Monday Humor: Neue Rebellen werden traditionell-konservativ

In der jüngeren Generation gibt es ein Problem: Da alle progressiven, linksliberalen, rechtsextremen, atheistisch-agnostischen und esoterischen Positionen von der Elterngeneration bereits zur Genüge vertreten werden, bleibt den jungen Rebellen nur noch die Möglichkeit, traditionell, konservativ und bibeltreu zu werden. Familiengründung, konservative Werte und Treue zu Gottes Wort sind die neuen rebellischen Inhalte. Bereits Gilbert Keith Chesterton meinte dazu, dass er in seiner rebellischen Phase versuchen wollte, eine neue, bessere Weltanschauung zu erfinden – bis er merkte, dass er damit die biblische Weltanschauung gewonnen hatte.

Nun gibt es in den erwachsenen Generationen ein großes Wehklagen; schließlich hatte man schon seit Jahrzehnten dafür gekämpft, genau diese Inhalte zu verbannen und mit einem Tabu zu belegen, doch auf Dauer wird das nicht gelingen, denn die neue Revolution hat schon zu große Wellen geschlagen. Denn nun stehen diese „schrecklichen veralteten Worte“ hoch im Kurs: Ehe, Familiengründung, lebenslange Treue, Zuverlässigkeit, Fleiß, Eigenverantwortlichkeit und die verbindliche Mitgliedschaft in einer Gemeinde mit solider Theologie. 

Einer dieser neuen Rebellen, Kevin Muth, drückt es folgendermaßen aus: „Meine Generation wurde von einer Institution zur nächsten weitergereicht, von der Krippe bis zur Ganztagsschule. Das möchten wir nicht noch einer weiteren Generation zumuten. Sobald meine Freundin Chantalle 18 wird, wollen wir heiraten und unseren Teil zum Gelingen der Gesellschaft beitragen. Wir wünschen uns natürlich, mit unseren zukünftigen Kindern eine gute Gemeinde zu besuchen, in welcher die Predigt viel Tiefgang hat und länger dauert als das psychedelische Gedudel und das hektische Scheinwerfergeblinke davor.“ 

Monday Humor: Joel Osteen gibt Erfolgsbibel heraus

Der bekannte Redner Joel Osteen hat die Bibel überarbeitet und unter dem Titel „Success Bible“ neu herausgegeben. Diese Ausgabe hat es in sich, denn sie umfasst gerade mal 245 Seiten, auf welchen es insgesamt 120 Kapitel gibt. In jedem Kapitel kommt mindestens dreimal der Satz „Name it and claim it!“ vor, auf deutsch: „Sprich es aus und beanspruche es!“ Es gibt dabei insgesamt 30 Bücher der Bibel, welche in gekürzter und angepasster Form zitiert werden, die meisten stammen aus dem Alten Testament. So etwa Maleachi, welchen er sagen lässt: „Siehe, ich sende euch den Propheten Joel, ehe der große und erfolgreiche Tag des Herrn kommt“.

MH hat bei Joel Osteen Ministries nachgefragt, was denn der Sinn hinter dieser Ausgabe sei. Die Antwort lautete, dass die Menschheit endlich eine verständliche Bibel brauche, eine, über die nicht gestritten werden könne, sondern die jeder gleich verstehen könne. Außerdem sei das JOM-Team zum Schluss gekommen, dass Marcion recht habe mit der Behauptung, dass der Gott des Alten Testaments nicht derselbe des Neuen Testaments sein könne, aber er habe darin unrecht, dass der NT-Gott vor demjenigen des ATs Vorrang bekommen solle. Das Gegenteil sei der Fall, der NT-Gott sei ein Gott für Verlierer im Leben, aber wer erfolgreich sein wolle, müsse das Alte Testament ernst nehmen und alles das nennen und beanspruchen, was dort versprochen werde: Ruhe, Frieden, Reichtum, Gesundheit, Macht, ausgelebte Sexualität, Anerkennung in der Welt, und so weiter.

Tuesday Humor: Leser fühlen sich veräppelt, weil Monday Humor ausfiel

Weil der dieswöchige Beitrag zum Monday Humor ausgefallen ist, haben sich zahlreiche Leser beklagt und bereits erste Gerüchte in Gang gebracht. Da bereits im Vorfeld einige Leser sehr gespannt waren, welche Themen als Nächstes dran kämen, war der Aufruhr natürlich groß, auch wurden Verluste gemeldet, die aufgrund fehlender Aufmerksamkeit am Montag zustande kamen und daher rührten, dass zu häufig auf die Homepage von Monday Humor geklickt wurde, um zu sehen, ob die neuste Folge inzwischen online sei, wurde die Autorschaft von MH vermisst. Erste Gerüchte meinten, dass die Autorschaft wegen der FASnet verlorengegangen sei. Doch nun wurde alles von MH dementiert mit der Angabe, es handle sich um einen reinen Werbe-Gag, der die Leserschaft auch für die Zukunft in Spannung halten solle. Es sei jedoch kaum anzunehmen, dass jemand rechtliche Schritte einleiten wird, da MH niemals versprochen habe, regelmäßig jede Woche eine neue Folge online zu schalten.

Monday Humor: Theologin findet BDSM im Neuen Testament

Die feministische Theologin Prof. Dr. Ute Beahse von der unfreien Universität Berlin (UUB) hat in ihrer kürzlich veröffentlichten Publikation nachgewiesen, dass die verschiedenen Bestandteile einer Sado-Maso-Beziehung bereits im Neuen Testament zu finden sind. Zwar nicht mit Lack und Leder, aber Peitschen, Ketten, Stricke, Gewalt, Unterdrückung und vieles mehr konnte sie für diese Zeit nachweisen. Sie zeigt auf, dass etwa Paulus ein Kind in gefesseltem Zustand gezeugt habe (Philemon 10) und er an diesen Fesseln seine Freude habe (Philipper 1, 4 – 7 u.a.). Auch zur Dominanz der Obrigkeit und der Unterordnung (Submission) der Bürger hat sie ein Kapitel geschrieben. Entsprechend wertet sie das Geschehen am Kreuz als einen Höhepunkt sadistischer und masochistischer Praxis. Im Gespräch meinte sie, dass dies vermutlich nur von Menschen so aufgefasst worden sei, aber es zeige uns, dass solche Praktiken auch damals schon weit verbreitet gewesen seien, gerade wegen der Selbstverständlichkeit, mit welcher es die ersten Gemeinden so deuten konnten. .

Monday Humor: Schweden verlangt schriftliche Einverständnis zu Glaubensgesprächen

Nachdem das Gesetz zur Einverständniserklärung für den Geschlechtsverkehr zum großen Erfolg wurde, doppeln die Skandinavier nun nach: Das schwedische Ministerium für geistige Gesundheit unter Leitung von Björn Agurkeri will ein Gesetz einführen, dass Menschen, die mit anderen über ihren Glauben sprechen möchten, zuvor eine schriftliche Einverständnis dazu erhalten müssen, aus welcher die Evangelisierungsabsicht klar hervorgeht. Am 30. Februar soll im schwedischen Parlament darüber abgestimmt werden, und es ist vorauszusehen, dass das Gesetz mit einer großen Mehrheit beschlossen wird. Die schwedischen Kirchen haben sich bislang nicht dazu geäußert. Agurkeri plant, falls das Gesetz angenommen werde, Vorlagen für eine solche schriftliche Einverständniserklärung im Internet bereitzustellen. Auch soll es eine Version für diejenigen geben, welche gar nicht erst in solche Gespräche verwickelt werden möchten.

Monday Humor: Nach Einführung einer Frauenquote regen sich weibliche Gefühle unter den männlichen konservativen Bloggern

Nachdem es in den sozialen Medien Kritik an Biblipedia.de wegen des Fehlens weiblicher Mitblogger hagelte, wurde dort neuerdings eine Frauenquote* eingeführt. Nun gibt es einen Algorithmus, der dominante, aggressiv geschriebene Beiträge nur noch in 67% der Fälle veröffentlicht. Zwischendurch müssen Beiträge veröffentlicht werden, welche sich durch liebevolle, beziehungsorientierte Wortwahl auszeichnen. Nun ist der neueste Trend unter konservativen Bloggern, dass sich da vermehrt auch unter den männlichen Schreibern Gefühle der Harmonie und des guten Miteinanders melden. Nun bleibt abzuwarten, ob die Quote ihr Ziel erreicht, mehr Bloggerinnen zum Mitschreiben zu animieren oder sich stattdessen zunehmend männliche Blogger frustriert vom Projekt abwenden.

*Bitte beachten: Dies ist ein Satire-Beitrag, dessen Inhalte frei erfunden wurden

Churchricks

Ein Limerick ist ein fünfzeiliges Gedicht nach dem Schema A-A-B-B-A, bei welchem das letzte Wort der ersten Zeile ein Ortsname ist, und bei welchem die humorvolle, aber auch zum Nachdenken anregende Pointe in der letzten Zeile erfolgt. Ich habe mich mal darin geübt, solche Limericks zum Gemeindeleben zu schreiben. Der Leser möge selbst beurteilen, welche davon gelungen sind. 
Es war mal ein Pastor aus Minden,
der konnt’ keinen Traubensaft finden.
Er nahm für den Kelch
nur Wasser – doch welch
Wunder, der Saft tat nicht schwinden.
Da war die Gemeinde von Tyrus,
die fand einen alten Papyrus.
Was das wohl gewesen,
was darin zu lesen?
Es war das Edikt Königs Kyrus.
Da war eine Kirche in Langen,
deren Glocken so mächtig erklangen.
Die Wurst war bald alle,
die beim emsigen Schalle
die Frankfurter Glöckner verschlangen
Ein junger Baptist aus Laufen
der wollte sich lassen taufen.
Er dachte sehr schlau:
Es gibt nichts für lau –
Lass Eintrittskarten verkaufen!
Eine Pfingstlerin aus Aachen
betete in neuen Sprachen.
In Farsi bedeut’s
die Botschaft vom Kreuz!
Sich Iraner den Kopf zerbrachen.
Da war noch ein Pfarrer in Bern,
der redete häufig und gern.
Doch war er zu Ende
und blickte behende
war keiner mehr da nah und fern.
Eine Kirchenmaus in Leer
die hatte es gar sehr schwer:
Wo war denn ihr Loch,
in das oftmals sie kroch?
Sie wusste es einfach nicht mehr.
Ein Diakon aus Leiben
hat genug vom Narrentreiben
Doch wegen der Lage
braucht’ er gar fünf Tage
Die Petition zu unterschreiben
Es fragte ein Bruder aus Herrnhut:
Findet ihr unseren Stern gut?
Er hat viele Ecken
und leuchtet mit kecken
Farben; wer den zeigt braucht gern Mut.
In der neuen Kirche in Melk
wurde die Blumendeko welk.
Der Diakon
meinte da schon:
Nächstes mal nehm’ ich ne Nelk’.