Monday Humor: $prachENDm8ung

An der Kirchlichen Hochschule Neulandia am Rheinfall wurde kürzlich das Projekt “$prachENDm8ung” gestartet. Prof. Dr. Sybelio Chamo erklärte dazu, dass die Sprache nun lange genug dekonstruiert worden sei, und es deshalb einer neuen, gewaltfreien Sprache bedürfe. Zu Beginn des Projekts würde in den neuen Kursen mit Würfeln gearbeitet, welche durch Zufall völlig neue Worte herstellen würden. Mit der Zeit wolle man allerdings maschinell arbeiten. Schließlich müsse ja jedem Begriff in jedem Satz ein neues Wort zugeordnet werden.

In einem zweiten Schritt soll auch alle Logik abgeschafft werden, denn Logik sei immer ein Teil der männlich dominierten weißen Oberschicht gewesen, welche sie missbrauchte, um den Rest der Menschheit zu unterdrücken Statt auf Logik soll in Zukunft alles auf von der Logik auf die Lagadogik umgestellt werden. Statt logischen Schaltkreisen soll es auch in Computern nur noch Zufallsschaltungen geben, die von den Computern je nach Lust und Laune interpretiert und umgesetzt werden könnten. Endziel des Ganzen sei das ehrgeizige Projekt der vollständigen Abschaffung aller Sprache, weil Sprache immer nur trenne, und dafür sei die totale Annahme aller Menschen durch alle Menschen im Schweigen zu finden.

Monday Humor: Neue Rebellen werden traditionell-konservativ

In der jüngeren Generation gibt es ein Problem: Da alle progressiven, linksliberalen, rechtsextremen, atheistisch-agnostischen und esoterischen Positionen von der Elterngeneration bereits zur Genüge vertreten werden, bleibt den jungen Rebellen nur noch die Möglichkeit, traditionell, konservativ und bibeltreu zu werden. Familiengründung, konservative Werte und Treue zu Gottes Wort sind die neuen rebellischen Inhalte. Bereits Gilbert Keith Chesterton meinte dazu, dass er in seiner rebellischen Phase versuchen wollte, eine neue, bessere Weltanschauung zu erfinden – bis er merkte, dass er damit die biblische Weltanschauung gewonnen hatte.

Nun gibt es in den erwachsenen Generationen ein großes Wehklagen; schließlich hatte man schon seit Jahrzehnten dafür gekämpft, genau diese Inhalte zu verbannen und mit einem Tabu zu belegen, doch auf Dauer wird das nicht gelingen, denn die neue Revolution hat schon zu große Wellen geschlagen. Denn nun stehen diese „schrecklichen veralteten Worte“ hoch im Kurs: Ehe, Familiengründung, lebenslange Treue, Zuverlässigkeit, Fleiß, Eigenverantwortlichkeit und die verbindliche Mitgliedschaft in einer Gemeinde mit solider Theologie. 

Einer dieser neuen Rebellen, Kevin Muth, drückt es folgendermaßen aus: „Meine Generation wurde von einer Institution zur nächsten weitergereicht, von der Krippe bis zur Ganztagsschule. Das möchten wir nicht noch einer weiteren Generation zumuten. Sobald meine Freundin Chantalle 18 wird, wollen wir heiraten und unseren Teil zum Gelingen der Gesellschaft beitragen. Wir wünschen uns natürlich, mit unseren zukünftigen Kindern eine gute Gemeinde zu besuchen, in welcher die Predigt viel Tiefgang hat und länger dauert als das psychedelische Gedudel und das hektische Scheinwerfergeblinke davor.“ 

Monday Humor: Joel Osteen gibt Erfolgsbibel heraus

Der bekannte Redner Joel Osteen hat die Bibel überarbeitet und unter dem Titel „Success Bible“ neu herausgegeben. Diese Ausgabe hat es in sich, denn sie umfasst gerade mal 245 Seiten, auf welchen es insgesamt 120 Kapitel gibt. In jedem Kapitel kommt mindestens dreimal der Satz „Name it and claim it!“ vor, auf deutsch: „Sprich es aus und beanspruche es!“ Es gibt dabei insgesamt 30 Bücher der Bibel, welche in gekürzter und angepasster Form zitiert werden, die meisten stammen aus dem Alten Testament. So etwa Maleachi, welchen er sagen lässt: „Siehe, ich sende euch den Propheten Joel, ehe der große und erfolgreiche Tag des Herrn kommt“.

MH hat bei Joel Osteen Ministries nachgefragt, was denn der Sinn hinter dieser Ausgabe sei. Die Antwort lautete, dass die Menschheit endlich eine verständliche Bibel brauche, eine, über die nicht gestritten werden könne, sondern die jeder gleich verstehen könne. Außerdem sei das JOM-Team zum Schluss gekommen, dass Marcion recht habe mit der Behauptung, dass der Gott des Alten Testaments nicht derselbe des Neuen Testaments sein könne, aber er habe darin unrecht, dass der NT-Gott vor demjenigen des ATs Vorrang bekommen solle. Das Gegenteil sei der Fall, der NT-Gott sei ein Gott für Verlierer im Leben, aber wer erfolgreich sein wolle, müsse das Alte Testament ernst nehmen und alles das nennen und beanspruchen, was dort versprochen werde: Ruhe, Frieden, Reichtum, Gesundheit, Macht, ausgelebte Sexualität, Anerkennung in der Welt, und so weiter.

Tuesday Humor: Leser fühlen sich veräppelt, weil Monday Humor ausfiel

Weil der dieswöchige Beitrag zum Monday Humor ausgefallen ist, haben sich zahlreiche Leser beklagt und bereits erste Gerüchte in Gang gebracht. Da bereits im Vorfeld einige Leser sehr gespannt waren, welche Themen als Nächstes dran kämen, war der Aufruhr natürlich groß, auch wurden Verluste gemeldet, die aufgrund fehlender Aufmerksamkeit am Montag zustande kamen und daher rührten, dass zu häufig auf die Homepage von Monday Humor geklickt wurde, um zu sehen, ob die neuste Folge inzwischen online sei, wurde die Autorschaft von MH vermisst. Erste Gerüchte meinten, dass die Autorschaft wegen der FASnet verlorengegangen sei. Doch nun wurde alles von MH dementiert mit der Angabe, es handle sich um einen reinen Werbe-Gag, der die Leserschaft auch für die Zukunft in Spannung halten solle. Es sei jedoch kaum anzunehmen, dass jemand rechtliche Schritte einleiten wird, da MH niemals versprochen habe, regelmäßig jede Woche eine neue Folge online zu schalten.

Monday Humor: Theologin findet BDSM im Neuen Testament

Die feministische Theologin Prof. Dr. Ute Beahse von der unfreien Universität Berlin (UUB) hat in ihrer kürzlich veröffentlichten Publikation nachgewiesen, dass die verschiedenen Bestandteile einer Sado-Maso-Beziehung bereits im Neuen Testament zu finden sind. Zwar nicht mit Lack und Leder, aber Peitschen, Ketten, Stricke, Gewalt, Unterdrückung und vieles mehr konnte sie für diese Zeit nachweisen. Sie zeigt auf, dass etwa Paulus ein Kind in gefesseltem Zustand gezeugt habe (Philemon 10) und er an diesen Fesseln seine Freude habe (Philipper 1, 4 – 7 u.a.). Auch zur Dominanz der Obrigkeit und der Unterordnung (Submission) der Bürger hat sie ein Kapitel geschrieben. Entsprechend wertet sie das Geschehen am Kreuz als einen Höhepunkt sadistischer und masochistischer Praxis. Im Gespräch meinte sie, dass dies vermutlich nur von Menschen so aufgefasst worden sei, aber es zeige uns, dass solche Praktiken auch damals schon weit verbreitet gewesen seien, gerade wegen der Selbstverständlichkeit, mit welcher es die ersten Gemeinden so deuten konnten. .

Monday Humor: Schweden verlangt schriftliche Einverständnis zu Glaubensgesprächen

Nachdem das Gesetz zur Einverständniserklärung für den Geschlechtsverkehr zum großen Erfolg wurde, doppeln die Skandinavier nun nach: Das schwedische Ministerium für geistige Gesundheit unter Leitung von Björn Agurkeri will ein Gesetz einführen, dass Menschen, die mit anderen über ihren Glauben sprechen möchten, zuvor eine schriftliche Einverständnis dazu erhalten müssen, aus welcher die Evangelisierungsabsicht klar hervorgeht. Am 30. Februar soll im schwedischen Parlament darüber abgestimmt werden, und es ist vorauszusehen, dass das Gesetz mit einer großen Mehrheit beschlossen wird. Die schwedischen Kirchen haben sich bislang nicht dazu geäußert. Agurkeri plant, falls das Gesetz angenommen werde, Vorlagen für eine solche schriftliche Einverständniserklärung im Internet bereitzustellen. Auch soll es eine Version für diejenigen geben, welche gar nicht erst in solche Gespräche verwickelt werden möchten.

Monday Humor: Nach Einführung einer Frauenquote regen sich weibliche Gefühle unter den männlichen konservativen Bloggern

Nachdem es in den sozialen Medien Kritik an Biblipedia.de wegen des Fehlens weiblicher Mitblogger hagelte, wurde dort neuerdings eine Frauenquote* eingeführt. Nun gibt es einen Algorithmus, der dominante, aggressiv geschriebene Beiträge nur noch in 67% der Fälle veröffentlicht. Zwischendurch müssen Beiträge veröffentlicht werden, welche sich durch liebevolle, beziehungsorientierte Wortwahl auszeichnen. Nun ist der neueste Trend unter konservativen Bloggern, dass sich da vermehrt auch unter den männlichen Schreibern Gefühle der Harmonie und des guten Miteinanders melden. Nun bleibt abzuwarten, ob die Quote ihr Ziel erreicht, mehr Bloggerinnen zum Mitschreiben zu animieren oder sich stattdessen zunehmend männliche Blogger frustriert vom Projekt abwenden.

*Bitte beachten: Dies ist ein Satire-Beitrag, dessen Inhalte frei erfunden wurden

Monday Humor: EKNF verbietet Mission an Tieren und Menschen

Die evangelische Kirche Nordwein-Frostfalen (EKNF) hat überraschend beschlossen, dass ab sofort die Missionierung und Bekehrung aller nichtpflanzlicher Lebewesen verboten werden soll. Alle Tiere inklusive evolutionär weiterentwickelter Trockennasenaffen der Spezies homo sapiens sapiens sind als Empfänger des Evangeliums ausgeschlossen. Lediglich wer sich beim freiwilligen, eigenständigen und außerkirchlichen Lesen des alten Buches mit den fünf Buchstaben für ein Leben mit dem Bibelgott entscheiden würde, solle sich bekehren dürfen. Damit wird jedoch auch die Praxis des Mönchs Franziskus in Frage gestellt, der bekanntlich den Vögeln und anderen Tieren predigte. Der leitende Bischof der EKNF meinte dazu: „Wir wollen in unserer Zeit ein Zeichen setzen, dass wir tolerant sind und nur noch Lebenshilfe für den Alltag aller Menschen bieten möchten. Missionierung – und dazu gehört bereits das Predigen des Evangeliums – ist destruktiv für unsere Gesellschaft, sie spaltet und hält Menschen davon ab, ihren Sinn des Lebens in sich selbst zu finden. Wir wollen Menschen zur Selbstliebe und einem nietzscheanischen Willen zur Macht im Sinne der Eigenmächtigkeit befreien.“ Auf unsere Frage, wie die EKNF mit Menschen umgehen wolle, die nach wie vor missionarisch lebten, meinte er: „Diesen Menschen müssen wir zeigen, dass sie bei uns nicht willkommen sind. Wir dürfen die Intoleranz nicht tolerieren. Es ist unsere Mission, dass es keine Mission mehr geben darf.“ Zur Nachfrage, ob sich die EKNF damit nicht selbst abschaffen würde, warten wir noch auf eine Antwort.

Monday Humor: Postschweinerei

Die Schweine fühlen sich diskriminiert, weil sie Schweine genannt werden. Immer wieder führen sie Demonstrationen gegen diese Benennung durch und diskutieren unter sich, wie sie lieber genannt werden wollen. Sie seien ja äußerst reinliche Tiere, die sich nur deshalb von Zeit zu Zeit im Dreck wälzten, um danach wieder sauber zu werden. Außerdem sei es eine große Zumutung, dass Menschen ihr Durcheinander als Schweinerei bezeichnen würden, viel treffender würde man diese Menscherei nennen, da ja nur Menschen sowas in Realität machen könnten. Eine kleine aber sehr lautstarke Gruppe von Schweinen will außerdem erreichen, dass alle Schweine nur noch so genannt würden, wie sie sich fühlen: Ein Schwein, das sich als Katze fühlt, solle deshalb auch „Katze“ genannt werden, auch dann, wenn sie das Miauen und Schnurren noch nicht gelernt hat.

Nun gibt es eine große Diskussion darüber, wie sich die Schweine in Zukunft nennen sollen. Eine wachsende Anzahl von Schweinen plädiert dafür, sich Postschweine zu nennen, da sie sich damit von ihren früheren Generationen abheben und diese kritisieren können. Nun erhebt allerdings die Gewerkschaft der briefverteilenden Schweine Einspruch und will eine Klage gegen diese Verwendung prüfen, da sich dieser Name für ihre Arbeiter etabliert hat. Die weitere Diskussion dürfte spannend werden; insbesondere auch deshalb, weil inzwischen wieder eine neue Generation von Schweinen in die Fußstapfen der älteren Generation davor getreten ist, die sich wiederum durch den Begriff Postschweine diskriminiert fühlen würde.

Craig Keener stellt ersten Band zum Philemonbrief vor

Craig S. Keener stellt sein nächstes Magnum Opus vor: Ein vierbändiger Kommentar zum Philemonbrief. Im ersten Band sind auf fast 1400 Seiten gerade einmal sein Vorwort, die Behandlung der Einleitungsfragen und eine Literaturliste zu finden. Zur Einleitung sagt Keener: „Ich habe 42 wasserdichte Gründe gefunden, weshalb der Philemon zweifellos ein paulinischer Brief sein muss. Zum Beispiel mit Hilfe der neusten Technik der sogenannten „ink critics“ (Tintenuntersuchung). So konnte ich nachweisen, dass bei 34 verschiedenen englischsprachigen Bibelausgaben beim Philemon dieselbe Tinte verwendet wurde wie bei den paulinischen Hauptbriefen, etwa beim Römer- oder Galaterbrief.“ Nicht zuletzt sollte aber auch das grandiose Literaturverzeichnis erwähnt werden: auf 450 Seiten stellt Keener alle Bücher und Zeitschriftenartikel vor, die sich mit diesem Brief auseinandersetzen. Allein der Buchstabe K nimmt dabei über 200 Seiten in Anspruch. Keener meint dazu: „Ich habe nun festgestellt, dass fast ein Drittel aller Literatur zu diesem Brief unter meinem Namen veröffentlicht wurde.“ Die Einleitung und deren drei Nachfolgebände sollen im Kreuzweg-Verlag in New Jerusalem innerhalb der nächsten drei Jahrzehnte erscheinen.