchen und warum wir es brauchen. Er weiß, dass er das Spiel so gut wie gewonnen hat, wenn er uns von der ganzen Herde, nämlich von der einzelnen örtlichen Gemeinde getrennt hat. Gottes Schutz gilt der ganzen Gemeinde: Und ich sage dir auch: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen, und die Pforten des Totenreiches sollen sie nicht überwältigen. (Matthäus 16,18) Dieses Versprechen gilt der Gemeinde im Ganzen. Wenn der Feind es schafft, uns aus diesem Sicherheitsbereich herauszulocken, hat er ein relativ leichtes Spiel. Dann werden wir nämlich unsere Wunden lecken und uns bemitleiden und lassen keine anderen Menschen mehr an uns heran, die uns korrigieren und in unser Leben hineinsprechen dürfen. Oder höchstens nur noch das, was uns gefällt.
Hast Du, liebe Leserin, lieber Leser, solche Menschen, echte Freunde und geistliche Geschwister, die Dir auch dann ins Leben reden dürfen, wenn es Dir nicht gefällt?

Geistliche Kriegsführung 1: Kenne deinen Kampf

C. S. Lewis, der Autor der Narnia-Buchserie, hat ein anderes Buch geschrieben, welches folgenden Titel trägt: „Dienstanweisung für einen Unterteufel“. Es ist ein Buch, in dem er auf humorvolle Weise in einem Briefwechsel einen jungen Dämonen anleitet, wie man einen Menschen verführen kann. Wer nach guter, leichter und nachdenklich machender Lektüre sucht, dem kann ich es sehr empfehlen. Im Vorwort schreibt er:
“Es gibt zwei gleich schwere, einander entgegengesetzte Irrtümer, die wir Menschen bezüglich der Teufel begehen können. Der eine besteht darin, nicht an ihre Existenz zu glauben. Der andere ist, an sie zu glauben und ein übertriebenes und ungesundes Interesse an ihnen zu zeigen. Sie selbst freuen sich über beide Irrtümer gleichermaßen und schließen den Materialisten ebenso herzlich in die Arme wie den Geisterbeschwörer.”
So gibt es zwei gefährliche Standpunkte: Der eine ist, den Teufel ganz zu vergeistigen, indem man meint, das sei nur ein Symbol um vom Bösen in der Welt zu sprechen. Wenn wir anfangen, so zu denken, hat er schon gewonnen. Auf der anderen Seite sollten wir auch nicht hinter jedem Gebüsch den Teufel lauern sehen. Der Kampf ist sehr real, aber wir dürfen wissen, dass wir die nötige Ausrüstung dafür bekommen haben. Paulus schreibt:
Im übrigen, meine Brüder, seid stark in dem Herrn und in der Macht seiner Stärke. Zieht die ganze Waffenrüstung Gottes an, damit ihr standhalten könnt gegenüber den listigen Kunstgriffen des Teufels; denn unser Kampf richtet sich nicht gegen Fleisch und Blut, sondern gegen die Herrschaften, gegen die Gewalten, gegen die Weltbeherrscher der Finsternis dieser Weltzeit, gegen die geistlichen Mächte der Bosheit in den himmlischen Regionen. (Eph. 6,10-12)
Ich glaube, dass dieser Abschnitt der Bibel von der Waffenrüstung Gottes einer der wichtigsten Abschnitte der Bibel für unsere Zeit ist. Es gibt viel Elend, Kampf, Streit und Probleme, weil wir das, was in diesen Versen steht, nicht verstehen oder vielleicht auch einfach nicht wahrhaben wollen. Aber Fakt ist, dass es diesen Kampf gibt, dass es in unserer Welt Mächte gibt, die Dinge zu tun vermögen, die wir uns gar nicht vorstellen können.
Wir müssen uns bewusst sein, dass unser ganzes Leben, von der einen Sekunde an, in der wir zu Gott gehören, ein Krieg ist. Christliches Leben ist Krieg. Eine christliche Ehe ist Krieg. Eine christliche Familie ist Krieg. Eine christliche Gemeinde ist Krieg. Und so weiter. Lasst mich erklären. Überall dort, wo wir mit anderen Menschen zusammen sind, werden unsere eigenen Schwächen offenbar. Gott möchte uns verändern, also schickt Er uns Menschen, die unsere Schwächen sichtbar werden lassen. Vielleicht auch Menschen, die uns immer wieder an unsere Schwächen erinnern. Und wir ärgern uns darüber und denken: Mensch, warum kämpfst du gegen mich?
Hier setzt unser Text an: Der Kampf richtet sich nicht gegen Fleisch und Blut. Die Menschen, an denen unsere Schwächen offenbar werden sind nicht unsere Gegner. Im Gegenteil. Eigentlich sind sie dazu da, weil Gott sie uns als Geschenk geben möchte, um uns zu helfen, dem Herrn Jesus ähnlicher zu werden. Und hier kommt der Teufel ins Spiel. Er redet uns nämlich ein, dass diese Menschen, die Gottes Geschenk sind, in Wirklichkeit unsere Feinde seien. Kommt Dir das auch bekannt vor? Mir zumindest geht es immer wieder so. Ich rege mich über die Menschen auf, die eigentlich zu meinem Besten in mein Leben hinein gestellt sind. Ich habe im ersten Moment das Gefühl, sie seien meine Feinde. Und einer lacht sich ins Fäustchen, wenn der Kampf losgeht. 
Der Feind ist ein von Gott geschaffenes Wesen, und zwar von Beginn an als sehr mächtig geschaffen. Er war einer der stärksten, schönsten Engel im Himmel. Und dann ist er hochmütig geworden und wollte so sein wie Gott und an Gottes Platz auf dem Thron sitzen. So ist er ganz tief gefallen. Wie alle Engel ist er ein persönliches, aber geistliches Wesen. Er hat nicht in unserem Sinne einen Körper, kann aber einen annehmen, wie zum Beispiel den der Schlange in 1.Mose 3. Seit diesem Fall ist Satan ständig dabei, zu versuchen, möglichst viel Unheil in der Welt anzu-richten, aus reiner Bosheit und Freude am Schlechten. Wir müssen erkennen, wie sehr er auf Gott eifersüchtig ist, weil er nicht selbst so sein kann. Das ist auch der Grund für all das Übel in der Welt. Gott hat uns alle Menschen zu Seiner Ehre geschaffen, damit wir zu Seiner Ehre in der gesunden Abhängigkeit von Ihm leben sollen. Dem Teufel ist es egal, wovon wir abhängig sind, Hauptsache es ist nicht der Gott der Bibel. Es kann Stolz auf uns selbst sein, es kann das Vertrauen auf unser Geld sein, es kann die Liebe oder die Sexualität sein, und so weiter. Bei jedem von uns hängt die Gefahr unserer persönlichen Angriffsflächen und Abhängigkeiten mit unserer Lebensgeschichte zusammen.
Weißt Du, liebe Leserin, lieber Leser, wo Deine persönliche Angriffsfläche liegt?

Beten – mit Paulus

Beten – mit Paulus
Ist dir schon mal aufgefallen, wie viel Paulus in seinen Briefen an die Gemeinden betet und von seinem Gebetsleben erzählt? Es geht ihm dabei aber nicht darum, mit seinem Gebetsleben irgendwie anzugeben. Nein, es ist vielmehr eine Ermutigung für seine Leser, zu wissen, der Paulus betet für uns. Und seine Berichte über sein Gebetsleben sagt auch viel über die Prioritäten des Gottesmannes aus.
Analysieren wir doch mal, was Paulus so wichtig ist in seinen Gebeten. Und dann analysieren wir doch auch unser eigenes Gebetsleben und fragen uns: Was ist mir wirklich wichtig? Und was sollte mir denn wirklich wichtig sein? Dazu müssen wir erst mal ehrlich werden vor Gott und vor uns selbst. Ich möchte dich ermutigen, immer mal wieder die Gebete des Paulus, vielleicht auch eines nach dem anderen systematisch, zu untersuchen. Ich bin überzeugt, dass das dein eigenes Gebetsleben auch nachhaltig beeinflussen wird. Und dann stelle dich der Herausforderung der Frage: Was bete ich? Was sind im Moment meine eigenen Prioritäten? Sind es die richtigen Prioritäten?
Zunächst mal eins von Paulus, aus dem ersten Kapitel des Epheserbriefs:
Darum lasse auch ich, nachdem ich von eurem Glauben an den Herrn Jesus und von eurer Liebe zu allen Heiligen gehört habe, nicht ab, für euch zu danken und in meinen Gebeten an euch zu gedenken, daß der Gott unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Herrlichkeit, euch [den] Geist der Weisheit und Offenbarung gebe in der Erkenntnis seiner selbst, erleuchtete Augen eures Verständnisses, damit ihr wißt, was die Hoffnung seiner Berufung und was der Reichtum der Herrlichkeit seines Erbes in den Heiligen ist, was auch die überwältigende Größe seiner Kraftwirkung an uns ist, die wir glauben, gemäß der Wirksamkeit der Macht seiner Stärke. (Epheser 1, 15 – 19)
In den Versen davor hat er beschrieben, was Gott alles tut, damit ein Mensch gerettet wird. Das ist eine Zusammenarbeit der göttlichen Dreieinigkeit: Des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Alle drei sind beschäftigt damit, uns zu erlösen. Ohne diese Zusammenarbeit könnte kein einziger Mensch gerettet werden. Und weil Paulus weiß, dass Gott bei den Ephesern dies am wirken ist, deshalb hört er nicht auf, für sie zu danken. Er dankt für ihren Glauben an den Herrn Jesus und für ihre Liebe zu allen Gläubigen. Wow, das muss ein Glauben und eine Liebe sein. Paulus sitzt in Rom im Gefängnis und hört dort von ihrem Glauben und ihrer Liebe.
Und dann – bääämmmm – kommt der Umschwung in seinem Gebet: Er bittet auch für sie. Er hat von ihrem riesigen Glauben und ihrer Mega-Liebe gehört und findet es trotzdem nötig, für sie zu bitten. Er tut Fürbitte für sie. Er wünscht sich nämlich, dass sie – trotz des Glaubens und der Liebe – noch weiter wachsen können. Er wünscht sich, dass die Epheser den Geist der Weisheit und der Offenbarung bekommen. Das sind zwei wichtige Geistesgaben.
Sie sollen durch diese Geistesgabe in drei Dingen wachsen:
Erstens in der Erkenntnis Gottes. Sie sollen immer mehr erkennen, wie Gott ist und was Gott möchte. Sie sollen immer mehr so werden wie Gott, das ist das Ziel dieser Erkenntnis. Echte Erkenntnis ist immer sehr praktisch, das heißt sie hat immer Auswirkungen für unser persönliches Leben.
Zweitens in der Erkenntnis ihrer Berufung. Diese Erkenntnis beginnt immer damit, dass man sich selbst zuerst mal kennenlernt. Selbsterkenntnis ist die Erkenntnis, wie unfähig man ist, irgend etwas Gutes aus sich selbst zu tun. Dann aber auch die Erkenntnis dessen, wozu Gott uns als Gläubige berufen hat. Nämlich dazu, so zu werden wie Jesus. Uns nach diesem Maßstab auszurichten und den Auftrag, den Er uns gab, nämlich alle Völker zu Jüngern zu machen, auszuführen.
Drittens in der Erkenntnis der Kraft Gottes. Im Römerbrief schreibt Paulus, dass das Evangelium die göttliche Kraft, das Dynamit Gottes, ist zur Errettung der Menschen. Diese Kraft übersteigt all unsere Vorstellungen. Es ist viel einfacher, einen Toten zum Leben zu erwecken, als einen geistlich Toten, der nichts anderes kann, als sich mit Händen und Füßen gegen das Evangelium zu wehren. Lasst uns also die Kraft Gottes erkennen und in ihr vorwärtsgehen.
Sei gesegnet!

Die Gemeinde – der Leib Christi

Die Gemeinde – der Leib Christi

Hoch über jedes Fürstentum und jede Gewalt, Macht und Herrschaft und jeden Namen, der genannt wird nicht allein in diesem Zeitalter, sondern auch in dem zukünftigen und wobei er alles unter seine Füße tat und ihn zum Haupt über alles der Gemeinde gab, welche sein Leib ist, die Fülle dessen, der alles in allen erfüllt (Epheser 1, 21 – 23)

Hier nun wird zum ersten Mal in unserem Brief an die Epheser die Gemeinde, um die es im ganzen Brief schon geht, bei ihrem Namen genannt. Es ist die Ekklesia, die Gemeinschaft der Herausgerufenen. Sie ist der Leib des Herrn Jesus, den sie als solcher hier auf der Erde repräsentiert. Durch diesen Leib will der Herr Jesus Christus auf der Erde Sein Reich bauen. Jeder in der Gemeinde ist ein Teil des irdischen Körpers von Jesus, Seine Hände, die wir anderen hinstrecken und sie damit unterstützen sollen, Seine Beine, um dorthin zu laufen, wo Unrecht geschieht, und Sein Mund, um an Seiner Stelle für die Betrogenen und Unterdrückten, Schwachen und Armen zu reden. Die Ekklesia ist dazu berufen, von Gott als der Liebe in Person und von der großen Tat des Herrn Jesus, die den Zugang zu Gott wieder geöffnet hat, zu erzählen. Sie ist der Leib, der irdische Körper des Herrn Jesus, der für sie Sein Leben gab, für sie gestorben und auferstanden ist. Durch diesen Tod und die darauffolgende Auferstehung sind alle Mächte der Finsternis besiegt. Hier werden sie ganz unterschiedlich mit Fürstentümer, Gewalten, Mächte und Herrschaften genannt. Da es am Schluss des Briefes noch einmal um diese geht und sie dort ähnlich benannt werden, kann man davon ausgehen, dass es sich hier um verschiedene Stufen einer Hierarchie handelt. So wie es bei den Engeln verschiedene Stufen gibt (Cherubim, Seraphin, Erzengel, Engel, etc.) wird es auch im Reich der Finsternis diverse dieser Abstufungen geben. Es ist für uns nicht relevant, zu welcher Stufe welche Dämonen oder Engel genau gehören. Alle Teufel und Dämonen sind besiegt und unterworfen, das heißt, sie können im Namen Jesu ausgetrieben werden.

Der Herr Jesus ist weiter auch über jeden Namen erhoben. Sein Name ist der höchste aller Namen und der absolut einzige, in dem das Heil zu finden ist. Es gibt im Himmel und auf Erden keinen einzigen Namen, der mit diesem Einen vergleichbar wäre. So kann kein Mohammed mit okkult himmlischem Koran, kein Neuprophet mit Botschaften, die dem Herrn widersprechen, noch sonst irgend etwas kommen und einen Namen beanspruchen, der demjenigen des Herrn Jesus auch nur annähernd ähnlich erhaben sei. Dieselbe Kraft, durch die der Herr Jesus von den Toten auferweckt wurde, die ist es auch, die in uns lebt. Derselbe Geist, der in 1. Mose 1, 2 über den Wassern schwebte oder brütete, also die Schöpfung hervorbrachte, ist es auch, der in uns lebt. So haben wir als Träger dieses Heiligen Geistes auch dieselben Möglichkeiten, die der Herr Jesus hatte, als Er auf der Erde lebte. Er tat alles nur aus dem Wissen heraus, dass Er nur das tun kann, was Ihm der Vater auftrug. Er lebte aus dieser Beziehung heraus und wenn wir uns ebenso in diese Beziehung mit dem Herrn investieren und alles, was wir tun, aus dem Auftrag heraus tun, den Er uns gegeben hatte, dann wird uns nichts unmöglich sein.

Die Herrschaft des Herrn Jesus soll unter uns sichtbar werden. Nicht nur, indem wir den ursprünglichen Auftrag aus der Zeit des Gartens Eden ernst nehmen und umsetzen, sondern auch ganz speziell dadurch, dass wir im Gehorsam gegenüber Seinem Wort leben. Das bedeutet, dass wir uns ganz unserer Gemeinde hingeben. Sie ist der Leib Christi. Einer allein ohne Gemeinde kann nie ein Leib Christi sein, sondern das ist immer die jeweilige Gemeinde, der wir uns verbindlich angeschlossen haben. Ihr gehören wir, so wie unsere Nieren unserem Körper, also uns, gehören. Deshalb gehört auch die Zeit, Kraft, unsere Talente und Begabungen, einfach alles, was wir sind und haben, ihr. Dies bezieht sich somit auf alle Dinge, die wir tun, deshalb auch zunächst einmal das, was wir verdienen. Denn wir können es nur deshalb verdienen, weil Gott uns mit unserer Persönlichkeit, unserer Fähigkeit zu lernen, unserem Verstand und so weiter geschaffen hat. Weiter bezieht es sich auch auf unsere Freizeit, also alle Zeit nebst dem Schlafen, Essen und Arbeiten. Wenn wir eine (eigene) Familie haben, so muss natürlich genügend Zeit für die Erziehung der Kinder eingeplant werden, das beinhaltet zum Beispiel die Hilfe bei den Hausaufgaben, das Lehren der wichtigen Dinge im Haushalt (Putzen, Waschen, Kochen, Bügeln, Ordnung und Sauberkeit, etc.) und vieles mehr. Dann ist es aber auch unsere Aufgabe, die Anlässe der Gemeinde mit unserer tatkräftigen Mitarbeit zu unterstützen.

Durch diesen Gehorsam, den wir ausüben, wird die Macht Christi auf der Erde proklamiert. Wir machen mit unserem Handeln im Gehorsam gegen Christus und Seine Gemeinde das Reich Gottes auf der Erde sichtbar. Es manifestiert sich also in unserem Handeln im Glaubensgehorsam. Und dadurch, dass wir uns der Gemeinde hingeben und uns in sie investieren, wird zugleich das Reich Gottes weiter ausgebreitet und ausgedehnt. Es ist ein geistliches Prinzip, dass die Macht Christi dort wirksam wird, wo immer wir Ihm gehorsam sind und Seinem Auftrag gehorchen. Dieser Auftrag ist zuerst der Gemeinde als Ganzes gegeben und an zweiter Stelle jedem Einzelnen innerhalb dieser Gemeinde, in seiner örtlichen Gemeinde seinen Platz einzunehmen und dort in dem Auftrag mitzuarbeiten. Gott sucht jede und jeden von uns als Mitarbeiter in Seinem Reich. Wer von uns zu viel Zeit hat (also genügend Zeit, um Dinge zu tun, die Gott nicht gefallen), tut anscheinend zu wenig das Richtige (nämlich die Dinge, von denen Gott möchte, dass wir sie tun).

Weißt du, wo dein Platz in deiner Gemeinde ist? Hättest du noch mehr Kapazitäten, die du freimachen könntest, um dort mit anzupacken, wo Hilfe nötig ist? Sei gesegnet in deinem Dienst!

Die Herrlichkeit des Erbes

Die Herrlichkeit des Erbes

Erleuchtete Augen des Herzens, damit ihr wißt, welches die Hoffnung seiner Berufung und welches der Reichtum der Herrlichkeit seines Erbes in den Heiligen sei, welches auch die überwältigende Größe seiner Macht sei an uns, die wir glauben, vermöge der Wirksamkeit der Macht seiner Stärke, welche er wirksam gemacht hat in Christus, als er ihn aus den Toten auferweckte und ihn zu seiner Rechten setzte in den himmlischen Regionen (Epheser 1, 18 – 20)

Paulus wünscht der Gemeinde (und damit auch uns) erleuchtete Augen des Herzens. Damit sind jetzt nicht leuchtende Augen gemeint, auch wenn das wohl ziemlich automatisch das Ergebnis ist, wenn wir erkennen, wie gut Gott es mit uns gemeint hat. Erleuchtete Augen sind Augen, denen der Heilige Geist zeigt, wie Gott sieht und was Gott für uns bereit hält. Es ist irgendwie unfassbar, wie unermesslich viel wir bekommen, wenn wir in dem Herrn Jesus und damit in seiner Gemeinde sind. Zuerst ist da die Hoffnung der Berufung. Diese Hoffnung besteht darin, dass wir wissen: Gott Vater hat uns schon gekannt und erwählt noch bevor er die Welt geschaffen hatte. Wir sind die Auserwählten Gottes, für die der Herr Jesus sich selbst ganz und gar hingegeben hat und unsere Sünden durch sein Blut bezahlt und uns reingewaschen hat. Wir sind auch versiegelt mit dem Heiligen Geist, also Gott hat sein Siegel auf uns gedrückt und damit seinen alleinigen Besitzanspruch geltend gemacht, und darum kann uns nichts und niemand jemals wieder aus der Hand Gottes reißen. Wir sind dazu berufen, in Ewigkeit mit unserem Herrn in Gemeinschaft zu sein. Da dies noch nicht in vollem Umfang erfüllt ist, nennt Paulus das hier die Hoffnung der Berufung. Also das, was wir erhoffen, weil Gott, der immer treu ist, uns das versprochen hat.

Weiter dürfen wir erkennen, was der Reichtum der Herrlichkeit seines Erbes ist. Christus ist Erbe von allem, was ist. Als seine Miterben dürfen wir was wohl mit-erben? Ebenfalls alles, was ist. Wer den zum Vater hat, dem alles gehört, dem gehört ja deshalb auch alles. Das bedeutet nun aber keinesfalls, dass zum Erben zuerst der Tod von Gott Vater eintreten musste. Manche Irrlehren des Patripassionismus (Gott Vater habe am Kreuz auch mitgelitten und sei mitgestorben, aktuelles Beispiel dieser Irrlehre ist zur Zeit der Roman „Die Hütte“ von William P. Young) gehen hiervon aus, um ihre Theorien zu stützen. Wenn Gott jedoch davon spricht, dass wir Erben Gottes und Miterben Christi sind, dann bedeutet das ganz einfach, dass wir etwas versprochen bekommen haben, aber noch nicht alles davon auf einmal bekommen. Vielmehr ist uns der Heilige Geist als Angeld gegeben worden, das heißt also als vorhergehenden Beweis dafür, dass zu seiner Zeit, nämlich im neuen Himmel und auf der neuen Erde, dann die vollständige Erfüllung dieses Versprechens folgen wird.

Dieses Angeld des Heiligen Geistes hat damit begonnen, dass Gottes Kraft an uns wirksam wurde, und zwar zur Erleuchtung, Buße, Bekehrung, Wiedergeburt und Glaube. Zunächst hat der Heilige Geist unsere Augen geöffnet, sodass wir unseren sündigen Stand vor Gott erkennen konnten. Dann hat er uns durch die göttliche Kraft gestärkt, sodass wir nicht vergeblich von ihm zur Buße getrieben wurden, sondern die Kraft bekamen, um auch echte Buße zu tun. Dann hat uns Gott dem Moment echter Buße bekehrt und wiedergeboren. Zugleich hat er uns mit Glauben erfüllt. Dieser Glaube ist nicht ein historischer Glaube daran, dass Jesus am Kreuz gestorben ist, sondern es ist der Glaube ein Vertrauen darauf, dass das, was der Herr am Kreuz getan hat, für ihn ganz persönlich geschehen ist. Historischen Glauben, nämlich daran, dass Jesus auf die Erde kam und gestorben ist, den haben auch der Teufel und die Dämonen, und dennoch gehen sie verloren. So kann es mit Menschen, die zwar diesen historischen Glauben, aber nicht das persönliche Vertrauen in das Erlösungswerk des Herrn Jesus haben, um keinen Deut mehr errettet werden. Dieser Glaube nämlich ist Gottes Werk in unseren Herzen.

In unserem hiesigen Leben auf der Erde hilft uns der Heilige Geist, indem er uns zur Heiligung antreibt. Dies sieht so aus, dass er uns immer wieder neu die Augen unseres Herzens öffnet für Gewohnheiten und Sachen, die Gott in unserem Leben nicht gefallen. Dies geschieht, wenn wir in der Bibel lesen oder wenn wir eine Predigt hören oder auch wenn uns andere Gläubige etwas sagen, was in unserem Leben falsch läuft. Natürlich hat Gott auch noch andere Möglichkeiten als diese drei, aber üblicherweise benutzt er eine von diesen dreien, um zu uns zu sprechen. Wir tun gut daran, diese drei Möglichkeiten gut zu pflegen und bei diesen immer gut aufzupassen, auch mit der Frage im Herzen und im Gebet: Herr, möchtest du mir dadurch etwas persönliches für mein Leben mitteilen? Was gibt es, was ich noch ändern soll? Was ist in meinem Leben, was dir noch missfällt? So können wir immer besser, schneller und sensibler auf Gottes Reden reagieren. Und das ist sehr gut so.

Die wichtigste Dimension ist aber die Zukünftige. Alles, was in unserem Leben auf der Erde hier passiert, ist zur Vorbereitung auf die Zukunft gedacht. So dürfen wir auch unser gesamtes Leben sehen. Jedes Ereignis dient dazu, um uns vorzubereiten auf die Ewigkeit. In der Ewigkeit wird die Arbeit nicht einfach aufgehoben sein, sondern ihre Bedingungen werden vom Fluch befreit sein. Aber Gott ist als Schöpfer und Erhalter der erste und größte Arbeiter überhaupt. Im Sündenfall sind nur die Bedingungen, unter denen der Mensch arbeiten muss, verflucht worden. Doch Arbeit als solche wird es immer geben. Nur halt nicht mehr in dem Sinne „im Schweiße des Angesichts“, sondern ohne Mobbing, ohne Missverständnisse und so weiter. So dient all unser Tun auf Erden zur Vorbereitung auf das Tun in der Ewigkeit.

Die stärkste Hoffnung, die wir haben, besteht also darin, dass wir auch nach dem Tod oder nach der Entrückung weiter leben dürfen. Hieraus können wir auch Kraft schöpfen für unseren täglichen Alltag, für schwere Zeiten und für unsere Ungeduld auf Erden. Wir dürfen immer wissen: Gottes Kraft hat den Herrn Jesus von den Toten auferweckt, da wird sie auch uns auferwecken. Und es ist ganz klar, dass wir diese Hoffnung jetzt schon in uns tragen: denn es ist deutlich einfacher, einen Toten aufzuerwecken, als einen Sünder, der von Kindesbeinen auf gewohnt ist, vor Gott wegzurennen und in allerlei sündige Lüste hinein zu fliehen, zu neuem geistlichem Leben zu erwecken. Deshalb ist unsere Gewissheit umso größer.

Hast du diese Gewissheit in deinem Herzen? Weißt du, dass der Herr Jesus für dich ganz persönlich den Weg des Kreuzes auf sich genommen hat? Dass er aber auch für dich wieder auferstanden ist, damit du mit ihm zusammen in alle Ewigkeit, aber auch jetzt und hier schon, Gemeinschaft haben darfst? Das ist sein größter Wunsch – mit dir in enger Gemeinschaft zu leben und dein Leben mit seiner Kraft und seiner Weisheit prägen zu dürfen!

Das Gebet für die Gemeinde

Das Gebet für die Gemeinde

Darum lasse auch ich, nachdem ich von eurem Glauben an den Herrn Jesus und von der Liebe zu allen Heiligen gehört habe, nicht ab, für euch zu danken und in meinen Gebeten euer zu gedenken, daß der Gott unsres Herrn Jesus Christus, der Vater der Herrlichkeit, euch den Geist der Weisheit und Offenbarung gebe in der Erkenntnis seiner selbst (Epheser 1, 15 – 17)

Nachdem Paulus in den vorigen Versen den ganzen Ratschluss Gottes, den göttlichen Heilsplan, erklärt hat, fährt er nun fort mit der Erklärung, dass er für die Gemeinde betet. Er ist also in Rom gefangen und hat dort genug Zeit. Manche Leute würden anfangen, Trübsal zu blasen und über das ungerechte Leben zu schimpfen. Er hat doch so viel Gutes für Gott getan, und nun wird er sich selbst überlassen? Aber nichts von alledem sehen wir da in den Worten von Paulus. Er ist nicht unzufrieden mit seiner Lage. Klar, die könnte viel besser sein, denn allzu viel Gutes bekam er nicht in seiner Gefangenschaft. Er war außerdem ziemlich streng bewacht und musste über zwei Jahre lang drin bleiben ohne jemals zur Tür hinausgehen zu dürfen. Doch es gab etwas, was ihn davon abhielt, zu schimpfen. Er hatte nun nämlich endlich einmal genug Zeit, um für all die Gemeinden zu beten, die er gegründet hatte.

Wenn er an die Gemeinde in Ephesus denkt, fallen ihm genügend Gründe zum Danken ein: Er hatte von ihrem starken Glauben an den Herrn Jesus gehört von ihrer Liebe zu allen Heiligen. Dass er davon gehört hatte, ist darauf zurückzuführen, dass dies weit herum im ganzen römischen Reich bekannt ist. Zwischen den Gemeinden herrschte damals ein reger Austausch und so hatte jede Gemeinde ihre Bekanntheit durch ein paar Dinge, die einfach bekannt waren. Bei den Ephesern war dies der starke Glaube an den Herrn Jesus und die große Liebe zu den Heiligen. Ephesus war die Stadt, in welcher der Göttin Artemis (die Römer nannten sie Diana) als Schutzgöttin verehrt wurde. Der Artemistempel zählte zu den Weltwundern und wurde von riesigen Touristenscharen besucht. Viele Handwerker lebten von diesem Götzendienst, da sie kleine Statuen von dieser Göttin herstellten. Diese sahen natürlich in der ephesinischen Gemeinde eine riesige Konkurrenz, die es auszurotten galt. So lebte die Gemeinde in ständiger Verfolgung und brauchte deshalb auch einen starken Glauben. Aber über diesen Glauben hinaus lebten sie auch in beständiger Gastfreundschaft mit Leuten aus anderen Gemeinden. Vermutlich kamen viele christliche Händler in die Metropole Ephesus, um dort ihre Waren anzubieten und deshalb wurde auch die große Liebe zu allen Heiligen bekannt.

Interessant ist, dass Paulus an der Gemeindepraxis nichts zu kritisieren hatte. Der Brief ist ein reiner Lehr-brief. So wie der Römerbrief auch. In allen anderen Briefen hatte Paulus eine ganze Menge an dem zu kritisieren, was in den Gemeinden falsch lief. Nur in diesen beiden Lehrbriefen nicht. Der Römerbrief ist eine sehr systematische Abhandlung, in welcher alle wichtigen Themen des christlichen Glaubens drin stehen: Wer ist der Mensch? Was ist die Sünde? Wie wird man erlöst? Was tut der Heilige Geist? Wie hat Gott uns erwählt? Was ist die Gemeinde? Wie sollen wir in der Welt leben? Diese Fragen werden alle im Römerbrief ziemlich ausführlich unter die Lupe genommen und beantwortet. Der Epheserbrief nimmt nun einen Abschnitt aus diesem ganzen Lehrgebäude heraus, die Lehre von der Gemeinde. Hier beantwortet Paulus die Fragen: Was ist die Gemeinde? Wer gehört zur Gemeinde? Wie entsteht die Einheit innerhalb der Gemeinde? Und schließlich auch: Wie sollen wir in der Gemeinde miteinander leben und umgehen? In diesen ganzen Lehren sagt Paulus, dass er für die Gemeinde dankt, und zwar gerade weil die Gemeinde von Ephesus ganz besonders das ernst nimmt, was die Mitte des christlichen Glaubens ist: Der Glaube an den Herrn Jesus und die Liebe zu den Heiligen.

Und dann geht er von diesem Dank aus weiter zu einer Bitte. Er macht der Gemeinde keinen Vorwurf, und zwar deshalb, weil es sich beim Inhalt dieser Bitte um etwas handelt, das ein Leben lang zunehmen sollte: Dass wir Gott immer besser erkennen können. Paulus bittet Gott darum, dass die Gemeinde immer mehr an der Gotteserkenntnis zunehmen möge. Zwei Gedanken hierzu: Es ist ein Gebet um diese Erkenntnis. Niemand kann sie anders bekommen als durch stetige Bitte darum. Gott erkennen kann kein Mensch aus sich selbst, das geht nur, wenn Gott sich uns offenbart. Wenn Paulus vom „Geist“ der Offen-barung spricht, so meint er damit die Gnadengabe, das Charisma, der Offenbarung. Wir brauchen die Leitung des Heiligen Geistes auf der Reise zur Gotteserkenntnis. Und da wir oft anders denken und wollen (auf einem anderen, irdischen, menschlichen Level), ist diese Reise oft beschwerlich. Denn nicht selten führt sie uns von dem weg, was wir uns wünschen. Mehr noch: Manchmal führt diese Reise auch durch sehr schwere Momente hindurch. Besonders dann, wenn wir lernen sollen, dass Gottes Pläne für unser Leben so viel besser sind als wir uns das vorstellen können. Dann nämlich passiert es nicht selten, dass wir über den Schatten unseres Stolzes, unseres Selbstvertrauens und auch unserereigenen Möglich-keiten hinwegspringen müssen. Das Streben nach der Offenbarung Gottes ist ein stetiger Weg der Demut und oft auch der Demütigung. Denn Gott offenbart sich unter dem Gesichtspunkt des Gegenteils: Wir werden in Christus lebendig gemacht, indem wir der Sünde und uns selbst sterben. Wir bekommen neue Kraft, indem wir zuerst der eigenen Kraft verlustig gehen und am Boden der Schwachheit sind. Christus macht uns gerecht, nachdem wir unsere Ungerechtigkeit festgestellt haben, und so weiter. Wenn ich (in mir selbst) schwach bin, so bin ich stark (in Christus). So führt der Weg nach oben immer nach unten, in die Beugung unter das Kreuz. Wo wir dies ganz praktisch in unserem Leben verstehen lernen, dort kann sie wachsen, diese Offenbarung.

Ein zweiter Gedanke dazu: Der Anfang aller wahren Erkenntnis ist die Furcht Jahwes. Nur dort, wo die Ehrfurcht vor Gott herrscht, ist er bereit, uns den Geist der Weisheit zu schenken. Gott ist die absolute All-Weisheit und All-Wissenheit. Dort, wo wir bereit sind, uns seinem Willen zu beugen und unseren eigenen Willen zu verleugnen, dort schenkt Gott die Weisheit. Gott ist der Vater der Herrlichkeit, der absolut herrliche und einzig-wahre Gott. Gott loben und preisen ist oft ein Schlüssel zu dieser Weisheit. Echte Gottesfurcht besteht in der Bereitschaft zum Gehorsam, egal was andere sagen oder denken mögen, egal was ich selbst denke, egal was es mich kostet. Aus dieser Bereitschaft heraus wächst die Erkenntnis Jahwes, und wo diese Bereitschaft vorhanden ist, da offenbart der Herr sich gerne.

Bist du bereit dazu? Möchtest du Gott immer besser kennenlernen? Abram ist uns da ein Vorbild. Er war ein echter Freund von Gott und hat Gott auch sehr nahe und gut kennenlernen dürfen. Aber seine Bereitschaft zum Gehorsam war (trotz seiner Fehler, die er machte) immer da und deshalb offenbarte der Herr sich ihm auch immer wieder neu und immer wieder in noch weiteren Stadien der Gotteserkenntnis.

Versiegelt mit dem Heiligen Geist

Versiegelt mit dem Heiligen Geist

In ihm haben auch wir Anteil erlangt, die wir vorherbestimmt waren nach dem Vorsatz dessen, der alles wirkt nach dem Ratschluß seines Willens, daß wir zum Lobe seiner Herrlichkeit dienten, die wir zuvor auf Christus gehofft hatten; in ihm seid auch ihr, nachdem ihr das Wort der Wahrheit, das Evangelium eurer Rettung gehört habt, in ihm seid auch ihr, als ihr glaubtet, versiegelt worden mit dem heiligen Geiste der Verheißung, welcher das Pfand unsres Erbes ist bis zur Erlösung des Eigentums, zum Preise seiner Herrlichkeit. (Epheser 1, 11 – 14)

Nachdem uns Paulus nun in den Versen 3 – 6 den Willen Gottes des Vaters dargelegt hatte, und in den Versen 7 – 10 wie Gott der Sohn diesen Willen ausgeführt hat, kommt er nun darauf zu sprechen, wie dieser göttliche Wille sowie dessen Ausführung auf unser persönliches Leben als Christen angewandt wird. Dies beginnt mit dem Anteil. Da wir Miterben mit dem Herrn Jesus sind, haben wir, sozusagen als kleinen Vorschuss dieses Erbes Anteil am Heiligen Geist erlangt. Wenn das Neue Testament vom Anteil spricht, meint es eigentlich immer dies. Der Anteil am Heiligen Geist ist der Vorschuss für die Ewigkeit. Der Anteil ist so etwas wie ein Brautgeschenk des Herrn Jesus an seine Gemeinde. Früher wenn ein Mann eine Frau heiraten wollte, redete er mit ihrem Vater und gab dem Vater dann den ausgehandelten Braut-preis. Dann ging er zur Frau und gab ihr etwas möglichst Wertvolles, zum Beispiel ein schönes Möbel-stück oder etwas Ähnliches, meist ein Gebrauchsgegenstand für die zukünftige gemeinsame Wohnung. So hatte sie etwas bei sich, das ihr immer die Gewissheit gab: Er kommt wieder, er hat nicht noch eine Zweite (deshalb war es eben meist etwas vom Wertvollsten was der Mann sich leisten konnte). Der Mann sagte ihr dann: Ich gehe hin, uns eine Wohnung zu bereiten und werde wieder kommen, um dich zu mir zu holen. (vgl. Joh. 14, 2 – 3) Dann gab er ihr das Brautgeschenk. So spricht auch der Herr Jesus, dass er uns den Beistand geben will.

Gott hat alles nach dem Ratschluss seines Willens getan. Von ihm aus ist alles vollbracht. Damit, dass es aber vollbracht ist allein, hat noch niemand einen Nutzen von diesem ganzen Erlösungswerk. Es muss durch den Heiligen Geist in unserem Leben wirksam gemacht werden. Es gibt bei jeder Verkündigung des Evangeliums eine ganze Menge von Menschen, die das Wort der Wahrheit gehört haben. Doch sind nicht alle von ihnen in der Lage, dieses Wort anzunehmen. So sagte auch der Herr in Matth. 20 und 22, dass viele berufen sind, aber nur wenige auserwählt. Wie wir schon gesehen haben, handelt es sich um eine persönliche Auserwählung. Deshalb können auch nicht alle, die das Wort Gotttes hören, als Auserwählte gerettet werden. Gott hat in seiner Allmacht und Allweisheit bestimmt, wer zu den Auserwählten gehört. Übrigens bedeutet das für uns keinesfalls, dass wir irgend ein Recht haben, einem Menschen die Auser-wählung abzusprechen. Jeder noch lebende Mensch könnte ein Auserwählter sein, der es deshalb auch verdient, das Evangelium zu hören, und das nicht nur einmal. Und dann ist es immer der Heilige Geist, welcher eine allgemeinde Berufung (das ist damit die Evangeliums-verkündigung) zu einer wirksamen Berufung macht, also den Menschen rettet. Dies kann niemand von uns übernehmen, kein Prediger, Pfarrer, Bischof noch sonst jemand. Auch nicht der Hörer selbst, er hat ja keinen Funken Glauben in sich. Der Glaube muss vom Heiligen Geist zuerst entfacht werden, bevor jemand wirklich dem Evangelium der Rettung glauben kann.

Dem frisch entfachten Glauben folgt damit dann die Sündenerkenntnis. Der Mensch mit einem erweckten Gewissen sieht plötzlich, wo er falsch lag und Fehler gemacht hat. Darüber tut er Buße und das nennt sich dann Bekehrung. Die Bekehrung ist der allerwichtigste Schritt im Lebens des Menschen. Da er so wichtig ist, sollte man nicht versuchen, ihn künstlich herbeizuzwingen. Leider kommt das häufig vor, und deshalb sind die Gemeinden heute mit Unbekehrten Halbbekehrten gefüllt. So wie eine Hochzeit eine gründliche Vorbereitung braucht, tut dies auch die Bekehrung. Die Hochzeit ist übrigens der zweitwichtigste Schritt im Leben. Auch dieser muss gut überlegt und geplant sein. Man sollte möglichst darauf achten, einer Bekehrung nicht vorzugreifen. Sie muss deutlich gepredigt werden, aber genauso auch ihre Vorbereitung, die Sündenerkenntnis, das Sündenbekenntnis und die Lebensübergabe. Diese Lebensübergabe ist eine automatische Folge davon, dass ein Mensch Gottes Liebe erkennt und ist zugleich die Antwort auf diese Liebe. Daran kann man auch sehen, dass jemand die göttliche Liebe auch tatsächlich erkannt hat. Er fängt plötzlich an, neue Prioritäten zu setzen in seinem Leben und zeigt auch anderen diese Liebe Gottes zu ihnen durch ganz praktische tägliche Handlungen der Nächstenliebe und der Vergebung. Denn wir können vergeben, weil Gott uns vergeben hat.

Weiter werden wir vom Heiligen Geist mit einem Siegel versehen. Ein Siegel dient dazu, das Besitzrecht von etwas anzuzeigen. Wer also mit dem Geist Gottes versiegelt ist, darf wissen, dass er ganz und gar Gott gehört und ihn niemand und nichts aus der Hand Gottes reißen kann. Dieses Siegel kann und wird niemand brechen – wer dies wolle, kann es nicht und wer es könnte, will und wird es nicht. Gott versiegelt niemanden „auf Probe“, er kennt diejenigen, die ihm gehören. Doch gibt es in unserem Leben immer wieder Momente, in welchen wir sehr tief stürzen, uns verletzen und kaum noch aufstehen können. Dann haben wir den Heiligen Geist, der uns zusammen mit dem von ihm inspirierten Wort, der Bibel, bezeugt, dass wir Kinder Gottes sind. Paulus sagt im Römerbrief, dass der Geist Gottes zusammen mit unserem Geist dies bezeugt. Unser Geist bezeugt es, indem er Gottes Versprechen und Zusagen in der Bibel liest, und gleichzeitig bestätigt der Heilige Geist in unseren Herzen, dass dieses Zeugnis stimmt und wir wahrhaftig Gottes Kinder sind. Wenn wir das Siegel des Heiligen Geistes haben, so dürfen wir ein für alle Male wissen: Wir sind SEIN, wir sind Teil des Leibes Christi und von Gott Vater schon vor der Grundlegung der Welt erwählt.

Wenn wir in der Gegenwart des Heiligen Geistes (also geistes-gegenwärtig) leben, werden wir auch immer mehr mit den Geistesgaben ausgerüstet. Sie sind aber kein Maßstab für den Status, an dem wir gerade stehen, vielmehr sind sie wertvolle Werkzeuge für den Bau der Gemeinde. Wenn wir in diesen Gaben drin leben, sehen wir zugleich auch, dass wir dadurch noch größere Gewissheit bekommen, dass Gott uns auserwählt hat und gebrauchen möchte. Manche gläubigen Menschen drehen sich so stark um sich selbst und meinen immer, sie müssten Gott etwas beweisen, nämlich dass sie es wert sind, zur Familie Gottes dazu zu gehören. Dadurch verlieren sie alle Freiheit, die sie haben könnten, indem sie sich einfach auf das ein für allemal getane und vollbrachte Erlösungswerk verließen. Wir dürfen vorwärts gehen hin zur Nächstenliebe, zur Ausübung der Gaben in der Gemeinde, zum dynamischen Austausch im Geben und Nehmen innerhalb der Familie Gottes. Alles was wir bekommen, erhalten wir am Fuße des Kreuzes. All dies dürfen wir nehmen und davon weiterverschenken, weitergeben, damit es Gott zur Ehre und zur Vergrößerung der Gemeinde dient.

Bist du dir bewusst, dass du für einen teuren Preis, nämlich das Blut und das Leben des Herrn Jesus, erkauft bist und nun mit dem göttlichen Siegel, dem Heiligen Geist, versiegelt wurdest? Bist du dir bewusst, dass du deshalb alles daran setzen solltest, um deiner Familie, der örtlichen Gemeinde in der du bist, zu dienen und zu helfen? Wo ist dein Platz, an den Gott dich dort gestellt hat? Welches sind deine Gaben? Wie setzt du sie zur Zeit ein? Gibt es welche, die brach liegen und nicht genutzt werden?

Der Ratschluss in Jesus Christus

Der Ratschluss in Jesus Christus

In ihm haben wir die Erlösung durch sein Blut, die Vergebung der Sünden nach dem Reichtum seiner Gnade, die er gegen uns überfließen ließ in aller Weisheit und Einsicht; er tat uns das Geheimnis seines Willens kund, gemäß seinem wohlwollenden Ratschluß, den er gefaßt hat in ihm, damit es ausgeführt würde in der Fülle der Zeiten: alles unter ein Haupt zu bringen in Christus, was im Himmel und was auf Erden ist, in ihm. (Epheser 1, 7 – 10)

In ihm, das ist der Herr Jesus, haben wir die Erlösung. Ach, welch wunderbares Wort ist dies. Auch hier gilt das wiederum für diejenigen, die in ihm sind, die in seiner Gemeinde sind, der ja sein Leib ist und er das Haupt. In Christus haben wir die Erlösung. Wir halten sie fest in den Händen, so wie man im Kriege ein Schwert festhält, um den Sieg zu erringen. Wir halten sie fest in dem Wissen, dass niemand sie uns wegnehmen kann. Die Erlösung ist eigentlich das Loskaufgeld, mit dem ein Sklave freigekauft wurde. Hier dürfen wir nicht dem Gedanken verfallen, dass wir vielleicht von Satan hätten losgekauft werden müssen, also dass das Loskaufgeld an Satan gegangen wäre. Nein, auch wenn das eine leider weit verbreitete und uralte Irrlehre ist, diese müssen wir standhaft abweisen. Wir wurden von der Sünde freigekauft, nicht aber vom Bösen. Einstmals waren wir als Sklaven unter die Sünde verkauft, aus diesem Grund kann ein Ungläubiger auch nichts anderes tun als sündigen. Seine Werke können noch tausendmal fromm, gut und gläubig aussehen, aber es sind immer Werke des Fleisches, die er aus eigener Kraft zu tun versucht, und deshalb sind sie vor Gott nichts anderes als Sünde. Im Glauben an den Herrn Jesus werden wir von dieser totalen, absoluten Verderbtheit herausgerissen und von diesem Moment an sieht Gott uns als vollkommen gerecht, weil wir die Gerechtigkeit zugesprochen bekommen, die der Herr Jesus durch sein sündloses Leben verdient hat.

Diesen Tausch am Kreuz nennt die Bibel Sühne oder Versöhnung: Die Gerechtigkeit des Herrn Jesus wird auf uns übertragen, und gleichzeitig wird unsere Sündhaftigkeit auf ihn übertragen, und er hat mit seinem Blut die Schuld all dieser Sünden im Voraus schon bezahlt. Wir sind am Kreuz mit Gott versöhnt worden, wir, die einstmals seine Feinde waren, sind durch das Blut des Herrn Jesus losgekauft und mit Gott versöhnt, und somit können wir wieder mit Gott im Frieden leben. Gottes Gnade ist überfließend groß und wunderbar, und das ist notwendig, denn sonst würde wohl keiner von uns allen wirklich gerettet sein und bleiben. Deshalb ist diese überfließende Gnade ein Werk der Weisheit und Einsicht Gottes: Der Preis, der bezahlt wurde, ist groß genug, um nicht nur unsere vergangenen Sünden zu bezahlen, sondern auch diejenigen, die wir noch tun werden. Das ist der Grund, weshalb wir Christen in der wahren Freiheit leben dürfen, in der Freiheit, die Gott für uns geschaffen hat. So gibt es immer wieder Situationen, in denen wir eine ganz schwere Entscheidung zu treffen haben, und dann denken wir: Egal wie ich handle, immer verstoße ich gegen Gottes Gebote. Nehmen wir mal an, da ist ein Ehepaar, bei welchem die Frau gläubig ist und der Mann nicht. Er schlägt sie und die Kinder immer mal wieder, sie sehnt sich danach, wegzulaufen. Sie weiß, dass Gott die Scheidung hasst und sich wünscht, dass ihr Mann sich auch bekehrt. Sie weiß aber auch, dass sie und ihre Kinder seit langem darunter leiden. Egal was sie tut, immer sieht es nach dem Falschen aus. In diesem Fall darf sie eine Entscheidung innerhalb dieser Freiheit treffen und wissen: Ich muss die Folgen dieser Entscheidung tragen, und ich will sie tragen, aber Gott gibt mir die Freiheit, richtig zu handeln. Entweder sie entscheidet sich zu bleiben um ihres Mannes willen und erträgt als Folge davon auch die Schläge und die traurigen Gesichter der Kinder oder sie entscheidet sich zur Scheidung und trägt die Folgen, indem sie den Rest ihres Lebens allein bleibt.

Mit seinem Tod am Kreuz hat der Herr Jesus auch die Grundlage dafür geschaffen, dass nämlich das, was bis zu dem Zeitpunkt, als Paulus diesen Brief geschrieben hatte, ein Geheimnis war. Zwar hatte auch Jesus selbst immer mal wieder davon gesprochen, aber die ganzen Zusammenhänge sind eigentlich erst durch das Wort des Paulus in diesem Brief wirklich verständlich geworden. Da wir jetzt die ganze Bibel haben, alle Bücher von 1. Mose bis zur Offenbarung, sind uns eigentlich alle Geheimnisse offengelegt. Es ist notwendig, dass wir den Herrn um die richtige Weisheit bitten und auch um die Gabe der Prophetie, die uns hilft, all diese Zusammenhänge der ganzen Bibel noch besser zu verstehen. Das Geheimnis, das uns Paulus an dieser Stelle offenbart, also offenlegt, ist folgendes: In der Fülle der Zeiten, dann nämlich, wenn eine nächste Zeitepoche anbricht und die Zeit der Gemeinde durch die Entrückung vollendet ist, dann wird alles im Himmel und auf Erden unter eine Regierungsgewalt zusammengefasst. Hier spricht Paulus eindeutig von den letzten Dingen, die auf der Erde geschehen werden. Die Fülle der Zeiten hat immer mit dem Kommen Jesu zu tun. Sie war schon einmal, nämlich dann, als der Herr Jesus als Kind in Bethlehem zur Welt kam. Auch dieses Ereignis nennt Paulus in Galater 4,4 die Fülle der Zeiten. Dort ist von dieser Fülle in der Vergangenheit die Rede (die Zeitform des Verbs deutet auch darauf hin). Hier hingegen ist in der Zeitform der Zukunft die Rede von der Fülle der Zeiten, somit geht es um die Wiederkunft Jesu, die noch aussteht.

Bei dieser Wiederkunft wird der Herr Jesus nämlich als uneingeschränkter Sieger und König wieder auf die Erde kommen. Dann wird das geschehen, was in unserem Text steht, nämlich dass alles, was in den Himmeln und auf Erden ist, unter ein einziges Haupt zusammengefasst sein wird. Welch ein Aufatmen der gesamten Schöpfung wird es da geben. Jetzt zwar ist das, was im Himmel ist, bereits unter seiner Hauptschaft, aber die Erde ist immer noch unter den Fürsten dieser Weltzeit versklavt. Satan hält die Stricke in der Hand und lässt die Menschen, die unter seinem Joch leben, nach seinem Belieben tanzen. Seine Marionetten können nichts anderes tun als das was er von ihnen will. Sie haben absolut keine freie Entscheidungsmöglichkeit, zu Gott gehören zu wollen, solange sie unter dieser schrecklichen Herrschaft gefangen sind. Erst durch die Bekehrung und Wiedergeburt, die Gott an uns vollbringt, entsteht die Freiheit, durch die jemand für Gott leben will und kann. O welch ein Leben muss dies dann sein, wenn man nicht mehr in dem Maße hin- und hergerissen ist zwischen dem göttlichen, absolut perfekten Willen und einer korrupten, von Satan gelenkten Regierung, Wirtschaft, etc. Noch wird es zwar auch im tausend-jährigen Reich die Möglichkeit zu Sünde und Tod geben, aber um wie vieles eingeschränkt! Menschen können wiederum mehrere hundert Jahre alt werden und die Tiere werden im Frieden leben. Welch ein Segen!

Das also ist der gute Wille Gottes: Dass wir erlöst und mit Gott versöhnt werden durch das Blut unseres Herrn Jesus Christus, dass wir dadurch zur christlichen Freiheit berufen sind, in der wir uns entscheiden müssen, aber auch die Folgen unserer Entscheidungen tragen, und dass durch die Kreuzestat des Herrn Jesus das irdische Reich Satans zerstört wurde und bei der Wiederkunft mit dem himmlischen Reich Gottes vereint werden soll, damit alles unter ein Haupt ohne innere Widersprüche und Dilemmas zusammengefasst werden soll.

Wo stehen in deinem Leben Entscheidungen an, die du treffen musst, und du das Gefühl hast, dass es dafür keine befriedigende Lösung gibt? Schreib dir die Möglichkeiten am besten mal auf und dazu auch die Konsequenzen, die sich daraus jeweils ergeben. Die Entscheidung liegt bei dir, nicht bei Gott. Diese darfst du nicht abschieben. Aber triff deine Entscheidung wohl überlegt. Und wo du schon unüberlegte Entscheidungen getroffen hast – auch dort müssen wir lernen, mit den Folgen davon klarzukommen.

Auserwählt vor Grundlegung der Erde

Auserwählt vor Grundlegung der Erde

Wie er uns in ihm auserwählt hat vor Grundlegung der Welt, damit wir heilig und tadellos wären vor ihm; und aus Liebe hat er uns vorherbestimmt zur Kindschaft gegen ihn selbst, durch Jesus Christus, nach dem Wohlgefallen seines Willens, zum Preise der Herrlichkeit seiner Gnade, mit welcher er uns begnadigt hat in dem Geliebten (Epheser 1, 4 – 6)

Wir haben in den Versen 3 bis 14 nicht nur einen einzigen Satz im Griechischen und nicht nur einen wunderschönen Lobpreis von Paulus, sondern auch einen sehr deutlichen Hinweis auf die Dreieinigkeit Gottes: in den Versen 3 bis 6 geht es um den Willen von Gott dem Vater, in den Versen 7 bis 10 um die Ausführung dieses Willens durch Gott den Sohn und in den Versen 11 bis 14 um die Anwendung dieses göttlichen Willens auf uns Menschen durch Gott den Heiligen Geist. Die göttliche Dreieinigkeit aus Gott Vater, Sohn und Heiligen Geist besteht aus drei einzelnen Personen, die zusammen aber nur ein einziger Gott sind. Jede der drei Personen hat ein eigenes Wesen, Gedanken, Gefühle und einen Willen, doch dies in einer wunderbaren Einheit. Sie kommunizieren miteinander und haben die Aufgaben verschieden unter sich aufgeteilt. In diesem Lobgesang des Paulus bekommen wir einen wunderbaren Einblick in diese Aufgabenteilung.

Gott Vater hat uns auserwählt, und zwar vor Grundlegung der Welt. Dies ist nicht dazu gedacht, um sich über die Lehre vom freien oder unfreien Willen zu streiten, denn das brauchen wir nicht. Es geht darum, dass wir wissen sollen, dass wir nach Gottes Plan auserwählt sind und uns deshalb nichts aus Gottes Plan herausreißen kann. Manchmal treffe ich Christen an, die glauben, sie hätten eine unvergebbare Sünde begangen. In diesem Fall dürfen wir ihnen sagen: Das kann nicht sein, denn für alle deine Sünden ist der Herr Jesus gestorben, denn du bist schon seit langem, nämlich schon bevor Gott die Welt geschaffen hat, ein Teil von Gottes wunderbarem Plan. Das ist die Lehre von der Erwählung. Gottes Plan und Erwählung ist eine persönliche Sache, nicht etwas, was Gott egal ist, nein, sonst hätte er niemals sein Allerliebstes, nämlich seinen einzigen, erstgeborenen Sohn dafür hingegeben, damit wir wieder mit ihm in Verbindung kommen können.

Auserwählung hat ein Ziel. Wenn du in der Küche den Dampfkochtopf „auserwählst“ und aus dem Schrank nimmst, dann willst du jedenfalls keine Spiegeleier machen. Genauso bezweckt auch Gott ein Ziel mit der Auserwählung der Menschen, die gerettet werden. Dieses Ziel kann mit Paulus’ Worten zusammengefasst werden: Damit wir heilig und tadellos wären vor ihm. Heilig und tadellos sind zwei Worte, die eigentlich dasselbe bedeuten in unseren Augen. Durch die Wiederholung möchte Paulus betonen, wie sehr wir heilig und tadellos sein sollen. Heilig bedeutet in unserem Falle ausgesondert für den Dienst an Gott. So, wie im Alten Testament im Volk Israel die Priester für den Gottesdienst „heilig“, also ausgesondert, waren, so sind es heute alle, die an den Herrn Jesus glauben. So, wie die Priester in Israel keine Menschenleichen berühren durften, um rein zu bleiben, so dürfen auch wir uns nicht mit sündigem Verhalten verunreinigen, sondern sollen heilig und tadellos sein. Und wenn doch einmal etwas passiert, so dürfen wir wissen, dass die Strafe dafür bereits bezahlt wurde. Wir können jederzeit Vergebung erlangen. Hier ist der wesentliche Unterschied: Der damalige Priester musste eine bestimmte Zeit von seinem Dienst dispensiert bleiben und ein Reinigungsritual durchführen, während wir heute die Vergebung durch das Bekennen der Sünden und das erneute glaubende Annehmen der Erlösung bekommen.

Gott Vater hat uns auch vorherbestimmt zur Kindschaft, genauer gesagt: Zur Adoption. Durch Glauben an die vollbrachte Erlösung werden wir von unserer alten Kindschaft (Kinder des Teufels, vgl. Joh. 8, 44) in die Familie Gottes aufgenommen. Als Kinder Gottes haben wir viele neue Dinge bekommen, die man in drei Kategorien einteilen kann:

Erstens den Zugang zum Vater im Gebet. Wir dürfen jederzeit im Gebet zu Gott gehen und mit ihm reden. Wenn wir daran denken, dass Gott der König über alle Welt ist, so ist das wirklich erstaunlich. Bei einem König muss man doch ein Gesuch um eine Audienz stellen, um zu ihm zu gelangen. Aber als seine Kinder dürfen wir zu jeder Zeit zu seinem Thron kommen und mit ihm reden. Er hat immer Zeit für uns und ist nie unwillig.

Zweitens einen neuen Wert. Da Jesus Christus für uns gestorben ist, und Gott somit alles gegeben hat, was er geben kann, haben wir als seine Kinder einen ganz neuen Wert bekommen. Nämlich: Unbezahlbar wertvoll. Teuer erkauft mit dem wunderbaren Blut Christi. Rein gemacht für Gott.

Drittens ein überreiches Erbe, da wir als Miterben mit Christus Zugang haben zu allem, was dem Herrn Jesus gehört. Deshalb schreibt Paulus auch im Brief an die Römer die rhetorische Frage, die uns die Gewissheit gibt, dass Gott Vater, der ja seinen Sohn für uns dahingegeben hat, uns mit ihm auch alles andere geben will.

Dies alles hat Gott schon im Voraus zuvorbestimmt, längst bevor wir überhaupt im Mutterleib zu sein begannen, hat der himmlische Vater dies schon für uns vorbereitet nach dem Wohlgefallen seines Willens. Das Wunderbare daran ist, dass uns dies einen komplett neuen Lebenssinn gibt: Wir dürfen so sein, wie Gott uns geschaffen und gewollt hat. Wir sind nach dem Wohlgefallen Gottes geschaffen und zu seinem Lobpreis, damit Gott gelobt und geehrt wird. Genau so, wie Gott uns geschaffen hat, möchte er uns an unserem Platz einsetzen, damit wir zu seiner Ehre leben. Es braucht keine Meisterprüfung oder irgend einen bestimmten geistlichen Stand, um für Gott brauchbar zu sein. Wenn wir uns ihm so hingeben, wie wir sind, wird er selbst dafür sorgen, dass unser Potential noch mehr zur Geltung kommt.

Dadurch, dass wir mit dem Blut des Herrn Jesus rein und sauber gewaschen sind, dürfen wir in allem, was wir tun, für Gott leben. So sind wir überall, wo wir hinkommen, ein Brief von Gott an die Menschen, die uns begegnen. Genauer genommen sollen wir nicht irgend ein Brief sein, sondern ein ganz besonderer Brief: Ein Liebesbrief von Gott an alle Menschen um dich herum. In unserem Leben muss diese Liebe, mit der Gott uns liebt und uns auch ausgerüstet hat, im Umgang mit den Mitmenschen sichtbar werden. Dies nicht etwa einfach durch dieses moderne Wischiwaschi-Toleranz-Liebesgesäusel, mit dem leider auch viele Christen meinen, liebevoll zu sein. Liebe besteht manchmal auch darin, die Wahrheit ohne Kompromisse zu sagen. Denn die Wahrheit macht frei, legt Lebenslügen offen und sorgt dafür, dass die Heilung der eiternden Sündenwunden schneller und besser geschehen kann.

Manchmal ist es aber auch dran, einfach mal zuzuhören und Verständnis zu zeigen. Manche Menschen wissen, was richtig ist und was sie ändern sollten, aber sie fühlen sich unverstanden und haben deshalb die Freiheit nicht, etwas in ihrem Leben zu ändern. Manche Sünden sind ein überlauter Hilfeschrei nach Liebe, nach Annahme und Geborgenheit. Dies dürfen wir deshalb auch nicht falsch verstehen, sondern die Menschen mit viel Verständnis annehmen und ihnen eine Atmosphäre der Geborgenheit geben, die ihnen hilft, sich dort zu verändern, wo dies nötig ist. Dies ist auch eine Aufgabe all derer, die „in Christus“, also in der Gemeinde sind. Die Übermütigen und Frechen, Selbstgerechten und Frömmler müssen allesamt ermahnt und ein wenig getrieben werden. Schwache hingegen sollen wir tragen und ihnen helfen, in der Gemeinschaft sich zu öffnen und sich durch die Wahrheit stärken und verändern zu lassen. Die Traurigen haben das Recht, getröstet zu werden und mit den Fröhlichen dürfen wir uns in ihrer Freude mitfreuen. So stelle ich mir Gemeinde nach dem göttlichen Bauplan vor. Als Gemeinde sind wir in Christus Begnadigte und dürfen, ja sollen, nach seinem Vorbild Barmherzige sein. Indem wir barmherzig sind und Gottes Gnade ausleben, führen wir ein Leben nach Gottes Plan: Zum Preise der Herrlichkeit seiner Gnade, mit der er uns begnadigt hat.

Wo hast du Menschen um dich herum, die es nötig haben, in der liebevollen Atmosphäre des Angenommenseins wachsen zu können? Welche brauchen eher Ermahnung und Zurechtweisung? Zu welchem Typ gehörst du selbst? Welcher Typ sind die Menschen um dich herum? Was denkst du, was gehört sonst noch zu einer guten Seelenpflege in der Gemeinde? Gibt es in deiner Gemeinde eine solche? Wenn nein, könntest du dir vorstellen, dass dieses dein Part sein könnte?

Gesegnet mit jeder geistlichen Segnung

Gesegnet mit jeder geistlichen Segnung

Gepriesen sei der Gott und Vater unsres Herrn Jesus Christus, der uns mit jedem geistlichen Segen gesegnet hat in den himmlischen Regionen durch Christus (Epheser 1, 3)

Dieser Vers ist der Beginn eines riesigen Satzes, der im griechischen Text insgesamt 12 Verse lang ist. Verse 3 – 14 ist ein einziger recht kompliziert aufgebauter Satz, in dem es darum geht, womit Gott uns gesegnet hat. Deshalb wollen wir den großartigen Einstieg in diesen Abschnitt zunächst einmal gesondert betrachten. So lernen wir zu verstehen, was Gott alles für uns getan hat und für uns möchte.

Der Abschnitt ist eigentlich ein Lobpreis-Gebet von Paulus an Gott für all das Gute, das wir bekommen haben. So beginnt auch der erste Vers mit: Gelobt sei Gott. Im Hebräischen sagt man für diesen fest-stehenden Ausdruck: Hallelu-Jah: Jahwe sei gepriesen. Das zeigt uns sehr deutlich, dass der Gott Jahwe des Alten Testaments ganz und gar mit dem Gott und Vater des Herrn Jesus Christus übereinstimmt. Ja, sie beide sind genau derselbe. Dies muss man dem leider weit verbreiteten Gedanken entgegenhalten, dass im Alten und im Neuen Testament zwei unterschiedliche Götter zu finden seien und das jeweilige Volk Gottes (nach dieser Lehre wäre das alttestamentliche Volk Israel und das neutestamentliche Volk die Gemeinde) auf unterschiedliche Art und Weise gerettet würden.

Manchmal spricht die Bibel von Gott und meint damit die Dreieinigkeit. Dies ist meist der Fall, und ganz besonders oft im Alten Testament. Überall, wo im Kontext die drei Personen Gottes nicht unterschieden werden, kann man grundsätzlich davon ausgehen, dass alle drei Personen gemeint sind. In anderen Fällen wird zwischen den Personen der Dreieinigkeit unterschieden, und dann meint „Gott“ üblicherweise Gott den Vater. So auch hier: Gott der Vater ist zugleich der Gott des Herrn Jesus und der Vater desselben. An anderer Stelle in diesem Brief, nämlich zu Beginn des 6. Kapitels, geht Paulus noch im Detail auf die Beziehung zwischen Eltern und ihren Kindern ein. Für ein Kind, das sich unter dem Gott der Bibel noch nichts vorstellen kann, sind die Eltern die Stellvertreter Gottes auf der Erde. Wo die Eltern mit allen Mitteln versuchen, nach Gottes Willen zu leben, sollen sie diesen Gehorsam auch von ihren Kindern fordern. So wie der Herr Jesus seinem Vater gehorsam war bis zum Letzten, nämlich dem Tod am Kreuz, so sind auch Kinder aufgefordert, ihren Eltern gehorsam zu sein. Gerade weil sie vertrauen dürfen, dass ihre Eltern das Beste für sie wollen (und zwar auch dann, wenn sie einen Wunsch der Eltern nicht verstehen können). Andererseits ist es wichtig für die Kinder, zu sehen, dass ihre Eltern auch nicht nach ihren eigenen menschlichen Maßstäben leben, sondern nach denjenigen, die Gott uns vorgibt. Deshalb werden gläubige Eltern auch nie etwas von ihren Kindern verlangen, das im Gegensatz zu Gottes Wort steht.

So wie Eltern das Beste für ihre Kinder wünschen, so wünscht sich auch Gott das Beste für jeden einzel-nen Gläubigen. An dieser Stelle wollen wir uns zuerst eine andere Stelle aus den Paulus-Briefen betrach-ten, nämlich Römer 8 ab Vers 28. Der Vers 28 wird oft zitiert als Trost oder als Selbstrechtfertigung für etwas, was man unbedingt will im Sinne von: Gott will das Beste für mich, also kann ich das tun, was ich für das Beste halte. An der Stelle wollen wir uns fragen, was für Gott denn das Beste für uns ist. Eine Ant-wort darauf hält der nächste Vers (29) bereit:

Wir wissen aber, daß denen, die Gott lieben, alles zum Besten mitwirkt, denen, die nach dem Vorsatz berufen sind. Denn welche er zuvor ersehen hat, die hat er auch vorherbestimmt, dem Ebenbilde seines Sohnes gleichgestaltet zu werden, damit er der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern. Welche er aber vorherbestimmt hat, die hat er auch berufen, welche er aber berufen hat, die hat er auch gerechtfertigt, welche er aber gerechtfertigt hat, die hat er auch verherrlicht. (Römer 8, 28 – 30)

Wir sehen darin, dass es das Beste ist, „dem Ebenbild seines Sohnes gleichgestaltet zu werden“. Das ist es, das Allerbeste für uns alle. Etwas Besseres gibt es nicht. Unsere Wünsche sehen aber oft so aus, dass sie uns, wenn wir sie in Erfüllung gehen lassen, eher der Weltlichkeit gleichförmig gestalten. Die Frage, die sich jedem von uns stellt, ist diese: Bin ich bereit, das Allerbeste anzunehmen oder will ich mich mit dem Zweitbesten zufriedengeben? Das Zweitbeste ist oft schneller zu erreichen, aber es bringt uns von unserer Bestimmung weg. Unsere Bestimmung ist ein Leben mit Gott, ein Leben zu Gottes Ehre, ein Leben, das die Größe Gottes zeigt und bekannt macht. Unsere Bestimmung ist auch nicht auf uns selbst gerichtet, sondern auf die Gemeinde Gottes, auf alle von Gott auserwählten Gläubigen. Ihnen soll unser Leben und unser Handeln dienen. Jesus selbst ist dafür das allerbeste Beispiel: Während die Jünger darüber stritten, wer von ihnen in Gottes Augen wohl der Größte und Beste sei, kniete er sich vor ihnen nieder und wusch ihre Füße. Vor Gott zählt nicht die Größe der Taten, sondern die Treue im Gehorsam. Deshalb ist für Gott auch die Gnadengabe der Prophetie größer als die der Zungenrede, nicht weil sie etwa schwerer, schöner oder wertvoller wäre, sondern weil sie der ganzen Gemeinde dient. Was aber ganz sicher kein Grund sein sollte, die Zweitere zu vernachläßigen oder gar zu verschmähen!

Da wir Gottes Kinder sind, stehen wir zugleich in derselben Stellung wie der Herr Jesus auch: Sein Gott und Vater ist zugleich unser Gott und Vater. So, wie Gott vom Herrn Jesus Treue und Gehorsam verlangt hat, so wünscht er sich auch von uns Treue und Gehorsam, wenn es sein muss bis hin zum bitteren Ende des körperlichen Todes. Es ist einzig und allein das Blut Jesu, das er für uns vergossen hat, das dafür sorgt, dass wir trotzdem in Gottes Gunst bleiben. Das Opfer am Kreuz hat allem Genüge getan, sodass wir wissen dürfen: Dieses wertvolle Blut ist insofern für mich vergossen, dass es jede einzelne meiner Sünden bezahlt hat, sowohl die vergangenen, als auch die zukünftigen. Und nur aufgrund dieses Opfers kann es möglich sein, Gott zu gefallen. Als der Herr Jesus auferstanden ist, hat er mit dieser Auferstehung das ewige Siegel auf uns gedrückt: Der Tod ist besiegt! Es gibt nichts mehr auf dieser Welt, das uns von der Liebe Gottes trennen kann. Weder etwas von außen noch wir selbst.

Auf diese Weise sind wir in Christus oder durch Christus gesegnet. Durch Christus, weil er es war, der uns alle Segnungen erkauft und uns die Tür zu ihnen geöffnet hat. Ob wir durch die Türe hindurch gehen oder ob wir auf der Schwelle stehen bleiben, ist ein anderes Kapitel. Aber die Türe ist offen zu all diesen Segnungen, und niemand kann diese Türe jemals wieder zuschließen. Wir sind aber auch in Christus gesegnet, nämlich in seinem Leib. Christus ist das Haupt der Gemeinde, wir sind sein Körper. Viele der Segnungen können wir im Alleingang überhaupt nicht in Anspruch nehmen, weil sie nicht dafür gedacht sind. Vielmehr hat Gott sie dafür geschaffen, dass wir sie gemeinsam als Ortsgemeinde in Anspruch nehmen und darin leben sollen. Aus diesem Grund können Solochristen auch niemals in der Fülle dieser Segnungen leben. Es gibt vereinzelte Segnungen, die zwar auch ihnen gelten, aber es ist kein Wunder, dass solche sich viel zu wenig gesegnet wissen. In Christus zu sein, bedeutet in einer Gemeinde zu sein und in ihr anderen zu dienen. Einige wunderbare Segnungen kommen gerade dadurch zu ihrer Entfaltung, dass man einander dient. Deshalb gehören die Segnungen auch immer der ganzen Gemeinde. Sie sind ihr übergeben, damit alle in ihr Anteil daran bekommen sollen.

Es sind Segnungen in den himmlischen Regionen. Segnungen von Gott kommen nicht von dieser Welt. Manchmal erinnern sie uns an Dinge von dieser Welt, aber dennoch sind sie es nicht. Es gibt eine gewisse Freude in der Welt und von der Welt, und doch ist diese Freude nur eine lächerliche Fratze im Vergleich zu der reinen und wunderbaren Freude, die von Gott kommt. Wo Hass und Krieg auf der Welt ist, sehen wir einen vergleichsweise lächerlichen Abklatsch des Grimms und Zornes von Gott über all die Sünde und all das gottlose Leben in der Welt, aber auch der politische Friede ist nur eine achtlos hingeworfene Skizze des echten Friedens, der von Gott stammt. Was unsere Welt nötig hat, um zu genesen, das ist der wahre Segen von Gott, doch dieser ist nur denen zugänglich, die bereit sind, sich auf Gott einzulassen. Wer dazu nicht bereit ist, zieht sich lieber Scheuklappen des Verstandes oder die rosarote Brille der Gefühlsduselei an und gibt sich einem dieser beiden hin. Und wer lange genug auf diese Weise gelebt hat, glaubt eines Tages, seine Wahrnehmung müsse die einzig Wahre sein.

Bist du ein wahrhaft Gesegneter? Teilst du deinen Segen mit anderen durch regelmäßiges treues Erscheinen in der Gemeinde? Wo kannst du anderen dienen, ihnen ein Segen sein und dadurch selbst auch mitgesegnet werden? Wo willst du dies in Zukunft noch mehr ausleben?